Ans Vein ReicHe»
DK Bildung eirus „Landes Thüringen'.
Erfurt, 17. April. (WTB.)Die „Thüringer lAllgemeine Zeitung" erfährt: Bei der Reichs reg ierung ist ein Antrag der thüringischen Staaten auf Bildung eines,Landes Thüringen" unter Ausschluß der preußischen Gebietsteile eingegangen, weil deren Bevölkerung sich dagegen erklärt. Den Antrag hat das Kabinett bereits beschäftigt. Die Einbringung der Vorlage beim Reichsrat und im Parlament steht unmittelbar bevor.
Aus der Deutschnationalen Volkspartei.
Graf Posadowsky teilte dem Landesverband Merseburg der Deutschnationalen Bolkspartei mit, er wolle für die nächste Reichstagswahl nicht wieder kandidieren.
Der stellvertretende Vorsitzende der deutsch-nationalen Fraktion in der preußischen Landesversammlung, Abg. v. Kar- dorff, ist aus der Deutschnationalen Vvlkst- partei ausgeschieden und hat fiif)i der Deutschen Volkspartei angeschlossen.
Revolutionäre Studenten vor dem Voltsgericht.
München, 17. April. Bor dem Münchener Wolksgericht hatten sich vier Studenten und eine Studentin, die in der Zeit der Münchener Räterepublik Mitglieder des sogenannten revolutionären Hochschulrates gewesen warm, unter der Anklage des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, der Beihilfe zum Hochverrat, der Beamtennötigung und Ausübung eines öffent- lichm Amtes zu verantworten. Der revolutionäre Hochschulrat gründete sich anfangs April vorigm Jahves, um die Münchener Universität im Geiste der Räterepublik umzugestaltm. Die Angeklagten ließen auf dem UniversitätsgÄ»äude die rote Fahne hissen, erklärten die Universität für geschlossen und verlangtes! unter Androhung von Waffengewalt die Auslieferung des UniversitätssiegelÄ und die Aushändigung der Senatsakten. Sie er* ließen außerdem eine ganze Reihe von Bekanntmachungen und Beschlagnahmen. U. a. verfügten sie die Sperre der Gehälter der Professoren. Ursprünglich war auck die Absetzung der Professoven und Beamtm der Universität verkündet worden, doch ergaben sich in diesem Punkte so viele Schwie- rig Beiten, daß man sich sofort zu Zugeständnissm bereit finden mußte. In der Beweisaufnahme, zu der eine Reite von Professoren und Beamtm der Universität als Zeugen geladen warm, wurde dm Angeklagtm das Zeugnis ausgestellt, daß sie sich nicht von selbstsüchtigen Motiven hätten leiten bissen, sondern zweifellos geglaubt hätten eine kulturelle Tat zu vollführm. Auf Grund des Derhandlungsergebnisses hielt der Staatsanwalt lediglich die Anklage toegen Beihilfe zum Hochverrat aufrecht und beantragte Festungsstrafen von je zwei bis drei Jahren. Das Urteil lautete auf Festungshaft von je 1 Jahr drei Monaten bis 1 Jahr 6 Monaten, unter Zubilligung der Bewährungsfrist nach Verbüßung von je drei Monaten der Strafzeit. (F. Z.)
Warenbörse kam es zu einem richtigen Preissturz; es tofrete vorr ungebrannter Kaffee 25,40 Mark das Kilogramm, kondensierte Milch, die vor 14 Tagen no<b die Kiste (48 Dosen) mit 540 Mark bezahlt wurden, kostete 450 ML, Reis 15,50, Kakao 27 Mk., Makkrroni 10 Mk. das Kilogramm. Auch Hülsmfrüchte waren billiger, gute holländische grüne Erbim wurden mit 720 Äs 740 Mk., braune Bohnm mit 800 Mk., Linsen mit 1150 Mark, Ackerbohnen mit 500 Mk. die 100 Kilo angeboten. Obwohl reichliches Angebot vorhanden war, kam es nicht zu größerm Abschlüssen, weil mit einem weiteren Sinken der Preise gerechnet wird. Es sind verschredme Ursachen, auf die dieser Preisrückgang zurückzuführm ist. Da ist einmal die merkliche Besserung unserer Valuta, die auch weiter anhält und natürlich neue Waren nach Deutschland bringt, dann die angekündigte schärfere Ueberwachung der Einfuhr, die ollen Machenschaften auf künstliche Warmknappheit ein Ende bereitet. Alle Läger, die aus spekulativen Gründen unberührt blieben, werden geöffnet; man will sich doch schließlich nicht die teuren Sachen nach dem 15. Mai beschlagnahmm lassen. Der Preisrückgang wird sich natürlich dadurch verschärfm und immer mehr Ware an den Markt bringen, was der Verbraucher mit Freuden begrüßen wird, denn für ihn warm doch die jetzt geforderten Preise meist unerschwinglich.
() Marburg, 18. April. Auf dem gestrigen Wochenmarkt sanken die Preise ganz rerheblich. Während vor acht Tagen z. B. noch 10 Mk. das Pfund gerechnet für Zie- genlammchen gefordert wurden, betrug der Preis gestern nur 6 Mk. Spinat ging von 2 Mk. auf 1.20 MH., und Rhabarber auf 80 Pfennig herunter.
s.w. Mainz, 19. April. Die Spargelernte hat jetzt allgemein eÄrgesetzt. Der Prris von 6 Mk. ist bereits auf 3 ML bis 2,50 Mk. gesunken.
ma. Mainz, 17. April. Der Preis für Schweineschmalz setzt seine Senkung fort. Es wird seit gesbem un Kleinen bereits zu 17,50 Mark das Pfrato verkauft.
ch. Bingen, 18. April. Die Spar- gelmärkte in Rieder-Ingelheim und Heidesheim Ihaben ihren Anfang genommen. In Ingelheim tourten für den Zentner Spar- geln 1. Sorte 460—480 ML, 2. Sorte 230 Mark, in Heitesheim für den Zentner Spar- geln 1. Sorte 500 ML, 2. Sorte 250 ML erlöst.
Die Frist zur Zahlung der Getreidehöchstprämien.
Berlin, 18. April. (Wolff.) Da &ie politischen Unruhen und die Verkehrsstörungen der letzten Zeit die Ablieferung des Getreides sehr erschwert 'haben, wurde die Frist für die Zahlung von Höchstprämim von 300 Mk. pro Tonne Brotgetreide, die ursprünglich bis 15. April beschränkt war, bis 15. Mai verlängert. Dementsprechmd ändern sich auch die übrigen dazu erlassenen Bestimmungen der Reichsgetreidestelle.
Deutsche Nationalversammlung.
Berlin, 17. April.
Präsident Fehrenbach eröffnet btc Sitzung um 1.20 Uhr.
Die Interpellationen Dr. Loerfeld wegen Eupen und MalmedH und diejenige Bacveckes w?gm des Turchgangsveröchrs nach Ostpreußen hxnten von der Regierung in den nächsten Tagm betmte trortet werten.
Es folgt die 2. Beratung des Gesetzentwurfes betreffend Aenderung des Gesetzes über Mochm- hilfe und Wachens ürsorgc.
Abg. Frau Zietz (USP.): Tie vorgesehenen Beihilfm sind ganz ungenügend bei dm jetzigm Preism. Rednerin befürwortet entsprechend: Anträge.
Ter Reichsfinanzminister beziffert die Beträge, die durch einzelne dieser Anträge gefordert w:r- ben, auf mehrere Millionen. Es sei unmöglich, heute darüber zu beschließm.
2lbg. Frau Schröder (Sr^.) als Berickst- erftatterin betont, daß der Gesetzentwurf nur den dringendsten Notständen ab'helfen soll. Mehr fei zur Zeit nicht möglich.
Ter Gesetzentwurf wird in der Ausschußfassung unter Annähme einiger Anträge Zietz angenommen. Weitere Anträge Zietz werten abgelchut.
Es folgen Berichte der Ausschüsse für Volkswirtschaft, für Petitionen und für soziale Ange- legmhciten. Ter Gesetzentwurf bett, bi? Wochm- hilfe wird noch in dritter Lesung erledigt.
Nächste Sitzung Montag 3 Uhr: dritte Lesung des Vorschulengesetzes, Militärverforgungs- gefetz. Schluß 2»/. Uhr.
Xus StaW und Land.
Gießen, ten 19. April 1920.
Der Preissturz.
Die,Düsseldorfer Nachrichten" berichten: Die sprunghafte Preissteigerung am Warenmarkt, wie ftc die ersten Monate dieses Jahves brachten, scheint nunmehr von einem efenfo plötzlichm Preisrück- gang abgelöst zu werten. An der letzten Kölner
Gültige Lebensmittelmarken
für die Zeit vom 19. bis 25. April 1920.
Brot: 1850 Gr. Brot ober 1370 Gr. Mehl. Bwt Kg. 1,25 ML; 80 Proz. Weizenbootmehl Kg. 1,50 ML; 90 Prvz. Weizentevtmehl Kg. 1,44 Mk.
Butter: Marke 16: 125 Gr. Margarine zu 2,25 Mk.
Fleisch: Wvchenabschnitt 16; Metzger für Frenche: Carl Pirr, Neuen Bäue 12.
Zucker für April noch nicht eingetnoffen.
N ährmittel für Aprll noch nicht ein- getvoffen.
Nährmittel und Zucker für Zuge- zvgene: H. Arnold Nachf., Kaiser-Mlee 19, ©e&r. Noll, Bahnhofstr. 6, Konsum-Verein, Verkaufsstelle 11, Frankfurter Straße, Gg. Wallensris, Marktplatz 21, Ehr. Bieker, Neustadt 65.
Zucker für Kranke: Ehr. Bieker, Neu- ftabt 55.
N ähr mittel für Kranke: Wilh. Haas, Bleichstraße 18.
Me h l für Kranke: Kg. 1.80 Mk. G. Geisse, Seltersweg 2.
Nährmittel und ZuckerfürFremde: Emmericher Warenexpedition, Seltersweg 59.
Sei fe: Marke für April: Anteil 125 Gr. K.-A.-Seifenpulver das Pfd. zu 2.10 ML
Veranstaltungen.
Montag ,19. April: Sbadttheater, 7 llhr, Ter Arzt am Scheidewege. — Einhorn, 71/2 Uhr, Strack-Bellachini. — Lichtspieltheater wie gestern.
*
** Amtliche Persvnalnachrichten. Das Ministerium des Innern hat im Einvernehmen mit dem Ministerium ter Finanzen auf Grund der Reichs Verordnung, betr. Kraftfahrzeuglinien, vom 24. Januar 1919 und ter hessischen Ausführungsverordnung dazu vom 25. April 1919 der Gesellschaft m. b. H. „K ra f t w a ge n b e - trieb Ulrichstein—M ü cke" in Ulrichstein unter Vorbehalt l-eterzeitigen Widerrufs die Erlaubnis erteilt, zwischen Ulrichstein und Mücke Personen mittels Kraftwagen gegen Entgelt) zu bcsör-
Die Gräkm.
Roman von G, W. App le ton.
^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 25.
Na ja, der Brief, ten ftc mitbrachte und ter an „Herrn Wilhelm Mimms, Hochwohlgeboren"' adressiert war. Da is er, Herr Doktor, les-m Sie ihn selber!
Ich näherte mich einer Stra^nlatune und las auf einem schmutzigen halten Briefbögchm daS Folgende:
Geehrter Herr!
sobald ich das Vergnügen haben inerte, Sie wieder zu sehen, tonte ich Ihnen erklären, toarum ich Ihr Haus so rasch verlassen habe Dann werten Sie sich nicht mehr darüber wundem. Seien Sie so freundlich und g>ten Sie Der lleberbringmn — meiner Kammufrau — die Kleider und übrtaen Sachen, die ich bn Ihnen zurückgelassen habe, da ich sie sehr notromSng brauche. Hochachtend
Frau Latimer.
Ich schaute zu Mimms auf und lächelte. Er lachte seinerseits recht v'rtehmlich.
Wofür hat sie mich eigentlich gehalten ? iagt" er. Tie muß sich tenten, ich sei ’m verflucht s
grüner Junge, ter noch nich trocken hinter das der Ohren ist. „Mit Wilhelm MimmS treiben Sie nid) j Gr Schindluder, Madam," sag ich ihr; „machen Si. ' Br
sich aus die Socken, Madam, und zwar etwas plötzlich! Sonst versetzen Sie mich in die schmerzhafte Notwendigkeit, die Polizei zu tenachrickstigm, unter deren Anordnung ich jetzt zu hanteln Vie (Stym habe." Daraufhin wirft sie mir eine frech’. Bemerkung an ten Kopf unb sagt, ich weite recht bald wieder von ihr hören, sagt sie. „Nur nick zu bald, Madam," sag ich in ganz ernstem Ton. „in Ihrem eigenen Interesse." Also steigt sie wieder in ihren Wagen, und ter fährt ten weg, da kommt zufällig mein Freund mit seinem Wagen an gefahren — ich hab' Ihnen von ihm erzählt —, um eine Tasse Dee bei mir zu trinken. „Tommy," ag ich, „Tommy, alter Junge! Folg tem Wagen »! Wenn du mir sagen kannst, wo er hinfährt, ind dir fünf Sclnlling sicher." „Is recht, Wilhelm," sagt er, „ter Tee kann ivart.’n," und los fährt er, hinter tem anderen Wagen her. Das is erst vor ein paar Minuten passiert, und so hab ich mir gedacht, ich sollte rasch mal heruuter- teinten, Herr Doktor, und es Ihnen fag?n. Freut mich, wie gesagt, daß ich Sie noch erwischt hibc.
Mich auch, Herr Mimms. Sie haben sehr klug gehantelt, berat ter Bries da ist gar nicht von ter Gräftn geschrieben. Es ist nicht ihre Handschrift.
lich is eris nich. Das hab' ich schnell wie 5 gefeten. Mein' Alte is bei ।nettem kein: 0 m gerate, wie loemt si' einen .tt Madame Mimms unterf(breiten wollt',
dem. — Das Gesamtmtntsterium beschließt: Der Regierungsrat Linkenheld wird mit Wirkung vom 15. d. Mts. von dem Amte eines Staatskommissars für die wirtschaftliche Demobilmachung entbunden. Der Ministerialrat Dr. Wagner wird zum Staatstommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung mit Wirkung vorn 15. d. Mts. ab bestellt. — Ernannt wurde am 12. April ter Privatdozent an der Technischen Hochschule in Darmstadt Dr. Friedrich Behn, Direktorialassistent am Römisch- Germanischen Zentralmuseum in Mainz, auf Antrag der Technischen Hochschule zum Professor. — Die Stelle eines Staatskassesekretärs und eine Steueraufseherstelle in Friedberg sind erledigt. — Die bisherige „Generaliezeptnr dos Mainzer Lbiv= versitätsfonds" hat anstelle dieser Benennung durch Entschließung des Landesamts für das Bildungs- »vesen vom 14. April 1920 die Amtsbezeichnung „Rentamt des Mainzer Universitätsfonds" erhal- (ten. — Ernannt wurde am 8. April der Derwal- Itungspraktikant Heinrich Weinel zu Büdingen zum Kreissekvetär. — Heber tragen wurde am 23. März dem Lehver Friedrich Herrmann zu sSösgesäß eine Lehverstelle an ter Volksschule jai Offenbach — Entlassen wurde die Lehrerin an ter Volksschule zu Gießen Auguste Schneider, geb. Haggenmüller aus tem Schuldienst sowie die Lehrerin an ter höheren Bürger- (Mädchen-) Schule zu Alsfeld Elisabeth Feick. Am 17. d. Mts. tourte Herr Friedrich Leo zum Vorsteher des -Ortsgerichts ernannt.
** Ans dem St ad 11Heater büreau. Ein hochinteressantes Gastspiel bringen uns am nächsten Mittwoch abend zwei ter allerersten Künstler des Neuen ThAllers Frankfurt a. M. Frl. Leontine Sagan und Herr F. W. Schröder in der Komödie in 6 Akte?! von Peter Nansen „I u - diths Ehe". Dasselbe Gastspiel hat vergangene Woche in Marburg einen ganz außerortentlichen finanziellen und künstlerischen Erfolg erzielt, und es ist zu erwarten, daß das Gleiche hier ter Fall fein wird. Guter Besuch ist umsomehr zu wünschen, ba die Ansprüche gastierender Künstler in ter letzten Zeit ganz außerordentlich in die Höhe gegangen sind und nur bei wirklich gutem Besuche mich weiterhin — namentlich im Sommer — ähnliche Aufführungen stattfinden können.
** Volkshochschule. Das 3. Semester, das am Montag den 3. Mai beginnt, wird tem längerer Dauer fein, als die beiden vergangenen. Damit wird einem Wunsch vieler Hörer nach noch größerer Vertiefung tes Stoffes Rechnung getragen. Hoffentlich führt diese Maßnahme ter Volkshochschule abermals neue Beftrcher M Läßt sie doch erkennen, daß es ter Vokkshochschule vor allem mtf Gründlichkert ihrer Arbeit anüommt, die es jedem Teilnehmer ermöglicht, auch ohne besondere Vorbildung erfolgreich mitznarbeiden. Tas neue Programm enthält wieder viele Stoffe die für jedermann von Nutzen und Bedeutung sind.
** Das feu chtwarme Frühlings- to-etter hat das Wachstum auf Wiesen und Feldern sehr gefördert, so daß wir gegen das vorige Jahr 2—3 Wochen vor sind. Das tjl gut so, denn das Futter toirb allerwegs knapp, zumal wir voriges Jahr eine geringe Heu- und Runkelernts hatten. Jetzt stehen die Kleeäckcr und Grasgärten steveits so üppig, daß schon in diesen Tagen die Viehzüchter Grünfutter holen können. Die Futter- tmittelpveise sind infolgedessen auch schon sehr im Sinken. Der Zentner Runkeln, der vor 14 Tagen Noch 20 Mk. kostete, wird jetzt mit 12 Mk. und billiger verkauft. Die Saaten stehen gut, der Raps ^beginnt zu blühen, sicht aber in manchen Gemarkungen lltmmerlich aus. Das Stecken ter Kartoffeln hat begonnen.
** Fahrraddiebstahl. Am verflossenen Hreitag, abends gegen 8 Uhr, wurde in ldem Tiefenweg ein vor einem Hause aufge-, stellbes Fahrrad, Marke Neckarsulmer-Pfeil, altes Modell, mit der Polizeinummer 2156, gelötetem Rahmenbau, neuer grauer Gummfo bereifung, Marke „Turingia", ohne Gummli an den Pedalen, dunkelbrauner Satteldaschef mit rotem Borhängeschl-oß, das mit einem Schloß in sich angeschlossen war, gestohlen. Vor Ankauf toiri) gewarnt.
** Diebisgut. Tie vor einiger Zeit aus dem Hofe eines hiesigen Bäckermeisters gritohlen-en zwei Pferdegeschirre konnten toieter zur Stelle gebracht und tem Eigentümer zurückgegeben werden. Am verflossenen Freitag gelang es zwei Kriminalbeamten, die Täter mit den Geschirren, die sie in Koffern verpackt hatten^ bei der Karlsruhe abzufassen, als sie im Begrift waren, sie nach Auswärts zu veräußern.
**■ Diebische Zigeuner. Am verflossenen Freitag wurde ein Zigeunerpaar festgenommen, das in ter Graben straße aus einem unverschlossenen Korridor, ohne daß es die Bewohner merkten, zwei Vorhänge entwendet hatten. Dadurch, daß die Frauensperson das gestohlene Gut unter hie Röcke verpackt hatte, und das ihr beim Gehen auf der Straße zu Boden fiel, war man auf den Diebstahl aufmerksam geworden und konnte die Festnahme veranlassen.
** Diebe aneinerDicktourzelmiete im Felde. Bor kurzer Zeit abends bei Dunkelheit traf ein junger Mann eines hiesigen Oeko- nomen z'wei junge Burschen im Felde, welche sich an einer Dickwurzrimiete seines Herrn zu schaffen machten, um zu stehben. Der den jungen Mann
statt Mathilde Mimms, wie sie's gewöhnlich tut. „Nein, machen Sie sich auf die Socken!" sagt ich, „treiben Sie nicht Schrndluder mit mir!"
Ter ehrliche Maurer schien vor Stolz übn: seinen Scharfsinn ganz aufgeblasen zu sein, womit er den plumpen Schlachtenplan durchschmt hatte, durch ten man ihm Besitztümer hatte ab» schwindeln wollen, tee doch einen gewissen nicht unbedeutenden Wert für ihn b:saßen.
Nun, Herr Mimms, sagte ich mit einem Blick auf meine Uhr, ich bin Ihnen zu größtem Dank verpflichtet und beglückwünsche Sie zu J'hvnn Scharfsinn. Aber jetzt muß ich fort. Ich muß zu einem wichtigen Rendezvous. Meine freunoliche" Empfehlung an Ihre Fvau! Adieu!
Im nächsten Augenblick ’nxrr ich wieder aut ter Suche nach einer Trvschüe. Bald gllang es mir auch, eine zu entdecken; rasch gab ich tem Kutscher mein Ziel: „Formosa Mansions, Qu>oens Gite" an und stieg ein. Als wir über die Westminster- brücke fuhren, schlug es zehn Uhr. Somit hatte ich noch eine volle Sttrnte Dur mir uni> tonnte nun Betrachtungen über die Ungewöhnlich!!riten meines Unternehmens anstellen.
Es lag nun nicht in meiner Natur, irgend einer Fran gegenüber schlicht nm zu sein; je schöner sie war, desto besser. Ich war — und bin es noch — fein Schwächling, sondern ein großer, breitschultriger Bursche; wegen nietntS Kopfes und meines Gesichtes habe ich mich me geschämt, wenn
vegleitende Hund eilte voraus irm die Trete zq stellen. Benn Herannahen des jungen Mannes, gab einer ter Diebe auf diesen mehrere scharfe Schüsse ab, wobei ihm eine .Kugel nahe am Kopfe vorbei- sauste. Hierauf ergriffen sie die Flucht und verschwanden im Felde.
** Der „Finanzminister" der Rheinischen Republik. Die neueste Beilage zum Hess. Reg.-Bl., bringt unter Dienstentlassungen die Nachricht, daß ter Amtsgerichtsrat Dr. Peter Paul Liebing zu Mainz aus tem Staatsdienst förmlich entlasten wurde. £idnng ist ter „Finanzminister" der RheinischM Republik der Dorten und Genossen. Geschützt von den Franzosen mußten ihm, trotz Weigerung ter deutscher Behörden, seine Gehaltstezüge weitergezahlt werden. Nach Ratifizierung des Friedens war es dann möglich, zudem sich am Mainzer Gericht alle weigerten, mit Liebing zusammen zu arbeiten, ihn aus tem Staatsdienst zu entfernen.
** Ausgabe von Kvn sthb'nig. In ter Zeit vom 20. bis 30. April 1920 gelangen in den Klei nhantelsgeschäften, bei denen die Vorbestellung erfolgt ist, gegen Vorlage ter Lebensmittelkarte und Abgabe des Bezugsabschnitts Nr. 4 125 Gramm 'Kunsthonig zlum Preise von 95 Pf. für das Viertelpfund zur Ausgabe.
** Besitz wechsel. Das bis jetzt gepachtete Anwesen Restauration unb Saal-Etablissement Cafo Leib ist käuflich an Hans Kirzinger, Weiß^, Brauhaus, über gegangen.
** Der All gern. Deutsche Frauen- verein und ter Politische Frauenverein veranstalten am Tonnerstag ten 22. April abends 8 Uhr im Hotel Schütz eine öffontllche Frauenversammlung, in ter Uniteriitätspwsesfor Ro- lo ff über „Deutschlands Lage" ftnechen wird. Zur Teckung ter Unkosten totä> em Eintrittsgeld von 50 Pf. erhoben.
Landkreis Gießen.
± Lang-Göns, 18. April. Im Henrich- schen Saale fand heute eine Kaninchen - und Geflügel-Aus st ellun^ tes hiesigen Zu«A« i Vereins statt. Die Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Abteilung Hühner: Siegerpreis W. Brückel, Ehrenpreife: O. Mai, K. Müller und W. Brückel, 1. Preis K. Müller, 2. K. Spieß unb A. Romys, 3. Preise H. Zeiß, W. Henrich, O. Artz, W. Dem; 2. Abteilung Tauben: Siegerpreis A .Brückel, Ehrenpreise W. Ebel und A. Brückel (2), 1. Preis W. Ebel, 2. Preis W. Merz, 3. Preise: R. Kaiser, W. Ebel und A. Briickel; 3. Abteilung Kaninchen:a)Silber: Siegerpreise: W. Wagner und W. Stern II., Ehrenpreise: W. Ebel und W. Merz, 1 .Preis W. Merz, 2. W. Brückel, 3. Preise: Bürgermeister Velten, W. Wagner, W. Dem II. und W. Datz; b) andere Rassen: Ehrenpreis Eisen- branbt, 2. Preis Konrad Wagner, 3. Preis Eisen- branbt.
Kreis Schotten.
x Gedern, 19. April. Tie Arbeiten am Kirchturm sind nun vollendet; die Turmspitze erhielt völlig neues Gebälk und tourte neu ge» sckieseri; außerdem wurde die Kirche mit einer Blitzableiteranlage versehen.
c. Schotten, 16. April. Zu ten (Stenten» merieüaturnen, die bisher un Kreise Schotten tn Schotten, Laubach, Getern und Mrichstrin bestanden, ist nun mit Wirkung vom 1. April ds. Is. in Eichelsdvrs eine 5. Gendarmeriestativn errichtet worden. Sie ist besetzt mit tem Stativns- führ er Wachtmeister Schmidt und WachtmeO-r I hrig. Zu ihr gehören die Gemarkungen ter Orte Eichelsdorf, Oberschmitten, Ulfa, Stomfels, Em- arishausen, Rainrod, Eichelsachsen und ObechnS. Erne Vermehrung ter Gendarmerie hat sich leider in ter verschiedensten Hinsicht als dringende Not- wendig'keit erwiesen.
Starkenburg und Rheinhessen.
6vv-Jlchrsei!er.
s.w. Bensheim, 19. April. Am 16. b. M. Konnte Bensheim den Tag ter 600. Wiederkehr seit Verleihmig ter Stadtrechte begehn. Die Stadtverordneten versammÄten sich aus diesem Grunde zu einer öffonllichen Fcsttogung. Ein« historischen Rückblick gab Bürgermeister Dr. LöS- lein. Die Urkunde über die Geschichte verlaS Professor Henbelmann.
sw. Darmstadt, 16. April. Das Drago- nertegim ent welches seither hier stationiert war und zur Wuftechterhaltung ter Ordnung noch Thüringen abgerüeft war, ist jetzt auf ter Rückkehr in Fulda eingetrvffen und m ter dortigen Av> tillackekaserne unter gebracht.
Hessen-Nassau.
mc. Frankfurt a. M., 17. April. De frMrzösisiche Behörde hat nunmehr wieder gestattet, daß auch ab Frankfurt die Schnell- züge nach auswärts sofort bestiegen werdw können. Seicher msußden die Reisenden erst nach Friedberg, Hanau oder Darmstadt fahren, ehe sie auf Schnellzüge übergehen konnten.
mc. Frankfurt a. M., 16. April. Die Sicher he i tsweh r, die beim Einzug ter Franzosen verhaftet und entwaffnet tourte, ist nach längerem Aufenthalt im Lager Griesheim bet Darmstadt nunmehr freigelassen worden. Die amten haben sich nach ihrer neuen Garnison Bod Orb begeben.
ich in den Spiegel sah. Ich bin, das möchte ich betonen, bei weitem Bein „schöner" Mann. Aber immerhin auch fein Krüppri.
Trotz all tem machte mich das bevorstehend; Rendezvous unerklärlich nervös. Ich war aup geregt, ungeduldig, dre Frau zu treffm, unö dock bedrückte mich eine seltsam: Vorahnung von Gefahr und Unheil, als wir uns immer mehr tem Ziele näherten.
Queens Gate! Formosa Mansinrs! Mieter drängte sich mir die unbestimmte Erinnerung an den Namen auf, aber ick wußte ihn nicht unter* zubringen, und vergebens zermarttote uh mir daS Gehirn über ten mir so bekannt öätgenten Namen.
Wir fuhren am St. GwrgSstetal vorüber, und ein paar Augenblicke später las ich mechanisch den Namen Alexandrahotel an einem großen Gebäude, immer noch in mein Nachdenken »irtiett. Aber in diesem Augenblick wußte ich auch, wohn: ich die Formosa Mansions kannte! Wohnte dort nicht ein alter Freund von mir, Davenport, ter gleich Dick Molyneux sein Patent in die Dasch: gesteckt und von seinen Rentm lebte?
Eine einfache Gedankenvnchindung hatte mich wieder an diesen alten Kvmmilitonm erinnert; ich wußte, daß fein Klub un Alexantwcchotel residi'.rte.
Rasch ließ ich den Kutscher halten und eilte in die Klubräume hinaus. Um diese Zeit mußte Davenport noch im Mub sein.
(Fortsetzung folgt)
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