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onlaßte Ernte eingetreten. Da Berlin sich im Aus-
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Veidl - Frankfurt a. M., ein Mann, der als ö-dömbigcr in öorber’ter Linie sich unter den
clyemöligen Soldaten der Hochschätzung erfreut, in
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Division einer großen der Deutschnationalen
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Tisenbahnunterasiistent Stephan wandte sich besonders gegen das Wuchw- und Schieber tum.
verübten Sabokageaklen hanrilt es sich um ca regelrechtes Komplott von Tclegrapltenarbritern,
Man müsse nicht nur gegen die Lebensmittelnot. sondern au chgegen die Verteuerung kämpsen.
Frau Burg sprach gegen die Aufnahme bet i österreichisck>en Kinder, da es genug notleidende I Kinder in Deutschland gebe.
Herr Haupt stellte fest, daß vom Lebensmittelamt in den Kriegsjahren noch kein Rechen- schaftsbcrirbt abgelegt morden s i. Weiter schritt er die Kartessilversorgung der städtisdxm Beamten an, die zu einer Zeit erfolgt sei, während andere Teile der Bevölkerung nichts gehabt hätten.
Stadw. Weiß vertrat neben pol.tischm Aus- ühruilgen den Standpunkt. daß man erst bei den Bauern die Kartoffeln erfassen müsse.
Dr. Sei b erklärte, das Lebensmittclomt habe ferne selbständige Kassenführung, sie merbe durch die Stadtka.se und Oberrechnungskammer erledigt, debenvaebt würde sie durch die Lebensmitteldeputation. Die Kartoffeln der städtischm Beamten leien von dem Beamten oerrin direkt vorn Lande und zwar von einem Kreise cru&erbalb Gießens bejagen wor- rjen. Auf diese Weise gelang es, den Kreis zu entlasten. Diese Hanolung war nicht ungesevlichn, ah n»enn rin Konsumverein seine Mitglieder versorgt hätte.
Herr Lutze wandte sich dagegen, daß von den Beamten des Lebensmittelamtes die minrirrimit- tdte Bevölkerung rücksichtslos abgefertigt merri.
Stadtv. Fourier fand die Helfe sirung der Beamten den Arisführungen Dr. S ibs gegenüber trotzdem ungerecht. Sodann wendete er sich gegen die Behandlung der Bevölkerung durch vench.edcne Kartoffelhändler und verlangte nochmals dsi Zwangsablieferung durch die Bauern.
Dr. Seid stellte nochmals f st, daß die Beamtenkartoffeln ohne Wi.scn des Lebensnttttelamtes gekauft und verladen wurden.
Nach den Schlußworten von Stadtv. Maier wurde Die Entschließungeinstimmig an- geno m men.
kfm nach ihrer Forderung von 90 Pf. auf 1,30 Mart erhöht, ferner die Vergütung für die Be- h.rbrrgung der Obdachlosen von 2 .0 auf 350 ML :, । festgesetzt. — Ein Gesuch der beben Bullenhalter I wn höhere Vergütung, wird dagegen zurückgestrllt.
um erst Erkundigungen rinzuztehm. Vrrn einer Seite wirb Iri.r der Vorschlag gemacht, viellcickst iie Viehbesitzer, die das größte Jntereisc an dieser Sach cr-urch Erlebung <iues Sprungycldes bei etwa nötig wer. enden Mehvausgabeu der Fasel- fel ung Ix anHuzi Ixn. — Der Bürgermeister macht Mit^ilung von der Uebernahme einer Stiftung im Werre von 100 000 Mk. rurch einen gebotenen Griucherger, namens <5d)äfer ui Bautzen (Sachsen).
x Wieseck, 15. Jan. Tre Anregung an dieser Stelle, die l-iesigm Vereine mödyten gute Theaterslücke ihrer Vereinsbühnen für die ganze Gemeind« wiederl)elen, ist — wie es selxint — auf guten Boden g.-fallen. So plant der Ixefigt Turnverein am nächsten Sams cg eine $ro<itc Äufsül-ruilg des Treiatters „Der Bettellxint" im Saal oon Braun. Bei einem Eintrittspreis von l aMrk fbmmt der ganze Reinertrag erfreulicherweise ben Kriegshinterbliebenen unserer Gemeinde zugute.
x Wieseck, 15. Jan. Zum erstenmal in unserer Volkshochschule wird am Frei'ag den 16. ds. Mts. in her Vorlesung über „Heimatkunde" ein Lichtbilderapparat Verwendung litten. Ta der vom VvrsLnd bestellte Apparat m>ch unterwegs ist, Hit die mit dessen Lieferung beauftragte F-iema i'ren eigenen Apparat für Die» en Abend bnhwcife z"r Briügung gestellt.
Slrrh Schorlen.
k. Ruppertsburg, 15. Jan. Am Samstag abend tagte im hiesigen Rathaus eine Ver- ammlnrg des Kir chenvo r stand cs, der Kirchcn- emeindeverttetung und des Gemeinderats wegen Neuanschaffung von drei Glocken. Da noch eine Bronzeglocke vorhanden ist, hätte man gerne wieder rin Gesamtbrvnzegeläut angeschafft. Jedoch der l>ol)e,t Kosten und der Not der Zeit ent» prechend entschloß sich die Versammlung einstimmig für Stahl glocken, welche einer Firma in Herborn übertragen wurden, die fkch oerpflickstet, die Lieferung bis Ostern auszuführen. Eine freiwillige Sammlung im Torf ergab den Betrag von 3000 Mark, darunter die chemische Fabrik Friedrichs- Hütte allein mit 1000 Mk.
Kreis Laurerbach.
(S Landen hau s e n, 15. Jan. Die in un- ’crer Gegend sehr rührige Gendarmerie hat hier einem auswärtigen Händler wieder rin schwarz^ geschlachtetes Kalb abgenommen, das für Bad Salzschlirf bestimmt wr.
Kreis Friedberg.
Q Buybach, 14. Jan. Zwei bedeutsame politische Versammlungen sanden kurz hintereinander statt. In der Deutschen V o l k s p a r t e i sprach Finanz Minister a. T. Dr. Becker über die Arbeit der 9la b-nal-V-ersammlung unter
unter leb'hrstenr Beiß ll, Pfarrer
Sport.
Gießen, 15. Fan.
Die Einweihnngsfeierlichkeiten des Bootshauses des Vereins Ruderspott Gießen 1913 e. V. findet nickst am 18. Januar, sondern erst am 1. Februar ds. Js. statt. Das Hochwasser hat die Zugangswege zum Bootshaus in einen derartigen Zustand versetzt, daß die kurze Verschiebung der Feierlichsten vorgenommen roew den mußte. Infolge der Unzugänglichkeit sind auch die letzten Arbeiten zur Fertigstellung hinaus« geschoben worden.
Hochwasser.
Koblenz, 15. Jan. (WTB.) Das Hoch» wasser hat hier nunmehr den Stand vom Jahre 188 2 erreicht. Eine Anzahl Straße« steht unter Wasser.
Bad Ems, 15. Jan. (WTB.) Das hiesige Gas- und Elektrizitätswerk steht te& weise unter Wasser und mußte den Betriri» rin* stellen.
Köln, 15. Jan (WTB.) Die Hoch* wassergesahr ist immer noch ernst. Der Rh. in steigt zur Zeit um etwa 2 Zentimeter stündlich. Dec Kölner Pegel zeigte heute abend 9,36 Meter.
Dresden, 15. Fan (WTB.) TaS Hoch* wasser der Elbe ist heute morgen bis über 4 Meter über N. 11 srilieg-en. Jnß lg.^essen sind die Terrassenufer überschwemmt. Das Wasser ist in zahlreiche tiefer gelegene Keller eingedrungeu.
Dcrmifcbtes,
Berlin, 15. Jan (WTB.) Jin' in* im® ausländischen Telegruphenverkchr bestehen infolge zahlreicher noch nicht behobener Leitung,-* Störungen noch erhebliche Verkehrss chwic* r i g f e i t e n. Mit Frankreich bestellt noch keim Verbindung. Ter Verkehr mit England und Holland wurde wieder au'genommen. I" Fernsprechverfehr Berlins sind noch einige 70 Fernleitungen gestört. Bei den im Industriegebiet
fall der Ernte getäuscht habe, seien alle Rationen zu weit gefaßt irnb zu spät umgestoßen worden Das Landesemälfrungsamt führe die Bestimm un- jgen aus und habe sich gegen Berlin zu wehren. Man habe gedroht, Hessen Kvhlen usw. zu sperren, wenn es nicht Kartoffeln abliefere. Die Rationen seien heruntergesetzt worden. Wer Kartoffeln habe, müsse einen Teil herausgeben. Solche Maßnahmen müßten gleich durchgesührt werden. Es sei in - Darmstadt beschlossen worden, auch von den Bauern in Hessen eine freiwillige Abgabe zu erzielen. Tas Ergebnis sei trotzdem zweifelhaft. Von den freiwillig abgegebenen Kartoffeln fallen Gießen 20 000 Rentner übeririefen werden. Damit dürfe man sich nicht zufrieden geben. Es sei erreicht, daß XS-iriien aus Polen vorzugsweise beliefert toerben solle. Im Kreise Gießen feien noch etwa 20 Gemeinden zu reribieren. Die in den übrigen Cemern- ben ausgenommenen 30 000 Ztr. seien herringevom- meu. Die Revisionen bürfen nicht aufhören. Auch bei der Aussaat würden wir noch Kartoffeln erhalten. Dom frommunalverdand sei das Menschenmöglichste geschehen.
Dr. Seib als Vertreter des Lebensmittel- anrted, wies darauf hin, wie ungsaublich es den Instanzen gerne en sei, daß der Kreis Gießen nicht mehr lleberichußgebiet sei. Allein durch die Anbau- vermmderung seien 160 000 Ztr. ausgefe'len. In Gießen feien 4000 Personen mehr ziu ver'orgen. Die Schwierigkeiten feien hauptsäcÄich durch die Preispolitik im Herbst zu erlären. Darin habe Berlin versagt. Es sei vergeblich versucht worden, erttgegenzuwirLen. Man habe die Kartoffeln damals markenlos abgegeben. Sie werden uns aber von Berlin aus ungerechnet. Die Bezugscheine bereiteten diesmal Schwierigkeiten, da die Bauern an- E, festgestellte Kartoffeln feien durch Bezug- ! be egt. Außerdem ermöglichten sie den »ewohnern eine überrrichlick>e Eindeckung. Der Schleichhandel habe eine Menge Kartoffeln aus dem Kreise ausgesührt. Dagegen müßten alle Maßnahmen getroffen werden. 12 500 Menschen sind in Gießen auf Bezugschein versorgt worden, es fehlen 1100 Ztr. wöchentlich. In Darmstadt fei man der Ansicht, daß die Stadt sich aus dem £anbtreid Gießen versorgen könne, dann sei es aber auch Aufgabe der R gierung, die Ablieferung durchzusetzen. Augenblicklich sollen 3000 Ztr. aus einem oberhessischen Kreis be iefert werden. In Darmstadt habe man Herabsetzung der Selbstversorgerration erwogen, weiter Ablieferung von 25 Psd. der mit 3V» Ztr. Versorgten und Äbliefe- nntg von 1 Ztr. pro Morgen. Tie belieferten Gießener sollen mit gutem Beispiel voeangelien: auch der Bauer könne den Zentner abfiefcrn Besser wäre aber ein Zwang, der im Kreise 12000 Ztr. ergebe. Auch der Anbauzwang müsse durchgesührt roersen, sonst w-rde im nächsten Jahr die Rot noch größer sein. Als Auslstlje habt die Stadt größere Mengen Hülsenfrüchte .gekauft.
Herr Lutze verlor sich in politischen Aus-
A«s Stadt und Lund.
Gießen, den 16. Jan. 1920.
Lebensmittel.
** Zucker-Ausgabe. Der Zucker für Januar kann von SamS og den 17. Ja nvar an in Empfang genommen werden. Es ent alten auf die Zuckermar'Se 1 (Januar 1920) 750 Gramm Zucker.
** Die Wochenkartosfelmarken 46 bi s 5 3 der 52. Woche und 1 bis 30 der 53. Woche werden beliefert bei: Konsum-Verein, (ämtlidx Filialen, Krack, I., Riegelpsari Kumm, Fritz, Zozelsgasse, Trechsler, Heinr., Steinstraße. . Die Marken können bis einschließlich Samstag beliefert werden.
** Beider städt. Obst-undGemüse- verkaufsstelle — Ma- ttlau'-en — kommen morgen und die folgenden Tage Gelberüben, SVabl» caben, Weißkraut, Rotkraut und Taseläpfel pfund- und zenmerweise zum Verkant. Auch wird iriebcr Dörrgemüse, Gelberüben und Weißkraut verkauft.
Veranstaltungen.
7Vs Ulfe im Einhorn, Deutsch-Rationale BolK- partri, Reichsaründungsfeier. Redner Abg. Paul Fuhrmann, Berlin. — 8 Uhr, Aula, Kvnzert- u er rin: Schörg-Quartett. — 8 Uhr, Hotel Schütz, Raturhrilverein, Vortrag über Frauenfrankheiten. — Lichtjpielthtttter wie gestern.
Partei über „Die Zukunft des nationalen Gedan- fens in Deutschiatrd".
Friedberg, 16. Jan. Durch eine Ver- ügung des Büraermeisters der Stadt Friedberg ind „mit Rücksicht auf Den Ernst der Zett" karnevalistische Veranstaltungen jeder Art, und zwar nicht nur öffentliche, sondern auch in geschlossener GcfeUschast, für dieses Jahr verboten werden. Es wirv damit rin Anfang gemacht, der immer mehr um sich greifenden Vergnügungs- 'ucht einen Einhalt zu gebieten. Die Samstage und Sonntage und die vorhandenen Säle reichen nicht auS, um allen Veranstaltungen Platz zu gewähren, und zwar handelt es sich hier durchaus nicht etwa nur um ältere Vereine, die dazu doch immerhin eine gewisse Berecküigung Haden, ivndern neue, ganz zwecklose Vereine sckoießen wie dfe Pilze aus dem Boden. Junge, kaum dem Knabenalter entroadifene Leutchen tun sich zusammen, grünben einen Verein, halten Bälle mtt Tombola und allem möglichen Zauber ab und erzielen Ueberschüsse von einigen hutidert Mark, denn Geld ist ja geitil» gend da: hier merkt man nichts von Rot. Deshalb wird die Verfügung des Bürgermeisters als ein erster und hoffentlich nicht letzter Schritt zur Besserung begrüßt.
Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 14. Jan. Eine außerordentlich stark besicclüe Landerwerberversamm- lung fand am Samstag int hiesigen Guntrum- schen Saalbau statt. Ter Landanrttnann W Kreises, Oberförster Keudel, gab die nötigen Er- läutertmgen zum Si.-diungSgesetz. Maßlose Land-- cmsprüche, die schon an^emdbet seien, könnten nicht erfüllt werden . TaS Gesetz wolle jedem, auch dem Aermsten, der Willens und in der Lage sei, auch frie notwendige VvrHenntnisse hierzu habe, ein Stück Land zur Beimrtschaf ung zugänglich machen. Jeder größere Landwitt scheide hierbei von vornherein aus. Tie Lebenshaltung geringer Leute mtb die landwirtschaftliche Produktion solle durch bett Landerwerb gebessert werden. Tas Land könne gekauft oder gepachtet werden: die Pacht erfolge auf zwölf Jalxe und sei für den geringen Mann wo HL das beste, da er das Land nicht vom derzeitigen Besitzer, sondern vom Siedlungsousschufz erholte, der es vom Besitzer erwerbe. Der Landau s s ch u ß in unserer Gegend, bestehend aus Bürgermeister Kv«ll-Angenvlü>, Bürgermeister Rodc- mcr-Angers'-ach, Büraertnrister Schaaf-Cichelhain, Ober-Amtsrich'er Hofmamt-Herbstein, werde im Verein mit den von den Landerwerbern zu wählenden Bevollmächtigten die Landansprüche genau prüfen und auch spater die Bewirtschaftung des erworbenen Landes beaufsichtigen. Rach einer kurzen Tiskussion, die sehr sachlich verlief, wurden Landansprüche entg>gengen»nrmen, die sich unter dem Eindruck des Vortrags in ihren Grenzen hielten. Jmmerliin bürftt das Gräfl Görtzsche Gut dos zur Landabgabe hier allein in Betracht kommt, doch erheblich verkleinert werden.
Sitzung öes Kreisansf(f)uRc$.
Gießen , 14. ^an.
Tie Triebwerksbesitzer Ph. B.-chtri von Jlber- stadt und K. Koch von Assenheim hatten im Jahre 1912 ft'age gegen die Provinzialrerwaltung für die Provinz Oberle'sen auf Entschädigung erhoben, »veil ihnen durch die Errichtung des Wasserwerks Inheiden Wasser entzogen und ihre Betriebe dadurch gefährdet würden. Zur Prüfung der Ansprüche hatte der Kreisausschitß eingeltende Gutachtett von den Sachrerständigen Pfarr, Sprengel, Schottfer und fÖTaiter eimieholt. Infolge des Kriegsausbruchs u.td ifer damit erforderlich gewordenen Einziehung von am Verfahren beteiligter Personen mußte das Verfahren während der Tauer des Krieges ruhen.
In der lieutigen Berltandlung stellte der Ver-
** Konzertverein. Die Lber das Schörg-Quartett, daS die heute ftattfrnbcnbe Kammermusik bestreitet, vorliegenden S^-ridXe lauten überaus günstig. Der neuen Vereinigung irirb hauptsächlich Temz^rament, herworvage de Diz- plin im Zusammenspiel und techusiche Mristerschaft nachgerühmt. — Es sri nochmals daraus hin- nenriiien, daß daS Konzert heute abend e r st u m 8 Uhr beginnt. Da dieser Kammerniusik-Abend der letzte in diesem Winter ist, sei fern Besuch jedem Mu ikfreunbe nochmals emvsi>hlen.
** Ausgabe von Braunkohlen an Minderbemittelte. Fomttien mit einem Einkommen bis 4000 Mk. jährlich können auf die noch nicht voll belieferten Brennstoff-Bezugsscheine Braunkohlen in doppelter Menge zum Selbstkostenpreis von 5.40 Mk. den Zentner für den noch ausstehenden Rest beziehen. (Siehe Än- irigenttit.)
** D ie Verordnung des Ausnahmezustandes im Reiche ist im Anzeigenteil dieses Blattes betanntgegebeu.
*♦ T ie O rtsgruppe der Sektion Kriegshinterbliebenen des Reichsbundes hielt am 14. Januar im Postkeller ihre Generalversammlung ab. Kamerad Baer gab den Jahresbericht. Nachdem dem al en Vorstand Entlastung erteilt war, begann man mit der Neuwahl des Vvrftandes. Als 1. Vorsitzender wurde Frau Martin, als zwci er Kamercch Baer, als Kassiererin Fvau Rück, als 1. Schriftfuherin Frau Sckäfer, als zwrite Fvau Schneider gewählt. Zum Scyluß wurde über bad Kardvssilgeld gesprocl^m und mit geteilt, daß es in nächster Zeit ausbezal^i werde. Sie Versammlung wurde um 10 Uhr go schlosfen.
** T eutschnativnale VolksPartei. Aus die heu:e abend um 7‘/t Uhr im Hotel Einkorn statt findende Reichsgründungsfeier wird nockmals be anders aufmerksam gemacht. Ter Festredner, Abgrordneter Fuhrmann, toiib in feinen Ausführungen neben der Bedeutung des 18. Januar 1871 noch eingelvtb über ,.T e u t sch- lands Erneuerung" sp«chen. Äd lf Mül- Ht, der gtfeierte BariOnist, htt ita. „Archibald Tuglas" zum Vorträge gewälzt. Ferner wird unser rinhmrischer Künstler P'anist Julius Hahn erneut Proben seines Könnens zu Gehör bringen. — Eiulaß'Ärten sind bei Ernst Clrcklier und au der Abendkasse zu kaben. Ter Saal ist geheizt.
♦♦ Der Verband der Bureaubeamten und Angestellten bei den Reichs- und Staatsbehörden in Hessin hat für Samstag nachmittag 2V2 Uhr im Hotel Kobel eine Generalversammlung einberufen.
Landkreis Gießen.
O Grünberg, 14. Jan. JmGemeinde- rat verhandelte man über den Ortsbauplan zwischen Höfe und Heegr. Pvn mehreren Seiten wird angeregt, das alte Jöcfeliche Haus neben der Höfenträme zur besseren Aufjchließung difr'es Geländes zu erwerben. Vvrgesehm sind bis jetzt in dem dalKnterliegenden slädsischeu Gelände zioei staatliche Gebäude: Gendarmersiwol)nuug und Fi- ranfrimt mit Krri^ermrifungsaint, zwei wri'ere Bauvlatze haben Privatleute erworben. — Tie Vergütung an den Turin»rein für die Benutzung der Turnhalle zum Schulttirnen wird von 303 auf 500 Mari erhöht. El-ensv wird den Tag- löl-uern im stariifck-en St.inbruch der Slunden-
Xiad) ih«n Vorschriften handeln. 1917 seien noch 110 Ztr. pro Morgen geerntet worden, in diesem Jahre 44V» Ztr. Auf dem Lande feien 20 000 Menschen versorgungsberechtigt gegen 32 000 in der Stadt. Das Satti» habe aber für 51 000 Ztr. Bezugsscheine ausgestellt, die Stadt 45000 Ztr. . Aerner härten sich Teil selbstveriorger voll der- »argen lassen. Die schvoerste Katastrophe sei durch die frühe, durch den Preisuntersdiied
weisverfahven habe somtt eine Unterbrechung em litten.
Ter Vertteter der Beklagten wendete sich gegen die Anhörung cines meieren Sachveritändigcn, da eine Gegenüberstellung der Gutachten keine Aen- bernnn ihrer An.idst enoacten laLe. Ob eine erhebliche Schädigung vortiege, unterliege dem freien Urteil des Geridsts.
gZadtbem sich der Kreisausschuß zur Beratung zurückgezogen hatte, verkündete der Vorsitzende nach Wiederersdx'itten ben Besdstuß, baß von der Ver-nelMllng emes weiteren Sachoerstärtt-rien ab« gesehen werde.
Es wurde darauf zum Schluß verhandelt, nw- bei entfvredjcnb dem früheren Bcschlu se die Handlung auf ben Grund des Anspruchs beschränkt blieb. Der flägeriidx: Vertr.tec wiederholte ben Antrag, ben Klageanspruch dem Gruitt) nach zuzusprechen ; der Vertreter der Beklagten beantragte Klageabweisung.
Tte Verhandlung wurde darauf von dem Vorsitzenden vertagt.
Aus dem Amtsverkündi^ungsblutt.
♦* Tas Arntsverkündigungsblatt Nr. 8 vorn 15. Januar enthalt: Bekanntmachung betreffend Zusdstäge lür den Kleinhandel beim Verkauf von Speisefetten. Vom 2J. Dezember 1919. — Bekanntmachung betreisend Preise für Margarine. — Bekanntmachung, die Abänderung dec Bekanntmachung vom 26. März 1912, di» Gebühren im Eichtvefen betreffend. Vom 24. Dezember 1919. — Vermittlung von Lehrlings- stellen. — Tie zur Entladung kommenden Schüler, die ein Handwerk erlernen wollen. — Aufenthalt ehemaliger seiublicher Kriegs- und Zivilgejangener im Teusicheu Reiche. — WarnungSschttder. — Ausschluß unzuverlässiger Personen vom Handel.
Tie Zuschläge für den Kleinhandel beim Verkauf du n Speisefetten sind wie folgt fesdgsietzt: 1. für Gemeinden oder Behörbcn, denen die Butter zur W.'i.ervertriluiiS geliefert toirb, auf höchstens 33 Mark für 50 Kilo; 2 für ben Kleinhandel: in Gemeinden unter 103 000 Ei-wahner auf höchstens 48 s)Jtarf für 50 Kilo: tn Geiw.inbcn über 100000 Einwohner auf höchstens 60 Mark für 50 Kilo. Holt sich der frlrinbärtbkc die Ware bei der VerteilungssdellL der Gem sitde selbst ab, so hat ihm diese 1 Mart für je 50 Kilo aus dem von ihr erhobenen Zuschlag zu vergüten. Außer diesen Zuschlägen kann im Groß- und Kleinhandel von bein Verläufer bei jedem Verkauf rin tvci:erer Zuschlag (Warenumsatzsteuer» bis zu 15 vom Tausend des Einkaufspreises erhoben werden.
Der Margarinepreis ist bet Lieferung ab Fabrik bzw. Sammelstelle Darmstadt mit Wirkung vom 1. Januar 1920 auf 474 Mark für 50 Kilogramm feitgefe&t
Jeder Handwerker, der künftig Lehrlinge anletten will, muh sich im Besitze eines scriistlichen Austveises hierüber briiiiben. Als solche gelten die ausgestellten Mristerbriefe, in alte't anderen Fällen die von der Verwaltungsbehörde ausgestellten ScfdKirtigirngeit über die Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen.
Die Warnungsschilber an den Masten und Hochsptnmungslritungen elekt i cher Anlagen werden dauernd beschädigt und zerstört. An vielen Slel en werden zerstörte Warnungsschil er, die auSgewechselt wurden, schon nach 2 Tagen wieder durch Strinwürfe und sonstige Beschädigungen so zu^erichtet, daß die Schritt nicht mehr zu leien ist und sie mithin unbrauchbar geworden sind. Unter heutigen Verhältnissen ist es unmöglich, Warnungsschilder in absehbarer Zeit geliefert zu erhalten, ganz abgefeben von ben ungeheueren Preisen. Die elektrische Ueberland-Anlage der Provinz Olierlresfen sickht sich deshalb anher Stande, mutwillig zersttörte Warnungs dülder auszuwechfeln und macht ausdrü^lich darauf aufmerlsam, daß irgendwelche Ai sprühe wegen Feistem s o cher War- irungsschilder an sie nicht gemacht werden können. Das Kreisamt wendet sich an die Mlgentettrhcit mit ter dringenden Sitte, d en Zerstörungsverstuchea mit den geeigneten Mitteln entgegenzuwirken.
Der Metzger Wilh. Ant. Bops in Lang- Göns ist zum Handel mtt Fleisch und Fleischwaren wieder zugelassen.
Einschränkung des Gas- und eie b irischen Stromverbrauchs. Durch Beschluß des Temo'älmachungsausschus'es Gießen- Lacnd vom 9. Januar 1920 ist die Serorbmnig vom 21. November 1919 betreffs Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Kraft wieder aufgehobm worden.
fen fei schwierig. Bvn einer siriwükigen Öermr8gabe der Bauern in Hessen von 20 003 Zenttier sri nicht allzuviel zu erhoffen. 20 000 Zentner feiet von oer Reichskartvffelstelle aus Polen zugesagt. Auch riese Duelle fei zweif lhaft. Ferner feien von einer anderen Seite 3000 Zentner zugesid)ert. Die Ratwn gi auf 3 Pfund «herabgesitzt und die müs»e he«ttl-
mmen. Wöchentlich feien 1000 Zentner erforderlich. Die Versammlung müsse bei rii Lanbcskor- toffelstelle vorst.llig werden nnd dies verlangen. Die Airslcht, daß auch im Kreis Gießen noch Kartoffeln vorhanden seien, fei nicht unsinnig ©ine Revision müsse nochmals stattfinden. Skridjrcrimv mite Kartoffelorte feien in diesem Jahre rron t>C' ©prifefartoffelixrforgung zur Saatkartoffelliefe- Qing ausgefchaltet ivorden. Dies muffe geäiiber' werden Auch eine Revis ioninGieße n merri überflüssige Karteffeln ergeben. Wer im Herbst seim 3y» Zentner erhalten hab?, möge freiwillig ein Quantum abqebeit. Für ben nächften Hert-st müsse man mit aller Ent sch eben heil forbeni bar die hessisdie Regiening einen Anbauzwang ernfürie
Stadtv. Fourier hielt die Aufste lang b?-. Vorredners über die Ka to;feier euzung im Krei Gießen für viel zu hoch gegrinen. Für rin Morgen seien 10 Zentner zur Aussaat nottvendlg, man könne aber dort den Schwund emcechuen Nach feiner Berechnung seien im Kreis Gießen 12000 Z:r. gerila tzt ivorden Turch'chnitt.ich fe.«m 50 Ztr. geerntet worden = 60 000 Ztr. Es ergebt sich ein lieber sch riß von 230 000 Ztr. nach Abzug des Bedarfs der kinbro. Bevölkerung. Tas Land habe aber seinen eigenen Bedarf doppelt so hoch eingeridt, als im Vorjahre. Der rva tc Schuldige fei die Regierung, die immer noch nach dem alten Zopf regiere. Der Hauer gebe freiwillig nichts her. Die Bevölkerung müsse zeigen, daß sie vom Lanrisernälirungsamt ihre Kartosseln verlange.
Stadtv. Mater verlas hieraus folgende Entschließung:
„Tie heute int Saale des Cass Lrib zu Gießen tagende Berfarnrnlung bezeichnet die Maßnahmen des Landesernährungsamtes zur Er'a sung der Kartoffel, zur Sich?rste hing der Volksernährung für ungenügend. Tie Versammelten fordern, daß die Kartoffeln in Hessen, tttsbciondere im Krris Gfeßen. zur Belieferung der twch zum l»alben Teil imbelieferten Stabt Gießen restlos er aßt werben, gegebenenfalls unter Anwendung aler gesetzlich rultehenden Zwangsmittel: Einsetzung stön biger Kommsisionen, die die Ablieferung imb Lagerung der Kartoffeln ständig fontrritieren. Im Hinblick daraus, daß der Kartoffelanbau gegenüber rin früheren Jahven bereits im Jahre 1918 erheblich zurückgegarigen, dieser Rückgang im Iah« 1919 beriutenb größer geivorrin unb aller Bor- «ussicht nach im laufenden Ja!)« noch großer wird, fordert die Versammlung von der Regierung die Lnordnung des Anbauzwanges."
In der Aussprache legte Kteisamtmann Dr. S i e g e r t dar. daß die Anbaufläche im Kreis Gießen um 4000 Morgen allein im letzten Jahre um 2000 Morgen zurückgegangen sei. In Berlin werbe gegen die Zwangswirtschaft der Kartoffeln Sturm gelaufen. Es müs.fe aber rir Anb«uzwang oder eine Anbauprämie verfügt werden. Das müsse bis zum 1. Februar verfügt sein, sonst sei es zu spät. Die Organe der Regierung könnten nur
treter der Kläger vorsorglich ben Antrag aus An ___________ _____..... --------------
(»ö ung eines weiteren Sachversländi.en, weil der 1 deren Haupträd Isführer dem zustLndigien Kriegs* Sachverständige Sp«ngei gefeiten fei. Das Be-1 «ericht übergeben wurde.


