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Legierung ermächtigt, eine
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I immer wieder darzulegen ist, die Einheit und innere Einheitlichkeit Deutschlands auf oem
Dege zur Abstreifung der fremden Gewalt-
prlitik.
Vorschriften jfra lifflffeteit ;ur bfiit
n. Tie ®emarta| enunddemBeob^ icbert. Di ß
i n werben E tc
infolgedessen auf, morgen die Arbeit wieder zunehmen.
1. Tie (üemaM lieben unb bem ft
□ne Beratung über dke Vereinfachung der Reichsverwaitung.
Einigung im Wiener Gastwirtsgewerte
Wien, 21. T-e^ WTB) In den Verhandlungen zwischen den 'Sekkierten der Schank- gewerbebetriebe und der Dotel- und Kaffee- hmrsbefitzer einerseits und den Vertretern der ausständigen 91ngcftdltr.il andererseits kam cs zu einer vollen Einigung. Das Streikkomitee fordert
Die Brüfieler Konferen).
Brüssel, 21 Tez. L^a aS-Reu:er. Die sprechungcn zwischen den Delogierten der A
Zum Schluß spricht oer Reichskanzler von Cer uns eingeborenen Kraft des Guten, die in Üer christlichen Lehre walte, in der wir auf- cezogen worden seien und die uns wieder zu gesundem Volksleben führen müsse. Wir meinen, diese schlichten, unpolitischen Worte Feilten wirklich in allen Volkskreisen ihre gute Wirkung üben, denn wir brauchen, wie
Eine flricfltcrHärnn i an Japan.
London. 21. Dez. (WTB.'i Wie die „Times" aus Tokio meldet, haben die koreanischen Revolutionäre Japan den Krieg erklärt. Eine provisorische Regierung, die sich in Schanghai befindet, habe den Kriegszustand erklärt.
AnS Griechenland.
Paris. 21. Der. (WTB.f Rach einer Havas- mcldirng aus Athen yat Ministervräsident R h a l - lis dem König die Demission des Kabinetts überreicht. Ter König ersuchte den Ministerpräsidenten, die Leitung des Ministeriums bis zum Zusammentritt der Kammer beizubehalten. Tie „Liberte" betont, daß es sich hier um eine Formalität aus formalen Gründen handle.
uche erloschen r. s bem SpcnM legliebert.
und Vries'
Tie -lusgleichs'.ahlungen.
Berlin, 21. Dez. (Wolff.) In der Frage der Ausgleichszahlungen bat die englisch: Regierung ba5 Angebot gemacht, zunächst m die Prüfung der großen Forderungen einpitreten, die Deutschland angemeldet hat. Auf, diele Weise würde die englische Regierung versuchen, eine Linderung der fiuga&uftiäai Sage herbei
Aus dem bekM?n Neblet
Aus bem Saargebiet.
Saarbrücken, 21. Dez (WTB) Auf die Uebermittelung der von der Telegiertenversamm- lung der Zentrumspartei am 10 Dezember gefaßten Resolution ist bei dem Vorsitzenden der ZentrumSpartei von dem Präsidenten d-r Re- gierungskommission des Saargelsi 1s ein Schreiben eingetroffen, in dem es heißt, er werde für eine eingehende Prüfung der Lage eines jeden der AuSgewiesenen eintreten, denen die Rückkehr in das Saargebiet bisher noch nicht habe gestattet werden können. Was die Begnadigung der bet den Oktober-Unruhen 1919 Verurteilten
Wasserkräfte zugegangen, der die StaatS- Bürgscha't für die Cer-
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Nr. 501
'Der Siehrner Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, vezngr preise:
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PostschcÄonio:
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zin'ung und Heimzahlung der Schn dverschrei- but^en zu übernehmen, die von tm Asiiengefell- schatten , Walchenseewerk" und „Mittiere Iiack^ ausgegeben werden. Die Aktierige^-l.'scha'ten geben Schuldverschreibungen auS, sü' die neben ihrem sonstigen Vermögen die im Ausbau befindlichen Werke Sicherheit bieten sollen.
Vermög- S echflilfte For^rung-n d-S Herzog« llchen Hautes in Braunschweig.
Braunschweig, 21 Dez (WTB.l In bet heutigen Sitzung der Landesversammlung hat daS Staatsministerium Mitteilungen von den Forderungen gemacht, die das Herrogsbaus an den braunschweigischen Staat gestellt hat. Wie die „Braunschweigischen Reuest-n Nachrichten" melden, haben diese Forderungen einen VermögenSw'rt von zusammen 250 Millionen Mark. Das tzerzoas- b-aus macht Rechtsansprüche aus das gesamte braunschweigische Kammergut ^Bergwerke, Forsten und Domänen'» .geltend Gefordert werden u. a. 8631 Hektar Staatsforst, 3412 Hektor Domänen, das Schloß Blankenburg, die Bibliothek iuDolfsen- buttel. das LandeSmmeum in Braimschweig und sämtliches Mobiliar in den Schlössern und tzof- staatSgebäuden. Das Staatsministerium hat den Vertretern des HerzogsbauleS mifgeteift, daß eS nicht in der Lage sei, diese Forderungen zum Gegenstand von Verhandlungen zu machen.
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Dieljad) ^chvechait; ich Wb bet W'7. ,$u können. m ^itkinchj^ ynwfllidjft jri£ - ^nanipnufanatr 1 en niolgen. M hat sich hak ^Knten Non! ii fbeg.-Ä. K ■>;
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Vorschriften k Übungen urt ™ pütgetmfiimr, OcnbrnQlpflegtr lhes in ' nb bü6 bie Bingti -igen nicht m-ji >em Denkniü! ilen haben, fe ’ eien austrii ich, spätestens er telegrapbiid
und Sachsen in der Fassung des Reichstages an» genommen. Gegen das neue Pensionsgesetz in der Fas'ung des Reichstags erhob der Reichsrat keinen Einspruch. Auch der Gesetzentwurf über die be-
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zuführen. Eine Beschlußfassung hierüber liegt noch nicht vor.
Englische Handelspolitik.
London, 21. Dez. ,WTB.) In entern Artikel des Finanzsachverständigen t»5 „Dai"' Ehro- nic e" toird au die zwingendeRotwen^is- k e i t hrngewiesen, ten eirglischen öaiu«. mit Eu ropa durch Ausfuhr von Rohmaterialien zu heben. Der Korrespondent schlägt vor, die Kaufleute und Fabrikanten Englands -v tm unter der Aegide des UebermOelMmte? tufammai- berufen werden, um sogleich die Ausfuhr von Rohstoffen zu organisieren, deren Fehlen in Mitteleuropa soviel Arbeitslosigkeit r«rur acht habe.
Bom sranzöfi chcn Handel.
Paris, 21. Dez. (WTB.) In der fortgesetzten Beratung über die Frage der Arbeitslosigkeit in Frankreich und über die Einschränkung der Einfuhr erfiärte der Handelsminister Isaac, daS Fehlen des Schutzzolles sei nicht die Hauptursache der Krise. Unter den gegebenen Verhältnissen würden Zollmaßnahmen die allgemeine wirtschaftliche Lage nur verschlechtern. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres ibe sich die Einfuhr um 26 Prozent erhöht Die Ausfuhr dagegen sei gegenüber dem gleichen Zattmim des Vorjahres um 240 Prozent gestiegen. Diese Zahlen seien also vertrauenerweckend.
Frankreichs Politik in Syrien.
Paris, 21. Dez. (Wolfs.) Ministerpräsident L e h g u e s m<rchte gestern vor dem SeirattauS- schuß für auswärtige Angelegenheiten und von dem Finanzausschuß der Ätimmer über die Politik Frankreichs in Syrien und Cilizien Mitteilungen. Er erklärte nach dem „Petit Journal" tnt Senat, Fvrnkreich beabsichtige nicht sich an die Spitze der Verwaltung in Syrien zu setzen und er betonte, daß das über bie Verwaltung in Snrien erlassene Dekret in dieser Weise zwar auSgelegt werden könnte, doch sei er bereit, jedem Dun'che der Bevölkerung Rechnung yi t agen. P 0 1 n- car 6 teilt mit, er habe eine syrische Telegatwu empfangen, bie das Dekret so aufgeiaßt habe, als elge Frankreich durch die Verwaltung Hand aus ihr Land. Bon im Jahre 1916 geg-nüber Syrien ein» gegangenen Verpflichtungen erfiä;te Leygne^ nichts zu wissen. Schließlich erCärte Leyques. für den Augenblick könnte eine Räumung Syriens nidjt ins Auge gefaßt werden.
Dor dem Finanzausschuß der Kammer erklärte Leygries nach dem „Matm": Frankreich werde Cilizien an dem Tage räumen, an dem ein guter Friede mit der Türkei und ein Fri-de zwischen der Türkei und Musbapha SVemal Pascha zustande käme.
Die Politik des Präsidenten Hardinq.
Paris, 21. Dez. lWolst.i Rach einer Meldung des „Matin" auS Marion (Ohio) hätte Präsident H a r d i n g sich entschlossrn, kerne Rücksichten aus bat Friedensvertrag von Versailles aus bie Völkerbundssatzun- genzu nehmen.
schleunigte Erhebung des R e i ch Sno 10 v f er s, <___o___,___ ____
wurde, so wie ihn der Reichsrat angenommen hat, hing als begründet erschienen, nach Paris weiter- vvm Reichsrat genehmigt und angenommen, ferner leiten. Auch werde er sich bet dem Präsidenten hie neue dqzüche LrzneüaLe« ixe Vorlage besitz« SLewblkt für die Aeüejlenden veovesdew.
Berlin, 21. Dez. (WTB.) Tas Reichs- f’ibinett beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit einer Reihe von Vorschlägen, die der »e i ch s k 0 m m i s s a r für oie Vercin'ack)ung und Vereinheitlichung oer R ei ch s v erwal t u n g in Kerfolg eines ihm erteilten Auftrages vorgelegt htitte. Die Vorschläge, die der Reichsöommissar im c nseinen begründete, beziehen sich rnshesonderc gyt
ierten und brn deutschen Sachverständigen wurden b-mte den ganzen Tag fortgesetzt und besonders bie Frage des deutschen Eigen- tumstm Auslände sowie die AnSgletchs- srag e behandelt. Die nächste Vollsitzung der Konferenz findet morgen vormit.ag 10 Uhr statt. Man nimmt an, daß sich nach dieser die Konferenz über Weihnachten vertagen und in der ersten vListe d»s Januar ihre Arbeiten in Brüssel weder aui- nehmen wird.
Brüssel, 21. Detz. (Wolff) DavaS meldet: In der geitrigen Sitzung der Finanzsachverständigen scheint das seit Samstag cinyicblagen-? Verfahren des persönliche71 Meinungsaustausches zwisckien den beidersei.igen Delegierten günstige Ergebnisse erzielt zu haben. Der aus Pa.is zurück-gekehrte Führer bet franzö- sischen Delegation bat sich beim Mi isterpräsi- Denten Le gires Informationen und Instruktionen geholt. Die deulschn delegierten zeigen sicht- lick>es Bestreben, zu einer praktischen Lösung zu gelangen. Seit bem ersten Tage hatte man den Eindruck, daß die Deutschen sicl) diesmal nicht drücken wolle». Keinen Augrnvlick ist die d7utsche Delegation ihrem guten Bor atz untreu geworden Für Mittwoch hofft man sowohl die Redaktion der Berichte wie auch die der gestellten Fragen iiu beenden. Beide Delegationen werden bann ihren Regierungen Bericht erstatten unb vor ihrem Ansein andevgehen trrrben sie den genauen Zeitpunkt für ihr DicderPisanrm en treten bestimmen. Man kann daher ein posit.ves Evgebnis nicht vor der Mederaufnahm^ der Arbeiten ernmten, die nack> Weihnachten oder zu diechahr erfolgen wird, nachdem die Rogi rungen die von bei Sachverständigen ins Auge gefaßten Lösungen geprüft haben.
Der HavaS-Berichterstatter fügt hinzu, der Versailler Vertrag g-bc den 9ll!ierten die Mi>glichkeit, Deutschland durch Gewalt -ur Erfüllung seiner Berpflichtungen zu zwi 'gen, aber schon auf die von den Alliierten gezeigte konziliante Ltalttmg habe Deutschiaiid mit der B kun- bung seines guten Willens g antroortet und es wäre ntrpolftisch, diesen »urücktzuw iien, da er eine vollständigere Reparation der dr.rch den deutschen Einsal! verursacksten Schäden erhoffen lasse.
London, 21. Dez. 'WB.) Der Korrespondent der „Times" m Brüsier will erfahren haben, datz.der Konferenr ein endgültiger Vorschlag Vorliebe, der u. a solgeiDeS bestimme: Die Bezahlung der Wtedergut-- machungs summe w?rde sich mit 4 2 Jahre erstrecken. Bon Mai 1921 biS Mai 1925 werde Deutschland dret Millia dm Goldmark fäs^r'ich zu zahlen haben, von 1926 1327 bis 1933/1931 jährlich sechs Milliarden Goldmark ur.b von 1930/1931 bis $um Gmbe der gesamten Periode 7 Milliarden Goldmark jährlich.
die Einreihung von Orten in höhere Klassen deS OrtSklassenverzeichnisseS, und zwar gegen die Stimmen der Vertreter von Bayern unb Sachsen, der Entwurk einer Vewrdimng zur Aenderung der Reichswahlordnung, wobei es sich ihn wesentlichen nur um technische WaltlVorschriften handelt und daS neue Wahlgesetz mit kleinen Aende- rungen der Ausschüsse Die nächste Sitzung deS Reichsrats findet voraussichtlich am 13. Januar statt.
Die Fordemngen der Eisenbahner.
Berlin, 22. Dez. Tie vier großen (Elfen* bahnergewerkschasten veröffentlichen im „Vor- ivättS" einen Ausruf, in Oem sie erklären, das; sie alle VerhanolungSmöglichkeit-i'. erfchup en wollen, um den Eisenbahnern ein *G istenzminimum zu ge- tvchrleistcn. Sölten die Bemühungen her Crgani- salione« jedoch nicht den gewünsckxen Enolg haben, so fäljen sich oie OrganisationLleimngcn t'ieiti’ur.grn, ymi Streik zu greisen. Tie vier Organisationerr würden in diesem Falle den Kamps gemernsam sichren.
Die Frage dcS RuhrkohkenbergbaucS.
Berlin, 21. Dez. (WTB.) Im ReichSwirt- schaftsministerium sand unter dem Vorsitz deS Staatssekretärs Tr. Kirsch eine eingebenbe Aussprache zwischen den Vertretern der ocrschiedmen Ministerien und einer Abordnung der „Techurschen Kontmission" über schwebende Fragen deS R u h r- kohlenbergbaueS liuJ. Tie technitche Kommission war bei dem Abschluß des Spaa-DettcageS aus Vertretern der Arbeitgeber und ArbeiMehm'r deS Bergbaues auf bie Anregungen des R< ichS- tageS und des ReichSwirtschaftsrateS begründet worden, um betriebS- und bergtedmifrf« Fragen mit dem Ziel einer Steigerung der Kohlenförderung zu erörtern. Die Kommstiion bat ihre Arbeiten an der Land von Fragebogen, burm Beratungen und zahlreiche Befahrungen der Gruben gefördert. Sie bat in allen Bergbau freiten Verständnis und Entgegenkommen gesunden unb daS bisherige Ergebnis ihrer Arbeiten nunmehr vor- gelegt. ES wurden heule insbesondere Dorberichd» erstattet über folgende Punkte: 1. Staub der technischen Einrichtungen der Gruben, ihre Mängel und Aussichten einer Beseitigung, 2. Qualität der geförderten und versandten Kohle, 3. die Frage der BerkehrSerlcichterung für fernab den Zechen wohnende und bem Berabau zugewandertc Arbeiter, 4. die Frage der beschleunigten Unterbringung der gegen das FriedcnSmaß um fast 150 000 Mann vermehtten Ruhrbergleute und deren Familien, 5. die Frage, wie das jetzige Mißverhältnis zwischen gelernten und ungelernten Bergarbeit'rn tm Interesse der Fördersteigerung zu beseitig m fei Insbesondere zu der letzteren, äußerst wichtigen Frage zeitigten die Arbeiten der Kommission inter- efia-te Vorschläge (Einrichtung von Lehrkamerad- schaften und Schulschichten), oie unter allseitiger Unterftübung bereits bei verschiedenen Zech.'n Cnn* gana in der Praxis gefunden haben. Tie technische Kommission wird ihre durchaus Erfolg versprechenden Arbeiten fortsetzen.
Drr Ausbau der Wasserkräfte.
München, 21. Dez. (Wolfs.) Dem Landtag ist ein Gesetzentwurf über den Ausbau der
anbelange, so könne er nur auf die Mitteilung Bezug nehmen, die er seiner rett bem Präsidenten, der französischen Republik habe zugehen lassen. Tas Recht der Begnadigung dieser Per'onen. stehe lediglich diesem zu. Er, der Kommis ionsvrä'ident, werde jedoch unverzüglich alle Gnadengesuche, bie an ihn gerichtet würden und die ihm nach Prü-
(Ein Adventswort des Reichskanzlers.
Die Brüsseler Konferenz scheint bisher einen befriedigenden Verlauf genommen zu haben. Wenigstens erklären die Franzosen und die Engländer sich vorläufig für befriedigt, indem sie anerkennen, daß die deutschen Vertreter mit gutem Willen und bestimmten Vorschlägen an die Fragen der Wiedergutmachung herantreten. So war es ja aber auch inSpa ergangen — und das dicke Ende der überspannten Forderungen Frankreichs kam nach. Die heutige Meldung eines ausländischen Blattes, daß schon ein bestimmter Modus dec Entschädigungen in bar gefunden worden fei, ist wohl nur ein Versuchsballon, denn Staatssekretär Bergmann hatte ja wenige Tage zuvor bestimmt erklärt, Deutschland könne in der ersten Zeit gar keine Barzahlungen leisten. Wir müssen unsere Hoffnungen und Erwartungen zügeln und uns auf sehr ernste Auseinandersetzungen gefaßt machen . . .
In dieser Stimmung treffen wir auf ein Adventswort des Reichskanzlers, daS er in der Berliner Halbmonatsschrift, „Der getreue Eckhart", veröffentlicht. Und er knüpft an die soeben berührten Gedankengänge an, inoem) er u. a. schreibt:
„Vielleicht haben die Unl^ilspropheten recht, bie uns noch Schlimmeres weissagen, als wir bisher erlebt haben. Mit viel größerem Recht ober kann die Prophezeiung gewa-ft werben, daß die heutige Weltkonftellation nicht -v 0 n e w 1 g e r D a u e r ist, und baß die europäische Mitte tuerf) keinerlei Gewalt ober List auf bie Länge aus her srieblichen Entwicklung des Völker- Itbend ausgeschaltet werden kann. Ueberall, wo über bie Angelegenheiten der Völker verhandelt wirb, sitzt Deutschland, ungeladen unb körperlich abwesend, doch geistig mit am Tische, wie der (Steift BanguoS „mit zwanzig Todeswunben an fcem Kopf", nicht zu übersetzen, nicht zu umgeben rind auch nicht totzuschweigen. In Genf beim ^öfferbunb hat man es bereits beobachten können. Ich glaube, daß niemals in der Weltgeschichte Männer mit einem so unbcfrtebhten Gewif en beieinander geses en haben, als dort in Genf — eS ski berrn zuvor in Versailles —> weil sie ben ftasien Widerfvruch bes'en. was jetzt ist, mit den Wision- schen fßimftm, für bie sie angeblich gekänuxt hatten unb bie sie förmlich angenommen hatten, nicht übersehen imb doch nicht überbrücken konnten. Unb rtenn nicht edlere Moment? den Haß besiegen tuetben, so wird es schließlich das Interesse der anbern fein, das unsere aktive Msiwirkung an den gerne infamen Fragen der Menschheit ergingen Mfirb.
Diesen Zeitpunkt aber gilt es von uns ans torxubereiten und zu beschleunigen lieber die Mittel und Erfordernisse der amswärtigen Politik trnll ich frier nicht sprechen. SelbstverftanlMch sind sie vorbanden und müssen roafrrgenommen werden. Wichtiger vielleicht ist aber auf absehbare Seit biejenjge Arbeit, die auf unsere innere Erhebung, auf bie Konsolidierung unserer SiuSlichen Verhältnisse in jedem Sinne gerichtet ist. Und da möchte ich nicht ben großen Fragen der Gesetzgebung alleinig? und ausschlaggebende Aedeutung beigemessen wissen. Gewiß ist es von Bober Wichtigkeit, wie wir nach all dieser Zerstörung und Vertoahrlosung ben äußeren Organismus des Staates wieder aufbauen unb in Funktion fetzen Dringender jedoch scheint mir die W i e- derherstellung des Volksgei st es, ohne hm da? ganr staatliche Getriebe nichts als ein öber un^ sinnloser Mechanismus ist. Und an die Spitze stelle ich die Rotwenbigkeft der inneren Befriedung unseres Volkes. Wir bahnt vor den ßnheren Feinden die Waffen niedergelegt, und dabei befehden wir uns untereinander mit ?iner CTbittenmg, die allen Grundsätzen des Pazisismus ms Gesicht schlagt. Wir sind arm geworden unb muffen dem Auslande zinsen, unb dabei verluden wir Zeit und Arbeitskraft in unaufhör- stchen Lvhnkämvfen. Wir leiden Not an allen Scken unb Enden, und dabei wird statt des Aushaus der Wirtschaft von kleinen Gruppen mit ver- stlhreril'chen, aber fLschen Argumenten ihre Zerstörung organisiert, unter dem Schlagwort der Diktatur des Proletariats."
4uf dem Reiche.
Beschlüsse deS Reichsrates.
Berlin, 21. Dez. (WTB.) Ter ReichS- rat stimmte u. a. heute einem Gesetzentwurf zu, der einen Vertrag »wischen dem Deutschen Reich und T a n z i g über die Regelung von Options- Fragen zum Gegenstände bat. Darnach ist ben Deutschen, bie eventuell bie deutsche Staatsangehörigkeit verlieren unb Danziger werben, ein Optrons recht für zwei Jahre gtgeben. Der Reichsrat erteilte ferner einer Reihe von Gesetzen feine Zustimmung in der vom Reichstag angenommenen Fassung, darunter dem Gesetzentwurf zur Aus- nchrung des Optionsabvommens, der Nov l e zum Börsengesetz, zum Weingesetz, zur Sicherung der Kriegsteilnehmer gegen Zwangsvollstreckung usw. Auch daS Sperrgesetz (einheitliche Regelung der Besoldung im Reich, den Ländern unb den Gemeinden würbe gegen bte Stimmen von Bayern
die von dem Kabinett bereits seit längerer Zeit inS Auge yefaßte BerminderungderZahlber Ministerien, auf die Entlastung der Zentralbehörden von solchen Geschäften, die sachgemäß von Den nachgeordncten Behörden wahr- genontmen toetoen können, auf die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen den verschiÄvnen Reichsbehörden unb zwischen ben Reichs- und LandeSbe- hörden. Ter Reichskvmmissar betonte, daß die Flut der Anträge auf Bewilligungen von Reichsmitteln für kulturelle und wirtschaftliche unb selbst für soziale Zwecke eingebämmt Serben müßte. Ter Reichsminister des Innern brachte in einem Korreferat unter weitgehenrer Würdigung der »orgetragenen Grundgedanken auch bic:enigen Momente zur Geltung, denen bei aller Sparsamkeit im Interesse der ©eiwibung unseres gesamten staatlichen Lebens ReS)mrng zu tragen ist. Er leatr bar, welche der durch die Rr-lck>iveriafsuna dem Reich zligewicsrnen Aufgaben nach Lage der Verhältnisse keinen Aufschub vertragen unb welche neuen unb umfangreichen Arbeiten oer Ver,vollung in wirtschaftlicher und politischer Beziclwng durch ben Friedensvertrag unb die Kriegsfällen auferlegt werden. Ter Minister erinnerte an die übermäßige Belastung der Arbeitskraft der Ministerien durch die vermehrte Tättgkeit, die der Reichstag, der Reichswirtschaftsrat und der ReichSvat erfordern und bezeichnete es als notwendig, eine Reform der Arbeitsweise di'ser Stellen in die Erörterung ein» zubeziehen. Ter Minister betonte, daß es im Interesse unserer wirtsck-astlichen Leistunassächigleit nicht angehe, die Ausgaben auf dem Gebiete der Wisienschaft, Kultur unb Sozialpolitik unterschiedslos zu unterorikfen. Ten Schioerpunkt der Reformen sieht oer Minister in einer weitgehenben Dezentralisation aller Arbeit, bie nicht im Interesse unserer außen- und innenpoliti'chen Einheitlichkeit unter Der unmittelbaren po it sehen Verantwortung der Reichsregierung geleistet werben muß, durch Abgabe an die den Reichsministerien nachgeordneten Stellen, die Landesregierungen und die Gemeind-.m. T a s K a b i n e 11 b e s ch l 0 ß , bei her Wichtigkeit unb Schwierigkeit der Materie die Minister zu schriftlichen Betos mit kurzer Fri st da r ü b er - u ve ra nla ssen, wie die GcsichtSp lnkte der Sparsamkeit unb der notwendigen Erfüllung der S a»it?aufgabcn zu ver- einigen fnti). Rach Eiivnrg i-isier Vews nxrb das Kabinett alsdalo weitere Stellung neh-mew.
Erster Blati 170. Jahrgang Mittwoch, 22. Dezember 1920
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General-Anzeiger für Oberhessen MKM
ürnrfunö Verlag: Vrühi'sche Umv.-V»ch- rmd Steie^nickrei R. Lange. Sdfrtftiettin^, Hesch«f1»tzeIIe imö Vrntlerei: 8chtUstratze 7. in Oie he».'
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