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ichen Sicherheit er ers oder Militärbe- Zuwiderhandlungen ! bestehenden Gesetze nis oder hast oder tärbefehtohabers, im swehrminisler ossen. hen Freiherr hanoelr, Ausenthaltsbechrän- zelagmingszustandes , 1320) entsprechend
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poftschecklonto:
Srantjurt a. w. 11686
170. Jahrgang
vienrtag, 20. Januar 1920
Gietzeuer Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
SwMngmmddruS u. Verlag: vrühl'fche Unio.-Vuch- u. Stemdruckerei R. Lange. Zchriftleitnng. Geschäftsstelle n.vruSerei: Zchnlstr. 7.
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Cin Kabinett Millerand.
Ein Systemwechfel in Frankreich? Cle- menceau, der alte „Tiger", tritt zurück, sein Ehrgeiz, noch aut den Präsidentenstuhl zu gelangen, wird nicht befriedigt, das Amt übernimmt Deschanel, der wohl zwar durch keine kriegerischen Schroffheiten tote Clemenceau von sich hören machen, aber doch die „nationale" Politik Frankreichs fortsetzen wird, das sich als „Sieger" fühlt. Kammer und Senat sind sich ganz rasch und unter der Hand über diese Wendung einig geworden. Clemenceau soll "für die Enttäuschung, die er erlebt hat, durch irgendeine äußere Ehrung entschädigt werden.
Man wollte den eckigen, eigenwilligen Alten nicht als Präsidenten, denn es zieht tatsächlich doch auch in Frankreich eine neue Aera ein. Das Land steht vor ebensolchen neuen Wirtschaftsproblemen wie Deutschland auch. Auch Frankreich muß finanziell und wirtschaftlich wieder aufbauen. So sollen denn alle Zkräfte zusammengefaßt werden, und als Spitze der Republik wurde darum der gewandte Mittler Deschanel erwählt. Die erwähnte Richtung kommt auch in dem Kabinett zum Ausdruck, das jetzt die Zügel der Regierung aufnimmt. Millerand, der erfahrene Wegbahner in der Sozialpolitik, tritt als Nachfolger Clemenceaus auf den Plan. Man lese die nachfolgende kurze Zusammenstellung über seine bisherige politische Laufbahn und frage sich, ob man einen Geeigneteren hätte finden lönnen. Er ist ausgewachsen im radikalen Sturm und Drang, und er hat dann später doch bewiesen, daß er als Minister auch Mäßigung üben, ja gewissen „staatspolitischen" Notwendigkeiten auch seine „UeberBeugung" opfern kann. Es wird also keinen linksradikalen Sturm im neuen Frankreich geben. Man sagt, die neuen Mitarbeiter Millerands seien alle vorwie- genb daraufhin auserwählt worden, daß sie geschäftskundig, sachverständig seien. Die ceine Parteipolitik soll zurücktreten.
Vielleicht ist Cleme: ceaus letzte größere Diplomatische Arbeit die Abfassung jenes Briefes an Holland gewesen, in dem die Aus- tieferung des früheren Kaisers verlangt wird. Im Rate der Drei wird künftig für Frankreich ein Anderer sitzen. Holland mag diesen Umschwung notifizieren, indem es die un- toirfche Note mit einer befreienden Ableh- rmng und Anrufung besserer Instinkte beantwortet.
Alexander Millerand, geb. 10.Febr. 1859 in Paris, ursprünglich Rechtsanwalt, war als sehr radikaler Redner 1882 zum Stadtrat von Paris gewählt worden. 1885 gelangte er in die Kammer, wo er sich der äußersten Linken anschloß. Er war sodann Parlamentarier, Advokat und Chefredakteur einer von ihm begründeten Zeitung. In der Kammer wurde er Vorkämpfer für die Ar- Seiterfchutzgesetzgebung. Millerand gründete Mter die „Union soeialiste" und wurde das Laupt der sozialistischen Linken, die sich aus S>en verschiedenen Fraktionsgruppen der bisherigen Linken zusannnenfetzte. 1899 über» 'ahm er im Kabinett Waldeck-Rousseau das Handelsministerium, das er bis 1902 inne hatte. Als Minister zeigte Millerand große Naßigung, so daß er sich viele Anfeindungen -Son den extremen Sozialisten w§og. 1909 xat Millerand als Minister für Verkehr, Soft und Telegraphie in das Kabinett Briand •rin, mit dem er am 2. November 1910 seinen Rücktritt nahm. Im nächsten Jahre über- nwhm er im Kabinett PoinearS das Kriegs- Portefeuille, das er im Januar 1913 wegen «eines Zwiespalts im Kabinett (Millerand Hatte den bekannten Paty du Clam im Heeresdienst wieder anstellen wollen) wieder «blegte.
Paris, 19. $<m. (Wolff.) Havas. Der Prä- ibent der Repnblck ersuchte Millerand, das itobmett zu btloen.
Paris, 19. Jan. (Wolfs.) Die Bemühungen Millerands zur Kabinettsbildung schreiten nasch vorwärts. Nach dem letzten von der Agentur Havas eingezogenen Erkundigungen nrirb das Ministerium beute abmd noch oder morgen zusammengesetzt fein. Spätestens Donnerstag wird es vor Sie Kammer tret-m. Das Bestreben Milterands gebt Sahin, in weitestgehmdem Maße sachverständige Spezialisten aus dem Parlament und >iuch außerhalb des Pattaments zu berufen. So wurde das Finanzministerium einer Persönlichkeit an- Deboten, die in der Pariser Bankwelt in "hervor- »rgend leitender Stellung steht. Der Abgeordnete 2 s a a c, der ehemalige Präsident der Handels- timmer von Lille, wird das Handelsministerium übernehmen, Albert Sarraut, früherer Gouverneur von Jndo-Ebina, das Kolonialmrnisterium.
P a r i s, 19. Jan. (WTB) Tas neue Ministerium setzt sich wie felgt zusammen: Mi- visterpräiideM und Minister des Aeußrn Mil- Le r a n d, Justizminister L'Hvpit au, Minister des 5nncm Nvnnerat, Kriegsminister Lefevre, Marinem rnister £ an b r i, Handels Minister 8saac, Landwittschaftsnrinrster Picard, Fi-
nanzminister M a r s a l, Kalo nialmi nister S a r - raut, Minister der öffentlichen Arbeiten Retro q u e z, Unterrichtsminister B e s a r d, Ar- beitsminister Jour da in, soziale Fürsorge und Dygienr Breton, Vorsitzender über die Unter* sbaatssekretare Reibel.
Paris, 19. Jan. Millerand wird Dienstag morgen seine Mitarbeiter Pvincarö und De- schancl vorstellen. Tie Ministererllärung wird in der Kammer am Donnerstag verlesen werden.
faul Deschanel
Der präfidentenwechs?! in Zrankreich.
Bern, 19. Jan. (Wolfs.) Die Hauptblätter der Schweiz besprechen die Wahl Deschanels. Sie erinnern an das von Des- ä-anel kurz skizzierte Programm in der Ansprache, m der er Leon Bourgeois antwortete. Die „Gazette de Lausanne" sagt, daß diese Worte denen Recht geben, die versichern, daß die Deschanels nichts an der nationalen Politik Frank- vrichS ändere. Tas Journal de G6növe" meint, daß der Gewählte als Kammerpräsident wahrend des Krieges zu wiederholten Maten bie rechten Worte gefunden habe, um den Stunden der Trauer oder der Siegesfreude Ausdruck zu verleihen. Auch habe er sich immer der Schwerz gegenüber sympathisch gezeigt. Der „B u n d" führt aus, die große Stimmenzahl, die Deschanel aut sich vereinigt habe, beweise, daß in diesem Augenblick der politische Kurs in Frankreich n» cht n a ch links gerichtet ist wie beispielsweise bei der Wahl Earnots, sondern mehr nach der Seite der Na* tionalisten und Mit.elparteien hin. Die „Neue Züricher Zeitung fdyreibt: Tie äußerste Linke schloß sich der äußersten Rechten an, welche genug hatte von Elemenceaus antiklerikalen Tendenzen. — Die sozialistische Presse erblickt in Deschanel einen Mann, dessen Auftreten weniger schroff Ist und der französischen Nationalversammlung dalrer geeignet erschien, die gaffenden Gegensätze zu überbrücken. Die großen wirtschaftlichen Probleme werde jedoch a u ch e r nicht lösen können. Verschiedene Zeitungen drücken ihr Bedauern über das Sclstcksal Eleineneeaus aus und erllären, daß die hervorragenden VciÄienste dieses Mannes in der Geschichte für immer fortleben werden.
Clcmcnceat:
Paris 19. Jan. (Wolff.) Reuter. In einer Unterredung erk.atte Clemenceau, daß er in einigen Tagen auf zwei Monate nach Aegypten gehe. Er werde keine Memoiren schreiben.
Der Relchslanzler über die Aur- lieserung.
Wie die Vossische Zeitung aus Rotterdam meldet, sagte ReichskauzlerBauerin einer Unterredung mit dem Vettr.-ter d.r United Preß, daß das deutsche Volk die Urheber von Kriegs- verbrcchen nicht ihrer Strafe entstehen wolle, daß es sich aber gegen die Auslieferung an Gerichte sträube, die aus früheren Feinden zusammengesetzt seien. Die deutsche Regierung werde nach Empfang der Liste der Aus uliefcrnden allen in der Liste auf geführten mitteten, daß ihre Auslieferung verlangt werde. Sie würden Gelegenheit haben, sich den ausländischen Gerichten freiwillig $u (teilen. Auf eine Zwischenfrage sagte, wie die Boss. Ztg. weiter berichtet, der Reichskanzler, es könne ein Bürgerkrieg entstehen, wenn einige Ange- llagte geiva.tsam ausgeliefett werden müßten. Er sei überzeugt, daß durch ein Abko mm en über bie Einsetzung unabhängiger Gerichtshöfe die deutsche öffentliche Meinung beruhigt werden könne.
Die heimkehrcnden Kriegsgefangenen.
B e r l i n, 19. Jan. (WTB.) Der Abtrans- Vort der Kriegsgesangenen aus Frankreich beginnt am 20. Januar. Zunächst werden die im linksrheinischen Gebiet beheimateten Gefangenen zuruckbesordert. Die ersten Gesangrnen treffen am 21. Januar ein.
500 Heimkehrer ans Vorderindien mußten wegen einer Influenzaepidemte in Port Said ausgeschisft werden.
Paris, 19. Jan. Zwei Schiffe, die zur Heimbeförderung deutscher Kriegsgefangener b stimmt fiitb, wetten in Havre bzw. Rouen am 21. Januar erwartet. Es sind alte Anordnungen getroffen zur imoerzüglichen Einschiffung von ungeiäbr 1500 Kriegsge angencn. Zwei weitere Schiffe werden in "St. Nazaire er
wartet und werden ungefähr 560 Offiziere und 700 Mann aufnehrncn. Am 22. Januar werden auch die ersten deutschen Züge auf den Linien Limburg. Mannlieim und Offenbach abahren. Aui der Linie über Düsseldorf findet die erste Abfahrt schon am 20. Januar statt.
Deutschlands Haudelsbeziehungen mit Viarokto.
Paris, 19. Jan. (Wolff.) Havas. Tas „Journal O f f i c i e (" meldet: Durch ein Dekret werden die Handelsbeziehungen zwischen Marokko und Deutschland geregelt, das Vvrschrcibt, daß Waren deutschen Ursprungs ober deutscher Herkunft einer Werttaxe von zehn oder fünf Prozent unterworfen sind, ferner daß sie eurer Spezialtaxe non zehn Prv-ent unterworfen werden, toenn sie direkt von Deutschland kommen und einer Spezialtaxe von fünf Prozent, wenn sie durch Vermittlung nach Marokko gelangen. — Wie wir von unterrichteter Seite hören, unterliegt es noch der Prüfung, ob Frankreich zu einer Regelung der Handelsbeziehungen Deutschlands mit Jranzösisä)-BiavosD auf Grund des Friedensvertrages berechtigt ist.
Zum Frieden mit Ungar«.
Paris, 19. Jan. (Wolff.) Graf Apponyi sprach gestern nachmittag vor Clemeneeau, Lloyd Gvorge und Nitti für Ungarn. Tas „Echo oe Paris" sagt: Der Graf versetzte die Zuhörer durch die -unglaubliche Gewondheit. mit der er der 9icilx nach französisch, englisch und italienisch in reinem Akzent mit volllommener Vollendung sprach, in Erslaunen. Er betonte die Nolwendigkeit, daß Ungarn seine natürlichen Grenzen behalten, seine Landwirtschaft und Jndusttie blühen müßten. Nach Beend-igung seines Vortrages überreichte Apponyi den drei Ministerpräsidenten zehn 9h)tcn. Eine Besprechung über seine Ausführungen fand nicht statt.
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Ei« Hilferuf an die Lüdafrikaner,
Pretoria, 15. Jan. (Wolff.) Reuter. Sm u ts richtete eiten leidenschast ichen Appell an das Volk Südafrikas, den von Hungersnot heimgesuchlen Ländern Europa». tn5* besondere den Kindern, zu helfen.
Die Reichrverordnung für Lnoerbs- lofenfßrjorge.
Berlin, 18. Jan. Die Reichsverottmung für Erwerbslosenfürsorge vom 23 April 1919 hat durch eine Verordnung des Reichsarbeitsministers vom 15. Januar 1920 eine durchgreifende Veränderung erfahren, nad)bem sie in einzelnen Punkten fd>on durch die Verordnung vom 27. Oft. 1919 verbessert worden war. Die wichtigsten Bestimmungen d:e er neuen Verordnung sftrd nach der „F. Ztg." folgende:
Das Ziel der Fürsorge ist im einzelnen Falle die Beendigung der Erwerbslosigkeit durch die Auf- Ttabme von Arbeit. Nur insoweit dieses Ziel nicht erreicht werden kann, sind Unter ft Übungen nach Maßgabe der folgenden Ißeflimmungcii zu ge* naliren: Erwerbslose, die feit dem 1. August 1914 in einen anderen Ort gezogen finb, sollen möglichst in den Wohnort, den sie am 1. August 1914 hatten, zurückkchren. Ihnen darf in einem anderen Orte die Fürsorge nicht länger als insgesamt vier Wochen- gewabtt werden. Kriegsteilnehmer, die unmittelbar nach ihrer Entlassung vom Heere unterstützungsbedürstig werden, ist die Fürsorge für die Dauer von höchstens vier Wochen an dem Orte, nach dem sie entlassen w ichen, zu gewähren, und zwar auch bamt, wenn txefer nicht ihr Wohnort ist. Zur Reise in den zur endgültigen Fürsorge zuständigen Wohnort ist t>en Erwerbslosen von der einütorileu für sorge pslichttg.'N Gemeinde freie Fahrt sowie eine angemrifene Beihilfe zu den R e i f eu n ko st en einichlißrch der Beförderung des Umzugsgutes aus Miiteln der Erwerbslosenfür'orge zu bermlligen. Die Fürsorge soll nur ar^ci ssähigm unb arbeitswilligen über 16 Jahre alten Pe sonen, di.' sich infolge des Krj-ges durch gänzliche oder teilweis.' Er- werbslo.igkeit in dürftiger Lage befinden, gttvahrt tvertxm. Eine bemerkenswerte Neuerung liegt darin, daß Erwerbslosigkeit nicht als Kriegsfolge anzusehen ist, wenn sie durch Ausstand oder Aus perrung iU>eriLn?genb verursacht ist. Beseitigt ist die selbständige Erw.-rbs- losenunterstützung verschittener gleichberechtigter Familienang.-l-cr'ger. Diese erhalten von nun an nur Familienzuschläge. Damit in Zusammenhang steht der Fortfall des bisherigen § 7, wonach weib- (idte Personen nur zu unterstützen sind, wenn sic aus Erwerbstä igl’eit angcw e en sind, und Personen, bereit früherer Ernährer arbeitsfähig zu- rüetkehten, keine Unterstützung erh.ckicn. Anstelle dieses 8 7 ist bestimmt, daß Ausländern nur bei verhüteter Gegenseitigkeit Erw.'rbslo,eitfür o ge gewährt wird. Mit der anderen Bel)ant>luns der mtterst ützungsberechtigten Famüienan gehörigen
stehtt auch die Aenderung der Höchstsätze für w ib- lidz Personen und der Fami ienzufchläge in Verbildung Diese dürfen d-as IVziW der den Erwerbslosen selbst gewährten Unterstützung nicht übersteigen Damit wird dem öfters gerügten Hebel ft ar.be gesteuert, daß Personen mit großer Famllie infolge Der Erwerbs osenunteruützrng sich besser ftanben. als roemi ’ie arbeiteten. Dte 'Narelle will fi'ärfer als lnsher di? Erwerbsloien- sü sor e als ii:en Ile ergangs b ch '.itt । im.e^en. Es r i 0 darer den Fü sorge-msschüs eu, d.nen dre Durü/>üyrung der Erlveroslosenfürwege urder Hin- znzlelTMlg von Vertretern der SirteIgeber unb Arbeitnehmer und die Entschechung üoer bie Fur- )orgertrrit:gfeiten obliegen, zur Pflicht gemacht, m engstei Zusammenarl eit mit den Arbeitsnachweisen darauf hinzuwirken, daß den unterstützten
Au» dem Uelche.
Ein Wechsel im Reichsschatzmintsterin«.
Berlin, 19. Jan. (WTB.) DaS als Nachfolger des zurückgetretenen Reichsschatzministers Dr. Mayer in Aussicht genommene demokratische Mitglied der Nationalversammlung Dr. Wieland ist wegen unlösbarer privat.r Bin düngen nicht in der Lage, den Posten anzmrehmen.
Das Recht der Prefle.
Berlin, 19. Jan (WTB.) Die vereimMM- großstädtischer ZeitungSvecleger oerlangr in einer <£ntiu)h<hung, daß Zei t u n g S der bo te auf G-nnd des Ausnahmezustandes niemals ohne Begründung und Befristung erfolgen. Ferner werden von Regierung und Parlament Garantien gefordert, die Presse und Zeitungsgewerbe vor dem Zustand völliger Rechtslofigkeü zu schützen.
Weitere Berhaftuugen in Berlin.
Berlin, 20. Jan Wie der „Berl. Lok.- Anz." meldet, wurden gestern außer Däumig weitere elf radikale Führer verhaftet, ba* runter Maltzahn von der Zentrale der sozialistt- sä)en Betriebsräte, eine Bezeichnung, unter ter sich der bekannte rote Vollzuysrat verbirgt. Tie bisherige Untersuchung hat, wie das Blatt meldet, das Bestehen eines fom munifttf eben Aktionskomitees ergeben, das verhetzend vor- geht. So wird zur Zeit ein kommunistisches Blatt „Der revolutionäre Arbeiter" in Berlin verbreitet, als dessen Herausgeber das geheime kommunistisch' Komitee zeichnet. Dieses veröffentlicht in ferner Nr 13 einen Aufruf, der dazu aufforbert, den Brandl)erd der proletarischen Revolution immer mein: zu schüren.
Einführung Schcidtmanns als Oberbürgermeiste» von Äasiel.
Kassel, 19. Jan. Heute fand die Einführung des ehemaligen Ministerprä ioenter Scheide mann in sein Amt statt. Er war im September zum Oberbürgermeister gewählt worden
Milderung der Äahnfpcrre in Bayern.
Berlin, 20. J^n. Laut „Bett. Tagebl." soll die Ba h n s pe r r e, die seit mehr a's fünr Tr^en in gmiz Bayern aufs schättstr durchaeftchn worden ist, von heute ab eine gewisse Etterch terung dadurch erfahren, baß je ein Pettonenzugs> paar aus allen Linien verkehren soll.
Erwerbslosen, mit tunlichster Be'ch'eunigung ge* innere Arbeit vermittelt wird. Alle eine längere Zeit Unterstützten sind der zuständigen Zentral- auskunftsstelle unter Angabe i rer Vmoendungs« jähigkeit namhaft zu machm. Die Vcroronung tritt am 1. Februar 1920 in Kraft.
Srjbetgers Prozeh gegen heifferich.
Berlin, 19. Jan. (Wolff.) Der Beleih digungsprozeß Erzbergers gegen den Staatsminister a. D. Dr. Heifferich wegen einer Reihe von Artiteln Helsferichs in der „Kreuz zeitung" und wegen der Broschüre unter dem Titel „Fort mit Erzberger!", der heute begann dürfte unter Umständen mehrere Women dauern. Der Zuschauerraum ist nur halb besetzt. Helfferick.und Erzberger sind anwesend. In dieser Woche wird am Montag, Dienstag, Donnerstag und Samstag verhandelt werden. Die Verhandlung beginnt mit der Vernehmung Hels-
53 erlitt, 19. Jan. (WTB.3 Im Prodeß gegen den früheren Staatssekretär Heifferich wegen Beleidigung Erzbergers bekannte sich Helfterich als Derjasser der unter Anklage gestellten Artikel unb Broschüre. Er wolle den vollen Wahrheitsbeweis anttcten. Darauf gelangen sämtliche Artikel Helfferichs in der ,,Kreuzzettung'" sowie die Erwiderungen Erzbergers in der „Deutschen Allge- munen Leitung" zur Bettesung, ebenso ^s Vorwort Helsserichs zu der Bvoschü« „Fort mit Er»° berger!" Um '/rl2 Uhr war die Verlesung beendet. Morgen soll mit der Vernehmung des Angeklagten begonnen werden. Hierauf wurde die Verhandlmrg vertagt.
Aus yesseu.
rm. Darmstadt, 16. Jaw Auf die dringliche Anfrage der Abgeordneten aller Parteien be- treffent) „Die Schulen im besetzten Ge- biet", bie veranlaßt war durch eine Rede des Vorsitzenden der interalliierten Kommission, uni in der die Ueberwachung der deutschen Schulen an- gefünbigf wird, hat der Bott'.tzende des Landesamtes für da 5 Mldunasween Dr. Strecker nun eine mehrseitige gedruckte Regierungsantwort folgen lassen, die zugleich als Appell an Herrn Oder vom- miiiar Tirard gelten soll unb in der auf die versprochene Gerechtigkeit und die wohlwollende Behandlung und besonders auch bar auf Bezug genommen wird, daß den Bewo-hnern die bürgerliche, religiöse und knlmrelle Freiheit zuaesichert wurde. 9hii eine Politik in diesem Geiste könne dem Revanche geist den Boden entziehen.
3ns dem besetzten Gebiet.
Für Die Dom Hochwasser Geschädiqteu.
Koblenz, 19. Jan. (WTB) Die vom Reichsministerium für die Hochwassergeschädigten im besetzten Gebiet berm.ligten 10 Millionen Marl werden folgendermaßen verteilt: Stadt Köln eine Millson, Regierungsbezirk Köln V< Mikron, Re gierungsbezirl Kob en; V® Million, Regirrungsb: zirk Trier V» Million, Regierungsbezi k Wie.'- baden V« Million. R" --rungsberirk Düfsttdor' i/2 Mill ön. Provin ialdirellion Man; Vs Mill.. Regieru.igsbezirk Piac, Million Brückentevf Kehl 150 000 Mark. Der Rest wird später nerteilt


