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Kreis Lauterbach.

Ein Skandal in der Dnrerfchule zu Hochwaw- hausen.

Dor einigen Tagen wurden in der Reforrn- anstaltD ü r e rs ch u l e" in .Hochwoldhausen. Un­geheuerlichkeiten aufgedeckt, die großes Aufsehen erregen werden. Der Leiter dieserReformschnle^' Namens Neuen dorff hat sich seit längerer Zeit regelmäßig an verschiedenen jungen Mädchen unter 16 Jahren, die seiner Erziehung und Obhut an­vertraut waren, sittlich vergangen, nachdem er die Schülerinnen systematisch verführt hatte. Daß solche Elustände seit Jahren ungestört in einer Er- ziehungsanstalt bestehen konnten, ist unbegreiflich.

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Büchertisch.

Die No veilen von lag W. Girardet, Essen. Einem

Landwirtschaft.

mc. Schotten, 17. Okt. Eine Schar von Viehhändlern sucht die kleinsten Vogelsberg- dörfer auf, um Vieh einzuhandeln. Ter Erfolg ist mitunter sehr gering, da die M-arck- und Klauen­seuche unter dem Bestand beträchtlich aufgeräumt hat. Tie Weiden haben sich in den letzten Wochen gut erholt, so daß man in den seuchenfreien Ge­meinden wenigstens dem Vieh einen nährstoff­reiche Weide gang gewähren kann.

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Kreis Friedberg.

y. Vilbel, 16. Okt. Tie Diebstähle in unserem Städtchen scheinen sich leider zu häufen. Während vergangene Nacht einem Gastwirt in dem ' rechts der Nidda gelegenen Stadtteil ein erst kürz- lich neu gekauftes größeres vierräderiges Hand­wägelchen gestohlen wurde, ist einem am süd­lichen Ende der Stadt am Schöttberg wohnerüxn Arbritsrnarm sein etwa zwei Zentner schweres Schwein aus dem verschlossen gewesenen Stall durch Aufbrechen des Türschlosses gestohlen wor­den. Der zur Entdeckung der Täter unserer Gen­darmerie zugesagre Polizeihund aus Frankfurt a. M. konnte leider nicht eintreffen, hätte auch jebenfalte nicht viel ausrichten können, da durch den die Nacht eingetretenen und bis zum Mittag andauernden starken Regen die Spuren der Täter allzusehr beeiirträchtigt worden sind. Die fort­gesetzten Recherchen unserer rührigen Gendarmerie waren insofern teilweise mit Erfolg gekrönt, als man auf der Vilbeler Löhe auf dem Exerzier- plagl die Eingewei.de (Magen und Därme') be§' ab geschlachteten Schweines fand, zu welcher Stelle auch die Radspuren eines vierräderigen Hand- wägelchens führten. Dies berechtigt zu der An­nahme, daß die offenbar fremden Siebe mit dem zuerst gestohlenen Handwägelchen daS nachher ge­stohlene Schwein auf die Vilbeler Höhe fuhren, dort a''schlachteten und nach Frankfurt a. M. verbrachten.

h. Vilbel, 16. Okt. Nicht geringes Auf­sehen erregt hier das Verschwinden der kinderlosen Ehefrau eines hiesigen Gastwirtes. Sie soll schon einige Zeit mit einem Manne aus einem Ort in der Nähe von Butzbach ein verbotenes Verhältnis pflegen und mit demselben unter Mitnahme, man spricht von 40 000 Mark, das Weite gesucht haben.

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"nklubs ein ausführlicher Pachtvertrag worden ist. Der alte Pächter Stein ihrzehnien die Klubwirtscyast unter sehr

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Manderungen.

L Schotten, 18. Okt. Mt Mickung vom 1. Oktober ging bu? Wirtschaft in den sklubhäusern aiii bent Jooberob^fobf von dem bisherigen Pachter H>hs. Stern auf dessen Schwiegersohn Heinrich Roth über, mit dem von feiten des Vogels-

e Gedern, 17. Okt. Auf Beschluß des hiesigen Gemeinderats und mit Genehmigung des Ministeriums des Innern wurde hier erne Wo hu­ste uer ein geführt. Wer gewerbsmäßig Zimmer »oder Wohmmgen in .Hotels, Gaschösen, Mrisck>il- ten, Pensionen oder Prwathäusern an Personen zu vorübergehendem 9lufentl;alte (nicht über 3 Rto- uxtie) vermietet, Hit eine Abgabe an die Gemeinde zu entrichten. Diese beträgt für eine Uebemady timg bei einem Preise üwn 23 Mk. 20 Pf., 34 Mk. 30 Pf., 45 M. 40 Pf., 56 Mk. 50 Pf., 67 Mk. 60 Pf. Sie ist von dem Mieter zu tragen, dockt von dem Vermieter zu entrichten. Verköstigung in irgenb welcher Form, msbesondece Frühstück, muß bci diesen Pveissätzen außer acht bleiben. 1

Märkte.

c. Orten berg, 18. Okt. Der in ganz Ober- Hessen rühmlichst bekannteK a a l e Märt" (kalte Markt) sindet in diesem Jahve vom 1.4. Novem­ber statt. Der Rindvieh- und Schweinemarkt muß wegen der alberwärts herrscheirden Maul- und Klauenseuche beider ausfallen, dagegen wird der Pferde- und Fohlemnarkt, der gerade hier immer sehr stark beschickt ist, am 1. und 2 November abgehalten. Der Krämermarkt undLeutmärt" sin­det vom 2.4. November statt und wird den Vogelsbergern und anschließenden Wetterauern wie­der einmal Gelegenheit geben zu einem viel­besuchten Stelldichein, zumal es ja eben auf dem Lande an dem nötigen Klein- und Groß-Papiergeld nicht fdjlt.

D Marburg, 15. Okt. Hier wurde gestern eme Fachschule für Lvkonno ivführeranwärter eröff- net, die bereits 33 Teilnehmer zählt.

)( Marburg, 17. Okt. In der gestern im Fürstenhaus« unter dem Vorsitze des Landrats v. Loewenstein abgehaltenen Krristagssitzung gab die Höhe der Forderungen für Instandsetzung der Landwege, die über 603 000 Mk. betrugen. Anlaß zu längerer Aussprackie. Es wurden verschiedene Abstriche gemacht rmd auch beschlossen, daß die Wegearbeiten vorläusig auf ein Jahr nicht mehr vom Kreis, sondern von den Gemeinden als Nvt- fambd arbeiten vergeben werden. Der Voranschlag wurde schließlich auf 359 000 Mk festgesetzt. Ferner beschloß man den Beitritt des Kreises zur Woh- mmgsgesellschaftHessische Heimat" in Cassel und erhöhte den Beitrag zur landwirtschaftlichen Win­terschule von 4500 Mk. auf 8500 Mk. Zum Schluß wurden die Gehälter der Kreisbeamten und der An- geftefiten nach den gesetzlichen Grundlagen geregelt.

[] Marburg, 17. Okt. Auch bei der hiesigen Handwerkerschaft ist eine Bewegung im Gange, die dahin geht, einmütig sich dem in Kassel gegründe en Hessischen Handwerkerbund anzuschließen. Nach einer vorgestern abend im Pseisserschen Saale abgehobenen Handwer'kerver- sammlung, in der Geschäftsführer Hartmann aus Kassel einen Vortrag hielt, wobei er besonders die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Hand­werker betonte, wurde ein Beschluß gefaßt, daß die verschiedenen Innungen zur Frage des gemein­samen Anschlusses an den Bund umgehend Stellung nehmen und ein Arbeitsausschuß gebildet, der diese Sache schleunigst in die Hand nehmen soll.

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Hochschulnachrichten.

R.M.K. Darmstadt, 16. Okt. Der Lehr­plan der Techn. Hochschule in Darmstadt für das Studienjahr 1920/21 ist soeben erschienen. Daraus geht hervor, daß die Vorlesungen und Hebungen am 26. Oktober mit bet feierlichen Rek­toratsübergabe beginnen. Das Semester schließt am 5. März 1921. Das Sommerhalbjahr beginnt am 19. April und endet am 22. Juli. Dem Lehrkörper gehören an 36 ord. Professoren, 1 ort). Honorar­professor, 13 außerord. Professoren, 45 Lehrer und Privatdozenten und 39 Assistenten. Rektor ist Geh. Baurat Prof. Walbe. Nach dem Verzeichnis werden zusammen 764 Vorlesungen Und Üebungen über mathematische Wissenschaften. Naturwissenschaften (darunter sind hervorzuheben Borlefungen von Pro- essor Stiasnh über Chem. Technologie der Ger­berei, Hilfsstoffe der Lederindustrie, technische Ger­bereianalyse, gerbereichemische Tagessiagen, Ein­führung in die Kalioidchemie und Praktikum für Gerbeveichemie), Baukunst und Buuwissenschaften, Jngemeurwissenschaften, Maschinenwissenschasten, Elekttotechnik, Luftfahrt und allgemein bildende Fächer. Beigefügt sind weiter eine Anzahl Studien- pläiw, das Verzeichnis einer Anzahl Preisaufgaben und der Stipendien, die Gebührenordnung, ein Rückblick über das abgelaufene Studienjahr von dem letzten Rektor Geh. Hofrat Prof. Dr. Dingeldep und endlich ein Verzeichnis der zahlreichen Schen­kungen aus dem Jahre 1919/20.

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®n einem Teil der Auflage ttrtebnrMLJ

Aus dem Wiedergutmachungs-Ausschutz.

Paris, 16. Okt. (WTB.) Der Wiedergut­machungsausschuß veröffentlicht eine Note, in der er über alle Arbeiten berichtet, die er außer den laufenden Geschäften in den letzten Wochen er­ledigt habe. Der Ausschuß hat an die verschiedenen interessierten Regierungen das Ersuchen gerichtet, eine möglichst genaue, auf Statistiken ausgebaute Abschätzung aller derjenigen Ausgaben einzureichen, die ihnen aus dem Friedensverttag erwachsen sind. Fernerhin wurden die interessierten Mächte auf­gefordert, die bis zum 1. September angewandt« Abschätzungsnwthode mitzuteilen. Der Wiedergtut- machungsausschuß hat ferner mit dem deutschen Vertreter, Staatssekretär Bergmann, ein neues provisorisches Abkommen getroffen, um die in dem Protokoll von Spaa vorgesehenen Vorschüsse an Deutschland zu leisten. Die deutsche Regie­rung sei äußerst loyal ihren Verpflichtungen aus dem Abkommen von Spaa nachgekommen. Die ge­samten Kohlenmengen seien bis jetzt vollkommen und gut geliefert worden.

Die Monatslieferung für September hatte folgende Zusammensetzung: 1457 820 Don­nen an Frankreich, 175 242 Tonnen an Italien, 194 108 Tonnen an Belgien, 96 667 Tonnen an Luxemburg. Diese Quantitäten bestanden aus 1 145 777 Tonnen Steinkohlen, 498 890 Tonnen Koks unb *125 734 Donnen Braunkohlenbriketts.

Die längeren Verhanblungen, bie mit bet beut* scheu Regierung zur Uebermittlung der Schatzbons über die Summe von 20 und 50 Milliarden Gold- "mart, vorgesehen in § 12, Annex 2 und 88 des Friedensvertrages, gepflogen wurden, sind burdj Niederlegung der Schatzbons am Sitz der Wieder­gutmachungskommission beendet worden.

Amerika und die Kriegsschulden der Alliierten. .

Paris, 16. Oft. (WTB.) DieMorning Post" meldet aus Washington, daß der ebemafiflt Staatssekretär Br ya n in seiner fRebe erklär! habe, noch ferner Ansicht müßte Amerika alle Kriegsschulden der Alliierten annullieren.

Kohlcnstreik in England.

London, 16. Okt. (WTB.) Die Regierung trifft umfassende Maßnahmen gegen den Koh­len streik. Der Verbrauch von Gas- und Elek­trizität ist beschränkt worben. Die Kohlen werden rationiert.

Der Streik in Sachsen.

Dresden, 16. Okt. (WTB.) Der Ausstand ber Gas- und Elektrizitätsarbeiter ist beendet. Tie Stadt hat Licht und Strom; die Straßen­bahnen verkehren wieder.

Hessen-Nassau.

Beleidigung-Prozesse mit politischem Hintergrund.

H Marburg, 15. Okt. Das Landgericht beschäftigte sich heute mit ber bekannten Beler- digung sllage des Schrisileitcrs Knveckel von derLandeszri ung", geg'n den deutsch-sozialen Reichstagsabgeordneten Professor Weiner aus Butzbach. In der heutigen Verhandlung, tn der von beiden ©ri'en alle politischen strittigen Fragen aufgerollt wurden, erkannte das Gericht auf Ver­werfung ber beföerfet'ig eingelegten Berufungen. Ein weiterer Beleidigung^pvozeß behandelte rin Borkomnmis in einem juristischen Repeti'ianskur- sus. Als kurz noch dem Kapp-Putsch in Marburg erne Dewvnstratt^nsversammlu'ng und rin Umzug stattgefunden hotte, kam' es nachmittags in einem Kolleg wu einem guofjen Spektakel. Dem Lehrer, einem hiesigen Juristen, wurde, nach der Ursache des Lärmes fvagmd, von einem jungen Studenten die Antwort zuteil:S. und Genossen sollen raus, weil sie bei der Demonstration die Forderung, die Kvryshäuser müßten gestürmt und die Waffen ge­holt weiden, unterstützt hätten." Der erwähnte Student wurde daraufhin vom Schöffengericht zu ISO Mk. Geldstrafe verurteilt. --Heute macht er zu feiner EnlschuK'igung geltend, er hätte doch nur die Frage des Leiters nach' der Ursache des 'Lärms beantwortet einer hätte doch antworten müssen, eine persönliche Belridigmig habe ihm fern gelegen Das Gerickit schloß sich dieser Auffassung an und erkannte auf Freisprechung. \

Alkeche unb Schrrle.

= B ab-N anheim, 16. Okt. Mit dem heutigen Tage tritt der Dirritvr der Ernst-Ludwig- Schule, Dr. Carl Zimmer, in den Ruhestand. Er hat mehr als 40 Jahre un hessischen Schul­dienst gestanden und in dieser Zeit als hoch­geschätzter Lehrer und Erzieher äußerst segensreich gewirkt. Dr. Zimmer stammt aus Lich. Nach Ab- olvierung von ingemeurwissemfchasilichen und naturwissenschaftlichen Studien in Darmstadt und Gießen war er von 18801896 als Lehrer an der höheren und erweiterten Mädchenschulein Gießen tätig, wurde dann an die Realschule und das Progymnasium in Mzey versetzt, an welcher Anstalt er bis zu seiner Berufung als Rektor ber 1905 gegründeten hiesigen höheren Bürgerschulg wirkte. Es ist rin Verdienst Dr. Zimmers, baß es ihm gelungen ist, bei Regierung, Stadtverivaltung und Bürgerschaft das Interesse für eine ausgebaute höhere Schule zu wecken und nutzbar zu machen. Nachdem im Jahre 1909 der stattliche Neubau mit ferner gediegenen Ausstattung feiner Bestim­mung übergeben werden konnte, fehlte nur noch die Umwandlung der Ernst-Ludwig-Schicke in eine staatliche Realfchule. Diese Erhebung in die Reihe der höheren staatlichen Lehranstalten des Landes erfolgte 1914. Damit war bie äußere Gestaltung der Ernft-Ludwig-Schule vorerst abgefchlofsen. Die auf den Ausbau der Schule zur Vollanstalt ge­richteten Bestrebungen Dr. Zimmers unb der Stadtverwaltung haben bislang noch nicht zum Erfolg geführt, bleiben aber das zu erstrebende Ziel. Ms zweiter Vorsitzende des Geschäsisführen- den Ausschusses der 86. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte hat Dr. Zimmer noch einen großen Teil ber mühevollen Vorarbeiten zur Tagung geleistet.

# Aulen-Dkebach, 16. Okt. Nachdem der hiesige Bürgermeister Ro-th den Boriitz rm Ortsschulvor stand fv?iwillig ntriergieTegt hat, wurde vom Landesamt für das Bildungswesen Lehrer Hermann L«rtz zum Vorsitzenden ernannt.

6 Rudingshain, 16. Okt. Die von der Jagdgeseflschast zu Rudingshain und dem Kirchen- Vorsteher Theodor Müller und Ehefrau gestifteten neuen Kirchen gl ocken haben nun ihren Einzug gehalten. Sie stammen aus ber Gbocvengießerei von F. W. Rinken in Sinn. Die erne Glocke trägt bie Inschrift: Steh fest im <5turm der Zeit!, während die andere den Spruch: Denk an bie Ewig­keit! trägt. Am 24. Oktober soll die feierliche Einweihung durch den Ortsgristlickon slattfrnden.

* Wippenbach, 16. Oft. Die hiesige, am 1. Nov. b. I. fvriwerdende Lehrerstelfe wird sogleich wieder zur befinittoen Besetzung ausge- sch-ri'ben unb ist, da sie neben Dudenrod bie kleinste Schulklasse (18 Schüler) des Kreises Büdingen ver­sorgt, für erholungsbedürftige Lehrer sehr empfeh­lenswert. Schon die Höhenlage unseres Dörfleins, mildes Klima, Nadelwälder mit herrlichen Spaz-ier- gängen, sind gute Vooausjetzungien für eine geeig­nete Luftkur.

kleineren Werke hat Goethe den schlichten Titel Novelle" gegeben; eine zweite von ihm ver­faßte Geschichte,Die wunderlichen Nachbars­kinder", hat er ebenfalls gelegentlich! als eine No­velle bezeichnet. Aber damit ist sein Anteil an dieser Dichtungsart durchaus nicht erschöpft. Die meisten seiner Novellen allerdings hat er in größere Dichtungen hmeinverwebt: in Wilhelm Meisters Wanderjahre, in die Unterhaltungen deutscher Aus­gewanderten, die Wahlverwandtschaften, in Dich­tung unb Wahrheit. Aber diese Werke mit Aus­nahme des letzten werden kaum beachtet und gelesen, und tnfolgebeffen sind auch die darin steckeirden Novellen fast unbekannt, in denen sich doch eine Kunst der Erzählung offenbart und verhüllt, wie sie seit Cervantes keinem Neueren eigen ^gewesen. Diese Novellen, aus ihrem Rah­men zu lösen und sie mit bat selbständigen sowie auch foit den unvollendet gebliebenen in einem Bande zu veveinigen, war ein sehr glücklicher Ge­danke. Es gibt freilich schon Sammlungen ein­zelner Novellen Goethes, aber noch keine, die sie alle zusammen bringt. In diesem Buche lernen wir Linsern größten Dichter so recht erst als Er­zähler kennen und schätzen; und deshalb gehört dies schön au3 gestattete Buch in jede dattsche Familie.

Handel.

Mainzer Warenbörse.

Mainz, 15. Oft. Futtermittel waren infolge der fooDen Valuta sehr fest. Größere Posten getrocknete Reisschnitzel, getrocknete Möhren. Hafer­abfälle und Maisfchrot wurden Umgefetzt. Das Än- jgebot in Dickwurz, Runkelrüben und Möhren war «gering. JnSämereien war das Geschäft ruhig. Luzerne war sehr fest, bedingt durch die hohe Va­luta : Rotklee infolge ber guten Jnlanbsernte ver­nachlässigt und flau. Das Angebot von Heu und Stroh 'war sehr gering, die Preise fest. H u l s e n- früchte waren genügend angeboten, fanden jedoch wegen der hohen Valuta nicht für sämtliche Partien Abnehmer. *

Berkin, 16. Oft. Börsen st immungs- bild. Das Telegramm ber drei Großindustriellen des Rhrinlarches und Westfalens, wonach infolge der Kohlenlieferungen an die Entente erneut wei­tere Hochöfen jHugelegt werden müßten, wirfte auf die bisher beinahe hemmungslose Unterneh­mungslust des Börsenspekulations-Publikums et­was dampfend und ließ im Verein mit den üb­lichen Glattstellungen zum Wochenschluß Verkaufs­neigung in den bisher bevorzugten Papieren ein­treten. Jnfolgedesstn senkte sich der Kursstand für oberschlesische Montanwerte, sowie Gelsenkirch- ner, Mannesmann, Goldschmidt, Gebr. Böhler und Dynamit Nobel bis zu 10 Proz. und ver­einzelt auch darunter. Wesentlich wurde die feste Grundstinrmimg hiervon aber nicht erschüttert, denn es waren doch noch eine ganze Reihe kleinerer Kursbesserungen, wie besonders für Schiffahris- werte sowie solche bis über 10 Proz. für Felten- Guilleaume, Hirsch-'Kupfer und Rheinmetall fest­stellbar. Mit der stärker hervortreteuden einheit­lichen Kursbildung ist auch das Geschäft in den Schwankungspapieren etwas ruhiger geworden. Auch am Kassaindustriemarkt war die Tendenz gleichfalls nicht mehr so ausgesprochen fest wie bisher, wenngleich das Publikum nod) unentwegt weiter kaufte. Später vermochten die gefallenen Kurse sich etwas zu erholen. Petroleumwerte waren ausgesprochen schwächer. Kolonial- und Auslands­werte waren wenig verändert und teilweise schwä­cher. Devisenkurse waren etwas niedriger. Aus­lands-' und Jnlandsrenden waren wenig verändert, erstere etwas nachgebend.

Frankfurt, 16. Oft. Börsenstim­mungsbild. Die Börse verkehrte am Wochen- schluß in fester Haltung bei ziemlich lebhaftem Gefchäst für Spezialpapiere. Der Montan markt zeigte ebenfalls ein überwiegend festes Aussehen. Rhemstahl wurden anfänglich bei größeren Käufen hoher bezahlt, später etwas schwächer. Caro und Oberbedarf fest. Phönix Bergbau und Gelsenkirche- rter lagen schwach. Buderus fanden weitere Beach­tung. Adler Kleyer gaben Wetter nach. Elektvo- Bergmann blieben bevorzugt. Auch AEG. und Schuckert blieben gesicchter. In Chemischen Badi­sche Anilin, auch Griesheim zeigte sich festere Stimmung. Bankaktien fanden zu gebesserten Kur­sen Aufnahme. Das Geschäft in Valutapapieven beschränkte sich später auf Balttmorv-Ohiv unb Teuffch-Ueberfee. Mexikaner ziemlich gut behaup­tet. Mansfelber Kuxe fest. Fest lag auch ber Kassa- industriemarkt, wenngleich bie Umsätze nur be­scheiden waren. Tie Börse schloß fest, für Mon­tanaktien unregelmäßig bei tellweiser Realisations-- neigung. Privatbiskont 37/s Proz.

Frankfurt a. M., 18. Okt

Devisenmarkt.

Geld *8 rief GeO Brief Datum: 15. Okt. 16. Okt.

vermischtes.

* Die Leipziger Tabakrnesje. Die Leipziger Frühjahrsmesfe 1921 wird zum erstenmal eine besondere Tabaknieste bringen ein Plan, ber schon lange erwogen nrnrbe, aber erst letzt verwirklicht werden kann, nadjbem bie das deutsche Tabakgewerbe niederhaltenden Fesseln größtenttrls gefallen sind. Der neu zu schaffenden Tabakmejse i gibt Leipzig ein eigenes Heim in dem Meßliaus

. , RKosmos", Ecke Gottschedstraße und Dittrichruig,

jalfo in unmittelbarer Nähe des Meßzentrums;

v TOnrt,..rt 17 ow. Londaerickt vor- ^votz hoher Umbaukosten werden die Aussteller- urtÄ^ "tzLdl-r WTC den Reifen

genommen. 5 Zusammenfassung der Tabakbranche in einem be­

sonderen Meßhaus abhängig macksten, erfüllt. Vor­aussichtlich wird bie gesamte deutjche Tabakindustrie nunmehr regrimäßig in Leipzrg so gut wie ge­schlossen vertreten sein, um durch jährlich zwei- malig-eu Besuch der Leipziger Mesje unter verhält­nismäßig geringen Kosten ihre gesamte, neuerdings bebeutenb gewackssene Jahresproduktion an den

Budapest hat aber Bulgarien .... treu aus- I Aonii|iaruiepeL . .

mc. Frankfurt a. M., 17. Okt. In,s-b-It-ir Dn imm-r stÄk-r m-rdmL-

der Narbt hnm Äreitarr wm Samstaa WUT- oberen Vogelsbergs ist sicherlrch auf die gute Unter» aeZiriaen kunfts- und Verpflegungsmogfichkeit in dem Hohe-

STl b?.^bt Frankfurt geyorlgen ^^^lubbause Urrückzufübren.

Hof Goldstern bei Schwanheim vier fette Schweine gestohlen und sofort abge­schlachtet. Die Diebe durchbrachen mit schwe­ren Eisenstangen eine 60 Zentimeter dicke Mauer von außen, da sie den Hofraum wegen der Hunde nicht zu betreten wagten. Am an- dern Morgen fand man von den Schweinen lediglich zwei Köpfe. Die Spur führt nach

Datum

Kurs

15. 10.

Kurs 16.10.

Kurs 15.10.

KürS

16.10.

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79,50

79,50

79,50

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.

67,62

67,70

3°/,Deut.Neichsanl.

_

.

.

63,60

4°/ Preuh. Konsals

63,62

63,50

Darmstädter Ban^

161,50

.

161,75

Deutsche Bank . . .

312,50

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317,-

Disconto» Gesellsch.

227,-

227,50

227,-

Dresdener Bank .

198,75

Nationalbank J. D.

.

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171,-

Mitteld.Treditbank

.

161,-

162,-

H.-Amerik.-Paketf.

183,25

183,50

181,25

180,25

NorddeutscherLloyd

180,25

180,50

179,50

Boch.Gußstahlwrk.

605,-

e

605,-

604,-

D.-Luxemb Bergw.

375,-

381,-

379,62

382,-

Gelsenkirch.Bergw.

384,-

383,50

489,-

379,-

Harpener Bergbau

390,-

388,-

396,-

398,50

Oberschi. Eisend.-B.

307,-

305,-

302,-

288,-

Oberschles.Eisenind.

308,

310,-

307,-

299,-

Phönir-Brgb.rAkt.

620,-

620,-

623,-

620,50

Bad.Anilin-u.Soda

500,-

505,50

510,-

500,-

HöchsterFarbwerke

403,50

402,50

409,-

401,-

Elektr. A. E. G.. .

301,50

297,-

298,-

299,-

Schuckert-Werke. .

251,-

250,50

250,50

253,75

Felten-Guilleaume

485,-

.

489,-

500,-

Daimler......

255,-

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255,-

251,-

Bud.-Lisenw.-Akt.

463,-

469,50

459,-

465,-

Adlerwerke .

320,-

305,-

320,50

310,50

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Electron Griesheim

341,-

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MarkuotieruugO».

Datum:

15.10.

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