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(Erftes Blatt

170. Jahrgang

Giehenemnzeigel

General-Anzeiger für Oberhesfen

vnick und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Stewdruderei R. Lange. Zchnftlettung, Seschästsstelle und Drudtrd: Zchulftratze 7.

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StA, K e n.

Donnerstag, 23. Dezember 1920

Hniwiijnit von Lnzeiaeo für d.t lagesnummer oi»

Nr. 3S2

'vtt Siebener Unzciaer erscheint täglich, außer Sonn- und Jeiertag^.

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ten wieder in gutes Einvernehmen zu kom­men, das foll geschehen.

:e, Fußbälle, :hläger usw. Auswahl

ternde Erfahrungen gemacht, i, nicht gerade unsere Hoffnung. Aber was ge- chehen tcnrn, um mit den Bereinigten Staa-

P-U Selters- ^AfWeg 75 derwaren meHand- entaschen, rettenetuis, » Akten-, iultomister,

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aufwärts Sieben Zigarillo

mitteln unD Baumwolle einigen.

Ob der amerikanische Senator in den wenigen Tagen seines Hierseins für so tief­gehende Betrachtungen Zeit hat? Es muß ans schon genügen, wenn er als Freund mit tem guten Willen kommt, einen Zipfel der furchtbaren Wahrheit zu erfassen, die sich hinter dem Lichterglanz der deutschen Christ- bäume verbirgt. Mc Cormick wird von Berlin aus über Rom und Paris nach Amerika zurückreisen. In Rom weiß man ungefähr, wie es um Deutschland steht. Man hat ja dort ähnliche Sorgen. Aber in Paris? Dort wird man nicht wahr haben wollen, was der Un­parteiische in Berlin gesehen hat, und das 8ild droht zu verblassen. An der deutschen Regierung liegt es. Den Faden der Verständi­gung mit Washington weiter zu spinnen. Nachdem wir mit Wilson so niederschmet-

zu prüfen.

Interpellationen in -er sranzofischen Kammer.

Paris, 22 De». (DTB.) In der heutigen Vormitlasssitzung der finmrfter tour de die Inter- tellation des 'Xbgtvrtmrtert Soul ier beraten, »eren Zweck darin besteht, die Neg>.ertmg zum KampfegegendiebolsckewistisckcPro- paganda anzuregen. Soulier erflehte, daß der Ausfall der Wahl hn Departement Sot^t-Okt- roitne, wo< Gotialift anstelle ci.e? Abgeordneten, der dem nationalen Block angel)örte, gewählt wor­den sei, ihn HlU der Intervellati»n veranlagt habe, weil sich das AußerordenNick* ereignet l?abe, daß die Regierung in dem Wahlkreis geschlagen wor­den sei, in dem der Ministerpräsident go wählt worden sei. Frankreich sei moralisch gr­ünd, aber man dürfe da§ Land nicht sich selbst überlassen. Der Ministerpräsident müsse öfter vor dem Lande spveck»en, um ihm Ziele und Richtung yu geben. Der Mgeordnete Soulier wandte sich legen die linksso^ialistischen Blätter und auch gegen )ie angebliche Propaganda von Caillanx.

An zweiter Stelle interDdliertc der sozialistische Abgeordnete Berthon de Regierwig, was sie zu tun gedenke, um der royalistischen Pro­paganda, die sich gegen die republikanisckrn Einrichtungen richte, entgegentzutneten. Ost stür­misch unterbrockren von dem royalistischen Fülircr Daudet und seinen Vlnhänaern kewr^ichncte der Abseordnete die Propaganda der royaliitisckien Par­tei, inMrt er einA-'hend auf die Tätigt4t fort ?lc!ivn Francaise hinwies. In der NachmittagSsitzung wurde die Debatte über die beiden Interpellation neu fortgesetzt. An erster Stelle spracki der sozia- listisehc Abgeordnete CoMpärc Morel, der et- klärte, wenn die W<chl hrt Wahlkreis« Lot-rt-Ga- ronne Mi Gunsten der Sozialisten ausgefallen sei, so bedeute das, daß die Wähiar den Beweis ge­liefert 'hätten, datz sie den BegriffBolsck>ewls- nru3" etwas anders auffassen, als die Melfrheit der Stdnaner. Die Wahl des Sozialisten Jean be­weise eben, bah man mit der Politik des notro» nalen Block- nicht ernverstanden in, und datz chr damit eine besondere Bedeutung hufalle. Die Sitzung dauert fort.

Ter Minister des Innern Stoog erklärte, daß man wohl kaum der Reaierunq ei te Mitschuld oder auch nur eine Nachsicht ge^nüber der bol­schewistischen Prvpafvnda nochsa«?en könne. Tie Rlosienms wolle kernen offiziellen Druck bei den Wahlen nuSüben. ES werden sieben Tagesord­nungen eingebracht, »vn denen der Ministervräsi- dent nach Unterbrechung der Sitzung nach außer­ordentlich verworrener Tebatte die TageSordnungi Toussaud annimmt, die die Erklärungen der Re­gierung billigt und ihr daS Vertrauen misspricht, daß sie die Politik republikanischer, nationaler und sozialer Union, die da- Land am 16. November 1919 durch die letzten Wahlen gebilligt habe, fort* setzen will. Vorher war ein Antrag, zur Tages­ordnung überzurgehen, abgelehnt worden. Der erste Teil der Tagetordnung Toussaud wurde mit 420 gegen 155 Stimmen angenommen, hieraus fetzte eine längere Debatte ein, in der der Sozialist "inen Zusatz beantragt, daß die Rvgrerung die Laien- gesetze sicherstellen wolle. Die Sitzung bauert* abends um 9 Uhr nock an.

Kristiania, 22. Dez. (Wolff.) Die Zei­tungNationen" fritifiert das ErgrbiuS der erften Völ kerbundSs itzung und meint, eS stimme überein mit der bitteren Unversöhn­lichkeit, die die Sieger noch zwei Jahre nach dem Waffenstillstände den Besiegten zeigten. Die Einführung eines wirklichen Zwangsschieds­gerichts sei deshalb natürlich nicht zu beschassen gewesen. Die wichtigste aller Weltivagen, die von den großen ^Nassen aller. Ser erahnte kräftige Abrüstung sei Dar und deutlich zum Äedanken- experiment gestempelt worden, mit dein die Men­schen des zwanzigsten Jahrhunderts sich be fer nicht befaßten. In Zukunst sollten hie Besiegten ent­waffnet werden, die Sieger aber das Recht zu Riesenrüstungen haben. Man habe in Gem auch vergessen, die Milliarden Unterha tungSkosten zu behandeln, die das Gerannte Deutschland sür die fremden Besatzungshrre t agen müs e. DaS Blatt lehitt die Aeußerungen der franzö-ischen Preise ab, die von einem mangelnden Willen des deut­schen Volkes, Schadenersatz zu zahten, sprechen, und schreibt unter Hinweis auf da? deutsche Kinder elend, wenn die Reden her deutschen Dele­gierten <niT der D.-üffeter Swreren» uttcker in> gehört verhallten, würde dies in Deutsch and un­umgänglich Berzweiilung und Lähmung teber ziel- bewußten Arbeit für die W^deraufrichtung zur Folge haben. e

Eine neue Entente-Konferenz.

Paris, 22. Dez (Wolffs Wie derMa- tin" meldet, werden sich die Ministerpräsi­denten von Frankreich, England und Italien am 10 Januar 1921 tn Cannes treffen und neben der Orientfrage ^die Be­richte der alliierten Vertreter der Sachver- sländigenkonferenz in Brüssel diskutieren.

Tie Abrüstung»fraae.

Washington, 22. Dez. (Wolff.) Ha­yas. Der Deputierte Crocks hat im Repro-

mit großen englischen Petr o l e umsi r men verhandele über die Gewährung von Konzessionen in den Pctroleumseldern von Baku und Grosnyk. Die in Frage kommen­den Petroleumseioer lieferten 9"> Proz. der gesamten Petroleumerzeugung Rußlands.

Stockholm, 22. Dez. (WTB.)921)6 Tegligt Allel)anda" meldet auS Reval: Tie Erregung in Moskau nimmt mit jedem Tage zu und hat ihren Höhepunkt erreicht, nachdem der Beschluß der Sowjetregierung betreffend die Bewilligung von großen Konzessio­nen an ausländische Kapitalisten in der Oeffentlichkeit bekannt geworden sind. Die Erregung ist so stark gewor­den, daß der Rat der Volkskommissaren be- chlossen, hat, nach Petersburg über- z u s i e d e l n. Als Grund dieser Ucbcrfiebe- ung gibt der Rat an, daß die erregte Stirn- nung die ruhige Arbeit der Regierung stört. In dem Telegramm heißt c5 ferner, daß die Volkskommissare sich nicht aus ihre Schutz­abteilungen verlassen können, weshalb fu noch vor der beschlossenen Uebersiedelung chinesische und lettische Truppen zusammen- gezogen haben, unter deren Schutz die lieber» ficoelunp stattfinden soll.

Maffenhinrichtun» in Selastopol.

Kopenhagen, 22. Dez. (Wolff.) Die Verlingske Tidende" meldet an5 Helsing- for5: DaS Revolutionsgericht in Se- bastopol gibt in dem offiziellen Organ bei Stadt die Namen von 1 6 3 4 P e r f o n c n be­kannt, die durch Erschießen hingerichtet worden sind. Unter den Hingerichteten waren 278 Bauern. Am nächsten Tage veröffentlichte die Zeitung eine neue Liste mit 1202 Hin­gerichteten, darunter 88 Bauern.

D' -lnnunzios Widerstand.

Rom, 23. Dez. (WTB.) Agenzia Ste» fani. Infolge derWeigerungb'Annun- z i o s, die gelandeten Fiumer Legio­näre auS Dalmatien zurückzu- ziehen, erHärte General Caviglio die effektive Blockade in schärfster Form über Fiume, Beglia, Arbe und San Marco. Per­sonen, die diese Orte verlassen wollen, wird eine Frist von 48 Stunden bewilligt. Ca- viglia richtete Proklamationen an feine Trup­pen, die Legionäre und an die Einwohner von Fiume.

Die Finanzauscinandersetzung zwischen Dänemark und Deutschland.

Kopenhagen, 22. Tez. (Wolff.) Ritzau- Bnreau. Ucber die Verhandlungen wegen der Summe, die Dänemark als Anteil an der preu­ßischen und deutschen Staatsschuld sowie al3 Er­stattung für SlaatSaktiven in den abgetrenntej L cm bestellen tragen soll, wird mitgeleilt, daß bei den Verhandlungen die dänischen Abschay mnsleute die verschiedenen Staatsaklioen mit 77 Millionen Kronen bewertet haben. Hierbei sei jedoch d r An­teil an den Staatsschulden von zirka 35 Millionen Mark nicht mitgereclmet. TeuffäierseitS wurde der Wert der Staatsaktiven für August 1914 mit 85 Millionen Goldmark angegeben, wozu 25 Mil­lionen Goldmark für Staats! chuldenanteile kämen. Ta es nicht glückte, über diese Summe y.i einer Einigung zwischen den Parteien zu gelangen, entschloß man sich, die Entscheidung der Re para- lionSkom Mission an zu rufen. Bei den nun folgenden Verhandlungen wurde die von Tänemark zu zahlende Gesamtsumme aut 65 Millionen Gold- mark angesetzt, die vor dem 25. Tezember zahlbar sind, und.zwar ohne Zinsenanrechnung TieSumme macht nach dem beut gen Kurs 1 2 345 000 Kronen auS. Tie Auszahlung erfolgt an die RaparationS- kommission in 9ctut)orf. Tie Bettyungen bec- Her- , zogs Ernst Güntl)er und die Anteile Preußens an den Kreisbahnen und einer Reihe anderer Bksitz­titel sind in dieser Ordnung nicht mit mbegriffen. Tiete Frage soll in direkten Verlxmdlun -m -wi.chcn Deutschland und Tänemark erledigt irerden.

Anmerkung des W. T. B : Nach den bisherigen Nachrichten dürfte die genannte Summe von 65 , M.llionen Goldmark lutrffen. Eine amlliche Mit- teilmrg ist den deutichen Stellen jedoch nicht zu­gegangen.

"Au* Ocm Ueict>e.

Die Forderungen der Eisenbahner.

Berlin, 23. D^ Wie die Blätter mitteklen, haben die vier großen Eisen bah nerver- ' bände der Reichsr^gerung, dem Sldd^tag, dem ' Reichsffnanzm.i is.erium und ttem Rei ^oerkehrS- ' Ministerium ihre For dernn gen übermittelt. Sie verlangen für die Eisenbahner eine Erb hung des TeuerungSzuschlageS um eine Mark pro Stunde und für die Beamten eine Erhöhung der Teue­rungszuschläge bis zu 90 Prozent Werter fordern Jie, daß das Besoldutrg-grs< tz in

allen feinet Teilen bis Weihnachten in Kraft geieyt wird und daß wogen der vom Re^chStaa geforderten Revision deS Be'oldungS- oesetzes sofort mit allen Sviftenorgani ationen in Verhandlungen eingetceten wird. Die .X-gieTung wird er ucht, den Zeitpunkt mtliuteilrt, an dem - die Verhandlungen beginnen könn-m. Den Forde­rungen ist der bekannte Ausruf beigeiüqt, der die Streikdrohung entl.ält. Die Zu chnstschicht mit einem Hinweis aur den Ernst der Lage. Zum ' ersten Male bildet das gesamt? Eism^hnven'onal ' eine Einheitsfront zur Erkämpsung besjerer i Eristenzverhältnisse.

Vie vröffeler Konferenz.

B r ü s s e l, 22. Tez (WTB) In brr heutigen Sitzung her SackMerständigenkome e. H teilte Tela- croiPimit, daß es zur FeAtetlung der den. all irrten ^Regierungen *u unterbreitenden Anträge erforder­lich fei, die Arbeiten der Konferenz für .wer W o chen -u vertagen. Die Zeit solle >ayu benutzt werden, die gegenwärtig im Gange befindlichen Untersuchungeu zu Ende pr führen. Delacroix forderte die beiderseitigen delegierten auf, miteinander in Fühlung su bleiben, um die Prüfung der behandelten Fragen vi erleichern, da eine 3ujaimnenarbcii sich ali notwendig erweise.

Brüssel, 22. Tez. (Wolfs.) ^)ic Brüsseler Sachverständigenkonserenz wurde heute nach gut einstündiger Eitzrmg aus Montag, den 10. Jan., vormittags 10 Uhr vertagt. Dre heutige Sitzung war ausgefüllt durch den Berickst von Tela- crorx über den bisherigen Stand der Arberten der Zttmserenz, die, wie Delacroix besonders be­tonte, twtz der fommenben Feiertage auch in der Zwischenzeit durch die mit der Prüfung und der Erörterung der finanztellen Fnagen beau tvagten alliierten und deutschen fiele gierten träi'ttg ge- örbert werden sollen. ES Ixnrdelt sich dabei be* onders um eine weitere Erörterung her beut* chen Schuld, wobei auch die Fragen der Schulden- und Steuerlasten ttergleiche^ b behandelt werden sollen, ferner um Sacks- und Goldleistungen, die Meistb^günstrgung. den beut» chen Schiffsraum, den Attiker 18, die BesatzunnS- kosten und die Seguestnation. Das zweite Mit- gheb der französischen Delegation, C h e y s s o n , hat die Prüfung mib Erörterung etwaiger weiterer Fragen übernommen. Die Spezialfroge deö Cle.r- ring ivird von dem zweiten eirglischen Telegterten, Sir John Bradbury weiter befrotbelt werden. Die Arbeiten der Kvnfermz werden also unbe- chadet der Pause in vollem Gange bleiben.

Tie deutscheDelegation verlaß Brüssel heute nachmittag.

Brüssel, 22. Dez. (Wolff.) In einem Leit­artikel derNation Belge^ tuirb ausgefühtt: Die Alliierten sind entschlossen, eine Methode sest- zusetzen, die am Mittwoch vormittag durch­beraten wird. Die Deutschen werden davon Kennt­nis nehmen. Man wird ihnen Zeit geben, über die Methode nachzudenken. Alle Alliierten haben denselben Plan. Tie Deutschen werden den Plan prüfen und sich davon überzeugen, daß bet ihren Gläubigern volle Einmüttgkeit herrscht, und daS ist für den Schuldner der Anfang der Weisheit. Tie Reparation in natura wird zweifellos die Grundlage des Projektes bilden, ba5 heute auS- gearbeitet werden wird, aber die Reparation in bar wird nicht vergessen werden. Es ist in der Tat unmöglich, daß bte Deutschen besonders aie für den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete be­stimmten Anleihen rncht zurückzahlen. In etwa zwanzig Taaen wird die Konferenz ihre Arbeiten sortsetzen. Sie macht nur eine kleine Pause und bei ihrem Wiederzufammentritt wird man dein genauen Plan nähergekommen fein, den man mit aller Geduld erwartet und Oer, hoffen wir eS, bat Willen der Alliierten Deutschland, das zu langsam ist, um an die Ausführung zu gehen, aufzuzwingen (imposex) ^wissen wird.

Die Kritik an der Genfer Bölkerbundö- versammlung.

Eine Rede Lloyd ttleorgeö.

London, 22. Tez. (Wolff.) Im Unter­hause efHärte gestern Lloyd George, btc Regierung fei gewillt, der herrschenden Arbeits­losigkeit zu steuern imb bebau er e besonders, daß m der Bauindustrie 500 000 Arbeitslose y.i verzeichnen seien, roefe mit Rücksicht aut He Wof- nungSkrise sehr unMigenehm sei. Tie Regierung werde daher den Gewerkschaften ^ir Deb'.mq der ftrife geeignte Vorschläge urtetbreitm Er sei aber der Ansicht, daß die außerord-ntlichen Schwierig­keiten, vor die alle europäischen Staaten gestellt seien, nur gehoben werden könnten, nxim man Mittel und Wege finde, um Mitteleuropa neue DandelSwege zu eröffnen. Tie Arbeitslosigkeit könne man nicht dadurch steuern, daß man neue Straßen baue, der springend-' Punkt sei seines Erack-teriS die Wvderche-stellung b s.Han­dels, damit Englwid wieder kaufen und verkaufen

London, 21. Tez. <Wvlff.) Clisy, ein per­sönlicher Trreurb Lloyd Georges, befudit a gm- blicklich verschiedene kv-'tinentiale 5?mlptstädte, um Unter!udxr grn und Erkundu' g n ai u teilen, b:e die Wiede Herstellung der Stabilität deS Wechselkurse- Mim Zwecke bofm Es ist be­absichtigt, in allen Ländern pri i eg-erte Ban­ken zu erridXen, durch deren Bermitttung Eng­land bereit wäre, Kredite für txii Ankau! britt'scher Waren zu g-wöhren. Diese Blöcken sollen bte ge­samte Schuld der betreff erben Lärrder garantieren, Erend das brittsche Sch-tzamt die Ga a".tie für die britischen Exporteure übernehmen nnkbe.

Die Lage in Ruftland.

Tie Wahlen zum russischen Räkekongreß.

Kopenhagen, 22. Dez. (Wolff.) Bei den Wahlen zum allrussischen Rätekon- g r e ß siegte in Moskau und dem umliegen» en Gebiet die äußerste Linke.

Fremdes flayiu( in Ruhland.

London, 23. Dez. (WTB.) TieMor- tring Pos^ will von zuständiger Seite er­fahren habe», daß die Delegation Krassin

Ein Weihnachtsbesuch aus Amerika.

Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns vorn 22. Dezember:

Der amerikanische Senator Me- dill Mc Cormick trifft heute in Berlin ein und wird die Weihnachtsfei.ertage hier verbringen. Mc Cormick ist für Warren N. Harding, den künftigen Präsidenten der Bereinigten Staaten, ungefähr das, was der Dielgenamitc Oberst House für Wilson ist ober vielmehr war. Denn Colonel House, oer kürzlich bereits totgesagt wurde, ist von Wil­son laltgestellt und abgetan, nachdem er, von Vilsons Gedankensystem hypnotisiert, sieben )ahre seines Lebens der Laufbahn des jetzt erledigten Präsidenten geopfert hat. Harding und Mc Cormick werden sich wohl besser ver­stehen. Denn wenn auch der neue Präsident kein philosophisches Genie von 14 Graden ist, so gilt er doch als rechtlich denkender Mann, der sich für treue Handlanaerdienste nicht un­dankbar erweisen wird. Mc Cormick war kürzlich in Genf. Er besuchte als Privat­mann, wie er sick gibt, die Journalistentri­büne der Völkeroundsversammlung, verließ den Ort aber bald wieder mit allen Anzeichen scs Schreckens. Er soll gesagt haben: Da unten wird ja doch nur leeres Stroh ge­droschen! Eine erfrischende Erkemttnis, Die Icine Person sehr sympathisch macht. Wenn er deutsche Reichstag nicht gerade in Weih­nachtsurlaub gegangen wäre, könnte der Amerikaner vielleicht eine ähnliche Erfahrung rnachen. Das ist immer so, wenn man in die richtige" Sitzung eines Parlaments gerät. In Prag z. B., wo Mc Cormick von Wien her durchreiste, raufte man gerade in der Kammer und sechs Pulte gingen inTrümmer.

Bei solchen Gelegenheiten lernt man das politische Leben eines Volkes nicht kennen. Auch nicht seine Wirtschaftslage. Mc Cormick toirb sich in Berlin gründlich umsehen müssen. Im Hotel Adlon, wo er mit einem Gefolge von sechs Personen Unterkunft findet, ist bte Küche wieber in Orbnuna, unb ber Einbruch den bie üppigen Weichhnachtsgelage bes neuen Reichtums machen, wirb nicht aerabe der eines verhungerten unb niederaebroche- tten Lanbes fein. Es ist also nötig, baß man den Senbling ber amerikanischen Regierung dahin führt, wo er unseren ganzen Jammer ftubieren kann, in bie Kellerhöhlen bes Ber­liner Norbens, wo bie Kinber sterben; in bie Weihnachtsstuben bes ehemaligen Mittel- ssiandes, wo man mit zehnmal geflickten Klei­dern und Schuhen den Schein des bürger­lichen Auskommens vergeblich aufrecht zu «rhalten sucht; in den Maschinensaal der Neichsdruckerei, wo bie Pressen stündlich Mil­lionen von Assignaten ausspeien, mit benen Las beinahe bankrotte Reich seine Schulben dezahlt. Bei dieser Gelegenheit kann man ja Herrn Mc Cormick fragen, ob es wahr ist, was loeben auS Washington gcmelbet wirb, näm­lich, baß bem Kongreß in Washington in 4ürze ein Gesetzentwurf zugehen werbe über .eine von ben Vereinigten Staaten zu ge- vährenbe Anleihe in Höhe von 1 Milliarde Dollar, durch die der deutsche Handel mit Lmerika finanziert werden soll. Diese Nach­richt kam schon einmal vor längerer Zeit über hollland. Aber man glaubt in- Deutschland nicht daran. Wenn auch weite Kreise an der Ostküste der Union stark unb unmittelbar am Ausbau bes Welthanbels beteiligt sinb, so iteht boch bie Mehrheit bes amerikanischen Volkes der Verflechtung in bie Weltwirtschaft irember gegenüber. Der Krieg ist zu Ende, unb es ist keine Stimmung dafür, weiterhin amerikanische Staatsgelder nach Europa zu geben. Aber wohl darf damit gerechnet wer­ben, baß bie amerikanische Volksvertretung bas beschlagnahmte Vermögen deutscher Un­tertanen in ber Union abzüglich der Ent sch ä- bigung-Ansprüche amerikanischer Bürger an Deutschland hergibt als Unterpfand, wenn private Finanzkreise sich mit Deutschland über einen Kredit für den Bezug von Lebens­

ist Harding l sentcmtenhaus den Antrag gestellt, den Prä- -- sidenten Wilson zu ersuchen, alle Nationen zur Beschickung einer internationalen Kon­ferenz in Washington einzulaben, um bie Wege für bie allgemeine Abrüstung

so PN H'S' E--'