Rus Stndt Caitö.
®teben, Den 21. Tez. 1920.
Die Steuervorlage der Stadt Gießen.
In Aussührmig be5 Hessischen Gesetzes, die Ausführung oeS L^desstauergesetzes bet.eftend, Vnt dre Sttrfet'c^rn>altHng der Stadtverordnete n°- Kersammlung wegen der Grund-- und Ge- werdefteuer sowie nrgcn Besteuerung des reichst steuerfreien Einkommens folgende BorLase gemacht Aus technischen Gründen Mußte die Wiedergabe der Vorlage ut unsevckm Blatdxum mehrere Tage Verschoben narbet.
Betrtsft: Tie Erhebung der Gemeindesteuer vom Grundbesitz und Gewerbebetrieb; hier: Bestiurmung der Hohe der Steuer- ansschlägc.
Die Stadtverwaltung beantragt:
tm Rechnungsjahr 1920 für jedes volle Hundert Marl der für die Besteuerung festgestellten Werte auszuschkrgen und m vier Zielen zu erheben
1. bet Gebäuden, nebst Zubehör, sowie Bauplätzen 60 Pfennig,
2. bei land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundstücken und Rechten 100 Pfennig,
3. bei dem Anlage- und BetnebÄapital 72 Pfennig.
Steuerordnung der Stadt Sieben über die Besteuerung des reichssteuerfreien Einkommens.
§ 1.
Das nach § 20 des Einkommensteuergesetzes vom 29. März 1920 reichssteuerfreie Einkommen unterliegt der gemeindlichwi Besteuerung.
§ 2.
Tre gemeindlich^ Besteuerung beginnt:
1. bei einem steuerbaren Einkommen von 8000 Mark, wenn das reichssteuerfteie Einkommen nicht mehr als 1500 Mark beträgt;
2. bei einem steuerbaren Einkommen von 10000 Mark, lvenn das reichssteuerfreie Einkom- kommen nicht mehr als 2000 Mark beträgt;
3. bei einem steuerbaren Einkommen von 12 000 Mark, wenn das reichssteuerfteie Einkommen mehr als 2000 Mark beträgt.
§ 3.
Tas der GemeindebestLuerung unterliegende reichssteuerfteie Einkommen wird, sofern es nicht mehr als 1500 Mark beträgt, mit dem ganzen Betvag und, sofern es den Betftlg von 1500 Mark übersteigt, zur Hälfte mit dem in § 30 des Landes- steuergesetzes vorgesehenen Höchstsätze zur Gemeindesteuer herangezogen.
ß 4-
Tas reiäMeuerfreie Einkommen von Steuer* pflichtigen mit mehrfachem Wohnsitz wird mit dem Teil zur Gemeindesteuer heiangezogen, der aut das aus der Stadt Gießen ^herrührende Einkommen entfällt.
§ 5.
Tre Gcmerndeeinkommensteuer nnro in den Fallen der §§ 26 und 44 des Einkommensteuergesetzes in tem gleichen Verhältnis ermäßigt, ut welchem die ReuhsemkomMLnsteuer nachgelassen ttaib.
§ 6.
Gegen die Bevanlagung findet das gleiche Recht sm itt eloerficchren Anwendung, wie gegen die Veranlagung zur Reichseinkommensteuer.
§ 7.
Diese Steuerordnung tritt mit Wirkung vom ...... in Kraft.
Gießen, den..... 1920.
Ter Oberbürgermeister.
Die Not der Gießener
U«iverfitälHbibliothekundAu»landShilfe.
Unter der in der Presse wiederholt besprochenen Not der deutschen wis enschastlichen Institute hat die Gießener Universitätsbibliothek schwer zu leiden. Seit %rieg§beginn hat der Bezug von Büchern und Zeitschriften aus dem feindlichen und zum Teil auch aus dem neutralen Ausland fast ganz aufgehött. Auch der große Schrifteuaiis- tausch der Bibliothek mit den wissenschaftlichen Instituten und Vereinen dieser Lander kam auf ein totes Gleis und beginnt erst jetzt wieder allmMich in Gang zu kommen.
Um unserer Forschung das allernotwendigste Harü>werkszeu<s rtrieber zugänglich zu machen, roä.e es mm unbedingt nötig, die seit 1914 erschienenen 6 bis 7 Jahrgänge wenigstens der führenden 9luS- landszeitichristen nachMoeschafsen. Bei dem jetzigen Stand unserer Valuta sind dafür mindestens 100 000 Mk. erforderlich Aber trotz erheblicher ErM/ung ihres Etats vermag die Bibliothek zur Zeit, wegen der hohen deutsche Bücher- und Ern- vandspreise, kaum die wichtigste Literatur des Inlands aniuBauten. Da ist es dankbar zu begrüßen, daß Freunde der deutschen Wistenschaft im Auslan) und besonders unsere engeren Landsleute in Amerika begonnen haben, Mittel zur Beschaffung von An?landszeitschrisftn und -büihern für unsere Biblio hek zu sammeln. Bis jetzt sind, abgesehen von einigen kleineren Gaben, folaende größere Spenden zu verzeichnen: CH. Rosengarten, Philadelphia, 100 Dollar (etwa 7000 Mark); E. T A Hösbach^PHitodelMa, 10 Tol- üar (etwa 700 Mk.); Fräulem L. Becker, Phila- dephia 200 Mk.: M Rothenberger, Neu- York, 2000 Mk.: Peter Nicklas, Nrnxrrk, 1000 Mark; Dr. Fr. Schneider, New--Londem, 10 Dollar (700 Mk.); Ad. Göbel, Brooklyn. 6000 Mk.; Tr. O. L. Schm idt,, (Moagv, 10Dollar (700 Mk.); Tr. Fay et, Porto Alegre, 500 Mark; auch von holländischen Dabakfirmen gingen dnock) Vermittlung van Herrn Dr. A. Bock grv- ßere Betrage ein: E. Schleicher, Rotterdam, 1000 Mk.; Rohte & Ii'sroot 1000 Mk Gebr. Pqpvenheim 500 Mk.; Gebt. Fleck 500 Mk.: Gröning & Co. 2000 M. (btr letzten alle in Amsterdam). Bon Geheimrat Sievers wurde uns die Zuweisung staatlicher Ber- öftentlidiimgcn der Rejmblik Argentinien venni - idt
Leser unseres BÄrttes, die verwa-nd'tschaftlrchk oder geschäftliche B'ri-Hungen zum Lustand laben, erwerben sich em Berdimst um die Universität, wenn Sie in Ihren Briefen aus diese Sammlung für die Bibliothek empfehlend hrnweiien. Auch be kleinsten Gaden, bte uns von AuSlerndsdentschm in fremder Währung -ugestmdt iverben, erlangen für uns bei dem derzeitigen Tiefstand unterer Vn- luta (1 Dollar -- ungefähr 70 Mk.) etae red;t bedeutende Kaufkraft. Alle Zalstungsi smd am besten an das Bankhaus ,,The Eq vital» le Trust Company vs New-Bork^ (.tzv'ito Universitätsbibliothek Gießen) in Neuyork yi n!> ten, BüUrsendungen, die gleichfalls I f> im l.om- Bten sind, direkt an die Universitätsb-iblir hei
Berlrn, 18. Dez. Auf Afnregmty von dänischer amtlicher Seite haben sich, wie ixe „T-tsch Allg. Stfg." schreibt, 4 0 danische wi > sen - schaft11che und Fachzeitschriften tereit erklärt, ab Antang nächsten Jahres eine Ajnzahl Exemplare regÄniäßiy unentgetich den derttstlen öffentlichen Bittivth^en zur Verfügung zu steilen.
Die Nachprüfung des Besoldungsgesetzes.
Tie Nachprüfung der Neichsbefol- dungsordnung lonnte noch einer Zuschrift des hessischen Stao.smr isteriums wegen den habet zu Tage getretenen mancherlei Schnnerigkeitett, bte zum grollt Teile durch die Bsarbeitnng der vorliegenden Anträge der Beamtenschaft verursacht worben sind, erst fetzt zum Abschluß gebrafzt Norden. Nach dem vom Reichstag nunmehr beschloss e- nen Gesetz zur Siche nm g einer eisthntliben Re- gehmg der Beaunenbefoünmg sind die Länder ge- h.tlten, oie Tienstbezüge ihrer BÄlmten ujw. nickst günstiger zu regeln, als sie für gleich zu bewertende Reichsdeamte fes^elegt sind. Erst nach Be- enhigimg der Nackstrrüsinrg der Reichsbesoldungs- orduung farm d-cher mit der Ueberprüfung derhess i sch en Be s o 5dnn g s o rdn u n g begonnen werden, die nunmehr sofort in Gang gebracht ist. Nach Artikel 28 des Gesetzes vom 19. 5. 1920 über die Besoldungen der Staatsbeamten, sollte diese Nackiprüsuitg bis zum 31. Dezember 1920 erledigt sein. Aus test angeführten Gründen läßt sich das natürlich nicht ermöglickien. Tas Gesamtministerium sah sich darum veranlaßt, von der ihm nach Art. 9 der Hessischen Ber- sasstuig zugestandenen Ermäckft'gung Gebrauch zu marben und durch eine Berorterung die seinerzeit auf den 31. Dezember 1920 festgesetzte Frist zur Nachprüfung des Besoldungsgesetzes um 3 Monate, bis zum 31. März 1921, zu verlängern. Tamit ist natürliche nicht gesagt, daß sich die Nach- prüftmg des hessischen Besolvungsgesetzes noch so lange hinousziehen wird. Vielmehr ist die Frist nur vorsorglich berlar-gert. Tie Nwcksprüftmg ist, wte schon erwähnt, bereits im Gange; noch vor Januar n. Js. wird eine Besprechung der süddeutschen Landesregierungen tu Der Angelegenheit statt finden, so daß sie in aller Beschleunigung zu Ende geführt werden kann.
Veranstaltungen.
Dienstag; Sitzungssaal des Stadthauses, 6 Uhr, Mitgliederversammlung des Oberhessischen .Kunstvereins. — Stadttlreater, 7 Uhr, „Ter Widerspenstigen Zähmung". — Cafs Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung her Ehiemseer. — Lichtspieltheater wie gestern.
Wettervoraussage für Mittwoch.
Bedeckt, leichte Niederschlage, etwas milder, Winde aus westückssn Richtungen. — Unter dem Einfluß der von Nordwesten l>ercutrückenden starken Depression haben wir mit zunehmender Temperatur intb NiederschLLgen zu rechnen.
** In ib er öffentlichen Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen vom 18. Dezember wurde Die Berufung des Lorenz Koch zu Holzmühl gegen .bas Urteil des Kreisausschusses des Kreises Lauterbach vom 18. Marz 1920 als unbegründet zurückgewiesen und der Berufungskläger mit den Kosten des Verfahrens belastet. — Dic Klage der Heinrich Felzer Witwe in Holz- hansen v. d. H. gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Friedberg vom 14. Oktober 1920 wurde ebenfalls unter Verurteilung der Klägerin in die Kosten des Verfahrens abgetoiefen. — Der vom Kreisamt Friedberg tm öffentlichen Interesse verfolgten Berufung gegen das Urteil des Kreis- auL schuf es des K e ss Friedberg wurde stattgegeben und unter Aushebung des angefochtenen Urteils zu Recht erkannt, daß der Maurer Heinrich Seipel in Stammheim eine Entschädigung für sein an Rotlauf verendetes Schn^tn nicht zu erhalten hat. Die Kosten des Verfahrens hat Hch. Seipel in Stammheim zu tragen. — Die Klage des Ort-armenverbands Gießen g^gen den Orts- armenverband Friedberg wegen Uebernahme einer Familie in eigene Fürsorge wurde unter Verurteilung des Klagers in die Kosten des Verfahrens abgewiesen. — Dir Berufung der Gemeinde Grüningen gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 19. Juli 1920 wurde als unbegründet zurückgewiesen und es wurde unter An Liderung der angefochtenen Entscheidung des Kreisausschusses dahin entschieden, daß die Gemeinde Grüningen dem Bürgermeister für das Rechnungsjahr 1919 eine Zulage von 50 Prozent zu dem Gehalt von 1130 Mark zu gewähren hat. Die Gemeinde Grüningen hat die Kosten des Verfahrens zu tragen.
** En twen de t wurde am 15. dS. Mts. von einem Wagen ent Micksack mit 11 Paar neuen SÄnhen und zwar: 2 Paar rindUederne Tamen- balbfchuhe (Größe 38 il 41), 2 Paar Roßbox-D.- schknürstikfel (Größe 40 u. 41), 1 Paar Boxkalf- Herrmschmtrstiefel (Größe 40), 6 Paar rindsleberne Derrenarbeitsschüs^e mit Swßplatten, Absatzeisen imb angenähten Kappen (Grö^ 42, 43 u. 45. Bor Ankauf wird gewarnt.
*e Ermittelt wurde ein Bäckerlehrling, der seinem Meister einen größeren Geldb'.trag ent» mentet hat.
** Erhohuftg der Haftsumme für Gepäckstücke. Auf eine Eingabe, oie oer Verband reisender Kaufleute Deutschlands wegen der Erhöhung der .Haftsumme für oie den Handgepäck-Aufbewah- rungsstell-en übergebenen Gepäckstücke an oen Reichsverkehrsminister y-erichtet hatte, hat er von der Eifenbahndirektton in Berlin den Bescheid erhalten, daß die ständige Tarifkommission vor kurzem beschlossen hat, die Haftsumme für oie aufzubewahrenden Gepäckstücke auf 500 Mk. für ein Stück zu erhöhen; bisher betrug sie 100 Mk. Nach oer Mitteilung oer Eisenbahndirektion Berlin soll die Maßnahme voraussichtlich am 1. April 1921 vollzugsreif sein.
** Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. Infolge der WeihncMsfkiertage ftntet die AuLzahlung -'er SSod^^b Uitterlmtzimg am Donnerstag den 23. und des Krankengeldes am Freitag den 24. Dezember ds. Js. von vormittags b— 1 Uhr statt.
** Neber bte Weihnachtsfeier der Tau send schäft Gießen des deutschen I u g e n t b u mb es Gießen wirb Ws be i-htct: ! Dir Gatten lftsher richtiges Weih '-achtswctter: I Kälte, Sck-nee sogar E^s Diese Vortedingmig für । eine echte deutsche Weöhmrcht gaben auch gestern j abend der Veranstaltunz des Jugenbbundes den
richtigen tbttergrmti). Die Augen der Jungen leuchteten vor Ettva tung, die Untedbalturg wogte und bnaiitete durch den weiten Raum der neuen Aula, bis der jugendliche Dirigent sein Jugend- bund-Orchester zum Bortvage des „Cl,ors aus Judas Maklabäu--'" von HL.del sammelte. Tie Aus- führenden hatten wohl fleißig getot, sie brachten den Ehvr recht stimmungsvoll zur Geltung, ebenfalls das Menuett in Es-Tur von Beithoveu. Zwisch'-endurch wurden die kernigen Worte Arndts „Dem Vaterland" emdrucLvoll von einem Schüler gesprochen. Professor S chi'-an sand in leiner Ansprache die richtigen Worte, die den Weg M dem empfänglichen Herzen der Jugend tauben. Er erwähnte, daß in keinem Lande ter Erde das Weih- .sachissest so innig und gemütvoll ausgestaltet sei, wie in itn|erem Vaterßande, deshalb könne man mit Neckst von dem heutidien Wrihnachtsiest sprechen. r©eiiie Frage, ob wir berech igt seien, ba5 Fnedenssest zu feiern, beantwortete er iu entschieden bejahendem Sinn, intern er darauf h.n- wies, daß Das teutsck-e Bott das friedliebendste der Erde sei; vielleickst M fetetetebenb Kern anderes Boll würde in gleicher Lage, in ter wir uns befinden, die unerträglich b ückenden Lasten mit gleicher La grnut getragen haben. In reiner, lauterer Fröhlickckeit dürfe tes>rD auch unsere Jugend, die in ihrer Elasti-ität ten auf uns Aelteren lastenden Truck noch nicht so stark empfinde, das Friedeussest feiern. Tklj ,.WeichnackM«egenlieb" von Davidoff, auf dem Eello zart botgetuageu und das schöne „Weihnackstslied" von Storm folgten der Anspiache. Unter dem LichtergLrnz von zwei Christbänmen wurde zum Sck>äufz stehend von ter ganzen Versammlung ,,O du ftMiche, o bu selige, gnadenbringende Wechnackstszeit" mit Orchester- und Käavierbegleitirrg kvastvoll angestimmt. Mit dem gehobenen Gefühl, ihren Kameraden und deren Angehörigen die richtige Strmmrmg zum uaiien- den Weihnachtsfeste mit anr den Weg gegeben zu haben, konnten die jugendlichen Veranstalter befriedigt nach Hause gehen. Zu wünschen wäre es gewesen, Latz ttotz {tarier Z»urnsp u-chnahme mehr Eltern an der Feier ihrer Kitvoer tetlgenammen hätten.
* * Die Ortsgruppe Gießen der Kriegshinterbliebenen des freien hessischen Landesverbandes veranstaltete am letzten Samstag tm überfüllten Saale des Fclsenkellers eine schlichte Weihnachtsftier für ihre Kinder. Herr Dr. lschneider fand in seiner Ansprache tiefempfundene Worbe, hie die Stimmung der Veranstaltung würdig zunr Msdvuck brachten. Musik- vorträge, Kiuderreigen, Theaterstücke und Della- mafionen weckrselten miteinander ab. Besonders großen Beifall fanden die Reigen der Meinen; sie waren Mit viel Liebe tund Geduld von Frau L. ScholF eingeiibt. Fran Lerch srftSi.fte die Zuhörer mit schönem Gesang, betonteren Eindruck mackste das Largo von Händel, Mit der meisterhaft diivchgeführten Begleitung von Frau Schwa rtz kKiavier', Herrn M oMberger (Violine) und Herrn canb. fot'eft iBähringer (Cello). Um es den Frauen yu sermöglichen, ihren Kindern eine Heine Wel.hnachtsfreude zu machen, wurde eine Haussammlung veranstaltet, die den stattlichen Bewag von 6740 Mk. ergab.
* • Der Cv ang. A rbe iter verein hielt am letzten Sonntag in ter Turnhalle bei außerordentlich zahlreicher Beteiligung seine Weihnachtsfeier ab. Die Mirsikabteiluna des Vereins, die eine wesentliche Derstärkung erfahr?« hat, bot auch bei dieser Vetxmstaltung gute Leistungen, ebenso erfreute der G-emischtte Chor, der wi? die MusikabteUimg unter Leitung von Musiklehrer Gernhardt steht, durch zwei äußerst stimmungsvoll borget regelte Weihnachtslieder. Die von Pfr. Ansseld gehaltene Ansprache leitete in die richtige WeihnachtSstimmimg über. Allgemeinen Beifall ßrnden aud) die Kinderdeklama t i o- ’it c n und Siete r, der zum Andenken an Boetho- ven yi Gehör gebrachte Mannerchor: „Hymne an die Nacht", sowie die Deklamation von Fran L. Scholz: „Bom Himmel hoch". Den Glanzpimkt des AtendS bildete die Aufführung eines Weihnachtsstückes in 3 Aufzügen mit einem Schlußbild: „M arias Traum , das seine Wirkung nickt verfehlte.
’ * Da s Fest der f i 5b ernen Hochzett begehen morgen, Mittwoch, die Eheleute Martin )Zalser ünd Fran Lina, geb. Pitzer, Landgraf- Philipps-Platz 6.
** Die 3igarrenfabrifen S. Bock u. C o. haben die ZigarrenfabrikB. Freße r rn Gießen käuflich erworben und mit ihrem Unternehmen bereinigt. Das Kontor sund die Erpedition ter Firma S. Vock u. Co. tourten in das An wesen ter neuerworbenen Fittna, Eck- Moltkestraße und Kaiser-Ml«, verlegt. Die Firma Haubach u. So., Zi^arrenfabrik in Gießen, mürbe von ten Heroen Helmut Bock und Dr. Werner Bock käuflich übernommen. Letzterer bleibt gleichzeitig Teilhaber der Firma S. Bock u. Co. m Gießen.
J- Kan inchenzucht. Ter PrvviiizialPer- band der Hess schen KlaninchenKüchter toi b feine Hauptversammlung am 16, Januar m Gießen abhalten. Tie Tagesordnung wird zwei einschneidende Fvageu beha teln, so daß für dieses Mal em starker Besuch zu erwarten ist. Vor allem handelt es sich um den Z u samm en schi.u ß all e r hessischen Kaninckenzüchter und die Verschmelzung ter kleinen Verbände mit tem Landesverband. In Starkenburg und Rlreinbessen ist dies bereits geschehen. Eine andere wi.lsttge Frage ist die Verwandlung b?S Landesverbands besftscher .Küninck?sn nick,ter in einen Kieintterzüchter- verband Hessens Dieser würde außer ter .Klanüichenzucht noch Ziegen, Schafe, Geflügtt, Tauben, Kanarienvögel usw. mnschließen. Der Plan ir-trd in ten Kreisen der Kaninchenzüchter auf manchen Widerstand stoßen.
Landkreis Gießen.
-L Ettingshausen, 19. Tez. Anläßlich der Uebergal^e brr Cb Bereinigung töBe die Gemeinde für die Masieng.untetücke 935 OiK) Mk.
± Annerod, 18. Dez. Ein alter Kfttegs- teilnehmer von 1866 und 1870/71, Landwirt Volk, starb, 77 Jahre alt.
+ Garbenteich, 19. Dez. 9luch die hiesige Schafherde ist von ter in Oberhessen weit verbreiteten Stänihe befallen. Dr. Kretschmar, bet unlängst in Gießen einen Vortrag über die Be- kämpfting ter Schasränbe hÄt, wird dieser Tage eintveften imb bte Begasung ter Herbe oornebmm. (In mehreren Otten Ober Hessens ist bies bevfttS mit testen Ergebnissen geschehen.
D. Geilshausen, 20. Tez. Am 15. Dezember sprach in einer öffentlichen Versammlung Herr Tr. Krause von bet Deutschen Bolkspartei übet die deutsche Politik feit bem 6. Juni 1929. In durchaus klaret und sachlicher Weise verbreitete sich bet Rediter über unsere wichtigsten iitner» und außenvolltischen Fragen. Besonders eindrücklich beleuchtete er die Soziali-
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sierungsstage rmd die Fotdermtg der Revision des Versailler Friedensverttages.
g. Mainzlar, 19. Tez. Unter Leitung bet Krankenschwester Eltsabethe Gröl; sammelten bte Konsirm an binnen in ten Familien unserer Gemeinte 5 Körbe Aepsel unb Kvnsekt für arme Stadtkinber. Sie brachen das Gesammelte heute nach Gießen in bie Klein linde rschule, wo es gewiß freudige, dankbare ?lbnehmer gefunden bat
JL Treis a. d. Lda., 18. Tez. Gestern wurde der Langjährige Vorsteher her hiesigen tfvael. Gemeinde, Markus Wetzstein, beerdigt.
KreiS Alsfew.
fd. Alsfeld, 20. Tez. Bn der Verkäufe r t n , die in einem Frankfurter WateiÄzaus große TiebstShle verübt hat und in bereit hiesigen Wohnung man für 40000 Mark gestohlener Waren sand, hat man jetzt auch m ihrer Fvankfutter Wohnung gestohlene Waren befd/agnahmt. Auch ihre Schtoestern in Groß-Aicheim i t et bie Tickst Me verwickelt; irani bcschlagnahrnte auch bet ihr gestohlene Sachen.
Kreis Schotten.
^Schotten. 20. Dez. In unangenehmer Weise macht sich eben Kyier das Fehlen einer Eisbahn tenwrfbar, wie sie benachsxirte Stä^e wie Nidda, Laubach, GrünberA in volllommenem Maße haben. Man kann bie)em' schönen, gesunden Sport in keiner Weise huldigen. Früher be- imtzte man _ hierzu ten Wassergraben des alten Roden st einischen Schlosses (des jetzigen Amtsgerichts). Da dieser aber vor tauigen Iahten zugeworsen tourte, fehlt jetzt jede Gelegenheit zm Hebung des ScUittschuhlanfs. Man hat an bte Anlage einer Eisbahn rn Verbindung mit der Badeanlage bei ter Schneidmühle gedacht. Ob dies ausführbar, ist sehr ztoeiftlhast.
Kreis Friedberg.
* Kirch-Göns, 19. Dctz. Eine Wohlgebmrgene Kaninchen - und Geflügel-Ausstellung veranstaltete ter hiesige Verein Unter «Leitung seines Vorsitzenden Ludwig Gerhardt, ßaft alle Geflügel- und Kaninch-nrasjen waren vertret en,und überall fckh man nur erstllafftycs Zucht- material. Zahlreiche Ehvenpreisc und Geldpveist konnten von ten betten Preisrichtern Steinbvvckxr und Msck-er-DarMstate verteilt werden. In k)er Abteilung Geflügel erhielten Sieaerpvnse: Wichelm NernuPohl-Göns, H. Ruhl V., Karl Müller und Otto Kollmar; Ehrenpreise: H. Rühl, H. Euler, H. Röhrig, L./Bach. Will). Schepp, H. Heiß, Fett». Gerhardt, H. Meier, fö. Ha mack, K. Müller, O. Kollmar und tz. iHarnack. In Ab- teilurtg Kaninchen: Siegr.'rp'.'eis: Bcrnh. Bopf, W. Neun, Lehrer Hofmann-Lang-GSns (Alaska-Kaninchen) und Ludwig^ Gerhardt; Ehrenpreise: O. KollNttrr, K. Langgöns, ,B. Boys, W. Röhrig, H. Rühl V., W. Nern, W. A. Langsdorf^ W. März, W. Röhrig, Lebrer fHofmonn (Maska), IincmAbeamte Nern, Wily. Niem, Ferd. Eisen- brandt, Ludwig Gerhardt und Hein'-ich ßofiüer. An herbem tourten zahlreiche erste /zweite -und dritte Preise vergeben. In Abteilung Pelzwaren teuren sehr schöne Sachen aus »Kanin feilen zu sehen. Im ganzen waren 196 »Nummern ausgestellt. Der Besuch der Ausstellung war lebhaft, selbst ans Greven waren Züchter erschienen.
Starkenburg und Rheinhessen.
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vo giiermifeicn ginnt ali ; bie S». «faugenf d Msktasten. ^sichtüch (tut
:om Änss'böftl Mn tmb ei 16tirtcmbet ribrt iverdnr kctrach! komm i Gesamenfä itrft, daß ein & ßnn:tn AI »ch nickt ÜDI dmst, möglich^ kchen, hatan neinbeu bim 1. die Nam mieten, dere trhalten ; 2. : Rmbrt, kltei
tm. Darmstadt, 20. Tez. Ter Geh. Bau- tat W. Sauer, ordentlicher Professor an btr Technischen Hochschule in Berlin, wurde aus Antrag des Rektors und des Senats der Technischen Hochschule in Darmstadt rn Würdizung seiner hervorragenden wissenschaftlichen intb technischen Leistungen auf dem Gebiet des Eisen- bahnbLus unb -Betriebes bie Würde eines Toktor-Jngenieurs ehrenhalber verliehen.
N ü s f e t s h e i rn , 20. Tez. (Wolff.) Die Di- rekt'on der Opelwerke teilt uns mit: Tte Bettiebs- oerfainmlung der Arbeiters cha f r hat heute vormittag den von dem Hessischen La- des-Arbeits« unb Wittsckastsnmt, sowie bem Demobi.'machungs- tornrnissar in Tarrn faßt i-i tergclg en Vereinbarungen zwischen der Firma den Gewerkschaften und ten Vertretern der Arte'itnbhmecsctest Nicht zugestimmt unb die Wietenmsnichme der Arbeit abgelehnt. Tre Ai.igestelltensck»it bat die Vereinbarungen angenommen. Ter Betrieb her Werkstätten muß deshalb bis aut weiteres geschlossen bleiben. Tie Bureaus arbeiten normal
Hessen-Nassau.
X. Hanau, 20. Dez. Die Stadt Hanau hat aus eigenen Mitteln für eine Weihnacht s g a b e an Erwerbslose den Bettag von 25 000 Mk. zur Verfügung gestellt.
X. Hanau, 21. Dez. Um dem Holz- frevel zu steuern, der an her prerißisch-hessv schen Grenze bei Ostheim im Kreife Hanau betrieben wird, hatte die Behörde zwei Hilfs- polizeibeamte aus Ostheim nach dem Ostheimer Walde geschickt. Am Freitag abend näherten sich zwei Holzfrevler den Beamten und ergriffen die Flucht, als sie diese bemerkten. Als sie auf Anruf nicht stehen blieben, wurden Schüsse abgegeben, bie Verfolgung aber infolge her Dunkelheit unterlassen. Später ergab sich, daß einer der Holzfrevler, ein Einwohner Berg aus Rommelhausen, erschossen worben war.
Kassel, 20. Tez. (Wolff.) Aus her W* stvaße von Tuterstadt nach Werxhaujm tli 6® Samstag abend ter Studienrat Ha: tuns von W bekannten erstochen worden. Ob es sich um E Racheakt oder um einen Raubmord handelt, nicht festgestellt roorben.
tm. Nackenherm, 20. Tez. Auf Ler<m- lassung des Finanzamts fand dieser Tage vei einer m ganz kleinen Berhältnisftn lebenden Vnwe eine Durchsuchung statt und konnte dabei Po Pier- geld in Höhe von über 105 000 Mk. sestgestelll werden.
Q Marburg, 18. De». In der hiesigen Klinik starb ein lljäh-riges Mädchen ^ns Bietew köpf, das sich beim Rodeln eine Kopfverletzung zugezogen hatte, an Wundstarrkrampf
[] Marburg, 18. Tez. In allen Ortoi unseres Kreises finden aus Veranla'sting der Land lehrerschaft Lebensmittel sammlunger für die hungernden Stad 'i der statt Auch tel Aufrus der Lehrer der hessischen Bccner-ischaft ttägi viel dazu bei, daß die Gaben reichst h fließen Teils werden die Lebensrnittel von ten stabt- jungen in den Törfern abg?holt, teils kommt du L^idjugend in die Stadl und bringt fte an Dfl und Stelle. Heute b.u-chte die Marburger SYeto- bahn die Wethnachtsiiebesgaben iür bte Sttdt- kinder aus ten Ort schürften des EbSdorfet Grundes. Im Laufe der Wocke konnten schon zwetmu! Brote usw. verteilt werden.
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