Samstag, 18. Dezember 1920
Erster Blatt
170. Jahrgang
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Die KoNftre«) in Brüfiel.
Brüssel, 19. Dez. (WTB.) Die alliierten Delegierten traten gestern nachmittag zusammen. Im Laufe des Meinungsaustau- stt)es touroc beschlossen, einige Delegierte zu beauftragen, sich mit den deutschen Delegierten in Verbindung zu setzen, um genauere Angaben über mehrere bisher von oer deutschen Delegation in Darlegungen behandelten Punkten zu erhalten. Tie Delegierten werden dann chren Kottegen die Ergebnisse dieser Besprechungen mitteilen. Die Sitzung mit der deutschenTelegation findet am Samstag vormittag statt, um ihr zu ermöglichen, eine Torlegung allgemeiner Bemerkungen fertigzustellen, die sie der Konferenz zu unterbreit len wünscht.
Brüssel, 17. Dez. (Wolff.) Amtl. Konferenzbericht über die Sitzung am Freitag vormittag. In der Freitagvormittags- litzung gab Staatssekretär Bergmann einen Ueberblick über die Ansichten der deutschen Regierung in der Reparationsfrage, wobei er einen Unterschied machte zwischen der Frage der Reparation in natura und der Reparation in Geld. Bezüglich der Frage der Reparation in natura skizzierte Staatssekretär
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auswärtige Politik, bie noch <wt der Tagesordnung I »chlietzung nmtimrmge . .. .
ßeben werden am Mitttvoch burchberaten werden. Bauernbund Erhaltung des Beützes, Unantostbar- Minister-räsidentLeygues mitwor-f tert des heunattlchen Grund und Bodens fordert.
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1160en Opftr ndtram lassen, das ein Staatsmann bringen kann, nämlich zum Opfer des Intellekts. Tie deutsche Negierung ist zum Doll- Ggsorgan einer nationalistisch-reaktinngren Sivv- alt herabgewürdigt, die innenvolitisch so aut wie Cßenpolittsch die verhängnisvollsten Ziele ver-
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Die Art von „Patriotismus", die in dem
rtsförpern betreiis! rfassung vom 12. it iamleit verordnet»
Abgabe von tifz je, Äbwämer, »nm 15. Jamiar 191 eldstras^ bis zu!' lies vom 30. Olteie daß die dort kti Strafe beM ■ er Höhe belegt ww
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Der Nürnberger Parteitag der deutschen demokratischen Partei hat sich erfreulicherweise auch zu einer nationalen Politik bekannt, und wenn Herr Petersen dabei den Gegensatz zu einer natio - nalistischen Politik hervvrhob, so ist dazu zu bemerken, daß im heutigen Deutschland eine nationalistische Politik gar keinen Boden mehr hat, weil wir wirklich keine Ervbe- rungsziele verfolgen, sondern mir einen sehr begrenzten Existenzkampf führen können. Es gibt also nur eine nationale Politik, in der freilich alles Unkluge, Gewaltsame oder Prahlerische vermieden werden muh. Der Verlag von Julius Hoffmann in Stuttgart hat dieser Tage ein Bändchen von Aus sprächen Friedrich Theodor Vischers herausgegeben, die in der Tat oftmals anmuten, als wären sie für die heutige Zeit geprägt. So z. B. wenn er 1861 schrieb:
„Tas patriotische und das absolut demokratische Prinzip stehen sich schroff, schlechthin gegenüber. Ter Patriot kann auch Demokrat sein, der absolute Demokrat kein Patriot. Jener will ein Vaterland, frei oder unfrei, gut ober schlecht, und er will es geehrt wissen wie sich, wie seine eigne Person. Tiefer will frei sein, gleichgültig, wo, und eine Freiheitsfloskel vom Feinde des Vaterlandes kann ihn verführen, daß er sich gelüsten läßt, mit ihm gegen die heimischen Altäre zu wüten."
Der temper amen wolle Aesthetiker, der am politischen Leben Deutschlands in den bewegten Revolutionstagen von 1848 sowohl als auch weiterhin, und namentlich auch bei der Reichsgrünoung, regsten Anteil nahm und wahrlich nicht als Reaktionär angesprochen werden kann, hat Sätze niedergeschrieben, die so klingen, als stände er heute mitten unter uns und als wolle er zu den letzten politischen Streitfragen in unserem Hessenlande selbst Stellung nehmen:
„Tie Demokratie leidet unter dem krankhaften Fernsehen des Idealismus: ihr Auge sieht unverrückt auf eine Hintergrundkulisse entfernter Zukunft, die vorderen Kulissen und den Boden unter ihren Füßen sieht sie nicht So ist ihr Dichten und Trachten hohl und. wenn sie handelt, gemeinschäd- lich, unterhöhlend. Ihr Denken springt vom Individuum mit einem Satze hinüber zum Weltbürgertum, zum großen Bölkenxrtande, den vielleicht ein künftiges Jahrtausend errichtet: die Mitte, das Vaterland, das Nächste, das Natürlichste überschelt und überschieß, der Fanatismus dieser Abstraktion: der Familiensinn der Nation, das Gefühl, daß wir zuerst ihr, dann erst der Menschheit angehören, daß die Kraft und Ehre dieses nächsten Ganzen unsere erste unb menschlichste Pflicht ist, wird in seinem verzehrenden Feuer ausaeglüht und verkohlt: ja unsere wider- deutschen Ten»traten, diese entwurzelten Fana- ttker, wollen mir oft wie Menschen erscheinen, bir in einer Stadt herum mit Vergnügen die eigene Mutter verleumden hören und verleumden helfen."
Vischer hat in einer Gedenkrede auf die Toten des Feldzuges von 1870/71 auch von der Stellung der Universitäten zu den vaterländischen Fragen gesprochen:
, Ich wiN und daN wen, daß m-ntestenS seit einem halben Jabrwmtett kern Lehrstuhl in Deutschland war von wittern nickt, wenn irgend das Lehrfach einen Zusammenhang bot, der aus das große Anliegen der Nation führte, wakende, zündend.' Worte in die Bach der deut ften JuEd fielen In der Tat iinb es tue Hochchulen, weite am wärmsten und kräftastm die Idee der Vaterlandes bie in andern Völkern als Mach' des Jn- d,) NattirperMls. lebt, vom Geist aus genährt unb großgezogen baten."
fd. Frankfurt a. M., 17. Dez. Unter außerordentlich starker Beteiligung aus allen Teilen Hessens sand heute hier die erste La.rbeSver- sammlung des Hcsnschen Dauernbunteä itott. Der Geschäftsführer des Bundes, Dc. M ü l le r Darmstadt betonte bei der Erörterung der Satzungen, daß der Bund Bauernpolitik treiben und al:e Parteien unterstützen wolle, di- Bauernpolitik übten Der Bund will lünitig durch gew-rt>chon- liche Mittel Emiluß auf die Geeygebung und den Staat gewinnen. Nach Vorträgen der Landtags- abgeordneten Brauer- Ober-Osleitem über bie politische Lage m Men, D o r s ck - Woi ersheim über die politische Lage im Reich sand eine Entschließung einstimmige Annahme, ti 'er ter
tete auf du Anfrage Barth aus, indem er die Waffen- und MunilionSntengen bezeichnete, btc int Gegensatz zum Monat Juli am 1. 12. von Teutsch- land an die Alliierten adgeliefert waren. Auf die Anfrage von Bern6s erklärte er, man müs e die Ttitiad?c unterstreichen, daß wenn die Bergarbeiter tm Ruhrrevier gelitten hätten, dies nicht au, die Alliierten, sondern auf die Fehler d r beutnten Regierung zuchckzuführen sei. Ter Ministerptä i- dent sprach alsdann von bet Konferenz in Brüssel. Ten ftanzösisätzm Delegierten seien klare, bestimmte und kategorische Jnsirukiivncn gegeben worden. Es frmtele sich nicht darum, Teutschland zu zwingen, alles in Goldmark zu bezahlen, sondern es handele sich darum, die Ausführung aller Bertnagsklaufeln za fordern. F-vankrcich wolle nur verlangen, was raifonabel sei. £>b die Schuld tu Gold- mark oder bi Natura bezahlt werde, sei gleich, sie müsse bezahlt werden. Man wolle nicht, daß Irank- reich in der Welt als eine Nation erschine, die Misch rauch mit ihren Kräften treibe. Ministerpräsident Leygaies sprach alSdairn von einer Propaganda ,i. in Avreri ka bdricten w rte, u ,n Frankreich als imperialistisch und müita.ipisch bin* ^stellen Gegen diese Propoyanda müsse sich Frankreich durch seine Haltung wilden. Schluß lid) erklärte Minisierpräsident Leygues. daß die englische Negierung ihm Beweise ihre.' Willens zur frenndschas:ltcl;en imd vertrauensvollen Zusammenarbeit gegeben habe. Das Land müsse nnijen, daß das Einvcri'tändnis zwsch-n England und Frankreich niemals solider g--w fen sei. als heute Tie beiden Nationen müßten Seite an Sei c marschieren, nicht nur zur Verteidigung ihrer eigenen Interessen m der Welt, sondern auch zur Sicherstellung des Friedens in Europa. Lebh Beifall.)
Eine Krifis im Zteuerausschutz öe$ Reichstags.
Berlin, 17. Dez. (Wolft.) Der Steuer- aus s chn ß des Reichstags behandelte die vom Unterausschuß vorgeleate Formulierung des 8 1 des Reichsnotopsergesetzes und nahmt diesen Paragraphen mit geringer Mehrheit an. Im Hinblick daraus, daß bie Mitglieber der Deutschen Volkspariei dagegen stimmten unb bie Demokraten sich bet Abstimmung enthielten, erklär bet Reichs,'inanzmmister, daß et dem RrichSkvnili über die Halttrng der Reaierungspai'ei.m i'oron Bericht erstatten werde, bei bie hmie zutage go- tretme Lage als eine f ü r bie Re g ie ru n g unmögliche zu bezeichne sei Tu AlriltmmuuD
Bergmann einen Plan, dec später diskutiert und besprochen werden wird. Der deutsche Delegierte betont die Schwierigkeiten für Deutschland, Zahlungen in natura zu machen, so lange die finanzielle Lage und der Kurs der Mark sich nicht gebessert habe. — Heute nachmittag findet zwischen den Delegierten der Alliierten ein Meinungsaustausch statt über bie Methoden, die angewendet werden sollen, um gewisse Vorschläge und Unternehmungen der deutschen Delegierten näher zu prüfen. Ter deutschen Delegation ist übrigens ein Fragebogen unterbreitet worden, der gewisse nähere Angaben über die wirtschaftliche Lage, bie finanzielle Sage und die Ausfuhr unb Einfuhr Deutschlands verlangt.
Brüssel, 17. Tez. (ATB.l In her Nachmittags siyimg gab der ReiLsbankpräsitent Hove n st e i n einen ausführlichen Ueberblick über den Stand des deutschen Geldwesens und der deutschen Valuta. Er schilderte die Gründe, die der Besserung der deutschen Balutaverhalmissc entgegenstehen. Unter den Ausführungen war besonders bemerkenswert, bie Richtigstellung derjenigen Zahlen, die auf der letzten Brüsseler Finanzkonferenz über den Wert der deutschen Ein-undAusfuhr in den ersten Halbjahr 1920 angegeben winden waren. Nach den damaligen Ziffern ergab sich im Mai und Juni eine aktive Handelsbilanz. Havenstein stellte das in der heutigen Sitzung dahin richtig, daß aus Grund der angestellten Nachprüfung sich im gesamten ersten Halbjahr ein Zurückbleiben oer Ausfuhr hinter der Einfuhr von nicht weniger als 36 Milliarden Mark, also durchschnittlich sechs Milliarden Mark monatlich, ergeben habe. Zum Schluß seiner Ausführungen erklärte Havenstein, daß bie Besserung ber beutschen Valuta nur aus einer Besserung der Zahlungsbilanz erfolgen könne. Diese beruhe wiederum einerseits auf der Ordnung des Finanzwesens, andererseits auf einer guten Ordnung und Organisation oller deutschen Verwaltungen, ferner au, Sparsamkeit unb schließlich uno vor allem aus Arbeit, bereu Vorbedingung die freie Erportmöglichkeit sei. Enblich müsse die Kriegsentschädigung von Teutschlanb so berechnet werten, daß sie noch getragen werben könne.
Ans -er franMchen Kammer.
Paris, 17. Dez. (Wolft.) In der Kammer wurde gestern die Interpellation des 9£bgeorbnetcn Delasalle beraten über die Maßnahmen, bie bie Regierung zu ergreifen gebenke, um bie E in fu hr nach Frankreichzu ti erm in ber n unb um die Arbeitslosenkrise zu teieirigen. In feiner Begründung behauptete der Abgeordnete, die billige deutsche Ware bedrohe den Welt- marft und eS müßte mit Rücksicht auf die Industrie in Elsaß^Lothringen nach der deutschen Seite hin eine Barriere aufgerichtet werden. Wenn tne Frage entstehe, ob fuwrzS ixte oder brütete Arbeiter feirrn sollt-n. dann dürste das keineswsrs der stanzösische Arbeiter ßin. Mst der GefühlS- polrttk müßte man ein Ende machen D r Abgeordnete Neron suchte durch eine Stanstrk nachtzu- weisen, daß die deitscte Industrie Amk-rengungen macke, um den bet,mschnden Platz den sie vor dem Kriege hatte, meber zu erobern. Der Abgcorb- nete «hin bc Wendel erklärte, baß bte französische Industrie durch den beben Kphlenpvns leide u d verlangte eine Aufklärung über bie ArrlschastS- Politik ber Re^enmg.
Paris. 17. Tez (DB.> Die Kammer hat bie Taresordmorg bei Generals Casteknau.be dem Ministerium bas Bertrouen aus'prichr, mit 493 geeen 65 Stimmen angenommen In ber Taors- orbtrung wirb gragt, die Kammer nehme Noiiz von den Erklärungen ber Steg erung, baß sie gemeinsam mit ben Alliierten bie Entwa'fnung Deutschlands und die Ai s'übrung ter Reva- rationsklaiteln pomebrren wolle und zih'e auf ie, um die nationale Sicherheit zu yipäbrlerfb n sowie dah sie bir Fvrteamgen ter äußeren Politik mit ten finanzi llen Möglichkeiten teS flanbei In Einklang bringe. — Die Kammer gebt alsbann zur Daoesordnung über. Tie Jnterpella'ionen für bie
ber Deutjchen Bolkspartei unb bie Stimmenthaltung ter Demokraten gaben dem Zentrum 93er* anlasfung, sich seine Stellungnahme im 98-enux troriubelxxüen.
Eine spätere MeVnmg cmS Berlin betagt;
T-ie droheirte Regierungskrise m'rolgc her Vorgänge im Steuenou-schuß des Reichstages ist b e , e i t i g t Tie Fvaktton her Deutschen Volks- Partei hat beschlossen, die Regienr"^rvorla-ie über die besck>leumgte Er-izuchung des R il^notovsers mit bestimmten Mi.de ru"gen, zu denen sich d r Reichsstnmiznrmister im Namen ter Regierung bereit erklärte, anzunehmen Ein ent'preäe ter Vev« ständigung -antrag, der insbesondere Erlrihterun- gen für das BettnebSkapitni ter Industrie und Landwirtschaft und für die kleinen Rent 'er vor- fieht, dürfte heute von ben Segienrng^yrrteicn im Plenum bes Reichstages eingchracht unb mit ten Stimmen triefet Parteien unb der (Sozial* temokoaten angenommen worden.
Der neue prozetz Lrzberger.
Leipzig, 17. Tez. iWolff.) Heule bat voe dem zweiten Sttaffenat des Reichsgerichts die Revifionsverhandlung in dem Prozeß Erzberger gegen Tr. Helfscrich begonnen. Gegen daS Urteil des Landgerichts 1 Berlin vom 12 März 1920, wodurch Helfferich wegen Beleidigung Erzbergers zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt wurde, legten sowohl der Angeklagte als der Nebenkläger Revision ein. Beide Gegner waren selbst nicht erschienen.
Ter Anttag des ReichSanwolts ging dahin, beite Revisionen als unbegründet zu nrttoerfen. Der Präsident teilte mit, daß das Urteil am 21. Dezember, mittags, verkündet werte.
21 tt* dem iltirte.
Die Reichslogchvohten in Ostpreußen und SchleSwis-Holstein.
Berlin, 17. Dez kWTB.) Der Reichs^ Präsident bestimmte durch Verordnung auf Grund des Reichswahlgesetzes den 2 0. Februar a l s Wahltag für die Re'chstags- wahlen in Ostpreußen und Schleswig-Holstein (1. und 14. Reichstagswahlkreis).
Au» Liesse«.
LandeSversmnmlung des Hessischen Bauernbundes.
wochenrSckhttck.
Die Unabhängigen wollen unsere iffeichSvegierung zur Rede stellen. Sie werfen -hr vor, daß sie durch ihre diplomatischen No- i en an die Entente deren Mißtrauen und Un- ,Bitten stärken und daß diese Noten „bie ernstesten unb schwerwiegendsten Fol- H<n haben können". Bevor öer Reichstag sich Lit dieser Interpellation beschäftigt, wird der 'lusschuß für auswärtige Angelegenheiten ta- »len, unb der Minister Simons wird ben Verbuch machen, die angemeldeten Redner der Un- Lhängigen, Dr. Breitscheid und Fräulein Sander, zur Vernunft zu bringen. Worum eS diesen Kämpen in erster Linie zu tun ist, ec- chen wir aus einem Leitartikel Breitscheids ~n ter „Freiheit". Es sind die Einwohnerwehren und die Organisation Escherich, die den Inabhängigen ein noch größerer Dom im •finge sind als der Entente! Sie wissen es, daß -^rc Vorstöße gegen die bürgerlichen Schutz- Wrbanisationen nicht mehr wirken und ziehen", denn iuristisch läßt sich nichts mehr dagegen einwenden, seit selbst die sächsische Regierung Herrn Escherich auf dessen persön- Fichf Vorträge bie Loyalität seines Vorgehens beugen mußte Nun müssen anbere Gründe Strbalten. Das Vaterland soll in Gefahr gemacht worden sein, weil man, besonders in btt Entwaffnungsfrage, die Gegner reize und EjtranSforbere. Herr Breitscheid schreibt:
„Nack ben früheren Erklärungen ber Regierung ließ sich immer noch vermuten, baß sie ben aen München au-gehenden Widerstand zum min- (itn peinlich empfinde unb baß sie ben Wunsch fljtge, ihn bur<6 freundliches Zureden zu brechen. Eie konnte sich nicht zu einem energischen Vorgehen eigen den unbotmäßigen Gliedstaat entschließen, fit brachte es auch nicht Über sich, baS Ministerium Mahr öffentlich an ben Pranger zu stellen, aber H war doch immerhin ber Ginbrucf Vorbauten, ob ihr bei all ihrer betonten Zurückhaltung btrom zu tun sei, daß ten Forberungen ber Alliierten in vollem Umfang entsprochen werbe. Jetzt ted sich da» Vilb geändert. Das Reichskabinett wiacht sich bie Ansprüche ber Orqeschleute zu eigen, ßhrr v Kahr bat — man weiß nicht recht, mit welchen Mitteln — auf ber ganzen Linie gesiegt irwb bet Minister Simons hat sich zu bent bedenk-
lange genug feine Reue durch Taten de-1 weisen könne, wooei ihm der größte Teil der Versammelten zustimmte, muß mit ruhiger I Entschiedenheit ins Reich ber Phrase zuruck- gewiesen werden. Durch Beharrlichkeit und festen Willen nxrben wir bas Rab ber Verunglimpfungen Deutfchlanbs schließlich um* wälzen. Unb wir finden in ben letzten Noten unserer Reichsregierung nichts, was über berechtigten Abwehrwillen hinauSginge. Wir kennen bie Vorsicht unseres Ministers des Auswärtigen unb vertrauen, baß er die Realitäten und bie psychologischen DLvmente richtig einschätzt. Er hat bie hungrigen unb barbenben deutschen Kinber hinter sich, unb Herr Dr. Breitscheid ist in einem ungeheuren Irrtum befangen, wenn er in ber „Freiheit" meint, der Minister Simons sei „auf bie schiefe Bahn bet Nachgiebigkeit gegenüber ben Interessen des Großkapitals unb bet Schwetinbustrie gelangt". Glaubt benn übrigens der Führer ber Unabhängigen, Industrie unb Kapital hätten ein Interesse an einem „Hasardspiel", einer Politik des Leichtsinns? Nein, unverantwortlich unb leicht» sinnig hapbeln biejenigen, bie unserer Regierung in ernsten unb entscheidenden Tagen in den Rücken fallen. —>
Xnkcl mt oon ttnzri-e« für d.< Iog*snumm<r bi» zum Tiathmittaq vorh« »hne jede ‘l>etbmbU(t)h<it. 5rds für 1 mm hähe für njeigen o. 34 nun Breite örtlict, 35 Pf., »u^roArtf 45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Bei Platz« Vorschrift 2Oe, Aufjckl-,. ^nuptldiriftieiter Aug. flioet). Peroniwortlich für ‘Politik: Ang. «oetz; für den übrigen Teil: Dr. Peinkold Zenz: für den Anzeigenteil Sy B**, fSmtlid) in Bietzen.
Uorgehen der Unabbängiaen waltet, kennt man? Der General Nollet, der die VotsteNun- Pn unseres auswärtigen Amtes rundweg ab» Hbnte, so daß dieses sich nunmehr mit seinen Anwendungen gegen die sofortige Ent- Masfnung an bie beteiligen Regierungen direkt inanbte, erhalt in ber unabhängigen Znterpel- Ilrtion n-'cht nur eine Stütze, fonbem auch tsn-en Fühi-er und Wegbereiter zu „ernstesten umb schwerwiegendsten" Maßregeln. Dabei Mäst Herr Breitscheid auch in ein Alarmhorn fHr die Brüsseler Sachverständigenkonserenz. Daß in französischen unb englischen Hetzblät- ifem die letzten Protestnoten ber deutschen Regierung zu einer ungünstigen Stimmungsmache für die Brüsfeler Tagung herhalten müssen, versteht man am Ende — daß es barteben auch deutsche Dolitiker gibt, die ffnu- ftellos unb mit einer Art von Parademarsch diese Feindestaktik mitmachen, ist traurig. Denn Herr Breitscheid seine angeblichen Be- ssirgnisse wenigstens nur im stillen Kämmerlein des parlamentarischen Ausschusses vor- zebracht hatte, könnte man seine Handlungsweise entschuldigen. Indessen, die unabhängigen Kronzeugen für bie Schulb unb bie Fehler tikr Deutschen kennt man ja in ber Welt, unb man wird ihnen auch in diesem Falle keine xllzugroße Bedeutung beilegen. Wir sind fest tzavon überzeugt, daß die deutsche Sache auf ter Brüsseler Konferenz nicht günstiger da- ftehen würde, wenn unsere Regierung auf ihre Ftzten energischen Kundgebungen gegenüber ter Entente verzichtet hätte. Der brutale Egoismus und kalte Materialismus, ber heute .nsere Gegner und Bebrücker auszeichnet, '»Ürde bei einer ängstlicheren, zaghafteren »ab* ung unserer Regierung ganz gewiß nicht glimpflicher mit uns verfahren. Es soll nnb darf ihnen gerade nicht ge
lingen, unS moralisch kalt zu machen. »Sie fetzen ben Feldzug der Schem-
IEiligkeit und Heuchelei noch heute gegen :ns fort, indem fie uns als allein Schuldige brandmarken, unb bagegen muß unser !8olk umfo starker und einheitlicher Front nachen, je peinvoller bie Lage täglich wird, n die sie uns hineinstoßen. Hier ist wirklich einmal der unbeirrbare unb unerschüt- jerte Kampf einer Idee des Rechts keine 'Hatje Ideologie. Ein tapferes unb aufrechtes 8olk wird sich der Knechtschaft entwinden. > das egoistische Pharisäertum eines Viviani, »er in der Genfer Völkerbundsversammlung ruSgerufen hat, daß Deuckschlanb gar nicht
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Der 6itfctntr Lajelarr ,rfd)eint täglich, außer Sonn« und Feiertags.
Sejigipreife.
Monatlich Mark *40 unb Mk - 65Trägerlohn, oierteljährlichMark 10 80 unbTUt.l.95lrägerlet)n; »urch die Post viertel, ährlich Mark 12.- lusschlietzüch Beftellgelb. Zernsprech-AnfchSst-: 4r die Schritt leit luig 112; Verlag,Beschäftssleile 51. »nschrffi für vradtoach. richt«: Anzeiger Hieße«.
SietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gderhefsen
»nut au» »trlat: Vrihl'sch« Unt»^v«ch. en» SttieArndtrei 11 £«i«e. Sdjrtfttettime. mö Dnukrti: Schelftra»« l-
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