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170. Jahrgang

fron

Vie deutsche Industrie und die Lohleuablieferung.

Ta» Oberhaus.

London, 16. Aug. (WTB.) Im Ober­haus betrat» gte Lord Curzon dir Vertonung des HauseS und tagte dann über den russisch- polnischen Krieg: Nir haben feine Streitkräfte imb brw Geldmittel für einen solchen Krieg zur Beifügung. Dir Sfsentlrche Meinung in England und überall wünscht einen gerechten und ehren­haften Frieden. Diesen Rat haben wir aaetfc der polnischen Aezftrun, gegeben. Am hutigen Mor­gen sei ein Telegramm mit der freudigen Zustim­mung Italiens hierzu angebrngt.

Die englische Arbeiterbewegung «egen den Krieg, für Friede« mit Rußl^ud.

Amsterdam, 16. Aug (WTB) Ter Bor- sft-nde der englischen Arbeiterpartei, A d o m s o n, sandte an den Sekretär des inter- narionoSen GnverkfchaflsbinrdaS und bei inter­nationalen T Tcn\»Xxrc tn rbcü rrb v r be5 ein Teie-

Dienstag, 17. August 1920 Annahme von Snjeigen für b* Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne;eöe DerbindlichiieU. Preis für l mm tztztz« für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., aufwärts 45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite IbO Pf 2e. Platz.

Die Stimmung in England.

London, 16 Aug. TAolff.) TieWeste miirfirr Go zette" schreibt rn einem Lei'artißel:Tie Politik der Alliierten in Ausland führt ditzu, die Bolschewiken in Ruh'and zu stär­ken, olle Kreise der Bevölkerung, emichsießlick des Mittelstindes und der Mili arislen hüUer der jetregierung zu vereircchrn un> eine Art Zowiet- system in der englischen Bolitik einzuführat. Ter letzte Punkt ist nich: weniger wichig als die an­deren. Wenn die Gewerkschaften ziisamme^i- öommon und ein Aftionsrut zur Beaufsichtigung der gesetzmäßigen Regierung des Lundes ernannt wird, so must fugegeben, toerden, lxrst in Ewrlasb wie in Rußland ernfte Tinge geschehen, die vor zwei Fähren .sicht für mög'ich gehalten worden wären. Die Auffassung, daß die Arbeiter- ftchrcr offene Türen eimxmuten, und die Lage für ihre Zwecke geschickt ausbeuteten. ist niche ganz von der Hand zu weisen. Ulster den Arbeiterführern sind einige sehr geschickte Männer. Sie benutzen bie gute Se!«venhsit, fab an bie Spitze der Bewegung z« stallen, wobei sie die öffentliche Meinung hinter sich wissen. Ts handelt sich .aber «richt m» eine gewöhnliche po-

Bezug auf .....

wirksam sein könne, wenn völlige Einigkeit herrsche. Nun seien bie Alliierten bezüglich Iftißlands und Polens nicht alle derselben Meinung. Welchen Zweck würde es also gehabt hoben, wenn diese An­gelegenheit anstatt vo« Obersten Rat vom Böller - bunb erörtert worden wäre? Rußland habe es abgelehnt, ernt Abordnung des Bolkerbundes zu empfangen. Lloyd George sagte weiter, er «nd seine Kollegen hätten sich eifrig um einen Frieden be­müht. Er hoffe bald dem Daus Depeschen vorzu- legen, aus denen sich ergeben würde, dah die Hal­tung der Regierung bezüglich Polens völlig konse­quent gewesen sei. Auf eine Anftage Lloyd George, die Regierung habe General A r a n g e l vollstän­dig klar gemacht, daß er weitere Angriffe gegen die Bolschewisten auf eigene Verantwortung machen würde. Wrangel habe neue Operationen began­nen, und die Verantwortung falle gayz auf ihn.

men tritt des Unterhauses notwendig sein. Tann würde die Regierung bekunden, baß Schritte zur Verteidigung Der polnischen Unabhängigkeit not­wendig seien. Er habe indessen keinen Grund, einen solchen Fall anzunehrnen. Kamenew habe in seinem Brief in Lloyd George versichert, die Bedingungen würden nicht geändert werden, und in diesem Falle würbe die englische Regierung nicht vorgehen. Tas Haus bürte versichert sein, daß die Regierung England nicht in kriegsmäßige Operationen htneinziehen lassen iöerbe, solange sie nicht das ganze Land hinter sich wisse.

A s g u i t h als Bertreler der unabhängigen Liberalen und T l y n e S als Bertreter der Virbeiter» Partei begrüßten die Erklärungen Bonar Laws. Lloyd George nahm bei Beginn seiner Rede Bezug auf die Kritiken am Böllerbunb, der nur

All en stein, 18. Aug. (ATB.) Nach einem demAllensvüner Vokksblatt" zu gegangenen Be­richt setzten am 15. August nachmittags in Sol­dat! eingerückten Truppen eine örtliche Selbst­verwaltung mit Ausschluß aller polnisch gesinnten Elemente ein. Ter Antrag der (so[bauer Stomirru- nistMi auf Einführung der Sv wjetver Wal­lung routbe von dem russischen Zivil- l o m n: i s s a r a b g e I e b n t, Ni sie für die agpa- rische Bevölkerung nicht gec^iet sei. Ein gnoßer Teil der im Ktteise Vetoenburg weilenden Flüchte lingv ist bereits Ireiaigestrhrt. Der russische Zivil- lowmisiar erkundigte sich nach der Anzckhl der in Allenstem befindlichen Truppen und fragte, wann die Ententemission Allen stein verlassen werde. Er i<t, möglichst bald den Eisenbahnverkehr mit Sol- Dau toidber aufzunebmeu und erklärte, daß die Russen den polnischen Korridor bis ; besetzen würden, um die Einfuhr ret und Munition zu verhindern. Falls

Tanzig jich neutral verhalten werde, würde es nicht besetzt.

Ein deutscher Aunksprnch nach Moskau.

Berlin, 16. Aug. (Wolff.) Nachftehen- )er Funkfpruch ist am 13. August nach Mos­kau gesandt worden auf eine Anfrage vom 12. August:

In Durchführung unserer Neutralitäts­erklärung werden polnische Truppen, die sich in das Abstimmungsgebiet zurück­ziehen, interniert und entwaffnet. Bereits 2000 Polen, die am 30. Juli das Ab­stimmungsgebiet bei Prostken betraten, sind entwaffnet und bei Arys interniert worden. In Abwesenheit des Reichsministers: gez. Daniel/'

Frankreich und die russischen Randstaaten.

Moskau, 16. Aug. (Wolff.) Tdrrch Fmck- spruch. Die Kommission kirn französischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten fordert alle b a l t i s ch e n Staaten, ferner Bo­len, bie kaukasischen Staaten und die Krim «f, ihre politischen Befteebungen barzulegen und ih»e Vertreter zu einer Beratung über ein gemeinsames Bündnis nach Paris zu schicken.

Au» Bayern kämmende Munition beschlagnahmt?

Wien, 16. 9hig. (Wolff.) Der Morgen" meldet, baß eine Militärpatrouille auf ;n>d Donau- scheppern aus Bayern kommende Mu­nition, sowie Maschinengewehre beschlag­nahmte, die unter falscher Deklaration verladen waren. Bisher ist nicht festgest-llt gewesen, ob es sich um Waffen und Munition bayrischer Her­kunft handett, oder ob die Munition von Frank­reich nach Bayern gebracht wurde, um von dort auf dem Donau weg nach Rumänien und von dort weiter nach Südrnßttmb zu General Wmngel geschafft zu werden.

nr. 192

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Zraochntt a. 3*. UWi

gram«, roorm es n. a. heißt: xie größte mte nnigftc Versammlung der «njttifcben Sawerkschafts s rrgkeiten , und Arbeiterbeweguna begrüßte mit Genugtuung Grundlage, die ErLLrua« der rujfijch-n Legtenurg betreffenb l

litische Bewegung. Hnnderttausrmde von Männern, die die Schrecknisse des Kriege-.' am eigenen Seiht erfahren haben, find feit Wochen besorgt, daß dir Mißgriffe der Staatsmänner sie in einen neuen Krieg hineintreiben könnten. Diese Manner, ihre Frauen und Eltern sind entschlossen, bas nicht geschehen zu lassen. Hinter dreiem Willen steckt ei» tiefes Mißtrauen gegen die Regierungen unb Mi- nifterien deS Aeußern, unb die allgemein verbrei­tete Auffassung, baß die Parlamente hilflos sind.

London, 16 .Lug. (WTB.) DieWest­minster Qf u $ e 11 e" schreibt zur russischen Frage: Kann einer ber Männer, die für bie so­genannte russische Politik verantwortlich sind, be- itreiten daß diese Politik txnt Anfang biS zu Ende bcllagenUwert ist? Die Militaristen und bie Pazifisten sind <ruS verschieden Gründen emio bann, daß fte einen verhängnisvollen Febl- schlaq bedeutet. Dasselbe Urteil wirb eiirhellia über einen großen Teil ber gegenüber Deutsch- lanb Oesterreich unb bie Türkei Versal oben Politik gefällt. Diese Umstände qeben altmodischen Staats- männern kein Recht dre Hände über daS Auf­treten bet Arbeiterschast zu ringen. Wo sie ihr System nicht mit den Bedürfnissen ber großen Volks massen in Einklang bringen können, werden bie Eingriffe von nutzen her immer wirkungs­voller werden, bi5 schictzlich das ganze System »erstört ist. Die europäischen Staatsmänner sollten jetzt ernstlich überlegen, ob bie Hoffnung auf inne­res Gleichgewicht unb wetteren Frieden baaon abbängt, daß der Völker band zur Wirklichkeit wird unb das sein Jdoak einer klaren, offenen und ehr- lichen Führung der polttischen Geschäfte erfüllt wird.

«n» dem englischen Unterhaus.

Paris, 16. Aug. Nach einer Havalmelbung auZ London brachte zu Beginn ber heutigen Sitzung bei englischen Unterhauses Do­nar Law den Antrag ein, das Unterhaus solle fick bis zum 19. Oktober vertagen. Tas Unterhaus werde früher zusammengeruien werden, wenn ba5 Interesse be5 Landes eS erfordere. Bonar Low fügte hinzu, er habe dem Hause keine anderen Er­klärungen zu machen, als wie sie durch die Aresse veröffentlicht worden seien. Die Sage in Palen sei noch nicht geklärt

Paris, 17. Aug. (WTB.) Das englische Parlament hat sich bis zum 15. Oktober vertagt. Lloyd George hat bte ««gekündigte gtvhe po­litische Rede mcht gehalten, sondern sich damit begnügt, eine Anzahl Erklärungen abjugeben au Anftagen, die aus dem House an ihn gerichtet wurden. Lloyd George sagte ra>d), baß die eng­lische Regierung die Negierung des Generals Wrangel nicht anerkennen werde.

London, 16. Aug. (WB.) Bonar Law sagte zu seinem Vertagungsantrag im Unterhaus, nur wenn die russisAn Bedingungen an Polen nicht aufrichtig seien ober bie Unabhängigkeit Po­lens beeinträchtigten, würde ein früherer Zusam-

Ergebnis hin zu fallen. Wetru dieWest­minster Gazette", der Herr Asquith nahesteht, seststcllt, daßin England wie in Ruß­land ernste Dinge geschehen, die vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten wor­den wären", wenn das Blatt meint, die so­genannte russische Politik sei von Anfang bis zu Ende beklagenswert, und dasselbe Urteil werde einhellig über einen großen Teil der gegenüber Deutschland, Oesterreich und der Türkei verfolgten Politik gefällt, so ist das ein Umschwung, den wir mit großer Freude begrüßen müssen. Herr Kamenew, der russische Diplomat in London, soll zwar, französischen Hetzereien gegenüber, in derHumamte" versichert haben, die Be­dingungen für den W a f f e n st i l l st a n d und den Vorsrieden enthielten nichts über die deutsch Polnische Grenze, das beeinträchtigt aber nicht die Erwartung, daß im endgül­tigen Frieden Rußland sein volles Interesse wahrnimmt und sich für die Wiederherstel­lung )>er alten Grenze einsetzt. Wir vertrauen darauf, daß trotz des Sommerurlaubs von Dr. Simons und trotz des einstweiligen Aus­falls von Sitzungen des deutschen parlamen­tarischen Ausschusses alle deutschen Instan­zen auf der Wacht sind, um die Notwendig­keiten für die deutsche Zukunft entschlossen burchzuführen! Gerade weil der Oberste Rat in Paris bei ber Festsetzung der Grenzen in Westpreußen bie deutschen Rechte rtrieöer einmal mit Füßen getreten hat, darf das Ziel nicht aus dem Auge gelassen werden, bie ganze unmögliche Friebensorbnung in unfe rem Osten im Einklang mit den russischen Wünschen wieder umzustoßen.

Warschau durch russtsch« Trupp«« besitzt.

Amsterdam, 17. Aug. (WTB.) DieTi­mes "meldet aus Kowno: Der Stab ber 4. russi­schen Armee Wilna melbet, baß Warschau am 15. August durch bie russischen Trup­pen besetzt worben ist. In Warschau sollen bei den bolschewistischen Elementen im Zusammenhang mit biesem Ereignis große Demonstrationen ftatt- gefunben haben.

London, 16. Aug. (WTB.) Die Roten Heere, bie in konzentrischer Richtung gegen War- lajau Vorbringen, gewannen im Osten bei Weg - r ow unb im Sübosten bei Lukow beträchtlich fträbe. Nach ben letzten Berichten ist bte Kampf- c Agilen von Warschau entfernt. Wte ver- D°ljch««sl-N fci'te bie Stobt M

Vie Rufit« im po!«ische»Korriöor vorgedrsuge«!

Königsberg i. Pr., 16. Aug. (WTB.) Löbau würbe von den Bolschewisten beicfct, die aus ber Linie Straßburg-Sautenbcrg auf Grau- benz vorgehen. Goßlershaufen tmirbe von den Po len geräumt, bie sich auf Graubenz zurückziehen. Aus bem Raume Plonsk-Mvdlm erfolgen starke pol­nische (szegeuangiisfe in norbwesticher _3\i*hmg Süblich von Eholm leisten bie Polen eefolgreichen SBiberftanb. Brobh iteirbe von ben Bolschewisten zurückgenommen.

Berlin, 17. Aug. Der Divisvnskomwan- beur ber in Solbau eingerückten r «s s i s ch e n Truppen erklärte in ber Stadlverorbnetenver- ammlung, er habe die Anweilurig, bas ©ol- >auer Gebiet bencingesesscnenDeut- chen zu überlassen. Der Sommanbeur er- lärtc ferner, bie Einführung bes Sowjet- chftems in bem beutschen Ge bie t käme nichtin Frage, weil es bem Wlllen ber Mehr­heit der Bevölkerung widersprechen könnte.

Verschiedenen Blättern zufolge wurde in Thorn in einer großen Versammlung beschlossen, eine große Reservearmee aus den westlichen Lmrdschasten zu bilden, bte in kürzester Zät auf ben Kcmrpfplad treten soll.

Die Pläne der RuFen.

Schwere Zusammenstöße zwischen Deutsche« «ud Tschechen

Wien, 17. Aug. (WTB.) In 8iewentaK, Hermannstadt unb Zvckmantel kam es zu schwer ren Zusammenstößen zwischen Dex schen und Tschechen wegen der von den Tschechen angeordweten Aushebung von Deutsche« für das tschechische Heer. In Zuckmantel trat dm Arbeiterschaft in den Aus stand. Als Legionäre gegen die Demonstranten vorgingen, fiel au5 der Menge ein Schuß, worauf die Legionäre das Feuer eröffneten. 3 Personen wurden ge­tötet, 15 s chwer verletzt. Unter ben Tx*m befindet sich ein britischer Genbarrneriewachtmaster

bie völlige Unabhängigkeit Polens. Ter Aktions­ausschuß erhielt ben Auftrag, solange in Taliotett *u bleiben, bis Folgenbes gesichert ist: 1 Voll- Itänbige Garantte, daß England keine 'i ruivat verivenben wirb, um militärische Untemehmrmgcn Polens, Wrangeks oder irgend ivdtbc «ruderen mckltärischen Unternehmungen gegen die Sonnet- regierung zu unterstützen. 2. Zurückztehung aller englischen Seestreitkräste, bie tätig finb, um direkt »ber indirekt die Blockade gegen Rußland tuncb« zu führen. 3. Anerkennung der Sowiet-^ regierung und Wiederherstellung u n e i n g e - chränkter Handelsbeziehungen troit chen Großbritannien unb Rußland.

Tic Versammlung Ifhnte jede Verbindung und jede Bundesgenossen»ckxrft zwischen Großbritan-^ men, Frankreich ober einem anbei en" Lande ab, die England verpflichten würde, General Wrangel ober Polen zu unterstützen oder Munition und Kriegsmaterial für Angriffe gegen Rußland -u liefern. Tie Versammlung ermäßigte ben Ak­tionsausschuß, ersvrbetlichenfalles die allgemeine Arbeitseinstellung zu proklamieren unb richtete einen Aufruf an alle organisierten Arbeiter, schnell, loyal unb mutig zu handeln, alle Geheim- diplomatie aus bem Wege zu räumen. unb dafür zu sorgen, baß die auswärtige Politik Großbrrtonniens in Uebereinstimmung mit bett Wünschen des Volkes gebracht wftb, damit ben Kriegen unb der ewigen Kriegsgefahr ein Ende gemacht wird.

Tas Amsterdamer Sekretariat be­grüßt in seiner Antw^ r t die Haltung der eng-' lischcn Arbeiterschaft und brückt bie Ueberjevgung; aus, baß bte Arbeiter aller Länder dem Borbikde! ber englischen Kameraden folgen werben. Weiter beißt e5: Tie Leitung bes inte rmtwntafrn Transportarbeiterbundes sandte amt 14 August einen Auftuf an die Seeleute imb Eisenbahner oller Länder, jebe BesSrderung von Heeresmaterück unb Truppen, bie für im Gan« btsiinbliche ober brohendc neue Kriege bestimmt? finb zu vermeiden. Die Leitung bes internatio­nalen Trmlsportarbeiterbundes wird in dvesep Woche zusammen kommen, um rntermrionalr Richt«. Unten auszustellen. Dos Telegramm schließt: (5S lebe ber Kämpf der nationalen und uttemntioealex Arbeiterschaft für Friede, Reckst, Freiheit in* Glück!

Die e«slisch°fr«uzöstfchen Verbaudlungen^

Paris, 16. Aug. (WTB.) Wie berTenttS" meldet, begab sich Paleologue am Montag mittag nach ber englischen Botschaft, wv er eine längere Unterredung nril Lord Derby hatte. Ter englische Botschafter überreichte bet fnn^ösischm Regierung im Laufe des ^lrutMittagS eine Mitteilung ber englischen Regier'nig m der Frage des russijch^olnischen KonfstSes

(Eroberung Warschaus und Vormarsch der Nüssen im west-

preußisch.'NKorriöor".

Nach einerTimes"-Meldung ist die pol­nische Hauptstadt bereits am Sonntag in die Hände der Russen gefallen. Bielle'cht noch be­deutungsvoller aber ist die Tatsache, daß der russische Vormarsch auch in dem sogenannten Korridor" erfolgt. Denkwürdige Städte und Ortsnamen werden genannt; das Seenrevier, wo sich die Schlacht bei Tannenberg zusanv- menzog, sieht heute ein völlig anderes Bild. Die russischen und die deutschen Burger ver­tragen sich, und es heißt, daß die deutschen Bewohner von Soldau zu Ehren der Sowjet- truppen in den Farben schwarz-weiß-rot ge flaggt hätten. Das Land wird der deutschen Verwaltung überlassen, die polnischen Aentter werden aufgeräumt. Auf oer Linie Stras­burgLautenburgSoldau gehen die russi­schen Truppen in der Richtung nach Graubenz vor; ihre Führung erklärt, der ganzeKorri­dor" solle von ihnen besetzt werden. Das kann in wenigen Tagen schon erfolgen. Der Weg nach Graudenz ist nur 30 Kilometer weit. Besonders bemerkenswert ist, daß die Russen darauf verzichten, in den deutschen Bezirken Sowjets einzurichteu- sie erklären, das passe für agrarische Verhältnisse nicht. Im übrigen fügen alle Berichte hinzu, daß der russische Vormarsch in voller Ordnung, unter Schutz von Leben und Eiaentum der Bewohner sich vollziehe. Die rusfifche Ausrüstung fei gut und der Feldzug sei plan- und ordnungsmäßig vorbereitet. DaS Train- und Meldungswesen funktioniere musterhaft. Auf Plünderung, Vergewaltigung, Raub und Mord stehe die Todesstrafe. < '

Alle diese Ereignisse gehen Hand in Hand mit einer ausgesprochenen diplomatischen Schlappe Frankreichs. Die öffentliche Mei­nung in England wendet sich ganz scharf gegen die Pariser Methoden, und Lloyd George pariert das Washingtoner Eingreifen sehr wirkungsvoll mit einer Anpassung an die For­derungen der englischen Arbeiter, die eine internationale Bewegung zur Verhinderung des Krieges unb zur Anerkennung der russi- ichen Regieiung eingebettet haben. Im weißen Hause in Washington sitzt fein weiser Mann .. Eng:and wird keinen Rückzug vor dem franzö­sischen Standpunkt antreten, im Gegenteil, die Würfel scheinen auf ein ganz anderes

Berlin, 16. Aug. (WTB.) Nach ben bei dem Reichswirtschaftsministerium und Reichskohlenrat vorliegenden Mitteilungen ist die d e u t s ch e I n d u st r i e auf die An- regimg, sich dort, wo es irgendwie angängig ist, von dem Verbrauch von Steinkohle aus denjenigen von Rohbraunkohle uinzuftel- len, bereitwillig einaegangen. U. a. will auch Krupp erhebliche Teile seiner Betriebe auf die Verwendung von Rohbraunfohle umstellen. Natürlich sind die Kesselanlagen entsprechens umzuändern. Die da und dort auftauchenden Befürchtungen, daß die verstärkte Verwendung von Braunkohle ihren Preis wieder nach oben beeinflussen werde, sind nicht zutreffend. Eine Erhöhung der Braunkohlenförderung dürfte verhältnismäßig einfacher sein als der Um­bau der Feueranlagen and die Regelung ber Transportfrage. In diesem Zusammenhang ist mitzuteilen, daß die Kohlenabliefe- rungen andie Entente in bem in Spaa vereinbarten Umfange glatt von statten gehen. Sie werden begünstigt durch die gegen» roärtig noch gute Transportanlage und auch durch die allgemeine Absatzstockung auf dem Warenmarkt. Ein Teil der ausländischen Presse unternimmt es jedoch, die Qualität dieser Brennstofflieferungen als vertrags­widrig zu bemängeln. Dazu ist zu bemerken, daß die Qualität der abzulie'ernden Koh.e tn Verhandlungen an ben Gewmnunglltalten mit den Enientevcrtretern vereinbart rouroc und sich die Lieferungen genau den Abmachun­gen entsprechend vollziehen. Solche Verftiche, Deutschland aus ber Qualitätsfrage .Lchww- ' rigkeiten zu machen, entbehren regltcher

rorfarift 20* , Austchlaß. fiauptitriftlfiter: Äug.

General-Anzeiger für Oberhelsen

druck «nb Verlag: Vr5-k'sche Mis.-Vnch »nd Sfefabniderä K. £a»y. Gtjch«f1rsteSe und vnickerei: 5ch»lfttatze 7. fämtiid» i« Oi.ß.n'