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28us und Cand.

Gießen, den 16. Oft. 1920.

Die Waffenabliesernng in Hessen.

Bis zum 10. Oktober sind im Volksstaat Hessen abgeliefert und unbrauchbar gemacht worden:

5 114 Gewehre und Karabiner,

714 Revolver und Pistolen,

1 Revoloerkanone,

14 Maschinengewehre,

1 Minenwerfer,

5 Maschinenpistolen,

73 Handgranaten,

Jahrhunderte überdauern. Bernstein stellte die Einmütigkeit von der Erkenntnis der Notwendig­keit einer Programmänderung fest. Vor Propyl Weihungen müsse bei der Aufstellung be5 neuen 'Programms gewarnt werden. Man dürfe Uw nicht bei allem auf Marz,' berufen, das konnten mit dem gleichen Rechte auch die Anhänger der Diktatur tun. Dr. Dic d - Karlsruhe lehnte rede Diktatur ao, verwahrte sich, aber auch gegen KiK formal-juristische Demokratie.

Bei Eröffnung der Nachmttags-Lttzung teilte Scheidemann mit, daß die Wahl des Partei - Vorstandes bereits heute abend stattfindeii soll, am Debatte über das Parteiprogramm setzte Tr. S a ch s -Dresden fort. Er tritt für Planwirtschaft auf dein Gebiete des auswärtigen Handels ein und verlangt, daß nichts Entbehr­lich,^ cingeführt wevde. Die Partei müsse auch ixn Mut haben, Forderungen zu stellen, dre Nicht volkstümlich sind.

Dr. Adolf Braun erhält das Schlußwort. Er tritt verschiedenen - Diskussionsrednern entgegen. Namentlich wendet er sich gegen Dietz-Karlsruhe wegen dessen Aeußerung über eine formal-iurisksche Demokratie. Während der Rede Brauns herrscht zeitweise starke Unruhe, was den Redner aber nicht abhielt, weiter zu reden. Er meinte lediglich, er sei gewohnt, sogar in kommunistischen Versammlungen zu sprechen, und in einer solchen befiride man sich doch hier noch nicht.

©3 folgten Abstimmungen über verschie­dene Anträge. Der Antrag Brauns auf Bildung einer Programm-Kvmmission wurde angenommen.

Hierauf ."begann Paul Hirsch (Charlotten- buvg) seinen Bericht über

Die Wohnungsfrage.

Die Quintessenz feiner Llusfühnungen war, daß es der Regierung nicht möglich sei, der wachsenden Woh7run<Bnot nnrffam zu begegnen. Auf keinen Fall aber dürfe die Avangsorganifation auf dem Gebiete des Wohnungswesens gelockert werden. Die ,geplante Mietsteuer sei ungerecht, da durch sie die Minderbemittelten prozentual weit harter getws- ren toürbeit, als die Begüterten. Nur auf dem Boden oer GemeiiMnrtschaft könnten erträgliche Zustände im Wohnungswesen geschaffen werden. (Allfritige Zustimmung.)

Engler-Freiburg, der als zweiter 'Jw-* rent zu diesem bnennenben Thema Stellung ndlyrn, führv? aus, daß eine Wohnungsreform ohne Bo­denreform unmöglich sei. Ter private Bauunter­nehmer baue nicht, um zu besitzet:, sondern um zu verkaufen und Kapital herauszuschLagen. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit einer Vergenaßem- schaftlichung des gesamten Bau?- und Wohnungs­wesens. Der Redner glaubt fest stellen zu können, daß die Versammlung vor- tragsmüde sei. Er ziehe es deshalb vor das, was er noch zu sagen habe, zu Protokoll zu geben. In fernen Schlußausführungen ging er auf die verschiedenen Anträge ein.

ndfeuerwaffen

Schlösser von Maschi- unb Gewehren,

Knock- Kiel gegen die Verstaatlichung des Ge­sundheitswesens aus. Molken bohr erklärte, er I habe heute zum dritten Mal die Ehre, an bei | Aenderung des Programm > mitzuarb'iten. oror i allem bleibe die Partei, was sie gen?, ü-.i ?v habe inan den Miliüirismus bekämpf >: , m,i man sich eine and.-re Kampfrichttma . n>lück Das frühere Agitationspwgvamm l)ab* n gäbe erfüllt. Das neue Programm werde boi| -

Der Parteitag der Unabhängigen

Hall e, 15. Oft. (Wolff.) Nach der gestrigen jaft fünfstündigen Rede Sinowjews auf dem Parteitag der UnaM)ängigcn traten vier De­legierte de r Rechten zum linken Flügel über. Heute antwortete Hitferding Sinowjew. Hilferding erllärte u. a., die Schmu tz- Vonkurvenz des Itadiralismus bindeve jede Politik, Und dieselbe Zersetzungstaktik, bie gegen die Partei verfolgt werde, solle nun auch gegen die Amster­damer Internationale einsetzen. Mit erhobener Stimme nannte er es politische Falschmünzerei, zu sagen, daß diese Gewertz'chaftsinternationale schlim­mer als die Ovgesch und bve Weißgardisten fei. Diese Worte riefen einen großen Lärm hervor, der Hilfer- ding minutenlang am Weitersprechen hinderte. Hil- ferding sagte weiter, er hätte gewünscht, daß Sinvw- jeto sich über den Terror deu.'cher aussprechen würde. Wenn die Unabhängigen für die Einberu­fung der Nationalversammlung eingetreten seien, so sei das politische Einsicht gewesen.

Halle, 15. Ott. (WTB.) In der Nach­mittagssitzung des Parteitages der unab­hängigen Sozialisten sprach Martow (Rußland) namens der sozialdemokratischen Ar­beiterpartei Rußlands. Es sei falsch, den sozialistischen Kampf in Rußland als einen Kampf zwischen dem revolutionären Sozialismus und dem Reformismus hinzustellen. Tie Arbeitermassen Eu­ropas bedürften und erstrebten die internationale Bereinigung. Sie wollten sich der Zentrale an- schließen, die auf dem Boden der Sozialrevolution steht. Tie Parteien der einzelnen Länder leimten aber die Diktatur Moskaus entschie­den ab. Viele Parteigenossen in Rußland seien den Moskauer Genossen zum Opfer gefallen. Nach drei Jahren blutiger Revolution sterbe das russische Volk Hungers. Die illusionäre Politik des Bolschewismus gefährde die russische wie die internationale Revolution. Die Rede wurde von der Rechten mit brausendem Beifall, von der Linken mit Pfeifen, Trampeln und Lärmen be­gleitet. Losowski (Rußland) behauptete, Mar­tow hätte aus der russischen Arbeiterschaft ein williges Werkzeug der Entente gemacht. Es sei unerhört, wenn eine Arbeiterorganisation sich an die Gewerkschaftsinternationale um Schutz für das eigene Land wen.de und ab gewiesen werde. Diß- maim lyabe diese Haltung scharf.kritisiert. Trotzdem wolle er diese Politik fort setzen. Hierauf entstand l a n g a n d a u e r n d e r Lärm, woran sich auch die Tribünenbesucher beteiligten, während dessen auch die Vorsitzeichen Braß und Dittmann in einen Wortwechsel gerieten. Die Sitzung wurde unter» brodyen. Nach etwa 1h?stündiger Pause wurde der Parteitag auf .Samstag vormittag vertagt, ohne Idaß man wegen der noch immer andauernden. Erregung die Verhandlungen 'hätte wieder auf- nehmeu können.

fang, der Lokomotiv- und Eiscnbahnwagenfabriken, - würden der- Rrichsiagsfvaktion überwiesen. Em Weiterer Antrag, der sich gegen Dopp-lniandaic I wendet, wurde ab gelehnt. Insgesamt wurden 16c Anträge erledigt.

Meerfeld - Köln erstattete alsdann ein i gehenden Bericht über den Internationalen i SozialistenkongreßinGenf. Sehr scharf ; wandte sich der Redner gegen, die neue Forde- ' rung der Entente auf Ablieferung I vonüber80000Milchkühen und untere- stützte einen Antrag der Frau Juch ar z aufö närmste, der die Internationale zum Protest gegen 1 diese5 neue Attentat auf die deutschen Frauen und Kinder anfrusen will. Diese Forderung der i Entente übertreffe in ihren Schrecken die Hunger­blockade. Nur der Geist der Internationale könne s die Welt wieder gesund machen. Der Kongreß in > - Genf habe einen bescheidenen Anfang zu einer > besseren Zukunst bedeutet. Zu diesem Punkte der : Tagesordnung lagen zahlreiche Anträge vor, die i u. a. eine Verbesserung des internationalen Nach- i ' richtendicnstes fordern. In der Debatte sprach zunächst Eisenbar th -Hamburg. Er machte Mitteilung über die Be Handlung der deut­schen Seeleute im Auslan.de. Auch jetzt werde die Pflicht der Menschlichkeit gröblich ver­letzt. England sei dasjenige Land, wo unsere See­leute am unwürdigsten behandelt werden. Wir müssen, so meinte der Redner, fordern, daß sie so behandelt werden, wie die internationale Mensch- , lichkeit es gebietet. Zahlreiche Mißhandlungen seien einwandfrei erwiesen. Einem Fischdampfer, der 1 sich in Not befand, wurde sogar die Kohlenüber­nahme verweigert. Wir dürsten uns keine Tarn­kappen umlegen und müßten entschieden Protest er­heben. Wem: wieder wirklicher Frieden herrschen solle, bann müßten mildere Sitten wieder zur Geltung kommen.

Für eine durchgreifende Reform im Partei- Pvesfeivesen trat Kummer- Ostenbach ein. L oe b -Frankfurt führte aus, daß eine Verstau- 1 bigung mit ben chauvinistisch gesinnten Arbeitern Frankreichs nur schwer durchjülyrbar sei. Aus ihrem Widerstand heraus erkläre sich auch das Versagen der Internationale bei Ausbruch des Krieges. Ter Völkerbund fei eine internationale kapitalistische Vereinigung, lieber die Genfer Kon­ferenz verbreitete sich B egier-Hcmchurg. Er unterstützte ben Antrag, die in sorgfältiger Weise in Genf wieder an geknüpften Beziehungen aus­zubauen. Ter darauf eingebvachte Antrag auf Schluß der Debatte wurde mit Stimmenmehrheit angenommen.

Meerfeld ging in feinem Schlußwort auf die Darlegungen der Redner ein. Scharf wandte er sich gegen die Verleumdungen der 11SP. Auch der gehässige Ton der französischen sozialdemokrati­schen Zeitungen erfuhr entschiedene Zurückweisung.

Kassel, 15. Oft. Bormittagssitzung. Zu Beginn der heutigen Sitzung wurde die Zahl der Mitglieder des Parteivorstandes festgesetzt. Er soll aus je. zwei Vorsitzenden und Kassierern, fünf Sekretären (bisher vier) und sechs statt bisher drei unbesoldeten Beisitzern bestehen. Außerdem soll der leitendeVorwärts "-Redakteur Stimme im Vorstand "haben. Leuteritz-Hamburg schlug di« Wie­derwahl von Wels und Müller vor. Die Wahl soll morgen vorgenommen werden.

Dr. Adolf Braun begann hierauf seinen Bericht über Das Partei-Programm: Das neue Deutschland habe auch neue Be­dürfnisse. Daraus folgere die Notwendigkeit eines aemäßen Pwgramms der deutschen Arbeiter-

i. Wir wollen nicht, so sagte er, den heiligen Geist von Moskau über uns ergehen lassen, son­dern alles zusammenfassm, was mit Kopf und Hand für Deutschland und die Welt schafft. Die Unabhängigen sind schuld daran, daß wir in absehbarer Zeit keine rein sozialistische Regierung haben. Bei der Aufstellung des neuen Programms müssen daher praktische Erwägungen ob­walten. Das heutige Deutschland muß eine ganz andere Wirtschaftsform bekommen. Der Mutter­boden der Partei muß erhalten werben. Der wahre Völkerbund muß erstrebt werden. Alles, was wirt- schastlich und nach der Stammesart zusammen­gehört, muß zusamm^ngefaßt werden. Es darf keine religiöse Engherzigkeit im Programm liegen. Besonders müssen die Interessen der Frauen be­rücksichtigt werden, für die vielleicht ein eigenes Programm geschaffen werden muß. Der Gedanke der Sozialisierung ist an die erste Stelle zu setzen. Der Redner fordert dann eine siebenköpfige Programmkommission, die auch Sachver­ständige hinzuzieht, und wünscht Bernstein zu ihrem Mitarbeiter.

Hierauf ermattete Gang Schmidt einen ein­gehenden Bericht über

dir Agrar-Politik.

ES müsse alles geschehen, um die landwirtschaft­liche Erzeugung zu steigern, aber ohne Zwangs­maßnahmen. Der größte Teil der landwrrtfchast- lickeu Arbeiter sei noch nicht reif dazu, um aus die Betriebsverhällnisse führend einzu- wirken. Der Redner fordert die geistige Er­ziehung der Bauern und Landarbeiter, damit sie einst ihre große Mifsion erfüllen könnten, Träger der Volksernährnng rnt Sinne der Gemeinwirt- schaft zu fein. Der heutige Geldüberfluß in den ländlichen Kreisen werde meist nicht betriebsför­dernd angelegt. Von einem Zerschla gen des Großgrundbesitzes könne, das betonte der Redner ganz besvrchers, auf keinen Fall die Rede sein. Für die Sozialisierung kämen nur solche Be riet in Be.racht, tic rmsach?emäs: und unwfflscha?tlicl> arbeiteten. Tie Uebcrsiihrung des Grund und Bodens in ben Besitz der All­gemeinheit müffe oberster Grundsatz bleiben.

Hieraus setzte

Die Aussprache ein. Laufkötter-Hamburg meinte, die Fehler des bisherigen Programms feien die unerfüllbaren Versprechungen gewesen. Unverantwort­lich e r w e i s e habe man die Arbe i ter- schäft jahrzehntelang mit Illusio­nen gefüttert. Mit aller Macht müh' eher heutige Materialismus bekämpf i und ein Kultur- ideal gefordert werden.

Tie Wahl des Bildungsausschusses ergab: Frau Böhme-Schuch, Tr. David, H.ilmanu- Berlin, Hellmann-Hamburg, Karp und Lobe-Bres­lau, Tr. Radbrudy-Kkl, Sassenbach imb Sckncck- Bielefild, und Heinrich Schulz-Berlin.

Bei ber weiteren Debatte sprach sick> Dr.

tieit Waffen noch gegen Prämienzahlung ab­geliefert werden. . !

Wer nach dem 1. November noch im Be- , .. , , - * < * 1 i > , , i . i > 11 t * * *

sitz von Waffen betroffen wird, hat die Ichwe- ren Strafen des Entwaffnungsgesetzes (Go- fängnis nicht unter 3 Monaten und Geld­strafe bis zu 300000 Mark) zu gewärtigen.

Volkshochschule.

Das Programm des 4. Semesters umfaßt fol­gende Stoffe: , _

Religion und P hilvsophre: Der Römerbrief. Lesung und Besprechung ausge­wählter Abschnitte aus «Schriften Nietzsches, bes. demZaratlwstra". Weitanschauungsfvagen.

Staats- und Rechtswissenschaft, Volkswirtschaft: Die Verfassung des Trü­schen Reiches, unter Berücksichtigung der hessischen Berfassuug sowie der Hess. Städte- und Larw- gementbeorimung. Das Leben des Menschen im Spiegel des Rechts. Ausgewählte volkswirt­schaftliche Fragen. Eisenbahnwesen.

Geschichte: Deutschlands Mittelalter.

Literatur, Kunst, Musik: Goethes Faust. Llusgewahlte Abschnitte der neueren deutschen Literatur. Albrecht Dürer. Das Ornament in Kunst und Kunstgewerbe. Ein­führung in die Musik. .

Gesundheitsleh re: Ein Gang durch die Werkstätten des Leibes und der Seele.

Naturwissenschaften: Allgemeine Le- bensersdyeinungen. Sternkunde. Der cleftr. Strom. Einführung in das Verständnis chemi­scher Vorgänge.

Dazu die E l e m e n t a r k n r s e: Deutsch, Rechnen, Französisch, Englisch. Näheres über Ort und Zeit ist im Verzeichnis des 4. Semesters zu ersehen. (Siehe auch Anzeige.)

Veranstaltungen.

Samstag: Cafs Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung ber Medick-Näeidmger. Hotel Ein- liyocit, 8 Uhr, Variete und Ringkämpse. Licht- spkll/aus,Haus Nr. 37" undTer Hoteldkb mit der vierten Hand". Lichtspiele, Selters-' weg,Ter Arnönenhof" und ,»Die Rache im Gold- dal".

Sonntag: 3 Uhr,Die Puppen fee": 7 Uhr, Zwangs i'iguartierurig". Wartburgverein, StifungSfest. GewiwkschaftshauS, 3'/» Uhr, Ge- nevalversarnmlung des Konsumvereins. Hieuc

Adrchbuch der Stadt Eiehen 1921

Die seitherigen Teilnehmer an der Anzeigen-Reklame werden gebeten, ihre Plätze im An zeigen-Anhang umgeheyd zu belegen, soweit es nicht bereits geschehen ist.

Zur den AnzeigeN'Anhang ist n«r eine begrenzte Seitenzahl vorgesehen.

Besteller von Anzeigen werden deshalb um beschleunigte Ent­scheidung ersucht.

Verlag der Adreßbücher öer Statt Sietzen

Vrühl'scheUniverfitäts-Vuch-ttnd SteindruSerei. H. Lange, Gießen

Aula, 8 Uhr, Heiterer musikalisch-literarifchev Abend. Katholisches Beveinslymrs, 8 Uhr, Ö\» fenrtidjer Vortragsabend des katho isckyen Foauen- bmides. Cafe Leib, 8 Uhr, Konzert und Vor­stellung der Mcdick-Meidmger. Hotel Einhorn, 8 Uhr, Varietä unb Ringkämpfe. Lichtspiel­theater wie Samstag.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Am Dienstag findet die Erstaufführung von Romain Rollands RevolutionsdramaDie Wölfe" statt, womit der berühmte franzö­sische Mchter zum ersten Male im hiesigen Stadttheater zu Worte kommt. Das inter­essante Werk spielt in Mainz z. Zt. der fran­zösischen Revolution und enthüllt eine Tra­gödie, die sich damals zwischen den dortigen Konventsleuten abspielte unter dem Motto: Home homini lupus". Man wird der Auf­führung, die unter der Regie des Herrn Teleky vor sich geht, mit umso größerem Interesse begegnen, da Rolland einer der wenigen .Franzosen war, die während des Sieges eine halbwegs gerechte Haltung gegen Deutschland einnahmen. Die sonn­tägige Aufführung vonDie Puppen- fee" ist die unbedingt letzte dieses Kinder- stückes.

** Der Ober hessische Kunstverein schreibt unS: Die Ferien im Kuastverein sind nun beendet. Von morgen Sonntag an wird die Gemälde-Ausstellung wieder regelmäßig geöffnet sein. Die über 100 ausgestellten Bilder zeigen wieder so viel Abwechslung, daß wohl jeder Be­sucher die Ausstellung mit Befriedigung verlassen wird. Unter den ausgestellten Werken befindet sich von Alexander Berdrant-Tüsseldorf eine ©amm= iitng hvchkünstlcrisdyer Arbeiten, welche allseitiges Jnteress' finden werben, aber auch die ausge­stellten Werke Münchener Künstler, wie von Prof. Kaiser, Entenrnaler Koester, Küstner, Knob­loch, Lang, Segisser mid Schmitz werden eine gute Aufnahme finden. Die Meister der Radier­kunst Halvrl und Heymann-München und Jahn- Dresden haben wieder ganz neue Arbeiten aufzu­weisen, welche hier zum erstenmal zur Ausstellung gelangen. Ferner zeigt die Ausstellung einige seltene Tlyoma-Radierungen und ebensolche von Steinhausen. Aber auch einer der be&innteften Karikaturisten, Franz Jüttner, hat bk Ausstel­lung mit einer ganzen Sammlung seiner Arbeiten beschickt, und man wird sich in ber Hoffnung nickst taufd^n, daß jeder Beschauer über bcu in ben Bildern enthaltenen Humor und Witz feine be­sondere Freude finden wird. Unter anderen haben noch Heckroth und Leichum-Gießeu Gemälde, Holz­schnitte und Zeichnungen ausgestellt. Die Aus­stellung ist morgen Sonntag von 11 bis 3 Uhr umnü?rbroch?n, an W r!tagen, außer Samstag, von 11 bis 1 Uh: geöffnet. Eintritt für Nicht- mitgliebcr 50 Pfennig.

** Der Ob er hessische ® e f di i ebt verein hat den Direktor des Römisdy-germc > scheu Zentvalmuseums in Mainz, Pv.ff. Tr. si $ r Schumacher, anläßüch seines 60. Geburtsi«i zum Ehrenmitglied ernannt. Ter Vereü: elyrt i, mit den gelehrten Kenner ber Bar- und Friü, geschichte, den ersiolgreichen Leiter des weltbcmlir.i

ten Instituts: er gebenTt aber auch vor allem b; fülyoenben Mitarbeit Schumaders bei unserer le. mischen Borgeschichtssorschmkg uno dankt ihm i< die vielsaclye Förderung des Oberhessisd^.i iv.

seums und der Gai Ischen Sammlungen. U, H gei'ehen von früheren Arbeiten Ixit SchuMaä«W gerade neuerdings sich über die Bvrgesdnchte u, V

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Meilern erschi, Kreis, um ae«

feier engeren Heimat geäußert in den letzten Hes ber PrLhistorisd)en Zeitsd-rift unb ber OJerma, sowie in ben stöachworten zu den bribeft Verüfie lichmigen des Oberhffsif dien Museums und , Gaillchen Sammlungen über die Ausgrabm bei Muschenheim und bei Climbach.

** Wer ist der Ve r li-e-rer. Ein Lehrlu von Gießen, der in München an gehalten ivur gab an. am 2. Ottober 1920 in der Liebigstr Gießen einen Briefumschlag mit der Aufschri Für Theater" und 280 Mark gefixiben zu ha womit er seine Reise bestritt. Ein rar tiger Lv

tust ist polizeilich nicht gemeldet und wirb ct Berlustträgerin ersucht, bei der Kriminal-Aba. lung des Polizeiamtö vvrzusprechen. Den Rain der Verliererin, ber ebenfalls auf dem Umschl^ gestanden habe, will er nicht mehr wissen.

** F ahrra dd ieb stahl. Gestern aM gegen 6 Uhr wurde ein vor ber Stadtpost er. gestelltes Fahrrad mit schwarzem RahmenlLi, schwarzen ^Felgen am Vordervad und Kirrbelölrr,, auf der «Seite Schild mit Hess. Staatswappen, i Werte von 1200 Mark gestohlen. Vor Anluj wird gewarnt.

** Die Warenausgabetabelle Lebensinittelamtes für die Woche vom 18 !i I 24. Oktober ist im Anzeigentell der Numwer veröffentlicht.

** Die Holzlagerplätze sind n mehr «Samstags geöffnet und dafür Mi wochs geschlossen.

* Zirkns Blumenfeld, ein alt stets gern gesehener Gast in Süddeutschla veranstaltet ab 20. Oktober auf dem Oswa garten Vorstellungen. Der Zirkus gastie sechs Wochen in Groß-Berlin und ivar zul in Mainz, Darmstadt, Heidelberg, Mannhez und Karlsruhe. Das Unternehmen ist in d» sem Jahre neu ausgestattet und hat ein neid Riesen zelt, desgleichen neue, elegante inner Einrichtung.

** Die Deutschnationale Volki« Partei veranstaltet am Montag eine Mitglied» Versammlung. Siehe Anzeigenteil.

** Auf den heiteren musikalisu literarischen Abend, ber morgen c 7 Uhr in der Neuen Aula vom Bund ber A landsdeutschen veranstaltet wird, sei iwchmals gewiesen. Alffed Auerbach, der Leiter der A nenklassen des Hvchschen Konservatoriums Fvairksuri a. M., hat ein treffliches Prvgva zusammengestellt: schwäbische Geschichitle, s bische Märchen und «Scherze. Alfred selbst «Schwabe: er entstammt der Familie des liebten Romanschriftstellers Berthow Auerbach dürfte sehr ivvhl in der Lage sein, die Eigenart, Geist und Humor des Sdnvaben n< zubringen. Unser Gießener Pianist Julius Ha wird dem Programm einige musikalische beisteuem. Ter Ueberschuß ber kommt voll und ganz den bedürftigen deutschen zugute.

* Die öffentlicheProtestversam lung gegen die schwarze Schmach l Rhein findet nunmehr endgültig am Dv tag den 21. OTiober, abends 8 Uhr, in ber Aula der Universität statt. Ms fRebner" ist Professor Dr. Schi an von den Gießener Fra.»l tereinen gewonnen.

** Der Reichswirtschaflsverball! deutscher Berufssoldaten hält Eonir»1 den Montag Abend 8 Uhr im Hotel Großhnqi seine nächste Vollversammlung ab. In dieser Generalsekretär Gememder aus Kassel einen $.<] 6trag über: Die Tag^ uni) Zukunftsffager ri Militär-Anwärter. Anschließend findet eine fe Aussprache statt. ( Sämtliche Beamten- imt> ä" gestelllen--Organisationen sind zu dieser SSerfoifl* lung enigeladen.

** Eine ChrYsanthemum-- stellun g, für jeden Blumenfreund sehr wirt, befindet sich gegenwärtig in ben Treibhänf^ der Gärtnerei Moser, Wiesecker Weg. äs werben in ber Montagnummei auf bie lung zurückkommen.

** Die Hansa-Schule, Privat-Han Myranftalt von I. Kunzelmann, Seltei weg 7 3, gibt in heutiger Nummer ihren von Hess. Regierung genehmigten und übern® Stundenplan für bie am 2. November ginnende Halbjahvesklasse bekannt. Anme können täglich erfolgen.

** Einhorn. Am 15. Oktober ftaitixr folgende Kämpfer gegenüber: Ma^vali: Ml Travpen: Schneider, Masvoli: Hitzler. Der Ä Mlü>vali: Werner zeigte ein sehr ungleiches nier. Anfänglich rang Ma>»oobi sehr rvb und rn darob zweimal ermahnt werben. M^vali 'i schon nach fünf Minuten über Werner. Den: Schneider boten einen schönen ruhigen NA kämpf. Beide Kämpfer zeigten eine gute W; unb schöne Kampfes weise. Nach 34 Minutenst^- Schneider über Trappen. Der dritte Kampf

Hitzler bradyte wiederum eine gute unb Hitzler gelang es mehrmals, sich Brücke oder Sprung aus gefährlichen Si zu retten. Nach Abbruch des Kampfes ve Madoali Kampf bis zur Entscheidung und nach,27 Minuten ben «Sieg über Hitzler. Roheiten legten sich int Endkampf.

Landkreis Gießen.

-m. Langd, 15. Ott. Vor einigen 3d®; wurde hier wiederum ein frecher Einbruö®. übt, bei dem den Dkben eine größere Sq«"'®--* Goldes unb sonstige Gegenstände in die S'«®; fielen. Auch im nahen Ruppertsburgwj® einem Landwirt etn nächtlicher B'such al'yr wobei die Einbrecher mehrere raufend Mmtt l?; eine Menge Kleidungssttlüe milg hen hießen *'«?; Einbrüche sind jedenfalls auf das Konto tV- Gegend abstr, ichenden Hamsterer zu setzen, auf diese Weife ihr Geld für die mrriit zu SA' preisen erworbenen Waren, toi.ter zurückl^vte»4«' durch, daß sie öfter kommen, sind sie genau«ri; - iert unb wissen den Auflx-lwabrilii^vri d?s der Leute, so daß sie leichte Arbeit haben.

-m. Watzenbv rn, 15. Ott. Ein trH®-

I Einwohner, der von Grüuingen zurüÄam.i'w^i

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