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Montag, W. Juni S20

|70. Jahrgang

Erstes Blatt

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GichenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oderhessen

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Dcutschseindriche Kttudaeburrgen in Belgien.

Köln, 14. Juni. Tie Köln. Ztg. fävetbt zur Regierimgr-krife: Lluch für die bürgerlichen Te- mvkraten, das soll nicht uerfannt werden, wrrc cs ein schwerer Entschlich, den feindlichen Bindern von der liberalen Neberrpartti imch einem so erbit­tert geführten Kampfe die £xrnb zu reichen. Könnte er ihnen nicht erleichtert werden, wenn die;e als die vom Wahlglück Bevorzugteren, ihnen die.vand entgegenstreckte und die Fehde beendigte wie Preu­ßen den Bruderkrieg mit Oesterreich? Wiodechtilt ist darauf hin gewiesen worden, daß pvogramma-- >tische Unterschiede zwischen den beiden Parteien , i*anm mit der Lupe zu entdecken seien" und von bem.- dogmaiisch-en ckZegrmfatz zwischen Temokrcttis-

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feit vollauf in Anspruch nahmen. Gewiß sind solche Gegensätze vorhanden, niemand, der die Geschichte des Parteiwesens kennt, wird sie leugnen; aber in der Neuzeit waren diese Gegensätze schon bei den Parteien der Monarchie so vnnvischt, daß sie höchstens noch als schärfere oder mildere Tonar sich.geltend machten, und als die Demokratische Partei sich austat, strömten die Massen ihr zu, weil sie es für selbstverständlich hielten, daß nun unter der Demokratie diese Partei das Sammel­becken des gesamten demokratisch-liberalen Bürger­tums sein werde. Es würde dem,Frieden, den wir fördern möchten, nicht dienlich sein, wollten mir hier unsere Ansicht darüber aussprcch'M, »veshalb sich diese Erwartungen nicht erfüllt haben, »veshalb die Deutsche Volkspartei den Demokraten den Wind aus den Segeln nehmen konnte; genug, daß jetzt vielfach dec Wunsch Laut wird, es möge eine Versöhnung zwi­schen den beidenGesinnungsverwand- ten zustande kommen. . . Tie Utnl>:ldunA in inv= ferm Parteiwesen ist noch nicht abgeschLolsen, und Fusionen wären keine Neuerung in der Geschichte der Parteien. Auch über den Namen, den man einem solchen lib ral-demo- kratischen Gebilde geben könnte, brauchte man sich den Kopf nicht zu zerbreäxeir; hat es doch _nt Spanien einmal eine Partei gegeben, die sich liberal-konservativ nannte! Wenn man über den Hund kommt, kommt man auch über den Schlvanz. Wir wissen nicht, wie sich die Füller der beiden Parteien zu einer solchen Anregung stellen, der­jenige aber, dem eine Vereinfachung uni eres letzt glüälich in 17 Gruppen zerklüfteten.Parleiweseirs wünschenswert erscheint, dürfte sie nick-t von vorn­herein von der Hand weisen.

leihe an Deutschland vorbereitet, beendet sind. Die Anleihe werde tu Geld 5 Milliarden Franks betragen und solle bis auf 15 Mil­liarden erhöht werden können. Weiter sollten. Deutschland große. Mengen Rohstoffe zur Ber- d von sügung gestellt werden. Der gesamte Kredit solle wu.huiMu,vh ^h|US .f.-.:. mit oer von Deutschland zu zahlenden Scha-

und Liberalismus, womit in den Anfängen densVergütung verrechnet werden. Haupt-

Russische Wahlgelder für Deutschland.

Basel, 11. Juni. Der kommunistische Mißerfolg bei den deutschen Reichs­tag sw a hl en hat, nach der Meldung eines Frankfurter Blattes, im Moskauer Zentral- svwjet zu stürmischen Szenen geführt, die soweit gingen, die Abberufung des bolschewistischen Vertreters in Berlin zu fordern, dem man zu Propagandazwecken 50 Millionen Rubel mitgegeben hatte.

versuche zur Regierungsbildung

Ci» vergeblicher Schritt Dr. Heinzes.

Berlin, 12. Juni. (Wolff.) Der Reichskanzler M ü l l e r hat heute dem Reichs­präsidenten den Auftrag zur Kabinettsbildung zurückgegeben. Der Reichspräsident hat nun­mehr den Vorsitzenden der Deutschen Volls­partei, Dr. Heinze, zu einer baldigen Be­sprechung zu sich gebeten. Dr. Heinze ist zur­zeit in Dresden.

Berlin, 13. Juni. (Wolff.) Der Reichs­präsident empfing beute vormittag den Abg. Dr. Heinze, den Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei, zu einer Besprechung und über­trug ihm im Laufe der Unterredung die Bildung des neuen Kabinetts. Dr. Heinze hat den Auftrag angenommen.

Berlin, 13. Juni. (WTB.) Der Reichskanzler Müller und der Abgeordnete Löbe haben heute abend dem Abgeordneten Dr. Heinze offiziell mitgeteilt, daß dieM eh r- heitssozialdemok raten nicht in der Lage seien, sich an einer durch den Hinzutritt dec Deutschen Volkspartei erweiterten Koalition zu beteili­gen. Der Abgeordnete Heinze hat darauf den Auftrag zur Bildung eines Kabinetts in die Hände des Reichspräsiden­ten zurückgelegt.

Berlin, 12. Juni. (Priv.-Tel.) Wie dieB. 3." meldet, sind die führenden Mit­glieder der D e u t s ch e n V o l k s p a r t e i zu­sammengetreten, um die Bedingungen zu for­mulieren für die Teilnahme an der Regie­r' u n g s k o a l i t i o n. Die Bedingungen wer­den am Montag der Fcaktionskonferenz vor­gelegt. Die Deutsche Bolkspartei fordert: Entpolitisierung des Auswärtigen Amtes und des Reichswirtschaftsministeriums, Stärkung der Rechte des Reichswirtschaftsrats, Aufhö­ren der Aemterbesetzung nach der Parteizuge­hörigkeit und Beschränkung der politischen Be- amtenftellen auf jene Verwaltungsstellen, die als unmittelbar politisch anzusehen sind. In Parteikreisen wird erklärt, daß die Fraktion für keinen von den eigenen führenden Politi­kern eine Ministerstelle fordert (was nicht aus­schließt, daß sie Minister aus der Fraktion stellt, wenn es verlangt werden sollte), und daß gegen Hermann Müller als Reichskanz­ler oder Minister des Aeußern unbedingter

Antwerpen, 12. Juni. (Wolff.) In Antwerpen wurde eine antideutsche Liga unter dem Ehrenvorsitz des Gouver­neurs, des Bürgermeisters und der beiden Generale der Festung gebildet. Sie führt den NamenVergessen wir es niemals!"

LautEtoile" findet am Sonntag eine Kundgebung gegen die Rückkehr der Deutschen nach Antwerpen statt.

Antwerpen, 14. Juni. (WTB.) In gewal­tigen Kundgebungen, an denen sich 30000 Per­sonen beteiligten, wurde gegen die Rückkehr der Deutschen protestiert. In einer Erklärung an den König werden die Befürchtungen der Mani­festanten dargelegt uno die Behörden gebeten, Maßnahmen zur Verhinderung einer neuen In­vasion zu ergreifen.

Das Wahlergebnis in Hessen Nassau.

Kassel, 13. Jmn. (WTB.) Bei der endgül- tigen amtlichen Feststellung des Ergebnisses im 21. Wahlkreis ergab sich, daß das Zentrum und die Mehrheitssozialdemokraten je einen Sitz mehr erhalten als bei der vorläufigen Ermittlung. Ter Zuwachs des Zentrums gleicht sich dadurch aus, daß für das Zentrum die Aussicht auf einen wei­teren Sitz durch die Wahlkr i.-Verbindung mit bcm 22. Wahlkreis Hessen-Darmstadt nunmehr entfällt. Der sozialdemokratische Getvinn von einem Sitz hingegen verschafft dem Schriftsteller Gustav Hoch in Hanau ein Mandat. Ten Deutschnationalen ist ein weiterer Sitz aus der Wahlkrei?verbindungj gesichert. Es entfallen also auf bi? Teutschnatto- nalen 2 Sitze, Deutsche Volkspartei 3 Sij'e, Zen­trum 3 Sitze, Demokraten 1 Sitz, MehrhettssoziaT demokraten 5 Sitze, Unabhängige 2 Sitze.

Widerstand geleistet werden würde.

Berlin, 13. Juni. Die sozialdemokratische Parteikonferenz führt? zu einer eingehenden Aus­sprache über die gesamte politische Lage und über das Ergebnis der Wahlen. Der wichtigste Beschluß war die Ablehnung einer Erweiterung der Koalition nach rechts hin und überhaupt jedes Zusammengel^ns mit den leiben Rechtspar­teien ober auch nur mit einer von diesen. Das Verhalten des Reichskanzlers Müller gegenüber den Unabhängigen wurde gebilligt.

Berlin, 14. Juni. In der gemeinfa'nte'it Sitzung des Parteivorstandes unb der Reichstags­fraktion der Mehrheitssozialisten kam, wie die Blätter berichten, einstimmig die lieber» zeugung zum Ausdruck, daß für die Partei die Be­teiligung. an einer Regierung, die Elemente der Rechtsparteien enthalte, ausgeschlossen sei. Wenn in der sozialbemiOlratischen Presse gesagt Warden ist, Parteien wie die d-eutschua!ionale »rollten Deutschland gegen die Arbeiter regieren, so bemerkt dieT e u t s ch e Tageszeitun g" die deutsch- nationale Bollspartei wisse nicht nur, daß in Deutschland nicht mehr gegen die Arbeiter regiert werden könne, sondern sie würde auch gar nicht gegen die Arbeiter regieren thronen, da sie fehr wohl wisse, daß die willige Mitwirkung der, Ar­beiterschaft nötig sei, um die deutsche Wirtschaft; wieder in Gang zu bringen.

In einem anderen rechtsstehenden Blatte nnro als bemerkenswert 'lxrvorge'hoben, daß die W er - aerung der Sozialdemokraten mit ber Deutschen Volkspartei zufemmenzuarbei­ten, von vornherein eine Einbeziehung der Deut­schen Bolkspartei in die Koalition grundfätzlich ablehne. Damit seien die Bcmülmngen be-5 Zen­trums, die Koalition durch eine Erweiterung nach rechts tron neuem auf dieBaifis einer tragfä'Öigcn Mehrheit zu stellen, gegenstandslos geworden.

Tie Reichstagsfraktion der Deut- scheu Vo l ks pa r t e i tritt fcute nachmittag rrn Reichstag zusammen. Gleichzeitig tagt die deutschnationale Fraktion. Tas Zen­trum berat am Tienstag trormittog. Tie De­mokraten werden am Mittwoch tagen. Wie einige Blätter sagen, wollen die Temiokraten erst die Stellungnahme des Zentrums abwarten.

Ein eigenartiger Vorschlag der Kölnische» Zeitung.

(Eine Note §ran?reid;s.

Paris, 13. Juni. (WTB.) LautJour­nal" richtete Millersnd an Deutschland eine Note, in der er gemäß Art. 205 des Versailler Ver­trages um genaue Auskünfte ersucht 'habe, um die Verwendung des Seekriegs in aterials kon- trvUxercn zu können. TasJournal" fügt hinzu, daß diese Bestimmungen wie alle anberen um­gangen worden feien.

Paris, 13. Juni. (WTB.) HavaS. Tie Wiedergutmach ungsko mmissivn ge­nehmigte das vorläufige Abüommen bezüglich der acht von Deutschland gelieferten und in englischen Häfen liegenden Cisdemenschiffe. Tanach fällt die Verwaltung von 17 000 Tonnen vorläufig an Frankreich, die von 12 000 Tonnen an Belgien unb von 9000 Tvrmen an Italien. Ta aber die deutsche Gesellschaft, der diese Schiffe gt'ftören, nur die Filiale einer gvofem ameriLmischeir Ge­sellschaft ist, hat sich die Regierung der Vereinig­ten «Staaten jeder Zuweisung widerietzt, fobmee die amerikanischen Interessen nicht geira'firt sind. Das Schiedsgericht wird später über die Eigen­tumsfrage entscheiden.

Die Vorkonferenz in Bonlogne.

Paris, 13. Juni. (WTB tz DemTemps" zu felge sttlht das Programm für die Konferenz zwi­schen Millerand und Lloyd George in Bvu» l o g n e im einzelnen noch nicht fest. Es 'heißt aber, daß sich die Brihandlunqen auf den Bericht der französischen und englischer» SachoerstÄrdigen stützen hrorben, den diese nach der Konferenz von Folkestone über die Festsetzung der deutschen Entschädigung ausgearbettet 'hoben.

Die internationale Anleihe für Teutschlaud.

Paris, 13. Juni. (Hollandsch Nienws- bureau.) Es verlautet, daß, die Beratungen der Alliierten-Kommifsion, die die internationale An­

der Parteiumbildungen die Scheidung» begründet I bebingung für diese Anleihe sei, daß die deut- wurde, ist es still geworden, feit bringende Gmen- sche Finanz- unb S teue r v e r w al tun g Worts- unb bittere Magensragen bie Ausmerkfam-snnter bie Aufsicht ber Berliner En- keit vollauf in Anspruch nahmen. Gewiß sind solche tentekommission gestellt werde.

Kiew von den Polen geräumt.

Warschau, 14. Juni. (WTB.) Der pol - nische Heeresbericht vorn 12. Ium meldet na.: In ber Ukraine haben sich unsere Truppen befehlsgemäß auf die neue Vertei­digungslinie zurückgezogen und begonnen, Kiew zu räumen. Die Brücken über den Dnjester wurden zerstört. Die Umgruppierung wurde in voller Ordnung vollzogen. Der Feind griff unsere Nachhuten an, wurde aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen.

Tendcnzmeldungcn über Rußland.

Tokio, 12. Juni. (WTB.) In Wladiloostok nrarbe ein Moskauer Funkspruch aufgesangen, wo­nach in Rußland die Gegenrevolution aus- gebrochen sei. Trotzki soll ermordet tvorben sein. Lenin befinde fich auf der Flucht. Eine neue Regierung soll sich unter Brussilow gebildet haben.

Paris, 14. Juni. (WTB.) Havas meldet, daß man in offiziellen Kreisen keine Kenntnis über bie gemetbete Gegenrevolution in Rußland erhalten habe. Andererseits gehe aus der Umfrage der Agentur Havas in den Jjieftgen offi­ziellen Kreisen Ijeröor, daß seit dem 11. Juni die französischen Funkstationen aus Moskau nur un­vollständige Telegramme erhalten haben. Am «Sonntag wurden unentzifferbare russische Funk- sprüche aufgefangen. *

Die Kämpfe in Albanien.

Rom, 12. Juni. (WTB.) Stef. TerEpvca" wird ans Valona gemcP.ict: In der Nacht vom 10 Juni griffet die Rebellen die Stadt an, wobei sie die Jtal!en am 6. Jmn ab.Tcnonrmencn Gesckütze und Maschinengewehre gebrmich'en. tote uähcrteii sich auf 800 Meter der Stadt, tourben aber burch einen Gegenangriff der Mp-m, zurück- g e s ch l a g e u imb Ließen 200 Tote mib eine Bot-

ttm die 5?opfslärke der dcut-chen Armee.

Berlin, 12. Juni. (WTB.) Nach einer ricber Mitteilung soll der Oberste Rat beabsich­tigen bas Ersuchen Deutchsands um eftie E r - Höhung seiner Armee auf 200000 Mann wiederum abzulehnen unb bagegen eine V e r- tärfung der deutschen Polizeitrupp?, gestatten. Wie dieDeutsck>e All-.T^meme Zeitung" hervorhebt, ist deutsck-erseits lediglich datum ge­beten worden, das Heer in seinem jetzigen Bestand über den 10. Juli hinaus erhallen zu dürfen. Die Bitte dürfte mit der Tatsache der Wahlen unb den Zuständen, die sie im Gefolge haben, begründet fein. Das Blatt erfährt, daß eine Antwort beS Obersten Rates auf oiefe Note noch nicht erfelgt fei. Tie Heeresstärke sollte einen ber wesentlichneti Verlaudlungspunkte der Konfereirz in Spaa bilben. Es fei nun abzuwarten, ob die Konfeferiz. ver­schoben und für welchen neuen Zeitpunkt sie dann anberaumt wird.

Erneute französische Ncbergriffe in Schlesien.

Glei Witz, 12. Ium. (Wolfs.) Heute vor­mittag 10 Uhr passierten mehrere sranzösisckx «Sol balcit lautObersch>lcsisck)em Wanderer" den Turn- pilatz am staatlichen GymnasiuNi. Mehrere, Gym­nasiasten unterhielten sich lachend über die auf­fällige Uniform ber schottifchen Soldaten Die Franzosen sprangen über den Zaun deS Turn­platzes und stachen mit den Seitengewehren auf btc hichlosen Schüler ein. Ein Oberprimaner und zwei Seluwdaner wurden f chw er verletzt. DerOber- primaner erhielt einen leLmsgefährtick-en Bauch- slich und kommt nach den Aussagen der Aerzte kaum mit dem .Leben davon. Die Verwundeten wurden in einem französischen Krankemragen nach dem stäbtisck;en KrcuikcnHause gebracht. Die Er­regung ber Bevölkerung ist ungeheuer.

Gl ei witz, 13. Juni. (WTB.) Die P le­tz isz i t ko m miss io n für Deutschland, Unter»' kommissariat für Gleiwitz, hat infolge der gestri­gen blutigen Vorgänge an bie amerikanische, eng­lische unb ita-ienische Botjchaft in Ber.in solvie an Die deutsche Regierung in Oppeln ein Pro­te st t e l e g r a m m gesandt, in dem sie dringend bittet, für die Entfernung der bisheri­ge n Besatzungstruppen Sorge zu tragen, da nur so dem oberschlesischen Volk bie ersehnte Ruhe gebracht werben könne. Die frawzvssi'che Be­hörde hat sich wegen der gestrigen Vorfälle bisher nickst entschuldigt. Der Schü'er Reh wurde in­zwischen operiert. Die Aerzte hoffen ihn am Leben

ferie auf dem Kampffeld zurück. Einige Albaner ->on Valoiia schossen hinterrücks auf die Truppen Etwa tausend mohammedaniiche Albaner »ouri-cn verhaftet unb das muselmanische Viertel geräumt.

Esiav Pafcha ermordet.

Paris, 13. Juni. (WTB.) Heute mittag kurz nach 1 Uhr gab ein 25j-ihriger Alba­ne se namens Aveni Rustan a :f E»s a d P a f (!) n, den ehemaligen Gouverneur A baniens unb jctzigui Vorsitzenben ber albauischeii Delegalioii in Pans, in dem Augenblick, als dieser das Hotel Continen­tal verließ, zwei Revolverschüsse ab. Esiad Pascha wurde g e t ö,t e t. Der Mörder wurde verhaftet. Er erklärte, baß er seine Laubsleute habe rächen »vollen für die Leiden, die ihneii Es» ab Pascha zugefügt habe.

öcm Heid)«.

Befchliisie des Neichsratcs.

Berlin, 12. Juni. (WTB.) In der heutige, öffentlichen Reichsrats sitzung wurde»» u. a. bie Aussührungsbestimmungen zum Beso l- bungsgesetz angenommen, wobei Bayern noch einige Vorbehalte machte, ebenso der umfangreiche EntUTurf von Aussühruiiglbestimmmigen zum Umsatzsteuergesetz. Der Antrag Preußenc-, die Staats- und Gerneindethoater von der Umsatz­steuer zu befreien, scheiterte an dem Einspruch des Finanzminißeriums. Steuerfreiheit gemeßen nur die vvn Staaten unb Gemeüiden nnterdalte-ne:i Tlieater, soweit die Entgelte hinter denen zurück- bleiben die die Pridatitttternetznei- iür gleich wertige Darbietungen erzielen. Die Pr ilxit tranken- Häuser wurden von der Heibergs^ier ausgenommen. Die Sanatorieii aber nicht.

Freisprechungen im Ruhrgebiet.

Münster i. W.,. 13. Juni. (Wolff.) Von 451 durch die außerordentlichen K r i e g s g e r i ch t e im Ruhrgebiet verurteilten Personen wurden Gnaden­gesuche eingereicht. Bisher wurden 141 dieser Ge­suche erledigt, und zwar hat der Reichspräsident in 115 Fällen von dem Begnadigungsrecht Ge­brauch gemacht, unb in 26 Fällen das Gesuch ab- gelehnt. Die Entscheidung über die übrigen Gna­dengesuche wird von dem Reichsjustizministerium mit aller Beschleunigung vorbereitet und fit bereits ebenfalls binnen kurzem zu erivarten.

Von den zahlreichen während der Unruhen im Ruhrgebiet verhafteten, im Sennelager und anderen Gesangenensammelstellen untergiebvachten Personen wurde inzwischen der größte Teil wieder auf freien Fuß gesetzt, f/hir bie gemeiner oder schwerer Vergehen Verdächtigen werben weiter in Haft behalten.

Aufhebung des Ausnahniezusty.ndes.

Berlin, 12. Juni. (Wolff.) Der Reichspräsident verfügte nunmehr auf An­trag der preußischen Regierung die Aufhe­bung des A u s n a h me z uft an d es im Ruhr gebiet. Die Verordnung wird vor­aussichtlich noch heute veröffentlicht werden. Als Tag des Inkrafttretens wird dec 17. Juni bezeichnet. Die Ablieferung der Waffen »vird hierdurch nicht berührt. Ferner hat der Reichs­präsident die Aushebung des Ausnahmezu< standes in Schlesien verfügt.

Eine ReiÄsgewerkfchaft der Eisenbahner.

Berlin, 12. Juni. (Wolff.) Eine Ver­sammlung von Vertretern aller Bcamten- gruppen der Reichseisenbahnen beschloß die Gründung einer einheitlichen R e i ch s g e- werkschaft deutscher Eisenbahnbe­amten und Anwärter. Die neue Ge­werkschaft umfaßt rund 300 000 Mitglieder, ist parteipolitisch neutral und steht auf dem Boden des uneingeschränkten Koalitions­rechtes.

Ausstand der städtischen Arbeiter in Düssel­dorf.

Düsseldorf, 13. Jmn. (Wolfs.) Die städtischen Arbeiter sind gestern nachmittag in den Ausstand getreten, da ihre Forderungen auf Bewilligung eines StunbenlohneS von 7 Mk. für die Gruppe 1, von 6,90 Mk. für bie Gruppe 2 und 6,80 Mk. für die Gruppe 3 von der Stadtver­waltung abgelehnt worden war. Von den städti­schen Betrieben kann einstweilen nur das Wasser­werk seine Tätigkeit aufrechterhalten, weil bie dort beschäftigten Arbeiter christlich organisiert sind, während das Gas- und Elektrizitätswerk den Be- ttieb einstellen mußten, so daß die Stadt ganz ohne Licht ist. Der Straßenbahnbetrieb ruht ebenfalls. Infolge des Streiks konnten auch die Zeitun- g e n nicht mehr erscheinen.

Aus fxfic«.

Die Eibablieftrung.

Darmstadt, 13. Juni. Gegen einen Erlaß des Justizmmisteriums an bie Amtsgerichte, ber einen Eingriff in bie Selbstänbi^si uu^tirröir'^* hängigkeit der Richter bedeute^ichiet sich eine Be­schwerde in einem hi sigon ^sat e. Danach hab' das Justizministerium anj/29. Mai, also kurz vor den Wahlen, einen Erlaß herausgegeben, in »velchem den Amtsgerichten empfohlen nnrb, vorerst unb bis auf weiteres feine Strafbefehle wegen rürf- ftäubiger Eierablieferung mehr zu evlaffet. Gründe seien nicht angegeben und wenn ber Rat auch gleichsam alsBefehl" zu betrachten fei, habe er doch auf Befolgung wohl nicht zu red)nett 1 Jfn ben weiteren Ausführungen wird die Ver­mutung ausgesprochen, daß der Erlaß politischen Hintergrund habe.