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Nr. 8Z

Der Oietz««« Snjelntt erschein* täglich, außer Sonn» und Feiertags.

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Frankfurt a. M. U686

Mittwoch, U. April W20

Erstes Blatt

<70. Jahrgang

ax a Annahme von Anzeige»

Jrj W für die Tagesnummer dr»

idtensrllmcittcr sh VIIV llvl «l»lvWWV> WML fx^ wtz j)auptlchristleiter: Aug.

General-Anzeiger für Oberhesien MM v " s ff I Anzeigenteil, fj. Beck,

Druck und Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- unk» Stcindrntfcrel K. Lange. $d)riftfeitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. sämtlich in Gießen.

Die Einfuhrtonttolle.

In denMitteilungen aus dem ReirhSwirt- schafisministerium" (een 'mir:

ImReichsgrietzblatt" wird beiraiödflt bk .FZeroidnung über die Regelung bn: (SmfuÜTr rotn 16. Januar 1917" in ihrer neuen Fassung ver­öffentlicht nx-rbett. Dre neuen Abänderungen schaf- sen die Rechtsgrundlagen zur Schlretzung brr VödKr im Westen. Rord^m und Osten. Sie paffnr bk SBerorbirung an die veränderte Suchlag' an, rnie sie durch bte Besamung bcs linken Rhnnufers uru) der Abstim mungsgebiete geschafssnr ist.

Tie Bedeutung dieser ,^Löch^ besteht be­kanntlich Mrin, daß aus Anorbnrmg der alliierten Mächte an einzelnen Abschnuten brr R- ichszoll- grenze die .Kontrolle Wer bi? bcutschen (Sfn- uw> Aussulnverböte mit iixnugeii Ausnchiiien nicht ff?» hanbl)abt roerbeu bart. Bisher fltnrite tm BcnhanO- lungsivege ein befriedig mdes (Stgebnid nicht er» zielt werden. Zur 'Ikrlxitbenntq der ung<h?mmten Einruhr mit ihren für bas deutsche Wirtsclvistsleben geradezu ver'ee^nrdcn Wi. borgen blieb ba-iter als alleiniges Mittel, die Besolffung der deutschen Ern- fuhrvorichliften we> igsicns dort zu erzwingen, roo der Reichs p. kutivc teine Sckwanven gesetzt sind.

In Verwirk ichung bie'es Geb nlens ermög- lickt die neue Sk orsnung unter w?jentlicher Ver- schärfung der bi5.?enffen Strasvon'chriften den Zu­griff auf die uerbobSiminig cTngc)'dx>Ce:i'?n Warrn nicht nur wie biÄwr an der Grenze, lonbmi auch im Innern des Reichs. In Zubmst kimnen bal;er solche Waren in der S-anb jeden G'wahr am s- nchabers im Be'ixrllungswcge oh c Entschädigui'g für veZ ((en erklärt netten. Zur ilWlnircrung unlauter er Wadx nf dxften muß c d Berordnung sogar gru b äblich rückwirkende Duft cr.'.alten, fix- weit sie sich auf diefe VerfalttrLärung bezieht

Tie Rucklmrkimg ist allerdings wt Interesse des reellen Handels wesentlich abgesckävächt. Inner­halb einer Ausschluß^rist von drei Wochen beginn end mit dem Inkrafttreten bn Aussülmings-- bestimmungen körn auf Antrag eine Sreigab? erwirkt weiden. Tie Anträge sind für Warm, die im unbckblen Teutschbrnd la«nm, an ben Rcichöbeanfkragten für bk Ueb-rwackiung der Ein- imb Aus Ul,r von Be.lin, Verlängerte Qebnnann» sttaße 12, zu richten. Jur im beichten G'bftft lagernd. Waren ift der Dekgierte des Rcichsboaus- trag <n, für die Uebenvachung her Ein und Ausfuhr zu Kölu-Ehrc.tse.d, Nuhbaumstrahc 18, »uständig.

Die Freigabe erfolgt, wenn ber Eigentümer nachweist, das; btc War? bereits vor dem 6. Fe­bruar 1920 im Zollinland war. Die weitere Be bingung, bafj die Ware vor ihrer Freigabe nicht bereits für verfallen erklärt sein darf, war aus technischen und finanziellen Gründen notwendig für Waren, die nach Inkrafttreten der Verordnung vom besetzten in das unbesetzte Gebiet geleitet wer dm sollen. Solange daher die Anwenbrmg ber Der vrdnung im besetzten Gebiet no7o nicht gestattet ist und infolgedessen ctuc Kontrolle notgedrungen cinfhtvilcn am Eingang ins unbesetzte Gebiet statt - finden must, werden die rheinischen tzanbelskreise die Entscheidung auf ihren Freigabe aut rag abwar tm müssen, um jedes Risiko $u vermeiden.

Die Entscheidungen werden mit möglichster Be­schleunigung erfolgen. Die Freigabebesckeinigung für Warm, die vom besetzten in tzas unbesetzte Ge­biet verbracht werden sollen, wird durch Abstempe lung ber Besördermigspaviere erteilt. Es empfiehlt sich daher, diese nach Ausfüllung dem Antrag imb ben Beweisdokumenten beizufügen

Für das rechtsrheinische Deutschland wird die Verfallerklärung nicht eher erfolgen, als bis über die Freigabe entschieden ift. Gleichwol^ erscheint es zur Vermeidung von Irrtümern dringend wünscltenswert, nach ber Antragsftellung die Frei- gabene! Ic von jebem Eigentumswechkl zu benadr r übrigen. Sie wirb so in ben Stand gesetzt, sowohl den Erekutioorganen auf Anfragen zutref­fende Informationen zu erteilen, als auch die Frei­gabe-Entscheidungen richtig xu adressieren.

Don ber durch bte Verordnung gegebenen Möglickffeit, verbotswidrig eingesührte Waren auch im Innern des Landes für verfallen zu erklären, soll in ber Ueb^-rgangszeit beim Großhandel bis sum 15. Mai. beim Kleinhandel bis zum 15. Juli grundsätzlid) kein Gebrauch gemacht werden, es sei denn, das; zuverlässige Anhaltspunkte dasür vor­liegen, das; der Eigentümer bi$ Ware ofsensichtlich erst in der Zeit nach dem 6. Februar 1920 ein­geführt hat.

Die Bedeutung dieses Stichtages als Endzcit- punkt für eine Amnestieerteilung im Dege des oben geschilderten Freigabeverfahrens ist in der Tages- und ^adnireife schon seit FeslftelUmg dieses Tages den beteiligten Kreisen beFaitn(gegeben wor­den. Da innerhalb der obigen Zeiträume die Ware an die Abnehmer in ben meisten Fällen ungestört abgesetzt werden kann, so rotrb sich die Stellung Don Freigabeanträgen für die rechts­rheinischen .i)andelskreise in ber Regel erübrigen.

Das gleiche gilt für die Kaufmannschaft des linksrheinischen Gebiets vorausgesetzt, daß die Anwendung der Verordnung im besetzten Gtebiet durch die Hohe .Kommission genehmigt wird, wenn die Absicht nicht besteht, die Warrn im unbesetzten Gebiet abzu'cyen. Eine Erklärung dar­über ist zur Vereinfachung des Verfahrens bei bet Antragstellung dringend erwünscht. Zur Vermei­dung von Irrtümern sei daraus hingewie'en, daß auch zur Einfuhr sreiaegebene Waren grundsätzlich noch ber zentralen Bewirtschaftung unterliegen, d »b. gegen Entichäoigung von den jentrakn Bewirtschastungsstellen nach Maßgabe der bo- trefienbcn Zentralisationsoerordnungen übernom­men werden können. Soweit es sich bei diesen Waren um Kaffee, Tee, Kakao-Laib- unb-Fertig- 'adrikate lwndelt, bedarf es außerdem ber Ein­

fuhr genehm igung bet iuftänbigen Hamburger Wirt- schastsftelle zur Sictierung vor ben an bte Sonder- einfuhrverbote für Kolonialwaren geknüpften Strafsolgen iBerordnung vom 5. Mat 1919: Reichs-Gesetzbl. S. 458). Die Prüfung wird in wohlwollender Weise durch einen Bevollmächtigten bicKt Wtrtschaftsstelle erfolgen, der zu dem Dele­gierten des Reichsbeauftragten in Köln obgeocd- net ift.

Vie 5ranzo!enherrschast in Jranffutt.

Die Messe wird nicht gehindert.

Frankfurt a. M , 13. April. (Wolff.) Das M a m t erhielt von ber fra nzösischen Be­ tz u n g s be h ö r d e wogen der Abhaltung de^ zweiten Frankfurter Internationalen Messe die fol­gende Erklärung mit dem Ersuchen um Bekannt­gabe in ber Preise:Um den ruhigen Fortgang bes Frankfurter Wirtschastslebens zu gewährlciften, werden die französisdien Behörden ber DurdMb- rung imb bem Besuch der vom 2. bis 11. -sJ)iai ftattsindenden zweiten Frankfurter Intemationalett Messe und des internationalen Wirtscbaftskongref- fes keinerlei Linbernisse in ben Weg legen. Wenn für die AufrecltterHaltung von Ruhe und Ordnmrg weiterhin keine Befürd>tungen b.süehen, werden die Berkehrsvorschristen so geregelt werden, daß die Aussteller und Besucher der Messe, sowie die Teil- nebmer des Kongresses ans dein unbesetzten Deutschland und bem Auslande ohne irgendwelche Sd)»vierigkeiten nach FrMtkfurt reifen, sich dort aus- l-alten und aus dem befehlen Gebiet wieder aus­reisen können. Die Einzelheiten der Verkehrsbeftint- nrungen werben von den französischen Behörben techtzeing bcftniiügcgebm werden.

Oberste Verwaltungsbehörde: g<^. Deiwigtte, Oberst.

Dazu schreibt das Meßamt: Diese Mitteilung ber französischen Behörden deckt sich mit ber vom Meßamt bereits veröffentlichten Zusage ber fran­zösischen Behörden, die Abhaltung ber zweiten Frankfurter Internationalen Messe nicht zu be- hinbern. Es steht zu erwarten, baß Ein- und Aus­reise mit dem üblickien Rpisepaß werben bewirkt merben können. Das Meßamt hofft hierüber schon in ben nächsten Tagen weiteres veröffentlichen zu können.

Truppenverfchiebungen.

Frankfurt, 14. Aprl Die französischen Be'atzimgstruppen von Frcri furt nehmen geg-?n- ipäriig umfangreiche Ber änderun gen vor. Anstelle dr 40. InfantenebriTad' trifft in diesen Tagen die Brigade 11 aus Rane h nn. Tie Gamifonwechscl sind teilweis: schon ,m Gange.

Ter Patrouittenznsammenstoß bei Nreder-WdUstadt.

Zu dem gemeldeten Zusammenstoß zwi­schen einer deutschen und einer französischen Patrouille bei Nieder-Wöllftadt, dem der Leutnant Graf Kalnein zum Opfer fiel, erhält dieNeue Tagesztg." von einem1 Augenzeugen folgenden Bericht:

Am 7. 4. gegen 9 Uhr vormittags fuhr ich mit meinem Wagen nach Ober-Wöllstadt. An dem Eiienbahn--Diadult, welch?s direkt am Ausgang des Ortes liegt, stand eine französisch? Kaoallerie- patrouille in Stärke von 5 Mann. In höchst un­höflicher Weise wurde ich und mein Kutschn nebst Wagen eingehend reoioi?rt unb alF>mn meines Weges entlassen. Um y2ll Uhr führ ich aus Ober» Wöllstabt zurück und l>olte bie deutsche Pitromlle an der sogenannten Schnupvermühle *nn. Diese Patrouille bestaub aus 1 Offizier und 4 Mann. Ich hielt es für meine Pflicht, biesklbe auf die Situation in Nieber-Wöllwadt aufnu-rkfam zu madxm und warnte ben Offizier, Öerm Lmtncmt Graf Kalnein, nicht in die Falle hinein zu reitm. Anfangs wollte er Mstand davon nehmen, be­sann fidi bann jedoch anders und glaubt? mit ber französischen Patrouille verhandeln zu können. Ca. 100 Meter ritten tw 5 deutschm üteiter hin­ter meinem Wagen her. Als ich mit minem Wagni d?s Viadukt durchfahren hatte, fheg ich aus und schickte den Wagen mit dem Kutscher nach Öause. um genau dis Zusammentreffen aus nächste: Nähe etwa 10 bis 15 Meter beobacht.'n zu können. Tic Deutscken kamen in langs^unrm Schritt an geritten. Am Vi-adukt an gekommen, ritt der Offizier etwa 3 Meter vor und als erster durch das Viadukt. Stttum war er 3 Meter hindurch ge­ritten, während sich die übrigen ger^d? im Viaoutt befanden, da riet der rrmnösi'che Offizier, weld^r mit 5 Franzosen links und rechts an ber Eisen­bahn böschung lag, den DeutschenHalt" zu. Sofort hob Herr Leutnant Kiün. in ferne rnhte Hand hocki, wäl>rend er mit ber (üiten -ne Züg-?l festhielt. Er schien gerade ,'inige Wor:e .rus vredru zu wollen, als auch schon ein ffanzö-si'cher öolbat das Gewehr anlegte und aut die Mannschaffm losseuertc. Ties geschah, bevor van ben Deut­schen bie geringste Bewegung zur Fluckx aus- genrhrt wurde Bon einem Scheu'.n ber Pferbe war allo keine Rede, wie bi-? Zeitungen schrieben. Erst auf den ersten Schuß macken bie Mannschaldm febrt und darauf ber Cffi vr. Taraufhin haben bie Franzo en etwa 1012 Schuß abgegebm, wo­bei Graf Kalnein zweimal in den Rücken g'troffen wurde. Er lnclt sich noch schwer verwundet aur seinem Vst?rd? bis ;.uv Mühle vor Ob n-Wöllstabt. ??ach einer halben Stunde verlor t das Bewußt­sein unb starb auf bem Transport zwischen Ober- Wöllstadt unb Friedberg. Von den Deutschen würd' nicht ein einziger Sckmß abgegebm. Es war jeden- ßckls nicht ber geringste Anlaß acgebm nwrden, ter die Franzosen zu ihrem Vorgehm bewegen konnte.

Line Debatte im englischen Unterhaus.

Amsterdam, 13. Avril. (Wolff.) Einer Reutermeldlmg zufolge ertlärte Sonar Law im Unterbaufe auf die Frage, ob ein Protest an die deutsche Regierung bezüglich iti.tr fort* bauernt"en Verletzungen des Friedensver.rages ge- rickstel sei, das sei gerade eine Art von Fragen, bie nickt gestellt werden dürften. Tic Unterteile ber Frage könnten nicht besprochen werden, ohne die Gesamtirage zur Sprache zu bringen. Wenn diese Angelegenheit allein das britische Volk angeben würde, so wurde bte Regierung bereitwilligst eine Tebatte barüber atme tonen. Es fei möglich, daß der Lauf ber Ereignisse es wünschenswert machen werbe, im Unterhruse darüber zu debattieren. In diesem Falle würde bie Regierung dazu vollllommcn bereit fein.

Er glaube, daß die Behauvtamg, daßT e u t s ch- lanb mehr als 2 Millioncn Mann un­ter ben Waffen habe, vollko m men u n- begrünbet sei, unb hoffe, baß bie Retck>swehr unb die Baltikumtruppen bald aus dem Ruhrgebiet zurückgezogen würden.

LordRobert Cecil drückte fein Bedauern aus, daß bezüglich der Haltung ber britifd)en Re­gierung in der Frage des Bormarsches der fran­zösischen Truppen bv? Presse ffüch'.r unterridwet worden fei als das Parlament. Bonar Law er­widerte hierauf: Zwei ober brei Tage lang stellte bie Presse dem Lande nur eine Seite der Frage dar. Ta das Parlament keine Sitzungen abhielt, nrurbe es für rickstiggehalten, die Darlegung des britischen Standpunktes zu veröffentlichen. In Erwiderung einer Anfrage, ob die britifdic Regierung die Ab­sicht habe, die zwischen ihr unb ber französisctxm Regierung gewcchsel.en Noten zu veröfsentlidzm, antwortete Bonar Law, das l)inge nicht allem von ber britischen Regierung ab, sondern auch davon, ob die Bundesgenossen Englands mit der Ver- oifenliidniig eitmerftxmben sei n Bonar Law er härte außerdem, eine öffentliche Darlegung ber Tifferenzen im Parlament könnte als eine S'ritif an bet Lattung ber Bundesgenossen aufgefaßt wer­den und die Teuisckien zu der Ansicht bringen, baß leine vollkommene Ucbepeiuftimmung zwistlien ben Alliierten be.üsttch der Turchdtthtrnng des Ftiobc.ns- rertrages bestehe.

Mtllcrands Reise nach San Remo.

Paris, 13. April. (WTB.) Lwvas. Mille- ranb wird am Freitag Paris verlassen, um sich zur Konferenz nad> San Remo ju begeben. Er wirb u. a. von Marsd^all Foch begleitet sein, beffrn Anwesenheit nötig ist bei ber Diskussion militäri­scher Fragen hinsichtlich Deutschlands unb ber Türkei.

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Die Ablieferung des deutschen Kriegsmaterials.

Paris. 13. April. (WTB.) Gestern fand zwischen E'htur.hill imb Laferre eine wichtige Unter­redung fhati iber die technischen Mittel zur Aus­führung ber Bestimmungen des Versailler Ver­trages in Bezug auf die Ablieferung unb Zer­störung von Munition foroie bes deutschen Kriegs­materials, insbesondere das ber Artillerie. Ter Konferenz wohnte Viarsd»ll Foch bei. Es würbe eine völlige Einigung erzi.li über die grundlegenden Punkte und über bie Notwendigkeit, bie Zahl der französischen unb britischen Offiziere, die sich bei ber interalliierten KontralttomMission in Deutsch­land mit dieser Arbeit befassen, zu erhöhen.

Generalstreik in Irland.

Amsterdam, 13. April. (Wolff.) Einer Meldrmg d?sTelegraof" zufolge, verkündete der irische Gewerkschaftskongreß im Ver­ein mit ber irischen Arbeiterpartei als Protest gegen die Behandlung Her politischen (befangenen durch bie Englänber die allgemeine Ar­beitsniederlegung. Ausgenommen bavori sind allein bie Arbeiter in ben Zeitmrgsbetrieben, bas Personal der Telegraphenämter, bie Bäcker das Hospitalpersonal und alle bei ber Lebens­mittelversorgung unb bet Fütterung bes Viehes beschäftigten Arbeiter. Alle Betriebe und Verkehrs­mittel in Irland sollen unterbrochen werden, bis bie politischen Gefangenen in Freiheit gesetzt sinb.

Die Lage im Ruhrgebiet.

Essen, 13. April. (Wolff.) Die fünf Gifenbabneroerbänbe: Gew-tffchaftsbnnd de tscher Eis nbah b a?rtor, E>w rk chait deut chr Lokomotivfü'irer, Gewerffcha't deuffcher Rangiet- Eebi.n 'eter. 2U gemri er Eiseul>a(n r er. and unb bie Gewerkschaft deutscher Et>enbahner, die eme Arbeitsg meinschaft eingegangen find, erklärten in einer geitrigen Versammlung, wenn die Regierung dem Druck von links weiter nach.xve und das Industriegebiet wiedt schutzlos laste, müßten bie Eisenbahner zur eigenen Sich rheit unb für Den Westen Deutschlands zur Selbsthilfe greifen. Tie Arbeitsgemeinschaft wurde beauftragt, alles für den neuen Kampf vorzubev?iten, wenn die Vor­kommnisse der letzten Woche sich wiederholen soll­ten. Sebem Terror, ob von rechts ober links, solle energisch eitqegengetreten werden.

Münster, 13. April. (Wolff.) lieber^ bie Lage im Wuppertal wird von milftärifcher Seite berichtet: Tausende ehemaliger Rotgardi^.en sind ins Wupl^rtal und seine Umgebung geflüchtet unb warten Dort auf einen für ihre Zwecke günstigen Zeitpunkt. Es herrscht infolgebesen überall große Unsicherheit. Einbrüche, Bandenbiebstähle, Raub und Plünderungen find an der Tagesord­nung. Besonders frech benehmen sich einige Ban­den am Rand? ber Wuppen tädte. Sie überall en die Wäschereien und einzeln stehenden Häuser und Bauernaehöfte, um Wchche, Kleider, Lebensmittel und Geld zu erpressen. Das Raubgesindel ist teil*

lveise vornehm gekleidet imb oft nicht einmal ber deutschen spräche mächtig^ Audi in den Städten kommt es bisweilen zu Schiebereien mit den Rotgardisten. Die gesamte Büraerschaft und die überwiegende Mehrzahl der Arbeiter hat das ganze Treiben satt. Eine WHsfenabgabe hat im Wuppertal kaum stattgefunden; btc abgelieferten Waffen sind iinbraiid>bar. Zur Zeit werben zohl- tcicbc von den Roten Truppen reguiri rte Per­sonen- und Lastautos nach Lwttand verschoben.

Amsterdam, 13. April. (Wolfs) Euter Reutermclbung zufolge erklärte Bonar Law im IbiterlKtuic ferner, die britisckze Regieriuig habe die Mitteilung erhalten, daß hie deutschen Reichswehrtruppen bald aus dem Rulir* gebiet zurückgezogen würden.

Der Räuber Hvl^

Plauen, 13. April. (Wolff ) Die gestern abend verbreitete Meldung über bie Ausluferung (ber von Hölz erpreßten Mllliou stellt sich als ungewiß berauv. Das von lffölzjur Ablwlrrng des Geldes nach Plauen geschickte Äuwmobil ist IN er nicktt ein getroffen. Darauf wurden bie beibt-n Staffenbcamten ber Klingenthaler Zwc igstelle ber Dogtlänbischen Bank heute vormittag mit dem Weibe auf der Bahn nach Klingenthal grianbt, wür­ben aber in Oelsnitz von ber Reichswehr an* geleiten, öölj lxttte nun vormittags in Klingen tbal 15 bortige Bürger zu einer Versammlung in das Rathaus geloben. Er hält sie dort fest unb broht bis zum äusrersten gehen zu wollen, wenn er bas Geld nicht erhalte. Leute vormittag mürben burch Flieger von der sächsisd^en Regierung unter­zeichnete Flugblätter abgeworfen, bie bie Bevölke­rung über bie Grünbe bes Vorgehens ber Rteichs- weln? beruhigen sollen. Es itnro darin mitgetcilt, bie Reichswehr ivolle Derbinbem, baß Dölz feine DvoHungen mit Morb, Branb unb Plünderungen wahr machen kann.Richt gegen bv Arbeiter, sondern zu ihrem imb aller Schutz kämen bie Angehörigen der Reichswelw ins Vogtland. Darum bitte die Re­gierung, ihnen Vertrauen zu schenken und sie nach besten Kräften zu unterstützen.

O e l s n i tz, 13. April. (Wolff ) Unter klingen­dem Spiele zogen heute die Reichswehriruppen, von Dos kommend, kampflos ein Die öffentlichen Ge­bäude wurden sofort besetzt. Ä ö l - versuchte gestern in Begleitung dreier Genossen bei Bad Elster über die böhmische Grenze zu gelangen. Der Versuch mißlang.

Leipzig, 13. April. (WTB.) Ter Vefohls^ Haber des Wehrkreises, Gmeralteutnant v. DoIz - mann, teilt durch einen Aufruf an dv Bevöl­kerung des Bogtlandes mit, daß aus Ersuck»en der sächsischen Regstning- Reichsw hr beauftragt wurde, bie Mißwirt.'chist des Verbreck>'rs Völz zu beseitigen und die oerfasf-migsmäßiffm Zustände im Vogtlande wirixr herzustellm. Mit bieier Auf­gabe sei bi? Reichswehrbrigabe 29 unter Führung von Generalma or Scnift beauitragt wocden. Tfe militarischeii Maßnahmen ridrteten fid) allo nicht gegen die friedliebende Bevölkerung, die vvlm.chr von dem Terror und Räuberunwesen bifreit »Ver­ben solle.

Eine Kundgebung der Deuischnationalen Volkspartei.

Der Hauptvorstand der Deutschnationalen! Volksvartei hat auf seiner Tagung am 9. April nad) ausgiebiger Aussprache über die politische Lage folgende Erklärung einftimmig angenommen:

Der tzauvtvorstand der Deutschnationalen Vvlkspartei erhebt schärfsten Einspruch gegen den Vertragsbrüchigen Einmarsch unb das brutale Verhalten ber Franzosen. Er fordert bie Reichsregierung auf, das stiecht und bie Würde Deutschlands nackchrücklichst ju wahren.

Der .tzauptVorstand bet Teutichnationalen Volkspartei billigt bie Haltung, bie bie Partei­leitung zu ben Vorgängen vom 13. März ein­genommen hat Die Deutschnat.anale Vott^partei steht fest auf verfassungsmäßigem Boben und ver- urteüt jede gewaltsame Aend/rung und jede Beu­gung ber Verfassung. Auf bas fchäriue vrotestieren wir gegen btc verfassungswidrige Bewilligung riner politischen Vormachtstellung an bie Träger des Generalstreiks. Wir verlangen unbedingte Gleichberechtigung aller Berufe imb Bolkskr nie, wie sie bie Reichsverfassung seftsetzt. Wir erheben ferner schärfsten Einspruch aegen eine ungleich­mäßige Anwenbung des Recht- nach parteipoliti­schen Gesichtspuntten, durch bie Deutschlcmb den Eharakter eines Rechtsstaates verlieren wurde.

Tie Sckuld an ben bellagenswerien März- trorgängen trägt bie Mißwirtschaft unb bie ver- fasiungswidrige Politik ber Regierung. Durch bie urrrerantwortliche Aufforderung »um Generalstrcrk lot sie das Vaterland in neue schverfte Nöte und Kämpfe gestürzt unb ben Bolschewismus in Deutsch­land entfesselt.

Gegen tne Geßchr des Bolschewismus muß alles eingesetzt werden, was noch an Staats­gewalt unb an Gemeinsittn in TeuischLarrb vvr- hcmdc t ift Ten Reichswehrtruppen und fonftigen Sickeftheitsorganen, bie den ovfemnlligcn Ämnpf gegen ben roten Schrecken fuhren, gebührt ber Dank und bie tätige Anerkennung des ganzen Landes.

Um die verschiedenen Teile unteres Dolles wieder auf ben Boden friedlicher Arbeit zu^ammen- zuführen, sind wir bereit, mit allen zusammen­zuarbeiten, die guten Willens sind, am Wiedcr- autbau von Staat, Wirtschrft unb Gesell^chrft zu Hellen. Tas deutschnationale OrdnungsProgramm unb unter neues Partiftpvogramm wri en die Wege.

Mit blar.fem ScAlde gehen wir dem Wahl- tampf entgegen! Unser? Freunde im Lande bitten wir, in Lerirauen, 'desthloisenkst unb opferfreu­diger Hingabe alle Kraft einzusetzen. Damit ber OcutfänaTu/nalc Qiebanfie sich iicgxeid) durchsetzt zum Heile von Voll und 23atalanbl