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Pa wie im Wahlkampf fein.
-c rungSfrage eingelenkt; vielleicht hat cs baH bei zu einem guten Teil auch amerikanischen
Kinken und Forderungen Rechnung getra- iei. Die deutschen ZeitungSleser haben das tkttritter, das von den Bereinigten Staaten
kirvas fragwürdigen Havasmeldund beruhi- tonb erklärt haben, es sei keine Revision des iftiedensvertrags geplant — aber man weiß nicht recht, was hinter den Kulissen alles vor sich gegangen ist. Englarrd hat in der Auslie-
Wille, der bei dem Halbgenesenen zum Ausbruch kommt? Lansing, sein erster Ge-> Hilfe und Staatssekretär, ist von ihm plötzlich
iwigefnidt. Das parlamentarisch-dekorative btvntrollsystem Erzbergers ist durch die Ha- «fchläge der Helfferichschen Beweismittel auch in dieser Woche arg mitgenommen wrden . . .
Der „Oberste Rat der Alliierten", der seinen Schauplatz von Paris nach London verlegt hat, würde einer mit Initiative beseelten Rutschen Diplomatie wahrscheinlich durchaus nicht als delphischer Weisheitssitz vorkommen, kr hat sich in der Auslieferungsfrage „geeinigt",-Herr Millerand hat Pariser Pressever- Iretern gegenüber gute Miene zum bösen Spiel gemacht, auch Lloyd George soll nach einer
schwer arbeüeitben Bersarbefter Sonderzuweifungen an Brot und Fett bewilligt warben sind, so dürfte das von der übrigen Bevöllerung durchaus verstanden unb gebilligt werden. In feinen »wak- tischen Folgen wird das getroffene 2ürfonrmen so- wohl inmmoolitisch wie außenvolichch bald dem gesamten Botte sich äußerst wohlrLig erweisen. Dios güt zunächst für die Bersvrgnng der Eisenbahn mit Betriebsstoffen, wodurch auch der Abtransport von Lebensmitteln eine Steigerung erfahren wird. Die En tente wird auch aus diesem Abkommen über eine Vermehrung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau ersehen können, wie ernst es uns ist mit der Erfüllung der übernommenen Pstichten. Mehr aber iwxb dürste nicht nur der Entente, sondern der ganzen kultivierten Welt aus der Entschlosst heit der deutschen Bergarbeiter, die Ar- britsleistung zu steigern und die Arbeitszeit zu verlängere^ die lieber zerrgurrg sinnfällig werden, daß D-utschlands moralische, wirtschaft luhe und politische Wiebergesundung voranschverttt.
ist cs ein fester, zielbchvußter, staatsmännischer l sagte, die rcpubsttanische Partei werde den Bcr- l Aus- trog zu Fall bringen. Ter Vertrag werde eine
w«ch<»rSckdIick.
Leider hat es den Astschein, als wolle die ■ Neichsregierung auf die Note Lloyd Georges, [i worin er uns mitteilt, daß die Entente auf 2 usliefe rungen vorläufig verzichte, bis h sich herausstelle, ob Deutschland seine Schuldi- > gen wirklich in Leipzig werde verurteilen lassen, ; • alle Gegenvorstellungen unterlassen und das || Ergebnis der Londoner Beratungen als einen annehmbaren Erfolg buchen. Wir meinen ■ jedoch, es läge absolut kein Grund vor, uns ri schon in die Toga beruhigter Genugtuung zu hüllen, die Fenster der auswärtigen Politik ij zu schließen und irgend jemand, sei es die Re- ■ gierung, sei es eine politische Partei, die Rolle H des erzürnten Hausvaters gegen die eigene Fa- ; ntilie aufnehmen zu lassen. Gewiß, es war von einigen deutschnationalen Organen extremer Richtung übertrieben und voreilig, nach der Londoner Note noch aufgeregter ins Horn dec Empörung zu schmettern als vorher, und am guten Willen, wirkliche im Kriege verübte Fvc- vcltaten zu sühnen, darf die Regierung es nicht fehlen lassen. Aber die Ungeheuerlichkeiten, die \ von der Entente in diesen Rechtsauseinander- setzungen aufgetürmt worden sind, darf Deutschland doch nicht einfach als historische Bauwerke eines unabänderlichen Schicksals Ügfant und gottesfürchtig umpilgern. Hat . och selbst das Berliner Tageblatt in einer
^Prokuri!'^ Tü-bnZ llunL v'il^
iiTie^Soren- KW
^Verejn^
Der prozeh Crzberger-Yelsferkch.
Berlin, 20. Febr. (Wolff.) Bet Beginn deS Prozesses Erzberger gab der Vorsitzende eine Er kl ärung ab, worin für die Sesfentlichkeu nochmals klargestellt wird, worum es sich eigentlich handelt. Dadurch, daß ter Angeklagte den Wahrheitsbeweis an trat, kchve sich dos Verfahren äußerlich um, so daß es den Anschein habe, als wenn der Reichsfinrn zminister bet Angeklagte sei. Das sei bedingt durch be* ©trat- Prozeßordnung. Er, der Vorsitzende, l«ß ten Wahrheitsbeweis in seht weitem Umfang; zu, damit j-Ler den lende Mensch sehen könne, daß das Gericht alles tat, um die volle Wahihert zu ermitteln. Darauf stellte Rechtsanwalt Alsberg eine groß.' Reihe von Beweisanträgen, die sich aus den Vorwurf der Unwahrhastigkrit des Nebenklägers beziehen und zeigen sollen, daß der Nebenkläg.'t auch in dielet Verhandlung selbst unter Eid es mit der Wahrheit nicht genau genommen habe, unb zwar in Tingen, worin es ausgeschlossen erscheinen müsse, daß der Nebenkläger lediglich aus Vkrgkß- lichleit unrichtige Angaben mochte. U. a. stellte Errberger in den Flöten Richter, Bergt, Thylsm, Wolff nsw. die Sache anders dar, als nachher die Beweisaufnahme ergab. Allerdings kannte t damals nicht das Beweismaterial, das oer Angeklagte Vorbringen würde. Auch oerschwteg Erzberger, daß er als Reichsfinanzmmistet der Firma Wolff 4 0 Millionen M ar k in8 Reichsmitteln zu einem ungewöhnlich niedrigm Zinsfuß zur Betsügung stellte. Rechtsan,valt Alsberg beantragt, eine Reihe neuer Zeugen zu Lohen, u. a. Bethmann-Hollweg.
Abg. von Richt ho fen kann über die Beteiligung Erzbergers an der Anhydat-Gesellschaft nichts bekunden. Ter Zeuge besitzt auch rinkjvdat- Aüien und ist Aufsichtsrat der rtrii.gswollb«>arf- Gesellschaft. Kommerzienrat Rech berg, Auf- sichtsratsvorsitzender bet Anhidat Gesellschaft, erklärt, Erzberger an der Gesellschaft beteiligt zu haben, weil ihm daran lag, einen einflußreiche?'
entlassen worden, weil er unbefugterweise ohne, Mssen und Willen des Präsidenten Kabinetts-- sitzungcn abgehalten habe. Dias klingt merkwürdig und hat in Amerika viel Widerspruch hervorgerufen, denn Wilson war doch monatelang völlig unpäßlich, unb die Staatsyeschäfte konnten nicht einfach ruhen. Es scheint, als habe Lansing eine andere Kompromißpolitik treiben wollen, als Wilson sie wünschte. Lord Grey, der englische Botschafter, hatte durch Berösfentlichung eines Briefes in der „Times" in die inneren Angelegenheiten der Bereinigten Staaten einbegriffen, indem er die Annahme der republikanischen Vorbel/alte im Senat mit dem Hinweis darauf empfahl, daß England, Frankreich und Italien sich damit abftnden würden. Was Wilson nun eigentlich im einzelnen will, bleibt schleierhaft. Die Hartnäckigkeit, mit der er in der Adria eine eigne Politik betreibt, wäre einer besseren Sache würdig. Wie weit er in der Auslieferungsfrage und in der Notwendigkeit, den Friedens vertrag zu revidieren, eine eigne Meinung vertreten hat oder vertritt, entzieht sich unserer Kenntnis. Es scheint aber, als spürte das amerikanische Volk, wie das Werk der Fciedensmacher weder Europa noch der übrigen Welt zum Segen gereicht. Wilson hatte seine 14 Punkte im Stich gelassen; er mag wieder darauf zurückkommen. Das Vertrauen der Deutschen genießt er wahrlich nicht mehr. Prof. Dietrich Schäfer hat ihm letzthin im „Tag" das Zeugnis eines hochragenden Staatsmannes ausgestellt, denn er habe feinem Volke den höchsten Eiitfluß und ein rotrte schäftliches llebergewicht ohne Gleichen eingebracht. Das ist wohl wahr, aber Änterila war auch von vornherein in günstigerer Lage als irgend ein anderes am Krieg beteiligtes Volk. Wenn Prof. Schäfer meint, Wilson habe als Diener seines Volkes mit Recht der Lüge und Heuchelei sich bedienen dürfen, wenn sie auch im gewöhnlichen Leben abstoßend wirkten, so setzt er die Gruppe, als deren Vorkämpfer er betrachtet werden kann, nur Verlegenheiten und neuen Angriffen aus. Man kann zweifellos auch auf dem Boden sittlicher Auffassungen in der Poetik, die freilich alles Recilr scharf zu erfassest hat, Großes leisten. Gerade weil das sittliche Gefühl in den Menschen glücklicherweise noch ein Faktor ist, der sich Geltung verschafft und nimmer in dec Welt verschwinden kann. Wir müssen nur immer besser lernen, was Wahrheit und was Trug, was Ehrlichkeit und was Heuchelei ist. In dieser Beziehung hat uns Wilson tüchtige Belehrungen unb grimmige Enttäuschungen beschert, unb Prof. Schäfer hat im allgemeinen wohl recht, wenn er sagt, Amerika werbe and} künftig andern Völkern nur Hilfe leisten, wenn sein eigenes Jirteresse ihm dies gebietet.
^nea^we pwi Anzeigen f. die Lagesnummer dis zum fiedimiti«) vorher ohne ifbftkrbtnMifbfeU. vreir flr \ mm höhe für Insider u 34mmvKreit< ärlltib A5 V» , au-ioärtS 30 Pi.; Wr Aeklame- Anzeigen von 70 mm ©reite 9) W. T« Play- voricdrifiM' .AnstUrlag. Haupts chrfttlener: Ang. tiöoeq. lirvantivortlui) 16t Tolittt: Aua. Goetz; für den übrigen Leist Dr. Renchotd Zenz; für den Airzeigenteü: £>. Beck. 16m111d) in Stelen.
Amerika und der Friedensvertrag.
Haag, 20. Febr. (WTB.) Ter amerikanische Senat hat laut „Nieuwc Courant" tte Verhandlungen f&er den Friedensvertrag migesetzt, weil erst die Lage bezüglich der Adria ttar sein muß, und weil der Präiident nicht geneigt ist zu einem Kompromiß über Art. 10. Senator Äorah, der Führer der Verrva^zogner,
Die Abstimmungen über öds tiätegeletz
Berlin, 19. Febr. Ueber die Abstimmungen beim Betriebsrätegesetz werden interessante Angaben gemacht. Von 89 Abgeordneten des Zentrums waren 30, darunter v. Brentano und Dr. Schmitt, und von 74 Abgeordneten der demokratischen Partei 45 Mitglieder, darunter Grünewald und Henrich, bei der Abstimmung abwesend. Die Deutschnationale Bolkspartei und die Deutsche Volkspartei haben geschlossen gegen das Gesetz gestimmt. Das Z e nl- t t u m hat zum größten Teil dafür gestimmt. Die Mehrheitssozialiften stimmten geschlossen für das Gesetz. Bon der U. S. P. stimmten dafür die Abgeordneten Pinkau und Simon (Schwaben), die anderen Mitglieder der Partei dagegen, soweit sie anwesend waren. Das Verhalten der Demokraten ist ähnlich wie stinerzeit beim Gesetz über die Sozialisierung, bei wichtigen Abstimmungen glänzen sie durch Abwesenheit! Das haben sie schon stets so gemacht, aber so auffällig, tuce hier, wo fast zwei Drittel der Fraktion eiw- fach fehlen, war es ttoch nie.
nach dem Jnfellande gezogen ist, nur als ein fernes Wetterleuchten beobachten können. Ein itibenber Blitzstrahl ist uns zwar zuletzt sehr mfgefallen: es war die kurze amtliche Rew- lcrnotiz, Wilson habe angedroht, daß Amerika sich von der Friedenskonferenz iurückziehen werde, wenn es bei denVer- knbtungen nicht mehr als bisher zugezogen lmd angehört werde. Wilson, der Erkrankte, Verstummte, der politisch schon gestorben zu rir schien, ist plötzlich wiedererftanden. Erev- &int in einem Nebelmeer neuer Ungewißeren. Eine der letzten Meldungen besagte, ,e.n, Zustand habe sich in einer der letzten ,s^chte wieder so verschlimmert, daß die Aerzte n2ends herbeigeholt worden wären. Ist nun Itui Handeln krankhaft verletzter Ehrgeiz oder
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Material für die brutscht Segeulifte.
Pa ris, 20. Febr. (Wolff.) Saillant» Couturier fordert im „Populaire^^ alle diejenigen Kameraden auf, die noch Greuel taten im Gedächtnis haben, die von Franzosen auf Befehl begangen wurden, dies« mitzuteüen, damit er sie veröffentlichen könne. Er habe Offiziere gekannt, die sich rühmten, deutsche Kriegsgefangene niedergeschossen zu haben, um ihren Revolver zu prüfen. Vaillant sagt: „Ihr alle habt die feindlichen, von Miseren schwirzen Soldaten verstümmelten Leichen gesehen. Ihr habt auch seststellen können, mit welcher Befrichi- gung die Weißen davon gesprochen haben, die sie zum Angriff führten. Ich Senne die Namen von französischen Kommandanten, die in der Schlucht deutsch Kriegsgefangene, die entwaffnet waren, füsilieren ließen und für diese Tat ein Avancement erlangten. Ich kenne einen Reiter, der Dom Pferde sprang, um mit einem Revolverschuß einen Gayern niederzustrecken, der unter guter Bewachung in der Schlucht vor ihm l-ergvng. Ich sah auch, wie man Verwundete tötete. Kanntet Ihr nicht die Vitriolgranaten? Welchr Infanterist hat bei uns nicht Patronen abgeschnitten irirb um gedreht ? Tiefe Taten müssen klassifiziert werden. Wir müssen beweisen, daß keine Art zu töten uns fremd war. Wenn wir das tun, dann waschen wir toefcer die Deutschen noch di' Türken noch die Bulgaren rein, sondern wir nehmen nur Anteil an der ruhmreichen Schweinerei. Wir entehren uns ein bißchen weniger, indem wir es zugestehen." Vail'ant-Couturier erklärt : Wir verlangen schon seit langem f ü r alle Schuldigen aller Länder ein internationales Gericht, yrfammengefe^t aus Arbeitern unb ehemaligen Soldaten.
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Monatlich .W. 2.30, pterUlHUKti* »f. «90 ein i cht iah 1 ich das Beste U- durch die Soft mertrijebctiäfr Äf. 6.— ausschließlich ^esteklqe<d. ßernsprech - Anschlüsse: |ür bw edjnlilf'tungl 12 I)(rlaa,8tri<b<5fri1telle61 KnfcbrtNHlr Trat>tnaM>- nchten: lw><ie<r
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Erster Blatt 170. Jahrgang Samstag, 21. Februar 1920
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
seiner letzten Nummern bekundet, das Recht, eine eigene Anklageliste den Gegnern zu überreichen, dürfe nicht verschwiegen werden. Mehr ■ noch, das fortgesetzte Bemühen der Entente, das auch in der Note an Holland wieder her- L Vortritt, Deutschland und seine Führer als die I Alleinschuldigen am Weltkriege mit heuchleri- H scher unp frivoler Selbstverständlichkeit zu £ brandmarken, fordert gerade in den ersten
Wocben der Friedensaera die feierlichste und entschiedenste Abweisung heraus! Die moralische Valuta her Entente verschlechtert sich zu- - sehends, und unsere Berliner Staatsmänner, nxnn sie diesen Namen verdienen wollen, hätten sich beeilen sollen, dem kleinen und tapfser- ren Holland, das sich vor eine neue Entschei-- bung gestellt sieht, mit gutem Mut und an^ feuerndem Beispiel voranzugehen. Es ist wv- nig erbaulich, wenn jetzt große Blätter der stregierungsmehrheit parteieifrig herausfah- £ ren, das Nachgeben der Entente in der Aus- lieserungsfrage sei „ein Erfolg der deutschen Demokratie". Man sollte es wirklich nicht für ; der Mühe wert halten, jetzt darüber zu streiten, luer sich das meiste Verdienst an diesem „Er- -' folg" zumessen könne. Das Ausland wird luchen, wenn es solche Erntefeuerchen innev- volitischer Verbissenheit bei uns aufslackern sieht. Dabei verhehlen sich auch Blätter der Linken, wie der „Vorwärts", nicht, daß der ■ Durchführung oder auch nur dem Beginn der
Leipziger Verfahren unermeßliche Schwierig- leiten und Hindernisse sich entgegenstellen. Unsere schwerbeladene Reichs reg ierung sollte Ivirklich nur so viel Prozesse auf ihre Schul- » lern nehmen als sie zu tragen vermag. Durch , den Prozeß Erzberger-Helfferich ist ein Haupv-
rab des Kabinettswagens schon beinahe zusam-
Der Re'chrtauzler öder Ne Kohlenförderung.
©er lin, 20. Fchr. iWB.) Ter Reichskanzler hat im Aufchtuß an das zwischen den 2lrt>cih.*i- orgoirif-LtioMen latb dem ^jectxnverbond zustmce gcfljmmene AWvmmen über die Steigerung der Kohlenproduktion einem Mu<trbriter der „Deutsche Allgemeinen Zritung" nachfvK)ende Unterredung gewährt :
Wenn der Bergarbeiter nicht nur von der Fordern ng des SechKlundentoges abgeschrn haben, sondern über die jetzige Arbeitstzüt hrnaus noch Ueberfchichten zu fahren gewillt sind, so ist das — ich will ha8 eidlich, offen uich turrtfixir aiissprecken — ein Zeichen dafür, daß die Bergarbeit?rschrft einsichtig genug ist, unsere Notlage zu übers ch-n und die Folgerurtgen daraus zu ziehen, bte g'zogm werden mässen. Wenn von Seiten bn Arbritneh- mer vorgesärlagen worden ist, die KMenförd:rung durch Einstellung neuer Arbeitskräfte zu beb tu, so läßt sich dreier Vorschlag im Hinblick auf den Mangel *n geeigneten W^chnurrgen foane loggen der teclinischen SchwierigLiten nüift so schn.'ll X>rc» wirklichen. Indessen brrfotat die Reichsr'gterung diesen Plan und der Neubau der Arbeit-mwohnun- gen ist in umfvnsreichnn Maße vorgesehen. Tik Kosten für diese Bauten foltert aus den Kählm- preijen gereckt werben. Wrr hoff.'n rh absehbarer Zukunft im Rührrsvier et wa 150 000 Mann un terb ri ngen zu können. Mit dem Neubau der Wohnungen soll fdjuyn im Frühjahr b. Is. begonnen werden, aber es wirb vi'llricht Jahre dauern, bis eine auskönnnliche Mehreinstülung von Arbeitskräften ohne Schwierigkeit verwirklicht iverden kann. Wir müssen schnell handeln, wenn wir aus den jetzigen Schwierig ketten überhaupt 'heoaus wollen. Zur Beftitigung der Zt^risis gibt es daher nur etn Mittel urtb das ist nicht Schichtverkürzung, sondern Streckung der Arbeitszett.
Nur über die Art und Weise der Mehrleistungen bestanden noch abweichende Aufiassur^gen Die Zechenoe itzer bnfrn wng-schl^ge'7 die Arbeitszeit von 7 auf den tiEofti) u erhöhen. Hi xgeg n erbeben sich jedoch in dar Kreien Der Bergarveitsr getvichtige Sorgen, und so kam man schließlich zu der Änigung, daß wöchentlich zwei halbe lleber- schichl"n gefahren werben sotten. Das geschieht in der Weise, daß em Anschluß an die 7-Stunden-- schicht 3'/s Stunden Ueberschichlt gefahren werden, so daß in den Tagen der Heberschichs ms^esamt IO1/- Stunden gearbeitet werden. Im TuvlÄchnitt werden 6—7 Millionen Tonnen monatlich im Ruhrrrvier gefördert. Die jetzige Schichtverlänge- nmg bringt also eine Steigerung der Leistung um etwa eine Million Tonnen im Mrvvat, das heißt 12 Millionen Tonnen im Fahr. Eine Ausdehnung der Beneinbarung auf Oberschlesien und die Braunkohlengebiete muß ansestrebt »ver- den. Gs wird ein Lohnzuschlag von 100 Prozent für Arbeit unter Tage und ein LohNMschlag von 50 Proz über Tage gewährt. Geld allein macht aber auch die föergarbeitet nicht glücklich Sie
Au» dem Reiche.
Aus dem Strurrausschuß.
Berlin, 20. Febr. (WTB.) Der Steuer- a u s s ch u ß der Nationalversammlung beendete die zweite Lesung des ReichseinkommenstruergeiV-tzes. Hervorzuheben ist die Annahme des Antrags Blunk (Dem ), wonach § 19 dahin geändert nrirb, daß nur der den Betrag von 1500 Mk (bislter 2»XK) Mk.) übersteigende Teil des steuerbaren Em kommens steuerpflichtig ist. Im § 16 wird ftrncr der Satz 1 wie folgt gefaßt: Bei der Veranlagung zur Ern- kommensteuer wird das Einkommini eines nach § 2 Nr. 1 steuerpflichtigen Haushalklurgsvorstandco und seiner zu seiner Haushaltung zählenden .irinder zu- samm'-ngerechnet, soweit es sich nicht um das Arbeitseinkommen eines Kindes handell.
Berlin, 20. Febr. (WB.) Wie wir hören, routbi int Steuerbusrtmß der Nattonalverfamm- lung beschlossen, die Sü-uerges:tze vom 2 7. Februar ab im P len u m der Nationalversammlung zu beraten. Eine entlpvcd) !tt>i Mitteilung soll vom Aussäiuß dem Prä,identen der Nationalversammlung zugcL^n.
Die Berciuheitlichung der Visenbahn und der Post.
Berlin, 20. Febr. (WTB.) Heute fanden inrter dem Vorsitze des RciäksrertellrsMinisters Tr. Bell die abschließenden Besprechung gen über den llebergang der deutschen Eisenbahnen auf das Reich statt. Es wurde in allen Punkten mit Ausnahme der Fi^ianzfrage eine Berständigung erziell. Tie Verhandluilgen über die letztere werden nachmütags unter dem Vorsitz des Frnanzministers Erzberger ßn-tgesetzt. Sofern auch diese Besprechungen zu einer Verständigung führen, soll der State, svertrag zwischen dem Reich und den Ländern unverzug-. ich dem Reichskabinett und den Kabinetten der beteiligten Lauder vor gelegt werden und sodann mit größter Beschleuirigung an die Verfassung gebenJen Körperschaften gehen, damit der Uebcrgang des Eigene tu ms und der Verwaltung der Eisenbahnen auf das Reich am 1. April dieses JahreS durchgeführt werden kann.
Berlin, 20. Febr. (Wolff.) Die „Tägliche Rundschau" will von ihrem Müncltener Berichterstatter erfahren haben, daß die b a t) er ische Post für 260 Millionen Mark und die würitember- g i sche Post für 250 Millimten Mark an das Reich übergeht. In der Frage der finanjidlen Entschädigung für die Eisenbahnen Eoimte bis jetzt noch keine Einigung erzielt werden. Nach dem „^Berliner Lokalanzeiger" sott der Kaufpreis für die bayerische Post 620 Millionen Mark betragen.
Noske über die Reichswechr.
Berlin, 20. Febr. (Wolff.) Laut „Vorwärts" erflarte Noske in einer Hamburger Versammlung von Funktionären von Betriebsräten der sozialdemokratischen Partei, er werde am 1. April zum ersten Male 15 000 bis 16 000 neue junge Leute in die Reichswehr ein stellen. Ta sollten die Parteigenoffen dafür sorgen, daö"nicht nur wieder Söhne von Gutsbefttzem und Kapitalisten kämen, sondern sie sollten auch ihre Söhne hinschicken. Das Privileg der besitzenden Klassen auf die Offtzierspvsten werde er ausrotten.
Die RrichSbesoldungsvkßorm.
Berlin, 20. Febr. (Priv.-Tel.) Wie die „Vossffck>e Zeitung" erfährt, sotten die Gesetze zur Rei'chsbesoldungsreform schon im Laufe der nächsten Woche an den Reicksrat kommen. Tie Auftückungsftisten sollen gegen den bisherigen Zustand wesenllich verkürzt werden.


