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Zreift Dort, der (^siperrc hat sich! auf einem her letzten Maßen die wirt--1 der Straßenbahn eine ebenso verworrene ttnc pol
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ten-, Genossenschafts-, Kleinhandels- uni) -Handwerks-, sowie Kleinrentnerkreise ein Verbraucher!) und gegründet, der unter Ausschluß parteipolitischer und konfessioneller Bestrebungen alle Kräfte int Kampfge-
mc. Ludwigshafen, 17. Sept. In Bad Dürkheim wurden zwei Mädchen von Marokkanern Überfallen und vergewaltigt, jo daß sie dem Krankenhaus überwiesen wer- oen mußten.
bis 20 Mark bezahlt. .
mc Worms, 20. Sspt. Ern großer B r e r- krieg tobt in der Stadt. Die Brauereien fordern von den Wirten für den Hektoliter eine Preto- erHöhung von 50 Mk., während die Wirte $um alten Preis verkaufen sollen. Ein allgemeiner Bierstreik wird wohl die Folge sein. Andererseits erklären die Wirte, auch das Bier künftig aus der Pfalz beztihm zu wollen.
einem Amte zu vereinigen, so nur könne für die Bedürftigen etwas ersprießliches geleistet werden. Es sei nicht angängig, einzelne Zweige zu trennen, da kein Gebiet der Fürsorge heute ganz unabhängig vom andern sei. Gleichzeitig hielt Redner es für dringend notwendig, daß alle deutschen Städte sich Wohlfahrtsämter einrichten, beim nur so könne man über die gesamte Fürsorgetätigkeit einer Stadt den richtigen Ueberblrck gewinnen.
Q Marburg, 20. Sept. Ein in der Dunkelheit auf dem Heimweg begriffener Einwohner aus Michelbach stürzte im Wald über einen über den Weg gespannten Draht. In demselben Augenblick tourbe auch ein Schuß auf ihnabgegeben,
Ktittfi utib Wissenschaft.
Darmstadt, 21. Sept. Bon Knut Ham- sum, dem neuen Nobelpreisträger, kommt das Schauspiel „Königin Tamara" Mitte November im Hessischen Landeschea'er $u Darmstadt zur Uraufführung.
1I«$ dem besetzten Gebiet.
Gründung eines VcrbraucherbundeS in Wiesbaden.
Wiesbaden, 19. Sept. (Wolff.) Hier wurde unter Führung von Direktor Abiat- Wiesbaden von Vertretern aller Konsumen-
einem Reichsverband zusammenzuschlie- ßen, der auch im Reichswirtschaftsrat starke Vertretung finden müsse. Material und Mustersatzungen stellt der Berbraucherbund Wiesbaden für Neugrundungen bereit.
(ßericbhfaal.
fd. Frankfurt a. M., 20 Sept. Zur Zeil
Ortsgewettbevereins.
± Lumda, 20. Sept. Unser Altbürger- meister Peter Schultheiß wurde unter lehr starker Beteiligung beerdigt.. Auch viele Bürgermeister der Umgegend gaben ihm das letzte Geleite. Er war fast ein Menschenalter Bürger- meister, dreimal wurde er stets einstimmtg gewählt.
Starkenburg und Rheinhessen.
spräche, in der besonbers über die Desttmmun- gen des Reichsrats vom 10. Januar 1920, bte Beihilfe-Darlehen betr., diskutiert wurde. Der Vorsitzende des Vereins, Bergwerksmstr. S mm r e d e- knecht, dankte dem Vortragenden tm Namen d s
fd. Fran kfurt a. M., 20. Sept. Gegenüber dem vor der Regierung festgffetz en Lieftrpre s für Vertvagsfartoffeln von 31,75 Mark für den Zentner l>aben sick) die landwirtschaftlichen Organiiat'" uen zu einem Lieferpreis von 20 Ma für den Zentner für wirtschaftlich Schwache bereit erklärt. Der Oberprösident der Provinz Hessen.
Nassau hat nunme'bt einen Verteilungs- Plan auf Gmmd genauer Grmidlvyen festaesetzt, taß 1800 000 Zentner Kartoffeln zum Preise v 20 Mark beschafft werden müssen, um LI- ._1„
_ r angemaitete uno ia>rr Schweine andauernd in die Höhe. Durch die Freigabe der Kartoffeln geht man allenthalben dazu über, wieder selbst Schweine zu zücken. Für das Pfund Lebendgewicht werden durchschnittlich 15
Wanderung erregen.
** Ter Verkehr mit Kraftfahrzeugen in G ießen. Die Mäusburg und Marktstraße dürfen mit Kraftfahrzeugen nnftt befahren werden. Ter Durchgangsverkehr mit Kraftfahrzeugen ist verboten in den innerhalb bet Anlagen gelegenen Stadtteilen. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Polizeiverordnung toerben bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft.
** Fahrrad dieb stahl. Gestern vormittag gegen 12 Uhr wurde ein in der Schulstraße vor dem Postamt II ausgestelltes Fahrrad, Marke „Opel", Fabr.-Nr. 424 456, von unbekanntem Täter entwendet. Das Rad hat schwarzen Rahmenbau, ebensolche Felgen und graue Kontinentalbereifung. Vor Ankauf wird gewarnt.
** Wie man Blumen monatelang frisch erhält. Die Blumenpracht des Gartens, die jetzt im Herbst noch einmal in strahlender Leuchtkraft sich entfaltet, mahnt uns zugleich daran, daß diese Herr lichtsten bald vergehen müssen, und erweckt den Wunsch, wenigstens etwas von diesem Glanz auch in die dunklen 'flaften Wnrtermtonde hinüberzuretten. In einem englischen Fachblatt weichen einige Mittel für die Erhaltung abgeschnittener Blumen angegeben. Zunächst muß man die Blumen schneiden, wenn keine Sonne im Garten ist, sie bann sorgsam in Gummiwasser tauchen und sie dann tro<fneu lassen. Die Farbe und Form der Blumen kann auf diese Weise lange bewahrt werden, doch ist mit diesem leichten Gurnmiüberzug immerhin etwas Künstliches Per- bunt)en. Eine andere Methode ist natürlicher und einfacher. Man wählt nur die schöirslen und festesten Knosp n aus, schneidet sie möglichst langstielig ab, oerllebt die Enden der Stiele sofort mit Wachs und wenn die Knospen ein wenig zu- samn^ geschrumpft sind, hüllt man sie dicht in weiche ^Papier und legt sie in einen Kasten ober eine C^ublade. so daß sie ganz miversehrt bleiben. Wünscht man im Mütter diese Blüten zum Blühen zu bringen, (o nimmt man abends die Knospen heraus, schneidet di- gewachsten Enden auf und stellt die Stengel in Wasser, in dem etwas Salz oder Salpeter aufgelöst ist. Am nächsten M-orgen blühen Die Bluinen so schön wie nur an irgendeinem Sommertage, und man kann auf diese Weise einen ganzen dustrnden Blüten stör zu Weihnachten aut den Tisch stellen.
**DerNaturheil-Verein veranstaltet am Montag. 27. September, abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten einen öffentlichen Vorwagsabend. Dr. med. Erwin Silber- Frankfurt a M. wird über die Lungenschwindsucht sprechen.
Landkreis Gießen.
Vermischtes.
Diebskommunisten.
Berlin, 20. Sept. (Wolff.) Gestern tour beit fünf Mitglieder einer sechsköpfigen Bande, die kürzlich einen 11/2 Millionen- D i e b st a h l bei der Vulkanwerft in Stettin verübte, verhaftet Die Haupttäter sind zwei Gebrüder Klebzig aus Köpenick. Bei der Durchsuchung der Wohnung ihres Vaters wurde eine Viertelmillion Mark bares Gelv beschlagnahmt. Alle Verhafteten sind Mitglieder der kommunistischen K a m p f 0 r - ganisation.
mc. Mannheim, 20. Sept. Ein sch w e« res Unglück ereignete sich auf der Rhemeven« bahnbrücke. Ein von tNannhetm tommettder Gutiv zug fuhr auf einen zweiten haltenden Güterzug auf. Lokomotivführer und der Heizer des am- fahrenden Zuges konnten sich retten. Vier Elfen- bahnknamte und der Zugführer des auffahrender Zuges wurden getötet.
zu fetzen. An den Vortrag reihte sich eine Aus-I welche es dem gew^nlichen Sterblühen Vast w,- t c - _ x.. v— k;» WoThmmntta möglich machen, sich lernen Bedarf emzuoect«!,
ür einen Zentner Taf. labst werden 100 Mark und mehr verlangt. Auch die 'heute fiattgt-'funbenc Versteigerung des stöbt. Obstes butte Pr ise ergeben, welche den obigen ForberunAM nichts nar^eben und dabei ist die Ernte nach Menge und Güte vor-
sb. Schlitz, 17. Sept. Gestern fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters im hiesigen Rathause eine Versammlung der Vertreter der Schlitzerländer Gemeinden und landw. Organisationen über die Frage der Kartoffelversorgung des Kreises statt. Bürgermeister Stöppler-Lauterbach, der nebst drei Vertretern der Erzeuger und Verbraucher des dortigen Bezirks ebenfalls an der Versammlung teilnahm, bezifferte den Kartoffelbedarf von Lauterbach und Umgebung auf 14 000 Zentner. Wenn man den ungedeckten Bedarf von Schlitz mit etwa 1000 Zentnern dazurechnet, so müßten ca. 15 000 Zentner (etwa 3—4 Zentner pro Morgen Kartoffelanbaustache) geliefert werden. Bürgermeister Euler-Heblos gab mit ausdrücklichem Einverständnis des Landesernährungsamts die Erklärung ab, daß die dem Kreis zur Verfügung gestellten Kartoffeln an den auf Eirund älterer V-wträge mit der Zentraldar- lehns genossen schäft za liefernben Mengen abgezogen werden föimtm. Diese Mitteilung mußte alle Bedenken, die hinsichtlich der Lieferungsmöglichkeit her Menge nach geltend gemacht würde, zerstreuen, und die Aussprache wandte sich der Preisfrage zu. Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß sich die Landwirte bto Schlitz er landes den Vereinbarungen, die die Bürgermeisterei Schlitz mit den hiesigen Landwirten getroffen- hat, anschlossen. Es darf wohl nun mit Recht erwartet werden, daß die übrigen Bezirke des Kreises dem nachahmenswerten Beispiel folgen, womit die Ver- forgimg der Kreisb^völkerung mit Kartoffeln zu einem erschwinglick>en Preis gesichert wäre.
Hessen-Nassau. Notwohnung.
mc. Frankfurt a. M., 20. Sept. In einer hiesigen Tageszeitung sucht ein Schriftsteller für sich und seine Familie einen alten ausran - gierten Eisenbahnwagen zu mieten, damit er wenigstens wohnen fönrte.
fd. Frankfurt a. M., 20. Sept. An einem einzigen Tag im Polizeipräsidium sind 5 2 2 00 0 Mark Belohnungen für die Entdeckung von Mördern und Dieben' ausgeschrieben worden, wobei allerdings zu bemerken ist, daß die Höchstbelohnung für die Entdeckung von MöÄern 10 000 Mk. nicht überschreitet, während für die Ermittlung von Einbrechern und die Herbeischaffung des Diebesgutes Belohnungen ausgesetzt sind, die in einem Falle die Höhe von 300 000 Mk. erreicht. Der Wert des gestohlenen Gutes, Platindraht, beträgt dafür aber auch 1800 000 Mark.
fd. Frankfurt a. M., 20. Sept. Bei Fechenheim wurde ein Landwirt von Niederissigheim mit einer Kuh abgefaßt, die er nach Frankfurt verschieben wollte. Er behaup- . . , tete zwar, daß es sich um eine Notschlachtung
gehrtesten lfnd erzielten die höchsten Preise, gehandelt habe, weil bas Tier krank gewesen Der Zentner dieser Sortenl kam am Baum auf sei. Das Schöffengericht in Hanau glaubte 50—70 Mk., mitunter noch höher. Andere Ta- ihm jedoch nicht und verurteilte -ihn zu 14 feläpfel waren etwas billiger, aber unter 45 Tagen Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe. Mark der Zentner kamen selbst die geringeren mc. Frankfurt a. M., 20. Sept. Jrn Lehr- Sorten nicht. Die Käufer waren mitunter sehr gang für städtische Wohlfahrtsämter sprach heute erregt und gerieten aneinander, so daß wie- vormittag der frühere Frankfurter Bürgermeister derholt heftige Wortkämpfe und Be- Dr Luppe über den Ausbau der Wohl- dr-ohungen entstanden. Besonders wandte V.?mA£rQ/^r a.iVL
sich die Erregung gegen einzelne Händler. hxmbtgteit, alle Zwerge der Wohlfahrtspflege m Daß bei den diesjährigen Obstmassen die Preise so hoch sind, muß allgemeine Ver-
** Sehr hohe Ob st preise zeitigte die Versteigerung an der Kreisstraße Klein- Linden—Dutenhofen. Halb Gießen schien auf den Beinen zu sein, so groß war die Zahl der Kauflustigen, die wohl wußten, daß gerade diese Straße das meiste und edelste Obst zeitigt. Auf nahezu 600 Zentner war die Obstmenge geschätzt. Landsberger, Boskop, Kanada-Reinette, Goldparmäne waren am be-
Arrs Stadt ttnfc Land.
Gießen, ten 21. Sept. 1920.
Veranstaltungen.
Dienstag: Pvstkeller, 8y» Uhr, Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Volks Parte ß — OSwaldsgarten, Vergnügungspark. — Cafe Leib 8 Uhr, Konzert und Vvrstellimg der Medick- Meidinger. — Hv:el Einhorn, 8'/2 ll'fjr, Gastspiel Buchwald. — Lichtspielhaus, „Der weiße Pfau". — Lichtspiele, Seltersweg, wie gestern.
Der Karfoffelfrieg.
Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, die Arbeitsg?meinschaft freier Angestelltenver- tande, sämtliche Eisenbahner-Gewerk chaften, bet Gesamtverband christlicher Gewerkschaften, der Zentralverein Deutscher Gewerkvereine und der Deutsche Beamtenbund öeröffentltdjen im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes einen Aufruf an die gesamte Bevölkerung der Provinz Hessen- Nassau und des Freistaates Hessen, in dem die Transportsperre gemeinsam mit den Gewerkschaften der Eisenbahner angekündigt und bei der zu erwartenden und reichsseitig festgestellten guten Kartoffelernte aufgeforbert wird, grundsätzlich nur den Wvckjenbedars einzudecken.
Die Provinz ohne Licht.
□ Friedberg, 20. Sept. Wie soebm durch Anschläge bekanntgemacht wird, haben die Arbiter des Elektrizitätswerkes in Wölfersheim als Prötest gegen die hohen Kartoffelpreise die Arbeit niedergelegt und wollen dieselbe nicht eh'r wieder aufnehmen, bis der Preis auf 20 Mark herabgesetzt worden ist. Verhandlungen mit dem Bauernbünde sind im Gonge und wir können wohl die Hoffnung aussprechen, caß diese in beiderseitigem Interesse bald zu einem befriedigenden Austrage kommen. Es ist gar nicht daran zu zweifeln, daß in bäuerlichen Kreisen vielfach die Geneigtheit herrscht, zu dem genannten Preist zu liefern und daß die von der Regierung abgeschlossenen Lieferungsverträge die
L. W. zu Kl.-iL. hatte gegen ben Voranschlag der Gemein« Kl.-iL. Einspruch erhoben, weil ibm für den Bürgermeister vorgesehene Vergütung zu hock erschien. In der heutigen Sitzung, zu der er vorgeladen war, zu erscheinen, hatte er nicht für nötig befunden. Der Kreis ausschuß, der m heu- tiger Sitzung über den Einspruch M entscheiden hatte, war mit Rücksicht daraus, baß bet Bürgermeister in einer Gemeinde von rund 2000 Seelen
der jedoch fehlging. Der Bedrohte gab nun ebenfalls einen Schuß ab und hörte auch einen Schmerzenslaut. Er eilte dann spornstreichs nach Hause und erzählte dort sein Erlebnis. Sofort angestellte Nachforschungen hatten keinen Erfolg. — Beim Fußballspiel trug gestern ein junger Mann in folge eines Fußtritts einen doppelten Beinbruch davon.
hl. Marburg, 20. Sept. An den Land- sttaßen ist während der letzten acht Tage das Obst verkauft worden. Groß war die Zahl der Kauf- hiftigeir. Bei der reichen Obstmenge dürften die Wünsche Aller bezüglich der Menge erfüllt worden ein. Die Preise waren im allgemeinen ganz an» gemessen und stellten sich nach Sorte und — Vertilge rungsglück auf 10—25 Mk. pro Zentner am Baum.
0 Marburg, 19. Sept. Nachdem die Radfahrer- Kv m pagnie der Jager nach Sondershausen. abgerückt ist, treffen in den nächsten Tagen zwei Kompagnien 22er (ehemaliger 117er) aus Wetzlar hier ein, um mit der hier verbliebenen 3. Kompagnie der Jäger als Ergänznugsbatai(Ion des Infanterie-Regiments Nr. 15 die neue Marburger Garnison zu bilden.
sckaftlich Schwachen zu versorgen Für Frankfurt werden 320 000 Zentner benötigt, die aus den Kreisen Fritzlar, Hersfeld, Bied-mkopf, Limburg, Marienbucg, Ufingen und We.ierberg gedeckt werden sollen.
mc. Frankfurt a. M„ ?0. Sept. Das Frankfurter Polizeipräsidium l>at den Verkaufspreis für Kartoffeln auf höchstens 45 Pf. pro Pfund festgesetzt. Alles, was Darüber hinausgebt, toirb als Wucher bestraft und die Kartoffeln ztoangsweise versteigert.
Minden, 20. Sept. (Wolff.) Hier liegt eine große Menge von Kartoffeln b er» s andtbereit, die von der Reichskartoffelstelle zur Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung Dortmunds bestimmt ist. Die Versendung kann jedoch nicht erfolgen, da die Eisenbahner die Verladung nickt zulassen. _________
Sitzung des Nreisansschuffes.
Gießen, 30. September.
züglich ausgefallen.
-m. Hungen, 21. Sept. Sämtliche an bte elettr. Ueberlandzentrale W<l erA-eim angeschloi- enen Orte waren gestern nacht ohne Licht, was von den Verbrauchern recht unliebsam empfunden wurde, denn die meisten Leute hatten snh nicht genügend mit Petroleum versehen und mußten ihre Arbeiten notgebnnrgen beim Schein einer Kerz»' verrichten. Wie man hört, sind bte Arbeiter des Werkes in einen Streik getreten und wollen diesen so lange fortsetzen, bis sich die Landwirte ent- schlostcn haben, bte Kttrtvfseln zu einem angemessenen Preise an die Verbraucher abzugeben. dem herrschenden Petrolcummmtgel ist die Lichtfrage von besonderer Bedeutung und es wäre zu wünschen, daß bald eine Einigung erzielt wird.
Mit dieser Aktion der Wölfersheimer Elektrizitvtsarbeiter nimmt der Kartoffelkrieg eine Form an, die man ohne weiteres verurteilen muß. Wie wir inzwtschen erfahren haben, legten die Arbeiter gestern nachmittag 1 Uhr ohne vorherige Ankün- ) i g u n g die Arbeit nieder und beraubten dadurch die ganze Provinz, soweit sie von Wöl- ersheim aus versorgt wird, des Lichtes. Damit liegen nicht nur die Ortschaften im Dunkel, sondern auch Bahnhöfe, wie der Bahnhof Friedberg, die Krankenhäu- s e r und Gefängnisse. Daß dies einen unhaltbaren Zustand bedeutet, muß jedermann einsehen.
Der Kartoffelpreis.
Der Nassauische Landverband chreibt: Vor eimgrn Wochen waren allenthalben Bestrebungen im Gange, um einen allgeinei - neu Preisabbau herbeizufühven. Auf manchen Gebieten wurde auch tatsächlich eine Preissenkung erreicht. So wurden z. B. die Schlacht- viehpreise ganz erheblich herabgesetzt; ebenso hat die Jndexkornmission die von ihr errechneten Zuschläge zu den Ge treibe mindest Preisen — also bie Gestehungskosten des Landwirts — um 15 Proz. gekürzt. Seitdem ist von einem allgemeinen Preisabbau kaum mehr die Rede, im Gegenteil, in fast allen Betrieben ist von feiten der Arbeiterschaft eine zehnprvzentige Lohnerhöhung durchgesetzt worden. Die Preis- abbaubeftre6ungen richten sich jetzt nur noch ausschließlich gegen bie Kartoffelpreise. Obwohl sich bie Laichwirte allenthalten bereit erklärt haben, bie nicht vertraglich festgelegten Kattoffeln für 25 Mk. je Zentner an die Verbraucher abzugeben, also um 5 Mk. billiger als der Vertrags- rartofselpreis, wird eine weitere Herabsetzung der Preise verlangt, und zwar fordern insbesondere bie Arbeiternertveter, daß die Bauern die Kartoffeln zum Preise von 20 Mk. je Zentner liefern sollen. Man will demnach trotz der Aufhebung der Zwangswirtschaft dem Bauer neue Höchstpreise diktieren, bie unter den Produktionspreisen liegen. Die Gewerkschaftsführer üstterlassen es nicht. Tag für Tag mit der Selbsthilfe zu drohen und ihre Anhänger auf die Selbsthilfe zu verwe isen. Die Eisenbahner wollen die Kartoffeltransporte anhalten und nicht weiter befördern, andere Sperr- und KvntrvllmaßmlhmQi wevden seitens der Arbeiterschaft angedroht. Anscheinend siich sich diese Volksfühver keineswegs bewußt, welch gefährliches Spiel sie treiben. Es kann im Interesse der gesamten Verbraucherschaft nicht dringend genug auf die Folgen dieser Gewaltmaßnahmen aufmerksam gemacht toerben. Man scheint die ungeheuere Kartosfelnot im vergangenen Winter und •inb iefem Frühjahr — eine Folge der Zwmrgs- wirtschaft — ganz vergessen zu haben. Man scheint auch nicht daran zu denken, daß man im übernächsten Winter auch noch Kartoffeln essen toill. Tie gesamte Verbrancherschaft muß sich darüber klar sein, daß durch Ge to«l t maßnahmen die Produktion nicht gefördert toirb. .Holt die Arbeiterschaft den Bauern bie Kartoffeln gewaltsam heraus, dann wird es im nächsten Jahre keinem mehr einfalle-n, Kartoffeln anzupflanzen. Dami wird es sich zeigen, ob das Ausland billigere Kartoffeln zu liefern^ imstande ist als unsere heimische Landwittichast. Vorausgesetzt, daß wir bis dahin noch soviel Kredit haben, um vom Auslande die nötigen Kartoffeln kaufen zu können.
voll in Anspruch genommen ist, der Ansicht, daß bie vorgesehene Vergütung nicht zu hoch sei und wies ben Einspruch kostenpflichtig ab.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
♦* Tas Amtsverkünbigungsblat? Nr. 135 vorn 20. September enthält: Verkehr mit Kraftfahrzeugen in der Stabt Gießen. — Wochen- marktverkehr in der Stabt Gießen. — Viehseuchen. — Tienstnachrichten. — Feldbereinigung Sternheim.
Maul-unb Klauenseuche in Gießen. In den Gehöften Frankfurter Sttaße Nr. 110 und Bruchstraße Nr. 12 ist bie Seuche erloschen. Die für diese Gehöfte an geordneten Sperrmaßrcgeln sind aufgehoben.
In Steinfurth, Rockenberg, Nieder-Weise l, Kreis Friedberg, ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. Tie genannten Gemeinden und Gemarkungen werden zum Sperrgebiet erklärt. In der Gemeinde Niederbiel, Kreis W'tzlar, sowie unter der Schäfer de der Gemeinde T i e f e n b a ch ist die Maul- und Klauenseuche amtlich festgestellt worden. DieSchutz- mafiregeln -sind angeordnet. In der Gemeinde Orleshausen und der Jungviehweide Wennings bei Wenings'ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. — Die Maul- und Klauenseuche in her Gemeinde Rommel Haus en, Kveis Büdingen, ist erloschen.
Turnen, Spiel und Sport.
— Militär-Sportfest des Hess. Reichswehr-Schütz n-Regimentl- 2 2. Am Samstag und Sormtaa fanden auf dem Spottplatz des V. f. B leickchichletische Kamvfsviele der 3 Bataillone des Mck>sw.--Rg t. 22 uitterMusikb^glti- tung der hiesigen Regimentsmusik statt, an denen ungefähr 400 Mann teilnahmen. Es ist sehr zu begrüßen, daß in unserem neuen Heere dem Spöck so großes Interesse entgegengebracht wird und hoffentlich noch altgemtin an Ausdehnung gewinnt. Ist doch der Sport iii3, was den Menschen an Leib unb Seele zusammenhält und zur Ertüchtigung und Stählung unserer Jngenb viel mit beitragt. Sv nxrr es auch Santo tag und Sonntag eine Lust, bem Vielseitigen, was auf sportlichem Gebiet geboten wurde, mitzuzusehen, und muß man tiie Leistungen von Offizier wie Mannschaft als vorzüglich ansprechen. Das Programm war sehr reich'hlllig und rouMte sich flott ab, so daß das Auge des Zuschauers dauernd beschäftigt war. Leider verbietet es der Raummangel, einzeln« Kämpfe befonbets zu skizzieren, doch mag allgemein gesagt fein, jeder der Teilnehmer gab sein Bestes her in dem Kampf um bie Ehre für seine Kompagnie. Den Schluß bildtte ein Fußballwettspiel zwischen dem ersten BÄaillon Wetzlar unb dem dritten Bataillon Gießen um bie Regimentsmeisterschaft. Selten sah man ein so flottes bis zum Schuß durchgehaltenes Spiel. Wetzlar hatte die technisch bessere Mannschaft, doch Gießen wußte den überlegenen Sieg mit 4 zu 0 durch seine SchnMigkeft und Ausnutzung jeder einzelnen Chance zu schaffen. Mit diesem Sieg hat Gießen die Regimentsmeisterschaft einwandfrei errungen. Eine Ansprache des Regimentskommandeurs, in welchr die Bedeutung des Sports nochmals g» würdigt wurde, bildete den Schuß von dem in jeder Beziehung schön verlaufenen ersten Sportfeste unserer Michstoehr. Die Endergebnisse der einzelnen Kämpfe können wir erst morgen wieder- geben.
genWucher und alle anderen den Preisab- «Arost-Gerau, 20. Sept. Während bau hemmenden Mißstände vereinen toill. Esi^ Ferkel preise bis zu 50 Prozent gesunken wurde aufgeforbert, überall in den Ländern sind, geht der Preis für angemästete und schwere am Rhein den gleichen Zusammenschluß durchzuführen und sich mit der schon über ganz Bayern ausgedehnten, auch die Kinsum- vereine, Detaillfften, Handwerker, Gewerkschaften, Mieterschutz vereine, Angestellten^- und Beamten umfassenden Organisation zu
X Londorf, 20. Sept. Im Orts- aewerbeverein hielt Architekt C. L c i ch u m, Lehrer an der Gewerbeschule zu Gießen, gestern vor den versammelten Mitgliedern einen Ertrag über den Bau und die Herrichtung von Kleinhäusern unb über sparsame Bauweise Nachdem der Referent die allgemeine wirtschaftliche Notlage unb bie damit verbundene des Baugewerbe gestreift, versuchte er in seinen Ausfüh rungen, bie er burch Skizzen und Zeichnungen unterstützte, auf Mittel unb Wege hinzuweffen, um bie Beschaffung von zweckmäßigen Kleinwoh- „ _.
mmgen, auch in biefer Zeit, zu ermöglichen unbl nt ot b^n Forbeil/ngen tragen. Auck> dadurch ber herrschenden Wohnungsnot Grenzen > bie Obftpreise haben zur Zeit eine Höhe erreicht,


