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Nr. 223 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 22. September (920

Hauptversammlung der hessiicheu Landergewerbevereinr.

<R. M. St. Term Halt, 20. Sept. 1920

Ter hessische Landesgew.-rbeverein't feire tnesjätrigt £<nu>totrf<imm[ung heu.e in den Räu­men der Zentralstelle für die Gterorabe bei gutem £<qud)e aus allen Landestellen ab. Ter Vositzenoe, Geh. Regierungsrat Nvack, begrüßte bi: Ber- sammlung. inSKnandere den Vertteira der Re- gk-rung, Ministetta.at Wagner, und erfbi tete teraur den eingehend, tt Täiiglensbericht, au^ dem bertwrgtfyl, daß bet Vevttn sein 85. Vereins» ihr mit 124 Or.szeirerbevereinen und 10 805 Mit- ' Ledern, b. h. einen Zu.rachs von 1200 Mit- gli dern im lebten Jahve, 5:ginnt. Tte Neuorganr- ation unter iJeitimg der Hauptlehrer sei erfreultch votansesch-ritten. In den einzelnen Berirfscerbärt* len bilden die Schul -und Organisalwnsftagen i ichlichen Beratungsstoft. In 36 Vereinen unter- tagen sich 1700 Lehrlinge der Gesellenprüfung. Zu 47 Vorträgen gab die Zentralstelle Zuschuß. 7 Vereine hielten mehrwöchige Bud ührungsturse ab. Tie Vereine in Venshetm, Tarmftabt, Gie ßen und Worms veranstalteten Varderci- lungskurse für Meisterprüfungen viele Hand- u^rkersch-ulen leiden an UeberrüHung Tie Zen­tralstelle zur Förderung bet Volksbildung und Ougenbpslcge in Hessen bittet um rege Mitarbeit. Turch bte erhöhten GehaltS orderungen der Lehrer wmmen einzelne Schulen in schwerste Finanz- Verlegenheit Im Interesse der Erhaltung des (Vxnhrbcb.atted muh ter Jahresb-nttag verdoppelt nxrben Ter Verkehr mit der Mi.iisterialbehörbe und anderen Stellen war sehr lebhaft, ebenso ft mb Dk Zenlvalstelle in steter Verbindung mit dem tzanbwerlS- und G-ewerbelammertag, tem Rcicks- oerbanb des deutschen Handwerks, dem deutscten Gewerbe schul Vorstand und dem deutschen Ausschuß für techn. Schulwesen. Ter Vertrag über die Hast- r.siid>tversicherung wurde mit dem Allgemeiiten Teutschen versicherungsrerein in Stuttgart auf 10 Jahve erneuert. Aus den Provisionen tonnten der Eckhardtstistung und dem DuberKllosenfonds weitere Beträge überwiesen werden, von der Sterbetafie wird leider menig Gebrauch gemacht. Zahlreiche Meisterkurse wurden in Groß-Umstadt. Larmstadt, Offenbach usw. abgehalten. Die Ein­richtung einer Ersatzprüftuig wurde an maßgeben­der Stelle angeregt. Tie Rechtsauskunftsstelle er­neute sich lebhaften Zusprudis.

Hieran schloß sich der Bericht des Direktors des Gewerbemuseums, Tr. Haupt, über den Ausbau der Sammlungen. Zahlreiche Führungen wurden veranstaltet. Tas Atuseum Durde von 4452 Personen besucht. Tas Lese­zimmer war von 6194 Personen bemißt. D:r Leiter der chemischen Prüfungsstation, Pros. Tr. Sonne, machte Mitteilungen über die jetzt wieder lebhafter gewordene Tätigkeit, lieber bte gewerbl. Handwerker- und Baugewerkschulen sprach Ge- Verbeschulinspektor Schindel. Turch den über­aus starben Besuch ist eine völlige Umgestaltung in Aussicht genommen. Die vorgeschlagene So tzungsänderung und die Erhöhung des Jahres­beitrags auf 12 Mk. wurde hierauf stach lebhafter Aussprache gutgeheißen. Eft« rege Ausspnrete schloß sich auch an die Ausführungen des Haupt- jehvers Höhn- Nidda über die Organisation tzeS Handwerks bzw. über die Erfahrungen, die bei der Bildung von Fachgruppen gemacht du eben. Es kommt zum Ausdruck, daß zur He­bung des Handwerks ernt Ueberbrückung der Gegen- iätze zwischen Ortsgewerbevevemen und Innungen bzw. n-adxi nippen statt finden und gemeinsames vorgehen die Grundlage hüben müsse.

Ms Ort der nächstjährigen Tagung wird aut innlainrng von Schmuck-Worms Rhebchessen und zwar Worms gewählt.

lieber die Abhaltung der Meisterkurse am Sitz der Gewerbeschulen macht Hauptlehrer Eisen - dard t-Be u s he i m längere Ausführungen, xn enen er beantragt, daß nach den bisherigen Er- abnmgen auch Mr Kostenersparung die Nieister- *urfe auf dem Lande an dem Orte der Gewerbe»- Khulen abgehalten werden müßten. In der Aus- 'pvache wird von dem Vorsitzenden brr Hand- arrte Cammer, Gewerberat Falk-Mainz, der Vor- rffag gemacht, nur den theorttiscten Teü der Prüfung am Sitz der PrüfungStornrnissiiIN ab* galten zu lassen, doch wurd nach längerer Te bitte der Antrag Eisenhardt angenommen. Verschiedene inträge sollen der Regierung als Material über» vieseu werden. Dann wird bk Tagung geschlossen.

Ein Antrag, bett. Arbeitslosigkeit, wird dem irbeit^ und Wrrtschastsamt überwiesen. Bersch «- bette Anttäge, bett. Achtstundentag und Preisab­bau, werden gleichfalls überwiesen zmd dann die bauptvrasammlung geschlossen.

Canöwirticbaft

Stallhaltung.

Ter Wunsch, auch im Win.er P erde mit an» liegendem aiälczerchem Laar zu haben, ist bc- grelf.'ich. Ern soletes Haarkleid roült am das Auge angen.hmer, als rvenn es sich dem B.ick bärenpelja.tig darbieiel, w.c Mutter Natur we­niger eblv Pferde für den Winter nun einmal aus- geftattet hat. Ein gut gepflegt cs glattes und glän­zendes Haarkleid braucht nicht kurz und dünn zu sein. Tas durch Eindecker, Warmhalten des «tallts und Absck-lieeen jeden. Luitzugcs künstlich er;eng e glatte kurze und dünne Haar bietet te n Pferde leinen Schutz und ist Dein Zeichen von Gesundherc und Mderstandssähigleit, hmn solche P erde sind nur um so anfälliger, wenn sie bann dach einmal der rauheren Lust ausgesetzt werden müssen (b.- stärigt durch die reid.cn K.iegseifabrun^e >) Tre Pierde neigen zu Erkältungsttanihri e i und jtf sind für Jnielttonskranklteiien, wie Brustseuche, Druse u a leichter empfänglich, die außerdem bei dem verweich-lidrten, weniger widerstandssähigen Körper oft schwerere Farm annehmen. Das hart erzogene, mit der Natur lebende Pievd wird r»n Derartigen Krankheiten weniger ober gar nicht Ix* fallen oder die Krankheit vermag sich ui dem gestählten Organismus nicht auszuoveiten und solche innerlichen Verwüstungen anynicfctei, wie wir sie z. B. bei jedem ernsteren Brustseuchrn- gange beobachten können.

Auch das beliebte Scheren ist ein Eingriff gegen die Natur, der ten stark verlausten und verräu- beten Bierden nicht zu umgehen, aber nicht bei tedem Pferd straflos anwendbar ist: er eignet sich nur für Luxuspferde und für solche schwer ar­beitenden Pferde, denen bei fräftigern Futter eine sorgsame Stallpflege zuteil werden kann. Für bte Mehrzahl der Arbeitspferde ist es nicht zu em­pfehlen. Ungeschorene und nicht verweichlidste Pferde haaren im Frühsahr frühzeitiger und schat.I- ler aus. versuche, die mit Wintenvttden gemacht worden sind, haben vielfach sehr günstige Ergeb­nisse geliefert und bestätigen die Vorzüge der Ab- hättung sowie den schnelleren Haarwechsel

Einen nicht günstigen Emflutz aur Gesundheit und Wohlbefinden der Pferde übt die Beschaffen­heit mancher Ställe aus. Der Umstand, daß die Wirkung des üblen Einflusses solcher Stalle sich selten unmittelbar bemerkbar macht, hat es ver­schuldet, daß dem zu wenig Beachlung geidjentt wird. Gleich dem Menschen braudü das Pferd, wie die anderen großen 5>rustiere, Helle, lustige und trockene Unter tun stsräume zu seinem Gedeihen. Wie aber sieht es gerade damit aus? vielfach in dunk­len, luftlosen, im Winter von Feuchtigkeit triefen­den Ställen müssen die Tiere ihr Leben hinbringen. Die Wuchtigkeit ist oft so groß, daß sie von Decken kmd Wänden herabttieft und 'im höchsten Grads nachteilig auf den Gesundheitszustand der Jüsassen wirken muß In der Tat ist der Winter diejenige Jahreszeit, in der die meisten Erkrankungen und Verluste an Pferden feftzustellen sind.

Ter Mensch raubt also auf der einen Seite dem Pferde die Widerstandsfähigkeit gegen schäd­liche äußere Einflüsse und auf der anderen Seite liefert er es eben diesen schädlichen Einflüssen aus. Je länger das Pferd am Tage den Unbilden schlech­ter StÄle ausgesetzt ist, desto größer ist die Gefahr der Schädigung und besonders bann, wenn nicht eine ausreichende kräftige Bewegung in freier Luft den schlechten Einfluß des gesundheitswidrigen Stalles in gewissem Maße wettmacht. Gerade im Winter aber, wenn scUechte ober fehlerhaft ge­baute Ställe am allerungünstigsten auf die Gesund­heit einwirken, pflegen die Pferde sich am längsten darin auf in halten und erhalten am wenigsten Ge­legenheit zu kräftiger Bewegung des Körpers in freier Luft.

Die Pseideschutzvereinigung über ganz Deutsch­land hat schon wiederholt, auch in Eingaben an die Reichs- und Staatsbehörden, auf die Gefahren ungesunder Stallungen für unsere so sehr wett­vollen Pferdebestände hingewiesen und sie wendet sich anregend immer erneut an die Pferbebesitzer mit der Aufforderung, der Sache vermehtte und ernste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Leider ist es bei der Bauweise vieler, namentlich .massiver, Stallungen ofcne darüber gelegene warme Stall­böden nicht so einfach, die winterliche Feuchtigkeft fernzuhalten. Die künstlichen Lüftungssysteme pste- gen da zu versagen, darum sorge man in erster Linie stets für möglichst isolierte Stalldecken mit gefüllten Futterböden darüber, die der Decke eine gewisse Wärme verleihen und im Verein mit an­gemessener Lüftung bei Feuchtigkeitsgehalt der Stalluft verringern.

yochschulnachrrchten.

Hk. Der neue Kurator der Univer- [it ät Marburg. Wie die ,Hochschulv7rr." er­fährt, ist an Stelle des in den Ruhestand tretenden Kurator^ Geh. Oberregiernngsvat Hassenpflug

der Geheime Okerrrgierungs-at irb vorra'nTt Rat im pr ußischen Kultusmi istetturn Tr. jur. Ernst von Hülsen zum Kurator der Unüicnüat Marburg errannt aorben. Tr. t>. Hulicu i 1875 zu Bisdwfsw.rber, Kreis Rojenb.-rg i : W<>.- picueen, geboren Nach kurzer.ig>ii alsHils2- riebter beim Amts- und L'anbgeridü Tanzig;curie er Mui 1904 als Hilfsarbnter in da) Preutz. Kultusministerium berufen und der Ab:ei ung für Hoct-schulen, Kunst und Wistenschoft übernne en. OktoberDezember 1904 war er ldmmissariich als Protürator der Landessdwlc in Pforta und re- barni bis September 190b als Justitiar und ver- nmltungsoat beim Prorrnzialsd.'ulkdllegium ui B.r- lin tätig Im September 1906 zum zweiten Plate- als Hilfsarb.-,ter in das Preußische Kültusmini- ftcrium ein berufen, wurde er hier gleich baiaui zum Rcgierungsasses'or und 1911 zum Regierungs­rat, im ^torcmbcT 1912 zum Geheimen Regierungs- rat und Vortragenden Ral und 1916 jnm Ge- Ueinem Obrrregierungsral b:fördert. Seil Sep- t.-mber 1906 gehört Geheimrat v. Hülsen ununter» biocfen der Hdchschulabtcilung des ftültu^mtni- steriums an, in der er zunächst mehrere Jahre tm Personalrefevat tätig war und nunmehr feit zehn Jahren das Referat für die äußeren Angelegen­heiten dsi Universitäten Breslau, Halle, Marburg, Göttingen, Münster, Bonn, Frankfutt a. M. und Külu verwaltete. Längere Zeit hindurch hat er auch zugleich ia der 'Abtellung für bte höheren Lehranstalten des Kultusntinisteriums die Dtenst- altersangelegenheiten der Oberlehrer in Preutzen als Refereiit bearbeitet. Am 29. Juli 1920 ver­lieh ihm die medizinische Fakultät der Universität Halle die Würde eines Ehrendoktors der Medizin.

Airche und Schule.

Ncuc Erhebung über den Stand der Volks- bildungs- und Ingeudpflkgearbtir in Hessen.

TieZentralstelle zur Förderung ter Ä)lkS- bildung und Jugendpflege in Hessen" hat bei Be­ginn ihrer Särigteit eine Erhebung über öen Stand der Bvllsbildungsarbeit Per auf" alt ct Sie hat dann in ihrer vor einiger Zeit erfdytenenen Bvoschüre Bvlksbildungsarbeit in Hessen" den Versuch ge­macht, das gewonnene Material zusammenfassend darzustellen. Sie plant alljährlich eine solche zu­sammenjassende veröffentlickrung über die in Hessen aus diesem Gebiete geleistete Arbeit herauszugeben. Darum hat sie an alle Freunde und Förderer der Volksbildung und Jugendpstege unseres Landes ein Rundschreiben gerichtet, in dem sie um Berichte über die Tätigkeit im letzten Jahve bittet Da aber bei der großen Fülle ter in Betracht kommenden Stellen es leicht möglich ist, daß die eine oder andere Organisation oder Persönlichkeit übersehen wurde, bittet die Zentralstelle alle bteienigen, die dieses Rundschreiben nicht erhallen haben, aber bereit und in der Sage sind, einen zusammenfasien- den Bericht zur Verfügung zu stellen, alsbald bei der .Lenttalstelle zur Förderung ter Volksbildung und Jugendpflege in Hessen", Darmstadt, Alles Palais, das Rundschreiben ein&ufcrttem. Sie stehen in entsprechender Anscchk jedems Jvtevessenten gerne zur Berfüsung.

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mc. Frankfurt a M., 20. Sept. Das städtische Amt für Veruftzbeoattmg hat an die Schulen sogenannte Beobachtungsbogen verschickt, rn welche die ö^ner ihre Bemerkungen über abgebenbe Schüler emtcagen sollen. Man hofft auf diese Weise für die einzelnen Berufe be­sonders geeignete Lehrlinge answLhlen zu können.

Tunten, Spiel und Sport.

Gießen, 21. Sept. Ergebnisse der Kampfspiele Rw. - Schützen-Rgt. 22 vom 18. und 19. September. 100Meter-Lauf A. Klasse: 1. Ltn. Wagner 3/22 12^4 Sek., 2. F-eldw. Bernecke 2/22 12,4 Sek., 3 Ltn. Keeper Radf./22 13 Sek. B. Klasse: 1. Geft. Schmidt 4/22 13,4 Sek, 2. Feldw. Spatz 9/22, H. Gesr. Speckhardt 3/22. Kugelstoßen: 1. Feldw. Ries 1/22 8,85 Meier, 2. Schütze Heck 3 MGH. 8,83 Mtter, 3. Schütze Gaspatte 2/22 8,52 Meter. Diskuswerfen: 1. Untffs. Fischer 2/22 29,36 Meter, 2. Offz -Stellv Pforr 1. MGK. 29,80 Mtter, 3. Uiff^. Ranttn 4/22 27,06 Mtter Handgranatenwerfen: 1 Geft. Hör sch 5,22 98 Punkte, 2. Utffe. Rcmrm 4/22 94 Punkte, 3. Schütze Klinger 1. MGK 94 Punkte. Speer­werfen: 1. Schütze Heck 3. MGK. 32,73 Meter, 2. Geft. Lvrsch 5/22 31,20 Mtter, 3 Ulffz. Müller 2/22 28,80 Mtter. 4 00- M e t e r-La u f: 1. Utsfz. Paulus 1'22 59 ©et., 2. Geft. Schäfer 3/22 60 Sek., 3 Schütze Frick 4/22 64 Sek 15 00- Meter-Laus: 1. Feldw. Wagner 9/22 4,56,1 Min., 2. Schütze Stegmüller 8/22 4,56,3 Mm , 3. Schütze Diehl 9/22 5,7,8 Min. 60-Meter l M. G. -Lau s: 1. Feldw. Bernecke 2/22 11,2 Sei., 2. UM. StLhler 3/22 13,3 Sek., 3 Schütze Httligenthal 3/22 13,3 Sek. 360-Meter-

Hindernislauf^ 1. Ltn W-agner 3 22 56,4 Sek, 2 Jüh.ir Item er 5/22 v8,3 Set, 3 Getr.

.eich 2 2j 65 Sek Hochsprung: 1. HtT ). rscher 2 22 1,55 'Dieter, 2 V.sel w. s*d t3 MGK.

1,ü0 Me.er, 3 Gesr od>.nal.-I 6 22 1,4.- Meter Weitsprung: 1 Utfn Ji cher 2 22 5 8i Met, 2 Lrn. Lagner 3 22 o,6o Meter, 3. Vzseldw. Bo:i 3 MGK 5.42 Mct.r Stabhochsprung: 1 Ukfsz. Jischer 2 22 3,05 Mtter. 2 Schütze Stemmann 2/22 2,90 Meter, 3 Geft Dcfter 1. MGK 2,70 Meter Dreikamvf: 1. Feldw. 2patz 9 22 64 Punte, 2. Sdmtz' Franz Muller 2 22 56 Punte, 3^ Schätze Gespane 2/2 . 2Puntte. 100-Meler-Schwimmeu 1 Geft Jfta« vunde 4 22 2.20,2 Mm, 2 Ulffz Oclpeinsch 2 22 2,21,2 Min., 3 Schüft Nung fier 7/22 233,2 Min 400Meter-schwimmen: 1 Sckütze Schmitz 4/22 11,31,1 Min., 2. iStbüge Ewig 4/22 12,28,3 Dlnl, 3. Ulffz Arnold 4 22 13,0,1 M n. Springübunaen: 1 Vzsel7w. Retlz 122 54*4 Punkte, 2 Lockütze Thiel 5 22 44'/. Punkte, 3 Ulffz Arnold 4/22 30* 4 Punkte Dreibein­lauf: 1. Ulffz. Müller 3/22, Oe fr 9doßmann 3/22, 2. Sergi. Oellschläger, Schütze Bender 4xl00-Meter-Slasfette für Komp.: 1. 2. Komp 50,1 Set, 2. 9 Komp 514 Sek, 3. 5. Kvmp .' 2.4 Set E ha r g en - S l a s f e 11 e; 1.1. Bail 22 64,1 Set. 2 2. Ball 22 65,1 Seck. 3. 3 Bcvl 66,0 Sek. 10xl00-Meter- Staffettc: 1 1. Ball. 22 2,10,4 Mm, 2. 2 Ball. 22 2,12,0 Min. Olymp Staffelte: 1 3. Ball 22 4,24 Min., 2. 1. Ball W 4,27,1 Min Fußballwettfpiel: 3. Ball 22 4 :0 Tore. Gruppen chindernislauf: 1 9/22 9,35 Min. Tauziehen: 1. 1. Kvmp, 2. 2. Kvmp., 3 3. Komp. Gruppengepäck­marsch (20 KW ): 1 4. Kvmp. 2 St. 52 Mm., 2 7. Kvmp. 2 St. 57 Min. 4xl00-Metev- Stasfel schwimmen: 1. 2. Kvmp. 12,2,2 Min:. 2 7. .Kvmp. 12,4 Min.

Stiftungsfest des Deutschen Jugendbundes. In dem B i e r k a m p s (Itiditettbletifdier Wettkampf) anläßlich des erftm Sfttlungsfestcs des teutschm JugenpbunteS Gießcn, PwvinHialverbemd für Cberteficn, gingen als Die zehn ersten Sieger hervor: Oberstufe: 1 August Wallenfels Bkehen) mit 55. Punkten; 2 Heinrich Radetzky (Lich) mit 49 P : 3. August Walter (Treis a. d. £ba) 46 P.: 4. Kutt Walter (Treis a. d. A«.) 39 P.; 5. Hermann Ho sm cum (Hungen) 38 P.: 6. Goorg Schwarz (Gießen) 36 P.: 7. Willy Rahn (liefen) 33 P Mittel­stufe: 1. Karl Reuter (Giehkn) 80 P . 2. Rudolph Fischer (Gießen) 76 P.; 3. Rudolf schmalz (Hun ­gen) 75 P.: 4. Wilhelm Wendel (Gießen) 74 P. : 5. Georg Schäfer I. (Hungen) 70 P.: 6. Willy Gengnagel (Gießen) 69 P.; 7. August Langer (Gießen) 68 P.: 8. Wilhelm Rtt>ling (Hungen) 66 P.: 9. Heinrich Schäft (Laubach) 65 P.: 10. Ulrich Bürker (Gießen), Hansmarlin Hondrich(Gie­ßen), Fritz Moufang (Gießen» 63 P. Unter­stufe: 1. Wilhelm Scten (Lic^ 65 P.: 2. Gustav Meißaerbcr (Gießen) 61 P.: 2. Friedrich Karl Birnbaum (Laubach) 61 P ; 3. Heinrich Wetter (Gießen) 60 P.; 4. Karl Post (Laubach» 59 P.; 5. Rrchard Dahn (Hungen) 57 P.; 6 Th« Klin^r- fuß (Saubach) 55 P : 7. August Jöckl (GrüTcherg) 52 P.: 7. Rrckvtf Schvab (Gießen) 52 P: 8. Ferdirrand Weißgerber (Gießen) 51 P.; 9. Heinz Eidmann (Gießen), Hans Eiserrdvabt (Grünberg) 47 P.: 10. HeinrÄh Dvnrmes (Gießen), Adolf Brandl (Saubach) 45 P. Die Sieger im Äerkampi erhalten (Äwenurkunden und bie Tellnrhrucr bei Staffelte Erinnerungs urkunden

Ligos viele im Lahnkreis Sdmo vom 19 September 1920: v. f R. 1900 2 Spiele, 2 gewonnen, 5:1 Tore, 4 Punkte; 1860 Mar­burg 1 Spiel, 1 gewonnen, 2: 1 Tore, 2 Punkte; B. C. Wetzlar 1 Spiel, 1 gewonnen, 1:0 Tove, 2 Punkte: B. f B Marburg 2 Spiele, 1 gewon­nen, 1 verloren, 8: 2 Tore, 2 Punkte: V f B. Gießen 1 Spiel, 1 verloren, 1:2 Tore: Germania Marburg 1 Spiel, 1 verloren, 0:7 Tore: F. C. Wetzlar 2 Spiele, 2 verloren, 0: 4 Tore. An den diesjähttgen Ligaspielen im Lahnkveis beteiligten sich vorstehende 7 Vereine, von denen die drei besten Vereine in ter nächsten Spielzeit 1921/22 an der Gauliga des Hess.-Hannöver. Gau teilnel?- men dürfen. Der zweite Ligasonntag hat nun schm, etwas Klärung in der Tabelle geschossen, ohne jecwch ein genaues Bild übet die <?piel stärke der Mannschaften zu geben Gießen 1900 nimmt mit Marburg 1860, der als Favorit für die Meister­schaft betrachtet wird, die Spitze. Der nächste Sonntag bringt in Marburg das 3ufammentreffm der beiten führenden Bereme und wird das Er­gebnis für die Meisterschaft von gröfrer Bedeutung sein. 1860 Marburg schlug letzten Sonntog seinen Lokalgegner B. s. B. 2:1, während 1903 Gießen durch seinen 3:0 Sieg F. C. Wetzlar auf den letzten Platz verwies. Bei der Gleichwer igkeit ter Mann- schäft en dürfte em spannendes Spiel zu erwarten sein. B. f. B. Marburg wird in Anbetracht ferner

Blinder Hatz.

Roman von AlsredSassen.

Nachdruck verboten.) Fortsetzung 36.

Der Schüler nahm gehorsam den ang-wi-smen Llatz ein, legte sich einen Briefbogen zuvectzt inti> mst noch ter Jeder. Tuntel empfand er, datz tm Lesen der Tante, namentlich im Ton ihrer Stimme, etwas ganz außergewöhnliches war, eine große, falle Felerlichteit, aber er war zu jung, um den 2Puren dieses Gefühls nachzugehen, und vor allem befand er sich in bebender Erwartung dessen, was ihn die Tante diktieren würde.

A Sie sprach:Beginne also . . . Liebe 9tena! v!« meinem Namen schreibt Dir Dein Brütet Ma; tfafrn Briet Ter heutige Tag hat mrr eme Stunde gebracht, in ter ich zu der Erkennmis getont- (Nen bin, datz ich kein Recht habe, Dich mit jenem schwur, ten Du mir an Oskars Grab geleistet, an mein freudloses Aller zu hinten. Ich g?ve Z-ich frei. Und frei magst Du dem Zuge Demes verzeils folgen. Das ist der ausdrückliche Wille deiner Dich liebenden Tante"

Tie Blinde, die bisher mitten im Zimmer ge- Unten hatte, näherte sich dem Schveibpull.Bist >u fertig ?"

Jo, Tante."

So komm' und führe mir die Hand. Ich vill meinen Namen unter ten Brkr setzen."

Ter Knabe reichte ter Greisin die Feder, °nd mit seiner Hilfe schrieb die unglückliche Statte, jahrelang feinen Buchstaben mehr zu Papt.r toixubt, in Schriftzügen, die trotz ihrer taftenten öittrigLit noch an den stolzen, kräftigen Sctzvang

ihrer sehenden glücklichen Jugrnd erinnerten, ihren Namen unter Sie Worte des Neffen.

Jetzt tonnte sich der Schüler nicht mehr halten. In einem Jubel, der zur Hälfte Schluchzen nur, brach er aus:Du gute, gute $aJite! O, ich kann gar nicht sagen, n*e gut du bist! Und rote unsere Rena glücklich fein wird, wenn s« den Bner bekommt"

Glücklich ja, ich wünsche es," unterbrxico die Blinde den jauchzenden Knaben. Ihre Worte tönten wie einer fernen, fremden Höhe ge­sprochen. Ein bedrückend geheimnisvoller, welt­entrückter Sölang war darin. Tie Blinde stand tem kleinen Neffen so nahe, und doch auch wieder gleichsam von ihm getrennt durch dunkle, undurch­dringliche Schatten.

Sie fuhr sott:Nun schließe den Brief." Tonn normte sic ihm die 2ldresse, bte er Jnraui setzen mu6te, und fügte hinzu:In einer Stunde kommt jo wohl ter 7ldendschncllzug durch Göichwitz Gehe selbst zum Bahnhoi tnü) wirf den Brief in den Kasten."

Gewiß tu' ich dos, Tante. Schvtt geh' ich "

Er eilte zur Tür.

Ein kurzer Stampf dann riet ihn die Btawe zurück.Komm' her, Max, mein Junge," jagte [ee mit einer Weichheit, aur die sie un.oillkürllch selbst hinhören mußte, so fremd Lang lie ihrem Ohr.Tu hast mir zwar schon mit Worten ge­dankt aber du sollst deine alte Tonic auch Mieter einmal füllen. Tu hast es lange nicht getan."

Ter Schüler wart sich ungestüm an ihre Brust.

Und sie umarmte ihn mit einer Inbrunst, als schlletze sie in ferner warmen Jugend auch noch eine andere an das Herz-

Geh nun, geh," ritt sie dann aber plötzlich aufschveckend, und ihre Stimme verschärfte sich wieder Jäh itahm ihr Gesicht raten Ausdruck an, als möchte sie sich selbst verhckhnen, daß sie so in Weidtheit und Rührung hatte aufgehen kön­nen. Wie sie auf einmal wieder starr und schrofs dastand, fühlte man woyl: sie hatte von einer Ucbeimacht besiegt werten können aber he mußte auch ein Mittel wissen, sich ten Händen derer, die sie ihre Feinde nannte, zu entziehen. Ein Zucken um ihren Mund, das auch jetzt noch grollenden Triumph bedeutete, verkündete es nur zu deutlich ...

Max Botenbach stürmte mit seinem Sstlichm Brief hinaus aur die L-traße. Mil beiden Hun­ten mit seinem ganzen Herzen hielt er ihn.

Tas Atenddunftt, dos herein gebrochen war, hinderte ihn nicht daran, wie em Pfeil da hin­zu fliegen die Schnellkraft der Freute in ferner Brust war übermächtig.

Und doch stand er plötzlich zaudernd still. Ter Zug, dem er den Brief mitgebm wollte, kam erst in einer Stunde. Er aber bedurfte für den Weg zum Bahnhor kaum eine Biettelstunte.

Ta tonnte er ganz gut einen kleinen Umweg machen. Ja, er wollte zu rast in das Lehverhaus laufen und den Geschwistern ReinÄwrt die große, große Freude verbinden, die er verbrieft btt sich trug.

Er trat in ein hell erleuchtetes Zimmer, in tem an dem wohlgedeckten Tcttisch neben tem Lehrer und ferner Schwester auch Waller Huttich saß. Er wohnte im Gasthaus zum Bären, war aber zur Teestunde herüber gekommen, um mit den FreundenKriegsrat" zu hallen

Nun stürmte ter kleine Mann mit seinem ganzen httßen Ungestüm in das Zimmer und richtete die stolz leuchventen Augen auf die kleine T^ tischrunde. Alle bun fuhren erwartungs­voll von ihren Stühlen empor, als ahnten sie die große GlückSverkündung, deren Bote in dem schönen Knaben da aus der Schwelle erschienen war. Ihre Fragen schwirrten aus ihn ein.

Er schöpfte tief Atem, dann sprudelte er, )o gut er tonnte, seinen Bericht heraus, nicht m lückenlosem Zusammenhang, aber doch teut.'ich g> nug für die Zu hörenden, daß sie begriffen: der alte Herrgott war wieder einmal in emem'Sdjan- chen mächtig gewesen.

Ter Britt, die Beglaubigung des Wunders, in dessen Strahlen sich alle fottnen durften, ging durch eines jeden Hände, andachtsvoll freudig be­grüßt und andachtsvoll freudig writergegcben.

Beinahe eifersüchtig sah ter Schüler der Wan­derung des Briefes zu und atmete erleichtert aur. als er ihn wieder in der Brusttasche feinet Joppe geborgen. Er halte sich die schter erdrückende Freuten last von der Seele geredet unb stürmte nun wieder hinaus

Die alten Geschwister und ter Deutschameri­kaner wirrten sein Berschwinken erst gewahr, als er schon wieder durch die Nacht da hin flog Rton mochte sich nun Vorwürfe, ihm nicht herzlich ge­nug gedankt zu haben. Aber der rounterfamc Glinz tes Erreichten hotte eben aller Augen so sehr geblendet, daß der kleine Vollbringer im Schttten dahinter verschwunden war.

(Fortsetzung folgt.)