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Mehrheit des Houses in der nächsten 3nt ein längerer und schwieriger Kamps be­ginnen roe.b?. Sofort noch der 2ib|.intminig am vergangener Fv-itag ist eine Motion nngebracht rootben, unt aus die 916 immung j rück-ukomnren imb den Friedensvertrag zu ratifizieren. Di: Parteiführer finb aber der Änsicht, daß der neu' Versuch in bieder Richtung nur «inen Zeitvwlust bedeuten mürbe. Akan weiß, nod) nicht, ob Prä­sident Wilson den Vertrag nicht noch ein­mal im Senat einbringen wird. Immer­hin erklären die Republikaner, bafi, wenn fer Vertrag an Len Senat zarückvernnelen wird, er eine Woche über liegen bleiben würde. Im Re­präsentantenhaus ist (ine Resolution ein- g^racht worden, die den FriedenSzustand mit Deutschland Herstellen will. Rach dem Sinne dieser Re olution mutze Deutschland durch den Friefensvertrog Amerika zu kommend.' Rechte anerkennen. Falls Deutschland dies ablehn:, wolle der Präsident de Wiexrausnachme dw wirtschast- lichen Beziehungen mit) die Weitergewährung der bereits zugebmUigten Kcked.te vobreren.

Paris, 21. März. (WTB.) Eine Meldung des Exchange Telegraph aus Washington besagt: Wilson werde mit Deutschland und Oesterreich über einen Separatfrieden verhandeln.

Eiu amerikanischer Protest.

Washington, 20. Marz. (Wolff.) Die Re- nntg der Bereinigten Staaten hat energischen Einspruch gegen die Beschlüsse der Wiedergutmachungskommission er­hoben, nach denen die Kommission den Verkauf der deutschen Schiffe in den neutralen Ländern verlangt, um die erste Zahlung der von Deutschland geschuldeten Entschädigungen zu er­möglichen.

Kriegsgefangene in Frankreich.

Berlin, 20. .März. (Wolff.) Die französische Negierung teilte der deutschen Regierung Unit, daß sie diejenigen Kriegsgefangenen, die ^ur Zeit noch Disz i- plinar st rasen zu verbüßen hätten, unter Verzicht auf das ihr nach dem Friedensvev- trag zustehende Recht, solche Personen zurück- Mehalten, freigegeben würde.

Aus dem Reiche.

Die Nationalversammlung.

Berlin, 20. März. (Wolff.) Präsident Fehrenbach richtete folgendes Telegramm an die Mitglieder der Nationalversammlung: Ich bitte sämtliche Kollegen, sich am Mon- t ag dem 22. d. M. in Berlin einzufinden, da­mit am folgenden Tage die Fraktionen zu Be­ratungen zusammentretcn können. Die nächste Plenarsitzung gedenke ich vorläufig aus Mittwoch den 24. d. M., nachmittags, ein-- zuberufen.

Rücktritt des preußischen Ministers Heine.

Berlin, 20. März. (WTB.) Die preu­ßische Landesversammlung ist bereits auf Mittwoch den 24. März einberufen. Minister Leine hat am letzten Mittwoch nach seiner Rück­kehr aus Stuttgart dem preußischen Minister­präsidenten Hirsch sein Rücktrittsgesuch mit der Bitte um soforttge Beurlaubung überreicht. Die­ser Bitte kormte wegen des Standes der Geschäfte nicht entsprochen werden. Minister Leine hat dem Präsidenten der Landesversammlung, Leineri, zwecks Benachrichtigung des Aeltestenausschnsses von seinem Schritte Kenntnis gegeben.

Binder rin sozialdemokratischer Minister als Oberbü vgermeisterkanoidat.

Ludwigshafen, 20. März. (Wolff.) Seit einigen Tagen kursieren in der Pfalz Gerüchte, nach denen derehemaligeMinisterpräsi- dent Hoffmann-München, sich um den Oberbürgermeisterposten in Lud­wigshafen cl Rh. beworben hat. Tics fe- stättgt nun auch derVolksbote" in Kaiserslautern, in dem er schreibt:Soeben erhalten wir von unterrichteter Seite aus München die Mitteilung, der ehemalige Ministerpräsident Hoffmann beab­sichtige, sich um den Posten des Oberbürgermeisters von Ludwigshafen zu bewerben. Hoffmann ist aus Kaisers.autern und war Bolksschullehrer dort- selbst. Trotzdem diese 9Reldung vorerst sehr vor­sichtig ougenommen werden muß, dürfte seine WM nicht als ausgeschlossen betrachtet werden."

Aus Hessen.

Verteilung von Schuh en «und Reis. Dem Abg. U r st a d t und Genossen wurde auf ihre Anfrage vom Landesernährungsamt folgende Ant­wort zuteil : i

Stuf die Anfrage der Abgeordneten Urstadt und Ofenofien vom 3. Dezember 1919, fett. die Ver­teilung von Schuhen und Reis beehren wir uns zu erwidern. Die Landwirtschaftliche Zentralc^nossen- schast hatte nach Aufhebung der Bwckade Reis für die Landbevölkerung beschafft und ihn im großen (nicht unter 100 Kilo) zum Preise von 2,10 Mk. das Pfund durch die landwirtschaftlichen O^enossen- schaften des Landes abgesetzt. Die Landwirtschaft­liche B^ugs- und Absatzgeiwssenschaft Roßdorf be- zog hiervon 100 Kilo. Ferner hat die Zentralge­

Die Gräfin.

Roman ton W. Appleton.

(NaiAruck verboten.) Fortsetzung 6.

Trittes Kapitel.

Ern zweiter Blick indes beleihte mich, daß der Besucher nur ein großer, plumper Äiann mit rotem Gesicht, in Hemdsärmeln war, der sein: Mütze berührte unbJagte:

Entschuldigen Sie, Herr Doktor. Ich bins bloß der Hauswirt Aäimms is mein Name Ich dachte, es sei besser, wenn ich fflfer herauf- lomme; es is nämlich ein Rtensch unten, der schon eher ein wenig windig aussieht und barau] best'ht, unsere Zimmermieterin, Frau Latimer, zu s'hen Nein, Sie gefen nich' hinaus, sag' ich, bis ich herausbringc, ob's ihr paßt ober nich', Sie zu sehen, sag' ich.

Sie haben sehr weise gesproch'n, Herr Mimms, erwiderte ich. Treten Sie ein, bitte!

Als er das getan, schloß ich die Tür und fuhr fort: Frau Latimer ist leider nicht gesund genug, um heute abend noch jemand zu einpfangen Ich habe ihr sogar eben vorgeschrieben, zu B.'tt zu gehen. Man hätte mich säron vorher ümsultieren sollen. Es handelt sich darum! und in bei tlopfr. ich auf meine linke Brustfeite.

Herz, Herr Doktor'?

Jawohl, erwiderte ich und senkte viein: (stimme

nossenschaft bei der Räumung des neutralen Ge­bietes aus Hoeresbeftänden gebrauchte Schuhe, spä­terhin aus amerikanischen Heeresbeständen neue Schuhwaren gekauft und gegen mäßigen Nutzen an die Mitglieder der Genossenschaft abgegeben. Nach Roßdorf Jmb 136 Paar neue und 61 Paar ge­brauchte Stiefel gekommen. Wenn die Anfrage da­von ausgeht, daß die Beschränkung der Berteilung auf einen bestimmten Kreis eine Schädigung der Allgemeinheit bedeute, so ist 'hierauf zu erwidern, daß die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft verpflichtet war, bei der Verteilung sich auf den Kreis ihrer Mitgliü>er zu beschränken. Reis und Schuhwerk sind handelsfrei.

A uf die Anfrage des Abg. Vet­ters betr. Ausschreitungen gegen jüdische Studenten hat das Landesamt für das Bildungswesen folgende Antwort erteilt:

Die Behauptung, es seien im November v. I. in Gießen von feiten Studierender an der Uni­versität Ausschreitungen gegen jüdische Studenten verübt worden, entspricht nach den angestellten Ermittlungen insofern nicht den Tatsachen, als die Zusammenstöße nicht zwischen Studierenden, son­dern zrvischen Angehörigen der neugegrü3tfe±eit jüdischen Studentenverbindung Stauffa und Schü­lern höherer Lehranstalten stattsanden. Es war nicht festzustellen, wen an diesen Zusammenstößen die alleinige oder überwiegende Schuld trifft. Die Schüler sind verwarnt worden, die Vorgänge haben sich nicht wiederholt. Was die Universitätsverwal­tung anlangt, so ist sic übrigens gegen mögliche Störungen des Friedens unter den Studierenden schon vorl;er tätig geworden, indem der Rektor der Landesuniveriität unter dem 12. November 1919 die Direktoren der Umrersitäts-Jnstitute, Seminare und Kliniken schriftlich ersucht hat, dar­über wachen zu wollen, daß das Verteilen und Auflegen politischer Drucksachen, die die Ordnung und den Frieden unter den Studierenben zu stören geeignet sind, in dem Vorlesungsgebäude und in den Jnstttuten der Univerfttät unterbleibt. Durch Anschlag ist ferner ein Beschluß des Engeren Senates vom 25. November 1919 zur Kenntnis gebracht worden, in dem das Verteilen und An- hesten politischer Flugblätter in den Räumen der Universität bei Meidung strenger Strafe verboten ist. Die Regierung ist zunächst nicht veranlaßt, weitere Schritte zu tun.

Au» Stadt und Land.

Gießen, den 22. Mär» 1920.

GießenKöln.

Zu dem in Nr. 61 unseres Blattes vom 12. März erschienenen Artikel über schlechte Eisen- bahnveribndung zwischen Gießen und Köln teilt uns die Eisenbahndirektion Frankfurt (Main) fol­gendes mit:

Für die Gestaltung des jetzigen Fahrplanes auf der Strecke GießenKöln war bet Bestand der leistungsfähigen Lokomotiven maßgebend. Die ge­ringe Zahl dieser Lokomotiven mußte für bie Gebirgsslvecken nutzbar gemacht werden. Die übrigen Lokomottven je nach Leistungen wurden für andere Strecken verwendet. Diese Maßnahmen ergaben den Teilstreckenverteh r.

Nachfern der Reparaturstand der Lokomotiven sich gebessert hat, ist die Umgestaltung des Per- slonenzug-Fahrplans auf der Strecke GießenKöln in Arbeit genommen, wobei eine Verbesserung der durchgehenden Zug Verbindungen beabsichtigt ist. Der neue Sommersahrplan wird am 1. Juni d. I. in Kraft treten."

Kriegsgefangeuerr-Heimkehr.

Die zu der Kriegsgefangenenheimkehr- ftelle Gießen zusammengeschlossenen Or­ganisationen und Vereine hielten am 19. März eine Vertreterversammlung unter dem Vorsitz von Dr. Schneider ab, um sich nach Ab­schluß des Abtransportes der deutschen Kriegs­gefangenen aus Frankreich über weitere Auf­gaben zu beraten. Es wurde beschlossen, am 8. Mai d. I. auf der Licbigshvhe einen Be­grüßungsabend für die Gießener Heim­gekehrten zu veranstalten, dessen Leitung die Stadtverwaltung zu übernehmen gebeten wer­den wird, da er in erster Linie eine Begrüßung der heimgekehrten Gießener Bürger darstel­len soll. Mit Rücksicht auf das noch immer ungewisse Schicksal der in Rußland und Si­birien zurückgehaltenen Gefangenen wiro der Abend ein ernstes und feierliches Gepräge er­halten. Es wurde davon Kenntnis genommen, daß die Reichsveceinigung ehemaliger Kriegs­gefangener im Anschluß an diese Feier am darauffolgenden Sonntag uild Montag eine Unterhaltung größten Umfangs für die heim- gekehrten Kameraden und ihre Familien plant. Ferner gab der Vertreter des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten eine Erklärung ab, daß das von diesem Bund in Aussicht genommene Volksfest in keiner Beziehung zur Heimkehr dec Kriegsgefangenen stehe, sondern der Unter­stützungskasse des Vereins für Kriegshin­terbliebene im weitesten Sinne neue Mittel zu­führen solle. Der Volksbund zum Schutze der

zum Flüstern, ich möchte aber mcht, daß sie es hört: es steht indes recht schlimm um sie, und ein wenig Aufregung, wissen Sic

Ich kapiere, Herr Doktor.

Wenn es sich indes unt etwas Wichtiges han­delt

Er sagt, das sei es, Herr Doktor.

Wie heißt er?

Mimms warf einen Blick auf einen Zettel, an den er sich plötzlich wieder zu erinnern schim.

Da steht der Name, Herr Doktor. Ich ließ ihn den Namen schwarz aus weiß nieferschreibm.

Ich blickte auf beit Zettel, auf dem bet Nime Frangipam stand. Ich nehme an, daß ich erstaunt zusammengesahren bin, denn Rttrnrns fragte Mötz­lich:

Kennen Sie den, Herr Doktor?

Nickst entfernt, Herr Mimms. Ich werde den Zettel der Frau Latimer hrneinbrrngen, ab:r unter gar keinen Umständen werde ich ihr erlaubm, heute abend noch aufzustehen. Nehmen Sie innen Augen­blick Platz, Herr Mimms!

Nein, danke, .Herr Doktor- ich bleibe liefer stehen, wenn Sie nichts dagegen habm.

Wie Sie wollen, sagte ich mit einem trunk* lieben Lächeln; dann betrat ich das Schlafzimmer.

Die /Gräfin hatte eine Stierte ang zündet irno )at aut Gern Bettrand: ihre schreckerfllllten Augm hielt sie auf die meinigen gefestet. Dte zwei 1 bremiciibroten Flecke auf ihren Wangm bildeten

deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen (Orts­gruppe Gießen) beabsichtigt an dem genannt ten Abend ein künstlerisch ausgeführtes Ge­denkblatt zur Erinnerung an die glückliche Heimkehr an alle ehemaligen Kriegsgefange­nen aus Gießen zur Verteilung zu bringen. Das Blatt, das einen von Dr. Schneider er­faßten Denkspruch trägt und in der Druckerei Kindt ausgeführt wurde, wird demnächst in der Ferberschen Buchhandlung (C. Koch), Sel­tersweg, auf einige Tage ausgestellt werden.

Veranstaltungen.

Montag, 22. März: Stadthvater, 7 Uhr, Diogenes. Lichtspieltheater wie gestern.

** Amtliche Personalnachrichten. Zum Vorsitzenden des Ausschu ses zur Feststel­lung von Kriegsschäden in der Provinz Oberhessen ist an Stel.e des Kreisamtmanns Regierungsrat Sang ermann der Kreisamtmami Regierungsrat Dr. Heß bestellt worden. Am 11. März 1920 wurde dem Zollsekertär Johannes Stork, zurzeit in Nidda, vom Tage des Dienst­antritts an Gießen als Dienstort zugewtesen. Erledigt sind sechs Schul stellen an der Volks­schule zu Gießen. Davon sind vier mit evangeli­schen und zwei mit katholischen Lehrern zu be­setzen.

** Zu den Abstimmungen in Schle­sien und O ft Preußen. Es ist bekannt ge­worden, daß stimmberechtigte Ostpreußen bte Fahrt durch den polnischen Korridor aus Furcht vor pol.lifcfeu Anschlägen scheuen. Es unterliegt keinem Zweitel, daß diele Furcht durch polnische Ageuten ober Ausstreuung von cmgeb- licfen polnischen Udfer fällen auf durchfahrende Züge absichtlich genährt wird. Es sei bem^gegenüber wieder!olt festgestellt, daß alle nuferer Regierung zur Verfügung sie erben Mittel angewmdet wer­den, um die Ausübung des Stimmrechts gegenüber polnischen An'chlägen sicher zu stel­len. Die Poteu verbreiten mit Absicht solche un­wahren 9?ad)riu4en über Hi,enfeh. «Unfälle im pol­nischen Korridor uswj, um bie ftimmbeveckuttgten Oft- und Westpreußen von der Fahrt abzuschreckcn. Weiterhin sei auf verschieden: Anfragen mitgc- teilt, daß die in das an Polen abgetretene Gebiet emreifenfen Personen eines amtlichen Per - fonalscheines und Lick-tbildes bedürfen, so­wie des Bi.ums des polnischen General- konfulats Berlin, Paßstelle, Potsdamer Stvaße 62.

** Beschlagnahmtes Diebsgut. Am verstossenen Samstag wurde in ter Wohnung eines bei dem Durchgangslager Gießen beschäftigten hiesigen Bewohners eine ganze Wagenladung Heeresgut vorgefundeu und beschlagnahmt. Es gelangte zur Kenntnis, daß er in einer Boten­kammer eine große Anzahl Militärmäntel, Hem­den, Strümpfe usw. aufbewahre, was bann die sofort borgensmmene Durchsuchung bestätigte.

** Einbruchsdieb st ah l. In der Nacht vom verflossenen Samstag zum Sonntag wurde mittelst Einbruchs ans einem hiesigen Cafe zwölf silberne Kaffeelöfsel, gez.E.G.", zwei Eiskaffee- Becher, Zigarren, Zigaretten und fünf ange­brochene Flaschen Schnaps, im Werte von 1900 Mark, gestohlen. Bor Ankauf wird gewarnt. In der verflossenen Nacht wurden aus einer Hof- reite in dem Neuenweg zwei vollständige Panie- Pserdegeschirre im Werte von 600 Mk. gestohlen. Vor Ankauf wird hiermit gewarnt. Wieterbringer erhält 50 Mk. Belohnung.

** Braun kohlenscheine werten bis aut weiteres nicht mehr au^gegeten, ba bie vorhandenen Vorräte an Braunkohlen aufgebraucht sind.

** Liebig-M u seum. Tie Vorbestellung für Plätze zur AufführungDer chemischen Hexenküche" für Freitag wird von heute ab noch vom Stadtthvater angenommen. Es sei dar­auf hingewiesen, daß der Inhalt des Stückes von großer lolalgeschickülicher Bedeutung ist. Ter Werdegang Justus Liebigs spiegelt sich in der Hexenküche wider. U. a. tritt auch der frühere Bürgermeister von Gießen Ferber auf. Bei der Aufführung, deren Regie Herr Vvlck über­nommen hat, wirken u. a. die Herren Vo l ck, Eisvlt, Weber, Noebert, Menger, Federlin, Bechstein, Harschan, Hell­born, Stichel, Ko ch, Heres, Braun mit. Ter Verfasser des Stückes, ein Gießener, der zu­nächst ungenannt sein will, wird persönlich an dem Abend anwesend sein. Eine rege Teilnahme ist schon jetzt sichergestellt.

** Oberhessij cher Kunstverein. Tie gegenwärtige Ausstellung, die in den 14 Tagen einen regen Besuch zu verzeichnen hatte, bleibt morgen Dienstag außer von 11 bis 1 auch am nachmittag nod) von 3 bis 5 Uhr ge­öffnet. Von Miwvvch an wird die Ausstellung wegen Wechsels der Gemälde auf einige Tage ge­schlossen.

** Der Freie hefstts che Landesver­band Kriegsbeschädigter und Kriegs­hinterbliebener, der korporativ dem Ein­te its'verbante der Kriegsbeschädigten und Kriegs­hinterbliebenen Deutschlands Sitz Leipzig an geschlossen ist, hielt am 20. d. Mts. im Saale des Restaurants Sauer, Oswaldsgarten, seine te:s- jährige Verbands:agung ab. Erfreulicher W.^i!e war auch diesmal wieder ein Zuwachs von 16 Orts­gruppen mit insgesamt 1083 Mit l etem zu ver­einen unheimlichen GeMnsatz zu ihv^m bleichen Gesichte.

Er heißt Frangipani, sagte ich. Wünschen Sie chn zu sehen? Antworten Sie Leise, wenn ich bitten darf.

Nein, nent, tausendmal nein, flüsterte sie, ich sterbe fast vor Entsetzen und Furcht. Was soll ich beginnen v! was soll ick» tun?

Dor allem sich fassen und ruhig Verhalten, antwortete ich; das Uebrige aber mir überlassm. Ihnen soll kein Leids geschehen seien Sie dessen versichert! Ich werde im Augenblick zurück sein.

Ich tebrte zu Mimms zurück imb sagte: Frau Latimer glaubt, daß es sich um einen Irrtum handle, ba sie niemand dieses Namens Pntne.

Damit händigte ich ihm den Zettel wieder ein.

Auf jeden Fall werde ich als ihr ärztlick>er Beistand nicht zugeben, baß sie beute nacht noch gestört wirb. Sagen Sie das dem Mmmve, und wenn er trotzdem auf feiner Absicht beharrt, nun dann

Ueberlaffen Sie mir das vertrauensvoll, H'rr aöfter, unterbrach mich Mimms und verließ unter­nehmungslustig das Zimmer. Ich bin nich her Mann, der sich etwa genieren wird, sich die Fr'i- heit zu nehmen, nein, nein! Mit diesen Worten verschwand er die Treppe hinab.

Eine lebhafte Aus.nnanderfevung folgt: alsbald im Korridor unten. Zornige, laute Stimmen er­hoben sich. Dann blieb es ein paar Sekunden

zeichnen, so daß nunmehr der Verband 92 Orts­gruppen mit insgesamt 7814 Mitglieder in sich vereinigt. Dec Verbandsvorsvand wurde einstim­mig wiedergewählt.

** Diogenes. Die Besprechung der Urauf­führung des symbolischen Schauspiels Diogenes von Dr. Emst Schwarz-Echzell mußte ans Raum­mangel auf morgen verschoben werden. Das Publi kum bezeigte lebhaften Beifall und rief den Autor am Schlüsse mehrfach «hervor.

Landkreis Gießen.

ga. Grünberg, 19. März. In der Nacht von Freitag auf Samstag der vergangenen Woche wurde auf fern Georgeuhammer bei Lauter ein Einbruchsdiebstahl verübt. Es g-eang ixn Dieben, aus der dortigen Spinnerei eurige mtf Wolle gefüllte Säcke zu entweudm und fortzu­schaffen. Sofort nach der Entdeckung der Tat stellte der Besitzer der W^rke Nachforschungen au und verfolgte die Spur der Diebe. Mit pvliz-nlicher Unterstützung gelang es, de Einbrecher ausfindig zu machen und ihre Festnähme zu ferner»tilgen. Es handelt sich um drei Männer, einer aus Lich und zwei ans Hof-Gill. Sie werden zur Unter­suchung nach Gi ßen überführt. Auch die Nackisvr- schuugen über d s inzwi chen tierfdx>fene Dicks- gut waren erfolgreich. Es konnte dem Eigentümer zurückgestellt werden.

O Grünberg, 21. Mär^ Der Stadtvor­stand setzte den Preis des an die emzelnen Haushal­tungen abzugefenden Holzes mit Rücksicht auf die gute finanzielle Sage der Stadt zu einem sefe mäßigen Preise fest. Es soll jede Haushiastung mst 2 Raummeter Hartholz aus dem städtffchen Walde beliefert i vor den, und ptoar soll der Raummeter Knüppel mit 18 Mk., oer Raummeter Scheitholz mit 21 Mk. berechnet werden. Inwieweit die Vieh- Halter, sowie Gewerbetreibende noch mit einer größeren Menge Holz beliefert werden, soll dem­nächst geregelt werden.

O Gr ün berg, 21. März. Unsere Stadt­rechnerstelle war seit dem Tode des Rechners Georg Schäfer verwaist. Wäbrend des Krieges sah man von einer Besetzung ab, um die Kriegsteil­nehmer nicht zu verkürzen. Die Stelle wurde daher erst nach Rückkehr der letzten Gefangenen ausge­schrieben. Unter 3 Bewerbern wurde der ehemalige (Kriegsgefangene Rudolf Gehringer, der früher beim Kreisamt bzw. der Quästor in Gießen beschäftig war, vom Stadtvorstand gewählt.

Starkenburg und Rheinhessen.

f.W. Von der Bergstraße, 20. Mai-, Obwohl das Wetter in den letzten Tagen nicht gerade schön zu nemten lo-rr, stehen di; morsten Obslbäume in schönster Btütonpracht.

Hessen-Nassau.

dz. D i l l e n b n r g, 20. März. Gestern abend gegen halb 11 Uhr wurde Uhrmacher Wilhelm Jung in feiner Wohnung in der Nkarbachsttaße mit einer Schußwunde in der Stirn t v t aus- gefünfen. Die rechte Hand wurde von einer Kugel durchbohrt, die Deckenlampe yerf-dyofien; weiter weist bie Zimmerdecke noch zwei LöclZer auf, bie von Kugeln herrühren. Beim Eintreffen b?r Polizei war bereits aufgeräumt, so daß wahrscheinlich Merkmale, die zur Aufklärung des Vorfalles dienen könnten, verwischt find. Drei Patrvnenhill'en wur­den noch int Zimmer gefunden, bie Browning­pistole, aus der bie tödliche Kugel gekommm fein soll, ist gesichert olme Patronen von fer Po­lizei vorgeftmden worden. Der Fall bedarf noch dec Aufklärung. Die Angehörigen vermögen b>- greifticherweiff über die Angelegenheit nicht viel auszufagen.

H Frankenberg, 20. März. Hier wurden einige Leute festgesetzt, die mit anderen in das Seminar und Landratsamt am Montag eindnm- gen und Waffen wegnalMien sowie>royungm begmaen.

X Hanau, 21. März. In unserer größeren Landgemeinde Fechenheim fette sich nach Bc- Banntrocrben dec Berliner Vorgänge nn aus dm MehrlMtsiozialislen, Unabhängigen und Kommu­nisten bestehender 12-gliedrign: Aktionsaus­schuß gebildet, der sich aufs Rathaus begab, den Bürgermeister Fischer seines Amt:s entfeb tntb ihn in ferner Wvhnung in Schutzhaft setzte. Landmt Dr. Voigt in Hanau suchte zu vermitteln, fette jedoch keinen Erfolg. Er beurlaubte den Bürgn- meister Fischer auf vier Wocl>en.

K Kirchhain, 21. März. Der Kreistag beschloß, 24 Proz. weiter geforderte Dezirkssteuern nachzuerheben urti) ferner für 1920 einen Zuschlag von 200 Proz. zu den Real steuern zu erheben. W Mitglieder der Lcmdwirtfchaftskammer wurden die Landwirte und Bürgermeister Konrad Mink in Kleinseelheim und Emil Gnau in Stausebach gfr wäshlt.

][ Marburg, 21. Mär-. Am gestrige» Tage und am späten Abend noch sind bie I äger, bie durch die als geschlossene Formationen ein­getretenen studentischen Korporatiönen zu entern kriegsstarken Bataillon an gewachsen sind, mck Thüringen ausgerückt. In den Sttaßen der Stadt ging es fesl)alb gestern besonders leb­haft 'her, beim überall bemerkte man einzeln und int Trupps dieFeldgrauen'' undFclferiv«n", teils mit Stahlhelm, teils noch mit bunter MM Die Melirfeitsparteien, die ja auch unter den Studenten vertreten sind, fordern die Arbeiter zum Eintritt in die Zeitfreiwilligenkorps unb die Einwohnerwchren auf. In Marburg unb Um­gebung herrscht Ruhe unb Ordnung. ,

still, worauf bie Hausttir heftig zugewettert wurde. In btefent Augenblick fiel es mir em, baß ick eine einzigartige Gelegenheit verpaßt hatte, fen Mann zu sefen und zu sprechen, von dem wenn ich ber Gräfin Glauben schenken konnte mein Vater feinen Tofesstreich empfangen fette. Wenn ich jedoch bie Aufgabe übernahm, ihr ein Beschützer zu sein, war bie Wahrscheinlichkeit, fetz wir schließttch doch einmal zufammenttesfin wür­den, nicht so femhegenb; in diesem Fall hätte ich dann den Vorteil, ihm völlig imfefannt zu lein.

Ich blieb auf dem Vorplatz noch «ein oder zwei Minuten stehen, um Mimms zu erwarten, falls er noch einmal zurückkäme, aber als ich hörte, daß er sich wieder in ber Richtung nach fer Kücfe entfernte, begab ich mich sofort zur iGräftn zu­rück. Sie zitterte wie Espenlaub, ihre Angen glüfe ten vor Aufregung, als sie sie «mir voll zuwandte.

Wie steht's? fragte sie.

Er ist weg! antwortete ich. Kommen tote wieder ins Wohnzimmer, damit wir die Sache be­sprechen können!

Ich führte sie zu ihrem Lehnstuhl und setzte mich neben sie.

Wenn ich Ihnen irgendwelche Hilfe taffen soll, fuhr ich fort, muß ich bie volle Währliett kennen: Sie dürfen nur nichts verheimlichm. Wer ist dieser Mann?

(Fortsetzung folgt.)