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tius dem besetzten Gebiet.

Französische Justiz.

Landau (Pfalz), 11. Juni. (Wolff.) Dom französischen Kriegsgericht wurden wegen Abdrucks eines Artikels über die schwarzen Be satzungstrupp erv, in dem die französischen Behörden eine Be­leidigung erblickten, nachstehende Angeklagte zu folgenden Strafen verurteilt: Fritz Blau- fuß, Verleger desNordpsälzer Tageblatts" in Rockenhausen, zu 10 000 Mk. Geldstrafe, Peter Stein, Redakteur dieser Zeitung, zu 6000 Mk. Geldstrafe, Buchdruckereibesitzer und Verleger desKirchheimbolandener Anzei­gers", Ad. Thieme, zu einem Monat Gefäng­nis und 10 000 Mk. Geldstrafe, Karl Müller vomKuseler Tageblatt" zu 1000 Mark Geld­strafe, Friedrich Porth, Verleger desLokal­anzeigers Obernheim am Glan", zu 1000 Mk. Geldstrafe.

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An- Statt und Land.

Gießen, den 14. Juni 1920.

25jiihrigeS Jubiläum der Firma Rinn & Cloos.

Die vor 25 Jahren am 8 Juni zu Heuchelheim erfolgte Gründung der Firma Rinn & Cloos gab der Firma Anlaß, in einem besonderen Fest­akte am Samstag den denwürdigen Tag festlich zu begehen.

In dem Raum der Heuchelheimer Fabrik, der vor 25 Jahren zum erstenmal die Angestellten und Arbeiter des neugegriindeten Unternehmens ver­sammelt sah, fand vormittags 11 Uhr eine aka­demische Feier statt, die einen würdigen Ver­lauf nahm. Fräulein Emmy Dönges sprach zur Einleittmg einen von dem Prokuristen der Firma, Herrn Bergen verfaßten Prolog, worauf Herr- Bergen im Namen der Angestellten für das Wohlwollen dankte, das die Firma jederzeit ihren geschäftlichen Mitarbeitern entgegengebracht habe. Als Zeichen der Dankbarkeit haben die Angestellten und Vertreter eine von Bildhauer Ködding-Gießen ausgeführte Bronzeplakette mit dem Bildnis ihres Chefs im Privatkontor einbauen lassen. Außerdem überreichte er eine künstterische Adresse. Prokurist R. Chr. H o e n i ck a pries das Ansehen, das die Jubilarfirma bei der Kundschaft genieße. Im Namen der Werkmeister sprach Sortiermeister K och, der ein Diplom überreichte, im Namen der Arbeiter Frau Sack, die ent Hoch auf Herrn Rinn ausbrachte.

Von offiziellen. Vertretern überbrachte Ober- regienmgsrat Welcker die Glückwünsche des Kreises Gießen, dessen Bewohner der eisernen Ar­beitskraft, Voraussicht und Energie Herrn Rinns viel zu verdanken hatten. Geheimerat Prof. Dr. B e h a g h e l wies im Namen der Gießener Hoch- schulgesellschast und des Vereins Gießener Kunst­freunde aus die inneren Zusammenhänge von Kunst, Wissenschaft und Jndusttie hin und feierte in launischen Worten das Rauchkraut als Anreger der wissenschaftlicher und künstlerischer Arbeit. Kommerzienrat Schirmer als Vertreter der Handelskammer, des Vereins der Tabakindu- sttiellen von Gießen und Umgebung und des Reichsverbandes deutscher Zigarrenhersteller, wies auf den beispiellos schnellen Aufstieg hin, den die Firma Rinn & Cloos aus verhältnismäßig kleinen Anfängen zu einer der bedeutendsten Firmen Deutschlands genommen habe. Insbesondere be­tonte er den anspornenden Einfluß der Firma aus die Gießener Zigarrenindustrie und das kollegiale Verhältnis, das gerade Herr Rinn immer ge- sördert habe.

Die Glückwünsche der Gemeinde Heuchelheim, die auch Geburtsstätte des Jubilars ist, überbrachte .Bürgermeister K r c i l i n g. Heuchelheim sei durch die Firma Rimt L ClooS in ganz Deutschland bekannt geworden und verdanke ihr manche Förde­rung der Gemeindeinteressen. PfarrerD ör r sprach im Namen der >tirchengemeinde, des Kirchenvor­standes und der ^leinkinderschnle und dankte für den Schutz und die Spenden, mit denen Kirche und Schule von Herrn Rinn stets bedacht worden seien. Ferner sprachen noch Herr Georg Todt für den Verband reisender Kaufleute und Herr W.Stvk- h u y z e n, Amsterdam, als langjähriger Geschäfts­freund der Firma.

Den herzlichen Glückwünschen dankte Herr Fabrikant Rinn in bewegten Worten, wobei er mit die kritische Feit der Zigarrenbranche hinwies und bei notwendigen wirtschaftlichen Maßnahmen mif gegenseitige Rücksichtnahme vertraute. Hieraus verteilte er an 28 Juüilare, die seit Gründung in der Firma tätig sind, ein Diplom sowie eine geldliche Anerkcmmng. Sodann gab er Kenntnis von der Stiftung von 1 Million Mark für eine selbständige Unter st ützungs- dind Pensionskasse aller im Dienste der Firma stehenden Personen.

Die akademische Feier war umrahmt von passenden Musikvorträgen der Kapelle Weller. Für die Gäste erfolgte eine Führung durch die Fabri katwnsräume, die hygienisch und technisch ausS Zweckentsprechendste eingerichtet sind, und eine Be

Line ;»itsemi!;e (trimttrung.

Tie nndr'ic'fcnbe Erinnerung, die uns ovn Mainz aus zugeht, war cigcnt ich für die Wah - tage bestimmt. OkvM sie verspätet einlief, nzri? sie auch jetzt noch vielen unserer Leser Freud-, modelt:

3m Jahre 1793 erschien in Mainz von einem ungeuann en Vera'ser e.re tnagi--L>mi che Far.e ,,^e Patrioten in Deutschland vder: Der Teufel Trö." In die em luftigen Stücke iverben die Zu­stande der 3»it einer hunroruollen Kritik unter» josen. r.os Schickfol hat es gewollt. das; die Zustände von b mals denen van heu:e überaus Franzosen standen chon fast Rh.tue, eberr solange ,var es, das, oi t Münzer rg-r hei und gleich waren, der Erzlisckw', der tyrannisch.' Testet n?b Valls.iu - sauger, war veragt. Dfx alben Beamten waren durchtüchtige" Bürger erfaßt worden. Di zu kom, w e beute, 'l^t-iergelbilbcrfdxiemmung im*> nnrt- sch.ftlic-e Not. Kinn 28vntxi, txiy die mein als tknntderljÄwige Sattre W für die Gegenwart ge- schries-en scheint.

Schon d'e ersten Älforte venftvn uns ofori in imfcrc 3 it nxrm nn. lecn: , werdn, i« Frankfurter für Augrm in.idvn, Wim sie die Frai- Hosen anuiarschiercn foben?" mtb kxnn eit nie ee. ten später sind n -Tic Freud, spar al > "ein zkurz" Ein svFalistischer Wckhlrdnrr tun heute

sichtigung der Bildnisplakette in den mit Blumen­spenden überfüllten Bureauräumen.

Bei dem Festessen, das sich für die Gäste und Angestellten im Hotel Großherzog anschloß, wurden Ansprachen gehalten von den Herren Ober­regierungsrat Welcker, Biehler, Bürger­meister Kreiling, Lehrer Dönges und Werk­meister Ruhl. In der Erwiderung dankte Herr Fabrikant Rinn nochmals seinen Mitarbeitern, gedachte der im Kriege Gefallenen und gab einen Rückblick auf die wirtschaftliche Lage im Kriege, die den weiteren Ausbau der Firma behindert habe. Trotz der großen Transportschwierigkeiten bewege ihn die Heimatliebe, Heuchelheim als Mittelpunkt der Firma zu belassen. An den früheren Mit­inhaber der Firma, den Kirch Krankheit an der Teilnahme am Feste verhinderten Kommerzienrat Cloos wurde ein Telegramm gesandt.

Die abendliche Feier imTreppchen" zu Heuchelheim, an der sämtliche Arbeiter und Ar­beiterinnen der Heuchelheimer Fabrik teilnah­men, wurde zu einem gemütlichen Volks­fest, das im Tanze seinen Abschluß fand. 3m_ vorhergehenden offiziellen Teile gab Pro­kurist Bergen einen ueberblick über die ge­schäftliche Entwicklung der Firma Rinn & Cloos. Kaum ein Jahr nach der Gründung er­folgte der erste Anbau, nochmals ein Jahr später wurde die erste Filiale in Wißmar gegründet. Nach vier Jahren tourte die junge Firma die Fabriken der Firma Busch L Mylius in Heuchelheim auf. Bei der Gründung wurden 60 Leute beschäftigt, 1897 200, 1899 400, 1902 700, 1903 über 1000. 1909 wurde eine riesige Vergrößerung der Fabrik mit allen technischen Neuerungen vorgenommen. Bis 1903 verfertigte die Firma im hiesigen Bezirk billige und billige Qualitäten, von da ab auch norddeutsche Qualitätszigarren, zuerst in der Filiale Brotterode in Thüringen. Die Firma beschäftigte 1914 in 35 Be­trieben 3200Arbeiter,womit sie an die 4.,wenn nickstj 3. Stelle der deutschen Zigarrenindustrie aufgerückt war. Der Krieg brachte für die entvölkerten Fa­briken, zumal bei den Ansprüchen der Heeresliefe- rungen, große Schwierigkeiten. Daß diese über­wunden werden konnten, beweise, daß die Firma auch berufen sei, beim Aufbau eine führende Rolle zu spielen.

Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Uf in 0 er feierte das vorbildliche Zusammenarbeiten von Leitung, Angestellten und Arbeitern, das an diesem Abend feinen schönsten Ausdruck in dem Gefühl der Familienzusammengehörigleit finde. Dieses Ge­fühl müsse in jedem lebendig bleiben, denn es sei die beste Gewähr für den Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Bankbeamter Rinn gelobte im Namen der Anwesenden, alle Kräfte für den Wiederaufbau einzusetzen, während Werkmeister H i n k l e r , Steinberg, der Firma ein ebenso frohes goldenes Jubiläum wünschte.

Im Laufe des Abends wurden mehrere Fcst- lieder von Freunden und Angestellten der Firma gesungen. Für musikalische Unterhaltung sorgten der Gesangverein Ge r m a n ia - Heuchelheim mit gutgeschultim Chören sowie die Kapelle Weller.

Das Jubiläumsfest nahm somit in allen Teilen einen würdigen Verlauf.

Hau-briefkaften.

Bei dem außerordentlichen Umfange, den der Briefverkehr seit Fahcm genommen hat, wird die Briefbestellung besonders in den Städten immer schwieriger. Tie Briefträger sind häufig nicht im­stande, die Beß l'ung mit der wünschenswerten Schnelligkeit c ihren und die Postverwaltung ist meist nicht ,'r Lage, Abhilse zu schaffen, weil eine Verm.ocung der Zahl der Briefträger allein die Schwierigkeiten nicht beseitigt. Das wirksamste Mittel zur Beschleuni­gung der Briefbestell ung hat das Pu­blikum selbst in der Hand; es besteht in der Anbringung von Hausbriefkasten an den Eingängen der Wohnungen. Tenn nicht nur das Warten des Briefträgers auf das Oeffnen der Tür, das nnederlwtt'- Scheuen usw. fällt überall da weg, wo ein Hausbriefkasten an­gebracht ist, sondern es sind auch in den Fällen, wo niemand zu Hause angetroffen wird, feine wiederholten Gänge zu machen.

Veranstaltungen.

Mion tag, 14. Juni Freiwillige Feuer­wehr , 8 Uhr Hauptübung. Lichtspieltheater wie gestern.

** Amtliche Personal nach richten. Am 31. Mai wurde der Amtsrichter bei dem Amts­gericht Gießen, Amtsgerichtsrat Trümpert, zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Pro­vinz Oberhessen in Gießen ernannt.

** Theateraufführungen. Der Besitzer des Hotel Einhorn hat für die theaterstille Zeit den bekannten Theaterdirektor Herrn Paul Buchwald für eine Gastvorstellung auf einige Wochen ver­pflichtet Herr Paul Buchwald als Komiker ver­spricht, nach den uns vorliegenden Zeitungs- und fachmännischen Urteilen, daß man was Unter­haltung anlangt, aus seine Kosten kommt.

X Ter Hessische Haupt verein des Evangelischen Bundes hält seine dies- übrige Abg eord.n tenr er am n lm g Mittwoch, d n 16. d. Mts., nackmiittags 2 Uhr, in Frankfurt a. Main ab. Auf bec Tagesordnung steht u. a. der TängLitSbcricftt des General stkretärs, Kund- cjCbungen zur Schul- und Misck« eufrage. Bi r-

hu.idectjrhrseier des Wormser Reicksrngs. Haupt­gegenstand der Verhandlungen bildet das Thema: Tie evang lische Kirche und die Schulfragc", wo- bei Berichterstatter sind Prof. D. Matthes- Tarmstadt und Lehrer T o l lin ge r-Oier- Gleen.

** Der Ober'hess. Geschichtsverein lädt Mitglieder und Freunde einer geschichtlichen Betrachtung nationaler Fragen ein, zu dcm^aus Veranlassung des Ausschusses der Gießener Stu- bentenfdjaft Dienstag, abends 81/. Uhr in der Neuen Aula statt findenden Vortrage des Archiv- direllors Dr. Wentzcke aus Düsseldorf über Elsaß, Rhein, Reich". Ter Eintritt ist frei (siehe Anzeige).

** Einbrecher und Schwindler. In der Nacht von Freitag zum Samstag wurde aus dem Schaufenster des Kaufhauses Katz in der Bahnhofstraße durch Zertrümmern der Scheibe eine Anzahl Hemden und Hosenträger usw. im Werte von etwa 3000 Mk. gestohlen. Durch die sofort auf genommene Verfolgung gelang es, die Diebe in Wetzlar festzunehmen, wo sie die Beute abfetzen wollttn. Als Täter kommen Onkel und Vetter aus Halle in Frage, die offenbar zu diesem Zweck nach Gießen gefahren find, wenn sie auch behaupten, nur nach hier gereist zu fein, um sich Arbeit zu suchen. Derartigen Besuchtem sind ohne Zweifel auch Die in letzter Zeit dahier erfolgten größeren Dieostähfo aufs Konto zu setzen. Ferner erschwindelte sich am verflossenen Freitag ein angeblicher Viz Wachtmeister Bl ö- m e r dadurch ein Reitpferd, daß er dem Pferde Pfleger vorspiegelt', von dem Eigentümer beauf­tragt zu fein, das Pferd zu reiten. Er verkaufte es dann am einen hiesigen Geschäftsmann, ließ sich mit einem Auto nach Marburg fahren und verschwand von dort.

** Die Schuhmacher zwangsinnung hat in ihrer letzten Vorstandssitzung beschlossen, in» folge der Lederverbilligung die Preise für Neu­anfertigungen und Nevaraturarbeiten herabzu - setzen, lieber die'he der Preisminderungen schweben zur Zeit noch Verhandlungen mit der Preisprüfungsstelle.

** Tie Ausgabe von Speiseöl erfolge auf Bezugsabschnitt 8 und nicht 7, wie e^1 in der am Samstag veröffentlichten Lebensmittel­tabelle irrtümlich hieß.

** Die Auszahlung der Familien.- Unterstützungen findet für btc Zeit pvm 16. bis 30 Juni DienÄag 15 Tl-mi, ton 10 bis 12 Uhr, im Stadthaus', Zimmer 7, statt.

**TieFuhrwerkswageinderWest- Anlage ist ab heute wieder für den Verkehr fr ei gegeben.

** D er Deutsche Schutzbund, Ber­lin^ Schloß Bellevue, bittet alle Banken, Spar­kasten und Zeitungen, die bis xum 1. Juni ein- gelaufenen Beträte für dieGrenzspends" sofort und dann fortlaufend zu jedem Mo-ncttsersten unter Aufgabe an ihn an das Banlchaus Mendelfohn u. Co., Berlin W56, Jägerstraße 49/50 übetitnetfc^ zu wollen. Tie Organisation lautet jetzt nur noch Teutsck-er Sckmtzbund".

** Reifepr üf nngen für Nicht- schüler und Nichtschülerinnen für alle Schulgattungen, auch Studienanstalten sowie Kriegsreiseprüfungen und Prüfungen zum Nachweis der Reise für Prima und Obersekunda finden in der ersten Halst' des Monats September statt. Die mit 1.50 Mk. stempelpflichtigen Ge­suche um Zulassung sind cm das Landesamt für das Bildungswesen, Abteilung für Schu'an Gelegen­heiten, in Darmstadt zu richten. Meldeschluß: 1. August 1920. Nähere Auskunft erteilt gegen Einsendung von 1 Mk. in Briefmarken das Sekre­tariat der genannten Behörde.

** Tas Züchtigungs recht des Staatsbürgers. Meh.ere Jungen prügel'en sich vor einem Hause in Berlin und machten einen folchen Lärm, daß der Hausbesitzer sich den Lärm verbat. Einer der Jungen rief ihm daraus ein fo derbes Schinrpfwort zu, daß der Be itzer ihn fofort beim Kragen nahm und ifpi entsprechend verfohlte. Tiegekränkten" Eltern gingen schleu­nigst vor Gericht und erzielten auch eine Verur­teilung des Hausbesitzers zu 5 Mark Strafe und den Kosten. Oberlandesgericht und Reichsgericht (fo hoch hinaus Wurde wegen dieser Flegelei die deutsche Justtz in Anspruchs genommen!) ertannten jedoch auf Freisprechung. Das Reichsgericht be­stätigte ausdrücklich dasZüchtigungsrecht des Staatsbürgers" und das Oberlandesgericht stand auf dem Standpunkt, daß jeder Volksgenosse das Recht zu einer sofortigen maßvollen Züchttgung haben müsse, wenn eine solche sich notwendig macht. Es ist erfreulich, daß man jetzt weiß, toie auch die 'höchsten Instanzen über die Frage denken. Man sollte sich das merken und im BärarsSfolle danach handeln.

** Tie neue Ku n st zu kleben: Steuermarken. Tie Bes.immungen über die Erhebung der Einkommensteuer durch den Abzug vom Arbeitslöhne liegen setzt vollständig vor unb enthalten viele wichst re Bestimmungen, bic noch nicht bekannt sind. Tie Beiträge zur rerchsgesetz- lichen Kranken-, Jnva'rden- und Angestellttn-Ber sicke?ung kn en bi bei- Ve.eckmung des steuer- pslichti.en Einkomme s abg zagen werden, soweit sie zu Lasten d s Arbitnelmers verrechnet wo ­ben sind. Andere Abzüge find nickt zulä'sig. A s Arbeits.Phn gelten nicht Bezüge auf Grund der

könnte auf die Klagen über die wirtschaftlichen Verluste her Revviutfon diesen Trost gefunden ixtbcn." Freilich kostet die Freiheit mehr in einem Monat, als die Leute sanft in einem Jahr abgeben; allein man mutz es ihnen nur begreiflich mack-'N, datz bad nicht immer dauert und daß cs besser ist, rnel bezahlen und frei seyn, als wmig und einen Tespoten haben. Ti? Leute müßt n blind "ernt, toeim sie alsdann ihren Vorteil nicht ein» sahen."

Am ergötzlichsten ist eine S-enc des ersten Aktes. Hier tresfon der Mai zor Ho^e-stckft.rat Hartmann und der Studierende der Medizin imb angckbe: d? Dich er Sttmdinger, z v'i wack re D - mofrattn, im Wirtshaus drei Burger, deren ($> sichrer wenig Freude über dir Segnungen txr [f-rciMt trrroten. Sie glauben aufTiamb viu» gre: 'eu zu müss.n u;rb erfahren von den M iin^T Schlappmaulern" eine ebenfo lustig' als drrbc Abfuhr.

Guten Albend, Bür.'.er", sagt Hartmann,ihr seyd ja so »rnübaft?"

3. BürgerSoll man nicht entfthaft seyn, wenn man Feinde in der Stadt liegen hat?"

Hartmann: .Feind? in der Statzt Fran­ken sind eure wahren Fr?unde?"

3. Bürger: .Nun so wollt ich, sie gäben uns elnen Beweis ihr.r Fr?undscha>t und gm-ten - rvoher fi? q:fommcn sind."

Hartmaim.Das wäre undankbar, so etwas«

zu wünschen: haben sie uns nicht von dem Sk.avenjoch unfooes verschwenderischen Kurfürsten befveit?"

1. Bürger:Von der Befreiung will ich nickfts wissen: bei unserem verschwenderischen Kurfürsten hatten wir zu leben; aber jetzt werden wir von einer fremden Nation hübsch ausg saugt; und unter dem Namen Freiheit dürfen wir das Marck nicht auftun, sonst kommen wir an dm Pfahl." Hartmaim:Alle Revolutionen kosten im An­fänge; es kann also auch bei uns nicht so rein abgeben. Aber b.d.mtt auch die segnenden Folgen für uns und die Nachwelt. Freiheit, Freihett, biefo köstliche Gab? ist unser. Kein De>'pot setzt uns mehr ten eisern m Fuß auf den Nacken.

2 Bürger:Pscht, Pscht, schweig er mir damit stille! Haben wir nicht neue Äewaittm'? Ordmmg muß iretlid) seyn: aber mir ists einerlei, ob sie Hans ober .vtinig verrichtet, >venn nur Ordnung gc(>alten wird: unb ich glaube, di? war vorher besstr als jetzt Denn wenn alle Augenblicke die Minister und ander? Beamt n abgeschasst werden, n>ie kann da ettvas^gescheut?s herauskommen?"

3 Bürger:Statt eines Herren, der dem Lande doch noch Ehr- machte, haben wir jetzt einen garjen Stall voll und sind noch obendrein von den Franzosen abhängig."

Hartmann:Sonderbarer,Mann? Habt ihr denn nicht von jetzt an die Hoffnung und das Recht, selbst zu allen Stellen zu gelangen?

Militärpensiori^ u. d Ver orgungsge e^e, Ver or- gungsge^ührnisse wegen Tienstbechädigung durch den .t.ieg, Naturalbezüge der R ichswehr und Reichsmarine, B züge aus einer K'rMlkenversiche- rung, Krankenge.d?r, Rul^egehälter ufw. bis zu 1500 Mk. Beim Cinkleoen mutz für jede Lohn­zahlung eine neue Querspa te begonnen wecdm. Ter Wert der eingeklebten Mar.en wird in der Karte eing tragen. Ei.'.e Lore Crs:attuug der zu viel gellebten Beträge findet erst nach d?r end­gültigen Beranlagu: g statt. Tas Land s'inauzamt kann auch aus Anttag zulasen, datz der Arbeit­geber die Steuer in bar durch Ueoerweisung ein» zahlt. Tiefe B?fugnis kann beit Finanzämtern übertragen werden. Ter Arbitgeber mutz Ü.-m Arle tnehmcr auf 2?cr angen n o a.lich und b.t Be?ndigimg d.s Arbeits.erf ältri'ses eine Be chtr nigung über den ausgczahlten Lohn unb den ein» behaltenen Betrag ausstellen.

** Verminderung des Postverkehrs. Auf Erkundigung bei der Reichs post erfahren wir, daß die B r i e f e i n g ä n g e feit ter Poi oerHöhung wesentlich geringer geworden find. Prozentual würde es ungefähr eine Verringerung von 20 bis 25 Prozent ausmachen. Namentlich bte Stadtbriefe haben sich vermindert, da die großen Geschäfte ihre Ltadtpvft mit Boten besorgen lassen, was wesent­lich billiger ist.

** Große Werte, kleine Marken. Von den deuttchen Briefmarken laben die klei neren Werte b:ß zu 1 Mark bekanntlich alle die- selbe vesthältnismäßig kleine Größe. Sie werden auch in Rallenform hergestellt, um in Porto­fon tvoll- unb Frankiermaschinen verwendet zu werden. Diese Größe wird auch bei den neuen Briefmarken bei behalten werden, um die vorban denen Vorrichtungen Wetter gebrauchen zu können. Bei den heutigen hohen Postgebühren kommt aber eine Verwendung in Rollenform auch für höhere Werte in Betracht. Bei d?n neuen Marken folllm deshalb die Marllverte bis 4 Aiark einschließlich in den Größer»abmeifungen der jetzigen Pfennig werte heraestellt werden. Erst für die Marken zu 5, 10 und etwa 20 Mk. will man ein größeres Format wählen. Jetzt sind schon bekanntlich die Marken von 1 Mk. an in einem größeren Format hcrgeftellt.

** Briefe nach dem Auslande. Bei den Postanstalten werden täalich sehr viele Briest sendungen nach dem Ausland eingeiiefert die un zureichend freigemacht stttd. Dies läßt darauf schließen, daß die Versender mit den hierfür geb tenden neuen Gebührensätzen wenig berrraut smd. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß für Briefe nach dem Freistaat Danzig, Luxem­burg dem Memelgebiet, Oesterreich, Ungarn, West­polen lden an Polen abgetretenen deutschen Ge­bieten» und nach der ersten Zone des Abstimmungs gebietst Schleswig die neuen Gebührensätze des inneren deutschen Verkehrs gelten. Nach dem übrigen Ausland sind die Gebühren für Briefe bis 20 Gr. auf 80 Ps. unb für jede weiteren 20 Gr auf 60 Pf. und die Gebühr für Postkarten auf 40 Pf. festgesetzt worden. Drucksachen, Waren proben und Geschäftspapiere nach anderen als den vorgenannten Ländern unterliegen einer Gebühr von 20 Pf. für je 50 Gr.; die Diindestgebühr beträgt für Warenproben 40 Pf. und für Ge schäftspapiere 80 Pf. Die Einschreibgebühr beträgt bei Briefsendungen nach den im vorstehenden be zeichneten Ländern 50 Pf., nach dem übrigen Ausland 80 Pf. Eine Uebersicht der neuen Ge bühren kann durck die Postanstalten zum Preise von 10 Pf. bezogen werden.

** Lichtspielhaus. Der mit großer Spannung erlvartete AbenteurerfilmTie ®bin­nen", 2. Teil,Das Brillantenfchiff", welcher be­reits vor einigen Wochen angekündigt war, kommt bestimmt ab heute Diontag zur Ausführung.

**Lichtspicle Seltersweg". Tie Direktion bittet uns, um Irrtümer zu Dvrmeiben, mitzuteilen, daß während den Sommermonaten die letzte Vorstellung täglich, auch Sonntags, um 9 Uhr beginnt. Zugleich läßt bte Direktion aus den FilmDämon der Welt", ein Fortsetzungs film in der Aufmachung wieDie Herrin der Welt", auftnerksam machen, der am 2. Juli be ginnt.

** Zur Förderung des Lichtsviel- wesenS auf dem Laude ist in Verbindung mit dem Verband d r pveutzi''chen Lmi^kr ist, den beider! gro en la dwirt cha t ichcn Genos en chasts- rerbänden, d m Landesöko.:aii.ie oL'egium un - an­deren z n'r len landwirtscha tlicken und ländlichen Körpcrfch^rsten unter Mitb.tteiligung d.s Landwirt- schafts- und Wohlfa'hrtsrni..sterlums beim Deut­schen Vercin für dicke Wollfthrts- und Heimatpflege als besondere Abteilung ein Länd­lich t s p i e l a u S s ch u tz ins Leben gerufen. Die Aufgaben dieses Ausschusses bestehen darin, Einzel- Personen, BeiLinen und Behörden auf 'dem Lande in allen Fragen ds Lichtspielwe'ens zu beraten, einer unwirtschaftlichen Z?rp.itterung entgegen- zuwirkeir unb zu verhindern, datz dem Lande minbciiPxT:igc VorsÜhrungen geboten rverden. Ne­len dem gut n Unierlfoltungsfilm soll pur allen Tin gen auch der Lel/rsttrn zu seinem Reck-t lvm- men, um erw?rseits die Vollsbilbung auf dem Lande zu fördern, anH.rerseils ter Landflucht und Landeittftemdung durch gute Unterchalttmg ent gegenzuarb ifou. Jrgend'.oelche par eipoli i'ch? Zwecke sind ausgeschlv sen, auch chä t der Land lichtfpie'aus'ckutz ftck von.jeder erwerbsgeschaft- lichen Tätigfeit fern.

3. Bürger:Ha, ha, da haben wir ihn, mit den Wahlen geht es erstlich nicht so rein zu, und dann ist die ganze Sache, mit Respekt zu sagen, sehr dumm. Da wird mancher zu einem Amt gewählt, wovon er gamichts versteht, wozu er nicht Verstand oder Redlichkeit genug hat. Man weiß nicht, ob man lachm ober wem.m soll."

Hartmann:Ich sehe wohl, ihr seyd noch nickt aufgeklärt genug, um die herrlichen Früchte des Freiheitsbaumes kosten zu Eöiin.n."

1. Bürger:Leider sinds nur Holzäpfel!"

Hartmann:Man wird euch zu eurem Glück zwingen müssen."

2. Bürger:So? Zwingen? Tas wollen wir sehen!"

Staudinger:Ihr werdet euer Glück ver- scherzen, und wenn ihr uns einmal aufbringt, so wird es euch schwer halten, wider den Stachel zu lecken."

2. Bürger:Weiß er was? wett Er dock fo ein großer Freund von Freiheit und Gleichheit ift, und also nicht wider den Stach?! zu leck n braucht, so gebe ick ihm die Freiheit, es da zu tun, wo wir uns alle gleich sind. Merke Er sich das, und wart Er erst, dis Ihm der Bart gewachsen ist, ehe Er mit Männern sprechm will!"

Staudinger:W?lche Rohheit! Nein, hier halt, ichs nick: aus .' Ich will gehen und eine Ode a-jf die Freihett drchten!" /