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mich umgehend an ihn wenden, und nun, fügte w hinzu, rüdem ich meinen Rock zu knöpfte und date das geheimnisvolle Patet versteckt;, werde ich,S»' nächst mit Mrmms reden und bann alle nallger. Vorbereitungen für morgen tvefsen. Ich werde w ■ auch bitten, mich Kis zu meinem Spvechznnm«. zu begleiten. Er wrrd Ihnen bann ein mittel mitbrrngen. Vergasten Sie nutzt, zunechmen, da Sie sonst bei Ihrer Nervmverfassuv- ? morgen zu allem unfähig fein würden!
Sie gab mir das Versprechen, und so lierst- schiedete ich mich. Als ich die enge Str.'ge hrnunrei ging, steckte ich den Umschlag in meine mnc> Brusttasche. Unten rief ich Mimms. Der lM'rdgv wenngleich hemdärmelige Mann ftiefr -Hnen Augei ' blick später zu mir.
Könnte ich ein paar Minuten mit reden, Herr Mimms? fragte ich.
Gewiß, Derr Doktor, erwiderte er. Es hüt» im Wohnzimmer zwar ein wenig kalt jein, av- wenn Sie sich nichts daraus machen —
Nicht im geringsten, $>err Mimms.
Daraufhin öffnete ec die Tür zu ein^ Zimmer, das auf bie Straße ging, strich ein holz an, zündete 'damit eine Lampe, die auf w”3 Tisch stand, an und bat mich, Platz zu nchmen.
(Fortsetzung folgt.)
(Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 6.
merkwürdig, aber
ch
rNrche itn» Schule.
e. Schotten, 22. März. Freitag, 26. März, findet in dem Sitzungssaal der hiesigen Realschule eine amtliche Konferenz für sämtliche Lch- rer und Lehrerinnen des Kreises Schotten statt.
sich als miinmg, ja alS unlfalvoll für mv iveiscn, aber mein Wort war, wie sie sagt! pfändet, und ich mufote noiinenbigernxi e di ' lmtworrung für die Sachlage übernehmen.
Die Gräfin.
Roman von G. W. App le ton.
Ich mu& darüber nadjfcenten, erwiderte ich. Es ist zu spät für Sie, noch heute abend Ihre Wohnung zu wechseln. Ich mutz, einen Plan ausdenken, uni) dann müssen wir auch Mrmms beruhigen. Er wird nicht damit eurverstanden fein, daß seine Mieterin, die ihm bebeutenben Gewinn einbringt, auf eine fLötzliche Eingebung hin fern; Wohnung verläßt.
O, mit Geld wollen wir dies rasch erreichen, entgegnete sie imgebu[big. Sie erfinben irgend eine Anrede für meinen Auszug, und das andere werde ich sclxon in jeder Höhe lief:rn, die Sie für angebracht halten.
Ganz recht, stimmte ich bei. Bevor ich weggehe, werde ich nut Mimms neben. Si: überlasten also die ganze Angelegenheit ni.’inem Gutdünken?
Vollständig, erwiderte sie und erhob sich von ihrem Stuhl, ich werde Ihnen sofort das Geld geben.
Mit diesen Worten zog sie sich in ihr Schlaf- gtrniacb zurück, aus dem sie alsbald mit einem k einen Handtäschchen aus Gemsleder iurüdteljrte, das sie mir übergab.
Tanzbelustigungen und sonstige Lustbarkeiten werben für die kommend! ganze Karwoche einichlictzsich des Palm.oimte.gs sowie für die Oper- und P.ragstsamsvage und für bie erben Oster- und P.ing.neieitage öf.entlich-e Tanzbllusti- gungen, auch solaje in ge^chlo fa.en Ges nls.'-ast n, nicht gestattet. Ferner werden für di>; glitten Tage mit Ausnahme des Karfreitags und des Palmsonntags (Landes-Butz-- und Bettag), tijea- tvalische AufsMrungen, Kinovorstellungen und Konzerte al ec Art (einschlteßich der B gleitmusik in Lichtspieltheatern) nur bann gestattet, wenn die Tarbietungen ernsten v.er belehrenden Jn- 'halts sind und der besonderen Bedeutung und Weihe der Festt gc cmgepatzt werden. Am Karjvütag und am Palmjonntag haben öffentliche Lustbarkeiten jeder Art zu unterbleiben.
T i e n st n a ch r i chten des Kreis a m ts. Tas Ministerium des Innern Ml der Marine- anstalt in Stuttgart die Er andnis et i.t, 6000 yoje einer am 16. Juli 1920 zu veranstaltenden Geldlotterie inuerhalv des Freincrat^ He.far zu vertreiben. — Lehrer Hermann Kreiling wurde ^um Bürgermeii.er der Gemeinde -Stein heim gewählt und in den Dienst eingewieseu. — Der zum Bürgermeister der (Semeinb' Kesselbach ge- wcchüe Be geordnete u b Gastwirt Friedrich W !- ber wurde verpflichtet und in den Tienst 'in- gewiesen — Heinrich Butz von Holzheim wurde als Markrechner der Äöark Holzlstim eidlich verpflichtet.
Gesunden und verloren. In der Zeit vom 1 —15. März 1920 wurden in Gietzeai gefun- ben: eine alte Herrenweste mit Tascheninhalt, zivei wollene S^anbidMc, ein rotbrauner Glacöhrno- schnh, ein Schwanz von einem Federboa, cm schwarzer Haienpelzkragen, ein schwarzer Fcderreiher von einem DamestlM, ent Zwicker v me Fassung em Heller Kia-d-np-lzkragen, ein graubrauner Kinderstrumpf, ein schwarzwob lener Damensdxal und ein buntgedreifter Huw beutel mit Inhalt; verloren: ein Handbeudst mit einem Porlemonn re 3n,u t, eine L'der'h invtasche mit Inhalt, eine braune Brieftasche mit 285 Mk. Jrchalt und eine Brille mit Futteral.
Landkreis Gieren.
X Wies eck. 22. März. Eine Hörerverjamm- limg der Volkshochschule Mittwoch, 24. d. Mts., 9 Uhr, mit vorausgttienden Verhandlungen des Vorstandes und erweiterten Vorstands wird sich mit and t gen Fragen der nxi eren Gchdalrung imb finanziellen Grundlegung der Arbeit beschäftigen.
X Wieseck, 22. März. Die Reihe unserer Veteranen von 1870/71 lichtet sich schnell. Drei Worten nach Flurschütz i. R. Philipp Weller XII. wurde heute Werkmeister i. R. Ludwig Peppler unter großer Beteiligung zu Grabe gebrackst. 14 Jahre war er Kirckstn Vorsteher und von seiner Sckstckentlassung bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1908, 50 Jähre bei der Firma F. B. Roll zuerst in Rodheim und seit 1871 hier tätig. Sein Nachfolger im Kirchenvorstand wird Heinrich Will: für diesen ward Frau Karolme Haas, geb. Salziger Mitglied der Kirchen- aemeindevertvetung, beides gemäß den letzten Wahlen.
Kreis Schotten.
--- Schott en , 21. März In einer der letzten Nächte wurde die silberne C hr i st u s f i gu r d e s Altarkreuzes der hiesigen Mudje von einem Diebe abgeschraubt und gestohlen. Auch eine wertvolle Messingvast nahm der Einbrecher mit.
e. Sch-o tt en, 22. März. In dem amtlidxm Teile des hiesigen Kreisblattes werden die Namen Don 26 Landwirten und Händlern des Kveises veröffentlicht, die ax.gen Ve r gehen gegen Kriegsgesetze usw. mit Geldstrafen von 100 bis 1000 Mk. bestraft worden sind.
e. Schotten, 21. März. Die allerorts bekannte Sommerfrische „P-osthäilKchar", in nächster Nähe ds Wallvs am Eingänge unser.'s Städtchens gelegen, wurde von der Stadt an* gekauft. Da auch hier die Wohnungsnot immer bedrohlichere Formen anarimmt, so soll das bisher dem Fremdenverkehr dtenende Anwesen zu Wohnungszwecken Verwendung finden.
Kreis Friedberg.
^lBad-Nauheim, 22. März. EineOrts-
Ter Bruder meines Manws, antwortete sie, ber gegenwärtige Erbgraf Fra gipcmi.
Unb warum fürchten Sie ü/it?
Weil er mein Todfeind ist. Er ist mir seit Jahren aui den Fersen.
Aus welchem Grunde?
Furckstam lietz> sie ihre Micke durch, das Zimmer schweifen.
Das kann ich Ihnen nickst sagen: hier wenigstens nicht. Diese Wände haben Übten, ich bin Aberzeugt davon. Sie müssen mich rui'.nehmen unb irgendwo verbergen. Ich werde allmä!,lich alt. Ich kann das nickst länger aushalten. Ich wrrde Ihnen das alles erzählen, fobalo die Zeit ! asür gekommen ist: nur um eins bitte ich Sie: führen Sie mich weg! Sie w rden es nicht brrcuen. Sie werden eine grosse B.'lohnuug dafür erhalten Überdies Imbcn Sie es mir v^rsprochm Der Solm deS Dr. Perigord würde nie sein Wort brechm, daS weiß ich.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 38 vom 22. März enthält: Betriebsrätegesetz. Vom 4. Februar 1920. (Fortsetzung.) — Bekanntmachungen und Verordnungen Über den Ausnsthme- zu stand. — Verordnung zur Ausführung des Be- ttiebsrätegesetzes vorn 4. Februar 1920 (Rnchs- Geietzblatt S. 147). Vom 24. Februar 1920. — Aufhebung der Hege-eit für weiblich's Rotwild. — Erhöhung von laufenden Teuerungszulagen an Staatsbeamte. — Tauzbelustigungen und sonstige Lustbarkeiten in der Karwoche sowie an den Osti- imb Pfingstfeiettagen. — Die Darmstädter Zeitung und das hessische Regierungsblatt. — Ausführung des Reichsgesctzes vom 14. Mai 1913 über Gewährung von Beilstlen an ehemalige Kri'gs- teilnebmer; hier: Abrechnung mit der Kr'.istosst. — Dienststunden des Landamtmanns zu Gießen in B a d- Sa l z ha u s e n. — Disnstnachrichten r>es Kreisamtes. — G-efundm unb verloren.
Die Hegezeit für weibliches Rotwild ist mit Rücksicht aus neuerdings eingelaufene Klagen über Wi.d'chaden durch Rotwild auch für den yJfconat März d. Js. ausgelivben.
L. U. Landesuniversität Gießen. Dem Dr. Johannes Compernatz wurde die venia legendi bei der Philosophischen Fakultät ber Landesuniversität für das Fach der Philologie des späteren Griechisch erteilt.
** Die Rathaus frage, die seit langer Zeit in der Schwebe ist, soll in diesen Tagm entschieden werden. In inckstösfentlick/en Sitzung-m, die augenblicklich stattfinden, sollen sich die Sttix- verodneten über eine eindeutige Lösung schlüssig werden.
** Ein Teil des hiesigen Reichswehrregiments ist am Samstag mit Bestimmung nach Thüringen ausgerückt, um die dortigen Unruhen beilegen zu helfen. Eine Anzahl weiterer Transpotte, vornehmlich aus Süddeutschland, passierten in den letzten Tagen den Haupt- bahnhos. Für Gießen sind nad> Besprechungen mit allen Patteien Zeitfreiwilligeii-Werbestellen eingerichtet worden, bte das Regiment ergänzen sollen.
** Milchversorgun^. Mittwoch den 24. ds. Mts. werden die auf % Liter lautenden Milch- matten voll bclfactt. Am Tonners.ag den 25. ds. Mts. fallen die % Liier muiz aus, während an diesem Tage bie auf Vs Liter lautenden Milchmatten voll beliefert werden.
** Liebig-Museum. Für die Uraufführung der Hexenküche" im Stadttheater am Freitag werden schon fetzt Bestellungen angenommen. Der Berkaus für die Gesamtheit beginnt Donnerstag. Mitglieder und Gäste erhalten rlyre bestellten Karten Mittwoch vormittag von 10 bis 12 Uhr lsiche Anzeige im heutigen Blatte). — Zur akademischen Feier falben die Universitäten Marburg und Frankfutt sowie die technischen .Hochschulen Darmstadt und Aachen je einen Vertreter. Das Ministerium des Innern ist durch Geh. Obermsdizinalrat Pros. Dr. Heyl, bas h-ess. Landesamt für das Bildungswesen durch Dr. Strecker vertreten. Die Festrede im Stadttheater hält Dr. F. F. Werne r.
♦* Vereinigung der Freunde des fiu m an. Gymnasiums. Die in den letzten
Aus unö Land.
Gietzen, den 23. Mar- 1920.
Geneialpardo« für Steueifüuder.
Wer Vermögen oder Einkommen bei der Steuerveranlagung nicht angegeben hat.unb wer die deswegen Dcrmtrften Steuerstcasen, )oivie den Verfall des verschwiegenen Vern.ö^ns gemäg dem Gesetz über Steuernacksticht abwenden rodl, .nurd durch die Bctan.:tinad>ung des Relchsminifters der Finanzen vom 21. Februar 1920 auigeiorceit, das bisher verschwiegene Vermögen und Einkommen spätestens bis zum 15. April 1920 dem Finanzamt an;ugeben. Die Angabe kann nut der Steuerertzärung sür die Kriegsabgabe vom Ber- mö.genszuwachs verbunden wer.en. Unrickstige An gaben, die sich etwa noch in bereit» abgegebenen Steuererklärungen zur Kriegsabgabe vom Vermögens zuivack)s sinden, mü.fai unverzüglich und jedenfalls so zeitig berichtigt tverden, datz die Angabe noch bei der Veranlagung zu der Steuer berücksichligt tverden kann. Die jetzige Angab^ des bisher verschwiegenen Vermögens und Einkommens besrcit den Steuerpflichtigen von jeder Strafe wegen St u.rznwi.erhandlungen, die iid) auf das nachttäglich aimeg.-bciie Vermögen und Einkommen beziehen. Sten.-rnachsorderungen für bie Zeit vor dem 1. April 1915 sind ausgeschlossen.
Den Steuersündern wird hiermit zum letzten Male Gelegenheit geboten, chr Gewissen zu erleichtern. Macl-e daher jeder von dieser Gelegenheit jetzt restlosen Gebrauch. Wer es versäumt ober urttermfct, hat später schwer zu büsten. Neben sck>weren Strafen iGcldstrafen, gegebenenfalls Gesäugnissttafen und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte) und lphen Steuernachzahlungen verfällt das Vermögen, das bei der Veranlagung zur Kttegsabgabe vom Vermögenszuwad)s oder bei der demnächstigen Veranlagung zum Reichsiwtöpfer vorsätzlich verschwiegen wird, kraft Gesetzes zugunsten des Reichs. Da bie Gesetzesbestimmungen wegen Steuerzuwiderhandlungen rücksilÄslvs burdMiühtt werben, versäume alw niemand die jetzige, sich nie wieder bietende Gelegenheit.
Verirnstaltunqen.
Dienstag, 23. März: Stadttheater, 7 Uhr, Künstlerfest zugmist.n der Fett-nkasse des Stadt- theaters. — „Aquattnm", 8 Uhr. Mitglieder abend der Demokrat schm Pattei. — Gasthaus Hindenburg, 3V2 Uhr, Oesfentliche Versammlung des Gastwirtevereins Giesten. — Lichtspielhaus, „Fidelio" und „Gesühnt durch fremde Schuld". — Lichtspiele, Settersweg, „Die Hierin der 2Bdt", 7. Teil, „Die Wohltäterin der Aienschheit".
gruppe der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener bat sich hier gebildet. Zum Vorsitzenden wurde L. Lipski gewagt. 32 Kriegsgefmigene sind bis jetzt zurückgekehrt. 3n russischer Gefangenschaft befinden sich noch eine größere Anzahl Gefangener.
Hessen-Nassau. Holzschiebungen ins AuslanÄ.
---Frankfurt a. M., 21. März. Der Verkauf von Bau-, Nutz - und Brennholz aus dem unbesetzten Gebiete über das besetzte Gebiet nach dem Ausland nimmt nach Mitteilungen in ber letzten Handelskammersitzung immer gewaltigeren Umfang an. Ausländische Interessenten lassen durch Agenten alles irgendwie erreichbare Hol^ zu den bekannten Märchenpreiscn auf den Versteigerungen auskaufen und bann an Mittelsmänner auf Schleichhandelswegen ins besetzte Gebiet schaffen. Von hier ist es dann ein Kinderspiel, das Holz dem Auslande zuzuführen. Es nmrbe in der Handelskammersitzung festgestellt, daß die Holzpreise für ein Festmeter seit 1918 von 120 auf 1500 Mk. gestiegen sind. Der niedrige Valutastand kommt natitrid) den Ausländern bei den Holzkäufen auseri.'rdentlich zu statten. Zahllose Eingaben intcves.ietter deutscher Handelskreise an die zuständigen deutschen Behörden um Eindämmung dieses Hvlzschlcichhmidels hatten bisher keinen Erfolg.
Warcnhausbrand.
= Hachenburg, 22. März. Durch einen nächllichen Brand im Warenhaus Rosenau wurden für etwa V/s Millionen Mark Manufakticr- roaren vernichtet. Der Schaden ist durch Versicherung gebedt. Es verdient rühmend hervorgehoben zu werden, daß bei den Aufräumungsarbeiten nichts gestohlen unb nichts geplündert wurde.
Jahren mit steigender Heftigkeit gegen das humanistische Gymnasium erhobenen Angriffe 'haben in rahlrreichen größeren Städten zur Gründung von Beveinigungen ber Freunde des humanistischen Gymnasiums geführt, die sich die Aufgabe gestellt Haben, weiteve Kreise über Wesen und Bedeutung! der humanistischen Bildung aufzuklären. Die Absicht, eine solche Vereinigung auch in Gießen für Gießen uno Ober Hessen ins Leben zu rufen, wie eine solche in Hessen bereits für Darmstadt und Stattenburg besteht, hatte am vergangenen Donnerstag Angehörige der verschiedensten Berufe in der Universität zu einer Besprechung zusammen-
gcsühtt, bei der die Grundsätze und die Organisation ber zu gründenden Bereinigung erörtert Mürben. Di Voorbeveitungen zur Einberusnng einer Gründungsversanimlung wurden einem aus den Herren Oberregierungsrat Welcker, Professor 2fr. Herzog, Pfarrer Bechtolsheimer und Berlagsbuch- händler Töpelmann bestehenden vottäufigen Vorstand übertragen. Ein Aufruf, der über die Ziele der Vereinigung weiteren Kreisen Anfklärmig gibt, wird demnächst im Druck erscheinen.
** E in Wohltätigkeitsvolksseit veranstaltet, wie wir hören, der Reichsbund ber Kriegsbeschädigten, Kricgshinter- bliebenen und el>em. Kriegsteilnehmer vom 15. ,bis 24. Mai b. Js auf dem. Oswaldsgarten zu Gunsten seiner Unterstützungskassen. Die Vorarbeiten sind bereits im Gange. Es wird schon jetzt mtt einem guten Er-folg gerechnet.
** Die demokratische Partei veranstaltet am Donnerstag im Cafe Leib eine große ösjentliche Volksversammlung, sür die als Redner die Herren Präsident Dr. Strecker, Pros. Dr. U r ft a b t und Studiosus der Staatswissenschasten Meyer gewonnen sind. _ . v
**Tie Vereinigun gd e r A n g e stellten im Ta ba kge we r be, Or sgr^Gießen, veranstaltet am nächsten Sams ag, 2/. Mttz, nachm. Zi 4 Uhr, im „Kaufmänniscken Vereinshaus eine Mi g.teder-Versammlung Aus der Tagesordnung stehen: Gehäl ssvagen ber Tabak-Angestell en und ein Vorttag über das neue Tabaksteuergesetz.
Eiehencr Stadttheater.
Gießen, 21. März. Diogenes.
(Ein Narr des Lichtes.) Symbolisches -Schauspiel von Dr. Ernst Schwarz- Eck-zell.
Man muß sich in die Zeiten des bornatum* listischen Jambendramas zurückversetzt deuten, um Fühlung mit diesem Schauspiel ziu gewinnen, dessen Uraufführung gestern als dritter h e s s i s cher Dichterabend vor sich ging. In idealistischer Darstellungsfvrm versucht der Autor in den beibeu Gegenpolen Alexander ber Große und Twgenes von Sinope, Imperialismus und Pazifismus ein- ander gegenüber zu stellen nnb damit eure symbolische Parallele zur Gegemvatt zu konstruieren. Dieses guten Willens tvegon kann man jedoch nicht alle Mängel mit in Kauf nehmen, die das Werk als nickst bühnenreif ersck-einen lasten. Selbst bei dem größten Wohlwollen für einen hessischen Autor und trotz der günstigen Aiifnahme beim Publikum, das ihn am Schlüsse mehrfach her vorries, verlangt Ehrlicksteit diese Feststellung- Dem Autor selbst iverden an Hand der ®iwfaung die Unzulänglichkeiten bewußt geworben sein. Möge es ihm daher erspart bleiben, daß ifai die Mangel des inneren und äußeren Aufbaus brr psycholo^- schen Entwicklung, ber Bühnentechnik usw im einzelnen nachgevechnet werden. — Die Rechnung isl mit L-eichtigteit jederzeit wieder aufzumachen.
Mit bemettenswertem Eifer hatten sich btt Darsteller für das Schauspiel eingesetzt, so bau sich sehr beachtenswerte Leistungen ergaben. Ham Noebert suchte Diogenes, der zwischm einem griechischen Philosophen, einem Menschheits- und Nattrheilapvftel schwankenden Gestalt einbcitlute Ausprägung zu geben und vermochte cs, ihr mehrfach Züge von Seelenadel und Seelengröße zu verleiben. Hans E i s o l t s Alexander litt drunter, baß man seine Herrschergröße ihm „anss Wort glauben mußte. Seine Auffassung gestattete auch nicht den straUenden Heldensüng-ling, als der Alexander in unserer Vorstellung leist. Bessere Angriffspunkte zur Gestaltung boten bie ,,Bösewichte Nomarch unb Thersites, von denen bie innerlich un verknüpfte Jntrigue lebt. Adolf Telekys w mord) war zu einem geschlossenen Charakter gc worben und Kimo Erich Weber zeigte mit^Ther- sües bisher bei ihm iwch nicht bcFamite Lestar Sein körperlich und seelisch verwachsener Heilnmll I.r war eine ber besten Figurcn bes Abends. Emen heldischen Jünglttui zerchnete dvans Braun, einen edlen Greis Karl V o l ck. Friwel D o e tt hatte eine vom Autor sichtliche mit vieler Li« befandelte, idealistische Frauengestalt zu verkörpern, worauf sie viel Wärine unb Innigkeit verivanM Luise Hammel machte bie Figur ber Lais nte) unerquicklicher.
Der anspruchsvollen Bühnenernrichttmg hat« sich Karl V o l ck als Spielleiter mit betonterem Eifer angenommen und reizvolle Bühnenbilder geschaffen, die allerdings im zweiten und dritten uui- zug wenig an Babylon erinnerten. Im Übn-m gab er sich viel Mühe, bie Handlung zu bering unb unmotivierte Abgänge unauffällig zu machen 22.
Fußball. In den Diplomspi-klen standen sich bergan gehen Sonntag die beiden Lokglgegner B. f. R. 1900 unb F.-K. Mettur auf dem Sportplätze an der Hardt vor einer größeren Zuschauer- mengc gegenüber. Nach äußerst scharfem Spiel, wobei des öftern d« Grenzen des Erlaubten überschritten wurden, gewami V. f. 9L 1900 mit 1:0 Toren. Die 2 unb 3. Mannschaft von 1900 gewann wie erwartet mit 4:1 und 6: 2 Toren — V. f. B. Gießen spielte in Wetzlar gegen den dortigen Ball- spielllub und verlor überraschender Weise mit dem hohen sNesullat trott 7:1 Toren. Auch hier war das Spiel äutzerst massiv. Tas Uebris? ta‘en die schlechten Platzverhältnisse. Die 2. unb bie 3. Mannschaft des V. f. B. verlor ebenfalls mit 5:1 bzw. 9:2 Toren. — Nächsten Sonntag geht eines der größten Fußballereigniss« in Frankfurt a. M. vor sich. Es tteffen sich zum Revanchespiel die repräsentativen Mannsck)aften von SüodeutsMand unb Mitteldeutschland. Es ist Vorsorge getroffen, um 25000 Zuschauer unterzubringen. Ein gro^r Teil der Plätze sind bereits vergriffen.
»! mich morgen ab' Pst? haben Sie ben ieltiamen Laut Jim Zimmer nicht wieder vernommen?
- Ich iK.ttc ihn genau gehört.
es ist niemand — es Tann niemand außer uns beiden im Zimmer fein.
Sie war indes mächtig aufgeregt. Ich habe immer weder in der letzten Znt unerllärliche Laute gehört, besonders nachts, flüsterte sie, indem sie sich nal-e zu mir herüberbeugte, und heute abertb bin ich fürchterlich nervös und ängstlich, und ich glaube, zur Vorsicht will ich — Hiebei hielt sie nnw; mit dem Fingw an den Lippen schlich sie wieder auf den Zehm aus dem Zimmer.
Erst nach vollen fünf Minuten kehrte fte wieder. Ich tonnte mmmebr sehen, daß si^ etwas zwischen den Falten ihres Rocks versteckt hi'lt. Sie setzte sich wiederum, und dann fühlte ich, daß sie mir unter dem Tisch einen großen Bttefumschlag auf den Schoß legte.
Hier, sagte sie und reichte mir mit der anderen Hand einen Zettel, das ist die Adresse eines Lrenndes von mir, an den Sie sich am besten wenden würden.
Höckstich erstaunt las ich auf dem Zettel die Worte:
„Ich fürchte, daß die Wände sowohl Obren als Augen haben. Verbergen Sie bi'den Umschlag aut irgendeine Wette und nehmen Sie ihn m t' Sei es Inhalts wegen w?rd' ich vfavlgt. Tas ganze GelfamniS ist darin verschlossen. Bewahren Sie es, als hinge Ihr lieben davon ab."
Gewiß, gnädige Frau, sagte ich. Ich werde
--Frankfurt a. M., 22. März. Durch aus- strömendes Gas ettrankten heute mittag in den Arbeitsräumen der Dux-Gesellschaft, Obermain- kAnlage, neun Arbeiterinnen an schwerer G a s - Vergiftung, so daß sie io fort in ärztliche Behandlung gegeben werden mußten.
--- Frankfurt -a. M., 21. Marz. Die Bibliothek Jeidels, eine unerreicht dastehende Sammlung von Büchven und Lehriften fübec die Edelschmtedekunst aller Zeiten, ist von ihren Besitztin nach auswärts, vermutlich in das Ausland, verlauft worden. Die etlva 8J0J Bande umfassende Bücherei bildete als Leifaabe den wertvollsten Bestandteil der Kunstgewerbebiblwthek. Es ist bedauerlich, daß die bisherigen Besitzer nickst einmal den Versuch gemackst haben, die >zewel- Bibliothek dem Stunftgen-erbemuieum bziv. der Stadt zum Ankauf anyubieten.
= Usingen, 21. März. Vom Regierungspräsidenten in Kassel ist gegen den hiesigen Bürgermeister Lißmann in seiner Eigenschaft als Bürgermeister nnb Kieisausschußmitglied das Disziplinarverfahren mit bem Ziel der Diensientlasfunb eröffnet worben. Gleichzeitig ist eine sofortige -Suspendierung Lißmanns von seinen Aemtern verfügt worden. Vermutlich handelt es sich um das Abhandenkommen größerer Zuckermengen, die der Bürgermeister als Leiter des Kveislebens- mittelamles zu verwalten hatte.
Vereine und Veranstaltungen.
# Bisses, 21. März. Zu einer erchebendm Feier gestaltete sich beute abend in unserem Kirch- lein d e B-e 'teüßung tcc sieben aus franzö i chT Gefangenschaft zurückgetehrlen Sttieg r. Pf irrer Lmidmann-Gettewru und Lehver Henkel histten Ansprachen.
O S ch l i tz , 22. März. Nach)em sämtliche Gefangene glücklich heimgekelstt, fand gestern ein stier- licher Begrüßungsgottesdienst in ber Stadtkirche und abends in der Turnhalle statt. Die Kosten der Feier hatte die Stadt übernommen.
X Wies eck, 22. März. Der Begrü- ßungsabend für unsere ^nmgckchrten Kttcgs- gefang'.'nen am Samstag im übcriiUlten Saale von Braun zeigte ein in dieser Zeit bLsonders wohltuendes Bild des Zusammenwirkens aller musikalischen Kräfte unseres Dorfes. Je, zwei Chöre Loten: Frouenchor, Eiritracht, Harmonie, Jugendgrund, Gesangsabteilurlg des Turnvereins unb Sängerkranz unter Leitung ihrer Dirigenten. Die Begrüßungsrede hielt Pfarrer Sattler, ber auch das Schlußwort sprach. Eine Tellerfammlung erbrachte 350 Mark als Fonds für Krieqerehrung. Eine Gesangenenheimkckhrfeier in der Kirche, sehr gut besucht und verschönt durch den Frauenchor, folgte am Sonntag morgen.
Ta ha'ei Sie fü''f!ind'-wcr-zig So''ev.'igns, ________ sagte sie. Verbilden Sie si'. wie Sie es für DaS entschiÄ) den Fall. Der Vertrag modpr | gut halten aber, um Himmels willen, holen Sie


