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Montag, 2/. September 1920

170. Jahrgang

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Volk S.

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indessen stünde .dJtS im Wege.

dost die entscheidenden Verhandlungen erst Ende dieses Monats stattfinden könnten; tr*- " einer Auszahlung von Vorschüssen nii.

liardenetat abzubauen, wie kann das lawi­nenartige Anwachsen der schwebenden Schul­den und des Papiergeldumlaufs verhindert werden, und wie will man, zu alledem, auch noch eine Milliarden-Kriegskostenrechnung der Entente befriedigen? Werden in Brüssel direkt oder indirekt diese Probleme, die schließlich eng verknüpft sind mit dem Schick­sal der gesamteuropäischen Wirtsü-aft, ge­löst werden?

Berlin, 18. Sept. Von der Pressestelle der Reichsregierung wird heute bestätigt, daß die Rücktrittsabsichten des Reichsfinanz­mini st e r s auf Meinungsverschiedenheiten zu- rückgehcn, die sich in der letzten Zeit zwischen dem Finanzminister und einem seiner Kollegen in der Besoldungsfrage ergeben haben. Es handelt sich um den Reichspostminister Giesberts. Tas Reichskabinett wird sich in den nächsten Tagen mit dieser Frage neuerdings beschäftigen. Dabei ist indessen anzunehmen, daß der Finanzminister nicht nur die vorliegende Meinungsdifferenz, sondern umfassendere Vorschläge für die gesamte Reichs­finanzwirtschaft vor das Kabinett bringen wird. Man nimmt an, daß die Krise im Mrnistermm beigelegt werden kann. ,

Wie wir erfahren, hat der Reichsfinanzmrnister das preußische Finanzministerium auf seiner Seite, das wie er die Ansicht vertritt, es sei unbedingt der Augenblick für die Rückkehr zu einer gesunden Finanzpolitik im Reiche gekommen und es müsse vor allen Dingen mit den Ausgaben Halt­gemacht werden.

Berlin, 18. Sept. (Wolff.) Zu den Ge­rüchten über den Rücktritt des Reichsfinanz­ministers Tr. Wirth können wir noch fügendes mitteilen: Tie Gerüchte beruhen aus Meinungsver­schiedenheiten, die sich zwischen dem Reichspost» minister und dem Reichsfinanzminifter in der Besoldungsfrage ergeben haben. Diese Differenzen werden das Reichskabinett in den nächsten Tagen beschäftigen. Bei diesen Verhandlungen wird die Besoldungsfrage aber mir eine untergeord­nete Rolle in den großen Entscheidungen spielen, die in der Finanzwirtschast des Reiches und der Staaten getroffen werden.

uyewerde MÜH chlnendau

löpferfaWule llung für VraM u. Keramik. :erfachfchule achschule, stete We«- .Hochschule, icr u. Metallarbeiter e Meisterprüfungen November 1920.

Die Direktion

Die PräfidentschastSkrisis in Frankreich.

Paris, 20. Sept. (WTB.) Havas. Die meisten Abendblätter sind der Ansicht, daß Mille­rand die Präsidentschaft der Repub ik annehmen wird, falls er einmütig dazu berufen wird.

Die neuen polnischen FriedenS- bc6inßuitflen.

Warschau, 19. Sept. (WB.) Tas Blrtt Czas" veröffentlicht eine Mittelung, wonach die polnischen Friedensbcdingungen u. a folgendes verlangen: 1. Im Augenblick des Ab­schlusses des Waffenstillstandes bleiben die beiden Armeeen in ihren Stellungen, die sie augenblickHch besetzt haben. 2. Die Grundlinie für die Grm- zen ist die Grenze zwischen der Teilung (1793). Tie Gebiete westlich dieser Linie fallen an Polen oder Litauen.

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Daily NewS" über die Völkerbnnds- politik.

Amsterdam, 18. Sept. (WTB.)D a i l Y News" schreibt in einem SeitartiLti, man mime begreifen, tast innerhalb der uäch'vm zwei SDh/iLKc Entscheidungen getroffen iverdm mu'.cken, ixm denen die gesam.e Zukunii der euwpäi chm Polr- ttk abhänge. Es handle sich darum, ob Euvopa zu einer einzigen internationalen Gesell ck-ast zu- s.immengeschweist werde cter in die al ver.>ttu> nisrolle Tra?i ion geteilter feindtick>.r Mächte zurücklalle. Das Bla t w it darauf hin, daß von den bevorstehenden Bblkerbundsoerscnmnlungen et Brüssel und Genf, vor allem der letz:eren, die Zulünst des Bundes und daher auch der Weltvolitik in großem Maste abhängen wird. Die Eröffnung direkter Verhandlungen mit den Deutscten in L-vaa fabe einen l e:räch licken FoNsch i t le eutet. Die wichtigste Fr .g:. i.'in Spoaerörer w r en Kl.te, fei je.och bis zum näch'en in Ge ff itatifintenten Zusammentreffen verdaten. Jetzt aber tue eine der hauptsächlichsten alliierten Mächte chr L7vg-

itt erziele»!

Entspannung der Lage in Italien.

P aris, 19. Sept. (WTB.) Nach ehrt Havas- meldung aus Rom tbmmen von allen Seiten Nach­richten über eine Entspannung der Lage. In Genua sind die Fabriken fast vollständig ge­räumt, die roten und schwarzen Fahnen sind oon den Gebäuden und Schiften cerschwunden. In Salerno haben sich die Arbeiter und Industriellen geeinigt. Tie Arbeit ist wieder ausgenommen. Fünf Kilometer von Mantua entfernt ist eine Pulver­fabrik in die Lust geflogen; sieben Personen ivur- ten getötet, mehrere verletzt. Eine große Anzahl Gebcmte wurde verletzt.

Mailand, 19. Sept. (WTB.) Giolitti hat die sozialistischen Abgeordneten empfanien und ihnen die Gründe aus-einandergesetzt. die ihm nicht eine sofor ige Elnberuffung der Kammer gestatteten. Er hat aber versprochen, die Kammer einige Tage früher zusammenzuberufen.

Eine landwirtschaftliche Maschinen» Ausstellung in Italien.

Rom, 19. Sept. (Walff.) Gestern wurde die Internationale Ausstellung landwirt­schaftlicher Maschinen eröffret, die von den italie­nischen landwittschastlick)en Verbänden veranstaltet ist. Auch Deutschland ist vertreten.

teilen. Zugleich bildeten in EuWpa kl i e Staaten eine sogenannte kleine Entente. ..Daily News" Kommt zu dem Schluß, daß die Vötkerbundsver- sammlung im November m Genf zur wich.igsten internationalen Versammlung gemacht werden könne, die die Welt je gesehen habe, wenn die Staatsmänner sie dazu madten wollten. Das Blatt tritt dafür ein, daß Gwßbritannien jeine einsluß- reichsle Abordnung nach Genf entsende, die es zusammenstellen kann, da dann jeder Saat dem Beispiel Englands folgen werde und empf ehlt die Teilnahme Lloyd Georges, Bal'ours, Robert Ce­cils, Greys bzw. Clynes an der im November in Genf stattfindenden Versammlung.

chicksalsfragen sind: Wie ist der Mil-1 lichtstes, bamit die Genfer Verhandlungen nicht \ sbattfänden trotz der Bestimmung des Völkerbundes, I wonach alle internationalen Mmackmngen dem Sekretariat des Völkerbundes mitgeteilt und von tiefem veröffentlicht werden'sen, hätten zwei Unterzeickmete des Völkerbundsvertrages ein in ter nationales Abwmmen gcsckstossen, und fvei heraus erklärt, daß sie nicht die Absicht haben, dieses Ab­kommen dem Sekretariat des Völk.rduntes mitzu-

Au» Hessen.

Hessische Schulfragen.

b. Frankfurt, 18 Sept. Diehefsischen Städte und Landgemeinden mit eigenen höheren Schulen hatten heute hierh.-r Vertreter ent­sandt, um zu einem Bechlust Stellung zu nehmen, den die oberh.'ssischen Städte am 4. September auf einer Zusammenkunft in Gi e ße n g faßt hatten. Sie hatten beschlossen, an die 'hessische Regierung die Forderung zu rich en, der Staat möge die burd) die SchulgeL-einnahmen nich' gedeckten Per­sonal-Ausgaben für die höheren Schulen der Städte und Landgemeinden vollständig übernehmen. Der heutigen aus ganz Hessen beschickten Versammlung rot> Unten als Vertreter he-? Landesamts für das hessische Bildungswesen die Oberschulräte Ritsert und Dv r f e I b zur Informa ion bei. Den hessischen Landtag ver­traten die Abgeordneten U r st a d t und Diehl, den hessischen Oberlchrerverein Pros. Allen- darf. Der Letter der Versammlung, Bürger­meister Völsing (Alsfeld) erkläre, daß die Ge­meinden nickt mehr in der Lage seien, die höhe­ren Schulen weiterhin zu unterhalten, wenn der Staat nicht in Zukunst die gesamten Personallasten übernehmen würde, die sich unge­fähr verzehnfacht haben. Zum Beleg wies der Redner u. a. darauf hin, daß der Zuschuß für die Oberreal sckule in Alsfelc» van 14 OOO Mk. in 1914 jetzt auf 150000 Mk. gestiegen sei.

Der Vertreter Gießens teilte mit, daß die Zuschüsse für die drei dortigen höheren Lehran­stalten (Gymnasium, Realgymnasium und Oter- realsckmle^ sich von 98 153 Mark in 1919 auf 733 355 Mk. in 1921 erhöhen.

Abg. Dr. Diehl hielt es aus sozialen Grün­den für bedenklich, wenn sich die Beamtenschaft schlierst ich nur doch aus der städtischen Bevölkerung rekrutiert. Die höheren Schulen müßten erhalten teeiben, nenn auch, nachdem das Einjährigen-Pri­vileg beseitigt sei. nicht mehr in allen Fällen in ter bisherigen Form. Bürgermeister Recht in -Vilbel) wies aus die großen Gefahren für die Jugend hin, die mit der Eisenbahn auswärtige Schulen besuchen muß. Die höhere Schule in Vilbel ist fast ausschtießlich von Kindern aus Arbeiter- und Mittelstands frei en besucht. Ter Redner emp­fahl die Ausdehnung des im hessischen Landtag ge­stellten Antrags Schreiber, auf Uebernahme der Iwteren Bürgcn'chuen durchs den Staat, auf alle höheren Schulen, meinte, daß auch seine Fraktion die sozialdemokratische, wmn sie auch heute nicht vertreten sei, im Hess. Landtag dafür zu haben sein teerte, und trat für den Ausbau ter höheren Bür­gerschulen in der Wtise ein. daß der Uebertritt von diesen an die Gymnasien ahne weiteres er­folgen kann. Beigeordneter K'ö hier (Ncu-Zfen- burgi bezweifelt, daß der Staat in der Lage sei, die erhobenen Forderungen zu bewilligen, und verlangt.', daß die Gemeinden mietet ihr Budget- rctf.t und die Möglichkeit erhalten, Zuschläge zur R.tickseinkommensteuer zu erheben.

Pro,. Altend'orf trat als Vertreter te» hess'scken O berlehrervererns aus ht turei en und Sta".tesrüch'ickte^c dafür ein, daß ter Jteaat toe gesamte Besoldung der Lter lehr er utern^nne.

Abg. Prof. Urstadt (Gießen- erblickte dte einzige Möglichkeit, den Gemeinten »u Helsen, in der Heranziehung des 'U10«? -1 SeJL-L gleichsfonds, ter durch das Ausführung^,

erti[pred)er!Hr.i! üoS und mtrbln< IW

iiiS mobilen etWg au mätei sondere SBermieiung ciuerkomnMds. (jin> inibuälinien. * Id, A«lUMi eis Siegen Amt Rrcnital.

Die Mörder von JosefSthal verhaftet!

Beuthen, 19. Sept. (WTB.) Die Mör­der von Josessthal sind aut- Anordnung des Kreiskontrolleurs durch Mannschaf en der Abstirn- mungspolizci verhaftet toorten. Der Rädels­führer, ein gewisser Baron aus Bttckten'hcmi, ist entwichen. Er hält sich offenbar jenseits ter Grenze auf. Sechs am Mord Beteiligte, sämtlich aus Birkenhain, die im Alter von 18 bis 25 Jahren stehen, sind ins Gefängnis eingeliefert worden. BerbandStag heimattreuer Oberschlesier.

Breslau, 20. Sept. (WTB.) Stier fand am Samstag und Sonntag der erste Verbandstag der vereinigten Verbände heimat­treuer Oberschlesier statt. Die Tagung, auf ter hauptsächlich Organisations- und Abstim- mungsfraqen behandelt wurden, war von etwas über 100 Vertretern aller Abstimmungsberechtigten aus dem Reich und Oberschlesien besucht. Die Be- teutuny Dieses Tages liegt darin, daß an ihm einmütig das volle Einvernehmen zwischen den Heimattreuen Oberschlesiem im Reich zum Ausdruck kam. Das Ergebnis war ter einmütige Wille der Heimattreuen Oberschlesier im Reich, Oberschlesien unter allen Umständen beim Reiche zu erhalten.

nr. 221

Der Gießener awjeiaer erscheint täglich, antzer Sonn, und Feiertags, verugrpreisr

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postscheäksnto- granffurt e. M. 11686

nstiM \L fliessen jähriger iz-- Kursus {.ort'1920, SS«®5* Ta nzl^er'

Der Rücktritt öes Reichsfinanz- ministers Dr. Wirth.

Man schreibt uns aus parlamentarischen streifen:

Das Reichsfinanzamt verliert seinen ofsi- 1 teilen Leiter und es wird schwer halten, einen neuen zu finden. Der Rücktritt Dr. Virths ist kein gewöhnlicher Ministersturz, (fr hat nichts mit Parteikonflikten zu tun. Er liängt nicht mit den Störungen zusammen, tie ^ur Rückkehr der Sozialdemokratie in die Keaterung zu einer allgemeinen Kabinetts- «lrisis treiben. Es wäre auch sehr oberflächlich, mi sagen: der Minister hat nicht genügt, er lat sich seiner Aufgabe nicht gewachsen ge- geigt. Dr. Wirth l>at vielmehr als früherer radischer Finanzminister sehr wertvolle fach­liche Erfahrungen ins Reichsamt mitgebracht ,nd als langjähriger Zentrumsführer stellte <r auch politisch im Umgang mit den Par- leien seinen Mann. Wenn man schon persön- fidK* Schuld sucht, nruß darauf hingewiesen herben, daß Dr. Wirth als Opfe«r der Erz- bcrgerschen Steuergesetze geht. Die Finanz­politik seines Vorgängers ist nicht durchzu- führen. Und 'wollte man diese Steuergefetze mit Waffengewalt durchsetzen, es ist zu spät, wir stehen vor dem Zusammenbruch der Rcichsfinanzen. Der Rücktritt Dr. Wirths ist nichts anderes als der äußere Ausdruck des nahenden Zusammenbruchs, der sich ja auch tn der sprunghaft sinkenden Barometersäule der Valuta deutlich genug ankündigt. Dr. Wirths Schwanenaesang war die Denkschrift über die finanzielle Lage des Reiches, die er int vorigen Monat herausgab. Darnach belief sich die Gcsamtschuld des Reiches am 30. Juni 1920 auf die Summe von 215 Milliarden Mk. Rechnet man noch hinzu die 39 Milliarden Mark, die das Reich an die Einzelstaaten als Abfindung für die Uebernahme der Eisenbah- nen zu zahlen hat, und ferner rund 16 Mil­liarden Mark, die das Reich den Ländern und Gemeinden an Kriegsaufwendungen zu er­statten hat, so kommen 270 Milliarden heraus. Wenn man betentt, daß das Reich vor dem Kriege eine Gesamtschuld von nur 5 Milliarden Mark hatte, so kann man sich ungefähr einen Begriff von der fast verzwei­felten inneren Verschuldung Deutschlands machen. Dazu kommt, daß damals unsere Volkswirtschaft in voller Blüte stand, wäh- renb jetzt alles durch den Raubbau des Krie­ges heruntergewirtschaftet ist und uns durch den Waffenstillstand und den Friedensvertrag große Teile industriellen und agrarischen Lan­es, unsere gesamte Flotte, ein Teil unseres Eisenbahnmaterials und unsere sämtlichen Auslandsguthaben genommen worden sind.

In Brüssel soll uns nun auch noch un­sere Kriegskostenrechnung präsen- tiert werden. Aber keine Steuerschraube und keine Ententedrohung wird noch 270 Milliar­den aus dem deutschen Volke herauspressen. 3ir können nur immer neue Ströme von Papiergeld über uns ergehen lassen. Der 2umpf wird dadurch immer größer. Dr. Airth hat in der genannten Denkschrift seine lange Sorge mit folgenden Worten ausge- Irückt:Es dreht sich' um alles. Wenn wir kr Finanznot nicht Herr werden, weil ein teil des Volkes sich an den papiernen Reich­em klammert, so wäre eine wirtschaftliche katostrophe von ungeheurer Tragweite un­vermeidlich. Die Folgen einer solchen wären ucht ausrudenken." Wir müssen aber jetzt 'atan gehen, die Zukunft auszudenken, um >och noch irgendwie zu retten, was zu retten st. Die letzten amtlichen Bemühungen Dr. 3irths galten der Vorbereitung der Verhand- ungen mit dem alliierten Wiedergutmach- -ngsausschuß. Darüber erklärte er einem kreise von Parlamentariern:Das ganze Aiederguttnachungsproblem wächst sich von elbft aus zu einem Problem der Produktion, welche Finanztransaktionen man auch erben» kn mag, alle gehen sie schließlich immer wie- btr zurück auf die einfache Formel der lieber» §Meistung der heimisck)en Wirtschaft an ^<iien oder Dienste zugunsten der Entente." ist durchaus richtig. Nur darf man dabei jW vergessen, daß wir jahrzehntelang vor öem Kriege eine passive Handelsbilanz Hat- kn, d. h., daß wir trotz höchsten wirtschaft ^chtti Aufschwunges jahraus und jahrein dem ^rte nach mehr an Waren einführten als ^usführteu. Erst durch unsere Auslandsgut- ^ben, durch unseren Sck)iffs- und Transport- 'Nkehr usw. gestalten wir unsere Zahlungs- ülanz aktiv. Da uns der letztere aber samt rnd sonders genommen ist, kann man kaum "^kennen, wie wir jemals eine auch nur ter» ''oltnismäßig geringe Millardenleistung an ;te. Entente durchUeberschußleistungen" 1 Ausbringen sollen. Auch hier ist uns Dr. «uth die Antwort schuldig geblieben.

Ter Rücktritt Dr. Wirths wirft eine ^ihe von Fragen auf, die für das deutsche

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Au» dem Ueiche.

Eine Reichskanzlerrede am Freiburger Münster.

Freiburg, 19. Sept. (Wolff.) Im Zu- f<mrmenT)ang mit dem bevorste'tenden Ab'chluß ter Wiedech.-r eNungsarbeiten am Turme des Frei­burger Münsters, bie nun fdpn seit sieben Jahren vorgewommen meinen, fand heute die Weihe der neuen Schlußkreuzblume satt, die an die Stelle ter alten vor ungefähr 600 Jahren auf die Turmspitze verbrachten Kreuz­blume irrten soll. Die Re h? ter ungefähr fünf Meter h Heu Kreuzblume fan> vor dem H-ochaltar des Müns'.ers durch den Wtihoisck-vf Dr Knochr flott. Der Feier wohnte auch ter Reichskanzler bei, ter gestern mit dem Reickisvräsitentcn in Baden-Baten getocilr und abends hi r cingctroifen war. In seiner Eigenschaft als Präsident des Münsterbau-Vereins, ter einen sehr wesentlichen Anteil an den schwier'gen Arbtiten genommen tet, gab ter Reichslanzler seiner Friude darüber Au:- druck, das; aetate in dem Jahre der Turm des Freiburger Liebsrauenmünsters wie er neu bekrönt werten könne, in dem die Stadt auch die SOOjäfyr. Wieterle'hr ihrer Gründung b?g hm könne. Er kirüptte an die Worte an, die König Friedrich W^ltelm IV. am 4. September 1842 bei terGrund- fternlcgung zum Wiederaufbau des Kölner Doms spoack^Ter Geist, der diese Dore baut, ist der­selbe, ter vor 29 Jahren un'ere Ketten brach, bie Sckmach des Va erlrntes wandte, cs ist ter Geist teu scher Enffgd it und Kraft."Auf un'ere Zett," sagte der Reickis'anzler Feh cnbach,pa'fen solche fyxhg'TTtuten Worte nicht Un'er Vatncka'ck liegt darnieder und kein Sonnenstral)l will durch die düsteren Wolken bringen urtt) in uns di^ H-osf- nnng ter Bes erring auf.bmmen lassen. Aber ein starkes und tuch iges Volk verzweifelt nie, und das heutige Fest ist ter Schimmer tes Lichts in her Finsternis. Tie ape Kreuzblume Hai auf viele schwere Freiburger Tage herrtietergeteten; die neue Kreuzblume erb b: sich bald zu steiler Höhe. Wenn das teu fete Volk sich wieder aufrafft zum Geiste ter Ordnung, ter Pflicht unb ter Arbeit, wenn es sich erfüllt mit Gottvertrauen, mit bei» liaer Begeisterung für die höheren Gitter der Menschhti, rann wird auch die'e Krerizblurne wie­der aus ein glückliches G.schlech' l-erniederschauen können. Der Rtick-sVrnzler erflehe hirzu Gottes Segen, der allein es vermöge, die Trübnis in greut-e zu wandeln inti> sprach die Holffiung aus, tan eine gfü<Öidi£ Zukunft wenigstens der Jugend leudsten möge Werhbischof Dr K'.echt schloß lief) dem Wunschtes Reichsuanzlers an unb verwies auf die unbedingte Nvmxmdigktit, gerate in un­seren Tagen Mr Gottesfurcht und Eottesglauten zurück zu kehren und die Jugend in diesem Sinne zu erziehen."

Keine Abstempelung deutschen Papiergeldes.

Berlin, 18. Sept. (WTB.) Im Aus­lande scheinen Gerüchte verbreitet zu wer­den, daß das Deutsche Reich die Abstempelung seines Papiergeldes vornehmen werde. Dem­gegenüber ist festzustellen, daß diese Ge­rüchte jeglicher Begründung ent­behren.

Die baprischeu Unabhängigen gegen Moskau.

München, 18. Sept. Der Landes­vorst a n d der Unabhängigen ParteiBayems

hat sich mit 8 gegen 3 Stimmen gegen den Anschluß an die Dritte Inter­nationale ausgesprochen, da die Anschluß- bedingungen für eine deutsche proletarisch Massenpartei nicht die geeigneten Grund­lagen bildeten.

Grenzspendentage und Massrnkundgebungen in Leipzig.

Leipzig, 19. Sept. (Wolff.) Unter zahl­reicher Beteiligung aller Bevteverun^rskreise fand mittags als Auftakt zu den für Anfang Oktober in Aussicht genommenen Leidiger Grenz­spendentagen eine vom Deutschen Schutz­bund für die Grenz- und Auslandsteutschen, sowie den vereinigten Verbänden heimattreuer Ober­schlesier veranstalteten Massenkundgebung gegen die Vergewaltigung Oberschlesrens und für ein ungeteiltes deutsches Kärnten statt. Vom Reichsgerichtsplatz aus bewegte sich em ge­waltiger Temonstrationszug mit Wagen und Grup^ penoiltern, bie die Hauptindustrien Oberschlesiens symbolisch darstellten, sowie mit zahlreichen Schil­dern, woraus eindringlichst die Forderung aus Rettung ter Abstimmungsgebiete und Unterstützung ter Abstimmungsberechtigten erhoben wurde, durch die Straßen ter Stadt nach dem Augustusplatz, wo nach Anlprachen verschiedener Redner ter einzel­nen landsmannschastlidien Vereine von einer viel­tausendköpfigen Mmschcnmenae eine Ent dstießung angenommen wurde, tvoiti: schärfste Verwahrung gegen die Vergewaltigung ter teutschgesinnten Be­wohner Oterschlcsiens, gegen die von polnischen Banden an ter deutschen Bevölkerung begangenen Greueltaten und gegen das Bolen begünstigend« Verhalten ter französischen Beiatzungstruppen ein­gelegt wurde.

2Ius dem besetzten (Bebtet

Saarbrücken, 20. Sept. (WTB.) Bor einiger Zeit hatten die Angeftelltettver- bände den Arbeitgeberverbänden des Saargebiets mit Rücksicht auf die augenblicklich besonders teuren Lebensverhältnisse teS SaargebieteS n e u e L o h n- forderungen gestellt. Bei 'den gestern in dieser Angelegenheit in Saarbrücken abgehaltenen Be­ratungen erklärte ter Vertreter ter Arbeitgeber,

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General-Anzeiger für Oberhesfen ZZM

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