moteri<i[5, das auf Grmrd der neuen Klausel des Versailler Vertrages geliefert wurde, anwendbar sind, ein schließlich des Erlöses aus dem neuen Kriegsmaterial, das durch die Wiedergutmachungs- kommission verknust wurde.
Art. 9 gewährt Italien als Priorität ge- nenüber allen anderen Mächten das Recht, gewisse Summen zu K'baltei: und auf das, was ihm von Oesterreich und Bulgarien als Wiedergutmachung uni) Kosten der Besatzmrgsarmee geschuldet wiro, zu verrechne::
Art. >0 reserviert die Rechte Polens gemäß den Verträgen von Versailles und St. Germain inth b.jimmt, daß das Uebereinkommen auf Polen keine Anwendung finde.
< Art. 11 wahrt die Rechte der Länder, die Belgien vor dem 11. 11. 1918 Geld geliehen haben, und sieht Bestimmungen für die Rückzahlung dieser Beträge sofort nach Zahlung der Belgien auf Grund seines Prioritätsrechtes zukom- ntenbea 2V2 Milliarden vor.
Art. 12 wahrt die Rechte der Alliierten aus die Kredite, die sie gegen ehemals feindliche Mächte gewährt haben.
Art. 13 bestimmt, daß die Frage der gleichmäßigen Festsetzung der Kosten der Besahungs- armeen zurückgestellt wird, um mit den Vereinigten ©taeien besprochen zu werden.
Att» Sern lUicbc.
Beratungen in Regirrung und Parlament.
Berlin, 18. Juli. (WTB.) Amtlich. Das Kabinett ist gestern nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten, an der die aub Spaa zurückgekehrten Minister teilnahmen. Für die nächsten Tage ist folgendes Programm vereinbart worden: Am Montag und Dienstag wird das Kabinett Berichteüber die Beschlüsse von Spaa entgegennehmen. Am Dienstag abend ist eine Sitzung des Reichstagsausschusfds für aus- wärtigeAngelegenheitenin Aussicht genommen. Zu Mittwoch sollen die Ministerpräsidenten der Länder zu einer Sitzung eingeladen werden, und am Donnerstag findet eine Aussprache imReichswirt- s ch a f t s r a t über die wirtschastlichen Fragen statt.
Der Reichskanzler 'm Freiburg.
Freiburg i. Br., 17. Juli. (WTB.) Reichskanzler Fehrenbach ist heute abend kurz vor 10 Uhr von Spaa kommend hier eingetroffen, um an der morgigen 800jährigen Jubelfeier ferner Heimatstadt Freiburg teilzunehmen. Der Reichskanzler, in dessen Begleitung der Reichsfinanzminister Wirth war, gedenkt int Laufe des Montags nach Berlin zurückzukehren. — Aus Anlaß der morgigen Feier ist im Saufe des heutigen Abende das badische Staatsministerium mit bem befischen Staatspräsidenten Geiß an der Spitze gleichfalls hier angclommen. Die Universität Freiburg hat verschiedene Ehrendoktortitel vergehen, darunter au den bekannten Verlagsbuchhändler Geheimen Kommerzienrat Hermann Herder, an den Mitinhaber der weltbekannten Holz- bMrdlnng Himmelsbach, an dm Präsidenten oes badischen Landtags Rechtsanwalt Kopp und Im den Generalvikar und Domkapitular Karl Fritz.
Selbstmord
des Prinzen Joachim von Preußen.
Berlin, 18. Juli. (Wolff.) In einem Anfall von schwerer psychischer Störung, hervorgerufen durch den Druck allgemeiner und persönlicher Schwierigkeiten, hat Prinz Joachim von Preußen, der jüngste Sohn des vormaligen Kaiserpaares, am Samstag früh in der Villa Liegnitz die Wafft gegen sich gerichtet. Die Verletzung war so schwer, daß der Prinz ihr gestern nacht erlegen ist.
Eine Kund^bung Hindenburgs.
Hannover, 17. Juli. (Wolff.) Hindenburg wendet sich mit folgenden Worten an die Oefsentlichkeit: Gelegentlich meiner Belästigung durch einen Minderjährigen sind mir zahllose Beweise freundlicher Anteilnahme von einzelnen Personen, Truppenteilen, Behörden, Städten, Zeitungen, Parteien usw. durch Telegramme, Briefe, Karten und Blumenspenden zugegangen. So unendlich mich dieser Ausdruck woh wollender Gesinnung aus allen Kreisen des Vaterlandes erfreut, so wenig vermag ich leider mich überallhin zu wenden, und bitte deshalb, meinen tiefempfundenen Dank in Form dieser Veröffentlichung aussprechen zu dürfen. Das Bewußtsein, daß viele meiner Landsleute meiner treu gedenken, mildert in mir das schmerzliche Bewußtsein, der Kugel eines Deutschen ausgesetzt gewesen zu sein.
die
LevrnrmitMe«erung.
5ns dem besetzten Gebiet.
Kitte
L e-
ten 04(6, die die von der Regierirnn für die neue Ernte feft.gr R bien Preise für za hoch halten. Sic erklärten, daß sie zu solch hohen Preisen keine Erzruanisse abgeben wollten Auch halten sie den von der Regierung festg-cketzten Kartoffel- preis für viel zu hoch und wollen sich mit einem Preis von etwa 20 Mk. begnügen. Ferner verlangen sie eine Herabsetzung derP reise für Brotgetreide.
der Landwirte einiu». freit, so müßten diese Verantwortung für bte Folgen ablehnen.
Aus
Die Arbeitslosenfrage in Hessen.
oz. Bad Bildungen, 18. Juli.
Aktion zur Herabsetzung der hohen densmittelpreise füll auch hier unternommen werden. Sie geht von den Landwir-
Landes-Preisprüsungsstelle bet Cem Minißerckum des Innern miauet.
§ 2. Die LanDes-Pv isprüftmgsstelle bcfle./t au§ einem Vorirtzenden, entern stellvertretenden Vorsitze ttdeu nnb 16 Mitgliep-srn. Von beit letzteren, wird 1. die eine Hälfte aus bem Streife ber Warenerzeuger, der GvoßlKnbler und Kleinhändler, 2. die andere .Hälfte aus unbeteiligten Sachver- uäno-igen und Berbraucheru nach § 3 Absatz 3 der Vevotwnung berufen.
§ 3. Ter Vorsitzende der Landes-Preisprü- ftmgss'elle führt die laufenden Geschiffte, bereitet die Beschlüsse vor und trägt für ilyre Aussührimg Sorge. Er vertritt die Pr-stsprüfungsftelle nach; unsren, fi’Hyrt den Schriftwechsel imb unterzeichnet alle Schriftstücke namens der Prüftmgss.elle.
§ 4. Tie Art und Weisender Einladung zu einer Sitzung wird vvn der Landes-Preioprüfungs-- srelle feslgchtellt. Zur Gültigkeit eines,Beschlusies gelchrt, daß alle Mitglieder vorschriftsuMig ein- gelr:ben sind und außer dem Vvnitzeiröen ober dessen Stcllv-ertret-er wenig''üms je die Hälfte der Mitglieder der in 8 2 bezeichneten Gruppen erschienen ist. Tie Beschlütt'? werben nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmen gllckchhtt t_ ent scheidet die Äiimne des Vorsitzenden ober dessen Stellvertreters. Tie Verhandlung und Beschluhstlsfung sind nicht öffentlich. Artikel 56 Absatz 1 der Kreis- unb PvoviirsütlollMung findet entsprechende An- Wenbung.
§ 5. Heber jede Sitzung der Pveispcüftmgs- stelle ist von eurem beeidigten Protokollftihrer ein Pvo^'S^l austzunehmcn. Es nmß die n*eseMlichm Vorgänge erabalte?.i und ist Von bem Vorsitzenden und bem PvvdMlftihrer zu unterschreiben.
§ 6. Ticie Verordnung tritt mit bem1 Tage ihver Verküinvigung in Kraft.
Darmstadt, 18. Juli. Der Hessische Bauernbund hielt heute nachmittag hier eine Protrstversammlung ab, in der eine Entschließung gefaxt wurde, die verlangt, daß mit dem beschlen- nigten Abbau der Zwangswirtschaft Ernst gemacht werde und in der gegen die Verschärfung der Zwangswirtschaft bei der Getreide- erfasftmg Protest erhoben wird. Sollte die Regierung nicht gewilit fein, auf die berechtigten Wünsche
Auch Kautsky und Hilftrding twn den lln- abhüLaisen aus-cfch-lvfftn.
Wie der „Vorwärts" meldet, wurde auf der Bezirtskonfercnz der Unabhängigen für Hessen-Waldeck einstimmig eme Ent- !chließung angenommen, Kautsky aus der U. S. P. auszuschließen. Auch über den Ausschluß des Chefredakteurs der „Freiheit", „H i l fe r d i n g", wurde verhandelt.
Eine Erklärung Hurs.
Berlin, 17. Juli. (WTB.) Mr erhalten aus Essen folgende Erklärung des RckchStags- nbgojebneten Hu 6: Tie Nach)«. cck)t, der „Rhemifch^ Westsäliscken Zeitung", ich sei ostentativ als Pwtest gegen die Haltung ter RegierungKvettrtter Von Spaa a bge re i ft, ist fal sch Tie Michl eiltet Pwie'es lag mir völlig fern. Ndr e Mis,w? als Sochveri'tänbtger in yergarbdterfvfwjeii nw. erledigt. TeÄolb bin ich abgereift. Unbesch^ader meiner Auffassung von der m Gerietlm Trag'nxntv der uns aufgeyrnrngenen, Kvh^eikverpflichtimg bin ich der Uebery.eugung, daß die Rechertmys'oertreieL ihren Entscheid nach getoiL.-en^urter llebeilcgitiigi aller Politischen föonfeuqen?/e;t getrofren 'f/ibcn, ich auch von meinem Standpunkt als So^talift zu beachten lxrbe.
, Keine wirtschaftlich-!' RenglirSerung Süd- d-cntstlftands.
Die „DarmstädtLr Zeitung" schreibt: In der Presse wurde eine Rck^ des hessischen Staatspräsidenten, Herrn Ulrich, lebhaft kommerrtiert, worin dieser ausg-ckühtt hatte, e-3 seien in Krei'en des Reichswirtschaftsmiinskeckums Bestrebilng.'n im Gange, Hessen wirtschaftlich auseinander zu reißen. Solche Absichten bestehen im Reichswirtschaftsministerium nicht und haben auch nie beftanben. Berwa 1 ttmpsm aßaahmen, die zu dieser Vermutung anscheinend Anlaß gegeben haben, sind lediglich aiö verwalttmgstechnischen Gründen erfolgt, jedenfalls aber nicht in der Absicht, Ob*t= Hessen dem Kasseler Wirtschaftsgebiet und Rheinhessen an die Rheinlands anzuschließen. Insbesondere wurden die Reichs ko rnrnissan ade in Mannheim und Köln lediglich ans nÄrtfdbaftfidyen Gesichtspunkten heraus nach vorheriger Borstäudi- gung mit den beteiligten Kreift'n errichtet. Die berechtigten Ansprüche der nnzelnen in Bettacht kommenden deutschen Länder sind bst dieser Regelung so weitgehend als möglich berücksichtigt worden.
Industrielle Einschränkungen.
ds. Ob er stein, 1. Juli. Die Oberstein- 3barer Industrie steht vor einer schwewn Krists. Sämtliche Betriebe fraten dis Arbeitszeit bedeutend meist um die Hälfte, herabgesetzt. Die Stadt hat umfangreiche Notstands arbeiten in Angrift genommen. Der Stadtrat beschloß mit 7 gegen 5 Stimmen, die Notstandsarbeiter im Lohne den städtischen Arbeitern gleichzustellsn.
rm. Darmstadt, 18. Juli. Unter dem Vorsitz des Staatsprästbenten Ulrich fand am Samstag vorm>ttag in den Räumen des Ständehauses zu Darmstadt eine Beratung zur Hebung der weiter drohenden Arbeitslosigkeit u. der Beschäftigung Arbeitsloser statt, zu der die Vertreter der Behörden der Städte, der Arbeitsämter, des Handels, des Handwerks der Industrie sowie der Arbeitnehmer erschien«: waren, liebet die MöglickLeit der Beschäftigung Arbeitsloser in produktiver Tätigkeit wurden verschirdene Berichte erstattet und dabei die Ausführung großzügiger Anlagen mtb Pläne angeregt, wie u. a. größere Kanalbauten, Durchführung des Maur-Donau- kanals, der StichLanal vvn dem Rhein nach Darmstadt u. a. In der eingehenden Aussprache wurde das Recht und die Pflicht auf Arbeit besprochen und in erster Linie die Erwartung ausgesprochen, daß Industrie und Handwerk einen großen T^il der Arbeitslosen aufnehmen wird. Auch von der Stadt Darmstadt sind größere Pläne vorgesehen. Tie Gvundsrage bleibt aber bei allen Ausführungen die Geldfrage, ohne die sich nichts ausführen läßt- Auch hierüber fanden, längere Erörterungen statt intb es werden alsbald weitere Schritts geschehen.
Die Errichtung einer Landes Preiäprüfungs- stelle bei dem Ministerium des Innern.
Tie amtliche „DavnMdter Zeitung" bringt folgende Bekannttmrchung:
Auf Grand der 88 10 »und 3 Absatz 5 der Be- ■ kanntmachung des Mmdesrats ffiber die Errichtung von PvetsprüfungS^ellen und die Bersvrpungs- regelung vorn 25. Sept-rnL-er 1915 iReichs-Gesetzblatt S. 607) wird svlgen-des bei inmtt:
8 1. Zur Durchs'chrung der den Preisprüfungsstellen durch die Bekanntmachung des rats vom 25. SevtemLcr 1915 übertragenen Aufgaben im Bolksi-aot Hessen im all gemeinen und zur einheitlickien Zusammeirfaftung der Tätigkeit sämtlicher Preislprüfungsstellen Hessens wird eine
Die Flagge unter Kontrolle.
df. Mainz, 17. Juli. Die Hohe Kommission hat bestimmt, daß das Flaggen aller Fahnen in nationalen oder anderen Farben ohne Anmeldung bei dem Kreisdeiegierten 48 Stunden vor dem beabsichtigten Hisien verboten ist. Die Kommission verlangt jetzt sogar die Angabe barüber, aus welchem Grunde geflaggt wird und die genaue Angabe, wo die Flagge erscheint.
Ams Stadt «ttö Land.
Gießen, den 19. Juli 1920.
Frauenarbeit im Dienste der technischen Nothilfe
lautete das Referat, das Frau Emmy Retzlaff in einer Mit^liedecv-rammlimg des Gießener Hausfrauen Vereins am 8. Juli brachte. Ausgel-end von der Entstehungsg-efchichte der Technischen Nothilfe, welche im JalM 1919 während der dauernden Berlins Streikunruhen als sogenannte „Technische M:estung^^ ftrs Leben gerufen nnirbe, um ixunt durch das Reichsministerium ves Innern zu einer zivilen Organisation ausgcbaut zu wcrdeir, kam die Rednerm auf das Streikrecht als solckies zu sprechen.
Tas Streikrecht besteht und ist als berechtigt aitcrfcnnt worden. Aber jedes Recht findet seine natürlichen Grenzen da, wo Lebens- bebütgung und Gesundheit der Allgemeinheit ge- fähibet toerben! Zu einer Stillegung der soge- uaimten lebenswichtigen Betriebe, als Elektri- zitäts-, Gas- inrb Wasserwerke, bars es niemals bd einem Generalstreik kommen! — Auch darüber hinaus müssen einzelne Betriebe unbedingt aufrecht erhalten toertxn: so die Külftanlagen, Schlachthäuser, Zuckerfabriken, Bronnereierl, Mühlen, Transport von rerdeichlick-en Lebensmitteln und ix*r Handel mit ihnen die Totsnbestatttmg und ebenso der uneingeschränkte Kranken- hausbetrieb.
Fürstin uftv. leger ebenfalls in guten Hängen. Nicht ganz auf txr Höhe wavm die Leistungen des, übrigens auf die Hälfte reduzierten Chors, namentlich im Trnz, der bekaninttich |ü viel BLeutung tit j^cr Operette hat.
Schließlich muß noch des Orck-esters gedacht werden, d.is unter fieitimg ■oon Kapellmeister Ro- ther seins nick« leichte Aufgabe (b^rmdercr Wert ist auf Rykbmik und Schittiecung zu legen! im Ganzen recht gut löste. Dem Schlagzeug wäre hin und xxy.e;<x otwrs mehr Zurückhaltung invyn» empft^cken.
Das ausverkauste Haus spendete den Gästen reichen Beifall. Vielfach wurde b^etnert, daß dem Wunsch nach Medeiholung einiger „Schlag.-r" nicht entsprochen wurde. * Wa.
— Kun st der st eigerungen aus der Fran ks u r t e r M e s se^ Ein Unternehmen, des bem Kun st handel neue Wege eröffnen wirb, sind die großen Sun ft uer ftei gerungen, die im Zu- sannnenliang mit der Frankfurter Kunst-Messe geplant werden. Wie Prof. G'vrg Biermann in dem vmi ihm herausgegcbenen „Cicerone" mit» teilt, werden diese Künstler steigennige" nicht wie biSl)er Waren aller Art, olyitc Rücksicht auf die Qualität, annehrnen, sondern die Fcankfutter 5ttmst-Messen werden nur solchen Mrnsttverken offen steh-sn. die oortyn durch ein aus hervvr- ragrndrn Fachmärmsrn bestehendes Sorbverstän- digni K l egüm g^p- .f sind. Dem Sachperstän- digen-KoUegium ijt ein Taxatiow-Xrmt awgess ie- bert. in dem 3 Vertreter der bedeurendsten Fmnk- sutter Simfttiani*uyflen tätig sind. Die Herbst-
Etrtzrnrr Stadttheater.
Gießen ,ben 19. Juli.
Dvr Esardasfürstin.
Gastspick dos Stratsth^iters Wiesbaden.
Erblich Ty.t auch Gieren seine Erstauffü'hrrmg der „Csa^-assürstin" gehabt nachdem sie seit einigen Ja'lMm mit größtem Erfolg über alle Bühnen aegomgen ist. Tie Csardrsfürstin gehört zu den wenigen guten mobemen Operetten und steift fast auf ter Stufe der klassischen Stvauß'schen Operette. Es war sel)r anerßennenswert, daß die Dl-saler- lethmg keine Kosten gescheut hatte, der Csardasfürstin durch ein gutes Enftunble und voll besetztes Orchester eine tveffliche Aufführung zu sichern.
Das Libretto (von Le.) Stein und Deka Jen- back;) ist, wie g-emöTmlid), bei Operetten, recht banal. Es beljaiWil ein Liebesspiel zwischei dem jungen Fürsten Gduin Ronald lütb der Tänzerin Sylli-a Lareseu, die er im Orpheum heiratet, um sie noch in letzter Minute von einer Tournee nach Amerika -wückzuhalttn. Mm tömmen die Michen Berwick- Urngen in Gestalt einer, von dem alten Fürsten projektierten, standesgemäßen Berlolnmg. et)Iba glaubi sich betrogen und fingiert eme Eh'mit einem Freund des Fürsten, um diesen yu prüfen. Die Verwicklungen häufen sich, bis sich endlich alles in Wohlgefallen auflöst und die (KMMrligkeitSfrag^ sich burck: die überrasckxmde Mitteilung ere lgt, daß auch che Gattrn des alten Fückten eme Chansonette geioefe-n. Ten Nomen „Csardasfürstin" behält aber Svlva ttatz allem. .
Eine rei-eilde, aipprechen^e Sinnt hat Ein
geschrieben, die Anspruch auf musikalischen Wert hat. Tie seschsn Walzer, namentliche das „Torrzen möcht ich", das sich fast wie ein Leitmotiv durch die ganze Op'rette hin zischt und auch den Abschluß bildet, haben etwas Packendes an sich, ohne trivial zu werden. Auch die anderen Tanzmelodien „Die Mädis van Chantant", „Machen wirS den Schwalben nach", Tausend kleine Englein singen" und wie sie alle heißen mögen, sind nicht mit Unrecht so populär geworden. Sdhr fein Vettveni et sind die originellen ungarischen C'aradSrytdmen. lieber» Haupt darf der ganze musikalisch' Ausbau als vall- kammen gelungen bezeick)net ivecben.
Die Aufstll/rung durch ste.s Ensemble des Wiesbadener Staa'.sthsaters (Spielleitung Eduard Me- bu5) war recht gelungen, da die Hauptrollen in guten Händen lagen. Die Vertreterin der Titelrolle, Martt-a Bommer, sesftlte stimmlich wie fckoau- spielerisch gleich stark und verkörperte die geleierte Bcstlerina mit künstlerischem Gesckvnack Ihr Partner, Heinrich Schorn, als junger Fürst, ftand stimmlich wie es sckxien in F)lae einer Indisposition, nicht ganz auf gleicher Höhe, gew.rnn aber namentlich im zweiten und dritten Akt durch sein ausdruMoolles Spiel. Eine rett-urbe Svasi war Th. Müller-Reicdel, und B-rckhard Herrmann stattete den (Strafen Boni mit köstlichem Humor aris, wobei besonders hebvorzühsben ist, daß er als Einziger den typisch unoarischsu Akzent in Sprackie und Be.v-gung bel)srrschle. HrnS Sern* Höft als Feri Brcsi und Eduard Me^bus, der da» Spiel leitete, als Fürst, fixireii ebenfalls gute merich Kälm^.n zu diesem recht schwachen Text Vertreter ihrer Rollen. Die llemeren Part-ecu der
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Kunftmesse eröffnet ilyre Aus-' ellung in den wun- dervallen Mumen des RöurerS bereits am 25. September, einige Tage vor Beginn der ei-gvMichen Messe. Tie Verweigerung fiitbct bann in der letzten Meßtagen im Kaifersaal dss Römers statz Ein weseirtlicher Teil des erzielten Gewinnes flieh der Kunstpflege der Stadt ' .
zu. Eines der Hanptverdienste dieser Frankfutter Kirnstmesse ist es, daß sie bent Kunstchandcl neue Kauferscharen zuführt benn die Messen bringen ein zahlreick^s Vaufttäftiges Publikum noch Frankfurt. Dmrn kommt für die neuen Messe Abcktionen lftnzu, daß wirtlich erste Kenner dahinter sdehcn und der Bietend? die Gewißheit erhält, nur mirf1 lich gute Ku ns. wäre m erhalten. „Tie neuen Kun stauktioneu der Frankfurter Messck', sagt Biermann, „haben aber neben allen Vorteilen, die sie gerade dem deutschen Kunsthandel für den Verkauf feiner Ware bieten, noch einen großen ideellen und praktischen N-ttzcn für bte deutsche Kunstpflege. Denn ihr Erlös fließt nicht in die Taschen des ei-nzelnert Unternehmers, fmtbftn kommt den städtischen ©ammlnngen, dem Neuausbau des Frank* furter Kunstlebens im weitesten Sinne zugute. Gelingt es aber Den berufnen Persönlichkeiten, die an der Spitze dickes Unternehmens ffe'xm, das Berttauen weitester Kreise für den Gedanken und die Qualität dieser zweimal Jährlich stattfindcaden Bersteigerungm der Kunstmesse zu gewinnen, dcnm wird auch ba» Auslanb nicht zirrückstehen, fw vielmehr sehr sckMll daran gewöhnen, einen Teil seines Bedarfes an erstklassiger Ware regellnäßtg in Frankfurt zu decken."
Taß es beim Generalstreik im März 1920, entgegen ber Parole be r Streikleitung, zu Streiks in Wasserwerken gekommen ist, daß somit in Krankenl-äusern die notwendigsten Verrichtungen unterlassen werden mußten, ist ein direkter Rohheitsakt.
Mit allen Mitielic muß deshalb die Wicder- holung solcher Aussckyteitungen vcrWtet werden. Tie Regierung wird bei einem. Wiederausbruch des Streiks im vollen Bewuchsein ihr<tt Verantwortlichkeit, in Zukunft dafür sorgen, bafe in Id'-endTuid’itigen Betri.-ben nicht gestreikt rvird. Tiesetbe Parole werden die Gckoerkschaftsführer ausgebcn. sofern es ibn’n gelingt, die zur Auf- rechtetlxllttmg der Notsduv-sarbeiteit erforderlichen oacha weiter in der Hand zu behaldeir, — was fick) bisher häufig als eine Täuschung herausgestellt hat.
Tie Technische Nothilse tastet, wie schon eingangs erwähnt, das Stveikcecyt in keiner Weise an, sie ist keineswegs eine Streikbrecher-Organisation, wie dies lftiufig behauptet wird! Aber sie wendet sich mit aller Energie gegen den M i ß- brauch des Sti.-eikrechts in dem Moment, nw die Be nichtung von Menschenleben und.-unersetzlick)en Lebeusgütern droht, wo NotstandSarbeiten unter hetzerischem Einfluß unterbldben und damit den Arbeitern selbst für die Zukunft die Arbeits- mögttchkrit genommen wird!
Frauenarbeit kann in Streiktagen unendlich viel Nutzen stifte::, deshalb muß di- Organisation der Technische:: Nothilse wissen, daß ihr lftlfsbereite weiblich? Hände und Herzen zur Bersüg'tmg stehen, daß sie jederzeit auf diese Sa- manteimnrn im Dienste der chri,Lichen Nächstenliebe zählen fcmn.
Daher ergeht an alle Frauen der Ruf: „Helft im Rahmen Eu.er Zeit und Eurer Fähigkttt." Es wird sich btt künftigen Streiks voraussichtlich immer nur um eine kurze Spann? Zeit drehen, t in welcher die Hilfe in Anspruch genommen wird! | Die Technische Nothllfe Ceirnt keinen Unterschied Wit Stand, Beruf, noch 5?onfession, ebenso keinen Patteiuntersch«ed — sie übt eine Art Rote-Kreutz- Tättgkeit ün Dienste des Dolksganzcn. — Wir Foauen können rnitwttken als Gehilftnnen im Bureaudienst, am Fernsprecher, bei Berkehrsein- tichttm-gen, Leb-knsmittel^.'riensttllen, in Kranken- Häusern, in Ha:rdr?iüMNg bei Verpflegung ber knännlichen Nothel fer, als Drtvnerimten, utm> na- m«ttlich> durch hauswirlschaftüche Tätigkeit bei ber Beköstigung der in den Betrieben arbdtenben Nothelfer. Gat:z beso:tders ausgrdehitt ist auch das Feld der Notl-elferinnen bei landwirtschaftlichen Betrieben, nanr.'ntlich, wenn Borkenntnisse für ßair.xrrbdt, Molkerei, Brehplege und Melken vorhanden fiitb! i
Tie Nothelsevinnst sind nicht ehrenamtlich beschäftigt, fonlKm sind bezahlte Arbeiterinnen denm während der Einberufung neben freier Becplegung evtl, auch Unterkunft Sihrt wirb. T^e Helferinnen erleiden keinerlei oder Gehaltseinbußen, fonbmt noch die Bezahlung derjenigen Arbeitskvaft, di- sie ersetzen. Gegen Unfall und Krankheit tverden sie versichert! — AirS den ,,Berp-lschtungSscheinen", die snvM Ost-Anlage 111 (Bmnau der Techn. , Nokhilfei als auch Stephansttaßs 27 parterre zu haben si:Ä>, fmb' alle Einz<ll)eib?n der Be'ingungen zu ersehen! — Möchten recht viele deutsch- Fvauen aller Stande sich freudig und hilfsbereit der Technischen Nothilfe zur Verfügung stellen!
Veranstaltungen.
Montag, 19. Juli: Caf6 Leib, 81/4 Uhr, öffentliche Verfammlmig des Mietervereins. — Hotel Einhorn, 83/4 Uhr, Gastspiel Buckevald. — Lichtspiele, Selterswsg, ..Die SeimbvrwM" un6 „Der rote Club". — Lichtspielhaus wie gestern
** Ausgabe von Käse. Morgen wird in den Verkaufsstellen der Möllere: Grieb, Bismarck- sttaße, Plockscraße imb Frankfurter Straße, an die Bezirke 4, 7 und 9 Käse ausgegeben. Aus einen Anteil entfallen etwa 100 Gramm (Preis 6,40 M. das Pfund).
*♦ Aussicht über bi e Hunde. ’Wie uns von zustä:tdiger Seite mitgtteilt wird, ist die Polttciverordnung, betreffend bi? Auflicht über bic .Hunde in ber Stadt Gießen feine „bureauttatisch Verordnung" der Neuzeit, fonbern bereits im Jahre 1912 mit Zustimmung des hiesigen Tier- schntzvereins erlassen worden. Solange noch Klagen über richestörendes nchchllich's Hundegrheu! und über Beschiädimlngen der städtischen Anlagen durch frei unfberüiufenbe Hunde laut werde::, sowie Be- 1 schwerde über bissige Hunde gesirhrt wird, muh auch diese Polizeivevordnung wie so manch)« andere, I die durch den langen Krieg in Versesseüheit ge- I raten ist, gelegentlich in Eriimerung gebracht werden.
** B e si tzwechs el. Es wurden vettkuft das der Frau Göh. Hoftvat Haufen gehörige Haus, Löoersttoße 21, für 125 000 Mk. und das dlmvesern des Heinrich) Zughatt-t, Wlh?lmftv.rß? 5, für 80000 Mark.
** Was schulden w i r unseren Gefallenen? lieber dieses Thema wird am Dienstag abend 8 Uhr im Hotel Großber- zog Dr. H. Schneider-Gießen sprechen.


