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Nr. 18

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170. Zahrgang

Donnerstag, 22. Januar 1920

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhefsen

SwMngrnlnddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ..Such- n. Steinbrnderei U. Lange. Zchriftleitnnz. Geschaftrftelle u. Druckerei: Schulstt. 7.

hiiuaqme ixin Aazetge« f. die Lagesuunuuer vis zum Ncrchminag vorbei ohne jedrBerdindlichkeit. Dreh für 1 m.n höhe tüt Anzeigen v.LSmm Brette örtlich 25 ßi, ausioLrti 30 Pst; für Reklame- Anzeigen von 70 mm ©reue 90 Pst Bei Platz- vorlchri'i20*/ ^"ischlag. Hauvtjchri'tleilar: Lug. ®ocr. BeraiUworttich für Polit-k: Lus», Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reniholi) Jenz; für den Anzeigeiileil: ix Beck, ja in Hirt) in Dietzen.

Sur Wiederbelebung bes deutschen Ueberseevettehrr.

Mlmählich füllen sich die Spalten des Cchifsahrtsteils unserer großen Tagcszeitun- gen wieder mit Notizen über Verlade- mit Berfrachtungsmöalichkeiten auf deutscher. Dampfern, ein Zeichen, daß unsere großen Linien-Reedereien bestrebt sind, mit dem ihnen nach Ablieferung unserer Handelsflotte noch verbleibenden spärlichen Rest an Schissen ihren alten Verkehr wieder aufzunehmen. Es braucht wohl nicht besonders betont zu wer­den, daß die deutschen Reedereien gegenüber denen des neutralen Auslandes und denen unserer ehemaligen Feinde so ungünstig wie nur möglich gestellt sind. Das Ziel, das Eng­land in den Weltkrieg hineinzwang, die Si­cherung seiner Seeherrschaft und die Vernich­tung unserer emporblühenden Schiffahrt, ist erreicht. Aus Schritt und Tritt wird der Wiederaufbau der deutschen Schiffahrt von Schwierigkeiten begleitet und es gehört viel Mut und Tatkraft dazu, bei den jetzigen Ver­hältnissen an einen Wiederaufbau heranzu­gehen. Für die Reedereien allein bei ihren ungeheuerlichen Belastungen und bei den ins Ungcmessene gestiegenen Materialkosten für Schiffsneubauten wäre er einfach unmöglich Es wäre daher Pflicht der Regierung, Pflicht des ganzen deutschen Volkes, an dem Ausbau dieses wichtigen Verkehrszweiges, der uns allein eine (Gesundung unserer Volkswirt­schaft sichern kann, mit Hand anzulegen und durch verhältnismäßrg geringe Opfer, die sich späterhin als die beste Kapitalsanlage unseres Volkes erweisen werden, Bausteine herbei- zuschassen.

Durch geldliche Unterstützungen allein ist es jedoch nicht getan. Die Konkurrenz, die den deutschen Reedereien von den erstarkten ausländischen Handelsflotten bereitet werden wird, muß nach Möglichkeit abgeschwächt wer­den. Ein Mittel hiersür ist in den sogenann­ten Pools vorhanden, deren Wesen darin be­steht, daß sich mehrere Linien desselben oder verschiedener Staaten untereinander verab­reden, auf Grund eines von ihnen geirfbinfam ausgearbeiteten regelmäßigen Fahrplans, die erzielte Gcsamtfrachteinnahme nach einem be­stimmten Schlüssel zu teilen. Derartige Pools batten sish schon vor dem Kriege als äußerst segensreich nicht nur für die Schiffahrt, son­dern aud) für den Export erwiesen. Gelänge es unseren führenden Schiffahrtsgesellschaf­ten trotz der allgemeinen Verhetzung Deutsch­lands, die ausländischen Reedereien zu Pool- rereinbarungen zu bestimmen, so konnten die Wirkungen oesgroßen deutschen Ausver­kaufs", dieses traurigen Ergebnisses unserer Valutamisere, wenigstens zum Teil behoben werden. Es wird natüilid) äußerst schwer halten, englische oder amerikanische Ricsen- unternehmungen in der Schiffahrt zu einem Zusammenarbeiten mit deutschen Reedereien Ku. bestimmen, da sie von der deutschen Schiff­fahrt augenblidlich nicht die geringste Kon­kurrenz befürchten. Dagegen werden finan­ziell weniger gut basierte Reedereien Frank­reichs, Spaniens, Portugals und anderer klei­nerer Staaten gern bereit sein, sich durch einen Pool mit deutschen Reedereien eine be-

Einnahme zu sichern. Die vie­len Neugründungen im ausländischen Ree- dererwesen deuten auf eine ungesunde Kapi- .talkonzentratwn im Schiffahrtsgcwerbe hm. Statt eines aufreibenden Konkurrenzkampfes, Jr7 ^ben der schon aus den vielen in­ländischen Neugrundungen mit Notwendigkeit si.ch ergebenden inneren Konkurrenz für viele Firmen entspinnen würde, wird man in ein­sichtigen ausländischen Unternehmungen ein friedliches Zusammenarbeiten mit deutschen Reedereien vorziehen und Poolvereinbarun­gen gegenüber nicht eine absolut ablehnende Haltung einnehmen. Eine große Zahl neu­gegründeter ausländischer Reedereien plant ober bat bereits einen regelmäßigen Dienst nad) deutschen Häfen eingerichtet. Gelingt es daher den deutschen Reedereien durch ihre persönlichen und finanziellen Beziehungen eine gemeinschaftliche Regelung der Frachten zu erreichen und einen gemeinschaftlichen Dienst aufzubauen, so müßte dies nicht nur für unsere darniederliegende Schiffahrt, son­dern aud) für die wirtschaftlichen Interessen aanz Deutschlands von nicht zu übersehendem Nutzen sein. Die großen Warenbestände für Deutschland, die zum Teil noch in neutralen Häfen liegen, könnten mit deutschen Schiffen heimbefördert werden und ließen unseren Ree­dereien wenigstens einen Teil der Frachtein­nahmen zufließen, die sie bei ihren geschwäch­ten finanziellen Mitteln dringend benötigen.

Zwar wurde bei den Wafsenstillstands- nnd später bei den Friedensverhandlungen her von deutscher Seite gemachte Vorschlag, hie deutschen Schiffe in einem internationalen Pool fahren zu lajjen, abgelehnt; wenn man

aber im feindlichen Ausland die deutschen Verhältnissen wieder mit nüchternen Augen betrachten lernt und die internationalen Be­ziehungen sich wieder enger knüpfen, wird man m. E. auch in den einst feindlichen Staaten den alten Haß fahren lassen und mit den an Tatkraft und Entschlossenheit den Reedern der großen Schiffahrtsnationen kei­neswegs nachstehenden deutschen Reedern wieder Fühlung zu nehmen suchen. Wir wollen hoffen, daß dieser Zeitpunkt bald er reicht ist, und daß dann aud) unsere Export Industrie, etwa nad) dem Vorbilde derfebc ration os british Industries", das ihrige tut, um mit konzentrierter Kraft zur Gesundung unserer VolkswirlsdMt beizutragen.

Llemenceaii; Abichiedrrede.

Paris, 21. Jan. (WTB.) Nach Beendigung der Sitzung des Obersten Rates verab­schiedeten sich dessen Mitglieder im Beisein von Millerand, Lloyd George, Nitti, Matsui und Walace non Clemenceau. Sir sprachen dem Scheidenden ihr Bedauern aus, daß sie die Arbeit mit ihm nicht gemeinsam iortsetzen können. Auch Millerand drückte namens der französischen Re­gierung dlemenceau feine Anerkennung für die ge­leistete Arbeit aus Clemenceau seiners.its eruAberte in einer langen Rede: Alle Mitglieder der F.re- denskonseren.', hätten das, mos sie als das Interesse ihres Vaterlandes angesch«-. hätten, gut verteidigt, jedoch habe man niemals außer acht ^lassen ote Hchtwenugkeit eines grmcimamen Einverständ­nisses. Wenn England, Amerika, Ita­lien und Frankreich vereinigt blie­ben, dann sei dies eine Garantie für ben Feigen, die alle ©idrrr/citen über bi te, die man anss Papier schreiben könne. W-rnn diese Nationen liÄ eines Tages trcirnen sollten, dann wage er nicht das Unglück vvrauszusagen, das daraus entstehen werde.

Paris, 21. Jan. (WTB.) Der Deputierte Maurice Barr 6s beabsichtigt in der Don­nerstagsitzung der Kammer den Ministerpräsiden­ten über die Art und Weise zu befragen, nrie er die Ausführung des Frr c d e n s ver tra g es von Versailles und seine dlnwendung ge­genüber Deutschland, speziell gegenüber dem Rheinland, in Äussick^ genommen habe.

Paris, 21. Jan. (WTB.) Nach dem Ternps" findet dieersteVerfammlungder Regierungschefs in London statt Für den Fall, daß die Versammlung die türkische Frage zu bebanbeht bat, haben die alliierten Regierungen» den Wunsch ausgedrückt, daß die Vcrrini rten Staa­ten an der Konferenz teilnehmen möchten.

Eine zweite Note der Entente an Holland.

Berlin, 22. Jan. Nach demVor­wärts" ist eine zweite Note der Alli­ierten an Holland abg-'gangen, in der mitgeteilt wird, daß das Mandat zur Ueoernahme des Kaisers an Eng­land übertragen wurde. Ferner stehe eine Note der Alliierten an Deutschland be­vor, in der die Unter st ützung der deutschen Regierung in der Auslie­ferungsforderung bei Holland beansprucht wird.

Rotterdam, 21. Jan. (WTB.) Die Moming Post" und derManchester Guar­dian" erklären sich lautNieuwe Rotterdam- sche Courant" gegen den Kaiserpro­zeß. DieMoming Post"" schreibt, es könne nicht bewiesen roeroen, daß der Kaiser die Haager Konventionen verletzt habe, und einen Gerichtshof, der aus seinen Feinden bestehe, könne man nicht gut heißen. DerMan­chester Guardian" schreibt, ein gerechter Ge­richtshof könne mir aus Neutralen bestehen.

Ein deutsch-holländisches Abkommen.

Amsterdam, 21. Jan. (WTB)Tele- graaf" meldet, daß demnächst von der nieder- lwändifchen Regierung ein Gesetzentwurf be­treffend die Gewährung eines Kre­dites von 200 Millionen Gu lden an Deu tschland eingebracht wird. Dafür gewährleiste Deutschland den Niederlanden für vier Jahre die Lieferung von mindestens einer Million Tonnen Steinkohlen pro Jahr.

Deutsche Auswanderer.

Amsterdam, 21. Jan. (WB.) Wie die Blätter melden, sind in Oldenzaal 5 7 5 deut- sche Auswanderer etngetroffen. Sie reifen über Rotterdam nach Brasilien ab.

EineamerikanischeAnkeihesürOeft erreich.

Wien, 22. Jan. (WB.) Na tional- versammlung. Bei der ersten Lesung der Vorlage, betreffend die große Vermögens­abgabe, erklärte der Staatssekretär der Fi­nanzen Dr. Reitz, er habe von Vertretern des Hand?lsamts der Vereinigten Staaten die Mitteilung erhalten, daß es tatsächlich dem Kongreß eine Vorlage unterbreite über Anleihe von 70 Millionen Dollar für Oesterreich.

Srohdeulsche Kundgebungen in westvreutzen.

Danzig, 21. Jan. (Wolff.) Die groß- deutschen Kundgebungen im west preußi­schen Absttrnmungsgetz-et fanden gestern unter rie^ ,'iger Beteiligimg der Bevölkerung statt. Befon- ocrs eindrucksvoll verliefen sie in ben Kreisen Marien bürg, Marienwerder-, Stustm und Rosenberg. Alle Derarnrnlungsoae wa­ren st «erfüllt. Es sprarlxn Re.ner a.ier in d.m Arbeitsgemeinschaft-' bnr.inigicit polift dxn Par­teien. In den Versammlungen in Marienburg rtuttei Entsch i.'stunden angenommen mit folg n- lyrni übererustiminendem Wortlaut:Mehrere tau­send Männer imb Frauen, die heute in der alten Drbcräftabt versammelt sind, geloben nach dem Inkrafttreten des Früj>ensvertrages noch einmal fei erlichst, gleich ihren Vorsachven, treues, ein­mütiges Feschal'en am £>ei:t ch'.um. Das west- preußisch- Abstimmungsgebiet ist nx^ent cher Bo­den, der durch beuteben Fl ist,-fftig^rt und Ordnungssinn zu einer glänzenden kulturellen Und wi tsch f lichen Entw llung g lwacht wurde D.e es uld-wtsche lianb, an den' wir mit jeder wi.1 chffl- lichen Faser unseve^ Her-ens hängen, wollen wir dem teutf.fen V^tTrlard- erbaten. We pveicken ist eine Stätte deutscher Kulturarbeit. Die durch die Arbeit tmferer Väter erivvrb'nen Rcckche förm-n nicht erlöschen. Wir n»iren de itsch, :inb deutsch und wollen deutsch Heibrit! Gott schütze West- preußen!" Entschlie'.u'gen g'eich-n Jn'a ts wur­den auch in den üjrigcn Orten ^genommen.

Die deutschen GeschSstLt.'äger im AuUande.

frh. r. L/jc/us - .Rom Lzrutiberg -ß/vssd

2lu* dein Ueiche.

scheu der Beamten und Arbeiter her Eisenbahn« Verwaltung entgegnttommen und jeden, der die er­forderlichen Kemttnisse erworben und sich durch gute Leistungen hervorgetan hat, an die Stelle stellen, an der seine Arbeitskraft zur Steigerung x*t Arbeitsleistungen und zum Gedeihen des Wer­tes voll ausgenutzt wird.

Die Notlage im Ueberschwemmiingsgebiet.

Berlin, 21. Jan. (WTB.) Die preu­ßische Landesversammlung ermäch- tiqte die Regierung einstimmig, die Geschädigt ten des westlichen Ueberschweminungs- gebietet in weitestem Maße aus bereiten Mitteln zu unterstützen. Ministerpräsident Hirsch sprach namens der Regierung seine tiefe Teilnahme an dem neuen Unglück, das die ohnehin durch die feindliche Besatzung be­lastete Bevölkerung betraf, aus. 125 000 Mk. seien zur Linderung der ersten Not sofort zur Verfügung gestellt worden.

Wünscht der Presse,

Berlin 21. Jan. (WTB.) Amtlich. In der von den Zeitungsverlegern nachge­suchten Besprechung beim Reichskanz­ler, die heute stattfand und an der auch der Reichswehrminister, der Reichsminister des I ne» n sowie ein Vertreter des Reichs>u.,u,mimuerv teil* nahm, trugen die Verleger die bereite in ihrer Entschließung zusammence aßten Wünsche vor, in der sie sich gegen die jetzige Praris der Verbote von Zeitungen und die Lahmlegung der Betriebe wandten. Der Reichskanzler sowohl wie der Reichswehrminister gaben eine Darstellung über den Ernst der Lage und ließen keinen Zweige! darüber, daß sie, um im a'lgemcinen vaterländi­schen Interesse der Lage Herr zu bleiben, weit­gehende Machtmittel für sich in Anspruch nehmen müßten und aus die Anwendung des Ausnahmez­ustandes nicht verzichten könnten. Dagegen wäre die Regierung bereit, im Interesse der gesamten Presse und des ZeitungsgeioerbeS den vorgetrage- nen Wünschen entgegenzukommen und Zeitungs­verboten in Zukunft die Begründung sofort mitzugeben. Außerdem solle das Reichsjustizmini- flerhim sofort eine Verordnung ausarbeiten, auf Grund deren eine Kommission gedacht ist, der das Recht einer Beschwerde!« stanz gegen­über den behördlichen Anordnungen gegeben wer­den soll.

Plesstvklbote

Kassel, 22. Jan. (WB.)Die BoikS- st i m m e" im Schmalkaldischen und dasG o - thaer Dolksblatt" sind wegen au frei« zender Artikel auf 14 Tage verboten. Das Organ der Unabhängigen Sozialdemokratie Westdeutschlands, ,,D i e Volksmacht", ist auf 10 Tage verboten.

Ein neires Luftschiff

Durchsuchung Von Postsrndunqen.

Münster, 21. Jan. (Wolff.) In verschie­denen Zeitungen bcschw rt sich das Publikum über des Verschwüiden von Postpaketen aus Wcst- f a l c n und oem Rheinlande, die von den Militärbrchörden bcs>h'agnachmt worden sei n. Zur AufNärung über di'se Angeleg<-n'>eit wird vom Wehrtommanoo 6 fntgvnbed beikumt gcg bjn: Für di? unter Ausnahmezustand sl^md'N Regierungs- be, irfe Düsieldorj, Arnsberg, Münster und Min­den wurde vom Welrrkreislvmmando 6 mit Ein- verstä^kdviZ tes Regi r.mgskommi jars unter d m 12. Jan. angeordnet, daß alle B amten undHi.fs- lecmten tec Staatsanwaltsrta.i >owi alle B amt.'n ter L<mdest>o iz?i u d D l s o iz i eamten biugt sein sollen, die Postanstaiten zu betretm, die dort vorhandenen Palete zu bffichffg-rn und solche, bei denen der Verdacht besteht, daß sie Schleich­handels-, Schieberware oder ge­schmuggelte Gegenstände enthalten, zu be- schlagr-ahmen. Bestätigt sich der Verdacht nicht, so sollen die Patete der Post unverzüglich zu- rüdgegelten werden, unter schri tlicher 2k tätigunq bet ertolg en Durck^suchung Pakete mit Schieber­oder Fleischwaren sollen an den Kornnnmalverband mi Bezirk, wo sie besch'agnahmt sind, solche mit Schmuggelwaren an 1 te Zolll>el)örLen ctbreg eben werden. Weitere Berordnungrn in die er Ang?- legenheit wurden seitens d?s Wehrkreisbomman- dos 6 nicht erlassen.

Dicorgon fntion der Hauvtwcrkstatten der preußischen Staat-eisenbahnen.

Berlin, 20. Jan. Gestern haben unter dem Vorsitz des Eisenbahnminislers Oe er im Sitzungs­saal des Potsdamer Bahit^ss Bevatungen übet die Neuordnung der Organisation der Eisenbahn- Lauptwerkstätten der preußischen Staatseisentoh- nen stattgesunden unter Teilnahme von Abord­nungen der Beamten und Arbeiter dieser Werk­stätten, von Mitgliedern der Landesversammlung sowie führender Männer aus den Koeisen der In­dustrie und Wissenschlst. Vertreten waren ferner das Reilbsverlehrsministerium und die außer- preußischen deutschen Eisenbahnverwaltungen. Aus den neuen 25oridjlägen ist besonders her vorzuhe­ben, daß die Hauptwrrkstätten der Eiserchahnen, unter denen sich ©robbetriebe mit mehr als 5 000 Arbeitern befinden, mehr als brs- ber selbständige Unternehmen werden joTlen. An ihrer Spitze werden mit weitgehenden Befugnissen und eigener Verantwortung aus^e- stattete Leiter stehen, die das Werk in technnch- wirtsckxrftlichem Geist verwalten sollen Durch eine sorgfältige Unkostenermittlung wird bte Wirt­schaftlich leit jeder Arbeitsausführung überwacht, um so die Leistungen der einzelnen Werkstätte mit denen anderer staatlicher Werkitätten und gleich­artigen Industrieunternehmen nergleichen zu kön­nen. Die Neuordnung soll gleichseüig ben Wrar-t

Berlin, 22. Jan. Das im Bau befind­liche Schwester-Luftschiff der Bo­densee wird anfangs Februar seine Probe­fahrt aufnehmen und soll vom G. Februar ab regelmäßig zwischen der SchweizBerlin und Schweden verkehren.

Aus Liessen.

Der Hande! mit Schweinen.

NN. Darmstadt 23. Jan. Das hessische Landesernährungsamt er'äßt auf Grund der Ver­ordnung des Reichswirtscha'tsministerZ über die Regelung des Fleischverbrauchs und dem Han­del mit Schweinen neue Bestimmen'en, die alsbald in Kraft treten. Von Wichtigkeit ist, daß zur Anerkennung der Se bstver orgung durch Sch'achtung von Rindvieh, mit Ausnahme von Kälbern dis zu 6 Wochen die Genehmigung des Landesernährungsamtes einzuholen ist. Dft Ver­äußerung von Schweinen mit einem Lebendge­wicht von mehr als 25 Kilogr. darf, auch wenn es sich nicht um Schlachtschweine handelt, nur an Beaustragte des Viehhandelsverbandes erfol­gen. Der Erwerb dieser Schweine durch andere Stellen oder Personen ist auch nur mit Geneh­migung des Landesernährungsamtes zuläffig. (8 2). § 3 regelt die Hausschlachtungen, die be­sonders von den Fleischbeschauern zu überwachen sind (§ 4). § 6 betrifft die Notschlachtungen. Im £ 7 ist bestimmt, daß die Ausfuhr von Flersch und Fleischwaren aus Hes'en verboten ist. 8 9 bestimmt, daß Zuwiderl-andlungen yegen diese Vorschriften mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mk. geahndet werden.

Znr Heimkehr der Kriegsgesangeneu.

rm. Darmstadt, 20. Jan. Die frübet vorgesehene Abnahmestelle Darmstadt, für die seit Monaten, teilweife mit großen Opfern, umfang­reiche Anordnungen zu einem würdigen Empfang der Heimkehrenden getroffen waren, ist anschei­nend aus bahntechnifthen Gründen nach Mann­heim verlegt worden. Bisher wurden in Darm­stadt 51 Heimkehrertransporte mif zus. 46 298 Personen verpflegt und teilweise weitergeleitet. Für die nächsten Tage wurde das Barackenlager mit Betten und sonstigem Inventar für 500 österreichische Kinder zur Verfügung gestellt.

Hus dem besetzten tfrbkt

= Mainz, 21. Jan. Die Bürgermeisteret verbot im Hinblick auf den Ernst der Zeft in diesem Jahr den Karneval.

= Koblenz, 21. Jan. Die belgisch-« Ber- treter der Rlbinlands.ommis io« le chlag afomtn die Diensttvohnung des Regierungspräsidenten Gr öntng.