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Frankfurt a. M., 21. Juli. Börsen- ftimmungsbild. Mit einer Steigerung von 18 Proz. traten Phönix Bergbau in den Verkehr und konnten sich im Verlause um w?itere 10 Proz erhöhen, wozu lebhafte Käufe im Anschluß Berlin den Anlaß boten. Auch für die übrigen Werte des Montanmarktes bestand reges Interesse, selbst Harpener Konnten sich 8 Proz. erholen. Caro zogen 10, Rhein. Stahlwerke 7 Proz. an. Kali Westeregeln plus 16 Proz., Elektrowerte :mregel- mäßig. Bergmann verloren 8, Schuckert 3 Proz. Lahmeher fest plus 7 Proz. Chemische Rütgers- werke zogen 3 Pwz. an, Th. Goldschmidt gaben oi/2 Proz. nach. Der Kassaindustriemarkt lag mit wenig Ausnahmen fest bei durchschnittlichen Kurs- erhShungen zwischen 3—5 Proz. Cementwerk Heidelberg büßten 5 Proz. ein. Mexikaner mürben wieder etwas reger um gesetzt und höher. Im freien Verkehr Mansfelder Kure bei großen Umsätzen 4700, 4800, 4770, Datsche Petroleum 788, Vereinigte Nickelwerke 348 Proz.
Es notierten: 5proz. Reichs anleihe 79.50, 5proz. Goldmexikaner 331, 5proz. Silber Mexikaner 296.50, 5proz. Tehnantepec 204, 3Vsproz. unverl. Bayer. frvp. ^Psdb. ‘2.70, OesteUr. S'aatsbahn 206. Schmtungbahn E 645, Oesterr. Creditanstalt 88.5Q Mitteld. Creditanstalt 142, Wiener Bankverein 57.50, Elektr. AkÜrmulatoren Berlin 400, Kali Aschersleben E 432, Kali Westeregeln E 701. Lahmeyer 192.50 ä 195, Bergmann 252, Deutsch- Ueberfee E 750, Schuckert 236.50, Neckarw. Etz- lingen Vorz. 107, Elektt. Lieferungen 199, Voigt u. vaeffner 314, AEG. E 311.75, Siemens u .Halste E 356, Grie-Heim 307. Rutger: wte'e 269, S eid.au alt E 510.50, Th. Gol schmut E39 .5 , Höchst .374, Metall Brngwerke 224.25, Phönu Bergbau 468 ä 470 ä 478, Gelsenkirchen 326, Buderus 308 ä 309,50. Oberbedarf 234,33. ä 233.25 E 234, Deutsch - Luxemburg 303 ä 304.50, Laurahütte 276, Harpener 368, Rhein. Stahlwerke 373 ä 377, Caro 287, Schuhsabr. Aug. Wessels 250, Brauerei Binding 163, Gum- misabrik Berlin-Frankfurt 225, Continental Nürnberg 108.50, Brauerei Sinner 107, Zellstof Aschafftnburg 390, Maschinens. Hydrometer 179,
(In einem Teil der Auflage w-iedtthüt.)
Die Aussprache im Ueichstagsausschuß
für auswärtige Angelegenheiten.
Berlin, 20. Juli. Abg. Bernstein kritisierte die Behandlung der militärischen Fragen in Spaa und trat für eine möglichst schnelle Um- gestaltung der Reichswehr ein,, die eure Wiederbelebung des Militarismus unmöglich mache. In der Kdhlenftage habe er die Ueberzeugung, daß die Delegation nicht mehr habe durchsetzen können. Die Gefahr des Einmarsches sei zu groß, als baß man sie hätte riskieren können. Daß der Euima^ch vermieden wuvde, sei zu begrüße::. Der heutige Bericht wirke berüingenber als die Mitteilungen in der Presse. Aus den Verschiebungen der Kohle müßten weitgehende Folgerungen gezogen werden. D:e Kohle müßte so schnell wie möglich s >o z i a l i 1 x e r t iverden. Was unsere Vertreter in Spaa getan haben, sei grundsätzlich anzuertermen, wenn auch manche Punkte zu kritisieren seien. Die Berufung von Stinnes sei falsch gewesen. Dagegell seien die Arbiter vorzüglich vertreten gewesen. Die Konferenz von Spaa sei eine Etappe und auch in der Art der Verhandlungen ein Schritt vorwärts.
Abg. Ledebour erklärte, in v>e m Punkten könne er dem Minister Recht geben. teile taä Befremden über die VerhandlunMsou e ^if setzrmg des Ruhrgebiets unter irgend einem Vor- ivand müßte 'verhindert werden. Die Ablehnung der Unterzeichrung der Einmarschdrohung genüge zur Wahrung unseres Rechtsstandes.' Er befxnbe ftch m vollem Einvernehmen mit der Rochtsaiiftassung der Regierung. Zur Heranziehung des Abgeordneten Stinnes sprich er sein lebhaftes Befremd«: aus. Ter Redner verbreitet sich bann über die Kohlen- schiebeveien und verlangt ebenfalls Sozialisierung der Kühlengri!ix n. Er begrüßt es vom Standpunkt seiner Partei, C-afs bi Reichswehr sckMtweise vermmdex t iüiiX) und ist auch mit der Uimvandluxig der Sicherhcitsntehr ei nversvanden. Er fragte, ab der Minister für den Fall von inneren Unruhen einen ?lppell an Oie Entente gerichtet habe.
Ter Reichsminister des Austra Dr. Siw o iis, legt auf die Anfrage des Vorredners die Vorgänge bei der Unterzeichmmg de? Protokolls dar und weist die Darstellung, als .,abe er den von Ledebour angeführten Appell an die Entente gerichtet, nachdrücklich zurück. Weiter stellt er fest, daß er für die Berufung von Stinnes verantwortlich sei. Stinnes sei nicht Vergangenheit, smidern Gegemvart und Tätliche. Er sei der wesentliche Repräsentant der BergwerRbesitzer, wie Hne wesmt- licher Repräsentant der Bergarbeiter sei. Diese Repräsentanten der Entente vorzuführen sei nicht $u verhindern gewesen. .
Abg. Helfserich erörtert die Einzekherten des Abkommens. Tie militärischen Bestimmungen bctradjtet er als unausführbar. Tie Kohlens chio- bungen hält er nicht für verhälMrsm äßig wesentlich, so sethr er mit der schärfsten Bersvlgimg von Schiobungen einverstanden ist.
Die Bertrauenstagesordnnng für Mlllerand.
Paris, 21. Juli. (WTB.) Die Tagesordnung, mit der die Kamme rderRegie- rung das Vertrauen ausgesprochen hat. lautet: Die Kammer genehmigt die Erklärung der Regierung, vertraut auf sie zur energischen Verteidigung der materiellen und moralischen Interessen Frankreichs in Verbindung mit seinen Verbündeten, weist jeden Zusatz zurück und geht zur
Berlin, 21. Juli. Das „B. T." sagt zu den Aeußerungen Mil l e r a n d s in bet französischen Kammer über die Ernenn ung eines franz ösischenGesandtenrn München: Die deutschen EinzAstaaten brauchen nicht von Frankreich gegen eine preußische Hegemonie geschützt werden, die nicht mehr besteht, und Teutschland kann nur mit Ironie das Wohlwollen des Herrn Millerand entgegennehmen. — Tie auffallend starke Minorität, die gegen das Kabinett stimmte, führt das Blatt auf die Erklärung des französischen Ministerpräsidenten über die Unterstützung Polens gegen Sowjetrußland durch Frankreich und England zurück.
England und Sowfttrukland.
L o n d o n , 20. Juli. (WTB.) Wie die. Agentur Akuter erfahrt, hätte England am Dienstag abenb der Sowjetregierung die Antwort auf ihre Note überreichen sollen. England wünscht Er klärungen über die Note Tschitscherins, die man als sehr verwickelt betrachtet. Sollten die Bolschewisten! in Polen einbringen, ft würden die Handelsbeziehungen mit Sowjetrußland sofort abgebrochen werden.
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Ein vrrnünstiges Urteil eines englischen Arbeiterführers.
Haag, 21. Juli. WTB.) Wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus London meldet, hat der Führer der englischen Bergarbeiter Smülie sich in einer Rede in Nord-Cumberland zu Gunsten der Deutschen ausgesprochen. Er wies darauf hin, daß die Kohlenerzcugung in Deutschland infolge der ungenügenden Ernähnmg der B«g- leute sehr zurückg'gangen sei. Smillie ist der Ansicht, daß, wenn die Entente auf ihren Forderungen beftebt, Deutschland niemals imstande sein wird, die verlangten Kohlenmengeit zu liefern, ohne daß gleichzeitig die deutsche Industrie einen derartigen Schaden erleiden wird, daß von der Be- zahlnrrg einer Entschädigung kerne Rede sein kann.
Die Aufteilung der Türkei.
London, 21. Juli. (WTB.) Wie die „Times" aus Konstantinopel meldet, sind griechische Truppen in Jsmid gelandet und haben den Vormarsch nach Ostthrazien ausyenom- men, die Eisenbahnverbindung mit Adrranopdl ist bereits unterbrochm. Auch^ englische KrieaS- schifse haben Konstantinopel verlasjen, um südluh Thraziens zu operieren. .
Paris, 21. Juli. (WTB.) Dre h«ft^n Morgenblätter verbreiten eine Meldung des „Exchange Telegraph", wonach die türkische Regierung ihre Demission eingereicht habe.
Syrien.
Paris, 21. Juli. (WTB.) Ter „Teuchs" meldet aus Kairo, daß die Regierung Emir Fes- sals gegen das Vorgehen Frankreichs in Syrien Protest emgelegt 'bat.
Grokfturr in einem Sägewerk.
Freiburg, 21. Juli. (WTB.) Ter Bvand auf dem Sägewerk I. Himmelsbach bei Neustadt im Schwarzwald wütet immer noch fort. Tas riesige Holzlager dürfte bereits zur Hälfte ausgebrannt sein. Ter Äähiroertehr auf der Höllen-- talbähn, die immittelbar am Lagerplatz vorbei führt, konnte bis jetzt aufrecht erhalten werden. Dagegen sind sämtliche Telephon- und Telegrapheuleftungen zerstört worden. Die Feuerntehr der Umgebung, einschließlich der von Freiburg sind immer noch tätig. Ter Schaden wuü >auf 25 bis 30 Millionen geschätzt, doch ist die Schatzung jetzt noch s^hr unsicher.
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