Einzelbild herunterladen

Erster Blatt

170. Jahrgang

Samstag, 16. Moder (920

GieWerAlneigel

General-Anzeiger für Oberheffen

Druck und Verlag : Vrühl'sche Univ.-Such- und -Steinöruderet M. Lange. Schnstleiümg, Geschäftsstelle mtö Druckerei: Zchulstratze 7.

an-

ltt.

Ein bolschewistisches Schreckensregiment

Ein polnisches Weißbuch.

Berlin, 15. Okt. (WTB.) Von pol­nischer Seite ist ein WeißbuchViola- ttons du Traite de Pair par les Allemands en Haute-Silßsie" herausgegeben worden, das den Beweis zu erbringe i versucht, Deutsch­land habe sich in Ober,u)tesien der Verletzung >es Friedensvertrages schuldig gemacht. Das Ergebnis der von der deutschen Regierung 'ofort vorgenmmenen Prüfung ist, von den veröffentlichten 47 Dokumenten sind 27, also >er größte Teil, gefälscht. Von den übrigen 20 Dokumenten sind 6 polnische Agentenberichte

irgendwelche Bedeutung und nur 8 sind echt; diese aber zum Teil noch entstellt. Von deut­scher Seite wird demnächst auf Grund bes­serer Beweismittel der Nachn»eis gefiihrt wer­den, daß die Absicht gewaltsamer Anionen in Oberschlesien nicht bei der deutschen Re- gierung, wohl aber auf polnischer Seite be­standen hat und noch besteht.

Amerikanische Milchkühe.

Berlin, 16. Okt. Wie derVorwärts" er­fährt, sind die ersten amerikanischen Milchkühe jetzt unterwegs. Sie sollen für Sachsen bestimmt sein. Die Amerikaner hätten auch die Transportkosten ausgebracht.

Nus dem besetzten Gebiet.

Eine Dorten-Zeitung.

sd. Cob lenz, 15. Okt. Wie die C. Z. erfährt, wird hier in allernächster Zeit ein sonderbündlerisches Blatt im Gutenbergverlag erscheinen. Die .Hauptgeldgeber sollen außer­halb der Stadt Coblenz sitzen.

Aus dem Reiche.

Der Streik in Sachsen.

Chemnitz, 15. Okt. (Wolff.) Die städtische Arbeiterschaft hat in einer heute vor­mittag abgehaltenen Versammlung beschlos­sen, die zwischen den Vertretern der beidenl Parteien gestern getroffenen Vereinba­rungen, welche ansehnliche Lohnerhöhun­gen bedeuten, anzunehmen. Der seit ver­gangenen Samstag dauernde Streik ist damit beendet.

Dresden, 15. Okt. Der Ausstand her Ge- mem bearbeitet i stdurch eine Enchrmrg auf Grund neuer Stunden löhne beigeleyt. Die Wiederaufnahme

der Arbeit fall sofort erfolgen. Maßregelungen a läßlich der Teilnahme am Streik finden nicht sta

Leipzig, 15. Okt. (Wolff.) Die streikenden

Gas- und Elektrizitätsarbeiter haben

Streik der Eisenbahnbcdicnftcten in Warschau.

Kopenhagen, 15. Okt. (WTB.) Der Korrespondent derBerlingske Tidende" meldet aus Warschau: Der Streik der Eisenbahn bedien steten hält in War­schau an. Der Zugverkehr richt vollständig. Die Lage wird als fefyr ernst angesehen, da die Hauptstadt durch den Streik von allen Lebensmittelzufuhren abgcschnitten ist. Den ganzen gestrigen Tag fanbcn Verhandlungen zwischen den Vertretern der Regierung und den Eisenbahnbedienfteten statt. Die Forde­rungen der letzteren betreffen hauptsächlich Lohnerhöhungen.

es mit erheblicher Mehrheit abgelehnt, sich dem Spruch eines paritätisch zusamnienaeietzten Schieds­gerichtes, wie es von dem Arbeitgeberverband säch­sischer Gerneinden vvrgeschlagen wurde, zu unter­werfen. Ter Streik dauert fort.

Bautzen, 15. Okt. (Wolff.) Die städti­schen Arbeiter sind gestern abend in den Streik eingetueten. Die Tiefbauarbeiter haben sich bisher nicht angeschlossen. Elektrizität und Gas sind gesperrt. Notstandsarbeiten werden von der Arbeiterschaft geleistet. Die Zeitungen er­scheinen nicht.

Born Weltpoftkongreß.

Berlin, 15. Okt. (WTB.) Das Prüft, dium des Weltkongresses in Madrid sandte an den Reichspostminister folgendes; Telegramm:Bei der Wiederkehr des Tages, an dem vor 46 Jahren der Vertrag, der den Weltpostverein schuf, unterzeichnet wurde, fühlt der in Madrid vereinigte 7. Weltpost­kongreß das Bedürfnis, im Gefühl der Er­kenntlichkeit gegen alle diejenigen, die die­ses Werk der Zivilisation des Friedens be­reiteten, den Regierungen der an der Grür^ düng beteiligt gewesenen Länder den Aus­druck seiner Dankbarkeit zu übermitteln."

Der Rcichspo st Minister antwortete dein Präsidium telegraphisch:Für die an. läßlich der 46. Wiederkehr der Unterzeich. nung des Berner allgemeinen Postvereins­vertrags zum Ausdruck gebrachte Gesinnung aufrichttgen Dank. Die deutsche Regierung ist von warmer Erkenntlichkeit durchdrun­gen für alle, die am Ausbau dieses Kultu» wertes mitwirtten und hegt die Zuversicht, daß die Arbeiten des 7. Weltpvsttongreffes weitere Fortschritte auf der Bahn der Ver- kehrsentwickelung herbeiführen werden."

werden, daß ein Redner, Cohen-Reuß, die militaristtsche Politik der Franzosen in den besetzten «.Kebieten offen vertei­digte und billigte! Der sonderbare Kontinentalpolittker und Franzosenfreund hielt es für ein Gebot der Stunde, der Wett noch einmal das sündbeflette Bild Deutsch- tands zu'zeigen, aber er fand nicht den er­hofften Beifall; einige Redner rissen ihm den Schutzschild, den er über Frankreich hielt, aus der Hand. Bemerkenswert ist noch, daß der Parteitag sich von den anwesenden Frem­den brav zur deutschen Abrüstung beglück- wünschen ließ, ohne dabei der Enttäuschung zu gedenken, geschweige denn flammenden Protest dagegen zu erheben, daß von den Ländern der Entente keines daran denkt, un­serem Beispiel zu folgen und die Waffen ebenfalls aus der Hand zu legen . . .

Weitaus interessanter als oie Kasseler Tagung war das Konzil der Unabhän­gigen in Halle. Die Gegensätze, die C r i sp ie n, der Wortführer gegen die Mos­kauer Zumutungen, und D ä u m i g , der Rechtgläubige der dritten Internationale, ausfochten, hatten nicht das bureaukratische Gepräge der Auseinandersetzung Wissels und Schmidts.'Der Bogen war leidenschaftlicher gespannt, die Situation dramatisch vorberei­tet. Der Parteitag war von vornherein in zwei unvcrmischte Hälften gespalten. Es fehlte auch die dramatische Steigerung nicht. Die beiden genannten Redner brachten nicht mehr und nichts anderes vor, als was man vielfach schon in den Zeitungen gelesen hat. Dann aber folgte ein Preisringerpaar, das schon heftiger ins Zeug ging und Stürme entfesselte: Dittmann und Stöcker. Dittmann vertrat wie Crispien den Zwitter von Diktatur und Demokratie, eine Halbheit, der alle lo­gische Durcharbeitung fehlt. Die Diktatur des Proletariats sei nur ein Uebergang. Das Dauernde aber sei und bleibe die Demokratie im Sozialismus. Die Umwälzung werde, so hielt er den Moskauer Anhängern vor, erst von Dauer sein, wenn die sozialen Zustände dafür reif wären. Dann kritisierte er die Zu­stände in der kommunistischen Partei Ruß­lands, und zwar an der Hand eines gedruckten Berichtes Sinowjews, des Vorsitzenden des Exekutivausschusses der dritten Internatio­nale. So heftig dieser Redner sein Geschütz auffuhr er jagte u. a., es gebe im deut­schen Proletariat keinen verrufeneren Par­teimann als den Kommunisten, und so polternd und herausfordernd die Gegenrede Stöckers war, die höchste Spannung wurde erst erreicht, als Sinowjew, der Russe, selber spracl;. Wohl kein Land außer Deutsck)- land, vor allem England und Frankreich nicht, hätte diesen Ausländer so ungestört re­den lassen wie er es in Halle getan. Sinow­jew, der von der linken Hälfte des Parteitages mit so viel Respekt empfangen wurde wie Se. Heiligkeit selber, nämlich mit einem Hoch, das Adolf Hoffmann ausbrachte, sprach höchst eindringlich), aber ruhig und überlegen. Er hatte es von seinem Standpunkte aus nicht schwer, dieauf zwei Hochzeiten tanzenden" Widersacher zu widerlegen, und er führte seine Sache viel besser als Däunrig und Stöcker. Der Glaube an die Weltrevolütion sei den Wider­strebenden verloren gegangen, die einefaule, bürgerliche Ideologie" mit sich herumtrügen. Es klang fast wie eine gewisse Verachtung, als Sinowjew sagte, zur Weltrevolution müsse geschritten werden, aberniemand ver­langt von Euch: tmacht morgen Weltrevolw- tion. Das einzige, was wir von Euch fordern, ist Propaganda für Kommunismus".Ihr werdet im Drill geübt", so hätte der schlaue Mann auch sagen können, ,Zhr seid blos Sol­daten, wir sind die Generale." Dann aber ka­men merkwürdige Konzessionen aus seinem Munde. Er kennt wohl die Führer und Hel­den der Unabhängigen, um zu wissen, daß sie sich nicht zuGemeinen" degradieren lassen wollen, und er schlägt ihnen Verhandlun­gen, Kompromisse vor, die ihnen viel­leicht den Knopf am Kragen, womöglich so­gar Achselstücke, retten könnten. Aber L e d e - bour sagte dazu:Das ist ja die'größte Demagogie, die es gibt!" Wirklich, der Russe ist ein äußerst kluger Rattenfänger;Mos­kau will nicht Diktieren", so wehrte er ab, in- bem er es machte wie Lenin, der in einen seiner letzten Reden gesagt habet soll' 3a. den Arbeitern mag erlaubt werden, gelegent­lich auch einmal wieder zusammenzutouunen und eine Meinung zu äußern."

Hilfferding gab namens derRech­ten" dem Russen gestern die Antwort. Wir haben, so erklärte er, nicht das geringste Ver­trauen in die Ehrlichkeit Sinowjews, der ja auf Grund seines Verständigungsversuches überdies in Moskau ebenfalls auf die

sagte, die Schuld am Bruche von sich zu weisen. Ein Vertreter der russischen Men­schewiki, namens Martow, roarnte höchst eindrucksvoll vor derutopistischen Psychose. Besonders seine Hinweise auf die Mordtaten der Botschcivisten wirkten tief. Glauben Sie nicht", so sagte er,daß die Bolschewiken, die 6 50 meiner Partei­genossen an einem Tage hinge­mordet hadert, sich davor scheuen werden, Deutschland in einen neuen Krieg mit der Entente hineinzuhetzen.

Die Spaltung der unabhängigen Partei wird trotz allem zur Gewißheit. Es gibt, und zwar in großer Zahl, Rekruten­anwerbungen für Moskau, und es gibt daneben auch noch ein Fähn­lein der bisherigen diktatorischen Demokra­ten. Wer aber, und das betrifft die bürger­lichen Parteien, dem Eroberungszug der Mos­kauer Welteroberer wirksam entgegentreten will, der muß aus innerster Ueberzeugung heraus darzutun vermögen, daß das Heil der Menschen nicht im Kommunismus liegen kann und wird. Eine andere Saat muß aust- gehen: sozialer Geist auf nationalem Bod­den. Ein solcher Geist wird dem internatio-- nalen Fortschritt, der Völkerversöhnung, der Befreiung mühselig Beladener ebenfalls die Bahn zu breiten haben. Zuerst aber wird er die Knechtschaft abwehren, die im Vertrag von Versaille dem deutschen Volke auferlegt wor­den ist.

Nr. 244

9<r tfcfccetx W^er Ochern! tigli*, außer u«6 Feiertags.

gioHdtlid' Marti 3.60 tnv M» - 6STrägertohn, »rcleljährbchMarit 10 80 ttdMji.l.SSTrägerloh»: :ird) bw Post viertel- Hrlich TOart 12. -LsschlrchUch Bestellgeld, "er »sprech-Anschlüsse: ?r die Schriftleitung 112; ? erlag,Bcschäftssteüe 51. -.nschrstl für Drahtnach-

chie«: Nmetarr Siehev. pdchchetttonto.

^anffurt a. !fi. 11685

Die deutsch-französischen Verhandlungen

Berlin, 16. Ott. Wie dieVoss., Ztg." aus Paris meldet, wird der französische Botschafter Laurent in Berlin, der dieser Tage aus Paris auf seinen Posten zurückkehrt, der deutschen Re- gierung im Namen der französischen Mitteilen, daß ine Sonde runterbandlungen zwi­schen deutschen und französischen Sachverständigen über die Wiedergutmachungsftage, die Deutschland angeregt hat, angesichts der bevorstehenden Sach- versländigenkonserenz in Brüssel untunlich er­scheint. Man nehme in Paris an, daß die Einbe- rusung der Sachverständigenkonferenz nach Brüssel in allernächster Zeit erfolgen werde.

Deutsche Äohlenuot und Ueberfluß in Frankreich.

Berlin, 15. Ott. Wir erhalten aus Bochum folgendes, von den Herren Kirdorf, Strnnes und Bögler unterzeichnetes Telegramm: Die Koh­lenfrage zwingt uns, nachdem bereits früher vier Hochöfen außer Betrieb gesetzt sind, heute zwei weitere Hochöfen stillzulegen. Hier­durch sind neue Arbeiterentlassungen unvermeid­lich. Dabei ist bekannt, daß in Frankreich großer UebcrflußanKoksundKohlen herrscht, so daß teilweise die Bahnhöfe wegen Ueberfüllung verstopft sind. Tie Gasanstalt Paris hat 900 000 Tonnen Vorrat, das heißt mehr als je zuvor. Wir bitten dringend, Schritte zu tun, daß angesichts des Ueberflusses in Frankreich so viel Kohlen mrd Koks in Deutschland zurückgehal­ten werden, daß unsere Wirtschaft nicht vollkom­men zusammenbricht. Tas Telegramm enthält ferne Angabe des Adressaten. Es ist offenbar an die Reichsregierung gerichtet.

Dochenrückblia.

Das Hauptinteresse der polittschen Welt 11x ragen trirrt sich auf die Parteitage in ||: affel und in Ha lle. Es gibt natürlich I richtigere und bedeutendere Dinge als diese !l ^deschlachten der Sozialisten, indessen darf ||htxf> gesagt werden, daß die augenblicklich >1 sonst vorhandenen Probleme und Tages- I regen durch die unrnirtetbare Teilnahme des ItMibuns nur wenig beeinflußt oder in be- 11 iiiiunfc Entscheidungen gelenkt werden fön* loen, weil 'sich die eigentlichen Triebfedern Im häufig dem Blick entziehen. Kassel und ; geilte jedoch wirken wie zwei Bühnen, wo Hörldenspieler sich unumwunden ausleben, l.tf» auch die bürgerlichen Parteien haben lilfoit Anlaß, den dort vorgeführten Schau- Ifriden eine Weile zuzuhören.

Es fällt allgemein auf, daß die Beratun- Irn der Mehrheitssozialisten in Kas- M im allgemeinen langweilig und unergie» In} gewesen sind. Man merkte es den dort ge- Ivchselten Reden kaum an, daß wir noch Immer in einer harten Krisis schweben, die |»n den führenden Praktikern in der Politik Imtschlossene posittve Willensmeinung und Imt lebendiges, verbrauchten Doktrin ent* legendes Versenken in die Kardinalfragen des Roges erfordert. Herr Scheidemann jedoch Itno seine Partei prunken mit dem Anwachsen pwer Anl)ängerzahl, mit der Propaganda, lltc auf dem Trümmerfeld unser er Wirtschaft libve $ette aufbaut. Von Kassel aus erging Irrt eine Flut allgemeiner Redensarten, die Wich bei den meisten Diskussionsrednern auf fcnem tiefen Niveau der Sachkunde beweg- Mn. Klagetöne, Vorwurfswvrte, Mißbil- Mqirnstsen Schließungen gegen Kräfte und arteien, die nicht zu dem Verbände der Mgenen Genossen sich zu zählen wünschen. Bon allgemeiner politischer Bedeutung war Me Feststellung des Parteitages, daß die ozialdemokratie sich weigere, an einer Re- jprnmg teilzunehmen, in der eine Partei von Monarchischen Charakter ihren Sitz habe. Bannt wird natürlich die Deutsche Volks- fcrtei gemeint, die aus diesem Ergebnis des Msseler Parteitags ihre Konsequenzen zu Bchen hat. Die übergroße Mehrheit der Byefer Delegierten hat dem fozialdemokra- Mchen Hauptvorstand zu seiner bisherigen ugrung der Geschäfte sie Zustimmung aus- sprochen. Im übrigen erfolgte, in Form von harnischten Protesten und Entschließungen, tt die gegenwärtige Regierung das Ansin- A, den Reichs ernahrungsminister Hermes tt» den Reichswehrnrinister Dr. Geßler in

Wüste zu schicken. Weil der große See rast i> fein Opfer haben will.

Posittve Vorschläge von irgendwelchem efang wurden in Kassel nicht gemacht, die vße Partei leidet an offenkundiger Pro- anrmlosigkeit. In seinem Bericht über die rogrammerneue rung hat Dr. raun nur Phrasen und negative Feststellun- i t vorgebracht; der eingesetzte Sonderaus- hat bisher keinerlei sichere Richtlinien, nck das sogenannte Agrarprogramm hebt sich nicht über ein begreifliches Agi- tonsbedürfttts. Alles steht auf schwan- MBbem Boden. Das kommt von der Un- ^MLssigkeit, die Führer und Massen bewegt, -Mier von den schlechten Erfahrungen, die die ^Mialisttsche Regierungsherrschaft g ezeittgt / MS Zeugen dieses Tatbestandes traten 'W beiden soziälisüschen Wirtschaftsminister /Wrssel und Schmidt seh'r drasttsch vor 'm! Wissel verfockck seine bekannte

^Erikwirtsck>aft, die von Robert Schmidt um» UMWrfen wurde. Großzügig oder lehrreich SMr auch diese Disputation zwischen den £*ben wirtschaftspolittscben Größen gerade Rt Wissel gedachte, wie er sagte, unsere ^^^^chast zuorganisiei'en" und zu soziali- ^"<n, wahrend Schmidt entgegnete, der Mßenhanocl müsse lvieder in Giang gesetzt IBP*01* lrnd vor allem sei die richtige Tätig-

und Verwendung der Arbeiterschaft ^Worganisieren. Beiden Rednern wurde Whafter Beifall gespendet, ein Beweis dafür, j ein sozialdenwkrattscher Minister eine in

Richtung schwankende Tätigkeit auf- litten muß, weil die Rücksicht auf diese . jenftimmungen ihn zu leiten hat. Die MWen der auswä!rtigen Pokittk hat die j öfter Tagung nur nebenbei, in der Dis- . gestreift. Die unerhörte Bergewaltt-

Kg deutschen Rechtes und deuffchen Lebens E^gte keine kraftvolle Kundgebung der Ab- \ . Wie könnte es anders fein? Da muß I l*rer lpie Rücksicht auf die Genoffen des I .Landes obwalten! Man muß sich schon I zufrieden geben, daß gelegentlich

T' ®ort der Mißbilligung des Gewaltver I iL^ Behänd bin g deutscher Brü-

an den West- und Oftgrenzen fiel ttotzdem ist in dieser Beziehung der I ^.u der Parteitag angerichtet Hat, r größer als der Nutzen, denn die i^a-tton wird draußen gründlich aus genutzt

Stockholm, 15. Okt. (WTB.) Der Kor­respondent des AesigenTidende Journal" meldet aus Heffingfors, daß die russische ZeittmgNova Rossija" berichtet, daß em bolschewistischer Kommissar in Archan­gelsk ein Schreckensregiment aus- stbe. 12000 Mitglieder des Nachrichten­dienstes (?) seien durch Maschinengewehre erschossen worben. Tagtäglich fänden Verhaftungen und Hinrichttmgen in großer Menge statt. Auch zahlreiche Frauen würden ins Gefängnis gesteckt unb in einer einzigen Nacht sollen 700 hingerichtet worden sein.

3nwlfme voo Sujciac» für die Tagesnnmwict ot» zum Nachmittag vorher ohne jede Derbindlichdeü. Dreh für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite firtfid) 35 Pf., auswärts 45 *Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Bei Platz, poefdinit 2OU 0 Aufschlag. Hauplschrifilktter: Aug. Koetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Boetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3enj; für den Anzeigenteil: H. Beck», sämtlich in Dieben.

5ozialvemokratischer Parteitag.

Kassel, 14. Oktober.

Tie Nachmittags,'i^.ung begann mit Abstim­mungen über die verschiedenen Anträge. Ein An­trag Braun, der die Sozialisierung der Tünge- mütelfabriEen verlangt, ianü einstimmige An­nahme. Ter Antrag Heil mann berr. das Miß­trauensvotum für den Rcichsernährungsminilter Tr. Her mes wurx mit 138 gegen 137 Stimmen angenommen. Er sollte zueru noch einem anoeren Vorschlag der Reichstagsirattio i ubrnneien wer> den. Hermann Müller gab die Erklärung ab, baß der Parteitag strengste Nachprümug gegen Hermes er Ebenen Anschuldiguuger 'ordern werde. Tie Anträa^ wegen Sozialü^ermrg der ver,chiede- nen Wirtschaftsbetriebe, wie Apotheken, Seefisch-

schwarze Liste kommen könnte. Trotzdem for- , ,

mutierten HiTsserding und sein Anhang eine! und Zeitungsmeldungen ohne jede Bewefs- besttmmte Erklärung gegen eine Anzahl Mos- traft. Sechs Dokumente sind unkontrollier- kauer Forderungen, um, wie der Redner I bare Privatschreiben oder Schreiben ohne