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GevSehtssaal.

Verwerftlng der Revision des Offizierftelloer treters Rein durch das Reichsgericht.

Leipzig, 14. Juni. Das Schwurgericht Gießen hatte den früheren Offizierstellvertreter Leonhard Rein am 8. März zum Tode ver­urteilt. Die von dem Angeklagten gegen das Todes­urteil eingelegte Revision enthielt lediglich eine Reihe prozessualer Beschwerden, die sich auf die Beeidigung ton Sachverständigen und Zeugen und dergleichen bezogen. Gerügt wurde auch, daß der Angeklagte nicht vom Militärgericht abgeurteilt ist. Aus den Akten ergab sich, daß gegen den Ange­klagten ein Verfahren vor dem Militärgericht noch nicht eröffnet worden war, als er aus dem Heere entlassen imb dec bürgerlichen Justiz überwiesen worden war. Das Reichsgericht hielt keine der erhobenen Rügen für beachtlich und verwart deshalb die Revision als unbegründet.

München, 12. Juni. (WTB.) In dem drittele Geiselmord Prozeß wurde das Urteil gefällt. Der Angeklagte Josef Walles Hauser wirrte wegen fortgesetzten Verbrechens des Abortes zum föj-bc und zrrr Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer verurteilt. Ter zweitt AngeklaKe Rotter wurde vo-n der Anklage des Mordes freigespvochen und wegen Beihilfe zum Hochverrat zu 7 Jckhven Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Während der Verlesung des Urteils erlitt Walleshauser einen schweren Nerven­anfall

forderlichen Export gesichert bleiben müsse, daß aber im übrigen Regierung, Handel und Industrie ehrlich und mit Energie au die Befriedigung! der Forderungen heran treten müssen, welche un­sere früheren Gegner aus Grund der Wiedergut­machungspa ragraphen des Friedensvertrages an uns stellen. In richtiger Würdigung dieses Er­fordernisses habe der Reichsverband der deutschen Industrie in Frankfurt a. M. eine Vermitt- lungsstelle ins Leben gerufen, welche der In­dustrie bei der Erlangung von Aufträgen behilf­lich sein soll. Weiterhin nahm der Verband! in der Versammlung abermals Stellung zu der die Industrie im Augenblick in so hbhem Maße be­schäftigenden Frage der Verordnung über die Aus fuhrab gaben vvm 17. April 1920. Nach eingehender Mssprache nahm die Versammlung eine an das Reichswirtschaftsminislerium gerich­tete Entschließung an, die darauf chinweist daß die Voraussetzungen, unter denen im vorigen Jahre die Zentralarbeitsgemeinschaft die Erhebung der sogenanntensozialen Abgaben" anregte, längst überholt sind infolge der gänzlich durch Steige­rung der Rohmaterialpreise, der Löhne, der Er- höhung der Betriebskosten und der Höherbewer­tung der deutschen Mark veränderten Verhält­nisse. Mit einer an den Wirtschaftsbeivat beim ReichswirtschaftSministerium gerichteten Denk­schrift wird der Verband die ablehnende Hal­tung der mitteldeutschen Industrie begründen. Dar­über ^hinaus stellt der Verband den Antrag, daß bei allen Jndustriegruppeu der Luxusindustrie und den Industrien, die für den inländischen rlvnsnm nicht unbedingt lebenswichtige Waren Herstellen, die Aussühr überhaupt frei gegeben wird.. Schließe lich enthalt die Entschließung eine energische Aus- sorderung, anstelle der unverantwortlich langsamen Bel-andlung der Antnäge auf Ausführbewilligung und Preisprüfung in Zukunft eine schleunige Er­ledigung durchzuführen, da bei der letzigen Honte hnbung die wirtschaftliche Gesundung, die nur durch eine Steigerung des Exportes zu erreichen ist, nun und nimmer eintreten kann.

Frankfurt a. M., 13. Juni. Der Magi­strat hat die Belohnung auf die Ermittlung des Feld die des, der am 6. Juni an der Goethe- ruhe den städttschen Feldschützen Strieger er schvß, von 2000 auf 3000 Mark erhöht.

= Frankfurt a. M., 13. Juni. Die Fu n ksp rnchstat i on der Hauptpost zur Ueber- mittlung von Handelsnachrichten jeder Art an die Handelskammer und deren Interessenten ist minmchr in vollem Betriebe. Jeden Morgen um 6.30 Uhr treffen die Meldungen int Hauptpost- gebüude ein und können nach Uebertragung und Vervielfältigung bereits um 9 Uhr den Handels­häusern usw. zur Verfügung gestellt werden. Neben dieser Einrichtung erhält die Handelskammer bis zum Herbst noch eine Station für drahtlose Tele- phonie.

nie. Frankfurt a. M., 12. Juni. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich int Monat Mai bedeutend verschlechtert. Die offenen Stellen gingen um 13 Prozent zurück. Es waren nur noch 882 gegen 1126 int Monat April. Die Erwerbslofensürsorge hat einen Zugang von 19 Prozent erfahren. Es wurden 1896 Männer und 189 Frauen unterstützt. Die Belastung der Er­werbslosenfürsorge ist deshalb auch ganz besonders stark, weil eine große Anzahl von Betrieben uv folge Arbeitsmangels nur beschränkt arbeiten konnte, wodurch neue Ausgaben für entgangenen Lohn notwendig wurden.

nie. Frankfurt«. M., 12. Juli. Der Streik der Kinoangestellten ist nach dreiwöchiger

Taner kläglich zusammengebrochen. Die Tbenter- besitzer haben jidj Arbeitskräfte von auswärts be­sorgt. Seit gestern spielen wieder sämtliche Kinos. Den alten Angestellten wurde gekündigt.

= Hachenburg, 13. Juni. In der Gemar­kung Gebhardshain sand man bei Feldarbeiten eine Urne, die mit vielen Silber münzen pri­mitiver Prägung^ gefüllt war. Di-e Münzen, die vermutlich dem 12. Jahrhundert entstammen, zeigen vielfach die Umschrift Henricus und Sancta Colonia und scheinen Kölner Ursprungs zu sein.

ha. Hanau, 14. Juni. Der Vorstand der hiesigen Schuhmacher-Zwangc-innung hat eine neue Berechnung für Schuhsohlerei und Re­paraturen herousgegebm, aus der sich eine Ermäßigung von 35 Prozent für die bisher gezahlten Preise ergibt. Der Aufnahme einer 18-Millionen-Anleihe der Stadt Hanau ist von den Stadtverordneten in nicht öffentlicher Sitzung Mgeslimmt worden. Rund 11000 000 Mark von der Anleihe sind für die Erweiterung des Elektrizitätswerkes im Anschluß an die Wasserkraftwerke der Mainstaustufen, etwa 1 OCO 000 Mark für Kleinhausbauten und 2000000 Mark für Herstellung einer Industriebahn für das städtische Gaswerk und die an den Zusuhrwcg an­grenzenden Privatbettiebe vorgesehen Der Rest soll für bereits ausgeführte Bauten, Grundstücks- erwerbungen usw. Verwendung finden.

== Nieder reifen berg, 13. Juni. Ein hiesiger Einwohner fügte am letzten Sonntag bei der Rei chs t agswa hl fernem Wahlzettel einen Zwanzigmarkschein bei mit dem kate­gorischen Imperativ: Eine Runde für den Wahl- Vorstand.

ge. Aus der Rhön, 12. Juni. In den Wäldern des Rhöngebirges wurden mehrere aus dem Meiningenschen stammende Wilderer bei Ausübung des Wildfreoels von dem Landwirt Zentgraf und seinem 15jährigen Sohne aus dem Dorfe Hausen überrascht. Die Wilderer feuerten auf Zentgraf und den Jungen eine Anzahl Schüsse ab, durch die der Junge getötet wurde. Der Vater konnte sich durch schleunige Flucht retten.

Ende eines Ganges, ist der Eingang zum Gesänge nis, zu beiden Seiten des Ganges türmen sich eintönige Wände auf. Kein Baum, kein Strauch,, ganz oben nur ein Stückchen Himmel; der Rah­men bildet die selbstverständliche Fortsetzung des Bildes. Aus dieser schlichten Darstellung Iprichl die ganze Oede, Schwere und Abgeschiedenheit. Bon demselben dieMadonna" (616) ist außer­ordentlich fein in der (Stimmung. Vielleicht bringt ein derartiges Beispiel dem Besucher als Aus­gangspunkt diese ganze Kunstrichtung näher, des­halb führe ich es an.

Mit diesen Ausführungen möchte utt zum Besuche der Ausstellung anvegen, trotz der Reiseerschwerungen. Eine solche geschloßene Vorführung von expressionisttschen Werken wird vielleicht nicht sobald wieder geboten. Deshalb sollte man nicht eine derartig bequeme Gelegenheit vorübergehen lassen, sich über den Entwicklungs­gang dieser Kunstbewegung zu informieren. L.

Turnen, Spiel und Sport.

Die Gießener Rudergesell-? ch a f t 1877 hat auf der cm 12. und 13. Ium 'tattgefunbenen Mainzer Regatta zwei b«- wütende Erfolge zu verzeichnen. Ihre akademtiche Vierer-Mannschaft (Eidmann, Breuning, Otto, Müller, Steuer: Bernhardt) schlug im Renne« um den Kaiserpreis in überlegener Weise ih» Gegner von beit Universitäten Bonn, Heidelberg und Karlsruhe. Ferner siegte Herr C. Jödt im. Großen Einer (Rheinpokal) nach spannendem Kampf mit 1 Länge gegen seine Gegner vor, Frankfurt, Mainz und Mannheim. Die G. N. G. hat mit diesem Rennen ihren 100, Sieg er­rungen.

Fechten. Bei dem am 13. Juni im Friedberg veranstalteten Bezirkswettfechten des Turngaues Hessen errangmi vvm Männer - Turnverein Gießen Edgar Vogel mit 241A> Punk­ten den 2. Preis, Willy Wendel mit 23x/2 Punkten den 3. Preis.

z. Grebenhain, 12. Juni. Hier hat sich ein Fußballklub gebildet, welcher gegentoärtig 16 Mitglieder zählt.

Deutscher Expressionismus Darmstadt.

Gießen, den 14. Juni 1920.

Unter diesem Titel brachten wir am Freitag vergangener Woche einen kurzen Bericht über die Eröffnung der expressionisttschen Ausft llung dcut- scher und auch ausländischer, namentlich französi­scher Künstler im städtischen Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhühe zu Darmstadt. Wenn in dem Berichte von feierlicher Eröffnung die Rede ist, so bedarf diese Note einer gewissen Einschrän­kung. Das Rednerpult stand in einer Ecke des Empfangraumes ohne Pflanzen- und Blumen­schmuck, die anwesenden Herren waren meist im Straßenanzuge erschienen, auch der die Ausstel­lung eröffnende Präsident der Darmstädter Se­zession, Herr Kasimir Edschmid, ging im hellen Jacketanzuge. Die Damen gaben dem Eröffnungs­akte allerdings eine gewisse feierlich' Note. Das Freie und UngezwiniAen: paßt ja auch zu der Aus­stellung, und Herr Edschmid konnte so auch un­gehemmt in seiner Eröffnungsrede seine Anschauun­gen zum Msdruck bringen. Tas hat er denn auch getan, er sprach frisch von der Leber weg. Daß nur Bilder von Künstlern expressionistischer Richtung ausgenommen wurden, ist zu begrüßen, aber auch gegeben, wenn der Beschauer einen verläßlichen, ungestörten Eindruck von dem Wirken, Wollen und der Entwicklung der Künstler dieser Richtung ge winnen soll. Daß alle eingereichten Werke der zu­gehörigen Künstler wahllos aufgenommen sind, will mir weniger glücklich erscheinen, wenn ich auch nicht verkenne, daß in der Abweisung der Pro­dukte mancher Kimstjünger eine gewisse Härte, gelegentlich auch eine Ungerechtigkeit liegen kann. Einige Studien dagegen erhöben nur den Reiz der Ausstellung, denn ans flüchtig bingeworfenen Ideen spricht das Wollen und Empfinden des .Künstlers oft viel unmittelbarer als aus fertigen Bildern.

Wenn der Vergleich geftattet ist, so möchte ich den Expressionismus in seiner Reinkultur, wie wir ihn hier in Gießen durch die Ausstellung des Münchener Sturms kennen lernten, dem politischen Kom­munismus an die Seite stellen. Natürlich sind bann auch die Abstufungön da, entsprechend den Unabhängigen, Mehrheitssozialisten unb Bürger­lichen. Die Bewegung ist sicher ans ihrer Zeit heraus geboren, hat, soweit sie künstlerisch bleibt, ihre Berechtigung. Man kann in der Bilder-, Zeichnungen- und Sknlptucenschau aber auch sckwn deutlich die Weiterentwicklung und Umwandlung wahmehmen. Der Sturm und Drang scheint im Abebben, das Bizarre unb Groteske, das Vulka­nische tritt mehr zurück. Das ist mir namentlich bei den vertretenen Franzosen ausgefallen, die, nebenbei bemerkt, nach dem Katalog aus der Galerie Alfred Flechtheim, Düsseldorf zur Ver­fügung gestellt sind. Erwähnt seien nur Braque^ Derain, Dufy, Marie Laurencin, Picasso, Henri Rousseau, dessen fein stilisierte Landschaft und Stilleben ganz in der Richtung der alten stilisti­schen Italiener liegen. Wer auch manche Deutsche haben schon eine erhebliche Umwandlung durch- gemacht, wie Hermann Georgi, Darmstadt, Alexander Kanoldt, München, Karl Hofer, Berlin, Paula Modersohn, Hcinr. Nauen, Brüggen, Kay H. Nebel, Darmstadt, Mar Schulze-Soelde, Hagen. Letzterer hat unter dem TitelDas Gefängnis in Lyon" (615 des Katalogs) ein schlichtes, unauf­fälliges Bild ausgestellt, das nicht in der Farbe das ganze Bild mit Rahmen ist in Braun ge­halten, sondern vielmehr in feiner konstruktiven Art außerordentlich zu dem aufmerksamen Be­schauer spricht. In der Mitte des Bildes, am

Vermischte».

Simmern, 14. Juni. Im Stadtrat verlas der Bürgermeister ein Schreiben eines Oberbahn­assistenten, in bem dieser im Namen vieler Eisen­bahner die Stadtverwaltung bittet, darauf hinwir­ken zu wollen, daß die Presseberichte über die Stadtratssitzungen alles voll und ganz wiedergeben, was in den Sitzungen verhan­delt wird. Dieses Ersuchen wird damit begründet^ daßbie Eisenbahnbeamten durch ihren Dienst ver­hindert feien, den Sitzungen als Zuhörer tettu- wohnen. Der Bürgermeister bemerkte hierzu, oatz die Stadt keine Presseberichte ausgebe, und es dem Pressevertreter doch wohl überlassen bleiben müsse, seine Berichterstattung so auszugeftalten, wie es in dem Rahmen einer kleinen Zeitung möglich fei. Die bisherige Berichterstattung sei als genügend unb zuverlässig anzuerkennen. Bei der stenographischen Wiedergabe liege übrigens die Gefahr nahe, daß sogenannte Fensterreden gehalten würden, dir einem gedeihlichen Fortschreileu der Beratungen nur hinderlich sein könnten. Die Stadtverordneten­versammlung schloß sich diesen Ausführungen art.

Oppeln, 13. Juni. Ein Automobil­omnibus der Linie Oppeüi-Proskau ist gestern nachmittag in Szipanowitz bei Oppeln infolge Vec sagens der Steuerung auf einer steil abfallen bst Straße gegen einen Baumstamm gerannt, die stellt- Böschung hinabgestürzt und hat feine 28 Insassen unter sich begraben. Etwa 12 Personen wür­ben schwer verletzt. Ein Tell dürste kaum mit dem Leben davon kommen.

Nieuwe Diep, 12. Juni. (WTB.) Nie derländische Telegraphenagentur. Tas englische SchleppbootBothwell" das den mit Satt peter beladenen DampferSanta Dhievest schleppte, ist auf der Höhe von Terschelling auf eine Mine gestoßen und gesunken, 16 Personen sind ertrunken.

Landkreis Gießen.

aa. Lungen, 14. Juni. Der in den 60er Jahren stehende, über 40 Jahre bei der Firma Aug. Schäfer, Hol-Handlung, als Fuhrmann be- schüfttgte Heinr. Würz von hier verunglückte im Walde. Beim Ausladen von schweren Stämmen traf ihn ein zurückrvllender Stamm so unglücklich im Rücken und an den Beinen, daß er schwere Verletzungen davontrug.

Kreis Alsfeld.

= Alsfeld, 13. Juni. Die hiesige Fleischerinnung nimmt zu der bevorstehen­den Fleiscbverteuerung das Wort und sucht nach­zuweifen, daß der Ob.'rh-sjische Viehhandels verband für ein Stück Großvieh zum Lebend­gewicht von 1000 Pfund nicht weniger als 266 Mark unb der Kom mim al verband 19 Mark er­halten. Dadurch würde jedes Pfund Fleisch um mehr als 60 Pf. verteuert. Die Innung fordert die sofortige Beseitigung des Verbandes.

Kreis Büdingen.

aa. Altenstadt, 14. Juni. Beim Aufsprin- gen auf einen ab fahr enden Zug geriet am Don­nerstag der 21jährige Arbeiter Phil. Schäfer aus Dberan unter die Räder. Es wurde ihm der linke Fuß halb und der kleine Finger der linken Hand abgefahren.

Kreis Lauterbach.

z. Grebenhain, 12. Juni. Der Landwirt Friedrich Usingcr von hier fällte im Laufe dieses Winters einen Eichenstamm von seltener Stärke, welcher in einer Länge von 7 Meter an­nähernd 3 Festmeter hielt, wovon noch eine Menge Oberholz übrig blieb. Der Stamm ist von einer Offenbacher Firma für den Preis von 3500 Mark angekauft worden und wurde im Laufe dieser Woche verladen.

Kreis Friedberg.

** B a d - N a u h e i m, 14. Jan. Das 4. S i n- foniekonzert des Kurorchesters findet am Dienstag den 15. Juni, abends 8V< Uhr, int Konzerthaus statt. BeethovensSiebente" seit einer ganzen Reche von Jahren hier nicht ge­spielt, bildet das Hauptwerk des Abends: sie steht am Anfang der Vortragsordnung. Solistisch sind am Konzert beteiligt: Fräulein Grete Bet­tung, eine junge Pianistin aus der Münchener Schule von Pcof. Schmidt-Lindner. Die Künst­lerin wird Robert Schumanns poesievvlles Kla­vierkonzert in A-Moll vortragen und der dem Kurorchester feit 1. Mai angehörende Konzert­meister Paul van Kempen, welcher Bruchs immer gern gehörtes Violinkonzert in G-Moll spielt. Der ebenfalls noch junge Künstler hat in den täglichen Konzerten des Kurorchesters bereits wiederholt Proben seines Talents abgelegt. Brahms Akademische Feswuvettüre für. Orchester schließt das Konzert wirkungsvoll ab. Die Leitung liegt in den Händen von Professor Hans Win­de r stein..

# Aus der Wetterau, 14. Jüni. Bei oen H en grasver steigerungen ivurden der 'lüormal morgen durchschnittlich mit 300600 Mk. bezckhtt. Tas schöne Sommerwetter der letzten Tage tescherte den Imkern, da die Stöcke in diesem Jahre sehr volkreich sind, ziemlich Schwarme. Mancher ergriff auch die Macht und Ibmtie von seinem Eigentümer nicht gefaßt wer- ^en. Bei Reichelsheim 'batte sich em Schwarm mien weggeworfenen Eimer zum Wbhnsitze ex= nMIt. Die kalten Nächte der verflossenen Woche Inachten Frostschäden an Bohnen und Guv- km, besionders in tieferen Lagen.

Starkenburg und Rheinhessen.

RMK. Darmstadt, 11. Juni. In der gestrigen Stadtverordneten sitzung tvnrde zunächst die neu eingetretene Freiin v. Biegeleben^ Sttstsdame, durch den Vorsitzenden Bürgermeister Müller durch Handschlag verpflichtet. Für Her­stellung einer AnzcklI von Nottvvhnnngen uni) Schulen wurden etwa 30000 Mk. bewilligt. Der Herberge ^ur Heimat, welche jetzt das Gasthaus zur Ludwigshalle in der Obergasse erworben hat und die 'hierdurch Platz und Gelegenheit hat, ihre Aufgaben in hellen lichten Räumen von ent­sprechender Ausdehnung 'wirklich zu erfüllen, wird als Beihülfe zur inneren Ausstattung durch die Stadt ein verzinsliches Darlehen von 50 000 Mk. «. Ter Reichsbund der Kriegsdeschädigtent die ihm bisher zur Verfügung gestellten; Räume sowie auf den jährlichen Znlchutz von 2000 Mark verzichtet, da er sich ans eigenen Mitteln ein Haus erwerben konnte. Der Antrag der Ver­waltung, den Betrag zu streichen, wird trotz der verzweifelten Ansttengung der USP.-Vertreter, den Betrag doch zu bewilligen, da die Mehrheit der Kriegsbeschädigten den Verzicht Ides Vorstandes nicht billigen könne, abgelehnt. Auch der von den Vertretern der USP. verteidigte Nntvag' des Inter­nationalen Bundes der Kriegsbeschädigten um Unterstützung der Angehörigen der Lazarettinsassen, sowie Stellung eines Burvaulokales' ,nsw. wird! abgelelwt, da nach Mitteilung des Bieigoordneteii Delp prinzipielle Gründe dagegen sprechen. Die Verlegung des Ortsgerichtes I nach dem städtischen Anwesen Waldsttaße 23 wird unter Bewilligung von etwa 18 000 Mk. Umbaukosten gutgeheißen. Zur Schaffung einer Benzolanlage im städtischen Gaswerk werden 175 000 Mk. bewilligt. Eine längere Mssprache veranlaßte bei der Frage der Kinberhilfe die jetzige Schulspeisung, die trotz der vorzüglichen Speisung durch die Quäker lange nicht ausrcicht, da festgestellt wurde, daß noch se'hr viele Kinder in gleicher Weise einer besseren Ernährung bedürfen.

rm. Hähnleinbei Zwingenberg, 13. Juni. Außerordentliche Verluste hat unser Ort durch die M a u 1- nn d K lau e n seu ch e zu erleiden. Außer zahlreichen Mhen und Rindern sind hier über 200 Ziegen der Seuche zum Opfer gefallen, was für den verhältnismäßig kleinen Ort einen unersetzlichen Schaden bedeutet.

Kreis Wetzlar.

= Wetzlar, 13. Juni. Ein tragisches Geschick lastet auf der Familie des Mühlenbesitzers N i s p e l in Sinkershausen. Der jüngere Sohn wurde beim Reiten von dem scheu gewordenen Pferde abgewor- fen und starb an den Folgen des Sturzes. Auf ähnliche Weise haben bereits der Vater und seine Tochter das Leben verloren.

wa. Wetzlar, 14. Juni. Das Reichsarbeits­ministerium hat nunmehr auch den zlwischen der Wirtschaftlühen Vereinigung Eaufm. und techn. Privcttangestellter und Beamten für Stadt und Kreis Wetzlar und den namentlich im Tarif­vertrag ausaeführten Firmen des Handelsvereins Wetzlar e. V. in Wetzlar am 30. Januar 1920 abgeschlossene Kollektivabkommen (Rahmenvertrags nebst Gehaltstarif zitt Regelung der Gehalts-' und Anstellungsbedingnngen der kaufmännischen An­gestellten des Kleinhandels und der offenen Laden­geschäfte für das Gebiet der Swdt und des Krei­ses Wetzlar für allgemein verbindlich erklärt.

Hessen-Nassau.

, x Frankfurt, 12. Juni, lieber die Be­teiligung der deutschen Industrie am Wieder­aufbau der zerstörten Gebiete, sprach der Leiter der Vermittlungsstelle des Neichsver- bandes der deutschen Industrie, Prof. Dr.-Jng. Quasebart, in einer Mitgliederversamm­lung des Verbandes Mitteldeutscher I ndu striel l er am 11. Juni d. Js. in Frank­furt a. M. Ter Redner ging aus von den ver­mutlichen Gedanken gängen der Gegenseite. Seine Ausführungen, mit denen er zunächst das fran­zösische Enttchädigungsgesetz erläuterte, gipfelten in der Erklärung, daß Deutschlands innere Wirt­schaft unb ein für die Lebensmittelversorgung er-

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