HI. 296
•9er Slctzkner Mnjtlqet jfätint tätlich, außer Sonn- un» feiertags.
Ve;ug;pr,i1r
•gionatlid) 'JJ-h.h 3.60
MK - 65Trvgerlohn, «kNel;ahrlichMa,K !0 80 ondMn.l.SöTrägerlohn,- lurdj bi« Post viertel- ichrlich Mark 12.- Ttshl>heb*d) «estellaekb. lernfprech-^fchRls«: PrdieSchrlstleilung 112,- \5erlag,®e(<f)fifi5pene 81. 3nfd)dft für Drchlnach.
leid;« 6k|ei.
Boft*>2V.ort<r: irauNtm a. M. U68i
Erstes Blatt (70. Jahrgang Donnerstag, 16. Dezember 1920
Äi (*x hfiReqwe w« Mujetae»
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EleßenerAnzelger
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General-Anzeiger für Gberheffen WM
druck und Verlag: vrühl'iche Ultio.-Vuch- und bteindruckerel R. Lauge. SchrLsttetttmg, GeschäflLtzellc und Druckerei: Zchnfstraße 7.
6eschle«n!ztevor!anftgeUmanerrennung -er hiKlerblicbenenbezüge.
DaS ReichS»ersorgungSgesetz (Qfefefr über bie Qerfetgnnp der Militärpeichmen und ihrer Linter- Hei en eit bei 'Dien(Hrf(f)41X|iute — RGbl. S. 989)' Ij;hs für die meisten Kriegshinterbliebenen eine , hebliche ®rt<F.,ung ihrer Bezüge, rückwirkend vom j April 1920 vor. Da bei der großen Zahl bet Unterbliebenen die endgültige Feststellmrg der Renten narb dem ReichsversorgunUsg.'setz längere Kit erfordern wird, weil insbesondere die Gfc» rJbnntfl der Elternrente imb der Rente für un- fHeliche. Sties- und Pflegefinder an besondere ^srauSsetzlmqen geknüpft ist, hat der Reiche c.ieitimhfifkr bu’dj Erlaß vom 28. Oktober 1920 - IV B 403^0.30 VA 30402 — (Amtl. Nach- i bten des RAM., Heft 4.3, 2. Jahrgang) die ftechliunigt« vorläufige UmanerlenTtung der Wit- nw< imd Waisenrente angeordnel. Die be» i hlenniqte U m aner kennun g soll vor allem sür kinderreiche Wilwen, für bedürftige Witwen und Waisen, die bisher nur die allgemeine 93erfor* jung bezogen haben, für erwerbS- u nfibtge Witwen und Vollwaisen er* sila en. deren Notlage unter den gezenwärtieen »rtschattlichm Verhältnis en eine sehr große ist. 5ibei sind die Hinterbliebenen von Offi irrm deS ik-urlaubtrnstandes in der gleichen Weise zu bc* rOtffitbtigen wie die .twttcrbüebeien von Militär* oersoneil der Unterklas en.
Dem Erlaß sind genaue Richtlinien bet* lefflgt, die auch verschißene Tabellen über die 2 mtensätze einschließlich OrtS* und Teuerungs* nilagc sowie Ausgleichszickage enthalten. —Tie IlmanerkenntniS soll durch die Hauptversorgungs* ärrter in Zusammenarbeit mit den amtlichen Für* iorgestellen dnrchgesührt werden. Als Grundlage !|h die notwendigen Feststellungen ist ein ein* seitlicher Fragebogen bei gegeben worden.
Tie Möglichkeit bet Umanerkenuung erstreckt R* mtr ans eine Versorgung beziehende Witwen mit> Waisen, deren Ernährer noch dem 31. Juli 1914 im Heeresdienst aestanden hat, nach dieser Seit gefallen ober an den Folgen einer Dienst* ItWoimmn verstorben ist. Die Angehörigen 0 trm ifeter, die bereit« Versorgungsgebühr* ttfle oder Vorschüsse auf diese Bezüge erhalten, »erben gleichfalls alS Hinterbliebene angesehen, stvr schuldlos geschiedene Ehefrauen, bie nach dem RVG. rmtenbembtigt sind, kommt bie Umanerkenmm^ nur in ft rage, wenn sie bereit« eine widerrufliche Zuwendung erhalten haben.
gleiche gilt für Stiefkinder, Bflege- inoer und uneheliche Kinder. Adop- i o k i n d e r können bei der Umanerkenwung auch «im berücksichtigt werden, wenn sie noch keine Lbernifliche Zuwendung bezogen haben, BovauS- IcUmg ist Dorleaung der Advpsi »urkunde.
Tie beschleunigte Umanerken- ning darf nur erfolgen, wenn daS naben den VersoraungSgebührntssen '«zielte Jahreseinkommen folgende Beträge nicht übersteigt:
fin eine Kinderlose Witwe . . . . . 6 500 MK. Ü r eine Witwe mit 1 nicht steuerpflichtigem
Kind.......... 7 000 MK.
fiueine Witwe mit 2 nicht steuerpflichtigen Kindern........ • 7 500 MK.
flu eine W'tme mit 3 nicht stenerpflichtigen Kindern........ 8 000 MK.
für eine Witwe mit 4 nicht steuerpflichtigen Kindern....... ' 8 500 MK.
fb eine Witwe mit 5 nicht steuerpflichtigen Kindern..........9 000 MK.
flk eine Witwe mit 6 nicht steuerpflichtigen Kindern.......... 9 500 MK.
Die Richtlinien enthalten ferner genaue An- htben, ob und in welcher Höhe eine Ausgleichs-- zalage auf Grund des früheren Berufs deS Cct> Ehrers (§ 28 des RVG.) jultebt f
Für Witwen unterscheidet das Reichsverfas- fungsgese- (g 37) z w scheu einfacher Witwenrente (30 Prozent der Bollrente deS Verstorbenes und mhöhter Witwenrente (50 Prozent der Dollrent« b*5 Verstorbenen). Dre erhöhte Witwenrente ist ohne weiteres -u gewähren, wemi die Titwe das 50. Lebensjahr vollendet hat. Sie ti ferner zu gewähren, wenn bw Witwe durch Brairfbeit dauernd erwerbsimfähig ist; daS nnrb t'ir allem in denjenigen Fällen #u treffen, rn denen Hz Witwe eine Rente auf Grund der Reichsvrr- Kterungsordnung beydyt. Schließlich wird die rnhöhte Rente gewährt, wenn die Witwe durch le Pflege i-nb Erziehung eines oder mefarrer Kin- da rncht m der Lage ist, einem Erwerbe nachmachen. Voraussetzung für Gewährung dreier Heren Rente ist, daß die Witwe tatsächlich für Äre Kinder sorgt und sie im ergeiren Haushalt l'bätt. Dagegen fließt bk Tatsache, daß dre Ditwe durch Arbeit ihr Einkommen erhöht, nickst fine we ttereS die Gewährung der hl-heren Rente «s. Die h Here Rente ist vÄm hr auch dann zu Rrifrrcn. wenn die Pflege rutb Erziehung eines Lndes Zeit und Arbeitskraft der Mutter derart
Anspruch nimmt, daß eS ihr nicht oder nur later Aufwendung ouhergewöhnlrch^: Tatkraft, «Her unter LxranUrehrmg besonderer Hilfskräfte täglich wird, in annähernd gleichem Umtange b-at Erwerbe nachyr gehen, we cme in entsprechen- i"r Lage befndlichc kirrderlose Witwe. Die we r t* tz.chende Möglichkeit, WitwenmitKrn* 6'irn die erhöhte Witwenrente z,u ge- kehren, ist sehr 4u begrüßen.
Rach § 41 RD G. kann die Warfen* t in t e über das 18. Lebensjahr 7) 1 naus 6Jt»äbrt werden. wenn die Daife infolge lächerlicher ober gnüiffer Gebrechen außerstande (ft, sich selbst zu imterWten. Auch diefe Wnsien, b»men bisher kerne Versorgung Kuf<and, können btt der beschleunigten Umoner'ennn g mit lerück- iWigt werden. Für diejenigen jpüiterKiebartn,
für die nach bnn Er baß deS Rei<hsarb^it»nrnister I eme beschleunigte Umenerfeimung nicht bew.rlt werden la.iir, locken oic öiijorgciicflen im Ro -1 alle durch Grw*hrung ton Bors mffen belfem.- cintretcn. Hierfür kommen '.ramcnUich in Detiacht Eltern und Großeltern, die bereits (HtemgcT» beleben, sowie uneheliche Dinder, S:ief- ir.rb Bllege* inder und geschichene Obefroum, die noch keine widerruslick-e Zuwendung erhalten, re.1) dem Reick'soersorgimgsgeleb aber u ter bestimmten Bor- auSfetzungen versorgungSberechtigt sind
Tie Durchführung der Umanerkennung wird e nach den örtlichen Verhältnissen gestaltet wer- >en müssen. Tie Richtlinien sehen bestimmt« Sprechstunden für die Hinterbliebenen vor, in denen die Ergänzung der Fragebogen vorgenommen wecken soll. Um die »orläufige Urnanerken- ntnig möglichst rasch durchführen zu können, wird eS notwendig sein, daß die Z-ürsorgestellen außer ihren ständigen Angestellten unb Mitarbeitern noch weitere 5)ilssknäste heran-siziehen vier bietet sich ür die gaauen, die während deS 5krieaes häufig wertvolle SxlfSorbeiten auf sozialem Gebiet« geleistet haben, wieder eine Gelegenheit, für ihre Mitschwestern einzutreten. Nur eine auSreicheride Zalfl von Helfern wirb es ermöglichen, die freft- etantg brr höheren Bezüye fv rasch durmrn- ühren, wie es im Interest brr Hinterbliebenen liegt. Meldnngen von Frauen, die bereit sind, m itzuar beiten, erfolgen a m zweckmäßigsten an die örtliche Linterbliebenensürsorgestelle ihres Wo hn siße s.
5cbe Lnost, die sich kür diese Arbeit zur Ber* ügamg stellt, trügt mit dazu bei, die Notlage der Kriegerwitwen uitf> Waisen ju mildern. Hoffentlich beweisen oie bcutjdien Frauen durch zahlreiche Mellnmgen, daß sie sich der Pflicht beiuuüt sind, die sie hier im Dienste der Allgemeinheit ausüben können.
(Eine große proteftversamm*unq gegen die Entente in der UrmrerfitätMünchen.
München, 15. Dez. (Wolss.) In der Universität fand gestern abend eine von der mrdi* Krmfchen Fakultät au4gd,tiibe grobe Protest- versammlung statt, m der vom h-.-yienischm unb medizmisrhen StM^-nrnkt au5 auf dre furchtbaren Folgen der Milchtüheablieferung, der schwarzen Schmach und der Hungerblockade hingewiesen wurde.
Im Namen des Rektors der Universität begrüßte Dr. v. Müller bk versammiung. Ter feorf ifcenbe, Abz. Dr. Ernst M ü l.l e r - M e i n i n- gen, Mmrsier a. D., begrüßte bie Versammlung, die die Unterftütung aller Parteien gefunden habe. AlS erster Referent ergriff Pcosesfor Dr. Kauk das Wort. Er führte u. a. aus:
Die deutsche Wissenschaft hat aus den neuesten Forschungsergebnis en amerikanische Aerzte erfahren, daß Milch und Butter, hochwertige tieri'che Produkte überhaupt, für die normale Ernährung eines jugendlichen Organismus absolut enorder- lich sind. In einer englischen Fluq!chr>st deS „Lister Jnftitutes" wird ausdrücll4ch hervor- aehoben, baf) Milch und vutec für kleine und Heranwachsende Kinder urreirtbehrlich sind, und daß kondensierte Milch ebenso wie <Bf lensen fette keinen Ersaß bxten. Noch wichtiger sind die Untersuchlmgen von OSborne und Mendel an der Yale-Uneversrtät, daß bet vttamm- freier Ernährung bereits eme geringe Menge von Milch (20 Gramm) ein normales Wachstum gewährleistet, btc tzälste dieser Demen Menge ledock bereits Wachstumstillstand oder ben Tod herbet- sührte. Tie deutschen Aerzte protestieren nun zunächst gegen die Ablieferung von Tieren überhaupt, mskesondere jedoch gegen die Ablteierung von Milchvieh. Sie weisen darauf hm, da» rin Verlust von öunderttausenden von Kühen die heute schon völlig unzulängliche E^mährung der Stadtkinder mit Milch unmöglich machen würde, daß das Kindersterben, Rhach-.tts unb Blutleere in noch viel größerem Umiange sich herbreiten müßten. Die deutschen Aerzte wisen, da» in den neugebildete-n, auf Kosten des deutschen Volkes geschaffenen Ratio n a l st a a t e n, namentlich in der Tschech^ slowakei und in Südslawien ein Ueberflufe an. Milchvieh und Rmdern überhaupt besteht, während im dezimierten Brehstanb des Deutichm Reiches noch weitere fcunberttaufenbe von Rm- dern und Milchvieh geraubt werden sollet. Al^er auch" in Frankreich unb Italien herrscht kerne ErnährungSnot. Dte deutschen Aer-te finden, daß dieses mimenschliche Vorgehen gerade nach den Forschungen enalijcher und amertkanrcher »ente bereu feten n bermo r b t*be tet ör fühlen sich -ls Süter her wrsaefunbW »er- pslichtct, gegen diese llnm-nschlichketten > ch ä r s* fien Protest einjulegcn mtb wenden sich an die gesamte gesittete Welt, die Recht und Menschlichkeit noch nicht verlernt hat.
Als zweiter Referent führte Prvfesjor Dr. Fischler auS:
Reden der Rot der deutschen Kmder hat sich die Aerzteschnst aber auch vor allem noch mit der Not der «ranken beschältgt. Rmber unb Zkvanke gehören zu denjenigen Kreisen in Teunch- kmb, bie durch gese-lickx Regelung der Milchverteilung bevorzug sind. Deitaus tne Mchrrai.1 der Komiken muß sich mit geringen Mengen von Milch begnügen, > 3 Liter, 1/4 Liter am -tag. Tuber i)t aber bekanntlich ein s-hr grober Teil lämtlicher tränten auf Milchtos! angewteien, vor allem Maacn- und Tannleidende, Riereisi ident«. Verkleidende, frisch operierte ich osrnchmlich incb bie Tuberkulösen. Ter M«rgel «nMuch hat »m auch deu SbÄnloutitib auberockcutsich «*
Forellen lassen. Wr München, das vo( 2 bis 3 abren nur ned» #4—30 000 |ol-rr mit Milck>- ^1 lagen ve eschen en Personen batte, beträgt bie.c Ziffer heute etwa 80 000. Auch in anderen Gioß- (läbtcn ijt dsi Amoachsan fef^u)pelleti. AlS bcncoe- stcr Ausdruck für bte Zumchme der K^kdcit mutz ta5 A n wa chs en der Sterblichkeit angesehen werden. In ben St2».en von über 13 0l>> Ernwvhnern ist die Za!hl berjemgen, bie an Tuberkulose acisfom sind, von 15,7 auf $1,7 prv Jaln und 10000 Cmwohner geftt.yn unb fortitHhucnb ist mit einer Zurohme dieser sch'immsten Erkrankung unseres Vol.S.ö.pers zu rechnen. Auch die alten Leute haken eme erhebliche Zunahme der StttKidjftit erfahren.
AlS dritter Redner verbreitete sich Professor Tr. v Zumbusch über die Ausbreitung der Tuberkulof« Der dtebner >oioS an vand von Zahlen nach, daß auch dieses schlimme Hebel ständig in Teutsckstano überhand nimmt und sich auch aus dem flachen Lande verbreitet. 91uf bie Frage, warum eS so sei, anttvoriete v. Zumhusch, daß daS Maß der Leiden zu groß war unb daß eS auch hier vor allem der öunger ist, der diese Zerstörung angerichtet hat. Ter Feind habe unS während deS großen Krieges in der schändlichsten Weise gepeinigt Eine der verl-eerendsten Äir^ hingen ist beispielsweise die Bese^ung dentscheu Gebietes durch Schwarze. Für die Tatsache, daß man ein Kulturvolk unter die Herrschaft barbarischer tmb tierischer Menschen bringt, gibt e§ keinen Ausdruck.
Ter Vorsitzende, Minister a. T. Ernst Mülle r-M e i n in gen, banltt fcc-i Rad«rn si warmen Worten. CS handle sich um einen Kempf gegen die großen Geiseln der Menschheit: Rhachi- tiS, Tuberkulose und Syphilis. Tie Völker Europas sollten und müßten M gegenseitig verständigen, sonst gehe EuropcMiiorunde. Der Vorsitzende führte noch aus, die BewePing nehme von München ihren Ausgang. Und baß sie im Reiche bereits Wurzeln geschlagen habe, aehe daraus bet* vor, daß im Lause der Verhandlungen Begrüßungstelegramme aiu$ allen Teilen Deutschlands eingetroffen feien, darunter mich eins vom Bunde der Saarvereine, der an die deutschen Stammesbrüder appelliert, sie von bene französischen Wlli- tärwch zu befreien.
Der württemberqlscbe DUiti^r bes 3anem über öle Liüwo!^erlvehren.
Stuttgart, 15. Dez. (WTB.) Bei der Beratung des Etats de» Mmisteriums bei Innern im Finanzausschuß kam heute der Minister des Innern auf die Frage der Einwohnerwehren zu sprechen. Er sagte, die Waffen der Einwohnerwehren brauchen bis jefct nur angemeldet, aber nicht adgeliefert zu werden. Die Waffen seien in Depots geiammett; der Wu'.e- runastermin sei noch nicht bestimmt. Uebtr die Ablleserung selbst schwebtrni noch Verhandlungen. WaS bie Organisation Esch^rich für Bayern fei. seien bie Einwohnerwehren für Aiirttemb-rg. Sie hätten sich bewährt. Die techci.fche Nothilfe sei aus sie tmgeroiefen. Ohne bie Mithilfe dec Ein- . wohnerwehren könnten bie lebmfswichtigen Betriebe nicht ausrechterhalten w-wdon. Die Regierung habe auch nicht bie Garantie, daß bei größeren Putschen immer ReichSw-hr im Lande sei. Die rabilalen Kre.se wol'.ten mit dem Lo-.schb.17en nur warten, bis die Einwohnenvehren aufgelöst seien. Die Offiziere verdienten Dank und An- erfcmnmg dafür, daß sie sich den G nreobnemrbrm zur Fertigung gestellt hätten. Zu «mmri mit d-m Mannschaften schützten sie mit ihrem Aut und Leben bie verfassung-mäßige R-aierun-i. lieber die Verwendung von vrivaten für b< Einwohnerwehren gestifteten Mitteln wache dar Mprinerum. Er übern-hm« die voll« volit sch- Verantwortung für bie Wehren Wir bür ten nicht vor allen For- berungen der Entente zurückweichen. Wenn wir der Möglichkeit bereu6t würden, ben Bolschewismus zu bekämpfen, bann treffe die V.rantwortung für alles, woä über Europa komme, die Entente.
(Eine deutsche Note über die Sühne der Vorfälle; in Lvxhaven.
Berlin, 15. Dez. (WTBtt Der Reichö- minister deS Aeußern hat dem Aorsitzenben des interalliierten Marineüberwachungsaus* schusfes, Sznnirel Charlton, heute folgende 9t'o t e übergeben: £>err Admiral! NamenS bet deutschen Regierung spreche ich das lebhafteste Bedauern über ben ernsten Zwischen Kall, der sich am 19. November in Cuxhaven zugettaaen bat, aus. Ich bitte Sie, £>err Aomiral, auch den beleidigten Osfitzieren selbst den LuSdruck meines Bedauerns zu übermitteln. Zur Untersuchung des Vorfalles wurde eine besondere Kommission, beste h'nd aus einem OberkriegsgerichtSvat als Ver- harrt<ungSleiter und Mvei S^ibsvi i.irren der Marine als Beisitzer an Ort unb Stelle entsandt. Tas bisherige Ergebnis der Ermittelungen ist in der anliegenden Tenkscichttit enthalten. Bit ich barauS zu rrlehen bitte, ist der von Ihnen ausgesprochene Verbackt, daß der FestungSkomman- bant, Fregattenkapitän L> einecke , bie Ausschrei- turmen gegen die Mitglieder der interalliierten MannekontroUkommission ttigelafsen uns sogar begünstigt hat, vurch bie Untersuchung widerlegt. Ter Kapitän hat alles getan, waS chm in seiner Eigenschait als FestungSkommanbant oblag, um ben Kontrollofsizieren eine sichere und unberr’!- ligte Ausübung ihre- TiensteS zu ermöglichen Tie Aussagen der Mannschaften beftäiinen, daß sie bei ihm ebensowenig wie bei anderen Offizieren Nachsicht für LuSfck^eitungen ermatten bunten. Tagegen muß zugegeben werden, daß einige Trnv- penbmmandeure unb Offiziere der Bonvurs trifft. Auch sie hatten zwar deu besten Willen, .Zwischen
falle zu vermeiden, erschöpften aber in lieber* 'chätzung der TifzipUn ihrer Truppen nicht alle Botticht>maßnakmeil unb handelten insofern fahrlässig. Sie merben deswegen gebühre,id zur Rechenschaft gezogen. Ebenfo wird mit der verdienten Strenge gegen bie Mannschaften vvrgeg.ingen werden, bte sich der unverantwortlichen Del-sntmngeN der Konttollvsiiziere schuldig gemacht haben lieber ihre Bestrafung wird weitere Mitteilung erolgen. AlS Ersatz für die Beschwigimg der Uni vrmen dieser Offiziere wird der interalliierten Mo ine- Kvntiollkmmission der Betrag von 20 577 Mark durch bie LegattvnSkasse deS Auswärtigen Amts überwiesen werben.
Die Brü(feier Konteren).
Brüssel, 15. Dez. (MTB.) Die K 0 n - seren zder alliierten Sachvcrftän- digen hat einstimmig Delacroix zu ilntm Präsideiltcn gewählt. Hierauf setzte sie ein all gemeines Ardeitövrogramm fest. Drtzi- Pro granlm, daS die Finanz- und n>irtfd)nfttidKn Fragen und die Leistungsfähigkeit Deutschlands umsaßt, wurde heute den deutschen Delo gierten mitgeteilt, die morgen an den Arbeite!' der Konferenz teilnehmen werden.
Kritik an französischen Truppen.
Amsterdam, 15. Tet (WTB.) Ter Reif - berich<ecstatter de? „Vtle-'m*- -• Sjantef 5blab', N j pclS, schreibt cruS Athen, ihm sei in Salon ki auf- gesallcu, daß dort fe'bl die übe'Hens'e oi Auhi-rr- per Deni?«loS' sich nicht bie fferingfbe Mül« gaben, der befrist 1 Ä’ri t i l an den franhöfilchen Truppen der früherenSalonrkiarmc. 6u widersprechen Ein leidenichaftl.sicr 8?miylift bebt ihm erzählt, daß seine Frmr iVr 3a'nc lang das &au5 rrd)t Ui verlas en warfte ai:S 9bvrft vor ben pani Saloniki terrorisierenden und in re“ unverschämtesten Weise mit ihnm ThÄ-m unb Wjiaten auf die Z-rxuienjo^) ziehenden yransofen. Tie Venitzelisten und Konshmtinisten äufiktten sich in dieser L>insicht völlig gleichlautend und fanden ntü ihrer Kritik kein Ende.
Laag, 15. Te%. (WTB.) Ein Mit-ftied des holländischen Frauenbundes verutteilt in schärfsten Worten im Nieu we Courant das demoralisier en de Auftreten der Franzosen im Rheinland und sagt, imtnr tnefen simstänben bebe der hol^Lndlfch« Frauenbund zur Erhöhung deS sittlichen Bewußtsems di' Jirit-atine zpir Anrufung deS Dölkettnoide' cvariffm und alle l-olländischen Frauenverbünde ersucht, fcre rrrunc dazu -u erteilen.
dem Reiche.
Die VrfoDunoSfragen in Pneutzen.
Berlin, 15. & .WTB) ^er Besold dungsauSschuß der LandeSversammlnng hat bte Lottagen der Beanrtenbesoldung angenommen. Durch die Neuregelung wecken die Alt* pe'.flionäre den Neupensionmen gleickigestellt Di« weiblichen Beamten erhalten bet gleisim Pflichteir die gleidwn Betzüge wie die männlichen Eine Reihe von Beamten mucke in niedrigere Gruppen, teilweise mit AttflÄckungSmögiichleit, ci-igereiht.
Hhs dem desetzl-n
Mainz, 15. Dez. (Wolff.) Um die Wiedereröffnung deS Betriebs der Opelwerke bemühen sich feit zwei Tagen die hessisch«! Regierung und die Hess. DemvbilmachungS- kommission und im Interesse der Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung auch die französische Besatzunasbehörde. Der Betrieb der Werke dürste noch im Laufe dieser Woche wieder aufgenommen werden. Die auf Kündigung angestellten Beamten haben auf die Aufforderung der Firma zur Wiederaufnahme der Arbeit ablehnend geantwortet und sich mit den Arbeitern solidarisch crllärt. Die Verweigerung der WirtschaftSbe Hilfe durch die Firma soll übrigens auf einem genS, reiten Beschluß deS Arbeitgeberverbandes für den Jndustriebezirk Mainz beruhen
fd. Mainz, 15. Dez. Die Interalliierte Kommission gibt bekannt, daß Vorladun- aen alS Zeugen, Dolmetscher oder Sachverständiger vor ein Gericht der Besatzungsbehörde unbeoinat Folge zu leisten ist. Bei Nichterscyeinen wird Gefängnis bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe bis zu 10000 Mk. erkannt.
von der Senser vSlkerbundr- Dcrlammlung.
Rene Ausfälle gegen Tenlfchland!
Genf, 15. Dez Bei der Beratimg des A u f- nahpiegesucheS Oesterreichs beion:« Bundespräsident Motta, daß bte Schwei; mit großer Genugtuung die Aufnahme Oesterreichs in ben Lölkeckund begrüße. Er freue sich darüber, daß dec Attikel, der die Frage der Aufnahme neuer Staaten betreffe, jetzt einen liberaleren Geist auf- weise, als dies beim Entwürfe des Dilles der Fall war. Motto sprach sodann über die unbe* brngte Notwendigkeit der Universalität JWJÖ n «f und im Zusammenhang damit über dir Stellung her Verein:glen Staaten, Rußlands unb Deutschland zum Bunde. Er faßte dabei u a : G5 gilt für unS alS selbstverständlich, daß die Bereinigten Staaten berufen sind, im Völkerbund« alS bie größte Xmrofrarir eine aroße Rolle tzu spielen. Dir erhoffen eine Diedergevurt Rußlands, die auch diesem Lande ben Zutritt ermöglicht. Deutschlaudä Lujuchen aus ocr Frude-iS.on-


