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Nr. 219

Dec viedroer Hnjrifl« erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags.

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Poftlchedfonto:

Sranffurt a. M. H63>

Erstes Blatt

170. Jahrgang

SietzenerAnzeiger

für die Tagesnummer bts zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. §reit für \ mm höhe für nzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz, vorfchri t 20° f Ausschlag. Haupifchriftieller: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Auq. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold s)enz: für den Anzeigenteil: ft. Beck, famtlich in Gießen.

§reitag, 17. September 1920

Aanahme dor Anzeigen

General-Anzeiger für Oberhessen

druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinbruderei R. Lange. Schriftleitung, Sefchästsfteüe und Druckerei: Schulstratze 7.

Erzbergers Memoiren.

Unser Berliner Mitarbeiter schreibt uns:

Der frühere Reichsfinanzminister Ma- thiaS Erz berger hat in der Deutschen Per» lagsanstalt Stuttgart-Berlin seine vielange­kündigtenErlebnisse im Weltkriegs erschei­nen lassen. Der -Ertrag dieser Memoiren wird chni manch weggefallenes Staatsgehalt er­setzen. Aber die politische Kritik hat keinen Grund, die Auflagenhöhe durch lobende Emp- fehlung zu steigern. Es muß offen gesagt wer­den, daß es nicht unbedingt notwendig ist, die 400 Seiten dieses Bartes gelesen zu haben. Es bringt keine Enthüllung «und keine Offen­barung. Alle äußeren Tatsachen sind bekannt. Wenn Erzberger z. B. in dem AbschnittDer Gang nach Eompiegne" die historische Stunde der ersten Waffenstillstands-Verhandlung, den gespielten Hochmut des Generals Fach, die Verlegenheit des englischen Admirals Sir Wymeß, die Abenteuer des deutschen Kuriers Helldorf schildert, so ist das nichts neues. Erzberger selbst hat diese Dinge noch im November 1918 in die Presse gebracht, und aus jenen flüchtigen Berichten ist jetzt das Memoircnkapital zusammengestellt, lieber- Haupt, flüchtig uiib oberflächlich ist so ziemlich alles, was der Vielbeschäftigte, obwohl über­all an erster Stelle stehend, im Kriege erlebt hat. Anekdoten sind es meist, keine erschüt- terriden inneren Erlebnisse, obwohl er doch als Setter der Zentralstelle für Auslands­dienst in ganz Europa herumfuhr, bald in Rom, bald in Wien, im Haag, in Bern und Gott weiß wo fieberhaft agitierte und wenn er zufällig wieder einmal in Berlin zu er­reichen war, mit wichtiger, geheimnisvoller Miene Andeutungen über außerordentlich heikle und tebeutfame Missionen und über feine faustdicken Beeinslussungsmethoüen machte. Was ist davon als Niederschlag für ein Memoirenwerk geblieben? Reue, daß alles so ganz anders gekommen ist, als er gewollt und gehofft? Enttäuschung, Erschütterung, Wandlung der politischen Ansichten? Nichts ist geblieben. Herr Erzberger ist immer der­selbe. Auch die Darstellung des Zustandekom­mens der Friedensresolution vom 19. Juli 1917 verrät das. Erzberger wurde nicht durch innere Bekehrung aus einem Annexionisten zu einem Pazifisten, aus einem Belgienfresser zum U-Bootfcind. Sondern aus der Erkennt­nis heraus, daß ein anderer Wind wehte und daß die Zeit zum Vorstoß für den Parlamen­tarismus gekommen sei, formulierte er die Reichstagsentschließung. Die ganze Sache gibt ihm in den Memoiren eigentlich nur den An­laß, auf den Kaiser loszuschlagen und neben­bei Rache an seinem letzten Prozeßgegner Helferich zu nehmen. Der Kaiser habe in der Unterredung mit den Parteiführern am 20. Juli 1917 gesagt: Der da Helfferich be- licnte ihn gerate mit Zigaretten hat das amose WortFrieden des Ausgleichs" er- unten. Und Ausgleich bedeute, daß wir den Feinden Geld, Rohstoffs, Baumwolle, Mi­nette, Oele wegnähmen und aus ihrer Tasche in unsere Tasche überführten. So schlecht sei der Kaiser informiert gewesen und so sehr habe er die Parlamentarier verhöhnt. Nun, wenn der Kaiser so schlecht unterrichtet war, warum hat iyn Herr Erzberger nicht eines besseren belehrt ?Dazu war ja dis Zukunft da. Las Erzberger sonst noch als Kaiserworts vor­bringt:Wo die Garte auftritt, da aibt es eS keine Demokratie", reiht sich würdig an das, was mau kürzlich hören mußte:Die köpfe werden fliegen, wenn ich zurückkehre". Dill Herr Erzberger auf solche Weise seine Propagandatätigkeit für Deutschland wieder aufnehmen? Das »heißt gegen die verjagten vohen;ollern und für Karl den Treulosen? Die österreichische Kaiserfamilie findet an Erz- berger in dem Memoirenwerk roieter einen warmen Verteidiger. Erzberger schreibt im Vorwort, daß die Stunde noch nicht gekom- wen sei, um seine gesamten Erlebnisse im Weltkriege der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Vir glauben aber nicht, daß oabei irgend et­was anderes herauskommen wird als Wie- Erholungen und ausschrnückende Anekdoten, «rzberger verleugnet den erfahrenen Journa- jifen nicht. Er schreibt gefällig, klar und spannend. Aber von einem ehemaligen Staatsmann, der das Schicksal seines Vater- Mides mehrmals in ter Hand hielt und, wie eine politischen Gegner behaupten, dem Urchtbaren Unglück unendliche Fehler hinzu- ügte, von ihm erwartet man mehr als ober» lachliche Erinnerungen im Plauterton. Die- er Mann will ins politische Leben zurück­kehren. Mehr noch, er strebt trotz der pein­lichen Bloßstellung im Helfferichprozeß nach neuem amtlichen Dasein. Seine Zähigkeit, seine Geschmeidigkeit, seine geschäftliche Be­triebsamkeit -ist ungebrochen. Er fehlt nir­gends, wo es etwas zu grünten gilt Er scheut

keine Arbeit. ES gibt immer noch Aemter, die ihn an ihre Spttze wünsclfen, weil sie ihn wegen seiner Schlagfertigkeit und Redege­wandtheit jur unentbehrlich halten. Nun bringt er sich bei mancl-em Schwankenden auch noch durch die hübschen Memoiren in empfehlende Erinnerung. Die Kreise, die ihn bekämpft oder auch nur ablehnten, werden sich erinnern müssen, daß dieser Mann keinen Gewimi, sondern eine Gefahr für das öffent­liche Leben bedeutet.

präsidentenwechsel in $rantreid).

Paris, 16. Sept. (WTB.) Wie HavaS mit­teilt, ist Minisdnwräsitent Millerand heute früh um 8/<8 Uhr nach Paris zuräckgckehrt. Der Ministerpräsident begibt sich hnite nachmittag nach Rambouillet, wo er eine Unterhaltung mit dem Präsidenten De s ch an el haben wird. Morgen vormittag findet ein Ministerrat statt, in dessen Verlauf Ministerpräsident Millerand seine Kollegen über die durch den Gesundheitszustand des Präsi­denten Deschanel geschafsene Lage unterrichten wird. Am Nachmittag wird Millerand die Präsi­denten des Senats und der Kammer empfangen, mit denen er sich über den Zusammentritt des Parlaments verständigen wird. Wahrsch.inlich wer­den die Kammern für Donnerstag zusammen­berufen werden, um die Verlesung des Rücktritt­schreibens Deschanels entgegenzunrhmen. Tie Na­tionalversammlung wird dann am Samstag zur Wahl des neuen Präsidenten in Versailles -usam- mentreten. Einen Tag vorher wird im Senat die übliche Zusammenkunft ter Gruppen stattsinten.

Paris, 16. Sept. (WTB) Wie derTempS" rnitteitt, hatte Präsident T e S ch a n e l am 10. 9. einen Unfall. Es war gegen 6 Uhr morgens, als ein Angestellter des Schlosses den Präsidenten herantommen und auf den Kanal zugehen sah, in dem ter Angestellte fischte. Ter Präsident wünschte chm guten Erfolg und ging weiter. Plötz­lich, man weiß nicht recht, was sich ereignet hat, sah ter Fischer den Präsidenten mitten im Kanal, ter glücllicherweise an dieser Stelle nicht tief ist, bis zur Mitte seines Körpers im Wasser. Ter Angestellte rief um Hilfe. Ter Präsident wurde fofort ins Schloß »urückgete^cht -»ter von dem ganzen Vorfall keine Ahnung mehr.

©iolittis (Eingreifen zum Konflitt in 3ta!icn.

Mailand, 16. Sept. (Wolff.) Die Blätter beschäftigen sich cingefrnb mit den Besprechungen, die am Mittwoch zwischen G iolitti und den Vertretern ter Industriellen stattgesunden haben. Corriere della Sera" glaubt feststellen zu können, daß man auf tem Wege zu einer Lösung des Metall- arteiterkonflikts sei.-In offiziellen Kreisen wurde darauf hingewiesen, daß die Annahme des Kon­trollrechts, das die Arbeiter in den Fabriken aus- üten wollen, durch die Industriellen möglich sei. Giolitti soll auf die Annahme des Kon troll-- rechts gedrungen haben, ohne aber mit einer Intervention ter Regierung, zu drohen.

Rom, 16 .Sept. iWolff.) Stefans. Nachdem sich Giolitti für dir Aufsicht über die Fabriken enridfieten hat, bat er durch Erlaß einen aus Industriellen und Arbeitern zusammen- gefetzten Ausschuß ernannt mit ter Aufgabe, einen Gesetzentwurf hierüber vorzubereiten^ den die Regierung ter Kammer bei ihremW :eterzufammen- tritt vorlegen wird.

Gberschlefien.

Berlin, 16. Sept. (Wolff.) Nach den letzten Meldungen aus Ober schiessen mehren Hd> dort die Anzeichen für die in der deutschen N7te an General Lerond erwähnte, unmittelbar be­vorstehende polnische Aktion. Di- Wen er­klären ganz offen, daß sie innerhalb zwei Wock-rn ganz Oberschlesien fest in ter Hand haben wrrren. Tie polnischen Grubenarbeiter drängen zu etem neuen Streik, der schon in den nächsten Tagen ausbrechen soll und wahrscheinlich mit een angekündigten polnischen Pu.sclabsich:en julammen» hängt. Die Entfernung des den Po en unbeguemen italicnifdgn Mi.itärs wird öffentlich in Versamm­lungen gefordert.

Berlin, 16. Sept. (Wolff.) In der heu­tigen Sitzung des Aeltestcnratcs der preutzi- schen Landesoersammlung wurde b;» schlossen, einen gemein amen Eintrag aller Par­teien wegen ter o b c r s ch l e j'i s che n Frage em»u- b rin gen, ter gleichzeitig mit einem weit ren ge­meinsamen Anträge wegen ter Vorgänge im e-aar* gebiet morgen aur "bie Tagesordnung ter Landes- ocrfammlung gesetzt werten soll.

Wie Die Polen arbeiten, davon gibt nachstehender Fall Aufschluß. Deutschen amtlichen Stellen ist folgendes Schreiben in die Hände gefallen:

Oeis, 31. Aug.

An das

Pvlniscte Plebisz t-Kommisariat. Breslau.

Um . as deutsch-Auch al. en ter Ao, tmmung in Oberschle ien zu vereiteln, wird cs gut fein, einen großen Teil ter von den Bereinig en ver­bänden heimattreuer Oberschi,'sier den Oberschle­siern abgenmrmenen Geburtsurkunden zu erwischen, unt diee Urkunden für Polen z u benützen. Bei den Bereinig en Verbänden m O e ls.C'Kauer Sri 47, ist <v:e junge Dame aus Obersck.e im deschäf igt. Wie Ich aus genauer Quelle criohoen habe, bezieh: diese dort ein sehr

geringes Gehalt, muß aber von diesem allein leben. ES rourte mir verscherl, daß es nicht schkver sein düri:e, diese junge Dame gegen eine größere Geld enrschä.ägung zur Unter^liguuq von den frag­lichen Urkunden zu gewinnen. Ich bitte tesl.alb das Kommis ariat, als einer, dem noch daran l egt, Oberschleieu bei Polen zu wißen, evtt. einen jungen Mann nach hier zu fentern, der nach Bureausck>luß 6 Ute die Bekcom:schift dieser jungen Dame zu machen versucht und fi. durch liebere,abe eines größeren Betrages, evtl, den die Dame da­für beanspruch:, zur Unterschlagung gemimt.

Ein stimm beroch iger Pole herorts ansässig.

Also: Sichere Aufbewahrung der Urkun­den und Kontrolle des Bureaupersonals mvß die Parole sein.

Berlin, 17. Sept. Aus Mlenstein melden die Blätter, daß der Grenzpolizeiwacht- meister Albrecht aus Buchvalte und der Landwirtssohn Sablotny nach Aussagen des Vaters des letzteren bei Eigenau (Kreis Osterode) von einer polnischen Patrouille auf deutschem Boden festgenommen und verschleppt wurden.

Die Kriegslage im Offen.

Königsberg, 16. Sevt. (WTB) Lage­bericht. Südlich von Lemberg überschritten die Polen den Dnjestr und besetzten die Ortschaften Halicz und Bolszowee sowie die Höhen östlich davon. Weiter nördlich wurden die Bolschewisten von dem Swyrzfluß auf die Gnila Lipa zurück- gedrängt. Im Raume von Wladimir-Wol- hynsk, Brest-Litowsk und östlich des Bug weiter günstiger Verlaus des Kampfes für Polen. In ter Richtung auf Luck wurde Chorsww besetzt und östlich von Kobryn der DnjeprBug- Kanal überschritten. Die Polen melden eine große Anzahl von Gefangenen und Kriegsmaterialbeute. An der polnisch-litauischen Fwnt dauern die ört­lichen Kampfhandlungen an.

Trotzti an der Front.

Krakau, 16. Sept. (WTB) Durch Funk­spruch. Hier einaetroffenen Meldungen zufolge soll sich Trotzki nach Litauen begeben haben. Sein Aufenthalt an ter Front werde mit Vorbereitun­gen für eine neue Offensive in Verbindung gebracht. Helsingforser Meldungen besagen, baß Trotzff einen groß angelegten Winter f eldzu g 3egen Polen plane.

Die Verhandlungen in Riga.

Warschau, 16. Sept. (Wolff.) Die Pol­nische Teleyrapben-Agentur meldet aus Mos­kau: Tsch tische rin tritt persönlich an die Spitze der russischen Friedensdele­gation in Riga.

In einer Unterredung erklärte Paderewfki, daß, falls der Friede zwischen Polen und Rußland zustande gekommen sein werde, was sehr wahrscheinlich sei, die Folge dieses Frie­dens die Anerkennung der Sowjetregierung als tatsächlich? aber nicht als rechtmäßige Regierung sein werde.

Warschau, 16. Sept. (WTB) Durch Funk­spruch. Die polnische Delegation, be­stehend aus 100 Personen einschließlich tech- ni)d>em Personal, desgleichen 50 ftbrizt Ponten tzn, sollten gestern abend oder heute früh in Libau eintreffen, um vor^ dort nach Riga wetterzu­fahren. Die russische Delegation ist schon am Mon­tag früh in Riga eingetroffen.

Der Kongreß in Baku.

Moskau, 15. Sept. (WTB) Durch Funk- spruch. Aus englischen Flugzeugen rourten aus Enseli Bomben abgeworfen, von denen einige das Schiff Kurak trafen, auf tem sich die persische Delegation b.'fand. Zwei Personen wurden getötet, mehrere verwundet. Es ist 6nglanb aber nicht ge­lungen, den Kongreß in Baku zu vereiteln. Es sind bereits 1890 Delegierte eingetragen, dar­unter 55 kommunistische Frauen. Aus dieser Zahl entfallen 1273 auf Vertreter von 37 Ostvöllem, die in Baku erschienen sind. 55 muselmanische Frauen legten in Begeisterung ihren Schleier ab mit tem Rufe: Wir haben den Tod besiegt!

Tie englische Regierung über Kamenew.

Amsterdam, 16 Sept. (W-.llff) DerTe- legoaaf" meldet aus London: Tie Downing- st r e e t l «ß der Presse ein? ausfüteliche Erklä­rung zugehen. Darin wird terU-ra- hoben, daß üie Regierung Beweise für di? Teilnahme K a - m e n e ro i an tem Veriiuf ter Diamanten m Händen habe. Kamenew habe fei.ter Regierung mi geteilt, daß er für 40 000 Pfund Sterling Dia­manten verkauft habe und bi ses Geld demDaily Hevald" überweisen ließ. Hierauf habe er Schritte unternommen, um eine weitere Summe von 40000 Pfund Sterling aufjubringen, zum Te l durch ten Verlaus anderer Diamanten; wovon er weitere 10 000 Pfund demDaily Herold" aushändigen wollte. Die Auszahlung an tenDaily Herold" geschah in Bankbilletten, die durch die frönte des Sohnes von Lansbury, Ct-efredak.eur des Daily Herall>" gingen. Die Renierum, erflärt a-.lßerdem, k- Kamenew die Wa'fmsttllstandsbe- dtttgungen ferner R gierung für Pvlm dadurch ab- änterte, daß er darin die Stelle wegließ, daß die Sowjetveg«rung auf ter Bewaffnung der polnischen Arbeiter unter Kontrolle bet Vertreter ter Gewerkschaften Rußlarrds und Polen testkmd, was Kamenew durch das scheinbar un- schul ige WattBürgermttiz" er e5e, da er wohl wußte, daß die wesewlichen Bedingungen, bv* von ter Sowjetregirrung geuellt wurden, ben Wider­stand der englischen Gewerkschaften hervorruftn wüchen. Tie britische Regierung drückt ihr Be­

dauern darüber aus, daß sie biere Ta sachm ter* öffcnilidKn müße Kamenew brach jedoch srin Ver­sprechen, sich in England jeder direk.cn oder indirek­ten Propaganda zu en. halten. Die Erklärungen Üamenews, bei er bei seiner Abr<i c gemacht habe, seien aber so irtefüteenb, daß sich die Regierung zu diesen Enthüllungen veranlaß: sehe

Aus Elsaß-Lothringen.

Berlin, 17. Sept. Wie ten Blättern auS El saß-Lothringen gcnultei wird, nimmt dort ter Spiachenlämpf an Schari e im nur mehr zu. Selbst solche Hetzer, wie We.terle, müßten, um ter Volks- gunst nicht völlig verlustig zu gehen, gegen die französische Spiachvergttvalrigung osfenllich pvo- tefrieren.

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Dänische Butter.

London, 16. Sept. (Wolff.) DieTi­mes" meldet, daß wegen des in Deutschland und Oesterreick l-crrfchenden Mangels an Butter und anoeren Fetten der Teil der für England bestimmten dänischen Butter nach diesen Ländern gesandt werden soll.

H»lz.

Dresden, 16. Sept. (Wolff.) Es wird daS Gerücht verbreitet, daß Hölz aus dem Sana­torium, worin er von ten l schxchorillowak.schm Be­hörden eingeschlossen worden war, entflogen ist. Eine amtliche Bestätigung durch die tschecho­slowakischen Behörden steht noch .aus. Tie säch­sische Regierung und die Regierungen ter Länder traten die erforderlichen Maßnahmen, um Hölz, falls er wieder in Deutschland auftauchen sollte, festzunehmen.

Neues Leben in Venezuela.

Der Ausländsabteilung des Kaufmännischen Vereins von 1858 in Hamburg wird aus Ciudad Bolivar berichtet:

Im Vergleich zu ter Zeit vor tem Kriege sind hier nur wenige deutsche Angestellte be­schäftigt. Aber sie werden wiederkom­men eine deutsche Firma hat bereits den An­fang gemacht- mit tem letzten Dampfer sind drei junge Deutsche für sie herausgekommen Jrgente welche Regeln für die Arbeitszeit aibt es nicht, wenn es nötig ist, muß sogar nachts gearbeitet werten. Darüber muß sich jeder Har sein, ter auswantern will. Mit den ®ehaltern, die hier in ten drei ersten Jahren gezahlt werden, kann man gerate auskommen, erst nach Ablauf des ersten Kontraktes werten bessere Gehälter tezahltt Auf Glück darf schon deshalb keiner hierher aus­wantern, well er nur ausgenutzt würde. Tie weni­gen hiesigen deutschen Häuser stellen derartige Einwanderer aus Prinzip nicht ein.

Aus dem Aeiche.

Reichskanzler und Reichspräsident in Freudenstadt.

Berlin, 16. Sept. (Wolff.) Der Reichskanzler begibt sich heute abendi zum Besuch des Reichspräsidenten nack .Freuden'stabt. In den nächsten Tagen gedenkt der Reichspräsident nach Ber­lin zurückzukehren, während der Reichskanz­ler twch fhnige Tage von Berlin abwesend sein wird, da er sich zunächst in seiner Eigen­schaft als Präsident des Freiburger Münster- bauvereins zu der Feier anläßlich der Fertig­stellung der Reftaurationsarbeiten am Mün- sterturm nach Freiburg begibt. Der Be­such des Reichskanzlers in Freudenstadt wird der Besprechung aller schwebenden politischen Fragen dienen. Die Vermutungen, die in Ver­bindung mit der Reise über eine angebliche Verschärfung der inneren Lage angestellt wur­den, entbehren, wie wir feststellen können, jeder Grundlage. Insbesondere hat die Fraye des Eintritts der Sozialdemokratie m die Regierung bisher Beschlüsse des Kabinetts nicht erforderlich gemacht. Eine Anregung in dieser Beziehung ist von der sozialdemokratp« schen Partei bet dem Kabinett nicht erfolgt Die Reise des Ministerialdirektors Schüler nach Freudenstadt stcht mit dem Besuch des Reichspräsidenten nicht in Zusammenhang.

Aus der preußischen Landesversaunnluug.

Berlin, 16. Sept. (WTB.) Inder heutigen Sitzung der Preußischen Landesver­sammlung wurde das Gesetz über die Umle­gung von Grund st ücken in zweiter Le­sung angenommen, ferner das Gesetz vom 13. Deznnter 1918 tetr. Erleichterung tes Aus­trittes aus der Kirche und aus jüdi­schen Synagogengemeinden mit einem An­träge Koch, der die Einzelaustrittserklärung! vorsieht.

Aus der Deutschen Bolkspartei.

Darmstadt, 16. Sept. Tie Vorstände ter Deutschen Bolkspartei aus den Wahl­kreisen Hessen-Darmstadt, Hessen-Nassau, Ba­den, Pfalz und Württemberg halten eine ae- meinsame Zusammenkunft am 27. September in Darmstadt ab. Es soll bie Gründung ter geplanten Arbeitsgemeinschaft vollzogen und Stellung zur Zenttalvorstandssitzung genom­men werden. Am 28. September tritt tep