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Ausschuh der Volkskammer, sog. Siedel ungs- aus schuß, trat gestern nachmittag unter seinem Vorsitzenden Köhler-Worms zusammen und wurden zunächst eine Reihe von Berichte zur Ver­lesung gebracht und genehmigt. Dann wurde die Vorstellung des demokratischen Verbandes des Niddertales in Ortenberg, bett. Pachtfeld zu Hos-Bceitenheide, nach Mitteilung der Regie­rungsantwort mit dem Wunsche, das; das Siede- lungsverfabren recht bald zur Durchführung ge­bracht werde, der Negierung als Material über­wiesen. Dec Antrag Eitznert-Schftdbach betr. Uebergang von Privatbesitz in Gemeindeeigentum wurde mit Rücksicht aus die Regierungspntwort nochmals zurückgestellt.

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Gießen, den 22. Mar 1920. Gegen die Verhetzung der Landwirtschaft.

Unter dieser Ueberschrist haben wir in Nr. 113 unseres Blattes front letzten Samstag eure An­weisung der hessischen Regierung an sämtliche Landbürgermeistereien veröffentlicht, die sich, mit der Verhetzung der Landwirtschaft als Ursache der mangelhaften Ablieferung beschäftigt. Gegen diese Anweisung der hessischär Regierung 'haben die Vereinigte n Landwir t e des Krei­ses Gießen (Bauernbund'» am 17. Mai nach­stehende Protestkundgebung gefaßt:

Die Landwirte des Kreises Gießen protestie­ren aufs energische gegen den Borwurf des Gesamt­ministeriums, daß die Führer der Landwirtschaft eine gewissenlose Verhetzung wegen der Ablieferung an Brotgetreide, Eiern. Milch Schlachtvieh und Kartoffeln unter ihren Landwirten verursacht Ratten.

Wir haben in dem verflossenen Erntejabr un­sere ÄblieferungspflicA voll erfüllt und sehen in dem Erlaß des Ministeriums eins ungevechte öffent­liche Beschuldigung unserer Führer,, gegen die sich die Landwirtschaft des Kreises Gießen anfs ener­gischste verwahren muß.

Wir verlangen gleiches Recht für alle." Veranstaltungen.

Samstag, 22. Mai: Lichtspieltheater wie gestern. Ä ,

I. Feier tag, 23. Mai: Oberhessischer Krmst- v-erein, 111 Uhr, Ausstellung des Aussteller-Ver­bandes Münchener Künstler. Gießener Kunst­sammlung im neuen Schloß von 111 Uhr un- «entgeltlich geöffnet. Auf der Hordt, 4 Uhr, Militärkonzert der Reichswehrkapelle. Schöne Aussicht, Vs8 Uhr, Militärkonzert der Reichswehr- kapelle. Lichtspieltheater wie gestern

II. Fe i c r t a g, 24. Mai: Oberhessischer Knnst- frerein wie I. Feiertag. Lichtspielhaus,Judex". Lichtspiele, Seltersweg,Der Weltuntergang".

** Oberhessischer Kun st verein. Dce Ausstellung des AusstellerverbanÄes Münchener Künstler gsht nunmehr auch im Gießener Drnst- bercin nach dreiwöchentlicher Dauer ihrem End. ent gegen. Die Kunstwerke werden nach Sckftutz der Ausstellung am 30. d. Mts. nach Dessau zur Weitersendnng gelangen. Die Ausstellung, die mir nach bat Feiertagen noch eingehend besprechen wer­den, 'batte auch hier in Gießen zahlreichen Besuch zu verzeichnen. Ter Ausstellerverband Münchener Künstler zählt nahezu ein halbes Hundert schaffen­der Künstler und es ist für ihn besonders charak­teristisch, daß er Zugehörige aller Münchener Kor­porationen umfaßt. Zum Geleite der Llnsstel- lung hat F. o. Ostini die Grundsätze und Richt­linien des Verbandes dem Bilderverzcichnts bct- gegeben. Da nun die Ausstellung auch an beiden Feiertagen und an den folgendm Werktagen von 11 1 Uhr geöffnet ist, so wird manchem Kunstliebhaber Gelegenheit ge­boten, dir Ausstellung noch zu besuchen. (Srnige Oelgemäld' und Radierungen von Konrad Pfau sind neu cingereüjt worden.

** Tie Gießener Kunstsammlung mit der Tr. Hans-GedLchtnis^Stiftung im neuen Schloß, Eingang Senckenbergstvahe, ist am ersten Feiertag von 111 Uhr unentgeltlich ge­öffnet. Kinder haben nur in Begleitung Er­wachsener Zutritt.

** Neugründung. Mit der Eröffnung der Neustadt-Drogerie im Hause Neu­stadt 28 'durch Herrn Harrs Noll hat wieder ein Stück Alt-Gießen ein neues Gewand angelegt. Das von I. W. Kurz, dem Vater des bisherrgen Besitzers, im Jahve 1857 gegründete, nach .ttl» bewährten Grund'ätzen geführte M-iterval-, Farb- roaren und Hausla, t-Artikel-Eeschäft erfreute sich namentlich in der Zeit, in der bie Neustadt das lebhafteste Geschäftsviertel Gießens war, eines guten Zuspruchs. Nach der dem Stvatzenbild an- gepaßten äußeren NeUherstellung, dem die innw», praktischeren Forderungerr Rechnung tragende Ein­richtung entspricht, macht das Ganze einen an­genehmen Eindruck.

** Angestellt en-Tarif-Vertrag. Am Mittwoch findet bie letzte Sitzung der Arbeit­geber und Angestellten statt, bei der bie Unter­schriften vollzogen werden. Daran anschließend er­folgt sofort der Truck bes Tarifvertrages.

Aus Hessen.

Die rheinhessische Bauernbewegung.

wz. Alzey, 20. Mai. In der Hauptversamm­lung ber r Hein hessischen landwirt­schaftlichen Arbeitsgemeinschaft, be­stehend aus bem landw. Pvovinzialverein, dem landw. Kreisverein Ältainz. dem Hess. Bauernverein und dem 'Hess. Bcmernbmid, an der sich ei'wa 1000 Landwirte, darunter auch zahlreiche Mitglieder der Ortsgruppe Rheinhessen derFreien Bauernschaft" beteiligten, wurde folgLnde Entschließung ein­stimmig angenommen:Tie Versammlung ver­urteilt jede Agitation, die geeignet ist, Un­einigkeit in bie Reihen der Landwirtschaft zu tragen. Sie fördert die bestehenden Organisationen «Landw. Verein, Hess. Bauernverein und Freie Bauernschaft" auf, in Gemeinschaft mit dem Hessi­schen Bauernbund sofort die Einheitsfront der Landwirtschaft im Kamps um ihre Existenz herzusteNen."

Zur Besoldungsordnung.

rm. Darmstadt, 21. Mai. Als erste haben die hessischen Lehrerinnen gegen die hessische Besoldungsordnung protestiett, da sie auch bei gleicher Leistung sich einen Gehaltsabzug von 15 Prozent von dem Gehalt der Lehrer gefallen

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in höchstem Maße verhaßt, die hinter dem Papagei die Taube, wenn nicht den Heiligen Geist felber sah; aber bis ins späte Mittelalter eiferte sie ver­geblich dagegen, und heute noch spricht man all­gemein vomVogelschießen", auch wo man längte andere Ziele kennt.

Seitdem spielt der Schützenkönig seine gvM Rolle: er bat gewissermaßen den einstigen Mai könig abgelöst. Auch seine Würde dauert ein Jahr lang, und in mancher Gemeinde genoß er allerlei Freiheit; mit der erschossenen Scheibe - ost mehreren ziert er seinen Giebel, seine Amts kette, die immer länger und immer schwerer rourbe, trug er auf jedem Kirchgang, ja wohl gar seiner Vogel nahm er auf die Empore mit.

Natürlich hat jeder rechtschaffene Schützenköm auch eine Königin, wie vordem der Maikönig sein Maibraut. Ueberhaupt jeder junge Mann sah fidr nach einer solchen um. Die ganze weibliche Jugend, auch jede Wittib unter fünfzig Jahren, mußte dazu antreten, und dann wurde unter ihnen ge­wählt, auch wohl um sie gerauft gelost, geboten, was das Zeug hielt, und zum Schmsse unter her Maie auf dem Anger heftig getanzt. -Prüdec. Weibern, die nicht mithin wollten, legte mm statt des Maibusches eine Dornenwelle vor du- Tür, Hagestolze setzte man auf eine Schubkarre uni fuhr sie auf einen bürten Acker.

Auch wer bei den Wettkämpfen der Letzt- war, gar den Sonnenaufgang am Pfingstmorgci- verschtief, bekam sein Teil ab. Die Aermften uiü* Dümmsten, vor allem der Schweinehirt und bir Gänseliesel müssen da in der Regel ihre Haut zrr Markte tragen. AlsP f in g stl ü m m e l" er* freuten sie sich einer zweifelhaften Eintagsherrlich- fcit, der allgemeinen Spottluft streisgegeben. ©fr* hat sich das einstige schmucke Ptingstköiiigtum ur ein wunderliches Gegenteil verkehrt. Aber war- macht das aus? Derbes Volk liebt derben Scher» und nimmt nicht Schimpf für Ernst. Das alter Frühlingsfest hat neue Formen angenommen, de- von Gau zu Gan wechseln, doch kaum mit der Zen Noch immer schmücken wir es, auch in der Groß stadt, mit Maien, am liebeftn aber holen wir fr uns selbst, wenn draußen zwisck>en dem hefrtr. Birkengrün derPfingstvogel", ber scheue Pirol melodisch lockend ruft.

Die 9ht des Mittelstandes.

Berlin, 21. Mai.. (Wolff.) Aus die Be­schwerde bei unabhängigen Sozialisten in Spandau gegen die angebliche Bevor­zugung von Schülern höherer Lehranstalten bei den amerikani­schen Schulspeisungen erwiderte, wie dasBerliner Tageblatt" meldet, der Bür­germeister, die von zuständigen Aerzten nach ben Bestimmungen der amerikanischen Kom­mission v-or genommenen Untersuchungen Hütten ergeben, daß ganz bedeutend mehr Kinder der höheren Lehranstalten unter­ernährt seien, als die Mnder der Volks­schulen. Der Arbeiter kömre bedeutend mehr für seine Kinder tun, als der Mittelstand.

Aerzteschast und Krankenkassen.

= Frankfurt, 22. Mai. In dem Kon­flikt der Frankfurter Aerzteschast mit den Krankenkassen in Fragen der freien Arztwahl und einet besseren Honorie­rung fand gestern abend eine außerordent­lich stark besuchte Versammlung der Frank­furter Aerzte statt. Die Versammlung er­hoffte zwar eine friedliche Lösung durch ein einsichtiges Entgegenkommen der Kranken­kassenhauptverbünde. Falls eine befriedigende Lösung nicht gefunden wird, so tritt vom 25. Mai, mittags 12 Uhr, in ganz Deutschland der sogenannte verttagslose Zustand ein. Die Aerzte iverden dann nur noch die Kassenmit­mitglieder als Privatpattenten und nur gegen Barzahlung behandeln. Die Leitung des Aerzlekonflikts wurde einem fünfgliedri­gen Attionsausschuß übertragen. Professor Dr. Fischer gab im Auftrag der medizinischen Fakultät der Universitäit und der Miniks direk- toren die Erklärung ab, daß sich diese Körper­schaften rückhaltlos hinter die Aerzteschast stellen. Eine gleiche Erklärung gab die Ver­einigung der Krankenharts- und Kliniksassi- stenten ab.

Pfingsten.

Kulturgeschichtliche Studie.

Pfingsten, das lieblichste der Feste! Doch was ist Pfingsten? Ach, alles daran ist schwer zu er­klären. Gleich ber Name. Klingt deutsch und ist griechisch, bezeichnet ein Fest und bedeutet eigent­lich eine Zahl: der fünfzigste Tag nach Ostern.

An diesem Tage geschah es, daß sich der heilige Geist über Christi Jünger ergoß. Doch wer war der Heilige Geist? Er schwebte vom Him­mel frerab in Gestalt einer Taube, und mit feurigen Zungen sollten die Glaubensboten das Erlösungs- Werk des Weltheilands aller Welt verkünden.

Wie sollte man derartige Begriffe tiefsin­niger Philosophie eines fremden Volkes, eines fernen Landes, einer untergegangenen Welt der ungeschulten Masse mitteleuropäischer Barbaren! begreiflich machen? Wie anders, als indem man ihnen fron bem Wunder handgreifliche Vorstel­lungen gab! Denn das gemeine Volk glaubt nur, was es mit Augen sieht. Man tat das daher in aller Umständlichkeit.

In der ältesten Zttt feierte man Pfingsten eine volle Woche lang. Alle unsre großen Kirchjenfeste batten eine lange Dauer, und sie währen auch beute noch nicht nur einen Tag. Daher werden sie alle im Pluralis majeftatis genannt. Durch BescUuß des Konzils zu Elvira wurde die Aus­setzung des Heiligen Geistes im Jahre 305 narb Christ: Geburt unter die Kirchenfeste emgeretyt. Durch ein anderes Konzil zu Kastnitz, wurde es rm Jahre 1094 auf drei Tage beschränkt. Dabei blub es in Preutzen bis zum Jalne 1773, in ^acksen bis zum Jahre 1831 und in anderen Landern iwch länger. Mit dem Pfmgstscste endete das alte St-irdyenjafrr, aber bas neue begann erst vierzehn Tage danach. Dazwischen lag der leere Sonntag". Er wurde schließlich alsKlein- Pfingsten" auch noch in das lange Feiern' einbe- 3«gen, später aber, besonders von der evange­lischen Christenheit, der Dreifaltigkeit geweih' Da her zählt der Katholische Kalender heute noch u-e Sonntage nach Pfingsten, der protestantische aber die nach Tttnitatis.

Predigt alle Register seiner Orgel und ließ sie kräftig dröhnen, um das Brausen front Himmel vorzuführen, dasals ein gewaltiger Wind" das ganze iHaus erfüllte.

Pfingsten feiert man aber nicht nur in ber Kirche, sondern auch im Freien, unb da erst recht. Nun endlich ist es Frühling geworden, in Pfingslluft schwelgt die ganze Natur. Da regen sich die neubelebten Kräfte in Mensch imb Vieh, und willig läßt man ihnen ihren Lauf, ba ja alles, was Beine hat, zur Familie zahlt. Der stärkste Stier im Dorf muß sich seinen Vorrang im Wettbewerb mit allen anderen erkämpfen und wird dafür zum Gemeinbebullen erhoben und alsP f in g ft - oebfe" hecausgeputzt; einen mächtigen Kranz er­hielt er um den Hals, unb an den Schwanz wurde ihm eineTauschleifri' gebunden, denn Pfingsttau hat besonderen Wert; et verheißt ein reiches Butter- jahr, er vertreibt Warzen unb Sommersprossen. Deshalb macht sich auch der Bauer gern bie Stiesel naß, wenn er am Pfingstsonntagmorgen durch die Felder geht:So oft vor Sonnenaufgang die Wachtel ruft, soviel wird im Herbst ber Malter Korn kosten.

In ber Urwaldzeit wurde das beste Rind in der Pfingstzeit Allvater Wodan geopfert und dann -- verspeist. Ms diese gemeinsamen Schmäuse aufhörten, blieb wenigstens noch dasPfingst- b l e r", mit dem sich im Lüneburgischen heute noch eingeheiratete Bäuerinnen in die Ge­meinde einkaufen. Anderswo wird dazu gesammelt. Junge Burschen mit altertümlichen, fron Geschlecht Su Geschlecht vererbten Lärminstrumenten mit denen sie die bösen Geister aus der Gemarkung vertreiben -- ziehen frühmorgens von Hof zu Hof, und rasch muß ihnen gegeben werden:

Ach, laßt uns nicht jo lange steh'n. Wir müssen noch dreißig Meilen geh'n!

So weit war es mm doch nicht, aber man brauchte seine Kräfte noch zu anderem. Auch auf dem Anger gibt es einen Pfiugstkranz, an hoher, glatter Kletterstange; da tarnt sich jeder l>e runterholen, was er mag und erreicht. Und in ähnlicher Weise Wettkämpfe und -spiele überall. Die Erwachsenen aber messen sich im Schießen, nsangs schossen sie nachPapageien'': wohl bis m Die Kreuttahrerzeit geht diese Bezeichnung zurück. Begreiflicherweise war das der Geistlichkeit

zirts auf dem städtischen Lagerplatz, ©teilt* stratze, beliefert gegen Abgabe ber vom Brennstoffamt ausgehändigten Gutscheine. Ebenfalls in der Zeit vom Mittwoch brs Samstag werden die bis 1. Mai 1921 gü­tigen Holzbezugskarten an die Bezugsberech­tigten im 8. unb 9. Bezirk ausgegeben. Nähe­res siehe Anzeigenteil.

* Kvhlenbezugskarten für das Jahr 1920/21 an Haushaltungen ohne Zentralheizung werden aus dem Brennstvfsamt ausgegeben. und zwar für Bezirk 13 ab Mittwoch, 26 Mai, und für Bezitt 1 ab Montag, 31. Mai. Näheres siehe An-zcigenteil.

** D i e Be r a t u n g s ftun d en für Kriegsbeschädigte ter Bersorgungsstelle Gießen werden ab 1. Juni nur an bestimmter Tagen des Monats abgehalten; näheres ist aus bem Anzeigenteil ersichtlich.

** D ie Lcbensmitteltabelle des städtischen Lebensmittelamtes für die Woche vom 24. bis 30. Mai wird im Anzeigenteil der heutigen Nummer veröffentlicht.

** T i e Deutsche Volks Partei ver­anstaltet am Mittwoch den 26. Mai im Hotel E-roßher^og eine öffentliche Versammlung, in der Fräulein Tr. Marie B e r rr a y s aus Momtheim überFrauen und ReichStagswaÄen" sprechen wird. Frl. Tr. Bernays ist Leiterin ber Sozialen Fvauenschüle in Mmmcheim. Sie hat sich seit Jahren mit Sozialpolitik beschäftigt und ist an aussichtsreicher Stelle als Kandidatin für den Reichstag ausgestellt. Frl. Dr. Bernays wirb den Gießener Frauen im besonderen noch in Er­innerung sein von der Generalversam mlun g des Allg. Deutschen Fwauenvereins im Jähre 1913, bei der sie in der Aula über ..Frauenbewegung und Geburtenrückgang" sprach Ihre wissenschaftlich be­gründeten und tief durchdachten Ausführungen haben damals einen großen Eindruck au? bie zahl­reiche Zuhörerschaft gemacht.

** Judex. Arn Psingstnwntvg gelangt im Lichtftnelhaus Bäh-thofstr. der 1. Teil dieses großen sechsteiligen Fllmwerkes zur VoMhrnng.Der geheimnisvolle Schatten" ist ber Titel der ersten Episode. Tie Tochter eines reichen Bankiers, dessen verbrechettscher Lausba'tzn durch die Macht eines ge'httmnisfrollen Unbekannten ein Ende gefetzt wird, wird in später Abendstunde von ihrem angeblich toten Vater durchs Telephon um Verzeihung ge­beten. Die völlig Ueberraschte glaubt, von einer Sinnestäuschung genarrt zu werden, ahnt sie doch nick.ltö fron jenen abenteuerlichen Ereignissen, die sich inzwischen in den Rucnen desroten Schlosses" abgespielt 'hatten. Tie einsame Frau glaubt an einen bösen Traum, und wandert in die Nacht hinaus. Im gespenstigen Ndondenlicht aber folgt ihr ein geheimnisvoller Schatten, der die über­aus spannende Handlung bes Wenteurerfilms immer wieder durch seinen nwchtvollen, aber un­sichtbaren Arm len ft.

Landkreis Gießen.

x Wieseck, 22. Mai. Am 24. Mai begehen bie Eheleute Heinrich Kreiling und Fran Maria, geb. Keller, das Fest der silbernen Hochtz-eit.

Kreis Schotten.

ä>. S cho t te n, 22. Mai. Mitglieder ver­schiedener hessischer GeschichtSvereMc begründete hier eineBereinigung Vogelsberger Geschichtsfreunde" Die Vereinigung will durch Borttäge und Veröfsanllichungen imSchot- tener Kreisblatt" m der heimischen Bevölkerung geschichtlichen Sinn wecken und in S chv treu ent Vo gelsberger Heimatmuseum schiffen. Geschäftsfikhver ber Bereinigung ist Lehrer M ü r z- Eschenrod.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Offenbach, 21.Mai. Die in einer Küche der Feldstraste gestern erfolgte Ex­plosion des K ü ch e n h e r d e s, die den Tod einer Frau zur Folge hatte, ist nach den Feststellurrgen durch den erwachsenen Sohn der Frau verschuldet, der aus Leicht­sinn eine H andgranate in die Feue­rung gelegt hatte. Er war nach dem Unglück verschwunden, ist aber inzwischen festgenom­men worden.

Hessen-Nassau.

Mordanschlag aus einen Kriminalbeamten.

fer, obwohl schon nach Waffen unterfird#, einen Revolver aus bem linken Rockärmel und schoß drei­mal auf den Beamten. Zwei Kugeln fehlten. Die brittc traf die linke Brustfelle Fischers, prallte aber hier an einer StaHlschachtel für die Anfbewahruwz von Bleifedem ab. Der Verbrecher, ein vielfach gesuchter 23jähriger Schlosser Karl Fröhnel fron hier wurde bann von anderen Beamten überwältigt unb eingeschlossen.

30 Kilogramm Gold beschlagnahmt.

Frankfurt a. M., 22. Mai. Drei Groß- schiebem wurde gestern mittag von Kriminalbe­amten, die als Kaufleute auftraten, 3 0 Ku l o- g r a m m Go l d b a r r e u im, Wette von 1200 000 Matt in dem Augenblick abgenommen, als bas Geld auf einer 'trieftgen Bank gegen Aushindignng ber Goldbarren gezMt werden sollte. Der Haupd Wer ist ber Bancier Bacharach aus Hanair. Bacha rach hatte das Gold vor mehreren Monaten, als ber Goldpreis am höchsten stand, aufgetauft, und versuchte nun infolge der sinkenden Goldpreise das Metall um jeden Preis lvsKuschlagen. Tas Gold wurde ber Reichsbank zugefichtt.

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)( B i eben köpf, 20. Mai. Auf bat Sta­tionen der Bahn MarburgBiedenkopf herrschte gestern nachmittag anläßlich der Ankunft einer größeren Anzahl Franksur ttr Ferien linder reges Treiben. UeberaH stand bie Dorsjugend berrit, um die aus den Wagen aussteigenden Frankfutter Knaben unb Mädchen mit nach Hause zu nehmen. Um ihre Wsserchen und Körbe, überhaupt um ihr Reisegepäck, brauchten sich die klernen Reisen­den nicht zu kümmern, das trugen bie Dorfkinoer, und vorerst stumm, mir sich gegenseitig musternd, gings bann zur Mutter, die schon Dur ber Türe stand und den Ferien gast mit echter Herzlichkeit, wie es im Hinterlande Sitte ist, begrüßte und in das Haus geleitete. In den schönen waldbegrenzten Gebirgsvörfern werden bald bei besserer Kwst bw schmalen unb blaffen Wangen ber Gvoßstadttinder voller und frischer werben.

[] Marburg, 20. Mai. Heute wurde frier Pie älteste M a rbu rgerin, Frau Professor 'Kitty v. Schmidt, zu Grabe getragen. Sic erreichte ein Alter von 92 Jahren.

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Sport.

Fußball. An den beiden Pfmgstftiettoyen fittben auf den V.f.B.Sportplatz Trieb fol­gende Fußballwettspiele statt: Am Pftngstfonntag, nachmittags 3l/2 Uhr tritt bie erste Mannschaft des F. C. Alsfeld gegen die zweite Mannschaft des V. f. V. zum Retourspiel an. Das Vorspiel konn­ten die Alsfelder mit 3:2 knapp gewinnen. Am Pftngstnrontaig, nachmittags 31/» Uhr, spielt die Ligamannschafc bes Hammer Spielverein vvn 1904, Ligameifter von Westfalen, gegen die erste Mrnnschäft des V. f. B. Tie West­falen treten 'frier mit ihrer vollständigen Meister- schattsMannschaft an, ihre Stütze ist eine iürßerst flinke Lüuferrrihe, im Sturme verfügt ber Malb- rechte über eilten gefürchteten Schuß. Tie fDtamt- schäft ljat in letzter Zeit nur gegen erstklassige Gegner, wie Werder, Bremen unb V. f. B. Leip­zig gespielt unb babei stets gut abgeschnitten. Von Interesse bürfte noch fern, baß Hammer Spieb Der ein ber Deutschen Tumerschaft angefchlvssen, also als Turnermannschiaft anzusprechen ist. B. f. B. Gießen hat für dieses Spiel eine iäußerft starke Mannschaft aufgestellt, um den Westfalen ein ebenbürttges Spiel liefern zu können, u. a. spielt der beliebte Malbrechte Hch. Möller. Dem Spiel wird allsellig mit Spannung entgegenge­sehen. Tie Jugendabteilung des V. f. B. unter­nimmt unter Leitung ihrer Führer Fußballreisan Tic erste unb zweite Jugenbmannschaft spielt in Viebenkapf und Frankenberg gegen bie dortigen SchÜlermannschaflen, während die dritte Jugend- mnnnfdjafi gegen ebensolche in Friedberg unb sJiau> beim Wettspiele aus trägt. Tie Leichtathletik-Ab teitung des V. f. B. besucht die sportlichen Writ- fämfrfe des Turnvereins Alten-Tiez und stattet u. a. auch in ber 4 x 100-Meter-Staffel gegen Marburg, Limburg, Weilburg, Wiesbaden u. a.

An den Pftirgstfeiertagen unternimmt der Ber- ein für Rasenspiele von 1900 mit feiner Ligamann schäft rine Reise ins Nahetal. Die Mannschaft fährt bis auf zwei Ersatzleuten vollständig, so daß ein gutes Abschneiben zu erwarten ist. Am Psingst samstag spielt die Mannschaft in Ober stein; am ersten Feiertag in Kreuznach unb am zweiten Feier- Lag in Bingen. Von diesen brei, Spielen dürfte das gegen Kreuznach das Schwerste sein, da diese Mannschaft gute süddeutsche Ligaklasse repräsentieri.

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Wie aber wurde dargestellt, was sich amlbefciebigt werdeu. und'so 'hatte auch n." Organist ersten Pfingsten m jenem nicht näher bezeich-'akle Hände voll zu tun. Er zog vv' und nach ber

** Holzausgabe. In ber Zeit vom .

Mittwoch, 26. Mai, bis Samstag, 29. Mai, chinai'wachttneister F i sch werden die Haushalttingen des 8. und 9. Be-verhafteten Einbreck^rs fei

netenHause" im heiligen Lande ereignete? In Wahrheit beschränkte man sich nicht bloß darauf. Man feierte allezeit zugleich christliche und deutsche Pfingsten. Warum ist die Kllchenfarbe des Pfingst­festes ein tiefes Rot? Es ist ein Sinnbild Der feurigen Zungen, sagen bie Gottesmänner; die Leibfarbe des Donnergottes sahen darin die alten Germanen. Und so allenthalben.Schmückt das Fest mit Maien", singen die Deutschen, aber schon beim jüdischen Laubhüttenfeste war es Sitte, den Tempel mit Laubgrün zu sckMücken ,chis an bie Hörner bes Altars". Altgermanische Frühlings-- feier unb israelitischer Kult gingen miteinander.

Jean Paul beschreibt in seinemHesperus" wie man in den Kirchen, wenn ber Priester von der Ausgießung desHe ilige n G e istes" erzählte, Blumen auf bie Gemeinde herab regnen ließ. Das war jebock mir noch ein schwacher Ab­glanz einstigen handgreiflicheren Brauchs. Denn zuerst regnete es brennende Wergbäuschchen, bis man einsah, daß solche Feuertaufe gar zu gefährlich war. Aus alle Fälle gilt heute noch das Pfingstfest als wichtiger Tauftag. Bor allem wird am Pfingst­sonntag in den katholischen Kirchen das zu Früh- linaanfang aus heiligen Quellen geschöpfteOster- wasser" zum Taufwasser getoeifrt.

Unb bann bie Taube. In vielen Kirchen ließ man, wenn ber Geistliche am Altäre das Dem crcator spiritus" anstimmte, einen Kranz aus Eisen oder Laub von ber SSecte hernieder- schweben, dessen Hauptstück das Abbild einer Taube bildete. Auch dieses Gewinde war mit gelben unb roten Frühlingsblumen unb Bändern, Sinn­bildern ber feurigen Zungen, geschmückt; bie ganze (v>emeinbe griff nach bem Flitter, und wer etwas davon erhaschen konnte, verwahrte es lebenslang in seinem c^ebetbuche. Mllunter ließ man aber auch eine echte Taube fliegen, bis sich einmal fol­gendes Geschichtchen ereignete: Als Cer Geistliche zu ber angegebenen Stelle kam, ber Heilige Geist aber auf sich warten lieft, rief er den Chorknaben I irmmlfig zuWo bleibt denn ber Heftige Geist?" I Peinliches Warten und Schweigen, bis ihm endlich j emer erwiderte: ,^>etr Pfarver, das iRard hat ihn