Schwerindustrie nahe. Die Reichsregierung Hochoerrat, das Streben nach der Raterrepublik muß Einschreiten gegen die Bersch'euderung unserer aber auch4n__. ^-nifeier war
Bodenschätze an ausländische Kapitalisten. Wann A^ustrzmmMr Blviick Sch»oar
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Ao; dem besetzten Gebiet,
ma. Rübesheim, 12. April.
ein Vertrauter Kapps und in der Pressestelle der Garde-Kavallerie-Schühendioision tätig. (Zuruf rechts: Was hat das mit den Rechtsparteien zu hm. Die kritiklose Ausnahme gewisser Notizen m die Blätter untergräbt die Disziplin in der Reichs-
leie l , 5 0 M a r k, und das in der Millionenstadt r)erl Berlin und trotz der hohen Transportkosten.
wehr!) Schluß 7»/» Uhr.
Nächste Sitzung morgen 1 Uhr: Fortsetzung.
Bodensu,-^ — ----------
kommt das Reichsbergwerksgesetz? Die Rcpublika- nisrerung der Reichswehr muß durchgeführt werden.
sind int Gange.
Tas Verhalten der Gießener Studentenschaft.
hernt d« on seiner
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uiammenarb i für steigendem Angebot eine Preissenkung ein. - Es ist eine uü- So kostete das Pfund Spinat 1,70 Mk., der lnptcn, daß die erste Kopfsalat 1—1,25 Mk., Hühnereie n
Aus dem <5tabt IT) enterb irrten. Nochmals jei ausdrücklich auf den Tanzabend E we Warr en hingewiesen. Ter anmutig*1» Mnst- lerin, die sich schon hier tn kleinerem Kreise unter großem Beifall gezeigt hat, geht ein vorzügliäser Rus voraus. ... eine bildhübsche Tänzerin, die ihre Kunst zum ersten Male in dec öodtfdjule für Musik zu Berlin zeigte. Sie brrngi ihr seelisches Empfinden immer voll krusck^r Anmut zum Ausdruck. Tas lustige Frvhe, etwas Groteske der Karnevalsszenen (Schumann) und der Hnmoresk: sind besonders reizvoll noch gesteig'rt durch originelle Kostüme. — ^>ehr gut in den Rahmen des Tanzabends wird sich das heitere Spiel tn 2 Anfzügm „Lob der Narrheit" von Reinhold Zenz einreihen, das ebenfalls bereits vor kleinerem Kreise mit lebhaftem Erfolg gegeben wockm ist und am Freitag auf der eigentlichen Bühn: sicher ferne scherzl-afte Wirkung nicht verstreu wird.
** Tas Fest der silbernen Loch zeit begehen morgen: Heinrich Stühbar und Frau Wilhelmine gäb. Pieh, Wolfstratze 16: Ludwig Weber und Frau Minna geb. Weiß, Wolf-
7 7 Heinrich Herz berger und Fran UJ>. Schäfer, Riegelpfad 24; Wilh. Nees und Frau Elisabeth grix Walbvtt, Bruchstraße 6.
** Der frühere Burenkommandant Koos Jooste sprach gestern abend im Auftrag der Jugendgruppe der Deutschen, Bolkspartei im Hotel Schütz über seine Erlebnisse in der Westfront vor dem Zusammenbruch „Gut" im landläufigen Sinne sprach Jooste nicht. Aber köstlich in seiner Art wirkte sein Burendeutsch. Wie selbstverständlich ergab es sich auch werm er vom eigentlichen Thema plötzlich einen Sprung nach Südafrika machte, ein Jugenderlebnis auskramte usw. Das Publikum, das am Schüsse mit seinem Beifall nicht kargte, spürte auch sofort, daß eine ganze Persönlichkeit am Podium stand.
** Nachtge st alten. Die Lichtspiele Seltersweg zeigen augenblicklich einen Film gleich« Namens nach den Motiven eines Romans vm Eleagabul Kuperus, der dir üblichen Filmdarbietungen weit übertrifft. Nicht so sehr durch die Bearbeitung des bekannten österreichischen Schrift- st^lers Karl Hans Strobl oder die zielbewußte Regie Richard Oswalds, als durch die mitwirkm- den Schauspielkräste, an der Spitze Paul Wegener, der in Thomas Bezug, dem reichsten Mann der Welt, eine glänzende Charakterfigur geschossen hot. Auch die übrigen Mitwirkenden sinh erste Schauspielkräste, u. a. Reinhard Schünzel, Conrad Beidt, Erna Movena, die Tänzerin Anita Berber sowie Erik Charell mit seinem Ballett. Ein Besuch dieses Films kann nur empfohlen werden.
Aus Statt unb Land.
Gießen, den 14. April 1920.
Beim Diebstahl erschossen.
Fortgesetzt wird das Kohlenlager des stadt. Elektrizitätswerkes beraubt.
Gestern abend gegen 9V$ Uhr wurden dort von einer Patrouille der SicherheitswaM zwei Personen beim Diebstahl betroffen, üic, als sie sich bemerkt sahen, die Flucht ergriffen. Da sie auf wiederholten Anruf nicht stehen blieben, gab einer der Sicherheitsleute mehrere Schüfjle in die Luft ab, die aber ihren Zweck verfehlten, da die Diebe weider liefen. Nun richtete der Sicherheitsmann die Waffe gegen die Flüchtigen und traf dabei einen so unglücklich, daß sein Tod alsbald eintrat.
Es handelt sich um den arbeitslosen Kar! Schaumburg aus Gießen, der seinen Unterhalt nur von Diebstählen fristete und selbst seinen Eltern das Bettzeug entwendete uitb veräußerte. Leider wurde auch noch eine ztveite unbeteiligte Person, welche in der Schußlinie, in der West-Anlage ging, von einer verirrten Kugel am Beine verletzt.
Nähere Untersuchungen des Sachverhal-
Auch unsere Arbeiter!
Reichskanzler Müller:
Wir haben andauernd daran gearbeitet, das Programm, das ich vor 14 Tagen ausfübrte, in die Tat umzusetzen. Binnen kurzem honen wrr Ihnen die Vorlagen vorzule-Mt, die ich cmgrkünbigt habe. Aber in 14 Tagen tömten diese im Reichs- vat und hier im Hause nicht erledigt werden. Wir haben mit der Gesamtheit der Alliierten verhandelt, daneben aber auch direkt mit der französischen Regierung, ebenso mit London und Rom. Ich habe keinen Zweifel, daß die Kommunisten seit langem auch im Ruhrgebiet etwas vorgehabt haben. Wenn der Kapp-Putsch nicht gekommen wäre, wäre es ein Kinderspiel gew.sen, mit ihnen fertig zu werden. Die bolschewistische Bew gung verfolge ich aufmerksam. Den Räuberhauptmann Hölz tann man keiner Partei anhängen. Die Regierung hat eingegrifsen, sobald die säch ische Regierung militärische Hilfe anforderte. (Lärm.) Wir verfolgen die Vorgänge in Pommern mtd in Schlesien sehr aufmerksam. Im Ruhrg^et könnten wir nach dem Wortlaut des Versailler Vertrages dann erst vorgehen, sobald wir die Ueberz ugung batten, daß die gesamte Bevölkerung es verlangte. Bis dahin mußten wir eine friedliche Entiprn- nnng versuchen. Tie Fristverlängerung erfolgte, weil die Frist von dem Kvmmandierew>m General zu kurz bemessen war. Tie Polizcirktvon mutzte tm Einvernehmen mit der Zivilreg^rung beurteilt werden. Severing war mit den un-eu Verhältnissen durchaus vertraut unb ist dort feit Langem tätig. Tie höchste vollziehende Gewalt ist jetzt überhiupt an die Oberprä idente» uM übcvg.'gingen. Dis Ruhrgebiet ist für uns und für Europa so ungeheuer wichtig, d.iß Minister Severing Hute recket ersprießliche Tätigllert dort nod> fortsetzen muß. Bei einem neuen reaktionären Putsch wird genau wie zuletzt der Genernlstvffk einjctzen. Eine s3tv= litärdiktatur ist in Deutschland unmöglich. Eine Nebenregierung, komme ft:. lvtst.er sie wolle, ist ebenso unmöglich. Tie Forderungen per Gw'rt- chafte» wurden uns von einer TeMillion vorgetragen, die unter Hinzuziehmig dks Ressortministers genau so empfangen wurde, ‘.ft* andere Deputationen. Einigen dieser Forderungen gegenüber mufiten wir uns ablehnend verhalten. Tie Gewcrkschast n nxnen damit auch nicht zufriedm. Ein Ultimatum ist uns nicht gestalt worden. Alle wichligei Entscheid »gen Les Kabinetts mb ohne Par.e.lücksichte i g fällt wurden. Aus dem G'lirt j iZbiid) der Ruhr haben wir dringende Bitten er» halte», auch von .Kommunen, von fühoendcn Jn-
tow Dr. Decker über die Angriffe des Herrn Mrich.
Abg Tr. Becker h.rl fdlgendes Schreiben an die „T arm st. Zt g." gerichtet:
,Lu meinem lelchaf en Bedauern wird mir erst letzt bekannt, daß nach dem Bericht in Nr. 70 Ihrer Zeitung Herr Staatspräschent' Ulrich in der Saalbaupersammlung vom 22. März lfd. Js. aOid) meine bescheidene Person in den Kreis seiner Betrachtungen gezogen und dabei folgendes gesagt hat: „Ter frühere hessische Finanzminister Dr. Becker gibt sich mit Kleinigkeiten nicht ab, er zur Schwerindustrie. Man spricht — halten Sie sich an den StüÜlen fest — von einem Jahres- einDommen von 200000 bis 250 000 Mark."
Ich bin nun zwar ebensowenig verpflichtet, über mein EinDmmen Auskunft zu geben, wie etwa Herr Staatspräsident Ulrich über das {einige, möchte aber doch, um derartigem Gerede ein für allemal die Spitze abzubrechen rmd neidvolle Gemüter etwas zu beruhigen, folgendes mitteilen: Ich, bin nicht etwa Mi'glied des Aufsichtsrates des in' Betracht kommenden Unternehmens, sondern trete in dessen Direktion ein, habe ihm also meine tzvlle Arbeitskraft zu widmen. Tas mir für diese meine Berufstätigkeit zugesicherte Einkommen ist nicht halb so hoch als das Gehalt, das nach der neuen Besoldmigsordnung ein Reichsminister erhalten wird, und auch meine Gesamtbezüge für jene BerufslätigLit bleiben noch sehr weit hinter den zukünftige» Gesamtbezügen eines Neichsnnnv- fters zuriiL Tie von Herrn Staatspräsidenten Ulrich, nricbergegebene Behauptung ist also
Kreis Büdingen.
y. Bad-Salzhausen, 13. Mril. Jnsvlgr Wegzugs unseres Gemeind^rechneis Eduard Schneider nach Borsdorf war die hiesige Stile eines Gemeinde''inu^hmers erledigt rooiben. Der Gemeindeamt wählte zu seinem Nachfolger Frau Anna Ko r e l l, Wwe., von hier. Unsere Gmiemde ist wohl die erste in Obexhessen, d-ie nun etnen weiblichen Gemeinderrchner hat.
Kreis Friedberg.
va. Friedberg, 12. April. Am tag nachmittag rückte das hiesige Reichswehr-Bataillon mit klingendem Spiele nach Butzbach ab, wo es vorläufig bleiben soll. Die Kaiserstraße war dicht mit Menschen gefüllt, die den Sckieidenden einen letzten Gruß zuwinken wollten. Nun ist Friedberg wieder ohne Garnison und wird es auch wohl bleiben. Ein schwacher Ersatz wird uns ja in der Abteilung Sicherheilswehrg» boten, die hier errichtet wird. Am 2. Oktok ber 1913 hielt das 3. Bataillon 168 seinen Einzug.
va. Friedberg, 13. Avril. Tie Umbau- arbeiten am alten Bahnhof schreiten rüstig vorwär!s. Tas in seinem frikl)eren Zustand wenig freundliche Gebäude wird 7 Familien in T rei-Zimmer-Wv lnrungen Unterkunft gewähren und nach seiner Fertigstellung einen besseren Eindruck 'hinterlassen. Gärtnerischee Anlagen werden das Ganze in einen "harmonischen Rahmen bringen. Tie Stadt IZrt auf diese Weise, wenn auch unter Ausbringung erheblicher Kosten, in vorbildlich prav tischer Weife wenigstens zu einem kleinen Teil der Wohnungsnot abgeholfen.
Pohlgöns, 12 April. Bei der gefangen Bürgermeislerwahl erhielt Wiltz. Spies 181 mit Konrad Kollmar IV. Iä2 stimmen.
Hessen-Nassau.
Englische Truppen in Dillenburg.
dz. Dillenburg, 13. April. Gestern nachmittag traf ein starker Transport Sicher- heik-swehr ein, die von den roten Truppen 18 englisch besetztes Gebiet gedrängt und dort von den Engländern entwaffnet worden rot» ren. Ein englisches Transport Kommando in Stärke von etwa 25 Mann gab den Deu^ schen das Geleit bis D i l l e n b u rg, und kehrten dann per Extrazug zurück!
= Walldorf, 13. April. Der 20iLH rige Arbeiter Hermann Becker brachte M in seiner Wohnung einen B a uchschuß bei und fuhr dann nach Frankfurt. Er starb wah renö der Fahrt im Zuge.
Frankfurt a. M., 13. April. Bei bei Niederlegung eines Schornsteingerüftes an* dem Gelände der Maschinenfabrik von Pv korny il Wittiekind stürzten heute mittag du beiden 35- und 38jährigen Schornsteinbauett Gebr. Heinrich und Wiegand Tauber am- Langen bzw. Arheiligen aus einer Höhe von etiwa 30 Metern ab. Beide erlitten neben- schweren S<l>ädelbrüchen gefährliche innen' Verletzungen und kamen sterbend tn das- städtische Krankenhaus. _ „ ’
mc. Frankfurt a. M., 12. April. Dil' ersten Spargeln wurden heute in reich lichem Angebot auf dem Frankfurter Markst' gehandelt. Man bezahlte 8.00 bis 10.00 M! pro Pfund, je nach Ware. Die Ware fam- trotz des enormen Preises Käufer. Im Ge-- gensatz hierzu sei festgestellt, daß in BerltN- Werder Spargeln schon für 3 Mk. angeboten wurden. _ ri
hl. Hünfeld, 13. April. Die Motorpoft-- linie durch das Rhöngebirge von -Lchmalmlc«u über Werns'hausen (Werrabah»)-Kolle»uori>lm5i nach Hünfeld soll am 1. Juni ds. Js. von bc: Reichspvstderwaltung wieder in Betrieb genommen
y Marburg, 13. April. Die Leiche ds seit 4 Wochen verschwundenen Studenten Oesec' wurde bd Dorlach ans der Lahn gelandet.
sailler Verträge war durch unseren Einmorich ui Pas neutrale Gebiet nicht verletzt. Teiitschlanb- sollte nicht zur Ruhe kommen. Sein Verbrechen besteht darin, daß es noch existiert. Tas befiKiien die heute veröffentlichten Richtlinien. Tie Rhem- länder lehne» den rheinischen Pufferstaat ab. In zivile Aktionen soll das Militär sich nicht ein- miscken. Aber wenn einmal militörijche Aktionen im Gange sind, bann sollte sich die zivile Behörde nicht einmischen, sonst gibt es auch her eine Nebenregierung. Herr Severing hat die besten Abrichten, aber gegen ferne Tätigkeit sind von meiner Partei in Westtalen schwere Bedenken laut geworden. Em einseitiges Hervortreten sozialbemotratischer Anschauungen in dem Borgern ber Rogiermig int Ruhr gebiet ber trägt sich nicht mit dem Geist der Koalition. (Hört, hort!) Tas Ruhrtzebiet darf nickt vom militärischen Schutz entblößt toerben. Tie Waffenabüesvrung muß stteng dmchgeiührt werden. Tie vvrgehrnde Truppe muß die nötigen Machtmittel lZiben, eventuell müssen besondere Kriegsgerichte mit zivilen Beisitzern errichtet wer> den. Tie stoa^liche Amvrität maß nach vechts und links ihre Pflicht tun. Ein weictziches Begnadb- gungsrecht rou.be die Waffen der Truppen ab- stumpfen. (Beifall.) Tie Reichswehr Hot sich iM Ruhrrevier große Verdienste erworben Sie ist neben der Verfassung die wichtigste Säule des Reiches. Meine .Kritik an der Koalitionsregierung entspringt ber glichen Absicht, diese Regierung zu stärken. Ter BorsDß Lechens bewegt sich m der Rickttmg der sozialdemokratisch organisierten Arbeiterschaft, im Staate eine Vveh.Trschast zu schaffen. Eine reine Arbeiterrvgierung lehnen wir ab.
Der Ausschuß der Gießener Studenten schäft richtete unterm 29. März d. I. an den Herrn Präsidenten des hessischn Landesamtes für das Bildungsw.seii, Dr. R. Strecker, Darmstadt, das folgende Schreiben:
Es hat große Teile der Studentenschaft mit Befremden erfüllt, daß von amtlichen Stellen zum Eintritt in die Zeitfreiwilligenverbände zur Abwehr der Roten Armee und zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung aufgefordert wird, während gleicyzeitig die hessische Regierung alles unterläßt, um die hinter iljr stehenden Parteien darüber aufzuklären, daß die Gießener Studenten- schast an einen gewaltsamen Umsturz der Verhältnisse nie gedacht hat und nie denkt, und daß die Regierung die Angriffe von allen Seiten, die sich gegen die Studentenschaft seit geraumer Zeit in starkem Maße mehven, noch unterstützt. (Siche Kammerverhandlung vom 16. März 1920.)
Die Regierung wird sich der Einsicht nicht verschließen können, daß das jetzige erneute Eintreten der Gießener Studentenschaft bei den Zeitfcei- willigensvrmationen doch wiederum im Interesse der Regierung liegt.
Wir müssen deshalb dringend insbesondere von dem Landesamte sür das Bildungswescn fordern, allen derartigen Gerüchten über gewaltsamen Umsturz, den angeb:üb die Studentenschaft plane, mit der größten Energie entgegenzutreten.
Für den Ausschuß:
gez. Zimmer, gez. Grünewald.
Daraus erging unterm 7KApril folgende Antwort:
Die Regierung nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die Gießener Student-.uschaft „an einen gewaltsamen Umsturz der Verba.tnifse nie gedacht hat und nie denkt". Diese Gesinnung der Studentenschaft besonders zu bescheinigen, kann aber nicht Sache der Regierung sein. Der Studentenschaft stel-en ja genug Mittel und Wege ofsen, ihre verfassungstreue Gesinnung durch Wort und Tat gegenüber al:en etwa vorhandenen Vorurteilen zweifelsfrei zu betunben. Geschieht das, so ist damit jede Rec,iLrungsbescheinigung Überflüssig; geschähe es nickst, wäre sie zwecklos. An bedauerlichen Vorkommnissen, die zu den besagten Vorurteilen führten, hat es leider nicht gefehlt. Die Regierung trifft eben alle Vorkehrungen, um künftig solchen Vorkommnissen — die sie weit entfernt ist zu verallgemeinern — nach Möglichkeit vorzubeugen. Wenn die Studentenschaft im Sinne ihrer obigen Erklärung dazu mithelfen will, so wird die Regierung das dankbar begrüßen. Verallgemeinernde Verurteilungen gegenüber der gesamten Studentenschaft zu irnteritü'xn, hat der Regierung stets um so mehr ferngel.gen, als sie ihrerseits erwartet, daß gerade aus der Lur künftigen Führerschaft im Volk berusenen akademischen Jugend neben anderen polftischn Ansichten auch diejenigen Heranwachfen sollen, die den ideal-sitt- Iid>en Gehalt des demokratisch-repubft'anischen Staatsgedonken in seiner ganzen Tiefe ersas en und als lebensnotwendige Vorau, setzung für die inn r- liche Versöhnmrg und für den außeven Wiederaufstieg unseres ungtücflidxm Volkes begreifen.
gez. Dr. Strecker.
Veranstaltungen.
Mittwoch, 14. April: Stcchttheater, 31/» Uhr Max und Mvritz. — Neue Aula, 8 Uhr, Literarische Gcsellschast, Vortragsabend Wa ter Blocm. — Zirkus Rudolfo, letzte Vorstellun;en, nachm. 4 Uhr und abends 8 Uhr. — Lichtspieltheater wie gestern. *
** Amtliche Personalnachrichten. Ter Reallehver an der Obrorvalschule in Greßcn , Heinrich Will, wurde zum Rrallehrer an d»m Realgymn-asium in Gießen ernannt.
** Ter j in Fe nbe Schmalzpreis. Ter „Mainzer Anzeiger" schreibt: Ter Pv:is für Schmol'. scheint sich weiter abzusclLvächen. Nachdem Mitte der Woche bernts 20,50 Mk. für reines Schnralz er erbt «oar, sank am Wochenende der Prundpveis im klein-n auf 20 Mk. Am bentigen Montag wird es bereits für 19 M t. ver kau ft.
** Fallende Preise — in Ber- lin. Wie aus den Marktberichten hervorgeht, ist auf dem Getreidemarkt ein wesentliches Nachlassen der Preise eingetreten. Auch in den Berliner Markthallen trat teilweise
buftricllen, nickst ein zu mar schirren. Der Einmarsch ohne zureichenden Grund würde uns auch indro- nationale Schwierigk.ilen ber’i'en. Wo keine Kampfhandlungen mehr ftatlfirtb.u, muß es doch auch ohne Standrecht abg<.^hen. Die auß^rortent- licben Kriegsgerichte werden vermehrt werden. Von einem wahllosen Begnadigungsrecht ist keine Rede. Tie fttitifen aus den SToeilcniber Kvalltionsparteren möchte ich nicht niissen, aber im Rahmen des Betrauens, das die Portern zu her Regieung haben müssen.
Abg Lattermann (D.-Natl.): Die gestrige Rede des Reichskanzlers war eine reine Wafst- agitationsrede, die nicht über den Parteien stand. (Beifall rechts. Lärm bei der Mehckheit.) Die Re- aierung steht vollkommen unter dem Joch der sozialdemokratischen Gewerkschaften, auch in dem Falle Hölz. Mft schönen Worlen hat der Reichskanzler gestern den französischen Militarismus angegriffen. Er hätte hinzufügen sotten: O, daß wir den bentschen Militarismus auch noch hätten, dann könnten wir uns dagegen mehren. (Rufe: Unerhört!)
ReichSwehrminister Geßler erklärt auf eine Bemerkung beS Vorredners, daß es nicht wahr ist. baß eine Aborbnung bayerischer Reichswehr nickst von der Regierung empfangen worden sein soll.
Reick>sjustizminister B l u n ck: Seitens aller Reichsstellen ist alles geschehen, um die Kappisten zur redlichen Verantwortung au ziehen. Der Minister wandte sich dann gegen die Deutsche Volks- Partei imb deren Haltung bei der Kappaffäre. Er verliest den Ausruf der Partei vom 13. Mörz. (Stürmische Zwisck»enrufe. Glocke des Präsiden'.en. Zuruf von rechts: Lügen!) Bei dem Redakteur Schnitzler ist am 13. März bei einer Haussuchung ein vollständiger Organisationsplan des Putsches aesnnden ioorben. Die weiteren Ausführungen des Ministers über die Vorgeschichte des Puksckres waren von andauerndem Lärm der Rechten unter» brodjen. Glocke des Präsidenten. Beifall, Lärm und Pfuirufe
Abg. Dr Most (D Vpt.) : Der Herr Minister
einem von der französischen VesatzungstruppC zur Lagerung von Munition benutzten Raum, hat sich eine Pulverexplosion ereignet Ein französischer Soldat war auf der Stelle tot, drei in der Nähe spielende Kinder trugen schwere Verletzungen davon. Zwei davon sind gestorben, am Aufkommen des dritten wird gezweifelt.
Deutsche Nationalversammlung. ;
160. Sitzung.
Berlin, 13. April. ■
Präsident Fehrenbach eröffnet dr: Sitzung l um 1.05 Uhr.
Auf ber Tagesordnung stehen zunächst An- ' fragen. _
Auf Anfrage des Abg. Mumm (D. NÜ.) wegen Abschaffung d.s Religionsunterrichts in Breme" ivird regierungsseitig gxurttrvrfet, daß < dieser Zustand mit dem Sinne der Rnchsverfassung nicht im Einklang stehe. Die Reg enmg hab' sich mit dem Brenuu Senat in Verbindung g'setzt. -
Auf Anfrage Dr. Bohme-Magdeburg (Dem.'- wegcn Handhabung des Sied:lw:g--gefetz.s in Preuße», wonach der pveußische Landwirt,chafts- minister fricht gewollt fei, 10 Prozent des Doma» enlondeS zur Deckung bestehmder Kleinbetriebe zur Verfügung zu stellen, wird vegierunyss-ntig geantwortet, daß, dies nickst zutreffend s>n.
Aus Anfrage des Abg. Mende (D. Vvt.) roc-jen unerhörter Zu:and: im Schulw'e i in Go hi wird regieruugS e;t;g geantwortet, daß auf Bn- ordnung des Reick)sPräsidenten ein Rnckfskvmmissar mit nxitgdKi'b.'en Vollmachten zur Prüfung unb Abstellung der Mißstände nach Gotha entl-mbt worden sei.
Auf Anfrage Frau Z i c tz (USP.) wegen Mißstände im Festungsgesangnis in Span au wild regierungsseitig genntarortet, daß bi’ Kör gen ber Beredstigung »rckst entbehren, daß jedoch von einer we'tgehn'irr. Vertan üng l icht gesprvcken toerb n kann. Berechtigt n Beschroe den werde abgeholse». Neue Hemde» würden ausg.’geben.
Aus Anfrage des Abg. B e u e r m a n n (D. V.) wegen des Schrellerrregiments ber Polen in Po en unb Weupr ußeu wird vegierungsseit g g antwortet, daß die Neichsregierung bauernd Vorstettungen erhoben habe und Entschädigungen gefordert habe. Bon Repressalien gegen Polen aus deutschem Gebiet sei bisher aus politischen Gründen abgesehen worden.
Auf Anfrage des Abg. L ö b e (S.) wegen Vorauszahlung der Gehaltsausbesserung ab 1. April wird regierungsseitig gemttroortet, daß die bis Ende März bewilligten erhöhten Teuerungszulagen weitergezalstt werden, ebenso die Kriegslfeihilfen.
Auf eine weitere Anfrage d s Abg. L ö be (S.) wegen Veröffentlichung des Standes der schwebenden Sch'ilo wird regierungsseitig geantwortet, daß diese Veröffent ichung monat ich er oljen soll.
Auf Anfrage Frau Röhl (S) wegen Verteuerung des Nähgarns wir) regierungeseitig geantwortet, daß, um wucherischer Ausbeutung vorzubeugen, der Kleinhandel überivacht wird und daß VerbandiungkN entbleitet sind, um Industrie und Handwerk nach Möglichkeit zu versorgen.
Auf Anfrage des ’2Cbg. Oberfohren (D.- Natl.) wegen llnterbringiiHg stellungsloser Seeleute der Hatst>elsmarine wird regierungsseitig geantwortet, daß in dieser Beziehung alles Mögliche geschehen sei. Sämtliche Reichsstellen hätten ihre Bereitwilligkeit erklärt, zur Abhilfe beizutragen.
Aus Anfrage des Abg. Sagawe (Zentr.) wegen plmimäßigen Ankaufs von Grufibstücken durch Ausländer wird regierungsseitig gcanttvortet, baß ein Gesetzentwurf über biese Materie demnächst dem Reichsrat zu gehen wirb.
Es folgt die Bespreck-ung ber Erklärung ber Regierung verbunden mit der ersten Beratung des Notttats.
Abg. v. Payer (Dem.) erklärt, seine Partei sei im allgemeinen mit der Regierungserklärung einverstanden. Wir begrüßen bte Zurückweisung jeder Art von Nebenregierung.
Abg. Huö (Soz): Bergarbeiter Und Eisenbahner waren gewillt, Ueberstunden zer machen. Di Mutschuld der offenen und geheimen Kappist.n mu immer roieber betont werden. Der Kapp Putsch fhatde ohne Wafsengewalt erstickt werden können, wenn die Fülwer ber Reichswehr der Mentalität der Bevölkerung besser Rechnung getragen hätten. 0n weiten Gebieten wurde das Bielefelder Ab- tommien von der Arbeiterschaft anerkannt, aber «wesühende Nachrichten, auch vom WTB, erreg len die Massen immer von neuem. Im o.bnam'te» Mürwest, wo keine genosienschafftiche Disziplin herrscht, im Gebiet der Gelben, ber Streikbrecher, der soqei'annten Kommunisten, entglitten oie Massen zuerst de» Händen ber Führer. ES ist das Verhängnis ber Unabhängigen, baß sw die Zusammen setzuirg jener Arbeiterschaft nicht beachtet hat. Die Nachrichten über die Neubildung einer Roten Armee sind mit größter Vorsicht aufzunehmen. Die


