Nr. 95
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poftschecklonto: ' Frankfurt a. M. HM6
UO. Jahrgang
Mittwoch, 2*. April 1920
General-Anzeiger für Gderhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Stdndrudtrd R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftrstelle und Druckerei: 8chulstrahe 7.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nochm.uag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für \ mm Höhe für Anzeigeno.34mm Breite urtlid) 35 Vf., aus wärt, 45 'Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Vf Bei Platz- vorschritt 20 , 2Iufjd)lag. .Oauptschriftlerter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; für beii übngen Teil: Dr. ‘.Rcinholb Zenz; für den Anzeigenteil. 5- Be», sämtlich in Dießen.
Die Konferenz von San Remo.
’ ^Dic Verhandlungen der Entenlehäuptcr in San Remo haben unter allerlei Andeutungen der Presse, besonders derjenigen Frankreichs, begonnen. Es werden aus der Kon?- serenL vielfältige Fragen erörtert: uns interessiert vorwiegend die deutsche. Da geben die. französischen Blätter zu, das; die bekannte Militärpolitik Millerands von den anderen Haliptbeteiligten, Lloyd George und Bitti, nicht gebilligt werde. Lloyd George wolle die Anwendung des Friedensvertrages der jeweiligen Lage anpassen, während Nitti noch weiter gehe und für eine beträchtliche Abändet rung des Versailler Vertrages eintrete. Der „Jntraniigeant" will über eine Abänderung des Friedensvertrages erfahren haben, daß die von Deutschland als Entschädigung zu zahlende Summe alsbald festgesetzt werde. Diese Frage werde am heutigen Mittwoch den Obersten Rat beschäftigen. Ob diese Andeutung irgendeinen realen Rückhalt hat, bleibt abzuwarten.
Es ist leider gnznnehmen, daß Lloyd George, der die Franzosen zum Rückzug aus dem Maingau nötigen will, aus irgend eine andere Weise Sbcrnt Millerand ein Entgegenkommen bezeugen wird. Wir dürfen nicht lzosfen, daß das euglisch-frauzösisck)c Bündnis in die Brüche geht. So wird mit aller Wahrsck^inlichkeit eine gemeinsame Kundgebung der in San Remo versammelten Staatsmänner an uns herantreten, worin aufs neue die Entwaffnung Deutschlands mit allerlei Androhungen gefordert wird. Tie Kompromißneigungen iverden sich vielleicht auch noch in anderen Dingen äußern. So haben wir z. B. die rätselhaften Andeutungen Sir Reginald Towers, des englischen Vertreters in Danzig, nicht ohne Besorgnis lesen können. Er hat bekanntlich in Warschau bei Beratungen mit der polnischen Regierung verlautbaren lassen, Danzig müsse ein wich- tiyer Hafen Polens werden, und zwar zunächst Handelshafen, dann Kriegshafen. Bereits früher soll Tower die Erklärung abgegeben haben, aus dem neuen Freistaat Danzig sei nichts zu machen, das hätten die bis- terigen Erfahrungen bereits gezeigt. Tie französische Agentur Havas hat die Notiz über die Warschauer Konferenz eilfertig verbreitet. So steht es zu befürchten, daß Ver- inche gemacht tverden, Danzig an die Polen ;u verschachern. Es würde sich hier um mieit neuen unerhörten Bruch des Friedensvertrages handeln, gegen den man bei Zeiten front machen muß. Unser auswärtiges Amt hat gerade jetzt die bedeutungsvollsten Aufgaben vor sich und darf nichts versäumen, bas deutsche Recht gegenüber allen Machew 'chaften und Gewaltftreichen in aller Welt llarzustellcn. Uns scheint, daß in der Frage ter Besetzung des Maingaues von amtlicher Seite bisher viel zu wenig geschehen ist. Glicht zuletzt konnte auch die Koftenfrage, bie aus den französischen Plackereien entsteht, in den deutschen amtlichen Noten gebührend in den Vordergrund gestellt werden.
Amsterdam, 20. April. (WTB.) Die „Times" meldet aus San Remo: Die ersten Besprechungen der Ministerpräsidenten am Sonntag abend, die sich auf den Versailler Vertrag bezogen, ergaben drei verschiedene Auflassungen. Die Franzosen wollen den Vertrag TOfl und ganz awvenden, die Italiener sind ^üreineweitgebende Abänderung und Ülonb George will bi? Ausführung bes Vertrages •ctoeild der gegebenen Lage arrpas en. Laut „Times" handeln Lloyd George imd Nitti in vollkommener stebeveinsÜmmung.
Vie Entente gegen neue putschunternehmungen.
Berlin, 20. April. (Wolff.) Angeich ts der jüngst umlaufenden Gerüchte über bie Möglichkeit eines neuen M i l i t ä r v u t - ch e s ermächtigten die Regierungen »on Belgien, Frankreich, Großbritannien undJtalien.die gegen jc- ben antidemokratischen Anschlag sind, ihre Neschäftsträger, dem_ Minister des Auswär- ligcn zu erklären, daß diese Regierungen eins beutsche Regierung, die nicht geneigt sein mürbe, den Friedensvertrag loyal auszufüb -en, in keiner Weife dulden könnten. Jede Wiederkehr einer revolutionären Bewegung, lbenso wie jeder Wiederausbruch von Unruhen Dürben nur das Ergebnis haben, die Maßnahmen zur Begünstigung des wirtschaftlichen "Wiederaufbaus und der Verpflegung Deutschlands zu verzögern oder sogar unmöglich zu nachen, während andererseits die alliierten Regierungen versprechen, derartige Maßnah- iien in Erwägung zu ziehen.
London, 21. April. (WTB."> Unterlaus. Kennworthy wies auf das Unbehagen ?in, das üi Franksch infolge der auf dem .Kontinent verbreiteten Meldung herrsche, wonach gewisse englische Vertreter in Deutsch
land den Anstiftern des Kappschcn Militärputsches Unterstützung zugesagt hätten. Er fragte, ob die englische Regierung diesen Meldungen entgegentreten wolle. Sonar Law sagte, die erwähnten Gerüchte entbehrten jeder Grundlage. Die englische Regierung würde jedem Versuch der Wiederaufrichtung des militaristischen Regimes in Deutschland m i t Mißtrauen gegenüber st ehe n.
Englische Proteste gegen die Verwendung farbiger Truppen.
London, 20. Apr.l. Hollandsch N.e::n>5 Bu rcau meldet: Tie Proteste gegen bte Ve i Wendung farbiger Truppen im belebten Gebiet halten weiter an. Am 27. April findet eine Massenversammlung in Wcstmin- ster statt. Inzwischen ist eine Be'cblk.-ßung der Frauen ko nsumvcrcinc angenommen wrn- den, in der die britifdjt Regi.rung ausgcsonxrt wird, ihren Einfluß auf Fraiitteich dahin zu vcr- ncntxm, daß die Neger sofort nach Afrika zuruckgefchick't nerben und 2. eine internationale Bereinigung vorzubereiien, daß farbige Afrikaner nie wieder in einem europäischen Krieg verwendet werden dürfen.
Die zranzosenhcrrschast in Zranlsurt.
Tic sranzöfische Behörde gegen „alldeutsche Hetzer"!
Frankfurt a M., 20. April. 'Walff.) Aus Befehl der französisck)en Behörde soll folgende Mitteilung in der Leitungen de sneube setzten Gebietes abgednickt werden:
Den Belaubungen gennfier Zeitungen Frank- iurto znunder wird btcrbm di bfuinnigentadv, daß General Temctz keineswep? r'n Gemno! Bidalon in seinem Posten den Ereignissen vom i. ds. zufolge ersetzt worden ist.
General Demctz ist in normaler Weise mit den Truppen seiner Division nach Wiesbaden zurückgekehrt. Seine Truppen wurden int Gebiete von Frankfurt durch die 11. Division, die von Nancy genommen ist, und unter dem Befehl des Elencralö V i d a l o n stehl, ersetzt. General Vida'on befindet sich übrigens seit 10 Tagen im. Gebiete tun Franlfurt, wo er zu gleicher Zeit mit seinen Truppen eingetroffen ist.
Tic französische Militärbehörbe hat nur ziu sehr ben Tckkt, das 9.1laß unb die Geschicklichkeit, die General Temetz und seine Truppen bei ben Vorgängen vom 7. ds. an den Tag gelegt haben, schätzen gelernt. Tic für diese Vorgänge einzig Verantwortlichen sind die alldeutschen Hetzer, dje die Vollsmengc durch tendenziöse und lügenhafte Gerüchte, von welckien keines sich verwiruicht l-at, irre geführt und gereizt haben.
Frankfurt a. Wt, 20. April (Wolff. ■ Zu Beginn der .l-eutigcn Stadt'verordnetenversamm- lung gab der Sa»verordttetcnVorsteher Hopf aus Anlaß der Besetzarng der Stadt einen Protest ab, der von allen Stadtverordneten, mit Ausna-iMc der llnablänchgen Sozialdenwtrattschcn Fraktion stehend angehört wurde. Ter Führer der Unabhängigen Sozialdemokratisckten Fraktion, Stadroer- ordneter P l ew s, gab eine Erllärung seiner Fraktion ab, in der er gegen die Besetzung Frankfurts durch die Franzosen, aber auch gegen die Besetzung des Ruhrgebiets durch die Reichswehr protestiette, und erllart, daß seine Partei alles daransetzen werte, um die politische Betätigung des Volkes ohne Militarismus durchzusetzen.
Der Neichrfinanzminifter über den neuen (Etat.
Berlin, 20. April. (WTB.) Im Haupt- ausschuß der Nationalversammlung wies Reichsfinanzminister Wirth terrau^ hm, daß der Etat für 1920 ein reiner Ueberzangsetai sei, dessen zahlenmäßige Beram'chlagimgen von der Gestaltung unserer zukünftigen voli'.i'cben und hnrt» schaftliclxm Verhältnis'c abhängig seien. Ter neue Etat weist im orbenMieten und außerordentlichen Etat eine Gesamtausgote von rund 40 Milliarden auf, wozu noch der Fe.ch'ettaq aus der Reicks- pvst und Eisenbahn von 12,9 Milliarden Mk. bin* zutrilt. Im Ordmarium steten an laufenden Einnahmen von 25 Milliarden fortdauernde und einmalige Ausgaben von 27,95 Milliarden gegenüber, so daß ein Defizit von 2,95 Milliarden verbleibt. Aus direkten St.nern und Ver.e.rsab laben steht ein Bettag von 13,8 Milliarden für 1920 zu erwarten. Hiervon bringen die einmaligen Kriegssteuern noch citti 3 Milliard.n Wcnerhin wkd Zölle, Verb-, auchs'teuern urb Monopoieinnahmcn mit 9,1 Milliarden veranschlagt Von dieser eummt nehmen die Zölle 2,5, bt? Kohlenneuer 4,5 Milliarden in Anspruch. Von den weiteren Einnahmen sind noch bie Taba kstcm.r und Ausnchr- abgaben mit fc einer Milliarde tervorzuheben.
Die Ausgaben des Reiches find in fortdauernde Ausgaben in fcöte von 23,8 Milliarden imd eine einmalige ordentliche Ausgabe von 4,1 Milliarden geschieden. Nur teilt zifsermäßig seien ld-ruorgehobm u. a. bie schweren Posten der Rcichs- ichuld. Ihre Berzinsung ist mir 12,4 Milli irren in Ansatz gebrachi. An zweiter Stelle stehen Pensionen u. a. mit 3,2 Milliarden. Für Heer und Florine sind 1,9 ?Nilliaroen eingestellt. Die all- , .i:erneu Verwaltungsausgaben »tnb mit 6,4 Milliarden veranschlagt. Tazu treten noch einmalige Ausgaben im Rahmen bes Ordinariums, so zur Verbilligung der Lebensmittel drei M i N i a r b e n.
Tie Ausgabe>t tey au'erordentlichenHaushalts beziffern sich auf 11,6 Milliarden, ter,u sind aus dem Rcchruuia-ijahr 1919 nod) etwa 10 Mil'iarten verfügbar. Für Ausführung des Frie^ densvcrtrageä sind 5 Milliarcen audge**
morsen, für Tumultscbädelt eine Milliarde, für die Abwickelung des Heeres und der Marine 2 Milliarden. Im auteror c it ifen Laushall stehen an zweiter stelle die Fehlbeträge der Betriebsverwaltung. Sic sind für Reichspost und Eisenbahnen auf 12 ,Milliarden ver anschlagt. Es taurbe mir bei dieser Ziffer bie Frage vorgclegt, ob ich in der Lage sei, für den unanziellen Teil des Berre ich ichnngsvertrage-r der Eisenbahnen die Verantwortung zu über- nehmen. Tie Frage ist nur im Zn'ammenl'ang mit dem allgemeinen HauShslt zu l-eantwortm, wie er letzt vortiegt. Er zeigt deutlich. daß die Uebernäbme solckter Tenzile aut die Reichstassc und damit die Steuerträger unmöglich ist. Tos Äugen merk ist in ehe als ic auf neue Sten erau.'l len. zu richten. Es treten teutc die großen finanzpolitischen Ucberleguwgen in den Vorder.grund, die zu ben Monvpol en führen. Tarübcr hinaus kerben in der nächflen Zutun ft neue F-o r m e n der Beisteuerung zu iinten sein, nid*: b sehr im Steuersystem selbst als in ter Berbinaiing des Steuersystems mit b?r Wirtschaft. Tie Reich.* tinanzvermaltuitg nnrb in absehbarer Zeit au bie Teilvousolibierung der id/itxbeitien Schuld t- ran- treten. Sie glaubt als nächstes Mittel fj rfiir wieder tie Sparprämienan leihe ausprecten zu können. Auch der .stredit llu .ttisland bedarf u?f sorgfältigen Beach ung. Es ßel.t zu crn arten, d-.:ß mit ter Kvnfvlioierung unserer pvlitisckicn uit wirtsdaftlichen Verhältnisse die llapitalkräftigen Anslandsnaaten geeigneter sein loerten, Teutsch- land Kredit zu gewähren.
Die neue Postgebühren ordn ung.
Berlin, 20. April. (WTB.'> Die neue Post- gebührenordnung tritt nach einem Beschluß .des Reiclisrats imb Vorbehaltlid:, der Zu stimmung der Nationalversammlung am I. Mat im Kraft Tie neuen ^Bestimm!ingc.t über hie Zritunästarifc und die Telegrcrptei' und Fern- Iprech^eb st hr.me f Höhung sollen c-" 1. Zuti in st'rast tretest.
Neue Staatengliederung in veuischland.
Berlin, 20. April. (WTB.) In der zweiten öffentlichen Sitzung des Rcichsrats, die am Dienstag nachmittag stattfand, wurde der Gesetzentwurf über das Land Thüringen und der Geseyeimvurf über die Vereinigung Coburgs mit Bai-ern angenommen. Das Land Thüringen wird preußische Bestandteile nicht umfassen. Sieben bisherige Kleinstaaten: Sachsen- Weimar - Eisenach, Sachsen - Meiningen, Renß. Altenburg, Gotha, Schwarzburg-Rilbolstadt und Schwarzburg-Sondershausen bilden zukünftig den Staat Thüringen, der 15 8 4 3 2 4 Einwohner zählt. Im Reichsrat wird die'er Staat burd) zwei Stimmen vertreten sein, während bisher jeter Kleinstaat eine besondere Stimme hatte. Tabnrch verlleinert sich auch bie Zahl ter preußischen Stimmen int Reichsrat, bie nach der Ver- sassimg nur s/.-, bctragen dürfen. Tas Ge'etz über Thüringen wird Voraussicht.ich schon am 1. Mai in Straft treten. Für die Angliederung Coburgs an Bayern sind noch gewisse Verhandlungen erforderlich.
Die Vorlagen über Reichstagswahl und Wahl zum Reichspräsidenten.
B erl i n, 20. Avril. (Wolff.)Der V erfass u n g s a u s s ch u ß der Nationalversammlung nahm endgültig die Neichstags- wahlvorlage, ebenso den Gesetzenttvurf über die Wahl des Reichspräsidenten an. Beide Gesetze wurden, wie der Vorsitzende Haußmann feststellte, in allen wesentlichen Punkten einstimmig angenommen. Ter Gesetzentwurf über den Volksentscheid und bie Vorlage über den Stacttsgerichtshof sollen nach übereinstimmender Auffassung des Ausschusses dem neuen Reichstag zur Erledigung Vorbehalten bleiben. Die zweite Lesung der Wahh- vorlage und des Gesetzes über bie Wahl oes Reichspräsidenten findet in der Nationalversammlung am Donnerstag statt.
Die Abstimmung in Ost- und Westpreußen.
Berlin, 21. Aprill Nach einer Meldung des Berl. Tageblatts aus Danzig soll die Abstimmung in Ost- und Westpreußcn am 27. Juni stattfinden.
Dom Räubcrhauptmann Hölz.
Berlin, 21. April. Wie dem „Berl. Tageblatt" aus Dresden gemeldet roiro, hat Hölz bei seiner Verhaftung einen Depotschein zu vernichten versucht, der auf 245 000 Mark lautete. Ferner hatte Hölz für V-M i l- lion M ark B rillanten indenKlei- dern eingenäht bei sich.
Aus Hessen.
Aus dem Gefetzgebungsausschuß der Kammer.
rm. Darmstadt, 20. April. Ter Gesetzgebungsausschuß der Hessischen Volkskammer tagte heute unter dem Vorfitz des Abg. Schröder, um zunächst die Regierungsvorlage tetr, eine Notverordnung über die Vollstreckung von Beschlagnahmen zur Linderung ter Wo hnung s- not zu beraten. Danach werben bie von ben hessischen Gemeinten traft ter ihnen burch bas Reich erteilten Ermächtigimg erlassenen Verfügungen, durch die Wohnungen und andere Wohnungs- zweckcn .' eignete Räume ;ur Linderung bricblag- nahmt weroen, zu oollstteckdaren Schulbtiteltt. Hierzu wursc ent Antrag des Abg. Knoll beraten, bei verlangt, daß bei Verfügungen über Zwangs-
einmictungen eine RekurSinstan ' geschaffen werte. Tic Vorlage findet Annahim über b'H Antrag Kiwll soll in ter nächsten Beratung ab gestimmt werten — Dann wird die Rcgierungo- wrlage tetr, bas Reichsviehseuchcnges e tz ohne wcfeittlich' Aursprach angenommen, und eben io fintet die Regierungsvorlage betr. das Gen b ar wer iekocp 6 Annahme, nach ter bie (tenbatmeric ausschließlich teilt Ministerium bei* Innern unterstellt ist. wahrend bic Verwaltung durch bie Lanbesgendarmcriedireklwu geleitet wird. Die Angehörige i des Gcnbarmcrickorps iinb Staatsteamte und nicht mehr wie bisher dem Militär,tericht Unterstellt.
Deutzie UGtionalDcrfammlimg.
Benin. 20. April.
Präsident Fe hr c n ba ch eröffnet bic Sitzung um 1 llbi.
Aus Anfrage des Abg. Teglcrk deutsch- natl.'i wegen der Vollmach.'en be? Rcichskomniis-- snrs in Br.siou an Den Arzt Kubisch wirb regt." rungsseitig geantwortet, baß bie lfrrtnntr.no auf litch. werten, ob ter lloyimifiar feine Vollmaclücn überiibrittcn teoc. Uebrigens seien feine Voll ntaditen iuzwisden erlisten.
Aus eine Anfrage des 9?? u in in ibeiitfch- nall.- wegen ter Hetmlehrer aus Oftlibirien wird ।! i nngssi itifl Q' ml Dort t, daß bic i Uten Scbioicriglctleii imb volittschni Wirr>".i in Sibiri n m? Bemühung t'urd.FrcuM ratvu. In ben nächstcit Trgeu werte aber ein Transport Heimkehrer in Sibirien ver laden. Keine Kosten seien gefdrut worben. Etwa 150 Million " Mark 1 ten süt bie . ausgeg'ten worden. Für gcnfiflenben Sck * >riu;nt
Sowieriuß and komm n
Aus eine Anfrage de- i'lbg. o.'n Gr nie 7 Rat,, wegen der Erschießung tev flalikut wird regierungsseitig geantwortet, daß deuAter - seits bei der Begegnung der Patrouillen überhaupt nickt geschossen worden sei. Tie Besttafung' ter französischen Schuldigen sei durch eine 9äjte von der rrnnzöiischen Regierung geförtert werten. Tas ausiübrliche protokollarische Material würde ter sronzösischen Regierung übermittelt. werten. Tie roctlercu Sdrrittc hingen von der Haltung ter sraitzösilchen Iiegierung ab.
D.tf eine AnträgetesAbg. Erkelenz (Dem.) wegen der Brvtc-ersorgung im rheinisch-westfäli-- feien Industriegebiet wird rtIierimgSseitig geantwortet, daß neuerdings qwte Mengen Gerrite dem Gebiet zttgefüh'N werden ibnnten. Tic Wochen- rotion tebe nneber bic Höhe erreicht, die sie vor ben Unruhen Ixittc.
Es folgt bic Interpellation betreffend bic Kreise Eupen imb Malmeby, gestellt ivn allen Fraktionen mit Ausnahme ter Unabhängigen.
Abg. Meers ld ‘Soa.) b.gründet b c Znter- pellation. Tie Alliierten machen di feierlich versprochene Abstimmung zu einer Farce, bi? in un* tvböttcr Willkür in Szene gesetzt wird. Tic Bahn im Kreise Monschau wird von Belgien beanspruchr, wrd irch u s rein teutfte Gebielstcife verloren gehen n ürb.-n und wodurch zugleich ne Wofser- versorgung des Kr ises Aachen g-ifäT,rtet würde. (te?tfi dielen RechlS- und Verttagsbmch ter 5cl- giskhen Behörten muß die Natioivalvcrammluug und bic Reg c rung ein greisen Euren hat nur 70 wällonilche Etwrohner. Malmedn ist über zwei Drittel teutsch. Auch ter größte Teil ter Wallonen will gor nicht belgiscl'- werden. Wir rufen das Gewissen der Menschheit gegen diese Bec- gewaltignng auf. Von d m Ärtie Mvrnchau, in dem eine einzige wallpniscte Familie lebt, ist int Friedensvertrag üb.-rhanpt keine Rete. Von b. r Regierung em arten wir die schärfsten Maßnahmen. ^Lebhafter Beifall.'
Rcichsminifter dcs Acußern Dr. Kvfter:
Denn es etwas gibt, dos über bte Köpfe ter Parteien hinaus dm ninnmbigen Zusammenschluß oller zu fördern geeignet ist, fcxntn ist <s ter Blick auf die schweren Kämpfe unserer Brüder an b.r Grenze, wie It uns der Friedensverttag au:- zw-ong. Alle di ec Bestimmungen können wir vielleicht mu dem Kopfe, niemals aber mit t>enr Herzen anerkennen, schon wrl babtx überall tnc Frage bee Herzens, ob deutsch ober dänisch, ob polnisch ober belgisch, übertont wird von den wirk- fchoftlicken Rücklichten. In ben Krei en Eupen und Malmedn ist die Lage äußerst ernst. Die Erregung greift auf bie benachbarten Gebiete über. 5k*ü>’ Kreise sind teut'ch und wirtschaftlich aufs Engste mit Teutfchland verbunden Erne Irredema har es dort nie gegeben. Auch in Belgien hat man vor Dem Waffenstillstand nicht an eine Annexion ter fireve gedacht. Tas deutsche Sprachgebiet erftretft sich über die Kreise weit nach Belgien hinein. Trc Wallonen Malmedys marschieren in ter Treue zu Deutschland an der Spitze. Die Belgier wollen bte Kfrii'e Eupen unb Malmedy zn einem belgischen Elsaß- Lothrmgen stempeln. Tie Aböimmuiig kann kaum als eine solch? bezeichnet werten. Listen liegen nur in den beiden Städten guten unb Malmedy am. Den für Teutschland Stimmenden werben bie LÄensmittelkarten entzogen. Clemenceau erklärte, bic Abstimmmrg werte unter peinlichster Rücksichtnahme auf bie Freiheit des- einzelnen erfolgen. Die deutsche Regierung har scbarsen Protest erhoben. Tic Alliierten haben gLaniwott-.i unter liebergehnng unserer Beschrverben, der Völkerbund werte die Abstimmung überwachen. Eirre neue teutsche Note vom Dezember-blieb ohne Ant- wott. Eine weitere Note vom 3. April bezeichnet bas belgische Verhalten als Bruch des Friedens' verttages unb fordert die Kontrolle ter belgischen Behörden durch ten Völkerbund. Die Regierung hofft, daß dreier Apvell nichc ungehört verhallen wird. Weitere Maßnahmen sind in Vorbereitung. Auch von biefer stelle aus lege ich Berwahrung


