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Beetfawen nach-ueifern geloben.
den soll.
** Freibank. Morgen beginnt Fleischverkauf um 1 Uhr mittags.
Kreis Büdingen.
)(Lißberg, 16. Dez. Ein Mann
Studentenschaft undLanöesbildiinsramt.
In einer am 14. Dezember abgehaltenen, von 900— 1000 Studierenden b s chtcn, all» tz meinen Studentenversammlung wnrb: gegen 25 Slmrmen bei 8 Enthaltungen folgende EntsickKeseuTrg angenommen:
„Die Gießener Studentenschaft tveist die Angriffe, die der Präsident des Hessischm LandeS- mntes für d-s Bll dungS wesen, Herr Dr. Strecker, gegen die Rede deS Herrn Professor Schicm anläßlich der Gedenkfeier für die ^gefallenen
Kassel, 14. Dez. (Wolff.) In der gefti- gen Stadtverordnetensitzung gab Oberbürgermeister Scheidemann Kenntnis von eurer neuen hochherzigen Stiftung in Höhe bot 870 000 Mark, dre Geheimrat Henschel zum: Ausbau der neuen EntbindungSana stalt überwiesen hat. Der Oberbürgermeister gab dem warmen Dank der städtischen Körperschaften Ausdruck, dem sich der Stadtoer- ordnetenvorsteher anschlvß.
seres gesamten sozialen liefen^ wirksam entgegen« getreten und eine Gesundung herbngefühtt
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der Empfindung^. Unb nun halte man daS Adagio der Nennten Symphmie neben LißtS Mazeppa, — wer wird wagen, beides auf eine Stufe zu stellen?
Ein Wort zur Oper und Gesangsmusik. Nachdem Richard Wagner den Gipfel der Romantik erstiegen, kann nach einem meist fruchtlosen Epigonentum eine gähnende Leere. Materialismus und Realismus liefen Sturm gegen das tmbitwnelle Opernschema: immer raffiniertere Sujets mußten ersonnen werden, um der Farbenpalette der Komponisten Nahrung zu geben: Spieloper und ftomische Oper versanken schon vor einem halben Jahrhundert und sind biS heute ohne nennenswerten Vertreter geblieben. Ferner ist sich unsere GesangSmusik vieliach nicht mehr bewußt, daß „Singen" chve Hauptaufgabe ist. Richard Wagner hatte ja die „Deklamation" erfunden, und nun läßt man die Singstimme einige belanglose Töne stammeln und verlegt den Schwerpunkt des seelischen Gehalts ins Klavier, das somit eine symphonische Dichtung für sich allein bewältigen muß. Wenn daher weite Kreise in dem liebenswürdigen Unsinn ober der leichtfertigen Frivolität der Operette Ersatz gesucht haben, so trifft neben dem allgemeinen ästhetischen und moralischen Niedergang auch die schwer verständliche Kunstmusik der Gegenwart die Schuld. — Wie anders Beethoven! Seine Leonore verdürbet das Hohelied der Menschlichkeit und Gattenliebe und seine viel zu wenig gekannten geistlichen tveltlichen Lieder sind rotier ekstatische Hymnen noch erotische Sensationen, fonbern Selbstzeugnisse eines fromm-gläubigen Gemüts und zarten Emp- sirünmgslebens, wie sie nur eine edle Natur hervorzubringen vermochte.
Und damit kommen wir schon zur letzten Quelle feiner Kraft: der Religion. Man denke sich: ein Musiker, der sein halbes Leben taub ist und dessen wichtigstes Organ, durch das er mit der Außenwelt in Verbindung steht, ihm den Dienst versagt, bleibt nicht mir in immer neu sich entfachendem Kampfe mit seinem Schicksal Sieger, sondern schenkt uns die erhabensten Werke, bernt ein MenfäZengeist fähig ist! Wo anders her sollte ihm die Kraft kommen als von seinem allmächtigen Vater selbst, vor dem er in weihevoller Andacht in seiner Missa solemnis kniet, und dessen bevorzugter Priester im Heiligtume seiner Kunst zu sein er doch auch wieder mit einem gewissen berechtigten Stolz verkündet: .Höher als bet Gottheit sich mehr als
wir einmal von dem letzten Beethoven absehen, so gibt uns der, den wir alle gleichmäßig verehren und lieben, keine Rätsel auf. Klar und ebenmäßig, giebclartig gebaut und von logisch unanfechtbaren, fast möchte man sagen „wohlverwandten" Harmonien umkleidet, fließen seine Melodien dahin und umfassen ihrem Inhalte nach das ganze Gebiet des musikalisch Ausdruckbaren vom schlichten Naturenrpflllden bis zum Erriet höchster seelisckxr Spannung und Erhabenheit. Ja dieser letztere Begriff ist cs, der vielleicht keinem Musiker so eigentümlich ist, wie gerade ihm. Und wer etwa als geschulter Hörer ober Musiker iljen gegenübertritt, wiro auch die rechte Stellung zum letzten Beethoven zu finden wissen. Ein ganzes Jahrhundert bat er in emsiger Künstler- und Forscheoarbeit hier die Balm geebnet. Diese Werke mit ihrem titan scheu Si-faufbäuNv'N. ihrer Wcltmftnmie und Problematik liegen unsrer Zeit ganz besonders nahe. Von hier auS spinnen sich auch die Fäden zur Romantink des 19. Jahrhunderts hinüber: etwa in der Schumann vvratmenden A-Tur-So- nate Opus 101, in der Wagners Ton spräche stellenweise nah kommenden B-Dtzrr Op 106 (Ala- Lgio sostenuto) oder in dem Mendelssohusche Kan- tilene verratenden Dursatz der E-Moll-Sonate OpuS 90. Daß auch RegerS „musikalische Stenographie" schon hier ihr Urbild findet, soll nebenbei bemerkt sein (Variationen über einen Wal'ar von Tiabelli Opus 120, Nr. 20). — Auch h nsichtlich oer Programmusik die rechte Stellung zu linben, kann uns BeetlZoven ein Führer sein. Gewiß hat Oie Musikgeschichte seit den Mcckrigalen des sechzehnten Jahrhunderts über Bach bis zu Strauß und Reger unleugbare Beispiele wirksamer Verwendung tonmalerischer Mittel, auch sollen die Lißtschen symphonischen Dichtungen in ihrem Werte nicht herabacsetzt werden; und doch ist zwischen hüben und drüben eine arvße Kluft befestigt, und wir müssen yugeben, daß die Mimik, wo in ihr tonmalerische Wirkungen $um Prinzip erhoben wecken, sich in einer erniedrigenden Abhängigkeitsstellung befindet, gegenüber ihrer eigentlichen Aufgabe, Seclttrstimmnngen zu ermitteln. Hören wir Beethoven selbst. In den Skizzen zur Pastorvl- symphonie lesen wir: „Icke Malerei, nachdem sie in der Jnstrumentalmunk zu weit getrieben, verliert . . Auch ohne Beschreibung wick man das Ganze, welches mehr Empsinidung als Tongemälde, erkennen." Also verschmäht er nicht ton- malerische Wirkungen an sich, sondern es kommt ihm eben weniger darauf an, als auf „Ausdruck
ohnmächtig am Boden. Ein größ ter Gegensak 'P kaum denkbar. Sollen wir ihn symbolisch nefintg/ Jebensalls ist er Anlaß unserer erneuten AM Prüfung, und die Frage: Fortschritt oder gang findet nach vorstehenden Darlegungen f® Die musikalische Gesamtleistung jedenfalls ihre »!" antiDortung dahin, daß wir vom Zentrum immer mehr abgerückt sind nach de» Peripherie, also negativ. Ties schließt alle*1 ding» nicht aus, daß einzelne Teilgebiete, i- die von den Romantikern vorzugsweise ten musikalischen Kleinformen, noch roeitcr vollkommnet sind, wie mir denn überhaupt abt edlen Bestrebungen und Leistungen auch in d« Tonkunst der Gegenwart rückhaltlos anerkenn^ wollen: nur, daß sie in der Minderheit stA bleibt bedauerlich Tann aber wird unsere WaL»? fahrt zum Tempel Beethovens unS und umnM Volke wirklich zum Segen sein, wenn roir nitf1 staunend bewundern, sondern eine lebendige - von dort entnehmen und un-8 von seinem Gei« den Blick schärfen lassen für die musikalischen 0» brechen unserer Tage, wenn roir des Mensch" Beethoven verehrend gedenken und dem Künstle
Offenbach war zur Ueberbringung eines Kranzes hierher gekommen, hatte sich etwas verspätet und mußte die letzte Strecke des Weges zum Bahnhof laufen. An dem Fahrkartenschalter verlangte er noch seine Fahr« karte und brach dann tot zusammen.
Kreis Friedberg.
O Münzen berg, 12. Tvz. Dre Haur- fammlung für die Atmete Mission brodle hier die schöne Summe von 1520 Mk. ein. Im dem Heineren Trais-Münzenberg tmador 975 Mk. für den gleichen Zweck gejammell.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 12. Dez. Der Kr eista- bat in seiner jüngsten Sitzung u. a. beschlossen, der Reichäpostverroaltuny gegenüber für die Errichtung einer Autopostlinre Wetzlar—Hohensolms—Biedenkopf ymäM auf 1 Jahr eine Garantie bis -um Betrage von 7000 Mk. zu übernehmen. — Desgleichen dem Fulda-Lahnkanal- verein einen echmaligm größeren Beitrag zu gewähren imb einen kleineren regelmäßigen Jahresbeitrag in Aussicht tzu stellen.
Hessen-Nassau.
Die BiDetiiebstähl-e int Mainzer Museum.
fb. Frankfurt a. M., 14. Dez. Im vorigen Sommer erregte es nicht geringes Aufsehen, als auS dem Mainztw Museum fünf wertvolle Bilder gestohlen wurden. Drei wurden hier und zwei in Mainz bei einem Althändler ausfindig gemacht. Nach der Beschreibung, die die Trödler von dem Verkäufer gaben, ermittelte man den trofc seiner 21 Jahre schon mehrfach vorbestrast«c Wilhelm Kötter als den Dieb. Er wurde jetzt: zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die fünf .Bilder sind dem Museum zurückgegebw worden.
*♦ Die Diensträume der Pro- vinzialverwalt u n g unld deS Pro- vinzialausschusses befinden sich von Montag, 20. Dezember an in dem staatlichen Anwesen Ost-Anlage 33 p. Wegen des Umzugs müssen die bisherigen Bureauräume im Regierungsgebäude vom 16. biS 18. für den öffentlichen Verkehr geschlossen gehalten werden. Die öffentlichen Sitzungen des Provinztalausschusses finden nach wie vor im Regierungsgebäude, Land- graf-Philipp-Platz Nr. 3, statt.
** Eine öffentliche Sitzung deS ProvinzialauSschusseS finbet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen Samstag, 18. Dezember, vormittags mit folgender Tagesordnung statt: 1. Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Holzmühl, Kreis Lauterbach: hier: Beschwerde des Lorenz Koch in Holzmühl, 9 Uhr. 2. Klage der Heinrich Fetzer Wwe. in Holzhausen v. d. H. gegen daS Kreisamt Friedberg wegen Aufhebung eines Polizeibefehls, 9 Uhr. 3. Beschwerde des Heinrich Seipel in Stamm heim wegen Verweigerung der Entschädigung für ein an Roll aus gefallenes Schwein, 9^4 Uhr. 4. Klage deS Kreis-
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a ferm um Aufnahme rit bett Bund ist seinerzeit jtirgelctTHt yxnbm Die Schwer- hofft nu« aber, daß, roerat die Fmgr bet Aufnahme DeutMam-s jgc e.lt iv.rb, fie mit dem Erniv und der Gecechtrg- kell g^pr. jt werden werd, von denen der B-lker- Lmnd beherrscht sein ittui
S i ü i a n i erwiderte dem Bvrrd-ApriisLdenten Motta, das; er -mit dessen AuSfühnrngvn über d-e SSerrnri-jtei Staaten ewtirrftenbeu sei. Hinsichtlich Rußland könne man heute em Urteil noch nicht füllen. Deutschland könne -um Beitritt Dicht aufaeforbert werden, sondern ei müsse erst bie Sctcin^iroien des Artikels 1 des Paktes et» füllkm. Worte genügten nicht, Taten wüßten geschehen, ta Deutschland ejjti- tive Garantien für die Erfüllung feiner BeMich- hmgen gegeben haben werde, werde es in Pen Völkerbund em&tefctt können. Seit Jahren warte nv«n darauf. Benn btaemgen, die bt-e Menschheit auf ixm eLidenSweg des Krieges geführt hatten, ihre anfdrixige Reue durch Taten bewiesen, bann werde niemand metjr waacn, Deutschland den Eintritt in den Völkerbund zu verhindern, auch die Franzosen nicht. Wenn Fvmikreich niefa an der Grenze gestanden Hätte, dann würde btt Völker bimd jetzt nicht in Gens'dagen können. (Stürmischer Beifall im Saale Wck auf bei Tribünen.) Lord Robert Ee- c 11 betonte ferne U e b e r e in stim m uii g mit den Ausführungen VibianiS. Nicht nur Oesterreich gegenüber, sondern auch allen anderen Staaten gegenüber, müßte man barmif sehen, daß sie Beweise gäben für Streu guten Willen, ihre internationalen Verpflichtungen zu erfüllen. Wer diese Beweise nicht gebe, den solle man lieber nicht ausnehmen. Von dieser Grundlage des Völkerbundes dürfe man nicht ab» weichen. Tie englische Delegation schließe sich daher vollständig brr Ausfchftmg Bivianis an. Nachdem noch ber brasilnrnische Delegierte Fer- Lnrndes seine Zustimmung zu den Ausführungen VivianiS und MotdaS ausgesprochen und der Hoft» ' jrcung Au Druck gegeben hatte, daß Deutschland bald ausgenommen roerven tonne, wurde die Aufnahme Oesterreichs einstimmig beschtossen.
Arbeiten werden nur aus geführt, wenn da? Material von der Genossenschaft geliefert wird. Zum Vorstand wurde geivählt Maurermeister Karl Kd. Schäfer, Lang-Göns, zum Direktor, Architekt und Bauunternehmer Gg. Jost, Queckborn, zum Rechner und Schristt führer.
** D as Alterder abstimmungs- berechtigten Oberschlesier ist von den Alliierten um ein Jahr v o rgescho- b e n worden. Nach dieser sehr wichtigen Verfügung sind also alle diejenigen abstimmungsberechtigt, die vor dem 1. Januar 1901 geboren sind.
** Die Dreigliederung des Sozialen Organismus, die wahrhaft menschliche S o z ia 1 rois s en) cha s t. Der Redner, Walter KMie aus Stuttgart ist Leiter deS Bundes für Dreigliederung des Sozialen Organismus. Dieser Bund hat sich in den V/4 Jahren seines Bestehens über fast ganz Deutschland ausgedehnt und namentlich in SüdbeutsäÄmd eint immer größere Bedeutung erlxrigt. Er will bit Richtung zeigen, die erngeschlageii w'tten muß. wenn der immer weiterschreitenden Auflö ung un-
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Zu Beethoven; 150. Geburtstag.
Kritische Betrachtungen V. Dr. Gottlieb RaSner.
Wenn ariläßlich säkularer Feiern daS Urteil über eine der künstlerischen Weltgrößen einmal hercmsgefockert roiti, so beweisen diese Größen jroar immer, daß sie auf erstaunlich festen Füßen stckhen, aber ei eilt doch die kulturellen, Eetischrn Nno rein menschlichen Bedingungen, auf denen sich diese ober jene Größe erheben konnte, aufs neu? zu untersuchen und zur Gegenwart in Beziehung zu setzen. Bei unseren großen Musikern bedürfen wir solcher prüfenden Querickmitte durch ihr Gesamtschaffen und dessen Nachwirkung nicht mehr: höchstens ist für einzelne ihrer Werke noch dies oder jenes nochmholen. Gleichwohl soll uns der heutige Tag Anlaß zu einer ernsten Betrachtung wecken. Wir wollen in einer umschanenden und rück schau enden Untersuchung unsere musikalische Gegenwart im Lickte Beethovens bespiegeln Und davon die Frage knüpfen, ob roir in den letzten hundert Jal-ren roirlliche Fortschritte gemacht haben oder nicht.
ES Dürfte zwar verfrüht erscheinen, über die Musik der Gegenwart abschließend -u urteilen, aber immerhin sind roir imstande, wenigstens all» , gemeine Richllinien aufzuzeigen, die in der modernen Prtinktton vorherrschen. Tie absolute Musik unserer Tage roiti meist durch destruktive Tendenzen gekennzeichnet: architektonische Prinzipien der Melodieführung, eine logisch begründete Harmoniesolge, ja überhaupt nur der Gedanke, daß Musik den Menschen erheben und erfreuen soll, sind ven Modekomponisten unserer Tage vielfach fremd: dagegen glaubt man in ber Aushebung der Tonalität, bewußter Abkehr vom Natürlichen und Herkömmlichen, Umkehrung von Ausnahme und Regel den Stein ber Weisen gefunden zu haben. Und da man nickt mein gut Fugen schreiben kann (Lachner und Reger waren darin die letzten Meister- und auch die Sonate nur uock ein kümmerliches Tasrin fristet, eine neue musikalische Kunstform aber nock> nicht gefunden ist, so sieht man eben in ber Formlosigkeit das Ideal oder sieht Werke zw tfcen GradeS, wie sie in der P r o g r a m m u s i k vorliegen, dafür an. — Und nun halten roir einmal Beettwvens Ton- spräche dagegen. Das Verständnis seiner Kunst hängt allerdings davon ab, wie musikalisch wir sind: aber auch der weniger Begabte, ;a der ganj Unmusikalische muß wenigstens dunkel ahnen, d.iy er einem ganz Großen gegenüber>teht. Und wenn
nähern imb von hier aus die Strafen der Gottheit unter das Menschengeschlecht verbreiten."
Fragen wir zuletzt, worin eipentlid? das Geheim nis ber Beethovenichen Persönlichkeit bestehe, so gilt eS zwererlei zu scheid.u- Aeußerlich genommen hat Beethoven vermög genialer Begabung und eindringenden Stubiunt® die von ben Vorgängern übernommenen EroMger- schaften bis zur Vollkommenheit entwickelt. Tie Folge ist eine ganz einzigartige Uebcreinftimmun» von Form und Inhalt, bie in dieser Vollend UM selbst Johannes Brahms nicht immer erreicht hatt Hinzulritt aber als inneres Wriensmerkmal da metaphysische Verankerung seincr Gedankenwelt, dü sich bis zur himmlischen Verllärung steigern kaM und bie mehr und mehr auf bie Form seinen Werke einen richtunggebenben ÖrinfUfc gewimr, diese also nach Bedarf dehnt, erweitert, sprengi. Hier ist, wenn man so sagen darf, das Gemt selbst bloßgelegt und seziert: ber subjektive Bti» Hoven stll)t vor uns in seiner ganzen Größe; w' stehen im Aller heiligsten.
Als Richard Wagner vor 50 Jahren sei" Festschrift „Biethoven" verfaßte, hallte ber Sie fltijübel deS Jahres 1870 burch bie bcutfto Lande. Heute liegen wir als geknechtetes
Ares Stadt und Land.
Gießen, den 16. Dez. 1930.
Beethoven-Feiern.
Die Beethovenfeier der Volkshochschule dürfte zu den wohlaelunsensten Beranstaltungen dieser Art zählen. Eingeleitel mit einer kurzen Würdigung Beethovens durch Geheimrat »rüg er bet der Abend eine Reihe der Kammermusik-- und Gesangswerke des Meisters. Den die Turnhalle ber Höheren Mädchenschule biS auf ben letzten Platz füllenden Zubörern vergingen bie 2Vs Stunden der Vortrag-folge tm FlnZe, trotzdem cnefe Auswahl seiner Werke nicht entfernt ein Arid des Titanen Beethoven- geben konnte, wie ber Redner ganz richtig ausführte. DaS im Verhältnis Mozart—Beethoven in Erscheinnng tretende Hinüberschreiten in eine andere Welt suchte der Redner durch die Paralellen aus den benachbarten schönen Künsten Rasoel — Michelangelo unb Goethe — Schiller dem Hörer begrifilick nähcrzubnngen, indem er noch die Persönlichkeit Beethovens kurz skizzierte.
Tie musikalischen Vorträge wurden eröffnet mit Werk 1, Zahl 1, Klaviertrio in Es-Dur. Diesem folgten ötei geistliche (Gellert) Lieder, C-Moll-Biolln-Sonate, bie Adelaide imb Werk 18 ZaÄ 1, Streichquartett in F-Tur. Es sind ausnahmslos gute Freunde und alte Bekannte, be* sorckers Kammermusik pflegender Kreise. Den geistlichen Liedern begegnet man vielleicht nicht, so oft, wie eS diese Eingebungen ber Finblicb-giäubigm Seele eines wahrhaft Großen verdienten. All biefe Werke einem weiteren Zuhörerkreis zugänglich gemacht zu hoben, bedeutet an sich schon ein Verdienst ber musikalischen 'Freunde ber Volkshochschule.
Der Beethoven-Sonaten-Abend, ben ber Bund zur Pfleae von Musik und Literatur am Mittwoch veranstaltete, war red>t gut besucht, den beiden Musikern, den Geschwistern Delp aus Darmstadt, wurde mit reichem Beifall gelohnt. Es kann hier nicht näher auf bie Auffassung und Darbietung der Werke des Großen ein gegangen werden. Man sollte vielmehr, und gerade in diesem Jubilaumsjahr, allen Bemühungen um Beethoven dankbares Gehör leiben. Es war schön, wie zuversichtlich die jungen Dcusiier an bie technisch wie seelisch schroieriIen Werke der Appassio- natxx und der Kreutzer-Sonate benmtraten. Das erkannten bie Zuhörer in ihrer begeisterten Zustimmung auch rückhaltlos an.
FeuerwerkSkSrper auch in diesem Jahr verboten.
Die entgeltliche und unentaeltliche Abgabe von FeuerwerrSkörpern alter Art (Kanonenschläge, Frösche, Schwärmer, Zündblättchen ufttx) und ihre Verwendung ist nach einer Verordnung des hessischen Gesamtministeriums bis zum 15. Januar 1921 verboten.
direÜorS des Kreises Gießen gegen die Gemeinde Grüningen auf Bewllliaung einer Teuerungszulage für den Bürgermeister ber Gemeinde Grü- nin-en: biet: Berufung ber Gemeinde gegen das Urteil des Kreisausschusses, 91/» Uhr. 5. Klage des O. A. «. Gießen gegen den O. A. B. Friedberg wegen Uedernahme der Familie deS Karl Schmidt in eigene Fürsorge, 9V. Uhr.
** Aus dem Stadttbeater-Bu- r e a u. In ber morgigen Ausführung „D e r Widerspen stigen Zähmung" liegen die beiden Lmuprrollen in Händen von Frl. Brandeck und Herrn Juhnfe. Die Regie führt Herr Bolck. — Der Svielplan an den Feiertagen gestaltet sich hne folgt: Am 1. Feiertag, abends 7 Uhr: „I e d e r m a n n", am 2. Feiertag, mrchnrittaas 3^/- Uhr: „W o d i e Lerche singt", abends 7 Uhr: „Der er st en Liebe goldne Zei t", am dritten Feiertag, nachm. 3 Uhr: „Frau Holle", abend? 6V- Uhr: „Die Strohwitwe". Vom kommenden Sonntag an werden die Karten zu sämtlichen Feiertagen ausgegeben. Am 1. Weihnachtstage bleibt die Kasse geschlossen.
** Hermann Hoffmann -Gedenkfeier. In dem zweiten Vortrag zum Besten einer Gedenktafel für Professor Hermann Hoffmann wird Herr Univ.-Garteninspektor Rehnelt die Tropenwelt Ceylons sowie Land und Leute der Insel aus eigener Anschauung schildern. Herr Rehnelt war zweimal auf Ceylon, zuletzt im Frühjahr 1914. Er hat dort monatelang abseits der großen Touristensttaße unter Eingeborenen gelebt und wird an der Hand selbstaufgenommener farbiger Lichtbilder einen Ueb-'rblick über die wirtschaftlichen Verhältn sse, BoIksgebrauche und Religionen geben. Die herrliche Pflanzenwelt Ceylons soll besonders gewürdigt werden.
** Gutenbergs zweiundvier- 8 igzei 1 ige Bibel. Das Monumentalwerk altdeutscher Buchdrucke hat in allen seinen Einzelheiten, in seinem völligen Bestand, Seite für Seite getreu, nach dem glanzend ausgeftat- teten Pergament-Exemplar der Staats- Bibliothek in Berlin prächtig ausgemalt und rubriziert, in mustergültiger Weise der Jnsel- verlag in Leipzig wiederhergestellt. Ein Exemplar des Druckes ist im Schaufenster der I. Rickerschen Universttats-Buchhandlung ausgestellt.
*♦ .Polizeibericht. Aus einem hiesigen Geschäft wurden durch Einbruch zwei weiße Herrenoberhemden, ein solches mit blauen Streifen und zwei Krawatten entwendet. Bor Ankauf wird gewarnt. — In letzter Zeit häufen sich die Fälle, wo mittellose Reisende die Eisenbahn ohne Fahrkarte auf weite Strecken zu enutzen versuchen. So wurden seit einigen Tagen mehrere Personen wegen Bettugs festgenommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt.
** Ernennung. Zu Obersteuersekretären routien ernannt: Fmamp «ritikmt Sllarl Scksier- bach sonne bie Steuerbet.i.bssekretäre Wtth. Schäfer, Sbarl Gröninger und Christian Rühl, sämtlich bei dem Finanzamt Gießen.
** Bei der letzten Meisterprüfung haben bie Metzger S. Blorckhenn. Altcn-Buseck, H. Lotz, Garbenteich u’tb . E. Marker, Gießen, Goethestraße 54, ihre P ü'ung bestücken.
** Die Maurermeister und Bauunternehmer deS Landkreises Gießen haben vorgestern in einer Versammlung im Gewerbehause einstimmig beschlossen, eine Bauftoff--Ein- und V er- ka uf s ge n o ss enscha st zu gründen, die sich mit dem An- und Verkauf von Baustoffen und Betriebs gegenständen beschäftigt.
Schion hat es .in seiner Rede verstanden, von Herzen kommende und zu Herzen gebend: Worte M finben. Wir sprechen ihm. einerlei roie man Einzelheiten seiner Rebe aufsassen wag, dafür unseren herzlichsten Dank aus.
Im Verlauf seiner Rebe vom 3. Dezember >hat Herr Dr. Strecker roeftere Angriffe gegen die Stubriitpnkbaft gerichtet, br aufS Neue geeignet 'sind, ber Devöllerung ein völlig falsche; Dlld von iber Zusammensetzung der StiibmtenfdwÜ in sozialer Hinsicht zu geben imb bmrtit bie unbedingt not» wenoige Aussöhnung und Verständigung der > Klassen — eines ber Ziele der Deutschen Stuben» 1 tensckaft — zu verhindern. Die Giehener Studentenschaft bedauert das Vorgehen des Herrn !Präsckenten umsomehr, als gerade ihm die soziale Notlage der Studierenden bekannt fern dürfte. Sie lelynt eine finanzielle Unterstützung der nolleidm- ; den Studierenden ab, wenn dadurch, tote Herr Dr. Strecker eS in seiner Kcrmmerrede andeutet, rihre poli:ische Meinung beeinflußt werden soll.
Die Sttidentenschaft gibt ihrem Erstaunen über die Art und Heise Ausdriuk, in der der Herr Prä- ?''v fibent mit ihrer aus allgemeinen gleichm und gefahren Wablen fattiorg'gangcnen Verttetung verhandelt Sie erwartet, daß ber Herr Präsident in Zukunft alles vermeidet, was da-u angetan ; sein kann, ein Zusanrmenarbeiten ^roi'chen Kultusministerium imb Studentenschaft unmöglich zu machen."


