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Turnen, Spiel und Sport.

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nationalistische Politik steht im Gegen­satz zur jutcruationalen Einstellung der Kommu- Ihn soziale Maßnahmen auf wirt-

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grijl^t U.m wate '.neawraymen trui ivirr- schaslli.ckxm unb kulturellem Gebiet durchführen »u können, müssen wir an unserer liberalen Wirt­schaftsordnung fcsthalten, aber cmch uns allen Ber- besserungen fiir rationellere, die Produktion stei­gernde und die Allgemeinheit fördernde Formen zur Verfügung stellen. Keine einseitige Berücksich­tigung des Unternehmerinteresses, sorchern Gesund­haltung unserer Wirtschaft an sich, die für Arbeit­nehmer und Unternehmer in gleichem Mähe lebens­notwendig ist. Das Marxistische Wirtschaftssystem der Vergesellschaftung aller Produktionsmittel lehnen wir gerade aus sozialen (grünten ab, weil es, wie die Erfahrimg lehrt, ein Erstarren unserer Wirtschaft, eine Verarmung unseres Volkes an Persönlichkeiten und Werten zur Folge hat. Ar- beiteraktionen, die eine überstürzende Aktion not­wendig mit sich bringen wird, schaden, wenn sie unbesonnen sind, dem Ansehen der Arbeitnehmer- schaft und bringen Lindernisse für ihren Ausstieg. Wir fordern die Durchdringung von Volk und Staat mit dem demokratischen Gedanken der Ge-

Aur Stadt unfr Earr-.

Gießen, den 14. Tez. 1920.

Veranstaltungen.

Dienstag: Stadttheater, 6Vs Uhr,Die Strohwitwe". Großer Hörsoal der Umoersitat, 8 Uhr, Schiklub Wintersport, .Lichtbildervortrag über den Schneelauf. Aauarium, 8 Uhr, Mit­gliederabend der Demokratischen Partei. Licht­spielhaus,Indische Rache" undAlbert hat Pro­kura". Lichtspiele, Seltersweg,Tie Ban­diten von Asnieres".

Wettervoraussage

für Mittwoch:

Wolkig, meist trocken, kalt, Winde aus östlichen Richtungen.

Die Wetterlage Hut sich nicht wesentlich verändert. Westlich Frankreichs ist eine neue Depression erschienen, die aber vorerst keine Aenderungdes herrschenden Fr ost Wetters bewirken wird. Leichte Schneefälle sind möglich.

Gießen hatte + 1 Grad Höchsttempe­ratur und 2,8 Grad Mindesttemperatu r; D a r m st a d t > 2 Grad Höchsttemperatur und + 1 Grad Mindesttemperatur; Lau­terbach + 1 Grad Höchsttemperatur und 5 Grad Mindesttemperatur.

*

** Mitteilung aus dem Stadt­theaterbureau. Die nächsten Neuein­studierungen bringen ShakespearesDer W i d e r s p e n st i g e n Zähmung" in der Bearbeitung von Deinhardstein,W 0 die Lerche singt" Operette von Lehar und das Spiel vom Sterben des reichen MannesI e - derma nn" in der Bearbeitung von Hos- mannsthal.Der Widerspenstigen Zähmung" wird zum ersten Male am nächsten Freitag im Abonnement gegeben, die Leharsche Ope­rette im Abonnement am Mittwoch, den 22. undJedermann" am 1. Weihrmchtsfeiertag außer Abonnement, doch gelangt dieses Werk päter auch im Abonnement zur Darstellung.

** D 1 e Volkshochschule veranstaltet morgen, Mittwoch, 15. d. M., abends 8 Uhr in der geheizten Turnhalle der Höheren Mätel-enschnle eine Beethovenfeier. T«s Programm ist aus der Anzeige tn dieser Nummer zu ersehen. Tie Mitglieder des Vereins, die Lehrer und tue Hörer haben mit ihren Angehörigen freien Zu­tritt. Auch sonstige Freunde der Volkshochschule und der Musik sind als Gäste willkommen.

** Im Oberhess. Kunstverein wird heute noch eine Kollektion des bekannten Aqua- relisten Prof. C. Herrmann zur Ausstellung ge­bracht. Tie 32 Aquarelle und Oelgemälde um- assende Sammlung kann leider nur 3 Tage gezeigt weroen, und zwar morgen, Mittwoch, von 11 bis 1 Uhr und nachmittags von 35 Uhr, am Freitag von 111 Uhr und Sonntags, als letzter Tag dieser Ausstellung, von 111 Uhr. Diese Arbeiten werden gewiß bei unseren Kunst- sreundon ein besonderes Interesse beanspruchen, weshalb ein Besuch der Ausstellung sehr zu emp- ehlen ist.

** Der Verein Gießene c Kunst- ' r e u n d e veranstaltet am Donnerstag abend ZVr Uhr in der neuen Aula einen Lichtbilder­vortrag. Der bekannte Kunsthistoriker Prof. Dr. Ruhard Hamann (Marburg) wird über hnft und Kultur der Gegenwart prechen. Gäste sino willkommen.

** Die Dreigliederung des so­zialen Organismus, die wahrhaft menschliche Sozi a l wi s s e n s cha f t. lieber dieses Tbema hält Herr Walter Kühne am Freitag abend im Hotel Einhorn einen öffentlichen Vorttag.

* ^,D 1 e H e tn z elm Snnchen von 1919" ist em von der Mester-Filmgesellschast her- S ,'llter Film betitelt, der in diesen Tagen tm tspiel'haus, Batmhosstraße, hier vorgesührt wird. Gerade m der gegenwärtigen Zeit, wo unser ohne­hin schon krankes Wirtschaftsleben durch Streiks unb immer wieder Streiks noch mehr geschwächt wird, ist es notwendig, sich einmal zu veranschau­lichen, wohin derartige Kämpfe führen können. Nicht um einen gewöhnlichen Propagandasilm han­delt es sich hier, wie man uns schreibt, sondern um eine Bilderserie, die in brutaler Wirklichkeit zeigt, wie weit es kommen Barni, wenn lebens­wichtige Betriebe aus Jnteresscnpolitik lahmgelegt werden. Man spreche nicht von einem Phantasie- Produkt, wenn man in diesem Film sieht, wre ein mit dem Tode ringendes Menschenleben rettungs­los seinem Schicksal verfallen wäre, hätte nickit rechtzeittg die Technische Nothilfe eingegrifen und dadurch dem Arzt die Möglichkeit gegeben, sein RettungSwerk durckMlfiHren. Es sind tatsächlich immer wieder Fälle zu verzeichnen, wo sck-ver- kranke Menschen ihrem Schicksal überlassen wer­den müssen, weil infolge Mangel an Strom und Licht kegliche ärztliche Hilfe illusorisch ist. Mit zwingender Notwendigkeit führt uns dieser Film die segensreiche Tätigkeit derTechnischen N 0 t h i l s e" vor Augen und wirkt wie ein ge- ivaltiges Menetekel in seiner stummen Auffor­derung, sich dieser guten SackZe zur Verfügung zu stellen. Es wäre zu wünschen, daß dieser Film weitestgehende Verbreitung findet und anfHättnb wirkt. Tenn bitter not tut uns Hilft, tatkräftige Hilfe!

** DerLandw. Lokalverein Gie­ßen veranstaltet am Donnerstag nachmittag im Hotel Schütz eine Sitzung.

Landkreis Gießen.

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erheblich größere Werte pro Bevölkerung erzeugt als.bei uns.

des deutschen Volkes in sich selber als Vorbedingung der Revision jenes Tii'.ats von Versailles for­derte, mit starkem Beifall zustimmten. Auch an kleinen pvaktisckien Winken, wie bei der Titu­lierung eines jeben Zuhörers, der noch engli-cke Zigaretten rauche und so die Ernftrhr von unnö­tigem Luxus unterstütze, als Lumpen, fehlte es nicht bei aller Großzügigkeit des Ganzen. Kernen Widerspruch sand er bei der im Programm der Liga begründeten Forderung angesichts des für unsere Zulunst e, tscheidenden Winters das wirtschaftliche Interesse vor das parteipolitische zu stellen. In der Aussprache betonte der Vorsitzende, daß unsere Gemeinde hierzu durch steigende Teilnahme an dem Vollshochschnllursus überBolkswirtscha tliche Grundbegriffe" auf dem besten Wege sei; dem von stud. jnr. Schm 1 t t - Gießen wohlbe gründeten Wunsch, daß der Vorttag von mehr Deutschen ge­lesen werden solle, wird hier entsprochen werden; das zeigte ber zahlreiche Berkaus seiner gemcin- verständlichein Tarstellung von Dr. Lohan. Eine Tellerfammlung erg.nb 53 Mk. Ließ sich am Sckstuß des Abends ein größerer Mitglieder iuwack,s noch nicht seststellen, so darf man noch hoffen, daß eine Reihe von Zuhörern mitgenommener Formulare für Beittitts-Erklärungen bald an die hiesige ober die Gießener leitende Stelle ausgesült zurückge'-t. Ein weiterer Lig-aabend ist für Januar geplant.

g. Stangenrod, 12. Dez. In einer öffent­lichen Versammlung aller GrMideigentümer ber hiesigen Gemeinde wurde gegen eine knappe Möi- derheit besck-lossen, die Feldbereinigung oorzunebmen. Nachdem auch ber Gememdecat sich mit Stimmenmehrheit für die Bereinigung ent­schlossen hat und die gesetzlichen Bestimmungen über Wrzahl ber Grundeigentümer imb Morgrn ahl er­füllt ftnb, werden die Vermessungen schon tm kommenden Frühjahr erfolgen. Die Gesamtarbeit bis zur endgültigen Uebergabe der neuen Grund­stücke soll sich auf 56 Jahre erstrecken. Man hofft durch Urbarmachung; von Wüsteneien, Ab­holzung unrentabler Waldstücke und Schleifungen von Hohlen ziemlich Massengelände zu erhalten, um damit auch den hier l^errschenden Landhunger von Besitzlosen und auch Bauern ab^uMfen, viel­leicht aber auch den mit Schrinen gefüllten Geld­kasten. Ob dann die feldber.iniste Gemarkung noch diese stolze Schafherde ernähren kann, bleibt dem Witze des überaus tüchtigen Gemeindeschäfers über­lassen. Schafherden sollen neben guter Wollguelle auch heute eine gatte Geldgrube sein, bietet man doch für junge Muttersck-afe schon 800900 Mk. Einem armen Mann am Dorfende versuchten

lCird?e uttö Schule.

** Einführung von Lehrbüchern. Das Landesamt für Bttdungswesen schreibt: Ttt Teuerung aller Gegenstände und die überall M. beobachtende Sparsamkeit geben uns Veranlassung, Gesuche um Einführung neuer Schulbücher yr Ostern 1921 ablehnend zu bescheiden. Wir meinen, daß der Lehrer, der doch nicht Knecht des Schul­buchs sein soll, deswegen nickst behmtert ist, seine« Stoff nach besseren und fruchtbareren Gesichts- pimkten zu gestalten oder eine neue Methode zur Erreichung des, Lehrziels zu erproben Er wird auch, wo es die veränderten Zeitverhältnisse ge­bieten, die Gelegenheit taktvoll benutzen können, urt die Schüler in eine sachliche Kritik des g 'druckte« Wortes einzu führen. Einem an uns gerichtete» Antrag auf Anschaffung eines anderen Lelwbuchcs können wir nur dann Folge geben, wenn das seitherige Lehrbuch nicht mehr gedruckt wird. Nur tn diesem Falle tonnen Klagen ber Eltern übec unbillige Anforderungen der Schicke nicht Dorge- b rächt werden. Bei teeser Gelegenheit mad>cn wir noch einmal auf den sparsamen Verbrauch vorn Papier, Stahlfedern, Bleistiften ustv. au merksi Auf jeden Fall sind angefangene Hefte nach Ostcm in der höheren Klasse Wetter zu bertonten.

ra. R 0 dheim a. d. Bieber, 12. 'Dez. Untat großer Beteiligung der Gemeinde fanb im heutigen Gottesdienste die Glockenweihe statt. Schon ihr Probeläuten am Donnerstag toar zur vollen Befriedigung ausaesallen. Die grötere Glocke hägt wie die frühere die Anschrift:So oft du hört den Glockenschlag, gebeut an Tod uttib jüngste» Tag". Die kleinere Glocke, gestiftet von Kommei- zienrat Gail, trägt die Worte: ..Ich juble Llch und Leid ich weise zu der Ewigkeit!"

mc. Frankfurt a. M., 13. Dez. Der Otev Präsident hat jetzt fein Einverständnis zur $tt- längerung der Weihnachtsferien auf vier Wocha, vom 18. Dezember bis 18. Januar, gegeben.

Aus dem Amtsverkiln-igungsSlalt.

** Das Amtsverfündigungsblatt Nr. 181 vom 13. Dezember enthält Bekannt­machung der Abwicklmtgsstelle tes Reichsrniniste. riums für wirtschaftlick'.e Demobllmachung Er­hebung, über die in Hessen wohnenden Blinden im schulpflichtigen Alter. Verkehr mit Spreng­stoffen Viehseuchen. Feldbereinigung Lumdo und Münster. Dienstnachr-ichten. Laden­schluß der offenen Verkaufsstellen vor Weihnar^en

Der Kreistag hat beschlossen, die für arme Blinde in ter Bitti den airslalt erwachsmven Pflegekosten, soweit erforderlich, auf die Kreis- lasse zu übernehmen und erwartet daß von bei Fürsorge ber Blttrtenanstalt möglichst Gebrauch gemacht wird.

Maul- und Kluuenfeuchr.

In Gießen (westlich der Lahn) ist die Maul- und Klauenseuche amtlick) festgestellt wor­den. Es wird gehütet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Gießen (westlich ter Lahni Das Beobach^tungsgebiet bleibt unverändert.

In G.ro ßen-Buseck ist die Seuche er­loschen. Die Gemarkung Grohen-Buseck wird aui dem Sperrgebiet ausgeschiedeu und dem Beobach tungsgebiet angegliebert.

rechtigkeit. Die Demokratie ist nicht allein in Ge­fahr, durch reaktionäre Machenschaften, welche die monarchistische Agitation und den Gedanken ber Diktatur tes Proletariats propagieren, sondern noch mehr durch das Versagen der sozialistischen Partei, die nach ihrem Programm und nach ihren Erklänmgen dem demokratischen Gedanken dienen will. Ihr Versagen aus engherziger varteipo^itt'"chev, agitatorischer Rücksichtnahme birgt sckm>ereGefahren für die demottattsche Republik und stärkt die falsche Behmwtung, das deutsche Volk fei für die demo­kratische Republik nicht reif und bedürfe noch des Obrigkeitsstaates. Die Ausgestaltung zu einer großen Partei muß unser polittsches Ziel bleiben, weil das Vaterland eine solche Partei dringend benötigt. Unsere Pattei muß ferner ihre taktische Freiheit nach jeder Seite wahren, denn wie die Dinge heute liegen und wie sich aus den Kimdgebungen der anderen Parteien immer wieder ergibt, sind allenfalls die Vormlssetzungen für tat» itisches Zusammenfassen ter Kräfte, nicht aber für Weitertragente Maßnahmen gegeben.

Staatsminister a. T. Prenß forberte im inneren Leben Bewegungsfreiheit ter Länder und Gaue, dem Auslande gegenüber darf ^s nur ein einiges Tetttschland geben. Tie Einheit Deutsch­lands kann nur durch die Republik gewährleistet werden. Deshalb muß jeder, der die Einheit er­halten will, sich jetzt zu 'ihr bekennen, wenn er ein guter Deutscher sein will. Die Demokratische Partei betrachte daher die republikanische Staatsform nicht etwa als ein vorübergehen­des Uebel. Die Pflicht der Demokratischen Pattei ist es, allen Strömungen gegenüber immer wieder zu betonen, daß nur durch die Republik Deutsch­land erhalten werten kann. Gegenüber der von den Rechts yatteien geübten Taktik, die von ihnen als augenblicklich notwendig anerkannte Staatsform zu untergraben, ist das Vorgehen ter Linksradikalen Ehrlicher. Wer die Republik.schädigt, ist ein Feind des deuffchen Volkes. Der Sozialdemokratie darf kein Zweifel darüber griaffen werten, daß die bürgerliche Demottatie in polittscher Beziehung absolut zuverläffig ist. Eine Verbretterung der Grmrdlage unserer Staatsordnung ist wünschens­wett. aber diese Verbreiterung muß aut fester Grundlage stehen. Wer mit uns gehen will, muß mit uns ter Ueberjeugung fein, daß die Rettung Teritschlands abhänxft von der Erhaltung ber Re­publik und der Kraft und Stärke der nationalen und sozialen Demokratie.

Sodann begründete Pfarrer Klein-Frank- furf a. M. einen Antrag, der sich gegen jede Fusion mit der Deutschen Volkspar­tei wendet.

In der Aussprache darüber lechnte auch Abg^ Korell den Anttag! Klein ab. NiMsrnd denke tatran, eine Verschmelzung der Dnttschen Volkspartei unb der Deutschen demokratischen Pattei auf einer Mittellinie herbeizuführen. Was wir für unser politisches und wirffchaftliches Leben brauchen seien Mw'önlichketten. Redner begrüntet zumSchluh eine Entschließmtg, die die Revision tes Frietens- vettrags, die Zurückgabe der abgetrennten Ge­biete und der Kolonien und die Gewährung tes Anschlußrechtes für Deutsch-Oesterreich verlangt itnb gegen die Besatzung im Westen protestiert.

Am Sonntag vormittag schtttette zunächst Deschamps -.Koblenz aus eigener Anschauung die traurigen Verhältnisse im besetz ten Gebiet, die Unterdrückung ter Presse- und Rede­freiheit, das Verbot dec dmtschen Flagge und die ganze Rachepoliti? Frankreichs.

stieichswehrminister Geßler wendet ffch gegen seine ^dtifer. Für das Offizier« korps verlange ich das Abgangszeugnis einer Mittelschule, gebe aterietem jungen Mann, ter ins Heer einttitt, die Möglichkeit, in den ersten zwei Jahren neben seiner militärischen Ausbildung soviel hinzuzulemen, daß er jenes Maß von Allgemeinbildung besitzt, um die Offtzier- schulen besuchen zu können. I

, ^Neichsminister Koch fvrtett praftische Ausbaupolitik. Unser ganzes parlamentarisches Leben muß von Grund auf reformiert werden. Aus dem Parlament tes Redens muß em Parlament des Handelns werden. Unter stürmischem Beifall fortertt ter Minister gegenüber dem Redeverbot der Entente absolute Redefreiheit deutscher Minister in deutscheu Lan­den.

In ter Abstimmung wurde ein Anttag angenommen, wonach ter Patteitag die Ausfüh­rungen des Reichswehrministers Geßler billigt. Emsttrnmig angenommen tourte dann ber Bremer Anttag, in den Vordergrund der politischm Tätig­keit die Pflege des nationalen Geban^ns zu stellen, die Vereinigung Deutsch-Oesterreichs mit dem Deutschen Reich zu betreiben, die Unerträglich feiten des Frietensvettrags auf tem Verhand­lungswege zu beseitigen zu versuchen und im Reichttag die Vorbedingungen wittschaftlick>er und polftischer Att für die Vereinigung aller deutschen Stämme im gemeinsamen Vaterland schleunigst zu beraten. Angenommen tourte auch ein Anttag auf Revision tes Versailler Fri^>ensverttaoes und planmäßige Au k ärung über seine Unnötig Feiten.

Nach ter Mittagspause sprach Neichstagsab- geotimeter Geh. Kommerzienrat Dr. Wieland- illlm über die Not der deutschen Wirt­schaft.

Die NTittschaftspolttische Ams^chvache eröffnete Dr. Walter fKafbeiv.ru. So phantastisch es auch Hingen mag, rmsere Produ k t ivn m üsse und kön n e verdoppelt werden, obgleich wir unseren

(BericfotsfaaL

Der Pnrzeß g-'^en die Marburger Zeit- freiwilligen.

dd. Kassel, 13. Dez. Unter großem An­drang begannen heute vormittag die Verhand­lungen gegen die Marburger Zeitfrei­willigen vor tem Schwurgericht. Im Zuhöm- raum haben die Angehörigen der angellagten Stu- tenten Platz genommen. Tie Presse ist in statt­licher Zahl vertreten. Als Verteidiger sind dis Rechtsanwälte Dr. Lütgebrune aus Göttingen unb Dr. Müller aus Hamwver erschienen. Um 9.15 Uh» vormittags eröffnet ter Vorsitzende, Landgerichts-- direktor Tr. Schmidt die Sitzung. Er teilt mit., daß die heutige Sitzung infolge Anl-anfung vom Schwurgerichtssachen erst jetzt angeseht iverdm formte. Tie Verhandlungen werten mehrere Ta(« ixntent, man hoffe aber, bis Samstag temÄ fertig zu inerten. Nach Erledigung ber Förmlilt- feiten stellte ter Verteidiger Tr. Lütgebrune dem Antrag auf Einstellung des Verfahrens. Er bt- gründete seinen Anttag mit § 143 des Militär­strafgesetzbuches und ist der Ansicht, daß die gegtm das Marburger Urteil eingelegte Berufung z'n spät und nicht Normgerecht erfolgt sei. Dem nrite- spttcht ter Staatsanwalt. Ter Gettchtshof lebst nach kurzer Beratung ten Anttag des Verteidft gers ab. Hierauf gelangt das Marburger Urteil nebst Begründung zur Verlesung. Als Vettrete: tes Neichswehrministers ist Oberkriegsttt Obenanev-Berlvn anwesend. Als erster nxtri) fr! Angellagte Göbel vernommen. Die Vernehmuri' ergibt nichts Neues. Ebenso ergibt die Verneh mung ter drei ersten Zeugen, die bereits in Man bürg vernommen finb, keine neuen Gesichtspunkt Tie Verhandlung wird dann auf Dienstag vor­mittag vertagt.

Zweibrücken, 13. Dez. (WTB.) 9» gang en e Nacht ging vor tem pfälzischen gettcht ent dreitägiger Prozeß wegen fttedensbruch gegen 17 Arbeiter aus LiMA Hafen M Ente. Etwa 20 000 Arbeiter Hatto am 24. Februar d. Js. in Ludwigshafen ewv Demo n st rationszug gegen die Lebensmv- telnot veranstaltet, die mit einer Plünderung Geschäftsläden schloß, wobei durch PlünteruNY und Zerstörung für aratäbemb eine Million Mrtt Schaden angericfitet wurde. Erst nad) dem greifen ftanzösischer Besatzungsttuppen konnte W Ruhe wietetchergestellt loerten. Tausende von To-" nehmern entkamen unermittelt. Es wurden ?*' fammen 38 -Freiheitsstrafen verhängt. Als telsführer wurden verurteckt die Arbeiter Facttn zu 8 Jahren Zuchthaus, Uhl zu 3 Jahren 3U®*? Haus, Hauptmann zu 2V» Jahren Gefängnis, übrigen zu IV- Jahren bis 8 Monaten. Drei w geklagte wurden freigesprochen.

. tt T r e t s a. d. L., 13. Dez. Heute weilte hier etne Kommission von zehn Herren einschl. dreier Polizeipersonen, um bei verschiedenen hieftgen Ein­wohnern nach verstecktem Papiergeld zu suchen. Ihre Bemühungen waren aber vergeblich, nicht einmal die teueren Diäten kamen dabei voraus. Soviel sollte die Regierung doch auch wtssen, daß die kleinen Landwitte auf Den Doriern nicht im Geld schwimmen, da ihren hoben Ein- nabmen doch auch ungeheuere Ausgaben für nötige Anschaffungen gegenüberstehen.

x W i eseck, 13. Dez. Der zwefte dies- tahrige Abend der Liga zum Schutze ber deutschen Kultur, von tem Vorsitzenden ter ^eftgen Ortsgruppe Psiarrer Sattler geleitet unö eröffnet, vereinigte etiua 100 Besucher, ge- meffen an dem Beii^ch ter letzten polftisckxn Wr»

zwei Spitzbuben in ter vergangenen Nacht das mit vieler Mühe aufgezogene Schwein M stehlen. Der Sohn merfte bie Diebe und versagte sie. In der Richtung Beltershain verschwanden sie in der Dunkelheit, dabei verlor der dne Dieb ein Schlachtmesser.

Kreis Schotten.

n Gonterskirchen, 12. Dez. Die An­lage der elektrischen Beleuchtung ist jetzt in den Häusern unseres Dorfes fertig., aber der Anschluß an die Zentrale Wölfershdm ist immer noch nicht erfolgt. Sehnlich warten wir darauf, denn die jetzige Art ter Beleuchtung ist gar erbärmlich und sehr teuer.

2 au bacte 12. Dez. Das Alumnat, neuer­dings Schülerheim benannt, an ter Ostseite des Schloßgartens gelegen, wird ami 1. Januar 1921 aufgeläst. Die Kosten der llnterihaltungl waren zu doch geworden. Die Insassen (8 GhMnasiasten) werden bei hies gen Bewohnern untergebracht. Die Anstalt hat nur ein Jahrzehnt bestanden. < Man hat Versuchsiveise den NachMittags-Gottes- dienst, ter seit Jahrzehnten mittags 2 Uhr statt- fand, auf 5 Uhr abends fest^elegt. Die neue Ein- richtmrg scheint sich zu bewähren. Einen ganz veränderten Eindruck macht jetzt ter H os des hiesigen Gymnasiums Fridericia­num feit dem Abbruch des alten Nebenbaues. Der Schulplatz ist hierdurch beteutenb vergrößert worden. Das Material tes alten Nebenbaues von Kammerrat Bröckelmann ist zur Errichttmg eines Hauses gegenüber verwandt worden. Leider wurde die schöne Ausrichtern das obere^Wettertal und auf den Hohen Vogelsberg hierdurch beeinttächtigt.

E. L a u b a ch, 12. Dez. Der Verkauf der hiesigen städtischen Ziegelei an die jetzigen Bettiebsunternebmer Gebrüder Schumann ist vom Stadtrat entgültig abgelehnt worden. Es bleibt also vorläufig bei dem bisherigen Pachtverttag auf fünf Jahre, welcher nach Ablauf evtl, eine Verlängerung auf weitere fünf Jahre erfahren dürfte. Inzwischen haben die Gebrüder Schumann einen Motor mit 16 P. 8. angekauft, um im nächsten Frühjahr den Betrieb rationeller zu ge­stalten.

Starkenburg und Rheinhessen. Vechaftung von Eisenbahn, ändern. Mainz, 13. Dez. (Wolff.) In der-Ange­legenheit der Beraubung von Ersenbahngüter­zügen auf der Strecke Bingen Mainz sind bis jetzt 17 Verhaftungen vorgenommen worden. Die Untersuchung hat ergeben, daß die Beraubungen systematrsch vorgenommen tourten uns bis in das Jahr 1918 zurückreichen. Der Öaiwttäter, ein gewisser Gerhardt aus Koblenz, hat emgribanten eine große Reihe dieser Meb- stahle in Gemeinschaft mit den übrigen Verhafteten ausgesührt zu haben. Die Untersuchung bezüglich der Hehler zieht weite Kreise.

Hessen-Nassau. Aerzttproteft gegen Mliesrrung der Milchkühe.

fd. Frankfurt a. M., 13. Dez. In ter Universitäts-Kinderklinik fand am Sonntag eine aus ganz Südwech" und Westdeutschland beson­ders waren die Universitätsstädte Bonn, Köln, Heidelberg, Freiburg,, Würzburg, G r e ß e n, Mar­burg und Erlangen vertreten außerordentlich stark besuchte Versammlung von Kinderärzten statt, die nach längeren BeratunMn zur Frage ter Ablieferung der Milchkühe nach Frankreich und der dadurch entstehenden Milchnot tn Deutschland folgende Entschlüsse faßte:

Die zahlreich besuchte Versammlung' südwest­deutscher Kinderärzte, die am 12. Dezember in Frankfurt a. M. getagt hat, erhebt den schärfsten Einspruch gegen die neuerliche Forderung ter En­tente auf Auslieferung von Milchkühen. Nach dem einstimmigen Urteil aller Fachgetwsseir ist jetzt bereits die Versorgung ter Kinder und stillenden Mütter eine derartig schlechte, daß die Folge­erscheinungen ter Unterernährung infolge Milch­mangels sich in katastrophaler Weise bemerkbar machen. Eine weitere Verminderung ter Milrch- belieiermtg würde aus Generationen hrnans un- ab) obbare Folgen nach sich ziehen.

Schrießung ter Ovelwrrke.

j fb. Rüsselsheim, 13. Dez. Mißhellig- tciteii zwischen der Direktion der Opelwerke und Iben .Arbeiterverttetern wegen einer WttMcktä-

veri'and in an-

tray ien lVzstündigen Aus ührungeii

Zrtedensvertrqg feine

Fußball. 9tin Soimtag den 12. Dez«.:' spielte die 2. Mmmschaft der Freien Turnen schäft Gießen gegen die 1. Mannschaft ber Freiem Turn er schäft Lollar. Trotzdem Gießen nur rr« acht Mmrn spielte, konnte es den Sieg te don traget* Zum Schluß ßcvrd das Spiel für Gießer*

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wi r tschaftli^hen Folgen" bie Zuhörer zn beihilfe führten Samstag zur Kündigung der fesseln, die ihm teso-nters da, wo er bie Revision gesamten Arbeiter mit ter Maßgabe sofor- v -3 - ---fP tiger Arbeitseinstellung. Die Beamten erklärten sich

mit ten Arbeitern solidarisch und stellten ebenfalls die Arbeit ein, so daß der ganze Betrieb ruht. handelt sich um etwa 4000 Arbeiter und An­gestellte.

vermehren können und uns auf teruntergewitt schäfteten Anlagen