Erster Blatt
17V. Jahrgang
Mittwoch, 20. Oktober 1920
GiehenerAnzeiger
Luua^mc ...
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General-Anzeiger für Oberhessen
druck «nö vrrlag: Vrühi'fche Univ.-Vuch- und Steinöruderei 8. Lange. Schriftlettuag, GefchaftrfteSe und Druckerei: Schulstratze 7.
St fann aber auch für seine Person ver-
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Tiumänien in Sinaja vermählt hat, weiteres nach Recht und Gesetz König Griechenland wird.
Athen, 19. Ott. (WTB.) Havas.
werden sich der fugoslavischen Behörden, welche lüf, m der Zone A befinden, als krr-futiD.ngane bedienen. Tieft juoofkmnfdien Behörden baten nur «m dielen Ausschüßen, nid): aber von ihrer Regierung, Deiiunwm entgcgenzunehmen
Belgrad, 20. Ott. (WTB.) Havas. Der Miniiter des A.ußern Trurnitsch des jugoslawischen Königreiches hat Befehl gegeben, das; die in das Jtärntner Llbstimnnmgsg biet eingedrunge- Truppen z u rü ckzu; ie he n sind.
Paris, 19. Oft. Wolff.) Havas.) Wie das „Echo de Paris" mitteilt, hat di: Botschaf- t e r - K o n f e r e n z di- Regierung in Wien wissen lagen, daß die Al.iieren das Erg-bnis der Vo l ks- e. büimmung im Bezirk Klagenfurt re- Ipettieren würden. Die Gvosnnächke rechneten aber andererseits darauf, daß Oesterreich bte Verträge von Verftrilles imb St. Wermarn nicht
Die französisch-englischen Verhandlungen.
Berlin, 19. Oft. Wie der „TenrpS'
achten, worauf Kronprinz Georg, der sich am
i.3. Ottober mit Prinzessin Elisabeth
Eine deutsche venischrist über Gberschlesien.
Berlin, 19. Oft. (Wolff - Die Ergckniffe derdeutschen Untersuchung über trn Au f- stand im o berschte silchen Ab stim- mungsgebiek im August und September 1920 werden heute in einer vom Auswärtigen Amt berausgegebenen T e n k s ch r i s t mit Anlagen dem Reiclistag übermittelt. Tie deutsche Denkschrift be- lxmdelt zunäd>st die Frage der Wahrung der Neutralität in Oberschlei'ien während der Vorgänge in 51attomifr vom 17. bis 19. August 1920 und schildert dann die von geheimen polnischen Kamps- organisationcn ausgrherüen Operanonspläne und den Verlaut des Aufstands. ScÄießlich wird bte Frage untersucht, ob die Kämpforganisati>mcn und Kämpfpläne mit dem Aufstand iin Zusammenhang stehen. Nach genauester P^mng muF.t? diese Frage besaht werden. Es fleht auß.w ZwZlel, daß sich ter Augustaufstand auf den in Oberschlesien bestehenden polnischen.Eelxtrn- vrganisatianen aufbaute und mit ihrer Hilfe durch- geführt wurde. Diese Ansick t wird u. a. auch dadurch b7wiesen, daß Mitglieder der geheimen Karnpforganisa tion, die in den polnischen en vorn Juli 1920 als Führer bezeichnet find, sich auch in Führerposten am Auf st and beteiligten und ihn leiteten. Das geht aus der Art der Vorbereitung des Aufstandes und aus dessen einheitlicher Leitung klar hervor. Die Oberleitung befand sich in Eichenau, vier Kilometer westlich Sosnowicv Dos Auftreten polnischer Soldaten und die V<ntiorguug der Aufständisüen mit Waffen und Munition witt» durch das veröffentlichte 'JJta* terial bewiesen.
Tie Denkschrift beschäftigt sich weiterhin mit den für Ruhe und Ordnung in Oberschlesien verantwortlichen Organen. Tie deutsch/? Sicher- heitspoltzei wäre in der l'agc gewesen, ui
teilt, werden die Verhandlungen zwischen der französischen und englischen Regierung über die Bedingungen, unter denen sich die in Spaa vorgesehene technische Kommission in Brüssel vereinigen soll, fortgesetzt. Der englische Botschafter in Paris habe am Samstag am Quai d'Orsav eine Note überreicht, um einige Aufklärungen über den französischen Vorschlag zu verlangen, nämlich wer die Sachverständigen seien, die an der Beratung von Brüssel teilnehmen sollen, d .h. ob obligatorisch es die Mitglieder des Wiedergutmachungsausschusses sein sollen oder Spezialisten, die die Wiedergutmachungskommission ernenne. Der „Temps" sagt, die englische Regierung sei heute genau über den französischen Standpunkt unterrichtet.
Kammern sind einberufen. Man glaubt, daß das Ableben des Königs bevorstehe Venizelos soll verlangen, daß Admiral Eon 0 u r i o t i s zum Regenten proklamiert werde
Berlin, 19. Oft. Der Berichterstatter des „Temps" meldet aus Athen, die Re gierung habe beschlossen, im Falle des Ablebens von König Alexander die Krone seinem Bruder Prinz Karl unter der Bedingung anzubieten, daß König Konstantin und sein ältester Sohn, der ehemalige Kron Prinz, endgültig auf jede Anwartschaft auf den Thron von Griechenland vernichten Werde dieses Angebot abgelehnt, dann werde eine Konstituante zusammenberufen, um einen neuen König zu wählen. Vielleicht werde sich dann, da eine starke (Strömung in den liberalen Kreisen für die Gründung einer Republik bestehe, diese gesetzgebende Versammlung zu einer Diskussion über die Frage des Regimes verstehen. Der Korrespondent meint, nach dieser Richtung dürfte bann alles von der Haltung abhängen, die Venizelos einnehmen werde.
Das Auslieferungsbegehren der Entente in neuer Auflage.
Wie mehrere Blätter aus Sofia melden, haben die Vertteter der Entente der bulgarischen Regierung eine Note unterbreitet, in der sie die Auslieferung von 50 7 Militär- und Ziviiper so neu verlangen. Auf der Liste befinden sich u. a. der frühere König Ferdinand und sein Ministerpräsident Radoslawow, die sich angeblich in Deutschland aufhalten sollen.
Vorfälle sind typisch für die nt öunberten int Tausenden von Fällen der beutidfen Bevölkern. ! futril gewordene Behandlung.
In einem Lxlüußwort wird darauf hingewieft aß auch fetzt die gesetzmäßigen Zu :ande im oberfdtfefifdien Abstimmungcgebiet no nicht überall wieder hergestellt ft.' Nach dein Friedensvertvag ist die Bevölkern:« Okrschlenens berechtigt, frei und unbeeinflußt sich zu entscheiden, ob sie bei Deutschlan oleiben oder mit Po en vereint werden ivül. T.c l genroarügen Zustände im Abstimmungsgebiet la - • m eine freie und unbeeinflußte Volksabstimmunr ffcht zu. Wenn dem Friedensvertvag Genüge ge- ’djel>en soll, bann müßten Verhältnisse gcfdxiffc. iierben, unter denen die Bevölkerung sich bei)1? icher fühlen Ernt, daß nicht^durch eine gewalttätige Minderheit die freie -Stimmenabgabe u:> möglich g^mad>t werde. Der Tenffchrift ist en ,'tarfer Bernd mit Anlagen beigegeben, der u. a rin-elausftihrungen über den Ms stand, Kutten und ;teugcnberid)te enthalt. Das veröffentlichte polnische Material bubet die Beweismittel für bte in der deutschen Tenkschttst gegebene Darstellung. Die wichtigsten polnischen Original sind im An- lagcbrmde photographisch wiedergegeben.
ihrer früheren Bewaffnung,den Insurgenten ent .... _____________ ______„
g'g'-’nsutre:en. Dadurch wäre dem Aufitand ein' vettctze, die einen Anschluß Oeste.reichs anTeu:fch- sdnr.st.es Ende bereiL-t wanden. Tie Tenkschn i land ohne vorherige Genehmigung des Volk.r-
—.....", tuiui jvvn|Eannn uw jtunig i gel)t %ud) auf die während des Mifttand^ von s Hundes verböten.
und vom Throne Besitz ergreifen. * oerüblen Verbroc^n ein. Die gq'-djübattu •
Danzig.
Paris, 20. Oft. (WTB.) Havas. Der Botschafterrat genehmigte den Entwurf des Abkommens, das zwischen Polen und der freien Stadt Danzig abgeschlossen werden soll. Wahrscheinlich wird am nächsten Samstag die Uevereinkunst gleichzeitig mit dem Beschluß der Mächte, wonach die Stadt Danzig unter dem Schutz des Völkerbundes zur freien Stadt erhoben wird, unterreichnet n-erden.
^vnigs als Wirkung nicht nach sich ziehen ®n auf eine Volksbewegung gestütztes Regiment muß die Verfassung in ihrem Bestände korart ändern, daß die monarchische Staats- ’trm beseitigt ist. Erst baipi hört der König M, König zu sein. Die griechische Verfassung tier ist, soweit bekannt ist, in ihrem Fnn- hment geblieben, wie sie ist: die oberste -laatsgewalt ist nach wie vor repräsentiert ^rch den Monarchen, der durch die Kammer wrfassungsmäßig beschränkt ist. Es ist also «rfassungsrechtlich nichts geschehen, was zu wr Annahme berechtigt, Konstantin habe ^men Thron verloren. Die Verfassung Grie- ^enlands kennt keinen Fall, der die Absetzung ■P Königs rechtfertigt. Es läßt sich höchstens jjpi daß der König sich seines Rechts als -Änig begibt, wenn er aus der griechisch- ^chodvxen Kirche au5tritt, ober wenn er B einem anbeten Staate die Krone annimmt. Äsen die Tatsachen den Schluß zu, daß der •tong staatsrechtlich ab gedankt hat? Hat er ^gehört, König zu sein? Ist er griechischer .^ger geworden? Seine Abdanftmg, wäre örtlich erfolgt, bleibe rechtlich schon um ^willen wirkungslos, weil erzwungene ^rndlungen nach allgemeiner Rechtsregel «men Willensakt darstellen. Aber auch nach J*?1 Ibeiienen Normen der Verfassung liegt vor, der eine rechtsgüllige Ab- barstellt. Wenn es also jetzt zum »E^ung der politischen Verhältnisse in I LS? 'vmmt, kagn Konstantin als König
k"-Lten unb vom Tdrone Besitz erareifen. ।
Die neue Lage in Oesterreich.
Wie der „VorwürtS" aus Wien melbet, ist die österreichische sozialdemokratische Partei entschlossen, jeden Versuch der Bürgerlichen, sie zur Teilnahme an der Regierungsbildung zu bewegen, abzu- lehnen. Sobald der Hauptausschuß des neu- gewählten Nationalrates zusammengetreten ist, werden die sozialdemokrattschen Minister ihre Aemter niederlegen.
Wien, 19. Oft. iWTB.) Der neugewählte Nationalrat setzt sich einschließlich der bisherigen Kärntner Mandate aus 78 Christlich- fojiafen, 72 Sozialdemokraten, 16 Großdeutschen, 3 Mitgliedern dr Bauernpartei und einem Mitglied der bürgerlichen Arbeitspattei zusammen. Zu diesen Mandaten kommen noch 15 Mandate, welche auf Grund der Neststimmen unter den in Betracht kommenden Patteien ausgeteilt werden. Die Sozialdemokraten verlieren 7, die Großdeut- sthrn 8 Mandate, darunter drei an die von ihnen angesplftterte Bauernpartei. Tie Jüdischnationalen uiw die Tschechoslowaken verlieren je ein Mandat. Die Christlichsozialen gewinnen 14 Mandate.
Wien, 19. Oft. (Wolff.) Das Zentralorgan der Kommunistischen Partei in Oester- reich, „Die Rote Fahne", bekennt offen die kom- muninische Niederlage bei den Wahlen und stellt fest, daß die Zahl der kommunistischen Wähler sogar hinter der Zahl der organisierten Kommunilten zurückgeblieben sei.
Oesterreichs Anschluß an Deutschland.
Wien, 19. Oft. (WTB.) Das „Neue Wiener Tagblattt' meldet aus Linz: Eine am Samstag von Vertretern der Landwirtschaft, der Gewerbetreibenden, der Arbeiterschaften uiw. abgehaltene Versammlung faßte einstimmig eine Entschließung, worin sich die Versammelten in der Uebec- zeugung, daß. der Ruin der deutschen Gaue wirtschaftlich .^np politisch nur durch einheitlichen Zusammenschluß und zielbewußte, gemeinsame Arbeit beseitigt werden kann, für den Anschluß andasdeutscheMut- t e r l a n b unter dem Namen „Deutscher Gau Osttirol" erklärten.
Aus Kärnten.
Klagenfurt, 19. Oft. lWTB.) Heute übernahm iie Abstimmungskommission dieVeöwaltungder Bo ne A. Die Plebiszit- sommission über:ragt die Befugnisse an die inler- alliietten Distrik:sausschw'se, aelche die Ve^ioal- tung der Zone A nach den Weisungen der Korn? mi'ssion zu führen haben. Die Tistttftsausschüsse
ver Umf chwung in Griechenland
Von einem in Berlin weilenden g r i e chischen Politiker erhalten wtt folgende Mitteilungen:
Die geheimnisvollen Ereignisse in Gric chenland sind die ersten Zeichern eines Umschwunges, der kommen muß,^weil es nach ben Lügen des Weltkrieges in den Köpfen endlich lagt. Der „Affenbiß" des Königs Alexander erinnert lebhaft an die Rippenfell entzündung seines Vaters Konstantin im (fahre 1915. Das Voll glaubt nicht daran Es glaubt eher an einen politischen Dolchstoß, ausgeführt von einer verborgenen Hand, die dem Umsturz nach ihrem Willen lenken möchte. Man bedenke doch: Venizelos, der .Retter des Vaterlandes", hat vollständig abgewirtschaftet. Nachdem er in den letzten 6etben Jahren 2000 Menschen, barunter auch grauen, wegen „Böswilligkeit gegen bie Re- gierung" hat erschießen lassen, 46 000 Bürger üler Stände unb Klassen, Offiziere, Geist liche unb Richter ins Gefängnis ober in bie Serbannung geschickt hat, ist er jetzt bie Zielscheibe eines ungeheuren Hasses des ganzen griechischen Volles. Um sich zu retten unb tzu halten, sttebt jetzt Venizelos offen bie Republik unter feiner eigenen Diktatur em. Der König ist überflüssig unb lästig geworden Er muß verschwinben. Mit ihm aber bas Königtum als solck>es. Wie will Veni- »elos bies zu Wege bringen? Der Fall ist l-Lngst vorgesehen unb schlang en klug vorbereitet. Als König Konstanttn im Sommer 1917 ba5 Land verließ, um als einfacher Kurgast nach Luzern überzusiebeln, zwang ihn bie Entente burch bas Mebium Veni- zelos, als seinen Nachfolger nicht ben Thronerben Georg, sondern seinen zweitgebvrenen Sobn Alexander zu bezeichnen. Dies geschah in der Absicht, ^u verhindern, daß dem in der beutfcheit militärischen Schule ausgewachsenen Later der in gleicher Weise soldatisch er- ygenc Sohn folge So dachte man's sich wenigstens in London und Paris. Aber es >tftf etwas innerpolittsch-griechisches dahin- tt, das der alte Fuchs sich ausaedacht hatte. Nmlich der § 45 der griechischen Verfas- stmg. Der besagt, daß, wenn ein anderer als brr Thronerbe König werden soll, bie Karn- reer mit Zweibrittelrnehrheit ihre Zustim- ttung geben muß So geschah es, unb Veni- sclos rief ben König Alexanber als einen vrrch die Vollsvertretung Erwählten aus, btr mit der bisherigen Erbmonarchie nichts w'i tun habe. Sein Geschöpf! Wenn es nicht 77ehr da ist, kommt bie Republik. Eine raffinierte Teufelei, aber Venizelos hat die Rechnung ohne den wahren Sinn des Verfas- s'mgsrechts und ohne ben Willen bes Volkes Mmacht. In Wahrheit hat König Konstanttn rir nicht abgebanft. Mit keinem Wort hat « dies in seiner Proklamation gesagt. Stünde tret Thronverzicht in der Proklamation, so wäre er rechtsunwirksam, weil die Gegenzeichnung des Ministers fehlt. Venizelos hat sich '■seinen eigenen Schlingen gefangen. Wie tfn Einbrecher hat er etwas vergessen, was ")m den Erfolg verdirbt. Wollte man selbst wnehmen. daß Venizelos seine Herrschaft | ^ner Volksbewegung verdankt — er verdankt I r in Wirklichkeit den Manipulationen der I Ententemächte, also dem Auslande, nicht 1 schien, zu denen er selbst gehört —, so kann I Miklich dieses Ereignis bie Absetzung des
Der ungarische Thron.
Berlin, 20. Oft. Nack) der „Voss. Ztg." > rlautet in London, daß man als König für feil ungarischen Thron entweder einen ^andinavifchen Prinzen oder den zweiten 2ohn des Königs von Belgien ausersehen )abe.
Ein bolschewistischer Sieg über Wränge! ?
Stockholm, 19. Oft. (WTB.) Aus Moskau wird berichtet: Die Sowjet truppen errangen einen großen Sieg über IBrangel im Raume von Nikopol Wran- fels Kavallerie wurde vollständig aufgerieben unb befinbet sich nach ungeheuren Verlusten auf voller Flucht.
Die Wicdereinnahmc von Minsk durch die Bolschewisten.
London, 19. Oft. (WTB ) Der „Times" zufolge melden die Bolsck-elvisten die Wiedereinnahme von Minsk, das von den Polen aufgegeben wurde.
Belagerungszustand in Rußland.
Kopenhagen, 20. Oft. (WTB.) Ha- bas. Nach der „Prapda" ist in 12 russischen Departements, darunter Moskau und Petersburg, der Belagerungszustand erklärt worden
Eine ukrainische Siegesmeldung.
Kopenhagen, 19. Oft. lWvlff.) Das hie- sige ukramische Presftb'.ireau meldet aus Kamener»- Podolsk vom 16. Oktober: Der linke Flügel desukrainischenHeeres, der in der Gegend von Starv-Konftan tinvw-Ehielnik Slxrynka steht, wurde von sechs feiEichen Jnsanterie-- imb zwei Kavallenebriaaden, zusammen <wgen 25 000 Mann angegriffen. Die Bolschewisten, die an mehreren Stellen versuchten, die Müsse Slrrcz und Bug zu überschreiten, wurden mit sc^veren Verlusten zurückgeschlagen. Mein bei Sherynka wurde eine Reiterbrigade van 2000 Mann vollständig aufgerieben. Avisckvn Mohileiv-Vodolsk und ?rowo-Uschytza finden Kämpfe von lokaler Bedeutung statt. Das ukrainische Obcrfommanbo bereitet s-ch auf mehrere Angriffe vor, da inan entdeckte, daß in der Gegend zwischen Staro-Konstantinew Und bei Berdischew imb weiter nach Norden bei Sherynka Zusammenziehungen feindlicher Truppen stattfinden.
Paris, 19. Oft. (Wolff.) Wie die hier erscheinenden „Neuesten Russischen Nachttchten" mitteilen, haben bie ukrainisck>en Aufständischen Kiew besetzt. Die Bolschewisten haben die Stadt geräumt.
Die Ausweisung her Russen Sinowjew und Losowski.
Berlin, 19. Oft. (Privattelegramm.) Den Russen Sinowjew und Losowski wurde die von ihnen beantragte beschränkte Aufenthalts- erlaubnisverlängerung lugefiaitbcn, da sich ihnen vor dem 23. Oktober knne Möglichkeit bietet, die Heimkehr nach Rußland anzutrften. Tie beiden Russen stehen bis dahin unter polizeilicher Aussickst, jede öffentliche Betätigung ist ihnen unterlagt.
Delacroix.
Brüssel, ^9. Oft. (WTB.) Die „Libre Belgigue" null aus guter Quelle erfahren haben, daß Delacroix mit seinen Sollegen bei der Rückkehr bes Königs seine Demission zu überreichen beabsichtige unb unter feinen Umständen an bet künftigen Regierung teilnehmen wolle.
5chiedsspruch in den Lohnftreitiglelterr im Ruhrbergbau. .
Berlin, 19. Oft. WTB.) Vom Reichsarbeitsministerium wird uns mitgdeitt: JmReichs- arbeitSministerium tagte am Dienstag, den 19. Oktober, unter Leitung des Ministerialrats Dr. S i frier der zur Regelung von Lohnstteftigkciten im Ruhrbergbau eingesetzte Schlichtungsansschuß. Als Beisitzer nahmen der Preu rische Minister des Innern Sevettng und der Vorsitzende des Reichs- koblenoerbandes, Generaldirektor stöngster teil. Trr Schlichtungsausschuß fällte nach'ehcnden Schiedsspruch, zu dem die Parteien bis zum 30. Oktober endgültig Stellung nehmen werden: Ti: Löhne werden mit Wirkung vom 1. Oktober 1920 ab um 2 Mark für bie Schicht für bis unterirdisch Besft»f. tigten und um 25 Pf. für die Stunde für die Arbeiter über Tage erhöht. Für die Arbcrter unter 20 Jahren beträgt die Erhöhung die Hälfte dieser Satze. Verheiratete Arbeiter und alleinige Ernährer ihrer Familien im Sinne des 8 8 Absatz 3 des Tarifvertrages erhalten vom 1. Oktober ab ein Hausstandsgeld von je 3 ?Jlarf pro Schicht, das nach den Grundsätzen des fönbetgelbes behandelt wird. Das Kindergeld wird um eine Mark pro Schicht und Kind erhöht. Die Einzelheiten der Durchführung sind in der Arbcitsgemeinschckft zu regeln. .
Obgleich- der Schl ich 'uug saus sch u ß davon über xeugt ist, daß der Bergbau an der Grenze seiner N'nanziellen Leiftmigssabigftit ang langt ist, h^t er es trotzdem für notwendig gehalten, den Be g leulen noch einmal eine Lohnerhöhung zuzusprechen. Lc ist sich der grotzeu Siaflnueüe taqa i.tthöhung


