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Dieser Punkt brr Xagcsorimnng verursacht pmr lebhafte, teilweise sehr erregte und ins pojt- tische Fahnoasser hrnü brr schwimmende Aussprache, bfe sich hauptsächlich mit der Frage der Be Zah­lung der St re iktage an die städtischen Arbeiter und mit der Gewährung v on Bo r s ch ü ss en aus die bevorstehende Gdhaltsrcge- tung für die städtischen Beamten beschäs- tigte. Es sprechen Stadw. Mann (So-.-, Berg. K-ren-ien, Sladtv. Beck mann (USP.), Mann (Svz.), Ebe! (Dem.), Oberbürgenneister Helfer, Stadw. Noll (Dem.), Beig. bkvenzien, Stadtv. zrrausmüller (D Vp.), Goertz (äcntr.), Ebel (Dem.), Wachtel tÄcntr.), Simon (Dem.), Urstadt (Dem.), Otter |USP), Fourier (USP.), Ebel (Dem ). Mann [6ofc), Fourier (USP.), Beckmann (USP.), Ebel (Dem.), fcröfrt (Dem.), Mann (Soz.), Oberbürger­meister Letter, Simon (Dem-), Mann (Soz.) und Beig. Lreyzien. Es werden schließlich ein Antrag Ebel (Dem.) auf Auszahlung Don Vorschüssen an die städtischen Beamten auf die bevorstehende Ge- Hallsregelung und ein Antrag Fourier (USP.), den städtischen Arbeitern den Lohn für die Streik- lagc einstweilen als Vorschuß zu bezahlen, dem Fm an zaus schuß überwiesen.

Zur Errichtung weiterer Wohnge­bäude dtlrck die Stadt wird ein Kredit von (700 000 Mk. bewilligt. Das von der Baudeputa- twn gutgeheißene Projekt sieht die Erbauung einer Häusergruppe mit insgesamt 26 Wohnungen aus Ein- und Zweifamilienhäusern mit GaNrnstück an der Westseite der Kaiser-Allee zwischen der Clos- scheu Billa und der Wolfftraße vor.

Stadtv. Beckmann (USP.) führt Klage über bas langsame und ungenügende Vorgehen der Stadt in der Wohnungsfrage und wünscht, daß die neuen Däuser von der Stadt in eigene Regie über* frommen werden, da sie bei den Mühlstraßenbauten tzanz geborig übers Ohr gehauen worden sei.

Auf eine Anfrage des Stadw. Noll (Dem.) trttärt Beig. Kren zien , daß von den bewilligten 700 000 Mk nur 300 000 Mk. auf die Stadt ent­fallen ; der Rest werde von Staat und Reich ersetzt.

Das Gesuch des Eisenbahnheirn- Hättenvereins um Uebernahme der Bürg­schaft für ein Darlehen' der Be-irMparHrsfe in iöShe von 200 000 Mk. durch die Stadt wird ge­nehmigt und der Rochtsausschuß beauftragt, die Bedingungen sestzufetzen.

Die Gesuche um Erlaubnis zum S chan k- 'wir t schäft sbe trieb des Ed. Seelinger, lLchüvenstraß' 2, und des Wilhelm S che r m u l h , Schöne Aussicht, sowie das Gesuch des Willy 5? ö l t e r s um Erlaubnis zum Kasfer-Wrrtschafts- betrieb im £xmk Frankfurter Straße 27 werden genehmigt: abgdefrnt dagegen ein Gesuch des Theo

Schäfer um Erlaubnis zum Schanknnrdchatrs- betricb an Hause Neustadt 41

Beschränkung der Leseholztage.

Tie Leseholztagern den städtischen Wäl­dern werden, wie vor dem Kriege, künmabin aus einen Tag in der Woche, am Mittwoch, beschränkt. Weiter fallen m den Monaten M«u und Juni, wie vor dem Kriege, die Lesebolztacx wieder ganz fort. Zum Uesen soll nur zugelaften werden, wer eine st ä d t r s ch e Erlaubnis vor­zeigen kann. Es ist beabsichtigt, ollen denen ernen solchen Ausweis ausxustellen, die sich darum be­mühen, vorausgesetzt, daß gegen ihre Person nichts vorliegt. Dieser Ausweis muß aber beim Leien immer mitgefüfrrt werden Weiter bestehl die Ab­sicht, das Stockholz den Interessenten zum Ausrvden zu überlassen: hierzu ist gleichfalls eine städtische Erlaubnis erforderlich.

Stadtv. Mann (Soz.) wendet sich gegen dre Beschränkung der liefetagc, die besonders die Aerm- ften hart treffen würde der Zentner Kohle toertx- demnächst 28 Mk. kosten) und schlügt vor, das Holzlesen an zwei Tagen zu gestatten und dafür die Zahl des Schutzperfvnals zu erhöhen.

Stadtv. Bolz (Soz.) wünscht drei Ifefeholz- tage.

Stadtv. Ebel (T«n.) axitirt sich gegen die vorgeschlagene Erhöhung des Schutzperfvnals: die hierfür erforderlichen großen Ausgaben möge man dazu verwenden, in dien städtischen Wäldern Holz zu schlagen und dieses der armen Bevöskerimg zu billigen Preisen oder utrerttgeltlich zu überlassen.

Es sprechen weiter die Stadtv. Urstadt (Dem.), Simon (Dem.) und Neuen ha gen (D. Bpt.).

Stadtv. Baum (USP.) teilt Beobachtungen aus seiner Berufspraxis mit, wonach der Holz­frevel einen geradezu ungeheuren Umfang ange­nommen hat. Ein einzelner Mann fällte z. B. nicht weniger als 23 mittlere Eichen und Lärchen, ein anderer 15 Fichten, aber nicht als Brenntplz, isondern, um seinen Garten einzuzäunen. Die wenigen Tage Gefängnis, die folche Frsvl^r ab­büßen müßten, seien eine viel zu milde Strafe.

Es bleibt bei dem ^obenerwähnten Vorschlag der Deputation, der angenommen wurde.

Nach Durchberatung der Tagesordnung gibt Stadtv. Tr. Ebel (Dem.) folgende Erklä­rung ab:Mit der Einziehung von Auskünften über mehrere Bewerber um die ausgcsclrrrebmu Beigeordnetenstelle von der Stadlverordnetenver- sammlung beauftragt, 'habe ich über das Ergebnis meiner Nack-forschungen dem Bvrfchlagsausschuß pflichtgemäß vertraulichen Bericht erstattet. Bei der Vorstellung des einen der in Frage kom­menden Herren hat Herr Stadtv. Fourier ohne Ermäch'ttgung des Ausschusses oder der Stadtver- ordnetenverstmrmlung dem Bewerber von dem In­halte meines Berichtes unter Nennung meines

9iamens Mrurüuug gemacht vtrmus har der Bewerber gcgkmbt, btnrntgat Heroen, denen ich meine Ausiünfte verdankte, feststellen zu können Wenn er sich darin auch geirrt hat, so sind meine Gewährsmänner dock ihm gegenüber in eine pein­liche Lage gekommen: ich selber bin diesen Herren gegenüber in den Verdacht geraten, bas mir von ihnen bewiesene Vertrauen gröblichst getäuscht zu biben. Ich erblicke in dem Borgeben des Herrn Fourier eine schwere Verletzung des Amtsgeheimnisses, die mich zu der Er- flähmg zwingt, daß ich künftig vertrauliche Mit­teilungen, die zur ibenntnis des Herrn Fourier kommen könnten, nicht mehr machen werde . Um die Wahl eines Beigeordneten am 31. v Mts. nicht zu stören, habe ich diese Erklärung leider erst heute abgeben können."

Stadtv. Neucnbagen (D. V.): Auch unse­rer Ansicht nach müssen vertrauliche Mitteilun­gen vor allem die nichtöffentlichen Angelegen­heiten der Stadtverordnetenversammlung strenger gewahrt werden. Die Erfahrungen beim Ver­kaufe der Alten Klinik lassen dies von neuem als dringend geboten erscheinen

Stadtv. Fourier (U.S. P.) erklärt, daß er im Auftrag seiner Fraktion gehandelt habe. Für ihn sei die Sache sehr peinlich gewesen. Die Bc- bauWimg des Stadtv Ebel, daß er feinen Namen genannt hätte, sei jedoch unrichtig. Bezüglich der Alten Klinik müsse er erklären, daß hier andere Kräfte am Werk waren, die die Sache nach Wetzlar brachten: von seiner Seite sei nichts geschehen.

Stadtv. Wachtel gibt für die Freie Ber­einigung folgende Erklärung ab:Die Freie Bereinigung hat zu dem Falle Fourier Stellung genommen und ist ganz allgemein der Ansicht, daß Mitteilungen jeder Art aus nichtöfsentlickk'n Sitzungen und vettraulichen Besprechungen ohne Austrag und ohne Zustimmung der Beteiligten Dritten gegenüber nicht gemacht werden dürfen."

Stadtv. Ebel (Dem.): Auf die Erklärung des Stadtv Fourier habe ich grundsätzlich zu erwidern: Wenn durch ein Mitglied der Stadtverordneten­versammlung oder durch eine Fraktion ohne Wissen und ohne Ermächtigung der Stadtverordneten Ver­sammlung vertrauliche Angelegenheiten offiwdl an andere heran gebracht werden, dann hört jedes ge- vneinsame Arbeiten auf, dann ist es unmöglich, daß noch Vertrauen herrschen kann. Wenn Herr Fourier rbn seiner Haltung nicht ablassen will, bann ziehe ich meine Kvnseauenzen daraus.

Stadtv. Simon (Dem.): Ich muß erklären, daß mir der betreffende Herr erklärt bat daß er genau wisse, daß Herr Dr. Ebel die Ausführungen gemacht habe. Der betreffende Herr hat mir weiter erklärt, daß Herr Fourier diese Erklärungen ihm (tegemibt-T gewacht habe.

Stadtv. Beckmann (USP.) fragt, wann die Bevölkerung wieder Butter bekomme. SBeiter.be» schwert er sich über die schlechte Beschaffenheit des

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Brotes: die Herstellung des Brote» in besonders wo> die Zutaten anbdreffc. v«stove gegen die gesetzlichen Bestimmungen des Reichs- ernLhrungsamles. Beziugnelnnend auf bte m o b lendiebstä kle am Elektrizitätswerk, wobei bekanntlich ein Dieb erschossen wurde, n flärt der Mtetmer, daß das Sicherhettüpenonal mxt dem Schießen sebr vorsichtig sem müsse. Lxmn ein Spitzbube auf andere Weise nicht fei turnebtnen in, Hann müsse man ihn eben laufen lassen Der ifttu am Eleftrizitätswerk fei aufs strengste zrt unter suchen: der Sicherheitsmann, der den zwhlendiev erschoß, jedenfalls sofort zu entlassen

Oberbürgermeister Keller wendet sich gegen pen Vorredner, well er nicht, wie üblid». seinen Aittrag vorder der Stadtverwaltung mitgcteut habe, damit diese etwaige Auskünfte usw. ein ziehen könne. Zunächst muffe er die Sicherheitswache in Schutz nehmen,, da er nicht wisse, ob die von stabte. (Beckmann geschilderten Verfehlungen tatfäctiut vorlägen. _

Stadtv. Urstadt (Dem.) stimmt den Aos führungen Beckmanns über die mangelhafte Butter beliefenmg bei und teilt mit, daß nach Frankfurt Süßrahmbutter bekomme, die aus einer Eietzener Ptollerer stamme Vielleicht hänge dies mit der außewrdenttich schlechten Deschassenbeit der m Gießen gelieferten Vollmilch zusammen

Stadtv. Schmahl (D.-N.) erklärt, daß es auch ihn u nun genehm berührt habe, in welch herz­loser Weise der Polizeibericht die Erschießung am Elektrizitätswerk schilderte. Er fvisse auch nicht, umher die Sicherheitswehr die Instruktion nähme, ohne weiteres aus einen Flüchtling zu schießen. Geschossen dürfe nur werden, wenn es suv um einen Angriff handele.

Stadtv. Baum (USP.) rügt, daß die Sicher- heüswehr die wohl in der Lage gewesen wäre, den .stohlendiebstahl zu verhindern, anscheinend nur daraus gewartet habe, schießen zu könneu.

Der Holzpreis wurde für Hartholz auf 15 Mk und für Weickcholz auf 12 Mk. für den Zentner erhöht. Wie Beiaeordnettr Rofenverg hier­bei mitteilte, werde der Holzpreis in Kürze wahr­scheinlich wieder erhöht werden müssen, da bas Nativnierungsbolz zum Teil von anderen bellt- scheu, ja preußischen Gemeinden zu außerordentlich hohen Preisen bezogen werden müsse.

Die öffenUichc Sitzurtg wird gegen 8 Uhr ge­schlossen.

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