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ftm ÄDayterfeternten, He ttrtr firrmm llm fljre trrtunh verbogen zu körnten wurden die gcal> gischen Verhä.'tnisle der Wetterau erläutert. Bad- bautet m liegt am Taunusvande, der durch entk-n Abbruch, an dem das Mineralwasser enuxyrtommt, scharf 'begrenzt wird. Tas Gebirge bestehr aus alten gefalteten betxmifrten ötffernen, von denen der Taunusquorzss die Höhen des Johannisbergs und WmtersteinS bildet. (Gegenüber liegt, tm roe sentlichen aus 'Buntsandstein aufgefetzt, der tnife Manische Bo gelsberg, die größte zusammen hängende Basaltmafe des europäischen Festlande?. Zwischen beiden schiebt sich trennend die geoL>gifd- von Verwerfungen begrenzte und Dem Tertiär, schachten erfüllte fruchtbare Ebene der W e 11 e r a u ein. Die gebirgsbildenden Bnwegungen, bte diese Senke erzeugten, lind gwlogisch jung, dauern vielleicht jetzt noch an. Sie oevanlastv-n auch tnr Lulkcmausbrüch', die durch die jüngere Tertiär- zeit bis an ihr Ende reichten und bte Aufschüttung deS Vogelsbergers heroorriefen. Bor dem Abbruch am TaunuSrand.' lagert eine Scholle von flirt- vüftigcn, mittesdevonischen Zkvlllgestrrnen, die das Reservoir für die von weither zuströmende Soolr ist. Aus ihm steigen bte Sprudel empor.

Durch Eduard Süß wurde bte Ansicht be­gründet, und zwar zunächst nur für Karlsbad, vaß gewisse solcher warmen Quellen juveniler Ent­stehung, d. h. daß Gase, Wasser und Srlzc oullanischer Herkunft seien. Piasters bag-gen jet ausgesprochen vad?s: seine übrigens fcbr salz­armen Quellen würden durch Sickrwmser ernährt. Tide ursprünglich von Pofepnh angeregte, von Süß aus^K baute Theorie hat auf Er.zl-'gnrstätten und geolvgisckie Gewässerkunde starken Einfluß aus­geübt. ©w ist aber auch übertrieben anyroentet worden. Ter Rdmer weist in ern^ebieu Fällen noch, daß in den Nauheimer Thermen nur die Kohlensäure vulkanische Herkunft haben farm, wäh­rend Wasser und Salze oberflächlich, aOo vados, sein müssen. Für juvenile Quellen ist auch Süß daS Pulsieren charakteristisch Wte steht es damit bei Nauheim? Tie Doolwosfer strömen wahr­scheinlich von Osten her auf 'Nauheim zu und er­halten ihre Salze aus dem Zechstein, der weiter im Osten und wahrscheinlich auch unter dem Vo­gelsberg lagert. Tie Gewässer stauen sich am Abbruch des rheinischen Gebirges, würden >rber in der Tiefe bleiben, roerm sie nicht durch bte nach Freiheit drängende Kohlensäure mit nach oben gerissen würde. Die Wassermenge fließt stettg m bestimmter Menge zu, der AuSfluß wird jedoch vom Stand teS überlagernden Süßwassers imb von Niederschlags Perioden im Ernzugsgebust be­einflußt. Pulsieren ist nicht vorhanden. Sämt­liche Sprudel und Quellen stehrn untereinander in Verbindung. Es kann nur soviel Soolwasser oben abfließen, als die überschüssige Kohlensäure mitveihrn kann. Werden neue Quellen ober Spru­del erschlossen, so wirb vorübergehend Mar der Ausfluß durch die zunächst in erhöhtem Maße frei werdende Kvhlensäuve vermehrt, geht aber nach einiger Zeit wieder zurück bis zu einem Ge- ringstwert, um endlich allmählich wieder auf bte ursprüngliche Gesamtausch,ßmen-e zu steigen. Der Redner tommt zu dem Schluß, daß bei Nauheim die Kohlensäure, wie in allen alten und jungen Bulkangcbieten juvenil, die Soole dagegen vadosec Herkunft sei.

Berichtigung. In unserem ersten Bericht über die Tagung muß eS in der Begrüßungs­ansprache des Rektor- Kalbfleisch Wa hrhe i t statt Mehrheit heißen.

ÄBad-Nanheim, 22. Sept.

HI.

Der heutige Tag wurde mit der geschäft­lichen Sitzung der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Aerzte eröffnet, die sich in der Hauptsache mit G'schasts- und Kassenberichten und Wahlen beschäftigte. Erster Vorsitzender wurde Pwf. Dr. M. Planck (Berlin). In den natur­wissenschaftlichen Ausschuß wurde u .a. Prof. Engel (Gießen) gnvählt, während in dem neuen medizinischen Ausschuß die Gießener Go lehrten Prof. v. Eicken und Prof. Boit ver­treten sind. Als Ort der nächsten Tagung wurde Kiel genannt. Beschlossen wurde, bte Jahr­hundertfeier der Gesellschaft im Jahre 1922 an ihrer Geburtsstatte in Leipzig abzuhalten. Die zu erwartende Rückgabe der geologischen Station in Neapel an ihvm Besitzer Dohrn wurde durch eine einstimmige Entschließung be- arüßt. Eine weitere Entschließung befaßt sich mit der kürzlich gegründeten Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, die als eine notwendige und zweckmäßige Form der Vererni- S der auf dem Felde der wissenschaftlickjen chung tätigen Kräfte begrüßt wird. Die 93er* ilung verspreche sich von ihr eine wirksame Erleichterung der schweren Bedrängnis, die aNe

Zweige der Wissenschaft in ihrer forschenden Be­tätigung heutigentags empfänden. Sie bittet die Reichsregierung und bet Reichstag, die Mittel für die Notgemeinschaft nach der Einsicht zu be­messen, daß unser wittschafttiches und kulturelles Leben auf bte Vevedlungsarbeit, die Veredlungs­arbeit aber auf die Stetigkeit der wissenschaftlichen Forschung gestellt ist. G^deib-n unseres Volkes und Lebenskraft unserer Wirtschaft erwachsen nur auf dem Boden, den bte Pflege der Wissenschaast bereitet. Dem Schöpfer der Notgemeinschaft, dem ehemaligen preußischen Kultusminister Schmidt,

wird vom Vorsitzenden Prof. v. Müller (München) besonderer Dank ausgesprochen.

Dte erhebliche Ausbreitung der Ge» schlechrskranfheiten nach dem Kriege und die dadurch der V.stlsgesundheit drohenden Ge­fahren gaben Anlaß zu dem Bvrrrage, den in der sich anfchiießenden vierten allgemeinen Bersttmmüurg int Kvrrzer.haus der Münchener Ter- mawloZe L. v. Zumbusch überProbleme des Syphilis" hiess. 6r legte Dir Art der Ansteckung und die auf diese folgenden Früh- und Späterscheinungen bar und verwies besonders auf die gwßen Unterschiede zwtschen angeborener und erworbener Svphilis hin. Bei der erworbenen erfolge die Ansteckung durch be Hgul. Diese bilde in den ersten drei Wochen Schutzswfte, wodurch es erst zu einem sich über Jahre hchstteckenden Auöbreiten der Kvankheit-ers-t) inimgeh komme. Bei der angeborenen Syphilis erfolge die An­steckung auf dem Wege der Blutbahn, die inneren Crgane würden zuerst bet rossen und tonnten nicht die Schadstoffe bilden wie die Haut. Die bei er- morbener Syphilis in die urneren Organe einge­drungenen Erroger würden vielfach dort mit einem Schutzwall umgeben, aus dem sich die besondere Art der Späterscherwutgen erkläre. Bei dem Teil der Syphilitikern, der später an Paralpse erkrankt, scheinen die betreffenden Kranken die Fckhigfrss zur Bildung dieser Sch^ltzstosse zu fehlen.

Der darauf feigenbe Vortrag von Professor Timmerding (Braunschweig-, überDie Reichsschulkonferenz 1920 und der mat hematische und naturwissen­schaftliche Unterricht an den höheren Schulen" fand Hobe Anerkennung. Es mögen auch einige Stimmen Der Ablehnung laut geworden fein, da der Redner auch auf das Verhältnis der Natvrwissenschäft zur Volksschule abfdmxifte, und dabei an der narurwissenschaftlicheit Bildung der Bolksschullehrer Kritik übte. Wir werden auf den Inhalt der Ausführungen näher zurückkommen, wenn wir über die Sitzung der Abteilung ,.M a - thematischer und naturwissenschaft­licher Unterricht" beridjtcn. Ter Vorsitzende will die Ausführuttgen Timmerdings nicht falsch verstanden haben. Die Gesellschaft der Nattkrforscher und Aerzte stehe auf der Seite der Lehrer ^utb habe ein warmes Herz für die Volksschule; die Hochschullehrer fe en stets bereit, bon nach Wahrheit strebenden BolksschuUehrern zu lsslfen.

Da die Tagung am heutige« Morgen die letzte der alformrnvm Versammlungen war und die Ver­handlungen sich fetzt mehr im engen Kreis der Fach­gelehrten ab^tlen, sprach der Vorsitzende in einem Schlußwort nochmals der heffisckxm Staalsvegie- nmg, der Stadt Bad-Nauheim und der Geschäfts­führung für die mühevolle Vorbereitung der Ta­gung und die vornehme Gasefreund-schaft den Dank der Berfarnmlung aus, und Bürger mavster Dr. Kayser dankte hierfür.

(FJrrsetzilng folgt.)

Kltcbe rrnd Schule.

te* Beuern, 22. Sept. Am nächsten Sonn­tag findet hier ein M issions fest statt. Fest- Pvbiger sind Pfarrer Mahr aus Greßen und lÄiffiDncT Wal ther aus Beuern.

O Ge dern , 23. Sept. Am Dienstag trafen zur großen Freude der ganzen Gemeinde die beiden neuen von F. W. Rincker in Sinn gegossenen Bronzeglocken hier ein und wurden auf fest­lich geschmückten Wogen in feierlichem Zuge unter Borantritt der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr »ur Kirche geleitet. Am Bahnhof und an der Kirche fang der Kirchenchor. Nach einer Ansprache des OrtSgeistlichen wurden die Glocken in den Kirch­turm verbracht, um am Sonntag im Wrihgvttes- dienst ihrer Bestimmung übergeben zu totrbat.

vermischte».

Eisenbahnunglück.

Kassel, 22. Sept. (Wolss) DieHessisch? Post' mcDet aus Snitra: Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich heute rn der Nähe des hiesigen Güterbahnhotes. Auf der Eisenbahnbrücke Göttingen Bebra zwischen den Bahnhöfen Sontra und Cornberg lösten sich in der vergangenen Nacht von einem tn der Richtung nach Bebra fahrenden Güterzug eine Anzahl Güterwagen los, ohne daß dies von dem Personal des weitersahrenden Zuges bemerkt wurde. Tie abgerijfenen Wagen rollten mit großer Ge- scksvindigknt dre stark abfallende Strecke nach Son­tra zurück und stießen in der Nahe des Bahnhos-^s auf einen in der Richtung nach Bebra au fahren­den Güterzug. Tas Maschinenperjonal dteles Zuges fomite sich durch Abspringen retten. Ter Zusammenstoß war furchtbar, lieber 50 Güter­wagen wurden zertrümmert. Die Güterzugs- maschft« wurde die hohe Eiiienbahnböschung hmab- geschleudert. 8tet Eisenbahnbremser wurden unter den Trümmern begraben und getötet. Der Ver­kehr auf der Sttecke ist geftört. Die Ung.ückSstelle ist ein wüstes Trümmerfeld. Die Wagen türmten sich hoch auseinander. Tie unter ihnen liegenden Leichen tarnten bis jetzt noch nicht freigdegt wer­den.

6anöd.

Berlin, 22 <5^t. Börsenstimmungs- b i ld. Die Börse war wegen des israelitischen Feiettags mir schwach besucht und das Geschäft gewann daher keine große Ausdehnung. Trotz des

andauernden Rückganges der Devisenkurse blieb die Tendenz vorwiegend fest mir Balutapaptere waren etwas schwächer Steaua Mnnana verloren 100 Prozent. Am Montanmarfte überwogen die Besserungen von 14 Pwzeiu Hosch stellten sich sogar 7 und Phönix bei lebhaften Umsätzen unter Schwankungen etwa 15 Prozent höher. Eleklrrzitätt<cknen gaben meist nach. Deutuv» Uebersee-Cl'^rizität sogar 35 Pwz., nur Ducken waren begehn bei 5 pro« Steigerung Größeres Interesse trat für einzelne Spezial werte hcroor. Köln-Rottweiler gewannen 16 Prozent, ZellMsf- Waldhof unter Schwankungen 26 Prozent, Weste­regeln ürrifien bei 70prvz. Besserung von Kurs von 1000, gingen dann aber aui 980 zurück. Nur zu Einhet skursen gehandel e Jndustriewerte hatten eine ungleichmäßige Kursbewegung.

Stier

GeH

22. Sept.

1023,90 1026,10

Setrin

Abend- Schluß- Schluß- Schluß-

154,50

188,90

188.

185.

332,50

274,50

220,

425,

259,75

335,50

340,

335,

335,

8,

498.50

327,-

334,50

70,

1S2,

273,-

279,50

189,80

272,20

222,37

63,43

432,05

21.9.

9 75

5,07

925,95 25,53 27,03 82,10 21,28

491,

375,

924,05

25,47 26,97

81,90 21,22

Zürich

Amsterdam . w Kopenhagen. . .

Ltochholm. ..

'Prag Wien

London

1970,50 1974,50 1858,10 1861,90

459,50 460,50 412,05 412,95

869,10 870,90 799,20 800,80

869,10 870,90 799,20 800,80

1286,20 1288,80 1178,80 1181,20

»brfenTnrf#, Frankfurt

Kurs

22. 9.

79,50

Kurs

22.9.

79,50 68,60

64,50 68,50

154,- 310,- 219,- 189,- 157,- 149,- 183, 182,85 690,- 327,- 331,75 368,- 268,25 277,50 521,- 488,- 379,56 295,- 215, 453,- 225,25 418,50 260,50

174,80 249,75

210,25

59,81

389,60 959,-

859,10

24,72

26,22

80,90

21,22

175,20

250,25

204,75

59,93

390,40

961,-

860,90

24,78

26,28

81,10

21,28

190,20

272,80

222,87

63,57

432,95

Kurs

21.9.

79,50 68,80 63,

68,70

155,- 311,- 219,- 185,- 157,- 149,- 186,50 184,- 695,- 327,- 332,75 362, - 267,50 282,- 513,- 485,- 370,50 300,- 211, 460,- 229,- 417,- 260,50

lR#rrn»titrnngtn.

Datnm:

22. 9

9,85

5,35

12,25

7,95

Devisenmarkt.

Geld 75 rief Datum-. 21. Sept.

Kurs 21.9. 79,50

Datum 5e/n*Deut.RtiegsanL 4-^Deut.Reichsanl. 3°/,Deut.Reichsanl. 4°/0 Preuß. ftonsolr Darmstädter Bank Deutsche Bank . . . Disconto- Gesellsch. Dresdener Bank . Nationalbank f. D. Mitteld.Creditbank H..Amerik.-Paketf. Nordd eutscherLloyb Doch.Gußstahlwck. D -Lvxemb Dergw. Gelsenkirch.Berqw. Harpener Bergbau Obe M)(.*£iienj. B. Oberschlrs.Eisenind. tzhönix. Srgb. Akt. Bad.2lnilin-u.Soda PöchsterFarbwerke dleklr. A. (£. (ß.. . Schuckert-Werke. . Felten» löui-leaume Daimler Dud.Lisemo.-Akt. Adlerarerke .... 4°/65efi.StaatsanL Electron Griesheim

Frankfurt a. M., 22. -Ävt. Börsen­stimmungsbild. Das Geschäft hielt sich we^en des geringen Besuchs in engen Grenzen. Die bereits gestern zu beobachtende sckfloächere Haltung auf dem Jndustrteaklienmarkte setzte sich vereinzelt weiter fort. Valutapapiere lagen vernachlässigt. Die Geschäftstätigkeit war auf diesem Gebiete unregel­mäßig. Mexikaner behauptet. Balssmorc Ohio be­festigt. Deutsche Petroleum 1410. Montanpaviere unterlagen geringen Schwankungen. Gelsenkirche­ner abgeschwächt. Oberbedarf setzten IVs Vroz. höher ein. Laurahütte rückten bei einiger Kauflust in den Vordergrund. Am Markte der chemischen und Clektrowerte blieben die Abschlüsse auf einige we­nige Ak.üm beschränkt. Scheibeanstialt mit 650 ver­loren 9*2 Proz. Bankaktien vorwiegend behauptet. Hapag, die im Angebot lagen, gaben 3 Proz. nach. Auch Nordd. Lloyd schwäckrer. Im freien Berkebr beschränkten sich die Umsätze auf Julius Sichel. Benzaklien fest Becker-^Stahl lckhafter. Aus dem Kassa.ndustrtemasskt f.mben vereitelt Realisattonen statt, doch konnten auch Kurserholungen festgestelss werden. Privatdiskvnt 4 Proz. und darunter.

Frankfurt a. M., 23. Sept.

Amsterdam - ?fotterd. Drüflel-Dntwerprir lkhristiaiiia Kopenhagen ....

Stockholm fielflngfore. .... Italien London. New-Bork Pari, Schweiz. Spanien Dien (alte,) . ..

Deutsch-Oesterr. ab,.

Prag........

Budapest

Bulgarion ....

Aoechantmopess . .

(3n einem Teil der Auslage wiederholt.!

Minister Severing und die Brstätigung von Land rät«n.

Berlin, 20. Sept. Der preußische Presic- btenfr schreibt: In der heutigen Sitzung des Hrmpt--

<nSsch»1>s der pveuMchen Lstnbesverlammlung teilte der Minister des Jmvrn Sever ing u a mit, daß sich in letzter Zeit die Fälle gehäuft hätten, in denen versucht worden ist, fbn unter An- doobung tyn VieterirreiM ober von Berwaltungv- streik zur Bestätigung ober Nichtbcstä- tigung d0n Vanbräten zu zwingen. Ter Minister ließ fernen Zweifel darüber, daß dr.-se Erpvessertaftik, die felbsttterständ.ulr bisher oöllig wirkungslos war, ihn auch in Zusammenkunft nicht vcvanlassen könne, feine Entschi>ungen anders als nach seinen pflichtgemäßen Erwägungen zu treffen. Abgesehen davon aber werde er in Zukunft gegen derartige Tro In in gen mit der erforderlichen Schürfe vorgehen und die Angelegenheit.m auf Oteiatb d.s 8 114 des Reickfsstvafgesetzbuclies her Staate.- an waltschaf t üb rgeben. Mögicherweise w cd dieses Verfahren mich schon auf eine der fetzt vor­liegenden Teolnmgen es handelt sich um das LandratSamt in Biedenkopf angaambt werden müssen.

Der Präsidententpechsel in Frankreich.

Pari-, 22. Sept. (WTB > lieber den Be­lauf der gestrigen Sitzung von st b m m e r und Senat meldet Haves: In der vollbesetzten Stammet verlas Peret die Mssteilung Deschanel», die die Abgeordneten mit Aus-nadme einiger so­zialistischer Vertteter stehend anhörten. *Set Er* närungen wurden beifällig ausgenommen, besonder- die Stelle, daß sein letzter 9>ecxinte Frankreich gelte. Peret rühmte bte Tätigteit Tesck-aiiels, der sich vor allem als der Mann des reinsten und bixl>- sten nationalen MichtbewußtsemS emnefen halte und drückte das Bedauern afier über seinen Rück- tritt aus. MUlevand schloß sich der stii.»haebung PcretS namens der Regierung an und drückte den Wunsch für die baldige (Senefung des ody rbenben aus. Die Kammer spendete lebhaften Beisill. Darauf verlas Peret das Dekret, das die National­versammlung für den 23. September einberuft und eine Sitzung der Kammer für den 25. Sep­tember festsetzt

Im Senat verlas Leon Bourgeois die Er­klärung TeSchanels. Hier fand besorrders die Stelle mit der Mahnung zur (£xnignnig der Landesvertrv ter besonderen Beifall. Ebenw die Stelle, die auf das Wohl der Republik hiltwies. Lson Bour­geois erklärte, daß sich Tesä-arrel bei seinem ^schritt von dem höchsten Geftchl nattonaler Pflicht habe leiten lassen. Er scl^loß mit dem Wunsch', daß Deschanel bald wieder bte nötige Kraft finden werde, um der Nation neue Dienste zu leisten. Minister l'Hopiteau f^ sich namenS der Re­gierung der Erkläruna Leon Bourgeois an. Darauf wurde das Tekret über die Einberufung der Na­tionalversammlung verlesen.

Paris, 22. Sept. (WTB.) Zur Nnsstelkung eines Geqenkandidaten gegen Millerand für den Präsidentschaftsposten bet Republrk wirb noch gemeldet: Nach demEcho de Paris" kom­men nur Leon Bourge0is, Peret und Dou- mer gue in Bettachk. Die bei den beiden ersten unternommenen Schritte seien aber fehlgeschssrgen. Es bleibe also nur noch Doumercnr oder ein Außen­seiter.' Die radikalen Sozialisten würden wahrschessr- lich, falls mich Domneradte ableh'ten sollte, einen Minister aus dem Ministerium (5fernencetru auf­stellen. Mareel Hutin meint, daß der heutige Tag noch UebcrraschunHen bringen könnte, wen« Leon Bourgeois entgegen der allgemeinen An­nahme doch noch in die Kandidatur einnnllige, der dann eine ziemlich gleichgroße Stimmenzahl wte Millerand erhalten werde. Es würde ixnrn noch Peret als alleiniger Kandidat übrig bleiben, ter aber nur eine Kandidatur annimmt, wenn er von allen Parteien sewähss wird. Nach demPetit Journal" hoben sich bte Aussichten für Millerand gestern verschlechtert. Boraestem war man sich noch darüber einig, daß ihm 700 Stimmen sicher men. Gestern habe sich dtese Zahl erheblich vennintert. Um die Kandidattr Millercnrd zu einem Mißerfolg zu gestalten, suchen die So'ialisten norb einen oder meb'-ere Kandidat^ aufyiflellen. Das Blatt meint inteß das für Millerand doch eine große Mehr­heit gesichert fei.

Das neue dänische Parlmnent.

Kopenhagen, 22. Sept. (WTB.) Die Wahlen für den Folketing, die durch die.Einverleibung Nordschleswiqs notwendig wurden, fanden gestern statt. Der bisherigem Folketing zählte 4 Abgeordnete der Erwerbs­partei, 28 Konservative, 16 Radikale, 42 So zialisten und 52 Abgeordnete der gemäßigten Linken (Liberale). Die gemäßigte Linke bil bete die Negierung. Der neue Folketing wird 149 Mitglieder zählen. Es sind gewählt: 3 Erwerbsparteilec, 27 Konservative, 18 Radt kale, 48 Sozialisten, 51 Liberale und ein Schleswiger.

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Blinder Hah.

Roman von Alfred Sassen.

lNachdmck verboten.) Fortsetzung 37.

Plötzlich säten sich die drei Menschen tn dem Hellen gemütlichen Zimmer, von der Gewalt des gleichen Gedmikens gepickt, in die Augen.

Was standen sic müßig hier? Hatten fte vor allem nicht Einer zu danken, die daheim tm Tunocl imb in ter Einsamkeit saß, gewitz noch hm- und her geworfen von Den fcxbgetenten Wogen der toite rfhei tenb ften Empfiudungen?

O, welch ein Komps mußte in ter von un­beugsamen, baßgesättigten Rachegcfühlen zuge'perr- ten Seele ftattgefunten haben!

. Hin zu ihr! Damit sie sich auch wirklich t-t bte Gemeinsamkeit froher und glücklicher Menschen, der sic nach langen dunklen Jahren das groll- verdüsterte Arft i? mietet zugctehrt, aufgenommen und ein gereiht fühlen konnte! . . .

Das ,xilte Schloß^' nwr erreicht.

In einem seltsamen Erschauern standen fte, tee eben noch so eilig gehabt, an der Pforte ftul. Dunkel lag das ganze massige Gebäude da auch nicht ein Licht brannte hinter den ter Straße Algekehrten Fensterreihen. Freilich, die arme wrrin des Hauses bedurfte ttines Lichtes, und augenblicklich ganz allein in ten Herr-- fchastsräumen. lieber dem rikfhxtrtigcTi Tcss des

Hauses, wo ter Jnspeft>or wohnte, lag gewiß nicht dieses bedrückende Tuntel, diese lastende Stille.

Die drei sagten sich das und tonnten bxb zu teintm befreieirten Au atmen fern men.

Resolut stieß ter DeuZchameritoner endlich die Pforte auf. Sie durckftchritten ten baum­bestandenen Vorplatz, bann den altertümlichen en­gen Hof, intb sahen sich gleich darauf in dem Hausflur, wo eine alte Magd gerate im Begriff war, bte blitzende Wandlampe anzuzünden.

Befremdet schaute die Mtc aus die Eindrm- genden. Sie war so gar nicht gewohnt, zu bfeier Stunde Besuch bei ihrer einsamen Herrin zu sehen.

Wo ist Frau Borowskyfragte Anna Reins­dorf.

Die Magd versetzte:Aus ihrem Zimmer unrb dieFrau" sein, benf ich. Ick wollte eben hinaus und fragen, was sie zum ?Ebenbbn>t wünscht."

So nehmen Sie uns, bitte, mit," ersuchte mm der Lehrer.Wir haben mit Frau Borowsky zu sprechen."

Walter Hüttich sagte nichts.

Die ein Traumbeftmg euer stand er da m dem Haus, das Magdalenens Haus war . . . Die ost hatte er in den Tagen seiner .Vinte r- und Jünglingsjahre hier geweilt! Alle freie süße­sten und heißesten Träume batten damals in diesen Räumen bteienige gesuckst, bic sein Herz vergötterte.

Und bann war er Mötzlich aus dicsen Räumen vertrieben worden, hatte sich selbst daraus ver­

bannt und damit zugleich aus Magdalenens Näye, der das Schicksal hinfort geboten, hinabzufterg.m in die Abgründe des menschlichen Lebens und darin allen Jammer und alle Verzweiflung aus- jutoften!

Nach langen, langen Jahren war er aus einem anderen Weltteil zurückgetommen, um die Hand ter Unglück.ichen --ur Versöhnung zu er&it.en. Sie hatte sie ihm in loderndem Haß verweigert . . . Nun aber, nun war ein Wunder der Umwandlung in ihr geschehen nun würde er sie fassen dürfen, die einst so geliebte und auch jetzt noch über alles verehrte Hand!

Warum geben wir nicht hinauf?" fuhr er aus seinem rückgewandten Sinnen auf.

Wir gehen sckvn," antwortete bte alte Magd bedächtig, die inzwischen eine zwesse Lampe ent­zündet hatte und damit nun den Besuchern aus ter breiten Stein treppe vorawl-uchte te.

Oben Lopfte Anna Reinsdorf an bte Tür des Zimmers, das Frau Borows kV bewohnte, ft ein Herein erscholl, auch nicht auf ein zwcues und drittes Anpochen.

Tte drn Menschen, die wie zu einem Lange ersehnten Fest gekommen waren, fühlten sich un­willkürlich abermals von den Schauem ettaßt, teoen sie sich vorhin unten an der Pforte nutzt zu erwehren vermocht hatten.

Ich will nachfehen, ob die Frau schon schlafen gegangen ist," sagte die alte Magd, und verschwand

mit der Lampe im Zimmer, wahrend die tret draußen im Dunkeln verharren mußten, nun erst reckst eine Beule jener seltsam beLernmende.i Schauer.

Tte Magd flam zurück und berichtete, die Frau" sei gar nicht da, wahrscheinlich fitze he unten in ter Wohnstube.

Man stieg zur Wohnstube hinab und fand die Blinde nicht.

Erschrocken sah mom sich um als ob sie sich nicht in einem andern Teil des Hauses aufhatten könnte!

Gefaßter forschte und suchte man weiter im ganzen Hause keine Spur feiner H-rrrn!

Nun sah auch der Jnspeftor, der sich yi den Suchenden gesellt hatte, fctroffen dvein . . Und von neuem begann das Nachforschen, beginn ein geradezu fieberhaft angstvolles Rusen! ft'ckler bis zum Giebel des Hauses, in bei Wirt­schaftsgebäuden und auch brau.Ben im Gatten - nichts, nichts!

Tie Blinde mußte das Grundstück verlassen haben das stand nun fest! Uuglück.icherweife wir gerate niemand in ter Nähe grwss'en, ter .st hätte bemerken können! Sess vielen, vielen Jahren war sie nie allein fortgegmigai und nun gir um biefe Zeit!

Was bedeutete das? 'Ja, wer es gewußt hätte." Rollos, erblaßt sah man sich an, allen ging ter Mem schwer. (Fvttfetzwlg folgt.)