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Zweites Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhesfen)

M. 20

Samstag, 24. Januar (920

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* Auszeichnung. Wegen hervorragen­der Tapferkeit bei den Kämpfen der russischen Westarmee im Baltikum wurden mit dein russi­schen Georgskreuz 4. Klasse folgende Angehörigen der M. G. S. S.--Ab1g. Damm ausgezeichnet: Leut­nant und Adjutant Schäffer, Leutnant Kehler (Albrecht), Vi^efeldwebel Seifert, Schütze Alien­dorf, UnterofmicT Neudert, Ossz.-Stellv. Ban- dilla, Unteroffizier P,eiller, Schütze Erdmann, Gefreiter Miodeck, Gefr. Schneider.

** Packwagennot. Eine große Pack- wagennvt herrscht jetzt in allen Bezirken der Eisenbahnverwaltirng. Man bei furchtet, daß sie durch die Heimbesörderung unserer Gefangenen noch erheblich verschärft werden wird. Augen-

na Isdorff, Dentist ich § 123 R V. 0. in Elsaß-Lothringen.

, so wieder geben kann:

Lor dem heil'gen Kreuzeszeichen

Möge alles Böie weichen, tshristi Kreuz und Leidensgang Sei mein Schutz mein Leben lang ftenr.mt aus etwa 1300. Ihr reiben sich dem

*

SS« rtif«e Alter w voran. Qu^ ?enZ^mmmdüuG tofahen zu lösen, lndfur eine Nieder- n Heimat und des ^en. Frisch ans utschem Gruß!

Ro ssberff >20. y*

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ferem Balutastande als dem unserigen, wie Polen, werden sie immerhin auch als sehr schürfe Schutzzölle zu roirkn vermögen.

Jedenfalls dürsten die Zölle für den Die­derausbau unserer Rcichsfinanzen ein wesenl- lithee <Dtüd bilden, dessen Bedeutung über oem heftigen ©teuerftreit noch nicht ölige- mein zum Bewußtsein gekommen ist. Unter diesem Gesichtspunkt wird auch die Entschei­dung über das Zollsystem, die früher als eine Zrage der Weltanschauung die Gemüter er­hitzte, zu einer Sache nationaler Zweckmäßig- kert unb der engen Interessengemeinschaft zwischen Finanzen und Bolkswirtschast.

ier In Straßburg er.Löberstr. 3pMa|s

ntist

ltäodig dorchrevsriertr stlSMll brifaie:

-5 te 50 PS, Holzeilenbn. ie2cmbH(to,binlgcbr.Mfl. PS, Holzeiienbkrciiung PS, grbr. WoUnunniii PS, Mtiienbeieiiiuig PS PS,

nebr. Vollgiimmt M ic zu verkamen.

M-WW1U

fiibtieua; IckPvOtt 560/381

rm. Da rm st adt, 23. Jan. Dos Wucher­gericht in Darmstadt, daS demnächst tu Tätig- feit tritt, hat zum Borsitzenden den Lcmdgerichls- bircltor Dr. Nagel erhalten. Beisitzer sind Lcrnb- gerichtsrat Hildcliand urb Amtsrichter Dr. Fuchs. Die Schöffen, deren je zwci bei jeder Sitzung mit- wirken, werden tz-emnächst berufen. Ein b.son- berer Vertreter ber Anklage wi d nicht ernannt, da jeder einzelne IStaatsanwall die s.inem Bezirk zugel>örenden AL klagen in den Verhandlung^ selbst vertritt.

Hessen Nassau.

® u Naubiiderfall.

W. A. Wissen, 20. Jan. Ueber bei

älteren ©loden nicht an, aber unter den aus dem Ende des 18. und aus dem 19. Jahrhundert stammender hielt er eine reidx Ernte. Im gan­zen rourbett 8 0 Glocken, also mehr als ein Drittel, es n geschmolzen. Tie Stadt Gießen ver­lor 7, das Land 73. Wohl am härtesten wurde die Kirche zu Großen-Buseck mitgenommen. Bon ihren 4 Glocken wurden 3 ihr entzogen.

16 Kirchen muhten von ihren je 3 Glocken je 2 17 von ih.en je 2 Glocken je 1 hergeben. D« Ober- reolschule tzu Gießen verlor ihre einzige Glocke, des­gleichen d^s Ratljaus zu Bellersfoim, Deuchel- b?tm. iyurgen und die Schulhäuser in Watzenborn, Steinbach, Am besten kam der Jrstunasturm zu Stauffenh.'rg weg, der alle seine 4 Glocken, von denen die längste allerdings ans 1705 stammt, behalten formte. Aber auch 10 Streben mit je 3 ©locker, und 8 Kirchen mit je 2 Glocken bliebet unangetastet.

Die ältefte Glocke unseres KreiseS hängt in ber Kirche zu Muschenheim. Sie hat eine gereimte Lateinische Inschrift, die man aus deutsch

Stutdeton.

IobanveS Brahms: Ein deutsches Requiem. Einleitende Worte zu der am kommenden Mittwoch ai der Stadtkrrche stattfindendcn Ausführung des Werkes.

Im 33. Jahre seines Lebens komponierte Jo­hannes Brahms das D e u t s ch e Requiem" jene gewaltige Tondichtung, die ihren Autor mit rinem Sckstage in die vorderste Neifo bcutfdrr Meister stellt, die ü'-enviv^-nbe Mehrz^ jetm-rr Widersacher verstummen machen sollte. Es ist ein deutsches Requiem, d. h zunächst ein Reauiem nit deutschem Teste. Es ist aber auch kein Re- miem im eigentlichen Sinne, keine Totenmesse: rs ist nur Trauermusik, die auf Bibelworte aus- jebaut, an die Vergänglichkeit alles Irdischen jemabnt. Im Gegensatz zu dem liturgischen Re- cuiem der katholischen Kirche, dem als Text die Mte lateinische Seauenz: Requiem aeternam «ona eis, Domine zugrunde gelegt ist, hat Brahms Requiem seine tiefsten Wurzeln im Diesseits. Es ist ein Abschieds- und Trostlied an die Verstorbenen Er hat das Werk kurz nach dem Tode seiner viel- Geliebten Mutter geschrieben: darum ist es so rtnigf ernst-menschlich. Der Tod bebrütet nicht Vernichtung; er führt zu einer höheren Lebens­form, es winkt mit ihm die ttöstliche Hoffnung aus ein Wiedersehen. Dies verleiht dem Werke Nrahms' einen versöhnlichen, weltbejahenden, Kellenweise sogar freudigen Charakter.Selig sind, vie da Leid tragen, denn sie sollen getröstet wer- bm", stimmt der erste Chor an. Welche Erhaben- &ni spricht aus dem föl geritten Satz, der die '31* gänglichkeit des Menschlichen sowohl textlich wie auch wnlich versinnbildlicht? Werden und Ver- Shen! Doch zuversichtlich soll der Mensch aus e Zukunft des Derrn harren, geduldig, wie J)er Ackersmamt wartet auf die köstliche Frucht

Au» SfaM und Land.

Gießen, den 24. Jan. 1920. Tie TodcSursach n der im Weltkriege gestorbenen he,fischen Militärpersone»».

In den vier ersten Kriegsiahven 19141917 nurben 23988 Todesfälle con fossischeu Mi- l'tärperjonen bis jetzt beurkundet, die >ich nach den wick) igften Todesursackjen mir folgt verteilen: Bor dem Feind und an Wunden geworben oder verun­glückt 21 581, Thph-is 226, Wundinsrk v'n 174, Lungentubertulose 188, Lungenentzündung 215, Fleckfi etter 22, Ruhr 131, Gmickstarre 19, Cholera 73, MaUiria 7, Herzkrairkfoi en 126, Selbstmord 102, sonstige Krankhei en 636, unbcÄmute Todes uriache 438. Rednrrt inan alle durch äuferrr Gewali <Tod in der Schlacht oder infolge ^rwnndung, Bcrunglüdung, Selbstmord niroa erfolg'm Todes fälle zuiominen, io kommen hieraus 21 858 = 91,1 Prozenk säm l-cher Todessälle, auf Krank­heiten 1692 7 1 Proz-mt und 4W =1.8 Pvozenl auf unbekannte Todesursachen. Ein ähnliches Bild zeigt t-ie Todesur'achenstattstik des ganzen Reiches für tie Jabre 1914 bis 1916. Tre betreffenben Ziffern sind 93,7, 4,7, 1,6 Prozent. Im Kriege 1870/71 lumm von den Todesfällen bei ben deut­schen Trnvven noch 28 Pn^mt auf Krankheiten, 70 Pvozent auf äufore Gewalt und 2 Prozent aus unbekannte ttrsach.m. Im Kriege 1866 starben bei den preußischen Truppen unb deren Verbündeten sogar mehr Sotta en infolge Kronkltei en (59 Pro­zent', als durch äussere Gewalt (41 Prozent! ihren Tod fanden. Im deutsch französischen Kriege wüte­ten bauptsäckilich Tnvhus und Ruhr, in Kriege 1866 besonders Clvl ra und Tnphus, Seuchen, die man im Wcltkiege mit Erfolg zu bekämpfen ver­stand.

«bermattge PortoerhShungen?

Vonetwa weiter erforderlichen Gebühren» erdölnnrgen" spricht eine Verfügung des Reichs­postministeriums, durch die eine außerordent iche Zählung der Gegenstände der Postbeiörderung an» geordnet wird. Für die Erhöhung sollen sichere Zatsten und gleichzeittg ein Ueberblick über die Wirkung der Gebühren, wie sie seit dem 1. Oktober bestehen, gewonnen werden. Die Aufnahme erstreckt sich auf die portopflichtigen Sendungen innerhalb Deutschlands in der Zeit vom 15. bis 21. Januar. Gezählt werden auch die Sendunyen mit Porto­ablösung. Tie Aufnahme soll mögltchst beschleunigt werden. Tie Amtsvorsteher und Aussichtsbeamten sollen sich her Sache persönlich cmnehmen. Die Er­mittlung geht sehr ins emrelne. Es werden bei allen Arten der Briespost die einzelnen Gebühren­sätze unterschieden, bet den Briesen unter und über 20 Gramm, bei den Drucksachen, Geschäfts- Papieren, Warenproben und Mischiendungen die Gewichtsstufen nach der Gebültt. Bei ben Post­anweisungen und Wertsendungen die Beträge, bei den Paketen das Gewicht usw. Bei Briesen unb Postkarten werden auch die nicht freigemachten Sendungen gezählt. Zum ersten Male kommen aud) die Päckchen in Betracht Tie Aufnahme ist so eingehend, daß man sich fragt, wie sie ohne Störung des Postbetriebs vor sich gehen sott.

teilt. Von Ostern ab nwrben jedenfalls die Schüler, ie die Schule lwsuckr.il, vom Besuch bet Winter- rort.il du gsichuie in der Vo kS cknile befreit.

)( Aus dem 91 ibbertal, 23. Jan. Nichk vemger als a ch t itiemcinbeiagbcn bm-' men in ben nid) reu Tagen in un.erer Gegend b;w. unserem Kreise zur ü ient idjen Verpachtung, »un 2. Januar die 400 Hektar grobe Jagd in öloielb, am 31. Joi vac in Michelau, am 2. ivtbr. 6->0 öeltar in 'BingvnDcim, am ie ben Ta .e 1600 Veftar in Weninge<» am 3. Feoruai im lxenudr- aiten Merkenfriy, »m 5. Je?ruar in Berg beim, am 6. 5-ebruai in Stimlxxd», am 14. j^'bruar 542 Nektar in fiinbbciwt. Da für sämt iche Jagden graste Nachträge leiteht. so bür tat wohl für bie Gemeinde ansehnliche Padüsummen griöjt

Starkenburg und Rheinhessen. Hund fleildu als Schiede'ware?

M. A. Mair,r, 23. Jan. Der Wi^'sbadener Tierschutzverein teil) mit, hast viele Öunbe fpurloS verschwinden. Bepilchtimgen lasen duraut sch i- sten, daß bie Öuiil* eingvfangen und g-schltchiet werden, um das Jltisch als Schieberware in den handel zu bringol Auck, in Mainz sind in letzter Zeit viele Hunde öeflldNvunbcn.

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Eisenhütten et Wit bieBetzd Ztg." foLgcnb.n Bericht: Der ZPossengehilse Lwssmarm ber Wüsener Dutten sollte in einem Wagen die Löhnrmgsgelder für bie Bergleute der Grube St. Andreas über- t-rrngen. Zu servier Sicherheit ffrhren ber Steiger Dvrster und Klein von der Grube St. Andreas von Wissen aus m,il dem Wagen. Ms ht auf ber M erhardt fast ans dem Walde iwraus auf das Pirzentaler Je'ld tarnen, sprangen ülerraidjenb l/in* ter Reisiglraufchi 9 hiß 10 fdmwrj maskier de Ge­stalten mit Kcrnrbinem bewaffnet hervor und schos­sen auf die Bferde. Eins stürzte getroffen zu­sammen. Jrn Nu waren die Insassen ans dem Wagen gerifleii, mit Taschentüchern geknebelt und ins Dickicht g<-schlepvt. Den Tatort beftrentcit bte Männer mit Pf effer, um dem öirnhe die Witterung zu nehmen. D-arauf verschwanden sie mit ihrem Raub im Watt>e. 183 000 tVtarf in bar und ein grober Betrag 1 Versicherungsmarken sind den Weae- lag-rem in bte Dände gefallen. Der Steiger Dör­fler, ein baumstarker Mann, zerritz nach langem Bemühen feine Fesseln, befreite seine Leidens­gefährten uitd sie benachrichtigten die Gewerkschaft nn* die Pol ihm. Dem Vernehmen nach bat man gewisse AnhalttZpunkte für die Entdeckung ber Täter gefmrden.

Hissischer Ctadteverband.

X 6 c n u, 22. Jan. Aus den Berhmch- lungen der heutigen Stadtverordnetenversamm­lung ging httpor, daß die Absicht besteht, einen Berband der hessen-nassauischen, hessischen und walbeckischen Städte zu gründen. Aus den Satzungen, die für den Verband gelben sollen, seien folgende Bestimmun­gen angeiülitt: Der Verband führt den Namen Wirtsdxfftl^her Verband ber hessischen, hessen- nassauischen und walbeckischen Städte". Der Zweck des Verbandes ist bie Walwung ber Interessen seiner Mitglieder in allen Fraaen des Verhält­nisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und die Ermöglichung eines Ausgleiches der wirt- fdxiftlidw Interessen seiner Mitglieder und ihrer Arbeitnehmetr Insbesondere erfolgt der Zu­sammenschluss, um für die städtischen Arbeiter Tarifverträge' auf mdglidjft gleichmäßiger Grund­lage abzusch ließen. SB eiter bin soll der Verband auch die Regelung der wirtschaftlichen Verhält­nisse der ftat,tischen Angestellten unb die Behand­lung der Sexioitenfragen, insbesondere berBeamten- besoldungefi, übernehmen. Schließlich soll ber Ver­band auch zur gemeinsamen Besprechung all­gemein wrrtschastlld-cr Fragen dienen.

Doppcllcr ^indkSmord?

mc. Biebrich (Rhein),. 22. Jan. Gestern wurde duriA die Kriminalpolizet eine Frau Der* foftet, die dringend unter dem Verdachte steht.

Die Mocken des Sreiscs Gießen vor und noch brm Ärirae.

Von der hessischen Bereinigung für Volkskunde wird mitgetcilt:

Im Kreise Gießen gab es vor dem Kriege im ganzen 230 Glocken Die Stadt Gießen hatte einschließlich des Dominialhoies Schisfenberg deren 18, das Land 212. Keine Kirche hatte mehr als 4 Glocken, während y B. Als eld in der Wal- purgiskirche deren niwt weniger als 8 besaß. Die Stobttircbe wie die Johanne-!rrche in Gießen und auf dem Lande die Kirchm in Groß^m-Buseck, Großen-Linden, öintgcn, Lang-Göns sowie ber Festungsturm zu Stausfenberg konnten mit vier Glocken läuten, 41 Kirchen mit 3, 23 Kirchen mit nur 2. Auch bie Landeslieil- und Dflege­anstalt in Gießen, das Fürstliche Schloß in Hungen sowie das Ratlmis in Keseibach hatten je zwei Glocken. 6 Kirch.n und Kape len. bie zu Balters- hain, zu ReinhardslMN, die Katharinenkapelle zu Steinheim sowie die Satlxinncnrape.lc des alten unb neuen Friedhofs zu Gießen und die Fried- hosskirche zu Grünberg mußten sich mit ie be­gnügen. Eine gante Reilte Schu en hatten gleich­falls je 1 Glocke, in Gießen die Dberrealidjuie, auf dem Lande die Schn en zu Taubri nnm, Eber­stadt, Göbelnrod, Jnhe.den Stockhau'en. Trobe, Waitenborn 'trübere Sckmle und neue Schule) und Utplte. Auck» Rathäuser truren je 1 Glocke, nicht bloß das alle Raut Haus in Gießen, auch die Rat')äuser in Dettershnm, Großen-Linden, §>euch l!)cim, Hungen und Lich. Soear ein Spritzenhaus, das in Saaten, prangte da­mit Der Tomüciallos S ch i i i e n b e r g bei Gie­ßen hatte aus der Zeit, in der noch Gottesdienst in ber Kirch? gehalten wurde, eine mittelalter­liche in die iZcu.teil hinübergerettet.

In diesen stolzen Bestand griff der Krieg mit rauher Land. Zwar rührte er die alten unb

Notgeld, Ganzen, i usw. usw.

, Verband mit örtlichen i anscblMen und durch

gut und billig ver

der Erde". Der Chor Preist daS Jauchzen der Erlösten, über deren Haupte ewige Freude fein wird. Aber wieder kehrt der Blick zu den Men­schen zurück, die, Jnbioidunm wie Masse (Bariton- solo und Clwr), doch nur Schemen sind, und wieder wird ihnen Twst verkündet: dennder Gerechten Seelen sind in Gottes Land, und keine Qual rühret sie an": eine herrliche Fuge in D-moll. Ter unerschütterliche Glaube an die Sicherheit in Gottes Hand findet ein grandioses Tonsymbol in dem Orgelpunkt des tiefen D, d. h. einer durch den ganzen Satz hin festgehaltenen tiefen Note, ungeachtet der verschiedenen Harmonien, die sich darüber bewegen. Wonniger Friede sttömt aus der Melodie des vierten Chors, die ber Borstel- lang von denliebliclren Wohnungen des Herrn" eine wundersame Bildlichkeit verleiht. Zarteste menschlickte Innigkeit kommt in dem folgenden Sopransolo mit Chor zum Ausdruck. Das Ge­heimnis der Liebe zwischen Mutter unb Sohn, wie es Brahms' Seele damals ganz erfüllte, offen­bart sich in den Tönen: ,Lhr habt nun Traurig­keit, aber ich will Euch wiedersehen: ich wlll Euch trösten, wie einen seine fWutter tröstet." Wo solche ewigen Kräfte der Liebe walten, da gibt es keinen Tod und kein Vergehen. Großartig wird der Gedanke des alten dies irae in einem neuen, lebensbejahenden Sinn umgebogen:Tod, wo ist dein Stadtei? L)ölle, ipo ist dein Sieg?", ruft der Clwr den finsteren Mächten zu. Und die ttotzige Frage enthält zugleich die volle Beantwortung des Lebens in dem Wort: Sieg? Ein emziaer, gewaltiger, lidtfer C-Dur^reillang! Nach diesem sieg gibt es nur noch Triebe und Glück, und so fettet ber letzte Teil zu dem tröstenden Anfang zurück:Selcg finb die Toten, bie in dem Herrn sterben." Aetherische frarfenflange begleiten bte letzten Worte. L. M.

8>nanz,oII und §ch tzzoll.

Von Dr. Siegfried Brase.

Mit der Einstellung auf den Friedens ytftanb, der Abtragung kriegerischer Schran len im Völkeroerkehr dürfte die Neuregelung dec Außenhandelsbeziehungen von immer größerer Bcdeütung werden. Schon im Frie- eensvcrtrag von Brest-Litowsk fpiclte diese Frage eine wichtige Rolle. Der Bersattler legte uns in allgemeiner Nack-ahmung des 1871 von Deutschland beobachteten Verfeüf- rens gegen alle Feindstaaten als einseitige Derpflichtung die Meistbegünstigung auf, wies uns also verkehrpolttisch eine ge b nn de ne Marschroute an. Hiernach haben wir, abgesehen von den besonderem wirtschaft licben Servituten, jeder dieser Mächte auto- matifch alle Bevorzugungen #u gewähren, deren ein beliebiges drittes Land sich bei uns erfreut oder künftig erfreuen wird. Diese Wirtschaftsformel ist noch während des Krie­ges als zu starr und deshalb überlebt an» gefeindet nun aber durchhöhere Gewalt" ebenso galvanisiert worden, wie politisch das neue unb garantierteeuropäische Gleichge­wicht". Sie wird dazu beitragen, den Schwer­punkt unseres Zollwesens um so stärker auf den Finanz-oll zu verschieben.

Hcerunter versteht man den Zoll, der lediglich einen ergiebigen Ertrag für den Staatshaushalt bezweckt, während der Schutz­zoll, von wirtschaftspolitischen Gesichtspunk­ten ausgehend (nach Eheberg), eine geradezu prohibitwe, abhaltende Wirkung ausübt. Er kann sogar, wie bei den deutschen Agrarzöllen von 18-8 und 1902, welche die Konkurrenz­fähigkeit der ausländischen Getreidezufuhr gegen die Jnlandserzeugung abfchwächen sollten, mit der Nebenform sogenannter Lie­besgaben (Einfuhrscheinen, Exportprämien) den Finanzen abträglich fein. Andererseits neigt er zu differentieller Behandlung, d. h. dazu, fremde Länder, je nach Gefährlichkett oder Unschädlichkeit ihres Wettbewerbes auf unserem Markt verschieden zu behandeln, was zu Beraclttings-öllen, Zollkriegen führen kann und auch geführt hat, durch die Meist­begünstigung aber unmöglich gemacht wird.

Das deutsche System vor dem Kriege be­stand insgesamt in einer Mischung vonSchutz- und Finanz-öllen. Eirgland, seit dem Sieg ber Antikorirzolliga Mitte des vorigen Jahr­hunderts das Land reinen Freihandels, oe- fihränkte sich auf Finanzzölle, besonders für Kolonialwaren (Tabak, Tee, Zucker, Sprri- tupfen); währeno des Krieges erheblich ge­steigert, halfen sie lange, Anleihen entbehr­lich machen. Auch in Amerika trug die sie- Xjentte Partei der Demokraten die Schutzzölle Zum Teil ab; allerdings wurde diese Erleich­terung der Dnfuhr durch erschwerende Ab- ferttgungsvorschriften wieder ausgeglichen, «in Beispiel, dem Frankreich mit vexatorischen Darabestimmungen folgte. Auf ähnliche Per- Ichärfte Weise wird man auch jetzt noch auf lange hinaus der deutschen Ware den Zugang zu verbauen suchen, oyne zu immer besonde­ren Zöllen greifen zu müssen.

Während des Krieges haben ja schon die europäisck>en Zol systeme einschneidende Ver­änderungen erfahren, indem Abgaben durch «Einfuhrverbote ersetzt wurden. Aus (inan- zielten und transporttechnischen Gründen müßte man vor entbehrlichen Gütern sich ra­dikalschützen", um den Bezug lebens- und Rrieasnotweudiger zu sicktern. Umgekehrt iDurben durch die letztere Notwendigkeit Aus­sfuhrverbote veranlaßt; in deren Konsequenz daud)te kürzlich der Plan allgemeiner Aus- siuhrzölle auf, um dem drohenden Ausverkauf Deutschlands zu steuern.

Neuerdings scheint man jenes Projekt zu <tner bloßenAusfuhrabgabe" abschwächen zu wollen, die sich mehr dem Charakter einer ireinen Finanzmaßregel nähern würde. Tie- |er kommt ebenfalls in erster Linie den Va­luta- und Geldzöllen zu, in deren Erhebung nach langem Sträuben nun auch die Entente gewilligt hat. Gegen Läirder mit noch tie»

Alter gi mäh zunächst an eine Glocke aus ber Kirche zu Kirchdorf '1310), Londorf (^07), Hungen < 1350) unb wieder eine aus ber Kirche zu Kirchberg (1380) Die älteste Glocke Stabt Gießen hängt auf dem Rathause. stammt )ius 1453 unb trägt bte Inschrift:

Mar«, Gottes Celle, 8>ab in S'ttbe, was ich obren) schelle. Die jüngste Glocke des Kreises war dir jetzt geschmo/. iene der Cberrtaischule zu Gießen.

blufhdi lebten schon etwa 800 derartige Wagen Um bieiem Mangel ab ulel en, müs en bie aus- beikrungsbebünttgen Pochvagen be chleunigt ge brauck>5>äbig gemacht unb dem Betriem suiüdqe gelten werben. DaS Eifenboln Zentralantt bo bie Direttiocren ersucht, bie Arveiten n ben Wer,- Hätten unter Becuckfichtiaung ber Pa.twa;en.l«) einzurick)ten. Es soll auch baiür gesargt werben daß alle cmsbefferungsvebür tigen Packwagen schleunigst ben Werkstätten zuge ülirt werben. Tann soll geprüit werben, ob nicht burch eine beiiort Ausnutzung Packna>te>i zu erfraren iitto. Endlich will man geeignete Personemra>,en als Packwagen (terriditen. Edva lehlenbe Lesen sollen bie Eisen bahnbcreltionen be^cbas'en.

* TieGewcrbe-JnsvektionDarm- stabt, &üuptDrtcilimg«iteile von Betriebs.oft füi Berkeörszn'ecke, macht ii hcs i ch. n le» gsbcred^ Iviten Da.t.adrzeugsteutzer darauf aunncrfcin, baß die Anträge zur Freigabe von Br- t r iebsstof t für den Monat Februar bi-:- spätestens 2 5. b. M t s. bei ber Dauptverlrilung»- stelle eingereidtt sein müsßm, andernfalls Ver­zögerungen in ber Freiga.« usw. ent,leiten. Auf die Vorschriften der Rüchleite von Formular B ma­chen wir auimerffam, unb es Legt im eig^-nsten Jnteresfe des Aittragstellers und einer beichlen- nigteii Freigabe, wenn diese genau eingehalten werden.

** D ücherspende an Hessische Bolks- u n b Arbeiterbibliotheken. Tie auf An- egung ber Zentralstelle zur berung ber Volks­bildung und Juzendpslpg- in Hessen burch ben Hessischen Volks.chrfftenvere'in rriolgte Verteilung ber Restlestäicde von Feldstmdungen an Hessische Volks- unb Arbeiterbibüotlte'en ist erfolgt Die Verteilung hatte ber Direktor her Boltsbildungs- ientrole übernommen. Es konnten im ganzm über 200 Bibliotheken mit nahezu 100 0 0 Bänbchen bedacht vterden Die all- seitige freudige Aufnalnne unb die Anerkennung, ivelche diese Gaben bin unb her bn Lande fan- ben, zeigen, baß ein großes Bedürfnis nach guter Literatur in weitesten Kr-nsen norixmben ist.

** Handel mit freigeldpflichtigem Branntwein. Alle Persowrn, bie sich gewerbs­mäßig mit dem Wiederv^-r kauf oder Au Schani von Trinkbranntwein an Bert räucher be a fen (sog. Wiederrterkänfer), haben vor Eröffnung ihres Be­triebes bei Monopolerreugnissen gemäß §113, bei freigeldpflichtigem Trinkl'rannt- nicin gemäß § 125 des Gesetzes über bas Brannt­weinmonopol ber Steiterbchörde fckirifll.ch ?lnzeige ihiervon zu madten. Bon bereits beftelxmben Be­trieben dieser Art ist bie Anzeige binnen a ch t Tagen bei ber ruständigen He «'teile zu erftatten. Zu oen anmeldepflichtigen Betrieben gebären außer ben eigentlichen Händunrn und Wirten auch fifon- snmvereine, Kasinos, Logen und ähnliche Bereilri- jramgen und zwar auch bann, wenn sie ben Trink- Tnxmnhrtein nur an ihre MitsliÄer oder nur in ihren eigenen Räumen abgeben.

** Rauchverbot in ben Richtrau cher- abteilen der Perfonenzüge. In leyter Beit mehren sich die Fälle, daß bie Reisenden in keiner Weife das Rarcchverbot in den Nichtraucher­abteilen der Personen- und Schnellzüge bcadtfen und ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen, Kranke und Reisende, bie das Rauchen nicht verlraMN kön­nen, rauchen. Dies oah ber Eisentralmbirektirm! Mainz Veranlassung, das gesamte Zugbegll-ittterjo-' nal und bie Zugremforen anzuweisen, mit allem Nachdruck darans zu halten, baß in den für Nichtraucher bezeichmtt^n Abteilen nicht geraucht wird, auch bann nicht, wenn ber Reisende sich allein im Abteil befindet, ober von den Mitreisenden Ein­wendungen hiergegen nicht erhoben werben. Rei­sende, bie sich ben Anordnungen des Zugbegleit­personals in bezug auf die Unterlassung beö Rauchens miberfetten, werden zur Anzeige ge­bracht und haben zu gewärtigen, von bet Fahrt aus­geschlossen zu werden.

Kreis Vudingen.

Bad-Salzhausen, 22. Jan. Das .Lwtel W e i l" . Besitzer Johs. Weil, wurde ohne Inventar an ben bisherigen Besitzer besHotel Fürslenhos", Heinrich Jr.e in Büdrn.ien, für 70000 M. verlaust. Die lieber nähme errolgt am 1. März bs. Js Mit Beginn der nächsten Bade­test sott auch wieder hier das Kirrhaus eröffnet werden, bas bereits zwei Jahre gefd)of:en ist. Wahrscheinlich wird ein hiesiger Gastwirt als Pächter den Betrieb übernehmen.

X Ortenberg, 21. Jan. Nach langjähri­gen Bemühungen ist ?s endlich gelungen, die Handwerker-Zeichen- unb Fortbil- bun gsschule nicht mehr wie biSl>er an Somi- tagen, sondern an einem Werktag a'ozubalten. Die Stunden werden von jetzt cm Montags durch In­genieur Hermann Je cke l auS Gedern er-