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neu. Auf je ben Zentner der erfaßten Ge­treidemengen entfallen von den der Ge-- schäftsabteitung der Reichsgetreidestelle er­wachsener! Unkosten 1,35 Mk. Der Minister bemerkte noch dazu., der Reich Swirtschafts- minister habe ihm persönlich erklärt, daß Worsoirge getroffen woroen sei, daß 1200 Beamte der Reichsgetreidestelle Herau-K- kommen und daß er mit den KriegsgeseQ- schaften aiisrüumen werde. In Bayern koste die Verwaltung des Brotgetreides überhaupt nichts.

Bayern und die Sozialisierung.

München, 22. Oktober. (Wolff.) Im Staatshaushaltsa ns schuß erklärten bei der Beratung der Berg-, Hütten- und Salrnenverwoltung FrnanKininister Kraus neck und Generaldirektor K la i b e r, daß eine Sozialisierung der Bergwerke im gegenwärtigen Augenblick zu einer K a t a - str ophe des bayerischen Wirtschaftslebens führen würde. Die Erfahrungen, die bisher mit den zentralisierten Betrieben des Reiches gemacht worden sind, feien nicht günstig. Das Ziel der Verbilligung würde durch den be­nötigten Riesenappavat nicht erreicht.

Schließung der Eisenbahn-Hauptwerkstätte SchnrÄemühl.

Berlin, 22. Okt. (WTB.) Amtlich. Am Mittwoch, 20. Oktober, hat die Arbeiterschaft der Eisenbahnhauptwerkstatte Schneide­mühl nach erregten Verhandlungen über die Durchführung des Rauchverbotes mit einem der Amtsvorstände diesen tätlich an­gegriffen und in der Betriebsversammlung die Entfernung des Amtsvorstairdes beschlos­sen. Gleichzeitig wurde versucht, den Amts­vorstand an der Ausübung seiner Dienst­geschäfte zu verhindern. Die Eisenbahnver­waltung sah sich deshalb genötigt, die Eisen- bahnhauytwerkstätte Schneidemühl am 22. Oktober zu s ch l i e ß e n und der gesamten Belegschaft gemäß den Bestimmungen des Reichslohntarifvertrages fristlos zu kündigen, lieber die Wiedereröffnung der Hauptwerk­stätte ist bisher noch nichts bekannt.

Tagung de» Verein» deutscher Zeitungsvcrlcgcr.

Hannover, 22. Okt. (Wolff.) Der Verein deutscher Zeitungsverle­ger hielt hier seine diesjährige Hauptver­sammlung ab. Die Aussprache ergab ein Bild von noch nie dagewesenen Sorgen und Schwierigkeiten, womit die Presse zu kämpfen hat. In eindringlicher Weise zeigte sich dabei der Kreislauf, der bei den wirtschaftlichen Schwierigkeiten und den verschiedenartigsten Bedrängungen der Pressefreiheit beginnt und in eine allgemeine wirtschaftliche Schädigung und Verhinderung des Wiederaufbaus an vie­len wichtigen Stellen ausmündet; so sei nur auf die Einwirkung der Pressenöte auf den Auslandsdienst hingewiesen. Aus den Verhandlungen ergab sich die Erkenntnis, daß auch weiterhin im Zeitungsgewerbe mit einer großen Unsicherheit zu rechnen ist. Es wurde stLoch betont, daß der Verein deutscher Zew- tung^verleger den Grundsatz stets Hochhalte, die Pflicht der Mitarbeit am öffentliä-en Le­ben stets voranzustellen, dadurch, daß die Her­ausgeber der deutschen Zeitungen es ablehnen, reine Profitunternehmen zu betreiben, geben sie sich ihre Stellung im öffentlichen Leben; dieser Geist habe die deutscheBerlegerschaft von jeher beherrscht. Insbesondere gedachte man auch der oft hart bedrängten Berufsgenossen und der Gefährdung der Preßfreiheit in den besetz ten Gebieten. Einstimmig wurde eine Entschließung angenommen, die vor aller Welt feststellt, daß das unveräußerliche Recht der freien Meinungsäußerung und das Recht, sich restlos für das Deutschtum in den deut- schen Landen einzusetzen, den Zeitungsverle­gern in den besetzten Gebieten geschmälert, wenn nicht genommen ist, und die Regierung auffordert, in entschiedener Weise gegen.diese Beschränkung Einspruch zu erheben.

Aur Hessen.

rm. Darmstadt, 23. Okt. Der Hessisch-. Beamtenbund hielt am Mittwoch im Rachaussaale unter dem Vorsitz des Land­gerichtsrates Müller n. eine Sitzung ab, die von allem dem Deuffchen Boamtenhund an- oesch'lossenen Organisationen in Hessen be­schickt war. Zunächst wurdenRichtlinien für die Organisation des Deutschen Beamten- bundes" beraten und es sand eine mehr­stündige Aussprache hierüber statt, in der hauptsächlich grundsätzlich^ Fragen berührt wurden. Entschiedene Gegnerschaft fand die vornehmlich in Norddeutschland pro­pagierte -Organisation auf reingewerk- ichaftlicher Grundlage, da man die Schädigung der Beamtenrechte fürchtet. Zu der in Au. sicht stehmden Beamt-mbesoldungs- revision wurden einige wichtige Programm­forderungen allgemeiner sJ8atur aufgestellt, welche die Beseitigung einiger in dem bis­herigen Gesetz zutage getretenen Härten be­zwecken. Vor allem wurde die Schaffung eines wirklich ausreichenden Exiftenzmini- nrums für alle Bemntenyruppen, besonders auch für die Altpensionare festgelegt. Auch die Frage der Dienstwohnungen, die nach der bisl^erigen schablonenhaften Anrechnung gvyße Unzufriedenheit schafft, sowie die ge­rechtere Einteilung der Ortsklassen soll in anderer Weise geregelt werden. Es sollen sog Teuerungsbezirke anstelle der Ortsklassen an geregt werden. Weiter wurde über die Teue­rungszuschläge, die Kinderzulagen und auch über das Beamtenrätegefetz verhandelt Ter Vorstand wurde beauftragt, alle 511m Aus druck gebrachten Wünsche auf das energn'chstc auf dem in Berlin demnächst ftattfriocuceti Beamtentag zu vertreten.

Arr» Ktadt rinS Land.

Gießen, den 23.-Okt. 1920.

BcranftalLungen.

Samstag: Zirkus Blumonftld, 3V2 und 8 Uhr. Stadt Kassel, 8 Ubr, Versammlung des Ziegenzuchtvereins. Cafß Leib, 8 Uhr, Kvnzerl und Vorstellung der Medick-Meidinger . Lich spül idealer wie gestern.

Sonntag: Stabtthtater, 3 Uhr, Zwangs cinquartierimg: 7 Uhr, Der ersten Liebe golden Zeit. Oberhessisch r Kunstverein, Gemäldeaus­stellung von 113 Uhr geöffnet. Freiwillige Feuerwehr, 3 Uhr, Führung durch das Musenlu des Oberhessischeu Gefastchts.e: ins und du) W. 9-ail-Stiftuug. Turnhalle, Oswaldsgarten, 4 Uhr, Konzert des Gesangvereins Heiterkeit. - Neue Aula. 5 Uhr, Konzert des Konzert-Vereins. Zirkus Blunreusetd, 3Ve und 7Vs Uhr. Casö Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Mediä- Meidinger. Lichtspieltheater wie gestern

* Im Oberhefsischen Kun ftvere in wurde die erst seit acht Tagen hie: eingerichtet: neue Ausstellung teifroeie g ändert. Nea ausgeßell sind Orlgemälde und graplnsche 'Arbeiten von Dörr/ van Dolkmamr-Karlsruh', Jütt!<er. fe'mitn, Vack'-München, Eckner, Laage, Nagele. Nikolaus, Seuffrrheld, Schmidt und Schwenk von der fdyväb. Grupve. Es ist ratsam, die Ausstellung in Teber Woche zu besuchen, da jeweils am Freitag ein Teil der Kunstwerke aus gewechselt wirb. Außer­dem wird b:e gefamtT derzeitige Ausstellung, dar­unter auch die so gern gesehenen Bilder von Berdrandt, Kaiser und Enlenmaler Koester, bald durch eine andere ersetzt werdeu. Morgen, Sonn­tag, bleibt bie Ausste.lung v-vn 113 Uhr un­unterbrochen geöffnet, an ben Werktagen außer Samstags von 11 1Uhr.

* Volkshochschule. Das neue Semester beginnt am Montag, 2 5. Okt., abends 7 Uhr. in der Oberrealschule mit der Vortragsreihe über Eisenbahnwesen. Die übrigen Kurse schließen sich fortlaufend an. Tas Konzert, das als Eröffnungsfeier gedacht war, muß verschoben werden Anmeldungen werden abends vor dem Unterricht in der Schule angenommen. Alles Nähere ist aus dem Programm des 1. Semesters zu ersehen, das in allen Buchjanblungen zu fribtm ist. Außerdem gibt die Geschäftsstelle, Loder straße 26 H, jederzeit gerne Auskunft.

* P 0I1 ze i be richt. Am Domtecstag wur­den bei einer Versteigerung im CafL Leib ein Paar Borkalf-Tamenhalbschute mit Lackstrpver, Größe 41, und eine goldene TamLiuhr enlweiibzt. Bor Aukous wird gewarnt.

** Der Erzeugerhöchstpreis für Kartoffeln iji aus dem Anzeigenteil un­seres heutigen Blattes zu ersehen. Ob wohl viele Konsumenten ihren Bedarf zu diesem Preise decken können? Diejenigen Einwohner Gießens, die ihren Bedarf an Winterkartof­feln noch nicht eingedeckt und noch keine Aus­sicht auf Belieferung feaben, können gemüfs Bekanntmachung ihren Bedarf bei nachstehen­den Händlern angeben KonsmnvQvetn, Schrn- zenstraße, Runipf,. ZvFelsgasse, Teechsler, Sternstraße, Schott, Hinter der West-Anlage, Ed. Weisel, Schottstratze, Krack, Riegelpf-äd. Eine Zusicherung auf bestimmte Belieferung farm nicht übernommen werden. Es ist in der Bekanntmachung leider auch nicht gesagt, zu welchem Preise die Kartoffeln dort bezogen werden können.

** Kartoffel-Aus gäbe. Im eiter der Turnhalle der Ober-Realschule, Ludwigstraße, ge­langen ab Montag, 25., in dec Zeit von 812 und 15 Uhr Speisckartosseln zum Preise von 30 Pf. per Pfund zur Ausgab:. Die abzu. Tobend? 5)öchst- ntenge betrügt einen Zentner. Die Kartoffeln eignen sich nicht zur Einlagerung als SBmterfartoifcfn. Dem Lebensmittel amt stehen zirka 200 Zentner norddeutsche S aa l kar to ffe lnKaiserkrone" zur Derftigimg. Bestellungen werben auf Zimmer 13 des Lebensmittelamtes während der Tienjt- ftimben bis einschließlich Mittwoch, 27., entgegen* genommen. Die abzugebende Höchstmenge beträgt einen Zentner.

** Neue Richtpreise für Gemüse und Geflügel. Durch Beschluß der städtischeu Letensmitteldcputation sind die Richtpreise für folgendes Gemus: und Geflügel mit so so rtiger Wirk­samkeit neu festglcgt worden: Weißkraut 25 Pf. für das Pfund, Schwarzwurzeln 1:30 Mk. für das Pfund, Gausfleisch 810 Mk. für das Pfund, Kleingeflügel 7 Mk. für das Pfund.

** Die Äarenausgabetabelle des Stadt. Lebensmittelamts für die Woche vom 25.31. Oktober 1920 ist aus dem An­zeigenteil unseres heutigen Blattes zu er­sehen.

** Der Deutsche Beamtenbund, OrtgTartell Oiießen, hatte am Dienst-rg die Vor­stands mi glieder der ang schlosseneit Organisationen zu einer Sitzung int tootel Hopfet d -ufam men be­rufen. Ter erste Vorsitzende^ Tot ree, beleuchtete sehr ausführlich, wie Ivie sich stetig lweitorenürickcluee Preisteueruug und die durch) die kommend'- Be soldungsordnung festtieetz en, hinter allen Erwar­tungen zurückbleibeuden Gehälter, die Barmten immer mehr zwängen, den Weg der Selbsthilfe zu besckreiten. Besonders die Schwierigkeiten in der Lebensmittelbeschaffung gr-ben Anlaß, nach Mitteln Ausschau zu halten, .vie diesen zu begegnen sei. Eine wesentliche Beihilfe zur Lebenshaltung könnte babned: berbevgefütyrt werben, daß jeder Haus­haltung ein dem Familiensdand entsprechend großes S.ück Gartenland zur Bewirtschaftung zug-teilt werde. Es wurde dann eine Kommission gewählt, die zu diesem Zwecke an die Stadtverwaltung, herantreten und versuchen soll, baß von dieser Gartenland in größerem Umfang- den Beamten zugewiesen wird. Die Verfarnn-lungi r efchloß ferner, Cent Heinrstättealmnd als Mitgl.eo beiz-ulreten. Dem am 25. »mb 26. Ok.ober in Berlin statt- finbenben Beanrtentag wird Herr Detree b.wvoh- nen. lieber die Verhandlungen Be-amtenräle und Beolbungsgesctz 'txxü in einer benrnäJtft eützllberufenden Versänunlung her übtet. Der Tag wird äef<nnitfl£gi:ben. Im weir.reu wurde noch Mitteilung davon gnttadyt, daß die Eingabe übet Herausbebung v.m Giesen aus Or.sllasse C in Ortsklasse B den Minitecien und Abgeordneten iibcrsaudt woroen ist. Von letzteren buben einige ben Empfang der Eingabe bereits bestätigt und ihre Untersützung zuggagt.

verl schäft deut- ten und n ;päi» feen, re a irallct am - Mir. im Hon-l Jtel-

* Tie Gießener frei w. Feuerwehr rcramtaltct morgen Nachmittag 3 Uhr für i-.)v? Mitglieder und deren Familienangehörigen eine Führung durch das Museum des Ob.rycssffchen (Äschich.csveoeins uns der W. Gail-Stiftung.

I n dem Sumurunsi I nt, der augen­blicklich tnt Lichtspielhaus, Balpthofftrafee, gegeben wird, ist ein Weck geglückt, von dem stärkste künstlerische Wirkungen ausgehen. Hanns Kräly und Ernst Lubitsch haben Friedrich Freksas orien­talisches Spiel für den Film bearbeitet, ohne jedoch aus dec Pantomime mehr zu entnehmen, als die Umrisse der Handlung ihre dramatische Begebenheit und die seelischen Konstellationen. Ter Aufbau der Geschehnisse, Rhythmus und Dyna­mik sind hier nicht den Gesetzmäßigkecken der Bühne entnommen, sondern durchaus den Stil- iorderungen der Leinwand angepafet. Was diesem Film vor allem das Gepräge gibt, ist nicht fo hr der dramatische Impetus einylncr e%awn, ' effektvolle Steigern einer Situation, eines Vor­ganges, als vielmehr die geradezu rafftnierte Fähig­keit, Btldmüßiges zu gestalten und es breit aus- virken zu lasten. Die Vorgänge sind ja gewiß sun- möglich. doch ihre Künstltchkeck wird zur Augen­weide, zur Nervenspannung, zum Rausch, und der Zuschauer tritt wieder ins Kindesalter zurück, da er selig-unkritisch bunte Bücher in sich hinein- fraß . . . Was an Bildern vorbei:agt, strotzt von Fülle und Kontrast. Der Orient blüht beinahe wicklich aus mit seinen Engen und leuchtenden Wecken, mit der Wüste, mit Pfeilern, Krck'peln und Bruirncn, mit der auch im farblosen Bilde wahr­nehmbaren Farbigkeit seiner erregten Menschen.

Kreis Alsfeld.

ch Oberes Schwalmtal, 22. Okt. Wer Sestern und vorgestern unser Tälchen durchwanderte, »ah die Ecdc Heuer schon in ihrem ersten Winter- kleide, während achr Tag? vorher fast noch Sommer- netter herrschte. Das Thermometer zeigte gestern früh 5 Grad: Eisblumen bedeckten schon die Fenster. Die Landleute sind eifrig daran, ihre letzte Feldarbeit zu erledigen. Alle Jahreszeiten fchei- ren in diesem Jahve vier bis sechs Wochen früher zu beginnen.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 23. Okt. Ein Bund hessischer Rentner, Ortsgruppe Darmstadt, hat sich gestern hier gebildet, nachdem in einer ergreifenden Schilderung die furchtbare Not, in welcher die meisten Kleinrentner jetzt geraten sind, zum Ausdruck kam.

rm. Darmstadt, 23. Okt. Tie Samm­lung für dieTarmstädter Kinderhilfe ergab, nach einer Mitteilung des Beig. Delp in ter gestrigen Stadtverordnetensitzung bis jetzt die Summe von über 600 000 Mk., wovon 177 000 Marl aus Amerika, weitere Hrmderttausend ans dem übrigen Ausland, der Hanptbetrag aber mit 300 000 Mk. ans der Stadt eingegangen sind.

rm. Albig bei Alzey, 23. Okt. DerSchweme- fränbkr Oesterrücher hier stieß im Streite seinem Bruder ein Rteffer in den Leib, so daß dieser nach einigen Stunden trotz ärztlichr Hilfe starb. Der Mörder schnitt sich bann in feinem Schuppen die Pulsader durch und fand man ihn bald darauf verblutet. Beide Brüder trieben in Rheinhessen einen gutgeh.mden Schweinehandel.

rm. Winter kosten i. O 23. Okt. Ein frecher S1 r a ß c n r a u b wurde am Dormerslag abend auf der Landstraße zwischen. Fürth und Lind-nsels im sog. Kappwalde an dem Landwirt Eidenmüller von hier ausgeführt. Er wurde von zwn jungen Leutnr überfallen, die ihm seine Bar­schaft von etwa viertausend Mark raubten. Man ist den Tätern auf der Spur.

rm. Binaen, 21. Okt. Ein Gemälde von unersetzlichem Werte wurde ans der kath. Pfarrkirche g e st 0 h l e n. Das Bild, den sei. Bath. Holzhäuser darstellend, wurde aus dem Rahmen geschnitten. Kopien sind vorhanden.

Hessen-Nassau.

Mystischer Schwindel.

inc. Frankfurt, 22. Okt. T'rotzvller War­nungen und Mahnungen in der Presse grlht irr Wunde-rschwindel weiter. Im nal.eyt über* füllten Börsensaale sprach heute abenb wieder der ehemalige Naturavostel und letzigs Obersprritr'st Waßmann über Hamburg und Lmrdes, ivobei natürlich der Homburgec Wunderbottor in alle Himmel gehoben wurde und Waßmann zum sourrdsovielen Atale versichei'te, er nierbe auch noch Tote aufeenxeicn. Wo der Hom­burger Wuntertioktor wkgmb.'i^ich ergentlich steckt, werfe niemand. Tie eineir behaupten, er ser im Irrenhaus, andere erklären, er habe seine Tätig» b'it nozfy Kur Hessen verlegt, wo lo-nderbaverw'rfe Die Kasseler Pvesfe behauptet, in Zrmmers-oode 1<n iiuay ein Wunderdoktor aufgetaucht, der behauptet, Blinde zu lreilear und alle KNankhecken w^rrzau- bern. Möglich wäre es schon, daß der bedau­ernswerte Wahnsinnige vnr Bad Homburg ms Kucb?.ssischL gezogen ist, da ihm der Homburgsr Boden ;v. heiß wurde.

mr. 5ranTfurt, 22. Okt. Die Strbei* ten an der neuen Mainbrücke werden den Winter über eingestellt. Auf eine Anfrage bei der Bauleitung erklärte diese, daß sie einen bestimmten Zeitpunkt für das Fertigwerden der Brücke nicht angeben könne. Es sei ledoch noch mit einer ganzen Anzahl von Baujahren zu rechnen.

lCird>t unö ScbttU

Q Scho tt en, 22. Okt. Erne Reihe von Gemeinden unseres Dekanats hat berecks neue Kr rchenglocken ccks Ersatz sür die im Kriege nbgefiefer'en angeschafft. Ruppertsburg weihte am 22. August drei Stahlglocken, Gedern am 26. Sep­tember zwei Bronzoglxbm, Nieder-Seemen am 17.Ockober eitreBrvnzeglocke em. Rudingshain wird am 24. Ok ober zwei Dronzeglvcken in Gebrauch nehmen. Die AnsckxrffunMl'vfien waren fteitich in­folge der hohen Preise des Glockennretalls sehr hoch, werden aber fast durchweg durch die Gaben der opferwilligen Gemeurdegstiedec gedeckt.

X Wieseck, 21. Oft. Unsere Kinder­kirche feiert ihr (arntebanffeft am Sonntag atenb im Saale von Braun. Im Mittelpunkt des Abends steht ein von Kindern und einer Helserckr anfgeführtes Erntefestspiet in Ovei Aufzügen von Elifabeth Malo. Der Remerttag des Abends ist für die .Änderkirche und Vermehrung des Klein- kiuderschnlkamtals bestimmt. Von der Einsicht der (S?rwad»irrten erwartet man mit Rücksicht auf die Kinder br Möglichkeit eines pünktlichen Anfangs um 7i-g Uhr

Gericht-saaU

X Hanan, 23 Oft. Der Knecht Taniet Hübner, zuletzt in Langenselbold, seit 21. April dieses Jahres in Untersuchungshaft, geboren am 21. November 1890 in Offenbach, stand vor dem Schwurgericht unter der Anklage, am 17. April 1920 in Langenselbold vorsätzlich seine Frau Marie geb. Findejsert mit Ueberlegung gttötet zu haben Anfangs 1920 verheiratete et sich mck der aus Langenselbold stammenden Marie Findeisen un> zog nach Langenselbold. Die ehelichen Verhältniffr waren nicht glücklich. Beide Teile waren schwock begabt. Da der Angeklagte wenig verdiente uni auch selbst nicht wirtschaften konnte, mir es für die Frau schwer, den Haushalt zu führen. 2c Mann fühlte sich verna.chlässigt und schob bie Schuld auf die Frau. Am Abend des 17. April veranlaßte der Angeklagte seine Frau, mit ihm nach Langenselbold zu der Badeanstalt zu gehch.^ Er hatte ihr gesagt, daß dort eine Schürze liegt, die wollten sie holen. An der Badoanstalt sührE er sein Vorhaben noch nicht aus. Er hatte aw Spaziergängen früher gesehen, daß das Wasser dort nur flack sei und dachte, daß die Frau, wenn et sie dort hineinwerfe bald entdeckt würde. Dagegrr. war ihm bekannt, daß die Kinzig unterhalb in Der Nähe der Brücke tief sei. Er führte deshalb seine Frmi an der Kinzig entlang bis kurz vor die Brüch. Als sie hier mtgelangt waren, ließ der Angeklagtc Mnächst eine Zigarre fallen. Als die Frau sick danach bückte, bückte er süb ebenfalls und gab der Frau einen Stoß mit der Schulter in der Absictt sie hinabzustürzen. Die Frau käm aber nicht völlig zu Fall, sondern erhob sich wieder. Jetzt packte fir der Angeschuldigte mit beiden Händen an der Schultern und stieß sie in das Wasser hinab. 3» dem Schmied Zinn hat er später gesagt, sie sc noch dreimal aufgetaucht. Mich cfn>a 14 Tag« wurde die Leiche bet Frau in bet Kinzig gesunder. Der Anges chulbigte ist nach der Tat in ben Oct zurückgegangen und suchte den Schwager seiner 5rau und die Frau Kupftian auf, das wat gegtB 10 Uhr. Beide fragte et wo seine Frau fei. Dmt Schmied Zinn hat er am Montag, bat 19. April gesagt, seine Frau werbe jetzt wohl schon ot Rmftnger Weht ongdangt sein. Der Angcschuldig« ist geistig nicht vollwertig, aber für seine Dtt verantwortlich zu machen. In bet Verhandlung gab bet Angeklagte an, seine Frau am 17. JanuFi 1920 geheiratet zu haben. Er hat sie also genau drei Monate nach der Hochzeit in das Wassrt aestoßen. Ms Grund für die Tat gab er an, )ii sei unwirtschafüich gewesen, habe ihm fern Esse« gekocht u. a. m. Die Zeugen schilderten Die Ft» als brav, während der Mann alles weggegess« habe. Die Geschworenen bejahten die auf Tot-- schlag lautenden Schuldftagen, mildernde Umstände wurden verneint. Das Urteil lautete at1 12 Iahte Zuch thaus und 10 Jahr« Ehk» Verlust.

Oppeln, 22. Okt. (Wolfs.) Das Schwur­gericht verurteilte die Arbeitet Z?m-:lka uiw Koftyrn sowie den Kranführer Kvlisch, die 21. November 1919 einen Schießhauspächwr er­mordeten, zum Tode.

is- Steinbach bei Gießen, 22. Oft. Nach, dem die Dreschmafchine schon längst ihre Arb-vt verrichtet hat und das überschüssige betreibe sch^n ro.'d'enlatg fernen Be immungsort (Kommunal verband Gießen) zugeführt wurLe, warten viels Landwirte rnrmev noch auf Bezahlung. Dio er Mff- staird hat bei den hiesigen Landwirten allgemetnt Nnzusriedenl)eit erregt, do dir Landrorrte für ihrer >arf auch kernen wvchenlangen Kredit besitzen Dec Auscruck, bie Landwirte schwimmen heute im Gelb, dürfte auch nicht immer angebracht fein. Tie meisten btaudjen ihr G lb, denn ci - Ausgaben des Landwirtes sind auch aus das Höchste gefllt@m, gevabe jetzt im Herbst, wo jeder Geschäftsmani'. feine beute nicht zu kleine Rechnung präsentien Außerdem verschlingen Zinsen, Düngemittel, Ar­beitslöhne, Grasgeber, Holzgelder, Kaufgeüec fm Jetkel u. s. f. viele Hunderte, bi* bet Landwirt durch Absatz von Fnrcht und Kartoffeln bereit legen muß. Den anderen llerneren Einuahmo lvie Milchgeld usiv. stehen auch raisber tag'ich alk lausenden kl ei neven Ausgaben geg«nüber. Die Vieh­bestände sind auch der Zeit entsprechend so tebu friert, daß ost an ein Einkommen hierdurch aw längere Zeit nicht gedacht werden kann.

O Schotten, 23. Oft. Die lanbtotr 1- schaftlich-e Winterschule 1920/21 crosche- hier am 3. November einen ordentlichen Lehr- gang mit einer Unter- und einer ObecAasse. An­meldungen von Schülern und Schülerinnen im Alter von 16 bis 18 Jahren nimmt der Schu!- vorstoher Metz jederzeit entgegen.

c. Schotten, 23. Okt. Die hier neu errich­tete landw. Winterschule wird am 3. Nov. unter Leitung des Direkwrs M e tz mit einer Ober- und Unterklassc errichtet. Es werden außevSchülern auch Schülerinnen ausgenommen, die in der Regel nicht unter 16 und nicht über 18 Jahre alt fein sollen. Wie in Gedern, wird auch hier m L-chotten von aüm gÄverbsmäßig vermieteten Wohnungen und Zimmern eine Wohn steuer erhoben.

mc. Vilbel, 22. Okt. Nach den schwere» Verlusten, die ernzclne Landwirte durch die M a u l- und Klauenseuche namentlich auch unter beit Ziegen beständen erlitten haben, begi imt bie Krank­heit jetzt gantz allmählich abzucbbeu. Im nahen Harheim,nro kein Haus von der Seuche ver­schont geblieben ist, wird bis zum Wlauf des Monats mit dem gänzlichen Erlöschen her Seuche gerechnet.

Turnen, Spiel und Sport.

** Männer-Turn verein. In der W gut besuchten Herbstmitgliederve r j_a m w" Tung am Tormerstag erstattete der 1. Sprech» Bericht über das abge.'aufene Vereinshalbjalir^ dc- vornehmlich unter dem Zeichen des Gaudirnrfeit^-- stanb rcüd in sehr hübscher WT e zur DurchtöhruM gekommen war. Ein ansehn icher UeberschiiN ko"^ dem Vereins vermögen zugeführt n erben. Der S wi­der Mitglieder hat sich gegen das Vorjahr we,cnt sich eclstjht. Der Bericht^ mit dec Bitte, die ocutiche Turnsache eifrigst M werben. Auch bet Turnbericht gab ein erfreulich^ Bilb von dec tut - nerischcn Betätigung des Vereins. Der Besuch den Tuntsttmden hat sich in der letzten Zeit sehr gefwber- Die Spiel- sowie die Fechterriege hatten gute E" wlge aufzuweifen. Auch die Kassen Verhältnisse bL Vereins fmb recht gesunde, obgleich der Verein bin® bie mrdauernbe Pverssteigerung zu erhöhten Aus»' gaben für bie Entsendung von Wettttrnern nun genötigt war. Das oiesjährige W i n t e r f e st roi® am 27. November veranstaltet; am 28. Novemkm ist eine Familien zusammeukunft auf tat Karlsruhe; am 25. Dezember die W <*'' a ch t ---

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