„Nein, ich bvachtt mein ganzes bisheriges Leben in Großstädten zu. Gerade deshalb hege ich einen jb tiefen Abscheu gegen sie."
„Ach, wie ist das möglich! Da müssen Sie allerdings recht schlimme Erfahrungen gemacht haben." _
„Mir wenigstens erschienen fte jo. — eie gedenken als) nicht, dauernd in Tiesenbrmm zu bleiben?"
„Das Schicksal möge mich in Gnaden davor bewahren. Uebrigens — eine Getvissensfrage, Derr Brandt: Halten Sie den Sanitätsrat Barenthin für einen tüchtigen Arzt?"
„Tarüber steht mir kern Urteil $u. ich weil; nur, das; er allgemein dafür gilt. Gr ist hier seit Jahrzehnten die erste ärzüiche Autorität; und erst in dn allerjüngsten Zeit verringerte sich seme Praxis durch die wachsende Beliebtheit des Tot» tot Germering."
„Ick will dem Herrn gewiß nicht zu nahe treten. Ich meine nur, in einem so ernsten Fall, wie es der meines Schviegervatrrs ist, hätte er eigentlich noch einen zweiten Arzt zuziehen sollen."
„Läßt er sich nicht während seiner jetzigen Krankheit durch Doktor (Germering vertreten?"
„Er hat es meinem Schwiegervater vorgeschlagen: aber der Kranke will keine neuen Gesichter um sich sehen. Er behauptet, daß es ihm besser gehe; dock- ich kann nicht reckst daran glauben."
Brandt, der an Signe vorbei zum Fenster hin- ausgesehen hatte, deutete mit einer Kopchewe-sung gegen dre Stvaßc hin.
„Wenn es Sie interessiert, Doktor l^ermermg wenigstens dem Aussehen nach kennen zu lernen, da kommt er eben aus das Haus zu."
(Fortsetzung folgt.)
Mittwoch. 21’. Mover (920
Zweiter Blatt
Sietzener Anzeiger (Senrral-Anzeiger für Oderhessen)
N. W
ReicksreZrerung be-
Vereine
Auf
Auf einer Anfrage des Abg. Mumm wegen
le (Siorb-änlflflti der Zulassung des nickst fachmännisch vorgebildeten 15 Jcrww Ar. Löwenstein zum Stadtschulrat von Berlin er-
tribert ein Negierungskommissar: Da die Bestö
eintreff wo:
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^Uhdruck verboten.)
Fortsetzung 14.
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verneigend.
,30
JC Sl.
Kriegsgefangenen ist schon öffentlich noch vor Beginn rt sein.
infrage des Abg. Mumm
Geschäftsbericht und Kass' stige Entwicklung des Be
eigen eure gun- Sehr eingehend
Ter Präsident geteilt vor Eintritt tn bic Tagesordnung der schweven Stunden, die unsere Bollsgmossen in Obcrschle'ien während der Pause 5er R<ickstrgSrerian lu.:gen turckmacken mußten, in benen sie schrer unter polnischer Willkür -Llitten haben. Abe^ sie haben Treue zum deut- 'chm DatcAande gehalten. Das gibt uns die Hoffnung, daß sie uns auch iveiterhin die Treue halten
‘Bestrebunyen, die du,.ch Fälschung iv
citd orote stiert- Der Reick-sdag schließt sich diejem Zooü-st an. lleber die Frage der Tieselmotoren djUic er heute nicht spreckxn, da der Rcick?siag Annen kurzem Gelegenhnt nehmen werde, diesen Snsck-lag .nir ein arbeitendes Volk zurückzuw.iien. »lit Genugtuung lenke er den Blick auf Kärnten, 5rs soeben Zeugnis für das deutsche Velis tum Lsib für ein noch ärmeres Staatswe'en als wir ej sind, ab gelehnt hat. Alle diese Mstimmungen cn Olten und Süoen bereiten doch nur den Tag an, an dem endlich alle Hemmnisse beseitigt wer- tyn und dem ganzen Volk bie Freihcitsstunde
„Bvandt," ergänzte er, Auch sie nannte ihm ihren
Negierung hierin einen Angriff auf ihr Bestim- nvrngsrecht sehe, habe sie die Aushebung dieser Jewrdnung beantragt.
Aus eine Anfrage des Aby. Mumm (D.-N.) hegen des Auftretens der russischen Sowjet prvpo umda in Deutschland, während der Heimtransport iBiferer Kriegsgefangenen in Rußland verweigert orrbe, entgegnet ein Regierungskommissar: Der
Tagung öes Reichrverdander der deutschen presse.
Köln. 17. Okt. Dir im Reichsoerbcrnd der crutschen Presse Deceinig.en Redakteure halten ihre cieejäbrige Jahresoeriammlung in Solu ab. Ter
ihm abermals zu, als sie den kleinen geschliffenen Kclch ml ihre Lippen setzte.
„Ah, das tut gut," sagt: sie mit zufriedenem Aufatmen. „Aber nxrrum setzen Sie sich nickst, Herr Brandt, wenn ich nun doch schon einmal Ihre Gastfreundsckxist noch für eine kleine Weile in Anspruch nehmen soll?"
Er li?ß sich, zwei Schritte voll ihr entfernt, in einem Stuhl nieder. All dre finstere Verdwossen- Ixit, die sonst über seinem Wesen lag, nxrr aus seinen Zügen verschwunden; aber die Häßlichkeit seines mageren, unrogllmäßigen Gesichts wurde dadurch nickst vermindert.
„Gnädige Fvau sind erst seit kurzem in Tiefen* brunn?"
Fvau Liglle seufzte: „Ja, erst seit einer Woche. Aber es ist mir trotzdem '.vir eine Ewigkeit. Wie ist cs nur möglich, daß man dauernd in einem p deinen langwÄigen Ort leben Fann?"
„Eine junge Fvau von Welt mag wohl so fragen. Wir armen Sklaven unseres Berufs habeil dazu beider kein Recht."
„Bon einem gebildeten Manne bann ich solche Entsagung eigentlich am allerw«ligsten verstehen. Ich stelle mir vor, daß sich ein Mann m »er dumpsrn Eintönigkeit einer so engen Umwelt notwendig mibefriedigt und unglücklich fühlen muß."
„Es fcmnnt darauf an, wie groß oder wie gering die Anfiordermlgen sind, die er cm das Heben stellt; für einen, der nichts mehr von ben Menschen erwartet, sind sie hier genau so viel oder so wenig tocit wie anderswo."
„Das sagen Sie doch wohl nickst mit Beziehung auf stck selbst. Sie sind doch noch jung."
Zulassung ausländischer Filwcrzeugnisse, halb eilte Ausfuhr deutscher Films vom Aus- > durchwog nicht gestattet werde, entgegnet ein kerungskommissar, daß auch deutsche Films ins gehen und die Einfuhr auslänbifchcr nur 15 Prozent der Ausfuhr deutscher Films «Smache. Es bestehe somit keine Veranlassung zur Echölmng des Filmzolls.
von dorr nicht der Grund der Störung testgestellt und beseitigt werden?
Kreis Schotten.
eb. Eichelsdorf, 19. Oki. Nachten m letzter Zeil eine ganze Reihe von Wirtschaften unserer Gegend von Dieben ly.4mgciud>i wurde, statteten nun auch in einer der letzten mutmaßlich zwei 'Tiebe der Gastwirtschaft Karl Biedenkapp einen Besuch ab. Durch den Keller drangen sie ins untere S:v2wcrk, komiten aber in ben wohloertvahrten Räumen nichts ausrichten. Llus dem Keller nahmen sie 5 Flaschen Kognak und 2 Laibe Boot mit. Der Tat v.nd.ichtig erscheinen »ivei svemde junge Leute, die sich bet ganzen Tag im Dorf umherlrieben, wie Hamsterer ausiahen, sich aber nicht im geringsten um Erlangung von Lebensmitteln bemühten.
Starkenburg und Rheinhessen.
NN. Bensheim a. B., 19. Okt. Im Anschluß an den Demonstrationszug gegen die Freigabe des den Hahnleiner Landwirten beschlagnahmten Weizen zogen die 300 Arbeiter von stier und Umgebung nach den verscknedenen Mühlen im Sck>önberger, Grmiauer und Zeller Tal, kon- tiollierte-.i dort nach Frucht ohne GWahlscheine mch forderten von ben Müllern schriftlich, daß sie fernerhin feine Frucht mehr ohne Macklscheine mahlen. AmBahnlws niBcnshrim soll cs zu Schlägereien gekommen sein, wobei eine Anzahl Landwirte stark verletzt wurde.
rm. Darmstadt, 19. Okt. Zum Besuch der Vol kshochsch ul kur se haben sich für das Wintersemester bis jetzt 700 Hörer aus allen Bevölkerungsschichten eingeschrieben, darunter sind viele, 'welche sich jetzt zum vierten Male an ben Kursen beteiligen. Der Schluß der Anmeldungm ist wegen Verlängerung der Schulferien um acht
** Kvnze rtverein. Wie aus dem Anzeigenteil ersichtlich, findet das zweite Konzert am Sonntag den 24. Oktober, 5 Uhr, in der Aula als „Sonaten-Abend" statt. Es sind dafür die Herren Professor Georg Schumann (Klavier) aus Berlin, Leiter der Sing-Mademic, und der jugendliche Geiger Karl T ho mann, erster Kapellmeister aus Düsseldorf, gewonnen worden. Die Klassiker sind berlteten mit: Bachs E-Dur- ©onate Rr. 3 und der in C-moll von Beethoven. Daran schließt sich die D-Dur-Sonatc des modernen KomponisLn Pros. Schumann, der sie uns in Gemeinschaft mit Herrn Thiomann selbst vor führen wird. Schumann genrcht unter den neuzeiilichen Komponisten nicht nur durch seine KammermusckwerÜe (Klavier-Quintett und -Quartett, zwei Viiolinsonaten und Cello), sondern auch durch seine Opern- und ChorkoMpvsitionen einen ausgezeichneten Ruf. Heber seinen Werdegang einige Daten: In Königstein in Sachsen 1866 geboren, studierte Schumann am Leidiger Konservat-orrum.Musik, war Von 1891—96 Leiter des Danziger Gesangvereins und wurde 1900 als Kgl. Professor und Nachfolger Mamers als Dirigent der Sing-Akademie nach Berlin berufen. Dort wirkt er noch jetzt mit großem Erfolg. Unter seinen Chorwerken haben besonders „Amor und Psyche" unb die „Totenklage" für Chor und Orchester berechtigtes Aufsehen erregt. Herr Konzertmeister Thomann bat sich in Berlin, Bremen, Hamburg u. a. O. in kürzester Zeit einen sehr guten Ruf als trefflicher Geiger erspielt, und ist in seinem jetzigen Wirkungskreis, in Düsseldorf, außerordentlich beliebt.
** Vortrag. Der Vorsitzende des Bundes rechn. Angestellten und Beamten (110000 Mitglieder) F. Heinze von Berlin wird am Dienstag, den 26. d. M., abends 8 Uhr, in einer öffentlichen Versammlung im Hotel Köhler, über Gegenwartsfragen her techn. Angestellten und Beamten, insbesondere der Gemeinden unb des Staates sprechen.
Landkreis Gießen.
k. ANendorf a. b. Lda., 18. Okt. In unserer Gemeinde geht seit 14 Tagen Jo ziemlich jeben Wend ein- «oder zweimal für einige Minuten das elektrische Licht ans. Das ist außerordentlich unangenehm, weil das Versagen des Lichtes immer in die Zeit fällt, in der der Landwirt im Stalle mit dem Füttern des Viehes zu tun hat, und bic Hausfrau mit der Zubereitung des Nachtessens beschäftigt ist. Allendorf ist au das Clcitrizitätswerk Gießen angeschbosfen. Könnte
24ns Stadt und Land.
Gießen, ben 20. Ott. 1920.
Die Entrichtung der Einkommensteuer.
In ten Merkblatt des Ministeriums der Finanzen, welches der aus Grund drrBcbrnntmachung über die Tienstbezüge der Staatsbeamten usw. vom 19. Mai 1920 und des Ausschreibens d's Gesamtministeriums vom 8. September 1920 — Rr. St. M 15652 — über bie Vergütungen usw. der Schreibgehil'en ergangenen Mitteilung über bic tarn 1. April 1920 ab in Bctrackü kommenden Tienstbezüge beigefügt war, ist den Beamten empfohlen worden, rechtzeitig einen ausreichen- ben Betrag zurückzulegen, um släackMhlungen an Ein körn mm steuer, dis infolge des Steuerabzug^ t*mt 10 Proz nt vom Arbeitslohn nach her enb* gültigen Festsetzung der Einkommensteuer für 1920 notnviibig werden, leisten zu können. Diese llöach- zohlungen lassen sich jeä»ch größtenteils vermeiden, wenn bie Beamten usw. an ihrem Dienstemffom- men größere Beträge als nur bie gesetzlichen 10 Proz nt und 15 Prozent uslv. unb zwar in solcher Höhe, daß sie her von ihnen endgültig zu zahlende.'. EinllommensLuer imgeiölu entspricht, cinbehalten lassen. Tas genaue Einkommen der Beamten usw. im Laufe des Kalenderjahres 1920, wie es der Veranlagung zu Anfang des Jahres 1921 zu Grunde zu legen ist, ist z.var z. Zt. nickt b?Bannt unb läßt sich nicht mit Besttmmt- heit im Bovaus beredten, ba im Laufe des Jahres unvorhergesehene Lenderunge: i eintrettn fötmen. Jedoch werden die Beamten usw. imstande lein, bie nach ihrem voraus lickst.ichen Einkommen ungefähr endgültig zu zahlende Steuer und ben sich hieraus für einen Monat ergebenden Teilbetrag f-'lbst zu berechnen. ?(uf Antrag lverden auch größere Beträge als die gesetzlichen Abzüge von 10 Pvozent unb 15 Prozent usw. an ben Dienst- bczügen der Boomten usw. eingehalten werden tön- neu. Anträge sind von den Beamten usw. bei den ihre Dtenstbrziigc auszachlenden Kasten schrillich zu stellen. Die Kassen sind angewiesen, nach Prüfung, , i?b der beantragte einzubehaltende Betrag höher ist als der gesetzliche Lohnak^ug, den höheren Betvag an T-icnstbezügcn einzubehalten unb auf Einkommensteuer zu vereinnahmen oder an die zuständige -^teuerhebestelle abzulie'sern.
die Falkner aufLmöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
ob die VertragSregeluns nicht schneller zu einem Ergebnis führe als der Weg der Gesetzgebung und nicht letzterer später leichter zu beschreiten fei, wenn inzwischen auf Grund vertraglicher Vereinbarungen feste Rechtsverhältnisse geschaffen sind.
Die oberste Schieds- unb Ehreirgerichtsinstanz wurde mit zehn Mitgliedern unter Führung von Dr. Dresemann-Köln besetzt. Gegen Ende der Tagung wurde noch auf unbesetztem Gebiet ein Referat von Dr. Hoeber-Köln über den Schutz der Pressefreiheit entgegengenammen. Im Anschluß hieran 'wurde einsttmmig eine Entsckstießung angenommen, die bie Freiheit der Presse im besetzten Gebiet, im Westen und im Osten fordert und den deutschen Kollegm in diesen Gebieten Gruß und Sympathie ausdrückt, ebenso wie denen in der ehem-aligm Ost- und Rvrdmark. In Godesberg und K'önigswinter, die durch die Stadtverwaltung festlich geschmückt waren, fam es zu erhebenden Bekundungen des deutschen Ge- meinfchaftsgefühls. Auf dem Petersberge bei Wnigswinter Hang die Vercmstallung in eine eindrucksvolle Rede des Vorsitzenden des Vereins der Kölner Presse, Prvstssvr Jung, aus, dem für die Vorbereitung und Durchführung der ganzen Tagung der besondere Dank der Kollegen zum Ausdruck gebracht wurde.
> - ,1»
zeige abhängig macht, bereit fei, Tür bas Hißen französischen Flagge die gleichen Vorbedin- pimgen zu fordern, erwidert ein Regierungskom- ntiffar: Allerdings hat die Rheinlandkommission te fllenb 8*/( toijfür das Hißen jeder Flagge eine vorherige An- ntÄbefriü von 48 Stunden vor geschrieben. Ta die
„Ti? Gattin des jungen Herrn Falkner auf Lindenhöhe — nicht wahr? Soll ich Ihren Herrn Gemahl durch Jernsprecker verständigen?"
„Rein — ans feinen Fall. Es »tote mir sehr unangenehm sein. Ich flamt tei Heimweg «ohne alle Beden Den allein zurücklegen."
Aber Sie müssen unbedingt warten, bis e>tc sich völlig wicderhergcstellt fühlen. Ich hoste, raß Sie mir gestatten, Ihnen zur weiteren Stärkung ein Glas Portwein oder Madeira anzubieten.' „Wie liebenswürdig Sie sind, Herr Brandt! Ich sage nirfjt nein." _
Er hanttcrte wtzt so aufgeregt, baß Fsckckic inw Was in seinen Händen Girrten. Fvau e>xgne mckte
Turnen, Spiel und Sport.
— Fußball. Städtewettkampf SDtar* bürg: Gießcn-Wetzlar 5:2 (1:0). (Bezirksrmmn- schafton Nord: Süd.) Jv Marburg trafen sich vor über 2000 Zuschauern die beiden Auswahlmannschaften des Lahnkreises zum Städtewettspiel, das mit einem llebcrraschungssiM der Marburger ■ endete. Die Gießew-Wctzlarer Mannschast spielte nt folgender Aufstellung: Weber, Will (V. f. R. 1900), Eckhardt, Waldschmidt. Wörner I., Wömer II. (Wetzlar), Möller II. (V. f. B. Gießm), Flick, Seipp (Wetzlar), Möller I. (B. f. Bi Gießen), Schindler Är) und lieferte trotz Ersatz für vier der besten
er Spieler ein überlegenes Feldspiel, ohne seiner lleberlegenheit zahlenmäßig Ausdruck verleihen zu können. Das Eckenverhältnis 10:4 für Gießen spricht ebenfalls hierfür. Erst die letzten 15 Minuten brachten, nachdem das Spiel bis dahin 2:2 gestanden hatte die Entscheidung; bie Läuferreihe war dem eifrigen Marburger Sturm nicht gewachfen und fiel in dem Endkampf dem Tempo zum Opfer. Ber Gießen waren Sturm und Verteidigung das Beste an der Mannschaft, die aber keineswegs ein klares Bild der Spielstärke unserer beiden Ligaveveine gab. Die Gießener Spieler, sonne Sckstndler und Seipp verdienen lobend erwähnt zu 1 verben. Bei Marburg war Weber (1860) ber beste Mann. — Dem Städtespiel ging ein Propagandaspiel ber Jugendmannschafden des F. C. Wetzlar und T. u. Sp.-B. 1860 Marburg voraus, das die beffene Wetzlarer Mannschaft 2:0 gewann. Die Leistungen der beiden Mannschaften waren sehr mit.
— Fußball. Die Jvgendabteilung des Verein für Rasenspiele 1900 spielte gestern mit vier Jugendmannschaften gegen die gleichen Mannschaften des Ballsp elklub Wetzlar. Die erste Jugendelf konnte nach yeißem Kampf 3: 2 das Spiel für sich entscheiden, die zweite Mannschaft errang mit 1:0 einen knappen aber verdienten L-ieg über die körperlich überlegenen Gäste, die dritte Mannschaft ge- nxmn ebenfalls 1:0, bagegen mußte sich die vierte Mannschaft mit 3:0 den Wetzlarern beugen.
tkonH melnmigen.
i6cn der M» eiluog beaimiki wac6*i* Ihr, m der ru» e der TllldlkUU
wurden bann Anträge bebautet, die eine Hebung ber Einnahmen zur Stärkung der Leistungs- sähvgkest des ReichSverbalÄes und ferner Unter- organifationen btgtoctfm, und im . Sinne dieser Anträge wurde ctnfc Erhöhung der Beiträge beschlossen. Tie ixrmi Dor genommene Vorstand s- wahl hatte wlgendes Ergebnis: Ripvler (Berlin) erster Vorsitzender, Freund tMünchen) zaoei:er, Karthaus (Düsseldorf) dritter, Reumatm tBcrlin> vierter Vorsitzender, Zinn (Hamburg), Gicsen 'Franifurt), Frhr. v. Biedermann (Berlin) unb Slossers Dü sel^orf) Schriftführer, Moßncr unb Bernhard (Berlin > Schatzmeister, Herlein (Dresden) und Baeckec (Berlin) Beisitzer.
Rackl Erledigung rerschnebener die innere Or- canisation des Verbandes betreffenien Fragen tret man in die Verhandlungen der wichtigsten Beratung sgegenstände ein: das Reckt der Redakteure und Reichstaris für die Redakteure, der auch Vorschläge übet die rech liche S.el- lung der Redakteure enthält. Stossers (Düsseldorf) berichtete über den ersten GegenstaM», der die seit Jahren vertretenen Forderungen der Presse betrifft: Reform des Preßgesetzes im Sinne eiltet größeren Preßfreiheit 'Beseitigung des Zeugnis- zwanps der Presse, des Restes des fliegenden Gerichts standes, Zuetck.mnunq der Wahntei.mung berechtigter Interessen durch bic Presse usw.) unb die Schaffung eines eigen sieben Jvurnalistentechts nad; dem Vorbilde der österrcichischten Gesetzgebung txxm 1. März 1920. Aebnlick:e Forderungen, wie im österreichstchen Gesetz, sind schpn in cin<r früheren Tagung aufgestellt worden. Es handelt sich um größere Sicherungen des Redakteurs im An- stellungsvertrag, ^namrntlich auch im Falle des Verkaufs ober einer Aenderung der politischen Richtung des Mattes, Mters- und Krankensürsvrge, Ruhezeiten, Beseitigung ber Kvnkurvenzllanjel, ferner namentlich um die Frage, wer der geistige Leiter des Blattes ist, ob her Redakteur im Gerste des Presserech's ober der Verleger. Der Referent vertrat ben Standpunkt, daß der Redakteur ben geistigen Inhalt des Mattes zu beftinrmen hat; der Verleger l-at das Recht, sich ben Redakteur auszuwählen, muß ihm dann aber alle Rechte übertragen, bic in ber Funktion des Redakteurs liegen. Er vertrat eine gesetzliche Regelung dieser Fragen, als den schnellevcn Weg, und beantragte, den gesckäftssührcnden. Llusschuß zu beauftragen, unverzüglich einen Gesetzentwurf betreffend bie Regelung der Rechtsverhältnisse ber Journalisten auszuarbeiten und mit allen Mitteln sich bafür einzusetzen, daß dieser Entwurf vom ber Gesetzgebung noch rn ber laufenden Tagung des Reichstags verabschiedet wird.
Bernhard lBerlin) referierte über bie Vorarbeiten für den jetzt ausgearbeiteten Entwurf eines Reichstarifs und über dessen Einzelbestim- mungen, indem er die Notwendigkeit eines solchen Reichstarifs namentlick für die 2anbedteile nach- wies, ws noch keine Tarisabmackmngen zustande- gctlonrmen sind, aber auch aus allgemeinen Gründen eine ausgleichende Rogrstung für das ganze Reich als wünschenswert bezeichnete. Der Entwurf behandle außer den Materiellen auch geistige Fragen und suche das Gesamtverhältnis zwischen Redakteur und Verleger zu regeln. Es sei zu erwägen,
*9 fertig»
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Neboie Ul, nn^entzichH c CterirhHü J«e Sailion SSKf nfötefeener »•
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besser. Nur noch ein wenig Ruhe, dann tverde ich Ihnen nickt länger zur Last fallen."
Draußen schlug die Ladench-ocke an.
„Es form jemand," sagte sie, als er sich nicht vom Fleck rührte. „Wollen Sie nicht hinausgehen?"
„Ah, das wird so dringend nicht fein, xie Tiefenbrunner Kvndsck-ast mag Wärter."
„Rein, nein, Sie dürfen meinetwegen Ihre Pflichten nicht versäumen. Sonst zwingen Sie mich, auf der Stelle zu gehen."
Er gehorchte stimrunzllud und wurde ein 1*^’-." Minuten lang im Laden festgehalten. Ms er wieder eint tat, saß sie aufrecht im Stuhl, noch immer sehr blaß, aber mit einem Lächeln auf den Lippen. Freundlich beantwortete sie seine Fragen nach ihrem Befinden. r
„Ich werde mich gleich völlig erholt laben. Die Anfälle sind immer nur von kurzer Dauer Aber ich bin Ihnen gnoßen Dani schuldig, Herr
el Köhler: “*! MD iiimerMtilliM 3oöflnncSflemt istaa, rz. Oft« ldS 8 llbr, tm ba«uee>iaal:
trag deö Di« Mnkler Übn §tfltnworl 8 uniert Sdinlt uniert Mül.
, „Sie fühlen Beschwerden am Herzen? Bitte, «gen Sic es mir. Wenn ich auch nur Apotheker to, ganz ohne ärztliche Kenntnisse bin ich doch W-"
Wieder machte sie eine verneinende Bewegung.
■i „Es ist nur ein nervöser Anfall. Wenn Sie vielleicht ein Glas Wasser reichen wollen — «r irgend etwas Belebendes —"
Er eilte hinaus und kam schnell mit entern wÄ Wasser unb einer Flasche zurück, aus der er ästige Troystn in einen löffel träufelte. Behutsam, man einem kranken Kinde ein Heilmittel reicht, luhtte er die stark duftende Arznei an ihren Mund.
.stdoffmannstropscn — nicht wahr?" tlJ „Ja, die Leute nennen cs Hosfmmtnschen ^nsbalsam. Sie brauchen nicht zu fürchten, es Ihnen schaden kömive."
«. Sie nahm das Medikament mit geschlossenen Wm und lehnte sich in den Sessel zurück
-,Es ist ärgerlich, daß es mick diesmal auf ber befallen mußte," murmelte sie. „Tas ist noch nie geschehen."
^^'Aoll ich nicht doch lieber einen Arzt hcrbet- 'Mein. Und es wäre ja auch kaum möglich. Samtätsrat ist ja selbst krank."
./Ter Sanitätsrat Bavettthin liegt allerdings gemein Gichtanfall darnieder. Aber da ist doch LFoktor Germering: er wohnt hier im Hause." lehnte erneut ab: „Ich fühle mich fdpn
"‘erricht
Vn» cuuih» »d **•**•' — — ■
sNt 32 inT -erben. Grgen b:e polnischen Bestreb, Sotksmcinung in Oberschle^ien “Bl1 Lrinflm'seu, hat die deutsch^
Tage liinausgeschol'en worden.
rm. Grosz - Ger au, 19. Ott. Wie das Ktesamt Groß-Gerau dem hiesigen „Volksfreund" auf eine Anzapfung mitteilt, ist es richtig, daß bei der Lebensrnitteleinkaufsge- sellschaft in Groß-Gerau ein Fehlbestand von etlva 900 Zentnern Zucker festgestellt wurde. Die Angelegenheit ist der Staatsanwaltschaft übergeben worden, da auf die alsbald nach der Entdeckung sofort und wiederholt der Einkaufsgefellschaft für Hessen in Mainz die Antwort tu..!, daß das Kreisarnt und der Kommunalverband Groß-Gerau mit den Zuckerlieferungen nichts zu tun hätten.
Hessen-Nassau. M
mc. Fran kfurt a. M., 18. Ott. Das 5000 Personen fassende Albert-Schumann-Thea- ter wurde an bic Dehla-Biosvop-A.-G. verkauft, ivelche in dem Ricsengebäude Filmvorführungen veranstalten wird. Ter Kaufpreis betrug über 10 Millionen Mark.
lollei
Mas dbar- l hj)
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Deutscher Reichstag.
20. Sitzung.
Berlin, 19. Okt.
Präsident Löbc eröffret die Sitzung um 2»/« Uhr. Tas Haus ist nur schwach besetzt, die Lribünen t »gegen sind ziemlich gefüllt
Msst.
Zur Geschäsisordnung beantragt Abg. Lede- 5ou r (U. e.), einen heute ein gereichten Antrig Dnhold noch heute Mit auf die Tagesordnllng setzen, in dem gegen die Ausiveisnng ber Sowjet- öffgierten Siivowjew und Losowski Protest er» Hetzen und die Regierung aufgeforb?rt wird, die LrSweisungsversügung fiofort auszuhebcn.
Abg Schulz- Bromberg (D.-N.) erhebt da- i Einspruch. Selbstverständlich sei sich die it des Hauses darüber klar, daß diese Aus- ifung so schnell wie möglich durchgeführt werte müffc aber so eilig, wie Sebcbtnir die Sache «rstelle, sei sie doch nicht.
Präsident L ö b e erklärt, infolge dieses Wider- 'pmchs könne ber Anttag Ader ho Id heute nicht «if bic Dagcsordnung kommen, werde dafür aber Aorgen zur Erörterung gelangen.
Das Haus tritt sodann in die Tagesordnung ritt, nämlich die Erledigung von Anfragen.
Aus eine Anfrage des Abg. Kahl (Vp.), ob Regierung im Hinblick auf bie Verordnung der nnlandkommission, die das Hißen der deutschen gge von einer 48 Stunden vorher erstatteten
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bgung Dr. Löwensteins durch den preußischen Ober- tzräsidenten noch nicht erfolgt ist, hat bie Reichs- tegkrung keine Veranlassung M einer Stellung- «chme.
Rack der Elebigmvg einer Reihe kleinerer Rech- »mgsetats schreitet das Haus ^ur Beratung ber Benage über die Verlängerung des Gesetzes über •e Beschäftigung der Schwerkriegsbeschädigten.
Abg. Mumm (D.-R.) bittet mit Rücksicht aus ie Mchii.ckeit der Vorlage bic zweite unb dritte HHmg gleich heute zu erledigen.
Das Haus stimmt dem zu und nimmt die Vor- in allen drei Lesungen an.
Morgen Rachmittag 2 Uhr Anttag Aderhold N Auftiebung des Ausweisungsbefehls gegen Si- *tojen> und 'Losowski unb Gesetzentwurf gegen bic «pital flucht.
[ Schluß 4 Uhr 50.
mit AbeM^ «amten ges.
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