Ponisten: Mondonvrlle, Smetana-Osbricek, Mnch-1 entflammt wird als durch Hiebe", ist wohldur^ Kubelik, Daquin-Man4n, Wiemanfti-KDeisler brin- geführt und ftnvetzurn Schluß noch ecne besontere,
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19 Wohnungen erngerrchtet irerbtn formten, <ui gebraucht sind. Tie Stadt bekäme übrigens
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dieser Summen als verauslagte BaufoitenzmcM' -
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um die
Siebener Ztadtthealer.
Tanzabend ®ük Warren.
vewrdnetenver sammlung einverstanden.
Das Gesuch des „Gießener Anzeigers
toittiiartsbf Lhühenitrek^, i Gdräic Wicht, tzvUrrs M Ä btotb im iw gtndsw. obgde
gen. Begleiten wird ihn der Pianist Ottvmar Gerster, der auch eigene Kompositionen sp'.elen wird.. Näheres über Vorverkauf nsw. siehe Anzeige.
bewilligt. 1<v_. •
Beigeordneter Krenzien bemerkt wtsv, daß die seinerzeit bewilligten 50000 Mark, li»rW
deren Bezug von Vierteliahr zu Vierteljahr steige. Die Stadtoevordnetrnveriammlung habe die Verpflichtung, dem Teil der Bevölkerung, der eine Zeitung nicht halten wolle oder könne, die städti- chen Bekanntmachungen auf andere Weise zugänglich zu machen. Man möge das städtische Amtsblatt — ähnlich wie cs bei der Provinz geschehe — den Zeitungen beilegen und außerdem durch Aushang und Auslegen zugänglich machen. Der Redner bittet, seinen Antrag der Finanzfom- mission mit dem Wunsche einer möglichst raschen Erledigung zu überweisen.
Stadtv. Ebel (Dem.): Ich hatte die Absicht, einen ähnlichen Antrag cinzubrmgen, der sich auf eine Eingabe des Pfarrers Forbach in Laubach "tützt. In diese! Eingabe wird vvrqeschlagen, das tädtische Amtsverkündigungsblatt als Bei age zum „Gießener Anzeiger" und dec „Oberhessischen Volkszeitung" erscheinen zu lasse»,, roomit beiden Teilen, der Stadt sowohl wie den Zeitungen, gedient wäre. Der Redner empfiehlt diesen Vorschlag aufs wärmste und bemerkt, daß die Herausgabe eines eigenen Amtsblattes der Stadt sehr teuer käme, wie die Erfahrung beim Kreise ge, lehrt habe.
Stadtv. Kraus müll er (D. Vp.) meint, daß der Schaffung eines Amtsverkündigungsblattes nichts entgegenstehe und erklärt, den Antrag Beckmann unterstützen zu wollen, macht aber daraus aufmerksam, daß die Sache sehr wahrscheinlich viel teuerer tarne, als man glaube.
Der Antrag Beckmann wirb dem Finanzausschuß überwiesen.
Der Antrag Krausmüller (D. Bp.), den >I ü x p l a tz nach einem geeigneteren Gelände zu verlegen, wird der Baudeputation über
führt und findet zum Schluß noch eure veionoere, humorvolle Betätigung dadurch, daß der verprügelte Narr der glückliche Ehestester des von chm zuerst verfolgten Paares wird. ,,
Eine fein abgewogene künstlerische Belebung des Spieles sind die zwei außerordentlich reizvollen und besonders in der Begleitung mit teinftem musikalischem Geschmack gesetzten Lieder von ^heo Mackeben (Koblenz). Die vier Mitzvirkenden: bte Herren Karl Volck als König sowie Frl. Margot Werner als Königstochter, Richard H e l l b o r n als Narr und Hans Heinz H e r e s als Page, boten vorzügliche Leistungen und wurden dem Marro- netten-Charäcker des Ganzem vollauf gerecht, ebeniio die Inszenierung, die Hofrat Steingoetter übernommen hatte. Ter Dichter, der auf der Rampe erscheinen mußte, wurde mit reichstem Bei- all gelohnt. Es war für eine Erstaufführung ein Erfolg, wie man sich ihn schöner nicht ivünschen tarnt. U. F.
:s ft a b rttes
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, den 17. April 1920.
Erhöhung des Zeilen Preises für städtischen Bekanntmachungen __
6 Pf. ab 1. Juli 1919 und ab 1. Januar 1920 auf
Ä sä S-.E
vom Reiche wieder zurückerstattet.
Stadtv. Tr. Ebel (Dem.), regt an, das. die städtischen Bauten benötigte Holz in ben <ota.v Waldungen zu schlagen und den an den Bauten leiligten Handwerkern zu überlassen.
Stadtv. Win n (T. Vp.) bemerkt hierzu. er diesen Antrag bereits im Herbst bet ber xxßn und forstwirtschaftlichen Deputation geltttlt hcm Tas Holz sei auch bereits an bte Sagewertt^ fahren, dort geschnitten und für mäßige Pnm an die Handwerker abgegeben worden.
Beigeordneter Krenzien beklagt, daß, W Verhandlungen pegtn Ueberlassung uilirr tärischerGebäudezu Wo hn zweckenjj nicht zu einem befriedigenden Ergebnis gefM> hätten. „
Ter neue Tari fvertrag der ftäbin- scheu Arbeiter wird genehmigt. Danach-w tragen die Stundenlöhne der städtischen 9IibeW zwischen 2,50 und 3,10 Mark nnt ,e 10 Pf. R schlag für Vorarbeiter uftv. Höhere Lohne, vv vor diesem Tarifvertrag bereits gezahlt wu«^ bleiben unberührr. Diese Neufestsetzung ber verursacht der Stadt eine Mehra u s gabe «r 491 900 Mari Von dieser Summe werden. M der Stadtlasse 280 700 Mark gedeckt, 123 200 W vom Gas- und Wasserwerk und 150000 Amr vom Elektrizitätswerk und der Straßenbahn.
Der Gaspreis wird voraussichtlich M
wiesen.
Die Voranschläge des Gymnasi- nms, Realaymnasiüms und ber Ober- realschule für 1920 werden nicht beanstandet.
Stadtv. Ebel (Dem.) und Stadtv. Neuenhagen (D. Vp.) wünschen, daß ber Elementav Unterricht in den höhcven Schulen nach Fortfall der Vorschule^ nicht ztu Gunsten der akademisch gebildeten Lehrer zurückgestellt werde und daß man die Einrichtung der Reallehrer beibehalte.
Stadtv. Kling (D.-N.) erhebt Bedenken gegen die Verdoppelung des Schulgeldes.
Oberbürgermeister Keller erklärt, daß dir Stadt in dieser Frage in Uebevemstrmnrung mir den staatlichen Schulen Vorgehen müsse.
Auf einige Beschwerden des Stadtv. 'Setters (Svz.) über die Zurücksetzung der Volksschulen hinsichtlich der Unterrichtsräume und - des Schul- inventars gegenüber den höheren Schulen kam, Oberbürgermeister Keller befriedigende Auskunst erteilen. "
Stadtsekretär Martin vom städt. Rechnungsamt wird mit den Funktionen eines weiteren Kontrolleurs für die unständigen Einnahmen der Stadtkasse betraut.
In den Vorstand der A.--G. Gießener Volks- bad werden als Vertreter der Stadt die Stadtverordneten Kramer, Kreiling und Vetters gewählt.
Dem VereinHundefport werden30Mk. als Ehrenpreisstiftung bewilligt, lurdstem Stckbto. Otter gegen und'Stadtv. Ur stabt für die Bewilligung gesprochen haben.
Ton Kaninchenzucht verein Gießn werden 300 Ml. zur Beschaffung von ifirtternritttin bewilligt.
Tie Billett steuer wird aus Grund. des vom Landtage abgeänderten Gesetzes erhöbt. Künftighin werden von feder verkauften Eintritts» Earte bis zn 2 Mk. 20 Proz., von 2—5 M!_ 30 Proz. und über 5 Mk. 40 Proz. Mllettsteuw erhoben. Eintrittsnachweis« für eine Mehrzahl derselben Veranstaltung (Duhendkarten usw.) und Eintrittskarten, die mehrere Personen gleichzeitig zmn Eintritt berechtigen, werden sio versteuert, als ob die entsprechende Änzalst voü Einz (farten mr«* gegeben worden wäre. Wenn Eintrittspreise ohne besondere Karten erhoben werden, dann wewri 40 Proz. des Gesamterlöses als Steuer eTbobw. — Als einziger Redner sprach Stadtv. Fvuricv gegen diese Erhöhung.
Tie Beschlußfassung über die Einri chtuiw) einer Fähre am Oberlauf ber Lahn (am Bootshaus der Rudergesellchaft hinter br Unterfülirung ber verlängerten Meserstraßei nnö trotz längerer Mssprache ausgesetzt, da der AntM- steller, Stadtv. ©ommer, nicht anwesend Itxr
Ter Baugenossenschaft von 1894 nxs ein weiteres Da r le he n von 200000 Mk. gegrs Verzinsung gewahrt. Die Genossenschaft solle itfr verpflichten, nach FertigsteNung ber belresfendr Gebäude Hypotheken zu Gunsten der Stabt Höhe des Tartehens zu errichten. Hierbei sprecht» die Stadtverordneten Höhn (Dem.), Mann (Lm. Urstadt (Dem.), Oberbürgermeister Keller, StM- Simon (Dem.), Fourier (USP.), Gvertz (Ztt.) Winn (D-. Bpt.). . '
Zur Herstellung der Asphalt arbeitm durch die Firma Deutsche Asptalt'Aktien-Gcsck schäft wird ein Kredit von 122000 Mk. nadytra?"-* fitfi bewilligt.
' Für die Erri chtnng vio n No twvhnur' gen wird ein Kredit von weiteren 100000 Mar
Alieestraße 25.
**Steuermahnung. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich and)' die Mahnung des 6. Zieles ®enteinbeHeuern und Kanalgebühl- ren für das Rtz. 1919. Die Zahlung kann yoch bis fzum 30 April d. I. bei der Stadtkasse, ober durch Ueberweisung auf deren Bankoder Postscheckkonto erfolgen. Vom 1. Mai an beginnt die Beitreibung, wodurch Pfändungskosten entstehen und erhoben werden.
** Lichtspielhaus, .Bahnhofstraße 34. Film „Pest in Florenz" bedeutet eine Großl'it der deutschen Filmindustrie. Marga Kiersfo hat es verstanden, als Julia eine Cäurtisane zu veran- schaulichen, nie sie zeitweilig ganze Länder oöNig beherrschten. Nicht zu vergessen sind die rauschenden Feste mit wunderbaren Naturaufnahmen und außerordentlichen Ausstattungen. Ein Besuch ist sehr zu empfehlen.
Landkreis Gießen.
L Lang-Göns, 16. April. Ter hiesige Geflügel-- und Kaninchenu ckt ve rer n hätt am 17. und 1K April seine 3. Lvkal-a im Saale des Gastnirts Henrich ab. 3 ligung der Aussteller ist sehr star'
X Wiese ck, 16. April. Ein vom V chor am Sonntag, 25. d. M. geplante wird uns mit zwei namhaften Frankfur lern bekannt nmchen. Der .Konzertmen'< bortigen Oper und Bratscher im Rebn Paul Hindemith wird zu Haydn mx>b
Hochschilnachviehten.
Schließung der Philipps-Universität?
() Marburg, 16. April. In einer gestern abend abgehaltenen sozialdemokratl- chen fPersammlung wurde von dem Mitglied >er Nationalversammlung, Parteisekretär Röhle aus Frankfurt, mitgeteilt, daß die Staatsregierung ernstlich erwäge, wegen der reaktionären Haltung der Marburger Studenten Junb der sie unterstützenden Bürger die sZhilipps-Universität zu schließen oder zu verlegen. Die Mitöeilung vers- ursacht hier große Aufregung.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik fotzenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Wäre es nicht angebracht, daß jetzt, wo die Lichteinschränkung nicht mehr besteht und länger Tag ist, die Feierabendstunde in den Kaffeehäusern etwas später gelegt würde? Das Publckum würde es gewiß mit Freude begrüßen.
Das musikalische Programm war sehr spruchsvoll: ein Ueber-Reichtum feiner Kompositionen, die auch der routtniertesten Tanzerrn erlaubt hätte, alle Fazetten einer vielgestaltigen Kunst spielen zu lassen. Ewe Warrens Tanz hat mancke Bezi^hüng zu dem Hannelore Zveglers. Er ist nicht sakral, kein ausgeprägt stilisierter Tanz. Realistik leuchtet hindurch: einfache, Freudigkeit, ganz einer Stimmung hingegeben, die nicht künstlerisch unerbittlich Schritt für Schratt wägt, eine Freudigkeit, die frei spielen läßt die modelrert. Schelmisch oft Blick und Geste. Das ist zugleich Stärke und Schwäche. Solcher Tanz droht nicht, ich in Artistik zu verlieren. Man freut sjch des Menschlich-Ungezwungenen. Aber oft wünscht man eine größere Bändigung/ Haushalten mit der Bewegung. Bis zu einem gewissen Grad ist scharfe geistige Struktur auch beim Tanz unerläßlich. Jeder Effeft bricht dann stärker hindurch, W sich
Tie reichhaltige Tagesordnung der gestriges Stadtverordnetenversammlung brachte wiederum eine Reihe bemerkenswerter Beschlüsse. Im Zu-- ammenbang mit der Wohnungsfrage wurde der Baugenosseiischast 1894 ein weiteres Darlehen von 200000 Mk. «insgesamt jetzt 400 000 Mk.) gewährt unter der Verpflichtung, daß nach Ferttgstellnng der Gebäude die Stadt Hypvtl)ekensich:rung<m in Höhe des Tarlehens echält. Zur Errichtwig von Not- nvlnnmgen wurde ein .Kredit von 100 000 Mr. bewilligt und zur (Srftdlung weiterer Wohngebäude durch die St dt cin Kredit von 700 000 Mk-» von denen 400 000 Mk. von Staat und Reich er^ - etzt werden. Die neuen Wohngebäude sollen mit - insgesamt 26 Wohnungen zwi chen der Cl-oosschen Villa und der Wolfftraße an der Kaiser-Allee ersetzen. Außerdem wurde noch dem Eisenbahntzcim- । tättenverein die Bürgschaft für ein Darfohen von 200 000 Mk. gewahrt. Diese erfreulichen Maßnahmen könnten noch weßentlichl unterstützt werden, wenn die Verhandlungen wegen Ueberlassung militärischer Gebäud? für Wohnzwecke zu einem
Kreis Friedberg.
□ Friedberg, 16. April. In der gestrigen Stadtoerordnetensitzung bean- pruchte die oon dem Beigeordneten Kühn eingc» brachte Entschließung, die sich gegen angebluhe anttsemitische Strömungen in ber Studentenichcick der hiesigen polylechni'chM Lehranstalt richtete, das größte Interesse. Tie e Entschließung, die wohl eines polittschen Beigeschmacks nicht entbehrte, ertt- sesft.lte eine längere urch sehr erregte ?lussprach' und wurde schließlich mit 16 Stimmen der gurten gegen 10 der Rechten angenommen. — Tas Gefuch des Wetterauer Reiteroereins um Ueberlassung der tädtischen Seewiese zur Abhaltung eines Wettrennens wurde genehmigt. — Tas Ber.rchertalgs- veihältnis der städtischen Betriebe um 150 Irvoz. wurde beschlossen. — Es wurde ein neuer Tarifvertrag mit den stLüifchen ^lrbeitern unter Zu^ grundlage der Ortsklasse 4 ein geführt, darnach erhalten nunmehr gelernte Arbeiter einen Stundm- lohn von 2,60 bis 2,80 Mk., ungelernte 2,40 bis 2,60, Fvauen 1,40 bis 1,60 Mk. — Es werden 1000 Mk. bewilligt zu Borarbeiten für ein Projekt, daS stctatische Schwimmbad durch die Abwärme der Gasfabrik zu Heizen. — Die Einführung eurer Billettsteuer von 25 Pvoz. nrirb gut gelaßen. — Für die Anträge auf Bewilligung von Lebensmittelzulagen für Kranke soll eine Gebühr von 50 Pf. erhoben werden, um davon die ärztlichen Gebühren zu decken.
□ Friedberg, 16. April. Auch rn lwesager Stadt hat in den letzten Wochen die Grippe eine ganze Reihe von Todesfällen verursacht, zum grofen Teile oon Leuten im blühendsten Alter. So starb gesteni Fabrikant Herinann Megerle, Mitinhaber der bedeutendeii „Deutsch-österrerchischm Lackfabrik Franz Megerle" nach mehrtägigem Krankenlager im Sliter von 41 Jähren.
Beginn der Sitzung 5,15 Uhr
Anwesend sind Oberbürgermeister Keller, die Beigaottnieten Klingspor, Krenzien, Rosenberg und Seib, sowie mit Ausnahme der Herren Diehl, Gmelin, Kiel, Martin, Michel und Sommer 36 Stadtverordnete.
Zu U rvundsperfvnen werden erwählt die Stadtverordneten Mann und Urstadt.
Zunächst wird Beigoordneter Tr. Seid durch Oberbürgermeister Keller in sein Amt eingeführt und verpflichtet:
Er sagte u. a.: „Tie Tätigkeit in der Kommunalverwaltung, von jeher der schwersten eine, wird von Tag zu Tag immer mühevoller. Mit der Neuordnung des Reichsfinanzwesens hat man die Art an die Wurzel der kommunalen Selbstverwaltung gelegt und damit den Gemeinden die Erfüllung ihrer Aufgaben zmn Teil fast unmöglich gemacht. Wer lebenswichtige Organe beeinträchtigt, darf sich nicht darüber wunderii, wenn ber Gesamforganisnius Schaden erleidet und zu gesunder Kraft nicht gelangen kann. Tie Baumeister des neuen Reichs haben die Kuppel des Reicks zu schwer und seine Fundamente, eben die lommunalen Gemeiwvesen, zu schmal gemacht. Auf dieser schmalen Basis ein städtisches Genaeinwcseii lebenssähis M erhalten, ist eine schwer zu lösende Aufgiabe."
Beigeordneter Tr. Seib dankte.
Tie Beschlußfassung über den Ausbau der höheren Mädchenschule und Errichtung einer Studie na ri st alt und Frauenschule wird auf Wunsch des Kuratoriums dieser Anstalt zurüMesfollt, bis die Reichs- ickullonferenz zu dieser Frage Stellung genommen hat.
Mit der - neuen Polizein^-npwung nebst Gebührenordnung über den Gewerk betrieb der Tienst- männer der Stadt Gießen ei.iirt sich die Stadt-
Stadtv. Beck m ann «U. S. P.) glaubt, daß etzt an der Zeit sei, den Plan der Herausgabe ischen Amtsverkündigungsoie Tat umzusetzen. Die Bevölkerung
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Eine schöne Neuerung war das zykliusarttge rnancher Tanzrei^hen, wie die Preludes von Chopör die Brahmswalzer, die Partien aus den Papil- lons von Schumann. Hier können dankbare Kontrastwirkungen erzielt werden. Auch die Wahl des sonst wohl noch nicht zu Tanzb^gleitung erprobten Stephen Heller zeugte von seinem Ge:chmack. Die Stücke waren r^thmisch prägnant und boten gute Anhaltspunkte. Vielleicht die rundeste Leistung ®roe Dtarrens war die Gavotte von Reger, die sie musikalisch rtzythmisck und mit wohl abschattiertem Hell-Dunkel der beiden Sätze tanzte. Wiegend schön war auch der vorletzte Teil im Walzertakt aus den Pavillons.
Die Kostüme wareir reich variiert, die Be- leuchtungsesfekte treffend, ohne auffallend stark zu sein. Beides vereinte sich besonders in dem „Allegro caratteristido" von Stephen Heller zu einem stimmungsvollen Ganzen. Herr Ludwig Mar- guth begleitete mit reifer Musikalität und voller Beherrschung des Flügels. Der Beisall des Publikums war reich. Blumen fehlten nicht.
Lob der Narrheit.
Ein Spiel in 2 Testen von Reinhold Z e n z.
Die moderne Dramatik ist reich an Begabungen, ihre besondere Form sehr ausgeprägt die Tragödie. Gestern abend sahen wir ein lustiges Viarionettenspiel. Es ist eine leider titel zu wenig gepflegte Kunstform. Sie bietet die weitesten Möglichkeiten. Frei kann der Dichter mit seinen Fi- guren schalten, ohne allzu strenge Rücksichten auf realistische, i. B. psychologische Forderungen nehmen zu müssen. Wirklickies und Unwirkliches kann durcheinandergetzen, und hinter allem, in einem Reich ber Freiheit, steht ter Dichter, läßt agieren intb spricht launische unb ernste Worte.
(Das Spiel von Zenz, „Lob der Narrheit", ist ein Marionetrenspiel in bestem, edelstem Sinne. Menschliches unrb hervorgeholt und in einer Form gebracht, bk heiter und flüssig über Komisches unb Ernstes hinweg spielt. Trotz ter — st^bstver-
ArLS Stadt und Land.
Gießen, den 17. April 1920.
Milchkontrotte.
Trotz aller Warnungen nimmt das Harn- : ftem von Milch immer mehr überhand. Es sind an einem Abend nicht weniger als 20 Personen an der Straße Gießen—Heuchel- ; heim festgestellt worden, die mehrere Liter ; Milch mit sich führten. Wenn auch die auf den einzelnen entfallende Milchmenge vielleicht nicht allzu erheblich ist, so ist doch die Gesamtmenge, die durch das Hamstern der , allgemeinen Verbrauchsregelung entzogest werden, recht erheblich. Die derzeitige Milchknappheit, die dazu zwingt, .Kindern unb Kranken an den ihnen gesetzlich zustehenden Bezüge zu kürzen, macht es notwendig, dem unerlaubten Milchverkauf wirksamer e-tt- gegenzutreten. Die Städtisck?e Lebensmitteldeputation hat daher beschlossen, daß künftig die bei Milchhamsterern festgestellten Milchmengen ohne Entschädigung beschlagnahmt imb der allgemeinen Milchversorgung der Stadck Gießen zugeführt werden sollen.
Veranstaltungen.
Samstag, 17. April: Stadttheater, 7 Uhr. Geschlossene Vorstellung der Gewerkschaften. — Gewerbehaus, Kirchstraße, 7^2 Uhr: Hauptversammlung der Baugenossenschaft 1894. — Aquarium, 2 Uhr nachm.: Bertreterversammlung des Provinzialv.rbändes Obertzessen ter demokratischen Partei. — Gasthof Hindenburg, 8 Uhr: Vortragsabend des D. O. B. — Einhorn, 7^2 Uhr: Strack- Bellachini. — Lichtspieltheater wie gestern.
Sonntag, 18. April: Stadttheater, 3 Uhr: „Tie Frau im Hermelin": 7 Uhr: „Eine Ballnacht". — Ober hessischer Künstverein: Gemälde- Ausstellung von 11—1 Uhr geöffnet. — Einhorn, 4 und 71/2 Uhr: Strack-Bel l achten. — Turnverein 1846, vorm. 9 Uhr: Wetturnen der Zöglinge intb Schüler: nackm. 21/2 Uhr: Großes Schauturnen aller Abteilungen. — Sportplatz Trieb: V. f. B.: Diplomspiel gegen Merkur. — Lichtspieltheater wie Samstag. *
** Aus der Stadtverwaltung. Der cum Beigeordneten gewählte Magistratsassessor Dr. Bünger von Berlin^chöne- berg hat die Annahme der Wahl abgelehnt. Er ist inzwischen in den preußischen Staatsdienst lübergetreten und an das RegierungÄ- präsidium Coblenz berufen worden.
** Betriebsstoff für Kraftfahrzeuge. Die Gewerbeinspektion Darmstadt, HauptverteilungsfteNe von Betriebsstoff für Verkehrszwecke, macht die Kraftfahrzeugbesitzer darauf aufmerksam, daß ihr für den Monat April wieder eine etwas größere Menge Betriebsstoff als in den Vormonaten zur Verteilung zur Verfügung sbeht. Soweit Anträge um Zuteilung für April noch nicht gestellt wurden, sind diese umgehend an obige Behörde auf den bekannten Formularen einzureichen, damit eine evtl. Berücksichtigung noch möglich ist.
*♦ Backöl-Aus gäbe. Von Ndontag den 19. April bis einschließlich Montag den 3. Mai gelangt gegen Vorzeigung der Lebensmittelkarte und ‘Abgabe des Bezugsabschnittes Nr. 3 V* Liter Backöl zum Preise von 5,50 Mk. zur Ausgabe.
** Die Höchstpreise für Brenn- undHeizftoffe sind aus dem Anzeigenteile unseres heutigen Blattes zu ersehen. !
** B ekleidun g für Minderbemittelte. Für die Versorgung ter minterbeinittel- ten Bevölkerung ber Stadt Gießen sind einige Frauenröcke und -Mäntel, Herrenhostn und -Ueber- zieher, verschiedene Kleider- und Hemdenstoffreste zur Verteilung überwiesen worden. (Sieche Bekanntmachung.)
** Das Fest der goldenen Hochzeit feiern morgen Rentner Karl Berg sen. und seine Ehefrau Emllie geb. Jost, Bismarckstraße.
** I m Oberhessischen K u n st v e r e i n gelangten diese Woche an Stelle der zum Test verkauften Bilder neu zur Ausstellung Werke von Professor Ackermann «Düsseldorf), M. Frost (Berlin), P. Felgentvcft, W. Moralt und G. Roeßler (München). Die Ausstellung verbleibt nur noch einige Tage. Die Ausstellung ist täglich außer Samstags von 11 bis 1 Uhr geöffnet.
** Bund der Auslanddeutschen, Ortsgruppe Gießen. Wir machen auf die nächste iBersammlung, Dienstag, 20. April, abends 8 Uhr, im Hotel Köhler aufmerksam, in welcher neuen Mitgliedern Gelegenheit zum Beitritt gegeben ist. Die Ortsgruppe wurde im letzten Oktober gegründet und zählt bereits über 100 Mitglieder. Die Entschädigungs-Angelegenheiten sind im vollen Gange und es wäre im Interesse aller Ausland- deutschen, die in Oberhessen ansässig sind, sich der Ottsgruppe Gießen zur Wahrung ihrer Rechte anzuschließen. Auskunft erteilt der Vorstand,
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schnellen. Ergebnis führten.
Anläßlich enter Erhöh'mg des Zei'enpreises für die städtischen Bekanntmachungen in den hiesigen Blättern stellte Stadtv. Beckmann den Antrag, ein eigenes städtisches Amtsverkündigungsblatt herauszugeben, das die Bevölkerung von dem Bezug einer teueren Zeitung unabhängig mache. Wir nwllen nicht darauf eingehen, welche finanzielle Mehrbelastung ter Stadt daraus erwachsen würde, sondern nur darauf Hinweisen, daß die Druckerei gesetzlich verpflichtet ist, keinen ihrer Arbeiter zu -entlassen, und daß demnach an Herrn Beckmann die Anfrage zu richten wäre, ob er für sreiwertende Kräfte geeignete Verwendung wisse.
Der neue Tarifvertrag ter städtischen Arbeiter erfordert eine Mehrausgabe von 491 900 Mk., die u. a. auch durch eine Erhöhung des Gas-, Wasser- und Strompreises gedeckt werden soll. Ms eine der wenigen der Stadt verbleibenden Einnahmequellen wird die Billettsteuer eine Erhöhung erfahren. Zu längerer A-ussprache führte die Beschränkung der Lescholztage. Der wirkliche Mangel an Leseholz 'bat zu überhandnehmendem Holzfrevel «geführt, von dessen Verwüstungen sich jeder ein Bild machen kann, der den städtischen Wald besucht. - .
Zu Beginn der Sitzung wurde der bisherige Stadtamtmann Dr. Seib als besoldeter Beigeordneter der Stadt Gießen in fein Amt erngeführt. Die schwierige Beigeordnetenfrage hat damit immer nod) keine endgültige Lösung gefunden, denn wie heute die Stadtverwaltung mitteilt, hat der dritte besoldete Beigeordnete Tr. Bünger die Wcü)l abgelehnt, da er inzwischen anderwcittg verpflichtet wurde. Tie Wahl ter Beigeordneten fand zum Schlüsse der Sitzung noch ein erregtes Nachspiel, da Stadtv. Ebel eine Erklärung abgab, in der er den Stadtv. Fourier eines Bettrauensbruches und einer schweren Verletzung des Amtsgeheimnisses beschuldigte.
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die übliche Anzeigengebühr unter Einräumung von 50 Proz. Nachlaß wird genehmigt: ebenso das (»fosuch ter „Oberhessischen Volkszeitung" um Erhöhung des Zeilenpreises auf 12 Pf. ab 1. Januar 1920.
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