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Frankfurt«. M., 20. März. (WTB.) Der Vorstand der Frankfutter Börse beschloß ab Montag, 22. d. Mts., mieder Börsenocrsammlungcn abzuhalten. Die Wertpapierbörse bleibt jedoch bis Ende dieses Monats wieder wie bisher Dienstag, Donnerstag und Samstag geschlossen. Die Devisen werden an diesen Tagen um 12.45 notiert.
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*Diedeutsche Stick stofferzeugung. Die Stickstosserzeugung hat in DeutWand wäh- rebn des Krieges außerordentlich zugenommen: k sie hat sich verfünffacht. Wie wir einer Zu- | jammenftdlung deS „Pwrnetheus" entnehmen.
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wird das unter Beteiligung des Reichsfi-tes be- grünbete Stickstos'-Syndckat, da-> alle öeutfdjen •ötitfftorfrocTfr, die ben Luststickstos' Dtrarbeitcnben nrie die den Stickstoff aus der .stöhle gewinnenden umfaßt, über eine jährliche Gesamter^ tigmig von 500000 Tonnen Stickstoff Der fügen. Dabei werden 400 000 Tonnen Stickstoff aus zwei Millionen Tonnen Ammomumsul-at und WOO.X) Tonnen Stickstoff aus einer halben Million UatT- stickstoif gewonnen. Vor dem Kriege verbrauchte Deutschland etwa 226 000 Tonnen Stickstoff im Jahre, von denen 110000 Tonnen in Deutschland erzeugt und 116 000 Tonnen aus 750 000 ans Chile eingesühttm Tonnen Salpeter gewannen wurde. Heute wird also mehr als doppelt so viel Stickstoff hergestrtlt, als wir vor dem Kriege verbrauchten. Von dieser Erzeugung sollen 90 Proz. für die Landwittschaft bcrcitgefient und der Wettbewerb des Auslandes soll möglichst ausgeschaltet werden.
* Was England der Frieden kostet. Im amerikanischen Abgeordnetenl-ausc sind bereits »or I im eener Zeit die Riesenkosten der amerikanischen Abordnung beim Pariser Friedenskongreß einer scharien Kritik unterzogen worden, und man hat betont, daß dieser ganze Frieden, der ja in den Vereinigten Staaten so wenig Beifall findet, die Ausgaben der Abordmmg nicht wett sei. Aehn- liche (Stimmen wurden bei einer V ^Handlung im englischen Unterhaus laut. Auch in Großbritannien fängt man ja an, einzusehen, daß diese ganze „Friedcnsarbcit" in Paris nichts wert ist, und der Abgeordnete Dogge fand mit der Bemerkung Beifall, die Regicrmig habe 250 000 Pfund dabei herausgcworfen und trotzdem damit doch nicht den Frieden gebracht. Den Anlaß zu der Besprechung dieser „FriedenSVosten" bot eine Teil- svrderung von 220 000 Pfund für die englische Abordnung aus der Friedenskonferenz. Verschiedene Redner erklätten. man habe in der unver- antwottlichsim Weise dabei mit dem Gelbe der Steuerzahler gewittfck>aftet, einen Riesenstob von Angestellten in fünf der feinsten Pariser Hotels untergebracht und sehr luxuriös gelebt. Ein Abgeordneter bezifferte die englischen Gesamtkosten auf 2 Millionen Pfund, und ein anderer fragte, ob in dieser Rechnung auch schon die Kosten für den Champagner und für bie Tanzgescllschaften enthalten seien.
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* Friedrich Hebbel und die Leip- »lger Messe. Die Leipziger Mustermesse, die brr Welt einmal wieder ein Bild gibt von dem 3chassensdrang des am Boden liegenden Deutschland, hat im Jahve 1857 Friedrich Hebbel als Gast gesehen, der nach Leipzig fuhr, um seinen Berleger aufzusuchen. lieber seine Eindrücke schrieb ci seiner Frau: „So mag es etwa in Amerika Mgehen, wo man im Omnibus zu Mittag ißt ixu> wahrscheinlich beim Einpacken der Ware fein Vaterunser betet." Im löotel de Pmsse habe er mit knapper Not das letzte und schlechteste Zimmer mvischt. Aus der Fahtt nach Leipzig habe ihn idfermarat für einen Kaufmann gehalten und ien ihm Auskunft über österreichische Rohstoffe «dangt. „Ein alter Herr aus der Ober-Lausitz, ter einen in Messing gegossenen Regenschirm bei sich führte, glaubte, ich gehöre zu einer Gesellschaft aus den Donaufürstentümern, die sich im Nebenabteil befand, und als ich das nicht btoh temenrte, sondern auch noch hinznfüate, ich sei per kein Kaufmann, fragte er halb ernst und halb mißtrauisch, mit hinaufgezogenen Nasenflügeln mich prüfend, ob ich wohl im Ernst rede: „23 a* rum reifen Sie dann zur Messe?" Diese Art Brüte können garnicht begreifen, daß man ein Schaf mit anderen Augen als mit denen des
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M der Slaunimct tummtta Schnch ■ Snrotttoeü bie E noch mit ew e" tottben, soll da ^UnitoStQb: ,m Tode des Rrchnü Mddes§riq«, b, um br Ärieg^ stelle wurde dch n Gesan-MM aui? '.wurde der ehem^ü nnga, ber früher br- m Gießen beite vählt.
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Gießen, 20. Marz.
Der Ländler Siegfried Sb von Frankfutt am Vam wurde am 13. Februar l. I m Bckbel mit . Zentner Rindfleisch betroffen, die er nach fei* rter Angabe von zwei in einer MüUe bei Rendel lschlachteten ftüben herrührten: bei ihm befand hid) der Metzger Max E. aus Frankfutt a. M., ; i*er ihn nach feinem eigenen Zugeständnis schon iviederholt auf seinen Fahtt en nach Ober besten be- .rteitet hatte. Dir Beweisaufnahme in der Bcr- banblung vor dem Wuchergericht ergab, daß tz. in Frankfutt und Umgegend als Schieber und Schleich* bündler aUgemnn angesehen wirb, daß auch zahlreiche Anzeigen wegen Vergehens gegen bie Ärregs* .ersetze pegen ihn erhoben worden sind, aber als unter bte Amnestie fallend niedergeschlagen werden -rußten .Nach den Bekundungen eures Zeugen ist .er insbesondere auch im Dezember 1919 mit einem T.it Fleisch beladenen Wagen in Vilbel gesehen cerben. Das Wuchergericht stellte gewerbsmäßigen Schleichhandel in 2 Fällen fest und verurteilte D. .i! 2 Monaten 2 Wochen Gefängnis alnüglich sünl Lochen Untett'uchungshaft und 25 000 Mark Gelb träfe: E. erhielt wegen Beihilfe 1 Monat Gefäns- i.ö, ber durch b« Untersuchungshaft verbüßt gilt, «rote 1000 Mk. Geldstrafe. Einziehung des he Zlagnahmten Fleisches und Veröffentlichung des l tteils in zwei Zeitungen wurde ausgesprochen.
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(In einem Teil ber Auflage toieb?rb>ltj Erlasst des Neichskanzlei-S — Derfdiärster
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Berlin, 20. März. (WTB. Die Reichsregierung, gez. Bauer, erläßt, folgendm Ausruf: Arbeiter, Bürger! Dapp ist drvoiigefigt, General von Lüttwitz entlassen. Der Dberreid-Sanwalt hat das S>txi)». rratsveifahren gegen bie V-rführer bereits ci.igeleitet. Di: verfassungsmäßiige, von dem BolkSwil'en bestellte und getragene Regierung Bauer ist wieder in vollem Besitz ber Rnchsgcwalt. Alle in Berlin befindlichen Truppen der Rnd?s- nnd Sicher! eilswelw fteien fest bintn: der Regierung. Bett-andlimgen über Den Abbruch des Generalstreiks sind im Gange. Durch ihren siegreichen Kamps für die Demokratie hat sich bie Arbeiterschaft aroeii untilgbaren Anspruch auf Sid>er- fteUung und Erweiterung ihrer wirtsd-aftliciien und politischen Rechte erworben. Die Sympathie der ganten Äelt war bei diesem Mamtre g*gen die Militärdiktatur aus der Seite des txutfdjcn Volkes. Am Donnerstag Kglückwünsckfte bereits der französische Gesci ä t3träger Marce It) die ReichI- regierung zu ihrem Siege über Kapp und Lüttwitz.
Am Freitag erklärte brr englische GichäftSträger, Lord Sxlmaitrrrf, daß tnr Ciemdtrung tun ISö- IxnSmüttln, Robstos'en und Krediten nur möglich wäre, wenn in Teut cblanö perfas ung*nä6iy Zu- fiänbe berrfdxm und Rude vnb Ordnung arber von Tcthto nod- non links gestört wer* bai. Nieder mit der Diktatur, doch die Demokratie! -- Durch Verordnung des Reick>>Präsidenten auf Grund des Artikels 43, Absatz 2 der Verfassung wird zur Wiederherstellung ber öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Bezirk des Wehrkreiskommandos 1 (Berlin und Provinz Brandenburg) der verschärfte Belagerungszustand verhängt. Auf Grund dieser Berordirung werden Reicdckvebr und Sicherheitspolizei, do Automobile mit bewaffneten und formierten Individum durch die Straßen fahren und ans Posten schießen, ermächtigt, den gesamten Automobil verkehr anzu- halten und auf Waffen zu untersuchen. Die Insassen von Kraftwagen, in denen Waffen gefunden werden, ohne den vor geschriebenen DerechtigungA- frfjein ui besitzen, werden standrechtlich mit dem Tode bestraft. — Eme zweite Verordnung iTiamt bie Bevölkerung von Gtrofröerlin, ohne zwingenden Grund nach Eintritt ber Dunkelheit die Straßen *u betreten, da sie sonst Gesabr läuft, von Geschossen getötet zu werden. — Gleichzeitig werden vom Mttitäroberbesehlshaber a u ßer- ordentliche Kriegsgerichte eingesetzt, sowie die Bildung von Standgerichten ange- orbnet. — In einer weiteren Verordnung werden Versammlungen in geschlossenen Räumen gestattet, während Versammlungen unter freiem S?tmmel der Genehmigung des MUitarbefehlA- habers bedürfen.
Ein Dankerlatz Noskrs.
Äaffel, 20. März. (WTB.) Dem Reich»- ivehrgruppenkommando 2 ist tohttnM Telegramm des ReichswchrmttiisterS Noske jugegaiigm: Mft tiefem Schmerz l>abc ich erfaßen müssen, baß eine Anzahl Reichswelwtruppen unb Mamieverbände fid) gegen bie geietzmähige MnchSregittmng aus- gelehnt haben. Unser Vaterland ist dadurch an den Rand des Abgrundes gebracht wvtoen. Umfomehr ist es ein Bedürfnis, den der Reichövegm'rung treu- aebl.ebaten ^ommandobehö den und Truppm den Dank des Vaterlandes auszufprechen. Ich bringe allen Xreugebliebeitm alles Vertraue.' entgegen und bitte, mir weiterzuhelfen, unser schwergeprüftes Vaterland vor dem äutrnten zu bewahren. Ich ersuche um sofortige Weftergab: an die unterstellten Truppen.
Die Lage in der Ortet
Bern, 19. März. (Wolfs.) Wie aus London gemeldet wird, hat sich der tückische Oberst Japan ar zum Diktator von Thrazien aufgeworfen unb den Krieg gegen die Entente erhärt. Wie ber „Evcnmg Standard" meldet, wird die Lage in der Türkei in britifrfxm amt* tidyen Kreisen als überaus ernst b^-ichnet.
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