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Die Pflicht der Landwirte.

Die Rechtsparteien wenden sich in einem Aufruf an chre Parteifreunoe tm Lande mit der Bitte, das Brotgetreide abzul'iefern. Es.sei seftgestellt, daß die Ab­lieferung bisher .nicht in erforderlichem Maße erfolgt sei. Es sei Pflicht aller Landwirte, ihrerseits dafür zu sorgen, daß unter allen Umständen durch entsprechende Ablieferung die Brotversorgung für die nächsten Monate ge­sichert wird und daß eine gewisse Brotreserve für vorkommende.Fälle vorhanden sei.

«ult die Errichtung eines Badensers am Alt» rhein bei Erfelden gelenkt. Es bandelt sich um die Schaffung einer Ausladestelle für Rheinschine, hauptsächlich Kohlenkähne. Tas Projekt ist noch nicht ausgearbeitet, dürste aber stch-r mehrere Millionen kästen, 'die zum Teil für OTotsbonos- arbeiten angerechnet werden £ö raten. To Erfelden bzw. das in Frag.' kommende Mtrheinu)er «fl an die Bahn direkt angeschlosfen werden mützte, und im übrigen mit dem Fuhrwerk von Tarmstool nahezu drei Stunden entfernt ist, müßte über die Rentabilität allerdings eine genaue Berechnung angestellt werden. Eine Reihe weiterer Kanal- pwsekte, dre eine direkte Verbindung von Darm­stadt mit dem Rhein im Auge haben, sind bekannt­lich wiederholt für undurchfül)rbar erklärt worden.

Aus Statt und Land.

Greßen, den 15. oept. 1920.

Lebensmittel.

** Städtischer Seefischmarkt. Morgen Donnerstag früh treffen wieder le­bendfrische Fische, wie Kabeljau, Schellfische, Seehecht, Rotbarsch, Heilbutt und Schollen, alles Nordseeware, ein, und kommen von 8 Uhr an in den Marktlauben zum Verkauf.

** Bei der städtischen Obst - und Gemüseftelle kommen morgen und fo> gende Tage grüne Bohnen, Gelberüben, Rot­kraut und Weißkraut Pfund- und zentnerweise zum Verkauf.

** Die Kleinhandelsgeschäfte wer­den gebeten, die Z u ckerbe z u g sche ine für die Monate September und Oktober morgen, 16. September, auf dem Lebensmittelamt in Empfang zu nehmen.

Kern nitai tunken.

Mittwoch: Postkeller, 8 Uhr, Mitgliederver­sammlung des Deutsch-völkischen Schutz- undTrutz- bundes. Postkeller, 8 Uhr, Mitgliederversamm­lung des ZentralverbandLs der Angestellten. Cafe Leib, 8 Uhr, Konzert tmb Vorstellung der Me- dick-Meidinger. Hotel Einhorn, 8l/s Uhr. Gast­spiel Buchwald. Lichtspieltheater wie gestern.

Die Preisgestaltung.

± Grvßen-Linden, 14. Sept. Bet tut' sever Obstversteigerung waren die Preist nicht sehr hoch, da Händler und Auswärtige aufr geschlossen waren. Ter Zentner ZWetschen tair auf etwa 2 5 Mark, der Zentner Aepfel cnr rund 30 Mark.

mc. Limburg (Lahn), 14. Sept. Die Kreis bauernschast des Kreises Limburg hat den Kar- toffelpreis vvn 20 Mark für den Zentra angesichts der guten Ernte für ausreichend erklär und ihren Mitgliedern zur Pfliclst gemacht, m'dr mehr zu fordern.

8 Stockheim, 12. Sept. Bei einer cn Samstag hier abgehaltenen, äußerst za^reich be suchten Versammlung des Hess. Bauernbun oes des Kreises Büdingen wurden in der Kar tofselfrage folgende Beschlüsse gefaßt: Die seiim

mc. Frankfurt a. M., 14. Sept. Der Magistrat hat den ernsten Willen, der Arbeitslos^ Teil durch Bereitstellung von Notstanbsar beiten zu steuern. Zu diesem Zwecke hat er Reparaturarbeiden, Neubauten, Holzschlag, Berei­tung von Schlackensteinen im Wette von 13 000 OOO Mark in die Wege geleitet, wodurch 1450 Tr- bei.slose auf tängme Zeit beschäfftigt wetten können Die Stadtverwaltung gewährt an feden (Er- I werbslvsen eine einmalige Unterstützung von 100 y bis 450 Mark je nach Dauer der Erwerbslosigteil Für die Frauen und Kinder der Arbei slosen wer­den ebenfalls Zuschläge gezahlt. Zu dieser Hilfs­aktion sind 846 000 Mark notwendig, von denen 705 000 Mark durch Reichszuschüsse gedeckt sind

mc. Frankfurt a. M., 14. Sept. Bei brr ungeheueren Ausdehnung, die die Frankfur­ter Messe genommen hat, sind Neubauten au' dem Festhalleitgelände notwendig geworden, btt unmittelbar nach Beendigung der dritten inter nationalen Messe in Angriff genommen werden Die Pläne stammen von bem Erbauer der Fest- Halle Geheimrat Thiersch in Verbindung mit Frank- futter Architekten.

mc. Schwanheim (Main), 14. Sept. Der Fabrikarbeiter Karl Ried wurde von einem V> lizeibeamten beim Aepfelstehlen erwischt. Dn Tieb versuchte zu entfltebcn, worauf der Boamu, | schoß. Tabei wurde Ried so schwer verletzt, tat er bald darauf R a r b.

fürsiendamm sein die Geheimratswally), in die Sandwüsten Afrikas zu vergraben. Vater Rasch- Host ist noch vernünftig genug, einzusehen, daß dies nicht ortsüblich ist. Ortsüblich scheint es viel­mehr zu sein, dah er persönlich die Geliebte seines Sohnes von Berlin her auf ein Vorwerk verpflanzt, denn diesen Tttk hat er selbst angewandt, als er instürmischen Jugendjahren" seine eigene Frau hinterging. Nur daß er damit keinen Anlaß zu einem Schauspiel gab, denn er verheiratete sie nachher stillschweigend an seinen Kämmerer, der deshalb mit besonderer Liebe und Treue an ihm hängt. Bei diesem biederen Ehepaar wird die Daily als Nichte vons Theater einquartiert und die rührende Familienszene von vor 20 Jahren soll fick wiederholen. Diesmal ist aber der Söhn ein Waschlappen und der 93aer der alte Drauf­gänger geblieben, allerdings sckon etwas alters­schwach geworden. Das zeigt sich daran, daß er den richtig n Ton, den er Wally gegenüber anfangs hat, allmählich verliert, als sie auch ihm' (andern gegenüber tut sie es ebenfalls) in mißbrauchter eentimentalität glaubhaft macht, auch sie sei ein Geschöpf Gottes. Das Idyll zwischen Baler, Sohn und der gemeinsamen Geliebten würde bei den tumben Ostpreußen jedenfalls einen geruhigen Dettaus nehmen, wenn nicht die arme Frau Edith ans Neugier die Schauspillettn aussuchte. Erstens kann es dadurch zit einer Katastropl-e kommen, zweitens wird Wally von der Begegnung mit einer anständigen Frau so gerührt,' daß sie beschließt, abzuveisert. Aber die dra- mottscke Verwicklung geht weiter. Die Schwiegereltern haben von der Sache Wind be­kommen und um sich Verra'en zu .können, muß der alte Raschhoss als Frühstück unbekömmlich viel Gläser Portwein und hinterher mehrere Liköre trin­ken. In dem daraus resullrrenden Zustand läßt er

Sudermann sche Wirkungsmög ichkeit überleben Daß er die Bekanntschaft mit dem Stück vermit telte, sei ihm gedantt. Man muß einen neuen ©ir bermarut Lennen, allerdings auch erkennen, n

** Amtliche Personalnachrichten. Entlassen wurde am 3. September 1920 die Lehre­rin Klara Schröder zu R iskirchm, Kr. Gießen, auf ihr Nachsuchen mit Wirkung vom 15. Oktober 1920 an aus dem Schuldienst. Am 9. Sep­tember wurde der Vorstand der Gewerbeschule zu Büdingen, Josef Mockenbaupt, auf sein Nach- suchen wegen geschwächter Gesundheit unter Aner- femtung seiner bem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. November 1920 an in den Ruhe­stand versetzt.

** Eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Ober- Hessen findet am Samstag, 18. September, vor­mittags 9 Uhr, im Sitzungssaal des Regierungs- gebäuoes zu Gießen mit folgender Tagesordnung ftatt: 1. Errichtung der 2. Lehrerftelle an der Volksschule zu Tirlamnten: Berufung der Ge­meinde Dirlammen. 2. Gehalt des Gemeinde­rechners in Ober-Moos: Berufung der Gemeinde. 3. Gesuch des Anton Dörig ju Bad^Nauhcim um Erlaubnis zur Erweiterung setner Schankwirtschaft. 4. Klage der Karl Keßler Wwe. zu Gießen gegen den Oberbürgermeister zu Gießen wegen Aufhebung eines Polizeibesehls.

** Freiwillige Waffenabgabe. Am 15. September beginnt die freiwillige Waffenabgabe im Reiche. Es muß deshalb an alle Ablieferungspslichtigen wie auch an die mit der Annahme Beauftragten die Mahnung ergehen, beim Umgang mit Waffen und Mu­nition die 'größte Vorsicht walten zu lassen, um Unglücksfälle zu verhüten. Insbesondere muß jeder, der Schußwaffen zur Ablieferung bringen will, sich vor oem Gang zur Ab­lief erungsstelle vergewissern, daß die Waffen nicht geladen sind. Ganz besondere Vorsicht ist bei Harrd- und Gewehrgranaten, bei Züri- dern, sowie bei jeder Artillerie- und Minen­werfermunition geboten. Wer selbst Waffen und Munition nicht zu handhaben versteht, muß sich an Leute wenden, die im Kriege da­mit umzugehen lernten. (WTB.)

** Die Obsternteist in diesem Herbst außerordentlich günstig und man darf deshalb hof­fen, daß die Preise nicht all zu hoch kommen wer­den. Besonders reich sind die Obfterttäge an den Kveisstraßen, welche insgesamt über 20 000 Zentner der edelsten Obstsorten, besonders Aepfel, liefern. Unter den Aepfeln finden wir fast nur die besten Tafeläpfel, wie Goldparmänen, Landsberger Rei­nette, Schöner von Boskop. Kasseler Reinette, Bau­manns Reinette, Gravensteiner, Owerdix-Reinette u. a. mehr. Den besten Behang zeigen die Straßen

Klein-LindenDutenhofen mit 550 Ztr. Gießen Steinbach 395 Ztr., KesselbachGeilshausen 388 Ztr., HofgillEberftadt 373 Ztr.,. LichSang; do cf 360 Ztr., Klein-LindenGroßen-Linden 326 Ztr., HungenNonnenroth 321 Ztr., Gief^n bis Windhof 300 Ztr., GießenRodheim 275 Ztr. Das Obst gelangt besonders in der Nähe Gießens, Lollars und den Landstädtchen vollständig an Ort und Stelle zur Versteigerung, nur an ben Streif straßen bei den Dörfern, deren Etnwohner rhr Obst selbst erzeugen, werden größere Mengen vom Kreis gepflückt, nach Gießen gebracht und hier in zwei Sorten an die Bevölkerung abgegeben. Rechnet man den Durchschnittspreis des Obstes zu 50 Mk. den Zentner, so kann die Kveisstraßenverwaltung mit einer Einnahme von 100 OOO Mk. rechnen. Als die beste Obstanlage gilt die Kreissttaße Klem-Lindm Dutenhofen, die fast jedes Jahr in bezug auf Menge und Güte des Obstes an der Spitze stech. Du günstige Lage und der vorzügliche Lehmboden mögen hier in erster Linie ausschlaggebend fein. Es ist kaum ein Baum, der nicht reichen Behang zeigt.

* Die freie Bewirtschaftung der Kartoffeln beginnt mit ,aen, 15. (Sept, ^a die Versorgung und Preisregulierung noch völlig ungeklärt ist, findet heute nachmittag 2 Uhr im Felsenkeller eine Versammlung statt, die sich mit diesen Fragen beschäftigen wird.

** AusfuhrvonPferden. Die Bekannt­machung, die Ausfuhr von Pferden betreffend, vom 15. Mai 1919 ist ausgehobm.

** Errichtung von Luxusbauten. Da zur Zeit ein größeres Angebot von Baumate- ttalien vorhanden ist. hat der Staatskommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen die Verordnung über Verbot der Errichtung von Luxusbauten bis auf weiteres aufgehoben.

** Ein heftiges Gewitter zog gestern nachmittag 4 Uhr über unsere Gegepd. Der vorausgehende Sturm warf viel Obst von den übervoll hängenden Bäumen.

* Das Fest ihrer silbernen Hoch­zeit feiern am 16. September Hugo Nitzsche, Schlosser, unb seine Ehefrau Elisabeth geb. Kleh, Neuen Säue 5 p. . .

** Sein 25jähriges Dienstiubt- l ä u m als Werkmeister bei der hiesigen Firma Wilh. Spörhase feiert heute Herr Adolf G äb i s ch.

** Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. Die noch rückständigen Beiträge zur Krankenkasse und Jlwalidenversicherung für den Monat Juli 1920 können noch bis zum 30. Sep­tember 1920 ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ab­lauf dieses Termins sind der Einzahlung auf Post­scheckkonto auch die Kosten beizn fügen.

** Jubiläum des Gesang Vereins Am Samstag feierte der hiesige, unter Lei­tung von Lehrer Blaß ftel.ende Gesangoerein Heiterkeit" das Fest seines 25jährtgn Be­stehens in seinem VereinslokaleZum Schipka- paß". DieHeiterkeit" wurde im Jahre 1878 ge­gründet. Der Feier folgte am Sonntag ein dlus- ftug nach der Karlsruhe, wozu sich auch der be­freundete GesangvereinSängerkranz" in Grün­berg in stattlicher Sängerzahl eingefunden hatte. Auf die Begrüßungswotte des Vorsitzenden der Heiterkeit" dankte der Vorsitzende des Grun- berger Vereins, Seib, wobei er die freundschaft­lichen Beziehungen zwischen beiden Vereinen her­vorhob. Es folgten bann Chorgesänge/ einzelne Gesangs- unb humoristische Vorträge, wodurch den Teilnehmern beste Unterhaltung geboten wurde.

** Der Evangel. Arbeiterverein be- absichttgt auch im kommendem Winterhalbjahr eine rege Tätigkeit zu entfalten. Außer einer größeren Geistlichen Au sführun g, zu der die Vor­bereitungen bereits im Gange sind, ist die Abhal­tung von zwei Vo l ks unte r h al tu v gs - ab en den geplant, von benen einer basVolks­lied in Wort unb Gesang" veranschaulichen soll. Außerbem finden neben geselligen Veranstaltungen eine Reihe Vorträge und Diskussionsobenbe über volkswirtschaftliche, soziale und religiöse Fragen statt.Eine im Kürze stattfindende Mitgliederver­sammlung soll sich mit der weiteren Ausarbeitung des Winterprogramms beschäftigen.

** Der RuderklubH asfia" veran­staltet sein diesjähttges Abrudern Sonntag den 26. September,, verbunden mit Wettrudern.

** Deuts ch nationale Volkspartei. Als Reinettrag des am 4. Sept, veranstaltetenj Vaterländischen Abends" konnte der Bezirks­gruppe Gießen heimattreuer Oberschle- I i e r der Betrag von 612,50 Mark überwiesen werden.

** Angeftell 1 entaris. In der gelingen NotizDer Angestelltentnrif verbindlich erklärt" sind durch Versehen zwei sinnentstellende Fehler enthalten. Es muß in der 3. Zeile 'heißen: Arbeit geb er Vereinigungen" und in der zweit­letzten Zeileim Stadtgebiet Gießen".

** Der Zentral-Verband der An­gestellten hält seine Versanimlung 'heute abend

Amphitryon.

Frankfurter Erstaufführung.

Im Nu gleichsam muß MoliövesAm psi' tryon" Über bte Bühne rauschen, weil i®d Zögern und Verweilen gar zu leicht moralisÄ Bebenkett gegen diese heiklen Vorgänge roedLi könnte. Die Etttaufsührung des Frankfurter <5<W spielhauses ließ das Liebesabenteuer des JuMl der in der Gestalt eines thebanischen Feldyenr. dessen Gemahlin Alkmene umwirbt, mit vollen Recht M einen tollen Scherz, ein flüchtig Faschingsspiel empfinden; obendrein betonten dr Darsteller durch gespreizt karrikaturistische Ueber- treibungen in Ton unb Geberde die phantastllst Irrealität des verwegenen Stückes. Nur das Spick tempo hätte ruhig noch um einen Grad bcflügtutf sein bürfen und die liebenswürdig schalkhaft Bühnenmusik von Hanns Avril, dem bunw sprühenden unb behenden Sofias des Herrn pekoven nicht zumuten sollen, ein regel rechts Couplet L la Offenbach zu fingen. Herr Brßif mann, der verantwvttliche Regisseur, hatte tut ganz reizendes Bühneribild geschaffen, unb 6 war ein sehr feinsinniger und netter Einfall, das er das lustige Stück ganz im Sttle von wig XIV. abspielen ließ. Ludwig Fuldas Mei'ltr!- übersetzrmg bewährte sich in ihrer graziösen LeÄ»:- ftüffigteit aufs beste. Die Zuhörer waren <> Spiels zufrieden und spendeten seinen Venn r: lern unter benen noch die zierlich preziösc, e# rokokohaste Alkmene des Ftt. Karsten berw:' gehoben fei und dem Leiter reichen Beifal

oz. Offenbach, 14. Sept. Bürgermeister Porth will am 1". Januar 1921 in den Ruhe stand treten. Der Antrag des Rechtsausschusses be­sagt, baß dem Gesuch stattzugeben sei, unter An erkennung der der Stadt als Stadtverordneter, Bei geordneter unb Bürgermeister geleisteten Dienste. 5£er Ruhegehaltssatz soll 73 Droz, des Dienstein kommens nebst 50 Proz. Teuerungszulage be­tragen. Die Wieberbesetzung der Stelle ist auch be­reits vorgesehen. Und zwar wirb durch den Rechts- ausschuß vorgeschlagen, daß Stadtsyndikus Dr Aull als besoldeter Beigeordneter gewählt wer° den soll.

Kreis Wetzlar.

ra. Atzbach, 14. Sept. Der Obst- und Gar­tenbauverein des Kreises Wetzlar hat vom 9. bis 11. Oktober in Atzbach eine große Obst- unb Ge müse-Ausstellung vorgesehen.

Hessen-Nassau.

Ein glücklicher Erde.

X. Gelnhausen, 14. Sept. Im mtter- fränkiscken Kahttale war der regelmäßig vvn Ort zu Ott wandernde alte Handwerksbursche Wilhelm Wagenknecht, eine ottsbek nnte Person.- lichknt. Jetzt hat ed'berLandwertsbursche" nicht mehr nötig, zu wandern, er hat eine ameri­kanische Erbschaft von 80 000 Dollar (nach deutscher Währung etwa 4 Millionen Mark) gt macht und sich nach Darmstadt zurückgezogen. Jeder Handwerksbursche, der ihn nun an seinem neuen Wohnsitze in Darmstadt besucht, wird von üfrni bewirtet und erhält außerdem ein Geldgeschenk Die Besuche sollen sehr 'häufig sein.

gerecht, was man vorbehaltlos anerkennen muß. Tie gleiche Art traf neben ihm Karl Volck als Hennicke Da Wladimir Brandes sich in der Rolle des unseligen Schwächlings Bernhard zum oi ' ersttnmale vorstellcn mußte, soll erst ein andermal soll, mehr üb.'r ihn gesagt werden.

: 1 Die Leitung hatte Adolf Tele^. Sie hatte kerne

8 Uhr tm Postkeller, nicht im Gewerkschasts- haus, ab. .

** Der Obst-und Gartenbauveretn veranstaltet sein.' Ausstellung am 26. September. (Siehe Anzeigenteil.)

Landkreis Gießen.

ch Lich, 14. Sept. Die Grummeternte, die durch, die schlechte Witterung eine Unterbrechung und einen Aufschub von zwei Wochen erfahren hat, ist nun in den ausgeb'henben Gründen des Wettertales wieder in vollem Gange. Der Ertrag ist stellenweise besser, als man ihn.erwartet. Man tarnt die Ernte durchweg twch als erne Mtttelemte verzeichnen.

c Lich, 14. Sept. Die Wtlbbteberet nimmt allenchalben berart überhanb, daß bei­spielsweise ber Jagdpächter Hoffmann von Hof- Gull jedem, ber einen seine Jagd schädigenden Wuddieb zur Anzeige bringt, so daß bessert gertcht- liche Bestrafung erfolgen kann, eine Belohnung von 200 Mk. zusichert. Trotzdem wird in allen Revieren mit der größten Frechheit gewildert.

-m. Hungen, 15. Sept. Bet der Einfahtt in die Stabt scheute gestern bas P?erb eines Einspännersuhrwerks unb rannte mit der Deichsel in die Erkerscheibe einer Metzgerei, wobei bte große lSheibe zertrümmert wurde. Zum Glück kam bei dem Unfall niemand zu Schaden, auch das Pferd blieb unverletzt.

Kreis Büdingen.

3E. Stockheim, 12. Sept. Vorgestern nach­mittag fand hier die Hauptversammlung des O b st­und Gartenbauvereins für den Kreis Büdingen statt. Die Versammlung war trotz mehre­rer zu gleicher Zeit tagenden Versammlungen aut »und wurde von bem Ehrenvorsitzenden

rcinS, Geheimrat Böckmann, geleitet. In­spektor Metternich gab bann den Rechenschafts- bchicht für 1919. Die Mitgliederzahl stieg von 1840 auf 1842, der Verein wurde gerichtlich eingetragen und konnte so in den Besitz des schönen Vereinshauses treten, es fanden im Kreis 20 Ver­sammlungen statt, ber Geschäftsführer sprach an 36 Abenden in ber Volkshochschule Büdingen und Nidda über Obstbau und Gemüsezucht usw., an einem Baumwärterkurs nah » n 28 Anwärter teil, landw. Bezugs- und Msatzgenossenschasten wurden mit Hilfe des Vereins 20 gegründet, außerdem entstand eine Obstbrennerei- und Keltereigenossen- fchaft, im Obstverkehr wurden 27 618 Ztr. um- geseyt, für die Mitglieder 42 000 Obstbäume be­zogen, 45 500 Kg. Saatkartoffeln und 500 Kg. Oelsaatgut vermittelt, 18 000 Edelreiser abgegeben, die Schädlingsbekämpfung durch Abgabe von Leim usw. gefördert, da sich im abgelaufenen Ge- fchäftsiahr der Frostspanner, ber Apfelblüten- stechn:. bei einigen Sotten ber Mehltau bemerkbar gemacht hatten. Ein Bild ber gewaltigen Arbeit deS Vereins ergab auch die Rechnung mit ihren Zahlen in Einnahme und Ausgabe, die ebenso wie der trorgetnagene Voranschlag genehmigt wurden. Einstimmig wurde beschlossen, den Mitalieder- beitrag auf 2.50 Mk. zu erhöhen und in Zukunft die Edelreiser zum Preise von 2 Mk. für 100Stück abzugeben. Zum ersten Vorsitzenden wurde der neue Kr ei Direktor Werner, zum stellvertvetendeii Vorsitzenden Lehrer Hofmann-Büdingen, ebenso als neues Vorstandsmitg ieb Kreisstraßenwätter Gustav R.ibert aus Himbach einstimmig gevählt. Grundsätzlich sprach sich die Versammlung für eine Zusammenarbeit des Kreisvereins B. mit bem Landesobstbauvewin und der Landwittschasts- fammer, sowie für Schaffung unb Herausgabe einer gemeinsamen Zeitschrift aus und Überließ dem Vorstand, das Weitere zu beschließen. Für die Landwittschaftsvammer war anwesend und sprach Sekretär Wagner aus Gießen. Sodann hielt Obst­kaulehrer Wiesner-Darmstadt einen Vortrag über Anlage Bewirtschaftung und Rentabilität des Gemeinboobstbaus". Zum Schluß richtete Geheim­rat Böckmann anläßlich seines Scheidens aus dem Kreis Abschiedsworte an die Versammlung, worauf Bürgermeister Fendt-Büdingen im Namen der Bürgermeister, des Vereins und aller Worte des Dankes an Geheimrat Böckmann sprach.

Kreis Schotten.

c. Kölzenhain, 14. Sept. Zum Bei­geordneten unserer Gemeinde wurde Heinrich Berges III. gewählt.

Kreis Friedberg.

sw. Bad-Nauheim, 14. Sept. Drei Frankfutter Kar to f seldiebe wurden dieser Tage am frühen Morgen durch den 72jährigen Fellhüter Langsdorf bei der Arbeit gestört und suckten das Weile. Der wackere Alte eilte jedoch hinter den Dieben her und es gelang ihm, einen der Diebe festzunehmen.

Starkenburg und Rheinhessen.

Ein Millionenprojekt der Stadt Darmstadt.

rm. Darm stad t, 14. S^)t. Otach einer Meldung desTägl. Anz." bat die hessifrta Re­gierung die Aufmerksam feit der Stadtverwaltung die Schwiegeveltem haben ihre Tochter bem sün­digen Hause entführt unb dadurch glaubt sich Bern­hard frei und nun will e r die Wally nicht ab» reifen lassen und will e r die Wally heiraten. Dar­ob beginnen nun endlich Hildebrand und Hade- branb ernstlich mit Pistolen aufeinander losgehen zu wollen. Sie verbeulen sich Gott sei Dank nicht. Mützlich, man weiß kaum wie:in bat Armen liegen sich beibe ..." Und die Wally muß nun doch allein reisen und findet sich mit bem Scheck ab, welch einfachere Lösung man unerklärlicherweise drei Akte lang vergessen hatte.

Dem ergriffenen Zuschauer von heute abend soll seine (Stimmung nicht noch weiterhin gestött werden. Die Erzäh.ung des Inhaltes erübrigt wei­tere kritische Bemerkungen.

Was an dem Stücke zu retten war, rettete die Darstellung. Sudermann soll ja für den Schau­spieler die dankbarst.' Aufgabe sein.

Der in jeder H nsicht unympathischeu Geheim­ratswally gab Ro,e Rubner soviel innere Wahrscheinlichkeit, als man überhaupt dafür auf- tringen kann. Karla Keller bildete zu dieser Figur einen angenehmen Kontrast als anständige Frau, ohne daß man jedoch recht ivarm werden konnte. Auguste M a rcks war durch ihre Rolle zu mehr passivem Verhalten verpflichtet, lieh aber ver­borgene Herzenswärme ahnen. Die ausgeprägteste Gestalt bot Adolf Teleky in bem wenig hervor- . tretenden Baron von Krammer. Harry N o e b e r t (Raschhofs sen.) agierte in echt Sudermannschem Geiste mit äußerer Bewegtheit und stimmlichen - Kontrasten. Er wurde dem Stücke dadurch am besten

Eichener ZladttlMer.

Die Raschhoffs.

Schauspiel vvn Hermann Sudermann.

Gießen, 14. September.

Hildebrand und Hadubrand waren einmal hirnverbrannt Ter Ostpreuhe Sudermann bat die Sechzig »^erlebt, aber seinen Ruhm als Dramatiker noch nicht und seinen Ehrgeiz, die deutsche Bühne zu beschenken, noch toemger. Er bleibt immer bühnen- wirlsam und findet ein ergriffenes Publikum, mag feine innere Unwahrheit noch so oft bloßgestellt werden. Ein wahres Wort wurde an diesem Abend auf der Bühne gesprochen, aber es hätte nicht von Sudermann fein dürfen, sondern zu Sudermann gesagt werden müssen:Sie glauben nicht, toie die Menschenseele mißhandelt wird, zumal auf der Bülpie". Ein Film kann nicht so verlogen sein, wie dieses Stück, weil ihm die Wotte dazu fehlen. Und wenn bte innere Wahrhaftigkeit ber Vorgänge wirklich möglich wäre, was hätte es für einen vevehrlichen Zeitgenossen bes Ja'hres 1920 zu besagen, vaß Hildebrand unb Hadubrand (diesmal zwei Ostpreußen, Ddf; deren gesunden Menschcnv rstand wi : gineinhin doch einen, ! her en Begriff zu haben pflegen) wirklich einmal 'hirn­verbrannt waren?

Also die Fabel: Frau Edith grämt sich um ihr verstorbenes Söhnchen so sehr, daß ihr Gatte Wern Hard sich bei ihr langweilt unb in Berlin Zerstreuung sucht. Dvtt findet er sie in Gestalt einer herzlich unbedeutenden Kokette, deren einstiger Vorzug eine Berliner Schnauze und ihre groye Unbeffänbigfeit «sprich: ungehemmter persönlicher Freiheitsdrang) ist. Daß sie ihm bestimmt untreu, macht sie für Bernhard besondnts reizvoll, also erwägt er, sein harmlose- Frauchen in Willkehmen sitzen zu lassen und sich mit dem Diowanten von der Friedrichstraße (sie kann nicht einmal Kur