Fremde das Verbürgte heraus und zieht ab Wz das im Ort ruchbar wird, ist er verschwunden.
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missen mödrte. Es war trotz vieler, zur Dckxru getragener Unzufiiedenhett ein Fest der Erfüllung, cm Fest des Derbstes.
Deute ist für die meisten fern Goldglanz verblaßt, und wir müffcn ihm den silbernen Schimmer des jungen Frühlings geben, Frieden des Geistes und des Derzens, an denen wir für den Kampf der Zukunft erstarken. Ta wird Christi Geburt wieder zum Symbol, der Stern zur Verheißung und das Naturmärchen, in das die christliche Legende sich lieblicl> schmiegte, zum Halt einer Hoffnung, deren war sonst verlustig gingen.
Einer der berühmtesten christlichen Prediger, Bossuet hat in seiner Weihnachtsvredigt die Ver- gangenheit in einer Weise belebt, daß gerade wir daran knüpfen und Trost für die Zukunft gewiw- nen können: „Octavian gewann die Schlacht von Actium" sagte er „Aeg.ptens Strafte und jene des Orients, die Antonius beherrschte, waren zerstreut. Alle Freunde verliefen Antonius, selbst Cleopatra, für die er sich geopfert hatte. Alles neigt sich dem Glück des Siegers. Mex-andlia öffnet seine Tore, Aegypten wird römische Provinz. Rom streckt dem Derrscher die Arme ent-
forbert wird.
Dir Forderungen des früheren Herzogs Braunschweig.
Berlin, 23. Dez. Wie die Blatter Braunschweig melden, erklärten in
Weihnacht - einst und jetzt.
Eine Betrachtung von Alexander von Gleiche n- Rutzwurm (München).
„Die Gegenwart ist eine mächtige Göttin, lern ihren Einfluß tarnen" läßt GoeN-e im Tasso den Antonw sagen. Wer kann die Wucht dieses Wort-S stärker empfinden als unsere (GeneraHon! Selbst in Meines und Kleinstes, in die harmlosesten Tinge des Familien- und Einzellebens dringt edoaS Unabwendbares von außen ein, das unser Din und Lassen, unser Wirken und Wollen im Laufe von knappen sieben Jahren bedeutsam verändert hat
Auch Weihnachten, die fröhliche, selige Zeit, die ben Kindern jeden Alters gewidmet war, hat die Erscheinungsform gewechselt und schmiegt sich anders als sonst in bte Falten des ausgedehnten Jahres. Wohl ist das Mrchenfest geblieben, was es war, und die ©oitnenroenbfeier lädt nach wie vor %u hoffnungsvoller Naturbct adytimg, aber jener Schmelz des Reichtums, der silbern intb golden im Mantel des Christkinds glänzte, der die längste und dunkelste der Nächte m eine Flut von Lichtern tauchte, ist abgestreist, und wir müssen Persuchen, was bisher von außen kam, nun von innen zn entwickeln, um trotz allen Elends reich beschenkt in die Zukunft zu schreiten.
Wer fid*. das WeihnachtSfeft als einen Tag des inneren Friedens, des wiederkehrenden Gleich- gewiästS in der eigenen Brust zu feiern vermag, wirkt besten Sinnes lösend und erlv'end mir tu allgemeinen Wirren, denn er bildet eine Insel des Friedens im stürmischen Meer der Ereignis >e,
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Heimat
*♦ Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden am 14. Dezember 1920 die Notare Geheimer Justizrat Otto Hallwachs in Darmstadt, Justizrat Dr. Heinrich Reh in Alsfeld und Justiz- rat Dr. Otto Bing in Mainz zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Dr. Artur Osann in Darmstadt, Justizrat Dr. Ernst Rosenberg in Gießen und Geh. Justizrat Dr. Julius 9teen in Wörrstadt zu stellvertretenden Mitgliedern des D isz i pl in a r h o f S für Notare; die Notare Geheimer Justizrat Ferdinand Gallus in Darmstadt und Geheimer Justizrat Dermann Metz in Darmstadt zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Daniel Freund in Offenbach und Eduard StcLel in Darmstadt zu stellvertretenden Mitgliedern der Diszi- plinarkammersür die NotarederPro- vinz Starkenburg; die Notare Justizrat Hermann Katz in Gießen und Theodor Beilstein in Grünberg zu Mitgl jedern, die Notare Artur Stahl in Bad-Nauheim und Otto Jöckel in Friedberg zu stellvertretenden Mitglie-
Notare Geheimer Justizrat Otto Schwarz in Worms und justizrat Dr. Johann Reinhardt zu Mainz zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Eugen Calman in Alzey und Dr. Franz Kirstein in Mainz zu stellvertretenden Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Rheinyessen, sämtlich für die Zeit vom 1. Januar 1921 bis 31. Dezember 1923.
** Auszeichnung. Dem Verwalter der ebirurg., Ohren-, Nasen- und Halsktiniken Gießen, Sta-tt Kassierer Drch. Freundttcb, wurde für feine verdienstvolle Tätigkeit die Rote-Kreuz-Medaille 3. Klasse verliehen.
** Spende. Ein ungenannter Gießener Bürger hat dem Derm Oberbürgermeister f ü r Dungcrnde und Frierende den Betrag von 3000 Mk. zur Verfügung gestellt. Dem Spender sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
’* E i n amerikanisches Weihnachtsgeschenk für Dessen. Aus einem Wohltätig- keitsbasar, den Hessen-Casseler in Amerika veranstalteten, haben sie jetzt den Erlös für bedürftige Kriegswafien linder überwiesen. Cassel 100 Dollar, ebensoviel für Marburg, Gießen, Friedberg, Mainz Darmstadt, Offenbach, Erbach, Heppenheim, Gelnhausen, Dieburg und Pfungstadt. Alsfeld und Schotten erhielten je 50 Dollar Hundert Dollar entspreck)en einen Wert von 6250 Ml. In dem Begleitschreiben heißt es: „Indem wir überzeugt sind, daß auch späterhin noch Anfragen dieser Art an uns berantreten, bereiten wir uns für kommenden Sommer vor, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden." Tic Summe wird in Gießen an die Kinder bedürftiger Gefallener verteilt.
Geburt: ■ an Geschenke, an den WeihnachtsbaiUN, vielleicht mit einer kleinen, velisujS-sentimental« Stimmung gemischt.
Heute können die Weihnachtsglocken rtHrfiu» Friedensglocken werden, wenn wir dm Ton ehernen Stimme verstehen und verstehen rooUflt Wer zu dem Bewußtsein heranreift,.wß ein stus in ihm entsteht, während sich aus der kbmps- durchtobten äußeren Welt ein System tatkräftiger Ordnung bildet, wie cs in der Person des Augustus für un§ als Gleichnis verkörpert ist, feiert das göttliche Fest der Liebe, wie es dem modernen Menschen wohl an steht in zerfahrener Zeit.
Auf die luxusduvchgsühten Feste, von denen aus man den frohen Reigen in den Karneval hinein begann, folgten die ernsten Feiern der Kriegszeit, von jenem Kuchen baumel des ersten Jabres bis zu dem ganz armseligen, kaum erleuchteten Bäumchen, m dessen Flämmchen schon das Bewußtsein unausbleiblicher Katastroplicn flackerte. Wir sind durch das rote Weihnachten des Revolutionssahres geschritten und ste'hen letzt vor einer ungeklärten, harten Zukunft Ta klingt Bos- suets Wort ,. . . und der Christ wird geforen' hoffnungsfroh, wie immer, wenn bad Schicksal fdjtoer auf den Menschen lastete.
Botschaft deS Friedens war das Christfest iw
Ausstellung der Liste derer, die bedacht wurden, war der Wohlfahrtsdeputation, dem Ktoiegsbeschä- digtenbeirat und Vertretern der privaten Wohl- tätigkeitsorganisatimien übertragen. Die Behörden hatten diesmal so schnell gearbeitet, daß die Verteilung der insgesamt etwa 500 Pakete bereits gestern abend beendet war.
Lebensmittel.
** Vorbestellungen auf die frische Schinkenwurst werden von heute bis Ende dieser Woche wieder angenommen und zwar auf Zimmer 13 des Lebensmittelamtes. Das Pfurw wird 13 Mk. kosten. Bei Eingang größerer Bestellungen dürfte sich dieser Preis noch etwas ermäßigen.
** Verkauf von Hülsenfrüchten. Am Montag, 27., Dienstag, 28. und Mittwoch, 29. Dezember werden im Städtischm Lebensmittelamt Erbsen und Bohnen verkauft. Der Preis beträgt für einen Schoppen Erbsen (etwa 430 Gramm) 2 Mk., für einen Schoppen weiße Bohnen (etwa 390 Gramm) 1.80 Mk.
** Kartoffelausgabe. Donnerstag, den 23. ds. MtS., nachmittags von 1—5 Uhr, und Freitag, den 24. ds. Mts., vormittags von 8—12 Uhr, findet im Lager Grabenstraße 7 eine nochmalige Kartoffelausgabe statt. Preis 35 Pf. das Pfund.
** Die Milchempfänger, deren Karte auf ’/<, V$ und V| Liter lauten, können in dieser Woche voraussichtlich nicht mehr beliefert werden. Als Ersatz kann kondensierte Vollmilch geliefert werden. Näheres siehe ßnzeigentell.
Veranstaltungen.
Donnerstag: Stadttheater- 3Va Uhr, „Frau Dolle". — Caf6 Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Chiemseer. — Lichtspiellaus, wie gestern. — Lichtspiele, SelterSweg. „Tas Mädchen aus der Opiumhöhle", „Ter fidele Eskimo" und „Bobby als Abenteurer".
Wettervoraussage
für Freitag:
Trüb und regnerisch, milde, südwestliche bis westliche Winde.
Ter über Skandinavien abgezogenen Depression folgt schon wieder ein neuer träfhger Ttef- druckwirbel. Es ist daher für die nächsten Tage mit trübem, regnerischem Wetter zu rechnen.
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gegen und nennt ihn Augustus. Siegreich zu Wasser und zu Land schließt er den Temper des Janus. Tas Reich lebt in Frieden unter fein er Straft und — — der Christ wird geboren."
Das einfach. bingewvrftne Zeitgemälde gibt Trost und Zuversicht. Was dachten wir vor sieben
und je mehr solcl?e Inseln des Friedens sich absondern, desto stiller und sicherer wird die allgemeine Flut/
Was in reichen Jahren ein Fest des Luxus gewesen, vorbereitet durch den kupfernen, den silbernen und den goldenen Sonntag. erhebt sich hn&er zur inneren Feier einfacher Zeiten und zum naiv freunMtdxn Kinderfest, bei dem das Ge- srl'enk und die Näsckfirrei nicht mehr Hauptsache sondern Begleiterscheinung sind. Tarrn liegt der Wendepunkt, die Erkenntnis der Not und gleich- zeittg die Hoffnung.
Gewiß raschelt auf dem bisherigen Weihnachtsmarkt viel, ja sehr viel Papier und was den Umsatz betriist, werden die Geschäfte eine ansehnliche Hölw erreicht haben, aber ivetd) ein Unterschied zu dem früheren, fröhlichen Kaufen, da nichts schön genug, nichts elegant genug, nichts neu genug sein konnte!
Alle Länder der Welt trugen bei, den deutschen Weihnachtsttsch zu schmücken, und in allen Ländern der Welt erfreute die deutsche Puppe das Herz der Kinder. Das ist für eine Weile vorüber, and mir können mit wehmütigem Recht von der guten alten Zeit sprechen. 1 vorüber wir weidlich spotteten, wenn wir das Wort in unserer Jugend hörten.
War mancher Erwachsene und manclses Kmd unter der Rkacht von Reichtum und Lurns auch blasiert geworben und hat selbst nach dieser Rirl;- tung hin eine schrankenlose Wohltätigkeit manchen sozialen Sct-aden gestiftet statt ihn cmszuglerrljen, lag doch eine Poesie über dem alten, reichen Weihnachlssest, die man in der Erinnerung nicht
ferer Valuta itnfen der! ob imb m i hohen Preise big ist. Dir zustande- bc lagt für rin W. Ties, lanbirtfW loirtlWdx richkm, biete Landlvirtschaf kursuS, n 7. Januar ickd. Geh. : wirb über d, die tfraae de Mdeübün« Missen" st tfige halten Ntn über < neureitlü Berlin „Die ™bä vom tot Met", @e|
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/Zur 'Frage der Neugrrrdenmg des Reiches.
Berlin, 23. Dez. Den Blättern zufolge hat der Ausschuß der deutsch-hawnoverfchen Partei eine programmatische Erklärung, gefaßt, in der die Bildung eines Staates Niedersachsen unter gleichzeitiger Betonung der NeichStreue ge-
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up. Ruppertenrod, 22. Dez Eine Sammlung von Beiträgen in unserer Gemeinüe für die Errichtung eines Denkmals für die gefallenen Stieger aus unserem Ort ergab den Be- tvag von 5000 Mk. Die Sammlung ist noch nicht abgeschlossen und dürfte sich durch den Beitrag vom Krieger- und Milrtärverein noch namhaft vergrößern.
Kreis Schotten.
O^A.us dem Vogelsberg, 22. Dez. Die Möglichkeit der Erschließung eines vom Verkehr fast ganz abgeschlossenen Teiles unseres Gebirges ist in unmittelbare Nähe gerückt dadurch daß der Gemeinderat von Freiensteinau di? Ein^ richtung des Autoverkehrs zwischen Grebenhain und Steinau beschloß. Einem längst gehegten Bedürfnis wird dadurch Rechnung getragen und eine gute Verbindung zwischen Be- braer-- und Vogelsbergbalm hergestellt. Man hofft, die neue Verkehrslinie im Frühjahr sowohl dem Personen- und Fracht-, als auch dem Postvertehi dienstbar machen zu können.
up. Aus dem Vogelsberg, 22 Tez. Seit drei Tagen herrschte ein Glatters auf dm Torf- und Landstraßen, daß das Gehen und Fahren gevadezu gefährlich wurde. Betschi bme Lastautos fomiten nur mülyfam und durch Anlegung von Schneeketten weiter. Ein Lachauto aus Franlfutt, das die abgelieferten Waffen holen wD, mußte ferne Fahn einstellen.
Kreis Wetzlar.
** Salzböden, 22. Dez. Heute sind die Gemeindeholzhauet, nachdem ihre Forde-- rungen von der Gemeindevertretung ab gelehnt wurden, in den Streik getreten.
Hessen-Nassau.
Rrvolte im Zuchthaus.
Fd. Ziegenhain, 2L Tez. Bor chtetü Jahr büßten bei der großen Meutern im hu- figen Zuchtlaus drei Gesaigene khr Leben em. Jetzt versuchte wieder eine Anzahl Gefangener, indem sie den Mrchtausseher überfielen u.ib knobelten^ auszubrechen. Durch rechtzeitig her- beigenlte Hilfe konnten die überfallenen Beamten geschützt imb oer Ausbruch verhindert werden.
Die Folgen des nie-rrgen RheinwasserftanöeS.
Fd. Vom Rhein, 21. Tez. Nicht weniger als30Schrauben-Schleppdampfer hckben sich, Da sie Bei dem niedrigen Wasferstnche zu nahe auf Grund fuhren, die S chra ub en abgeschlagen und mußten Scknsf-hrtSwerf-.en zu- geführt werden. — Ferner entstel>en rieienbaite Verteuerungen der Schiffsladungen dadurch, datz viele ttefgihend« Schisse, die schon geraume Zell in Salzig logen, und entweder aus Schleppkrift oder auf aünstigeren Mass erstand wirteten, zum Anlaufen der Koblenzer Werstanlagen gezwungen lrurden, um nunmehr auf dem Balmweg ihre Ladungen an den Oberrhein befördern zu lasten. Die Eisenbahn ist bei diesem riesigen Ämaftgüter* andrang nicht rn der Lage, den Anforderungen her Schiffer aus rasche Transporte gerecht werden zu können.
Ares Stadt und tand.
Gießen, den 23. Tez. 1920.
Eine Weihnachtsspende für Minderbemittelte.
Don der städtischen Lebensmitteldevittation gmo die höchst dun talswerte Anregung aus, einer größeren Zahl von minderbemittelten Bürgern unserer Stadt eine Weihnachtsfveude zu bereiten. Dieser Vorschlag wurde von den Zuständigen Stellen sehr gefördert und hatte sich bald zu einem entsprechenden Antrag des Rechts- und Fmonz- ausschufies verdichtet, der der letzten Stadtverordnetenversammlung vorlag. In nichtöffentlicher Sitzung wurde dieser Antrag angenommen, wonach ein Kredit von 16 000 Mk. zur Verteilung einer Weihnachtsspende an Minderbemittelte bewilligt toirb. In der Begründung des AusschußantrageS heißt es, daß erheblich; TÄle der Bevölkerung, die nicht in der Lage waren, ihr Ein stimmen den gegenwärtigen wirtscha tlichen Verhältnis en anju passen, in erheblichem Maße unter der Teuerung leiden. Hierzu würden insbesondere gezählt die der Fürsorge des Wohliahrtsamtes unterstehmden Personen, Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene imb vor allem solche Minderbemittelte, die aus öffentlichen Mitteln irgendwelche Unterstützung nicht erhalten. Infolgedessen gelangten nir Verteilung 170 kleine, 170 mittlere und 150 große Pakete. Die kleinen Pakete (die für eine Person bestimmt sind) enthielten: XU Pfund Schmalz, ein Pack Swieback. ’/a Pfund Bohlen ober Erbsen, eine kleine Tose Corned'leef, V3 Stück Seife, efn Pfund Aepsei und Bouillon-Würf-el Die mittleren Pakete 'für 2—3 Personen) hatten folgenden Inhalt: ein Pfund Schmalz, zwei Pack Zwieback, ein Pfund Bohnen oder Erb'en, eine kl. Tose Cornck>beef, 1/2 Sttick Sei e, ll/2 Pfd. Aepfel und Bouillon-Würsel. Vier und mehr Personen endlich erhielten ein großes Paket, das folgenden Inhalt hatte: IVs Pfirnd Schmalz, drei Pack Zwieback, ein Pfund Bohnen ein Mund Erbsen, eine kl. Dose Cornedbeef, V? Stück Seife, zwei Pfirnd Aepfel und Bouillon-Würf-l. — Die
gestrigen Aussprache über die Forde rungen des früheren Herzogspaares Ministerpräsident Orte re r und Justizminister Iunck 0 (bettie unabhängig), daß sie Verhandlungen über die vorliegenden Forderungen des Derzogs im Interesse des braunschweigischen Volkes niemals zulassen werden und daß sie, wenn der Landtag sich dennoch für ßFerhmLlungen «ssprechen sollte, ihre Ministerämter nieberlegen würden. Die Bewilligung der Forderungen würde die Vernichtung des braunschweigischen Volkes imb einen Bürgerkrieg zur Folge haben. Da auch die übrigen sozialdemokrattschen Parteien sowie die Demokraten sich gegen Verhandlungen aus- sprackMi, sind die Forderungen des früheren Herzogs als von der Regierung und bem Parlament abgelebte mi betrachten.
Au» Liessen.
♦* Die Arbeitsgemeinschaft hes- skscher Beamten- und Angestellten- verbände im (nichtgeprüften) mittleren und unteren Staatsdienst hielt am 20. Dezember in Darmstadt eine Versammlung ab. Nack Erledigung geschäftsmäßiger Angelegenheiten und Bespvochung des Standes der Besoldung, insbesondere der letzten ReichStagSbe- schlüsse, faßte die Versammlung eine einstimmige Entschließung, die an den Erstand des Hess. Beamtenbundes zur nachdrücklickMn Vertretung überreicht wird. Darin wird die erdrückende Notlage gesckildett und fofartige Abhilfe gefordert. Insbesondere wird gegenüber den Warnungen vor entern Beamtenstreik zum Ausdruck gebracht, daß es die Betroffenen als eine Unterlassungssünde ansehen, wenn sie -nicht am Vorabend folgenschwerster Entschlüsse in letzter Stunde eindringlichst ihre ExistenzunMÄglickfLeit bm zuständigen und einflußreichsten Stellen und Personen nochmals darlcgen und auf eine äußerst bedrohliche Zukunft erneut nicht noch rechtzeitig aufmerksam Machen würden. Die Beamten wollen in der Erkenntnis, daß der Beamtenstrerk ein nationales Unglück bedeutet, die ihnen zur Berbesserung ihrer trostlosen Lage ju Gebote stehenden Mittel und Weg? vorher völlig erschöpft wissen, und ersuchen den Vorstand des Hess. Beamtenbundes, zur Abwendung des vorerwähnten nationalen Unglücks beizutragen und sofort eindriglichst imb stetig bei den maßgebenden Stellen und den Herren Bolks- tamntvabgeortmtien vorstellig zu werden, damit eine unvgdyenbe finanzielle Verbesserung ein tritt.
mc. Frankfurt a. M., 22. Dez. Tie gestrige .Stadtverordnetenversammlung unterhielt sich wett über drei Stunden über die Vorlage betreffend Zusammenlegung aller städtischen Werke in eine G. nr. b. H. Die Redner der bürgerlichen Parteien begründen den Plan, während die Redner der Sozialdemokratie aller Schattierungen ihren ablehnenden Standpunkt geltend machten, ja die Unabhängigen verstiegen sich soaar zu der Behauptung, oer Magistrat wolle die Betriebe an Stinnes ausliefern. Da man sich nicht einigen konnte, wurde dic ganze Vorlage an den Haupte und Wittscl-aftsaussckmß zuruckverwiesen. Einer wesentliche Erhöhung der Straßenbahnfahrpreise zur Meitei^zahlung der 10- prozentigen Lohnzulage für die städtisch n Arbeiter stimmte die Versammlung zu. D r billigste Fahrschein kostet jetzt 75 Pf. — Frankfurt hat dm teuersten elektrischen Strom. ES übertrifft den Berliner Strompreis um 30 Prozent, den Münchener gar um 50 Prozent.
mc. Höchst (Main), 22. Dez. Die gestrige Stadtverordnetenversammlung bewilligte den Beamten die Weiterzahlung der 'St* satzungSzulage, außerdem wurde das Kindergeld auf 150 Prozent erhöht.
X Gelnhausen, 22. Dez. Der Kreistag des Kreises Gelnhausen bat beschlossen, für den Ausbau der elektrischen Ueberland- zentrale, die bekanntlich an die staatlichen Mamkraftwerke angeschlossen ist. eine weitere Anleihe in Höhe von fünf Millionen Mark auf* runehmen, so daß 'nimrnehr zehn Millionen Mark für diesen Zweck bereitgeskellt sind.
)( Marburg, 22. Dez. Die Stadtverordneten bewilligten als jährlickxn Beitrag zum Universitätsbund 3000 Mk. Auch der KreiS wird sich mit einem Beitrag beteiligen. F^ner wurde beschlossen, nach dem Namen des verstorbenen langjährigen verdienten Stadtverordneten^ Vorstehers, Justizrat Törsfier, eine neue Straße,
•* Zahlung der Milkt5rrenten • burckdas Postamt. Tie HeeveSventenempfän- ■ ger der Stadt Gießen erhalten die Militär-Ver- sorgungsgebührnisse (H, P und RC für Januar
• bereits am 24. d. Mts.
: ** Ihre silberne Hochzeit feiern Mon
tag, den 27. Tezember (3. Feiertag), die Eheleute Schneider Gg. Sckrmidt und Frau Dina, geb.
. Weigandt, Scknllerstraße 23.
; ** Weihnachtsfeier in der Stadt-
. Mädchenschule. Weihnachtsfiohe, aber auch weihnacht-andächtige Stunden bereitete die ©ab.* , Mädchenschule am 30., 21. und 22. b. Mts. ihren ’t Sämlerimien, dem Mädchenchor, ben Eltern, dem Lehrerpersonal usw. durch die Ausführung des von Lehrer Heinrich Frank verfaßten Weihnachtsspieles „Marienkind". An den Prolog schlossen . sich vier Bilder: Die Himmelskönigin, ’ Tic Schuld, Die Strafe des Marienirudes und Die ! Gnade durch das Jesuskind. In aiemloier Spannung folgten die Kleinen, aber auch die Großen 1 den bezaubenchen Bildern, die sich vor ihnen abspielten, und man merkte es ihren Mienen und ’ leuchtenden Augen an, daß sie mit dem Marien- ■ find im Geiste und mit der Seele den ganzen 1 Weg durch die zwölf Himmclstüren und damit • durch Schuld und Sühne und erlösende Gnade : durchmessen halten. — Am Dienstag schloß fick an die Ausführung eine schlichte, erhebende Weih- . nachtSseicr der Foi-1bildwigSllas>e d:r Sä/ule an. . Hier reihten sich in buntem Wechechaneinander:
Rezitationen, Solovorträ^e und gi;mtin;ame Weil)- nachtslieder der Schülerrnnen sowie der Einakter „Ter fahrende SchÄer im Paradies" von HanS Sachs. Der gemisckZte Chor „Vom Himmelhoch, 0 Englein kommt", gab der schönen Feier einen ■ würdigen Abschluß.
Landkreis Giehen.
, -m. Hungen, 23. Dez. In der vorletzten
Nacht statteten Einbrecher dem hiesigen Hofgut einen Besuch ab. Sie drangen von hinten in den Hof ein und stahlen 6 Gänse, mehrere Laib Brot und verschiedene andere Gegenstände. Die Diebe schlachteten die Gänse am Tatort ab und ; konnten ihr Werk ungestört ausführen. Bis jetzt fehlt jede Spur von den Tätern. Merkwürdig ist,
1 daß der Hofhund die Einbrecher nicht meldete.
' * Münster, 22. Dez. Das Massengelände
der Feldbereinigung Münster wurde gestern verkauft; es wurden 207 000 Mk. gelöst, für ungefähr 42 Morgen. Verschiedene Grundstücke tour- den sehr hoch bezahlt, cs kam z. B. ein Grundstück von 900 Quadratmitern auf 9600 Mk.
Kreis Büdingen.
ck-Bingenheim, 22. Dez. Bei einer Güterversteigerung wurden für eine Wiese (2800 Quadratmeter) 27 000 Mark, geboten. Die beiden Steig rer, zwei Landwirte, boten mit 100 und 1000 Mk. auswärts, trotzdem wurde das teuere Objekt noch nicht genehmigt; es findet ein nochmaliger Versteigerungstermin statt.
ck- Rinderbügen, 22. T^. Zum Beigeordneten wurde Heinrich L e 0 n. mit 103 Stimmen gewählt. Sein Gegner Wtthelm Leo HL erhielt 56 Stimmen.
ck Aulen-Diebach, 22. Dez. Die Notspende für Innere Mission, gesammelt durch Lehrer Hermann Lentz, ergab die Summe von 706 Mk.; 100 Mk. erhielt die Bodelst^vinghsckx Anstalt Bethel bei Bielefeld. Schon öfters hat unsere 300 Seelen zählende Gemeinde bei Sammlungen für wohltätige Zwecke schöne Erfolge erzielt.
ck Wenings. 22. Tez. Der Deftrksverband Ortenberg für Ar b ei t s in v a l iden und Witwen richtete an säm lickx Gemeindeverwaltungen des Bezftks ein Gesuch um Gewährung einer Unterstützung. D e hiesige Gerneindeverwaltimg hat daraufhin bereits eine namhafte Summe bewilligt.
B. Aus dem südlichen Vogelsberg, 22. Dez. Die strenge Kälte in den ersten Tagen der vergangenen Woch: ist jetzt einer milden Witterung gewichen. Der vor einigen Wochen niedergegangeue Schnee hat sich bisher erhalten. Jetzt ist wieder Neuschnee gefallen. Zum SchSitten- fahren reicht die Schneedecke nur in den höheren Gegenden aus. Dort sind prächtige Rauhreiflnldun- gen zu beobachten.
Kreis Alsfeld.
Ein Schwindler.
up. Merlau, 22. Tez. Kommt hier ein gut gekleideter Mann zur Bü germeifhrei und stellt sich vor als der beauftragte Erbauer des geplanten Tenkma ls für die in der Gemeinde gefallenen Krieger und läßt sich die Namen der Familien bezeichnen, die eiien Gefallenen beklagen. Nirn besucht er diese Familien und erbittet sich die Photographien der Gefallenen. Das ge* schicht alles anstandslos, ebenjo die Leistung eines Beitrags von 12 Mark, die der angeblid^ Bildhauer für die Anbringung der Namen braucht Nachdem der Fremde so eme Anzahl Häuser besucht, steigt einem Familienvater Verdacht auf. Er gebt mm Ort^<rrer, der von der ganzen Angelegenheit nichts weiß. Ter Einwohner ereilt den Schwindler und fordert sein Geld und sein Bild. Mit allerlei Ausflüchten sucht der Schwindler sich zu behaupten. Nun verlangt auch dec
1 Mann, bei dem er zuletzt eingekehrt. Geld und I Bild zurück. In die Enge getrieben, gibt der
alten kirchlichen Sinn Botsckaft des Fftedens set im gesamten Weltgeschehen als Ausfluß jener ge-
„uv WU3 UUU4V.U .vH vui |lvwcIl heimnisvollcn Kräfte, die sich'ist den Nächten der
Jahren, wemi von römischem Frieden die Rede! Wmtersomienwendc im Sckpß der Erde regen, ging? Er war uns eine leere, unzeitgemäße, histo- ein Zeichen des ewigen Lebenswillens in der Natur, rische Erinnerung. Und was dachten wir bei Christi • ----------


