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Hinterhalte findet, wo er sich über seine Kreaturen hinweg einem Menschen in die Arme wirft und!
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stand. Ter Menschenverächter Philips, der enttäuscht wird., weil er ewig mißtraut, der auch da
Vie ttartcffciversorgung.
rm. Darmstadt, 11. Nov. Tas Lander ernährungsamt gebt besannt, bafc die urspriw- lich nur bis zum 16. November ds. Js gültit Verordnung über den Kar pffclv rllehr V"M 26. £i loder, wonach die K' r e i s ä m t e r ermächtigt ttxn deil, Vorschriften ü er den Kar oss? verkehr zu erlassen, bis auf weiteres in Kraft bteibt
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o. Hungen, 11. N»>v. Es ist beobachtet worden inib « scheint aussäl ig, daß meistens zu der Zeit, wo in hiesiger Gegend Ein brücke torfamen, des nachts spät hier AutoS durch führen. Vi leicht wndet die Polijv-r diesen mehr Au> mcrksamkeit zu, es ist aber schwer, sie anzuhalten, da sie rasch fahren. Dckher ist es wohl ebenfalls schwer, die T-lete zu fassen; trenn die Polizei aut dm Bahnl-ö en nach gestohlenen Sachen fahndet, sind diese vielleicht laugst durch das Auto, das si--' an bestimmte Slelei augenommen hat, in Sickxnchett. Und viel eidjt freuen sich „charmlme Reisende" über die emsige Tätigkeit der Polizei.
Kreis Friedberg.
□ Friedberg. 11. Nov. Bor einigen Tagen erst toimten wir von hoch'?erzigen Gabni aiiswärliger Friedberger borichen imb heute sind wir sckion wieder in der Lage, von einem solchen Faste Kenntnis zu geben: ' re beiden Brüder Ernst und Louis Oppenheimer, S 'hne des hie i^n Rentners und langjährigen Stad verordneten Eduard Oppenheim-r, haben dem Bürgermeister Tr. Seyd fne ansehnliche Summe von 2 5 000 M k. zur Linderung der Kriegsnot überwiesen: auch das Museum und das Archiv sind mit einer Gabe von 600 Mk. bedach' Wochen.
□ Friedberg, 11. Nvv. Der von der CSnrno. Vereinigung Tür gestern abend im Saal- bau veranstel e e Luther-Abend erfreute sich eines äuß rst -ahlvichen Beluck"s. Der für ten Abend vorgesehene 'Tebner Pfarrer Berck von Mainz war am Erscheinen vorhin ert; in dan'ens- werler Wei e sp a.g Professor Belte vom hiesigen Pre)'g r'eminac für ihn ttn unb sprach über
Gießener Strafkammer.
Gießen, 9. November 1920.
Infolge Krankheit der Angeklagten und Zv rücknahme der Berusung fielen eine Anzch l 5cäa aus, so daß heute nur wenige Fälle zur Ber lung kamen.
Der in Wiesbaden geborene Fuhrmann ist ein rückfälliger Dieb. Ec hat i n April l. I. mit einem bereits abgeurteilten Genossen zu Vi 2 Schaflämmer aus einem G biute mitt.stZ Eir.- bruchs gestohlen. Er wird deshalb, tote früher Mittäter, zu einer Gefängnisstrafe von einem Iah! und 6 Monaten verurtoi t. D r Verurteilte hat 2 Monaten bereits in Wiesbaden 4 Lahor Zu Haus erhalten: aus den b.ioen gegen ihn » konnten Strafen muß noch eine Geiamtzuchhau? strafe gebildet worden.
Der Metzger R. war angoklagt Schleichhandels und Vorna.me eil botenen Schlaclstung. Er soll eine Kuh zur . Veräußerung mit Gewinn ang kaust haben. 21 Kuh hat er dann geschachtet, ohne bi: erforbe liche Genehmigung eingeho.t und die Sch acht» der Bürgermeisterei angemeldet zu haben. 83 dem Schöffengericht Frichb rg ,berief er s:ch barcu: die Kuh sei nicht in sein Eigentum üborgegaige es sei mit dem früheren Eigentümer nur vercinva worden, daß er den Erlös für das vorknufte F'ei an ihn ab führe- im übrigen sei die .Ku) erhör und die Schlachtung nur eine Notsch achtung wesen. Das Schöffengericht hat den Angellag' freigesprochm. Auf Berufung der StaattannM schäft wird R. aber wegen SckfLttchhandels i drei Tagen Gefängnis und 1030 Mk. Geldstrai verurteilt. Das Berufungsgericht hielt ein regelrechten Ankauf und deSha.b Schleichhandel i vorliegend.
SBefjen schweren Diebstahls ftTcn vier Angeklagten R., N. IL, N. und F. Schotten uno Umgegend fotoi1 Sch. und der Km mann K. aus Laubach wegen Hehlern vor Ckri R. und N. haben sich an einem bieten 10 Meter tief in einen Keller hinabge assen dort Speck unb Würste gestohlen, wöihrmd N. . und F. oben standen und das DiebSgut an dr
das Thema „Luthers Religion und die bentffr Seele". Eingelch. et und s« ck/vs'en wurde ter Abend durcki Chöre der Seruuia, i'.en und be-- Männerckwrs ehemaliger Clorschüler.
Starkenburg und Rheinhessen.
, rm. Pfungstadt, 10. Nov. Zwcilnbsieb«, Laib Brot wurden tn den letzen Tagen bei Der, schieden en hiesigen Bäckereien weg.-.i M in b ec- gewicht bis zu 100 Gramm techlagcu'.hmt
rm. Gr.Mm stabt i. O., 11. Nop Aus bet Bahnstircke nach Wiebe sbach wurdo Heu e früh, Passieren des Leerzuges, auf dem Gtese die mittet entzwei ge-schnittene Leiche 'iner unbttann^-r FrauLNSperson anfgefunden. Der Oberkörper Iain den Bahngleisen, die Beine außerhalb Bis f»t war es nicht mög.ich, dwen Personalien festzustell
Hessen-Nassau.
Schwere Bahndiebstähle.
fb. Frankfurt a. M., 11. Rov. Die mrn al Polizei verlwftete heute ein im fjie’iict Güterbahnbose stationiert s Zugpersonal, bestehen aus zw.n Zugführern unb vi?r Scl>afch r i, fortgesetzter s chwerer Eifenbahnbieb stähle. Die gestohl nrn Waren wu den, soweit fb von den Dieben nicht tereitS verkan t waren, m einem Auto aus den Woh-nungm ber B.'teiligt-i geholt. Die Hauptanführer dieser Ränberband waren die Zugführer Holzhauer aus Kreumacl, Dahm aus Frankfurt a. M., s-rner wa"en b t i i der 29jähri7e Schaffner Valentin Hörnerte, be, 3-ljährige Schaffner Sebastian Kalt r, der 2gLhr Schaffner Georg Hamm unb der 43jälrrig: ner Wilhelm Marbach. Holzhauer sah währn! der Fahrt in, den Nachtzügen die Frachtbriei, nach und bezeichnet? diejenigen Kollis, die ik>i als brauchbares Diebesgut erfchienen. Die Pokl, wurden bann in den Packwagen g schifft, g^östr« und ber Inhalt vert i t. Holzhau r selbst erhick dabei den Löwenanteil. In den Wohnungen be Verhafteten sand man ganze Waren.'a-er gesteh lener Damentaschm, Mäntel, Stiesel, Söffe', $v brnsmittel uff. Das gesamt: Personal ist der (zifen lahndirektion Mainz unterstellt.
Veranstaltungen.
Freitag: Stabil bratet, 7 Uhr, „Die der- sunkene Glocke". — Casö Leib, 8 Uhr, Konzert unb Vorstellung der Medick-Meidinger. — B-otshans, 8V2 Uhr, Genial Versammlung des Vereins Ruder« spott. — Lichtspielhaus, „Der Henker von Sankt Marten" und „Pros. Rehbein radelt". — Lichtspiele, Seltersweg, „Die Rach? d?s Mexikaners" iunb „Hoppla, Herr Lehrer".
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L. U. Landesuniversität. Die letzte feierliche Immatrikulation findet morgen, Samstag vormittags 11V» Uhr, pünktlich, im Großen Hörsaal der Universität statt.
** Personalnachrichten. Nach amtlicher Mi.reilung ttntrbe unter einfibrei irrt B - urlaubung in l'erne'in Am e als vor r g> über Rat im Landes amt für das Bib.'ungsrtmt für da 3 Vl dnngswesen mit W tkung« vom 1. De^eimber 19-0 der Oberfchulrat Th. Ritsert mit Wahrnehmung ber Dienstgeschäf e des aut Neu-m Ghmna ium zu Darmstadt fehlenden Tn.^ors Eoauitrc-fft.
** Protest versa mmlung der Schuhwarenhändler. Wie aus dem Anzeigenteil ersich-tlich, l^eranffatect ber Verein der Schuhivaren- händler, Oberk)essifche Ortsgruppe Gießen, am 15. November, nachmittaAs 2'/2 Uhr im Hotel G röscher zog von Hessen rin.' B-zrl's' und Prvlefte vetsammlutrg, wozu alle Schul-lvarenhändler aus Oberbessen, Hessen-Nassmi und Kreis Wetzlar eingeladen werden. In die'er Versammlung, soll ganz energisch Stellung, grnomwn und Pro eft erboten nteriien gegm bi? erneute, durchaus unberechtigte P r eistreiberei auf dem Häutemarkt, welckie auch eine Preiserhöhung Cer Schul-waren zur Folge hat. Es ergeht daher an alte Schuh- händler das dringende Er'ucki-en, in bietet B r- sammlung vollzählig zu erfd>ernen. Um allen Kollegen Gel^gi nheü zu geben, sich über die heutige Marktlage zu orten irren unb «kventtell ihren dringendsten Sdxtrf zn d.-chrn. ist mit die er Versamtn- lung eine Musteransstell^mg, verbmtoen, welche von 10 Uhr morgens an geöffnet ist.
** Innere Mission. Unter dem harten Truck ber Zeit leitet besonders schwrr bte „J,rnere Mission": Tas umfaf.enbfte Werk christlicher Lre- 6c§tä:i<ffett zur Rettung, Gefall'ner, Bewahrung Gefährdeter unb Stärkung Bedrängter. Ein Aus- hören oder auch nur Ernsck>r änken die'es vielgesegneten Di.mstes wückre zu der berei s vorhandenen Not neuen, matmigfadkn, unerträglichen Jammer berufen. Wie groß ter Notstand ter I. M. ist und wie ihin zu begegnen, werten Fachleute auf diesem Gebiet, der DiaZ.mistenhauspfarrer Hickel zu Darmstadt und Professor D. Dr. Schian nächsten Montag ahend 8 Uhr im erwärmten Konsirmandensaal der Johannes Ur che darlegen. Jelermann ist zu dreier Versammlung mit freiem Eintritt herzlich und dringend eingeladen.
** Das Iahresfest der ©tobt» rnissi 0 n Gießen wird nächsten Sonntag ab- gehalten. Stehe Anzeige.
** Freibank. Samstag, 13. November, werden von 1—3 Uhr die Nummern 2951 bis 3000 beliefert. •
** Kohl en zu teil ung an Haushaltungen. Tie Haush al ungska rt,' Nr. 3 wird zur Belieferung fre'g'gebeir mit 4 Zen ner Kvhlen, Koks oder Brauntiohlen in doppel er Menge. Hierbei föntten bis zu 2 Zentner Unioar-BriVetts bezogen werden.
** Tie Unterstützungssätze der Er- werbslosenfürsvrge sind aus dem Anzeigenteil zu ersehen.
** Besitzwe chsel. Verkauft wurde das Haus Krofdorfer Sttaße 30 für 50 000 Mk. an Ludwig Weber in Heuch lchim.
** Ter Turnverein von 1846 begeht morgen, Samstag, abend in seinen eigenen Räu
men (bei Oswaldsgarten) sein Winters e st. Neben Konzett, Theater und Tanz Inerten alle Abteilungen ihr turnerisches Können zeigen. Nur Mitglieder mit ihren Angehörigen haben Zutritt. Am Sonntagnachmittab findet ein Ausflug nach dem Pbilofophenwald statt.
Landkreis Gießen.
Bolksbochschnlc.
X Wieseck, 11. Nov. In ter gestrigen an Sitzungen des Vorstands unb erweiterten Vorstands unse.rr Volkshochschule sich anschließenden Ver-sammlung des Volks ho chschultereins wies ter Worsitzente Pfarrer Sattler auf ten angeblichen „Mißerfolg ter Volkshochschulen" im Hinblick auf Ausführungen der „Deutschen Bergwerks-Zeitung" und einen neueren Erlaß des preußischen Unter» richtsministers Harnisch hin und schoß nach Wür- digring von ArbSsührungen Ernst Heller's (Gie- fxn) über Volksbildung in der „Darmst. Ztg." mit einem ter hessi chen Fulwer dw BolkSbochsckmlbm?e- grmg Pfarrer Dr. K 0 ch (Langd) in tem Wunsche, daß wir hter immer mehr eine „lebensvoll'. VolkS- hoch'chule" tefommen. Das am 15. d. Mts., also 14 Tage früher wie das erste beginnend: zweite 'Senr.'fto -, mit Ente Anfang März, bietet wie imes sechs Kurse, von den jeder a le 14 Tage seine Fortsetzung findet; auch konnten die aetoobnten Wochen- rttente: Montag, Mittwoch und Freitag beibehal- ten werten. Jeder Vortragsabend bez. Arbnts- g.?meinschaft in tem von ter Gemeinde g'.heizten und betenaKeten Saale ter Schule in dw Gietzener Straße dauert von 8—V2IO Uhr. Festgelegt sind folgende Reihen: Erste Woche. 1. Montag, Lehrw Dr. Rein: Einige Kapitel aus ter physischen Erdkunde: 2. Mittwoch. Pfarrer Sattler: Fragen ter Erziehung: 3. Freilag, Schwester M. Nagel (Gießen): Krankerlpf'ege (für Frauen unb junge Mädchen). Zweite Woche. 4. Montag, Lehrer Dr. Rein: Volkstümliche Kunst: 5. Mittwoch, Lehrer Brau newell: Gang drrrch Schillers Gedichte: 6. Fveilag, Wendel (Gießen): Volkswirtschaftliche Grundbegriff, Deutsche Reichsverfassung. (Wentels Mitarbeit vermittelte die Liga zum Schutze ter deutschen Kultur.) Dr. Hans Werner von ter Gießener Volkshochschule wird in zwangloser Folge in etwa vier noch zu bestimmenden Slunten die im ersten Semester begonnene Reihe über Heimatkunde fortsetzen. Die ersten Stunden sind jedermann zugänglich unb liegen Listen zur Einzeichnung ter Tei nehmer in ihnen offen. Di' Hörer erhallen eine Ausweiskarte gegen eilte Einschreibegebühr von 1,50 Mk., die Gebühr für die Kurse 1—6 beträgt je 3,50 Mk., für Heimatkunde 2 Mk.: die Gebühren können in Raten bezahlt werten. Einem Kasse Vorrat von 63,25 Mk. stehen Schulten ton 746 Mk. gegenüber, en Rest von ten Beschaffungskosten unseres Lichtbilderapparats. Verschiedene Spenden, so vom Dcutschm Eisenbahnerverband (15 Mk) gingen ein. Bei ter ber» maligen Schwierigkeit in ter Lichtbilderbesck-afsung muß ter Erwerb eines EpiskopS ins Auge gefaßt h^ten. Der Beitritt zum Voikshochschulverein (Mindestbeitrag 2 Mk.) sieht auch je cm außesil>ttb frei: Anmeldungen 'unb Gaben werben vom Vorsitzenden entgegengenommen.
Karl Spitteler ist am 24. April 1845 in Li tat (in ter Schweiz) geboren, war sechs JÄ Redakteur unb lebt seit 1892 als freier Sacil stellet: auf'seinem Landsitz bet Luzern.
Spitteler begann mit einer schwerwiege Prosa-Dichtung „PvometheuS und Epimethen (2. Auflage in Jena 1906, 2 Bte.). Danach fo(® die „Extramunda (Leipzig 1883) unb eine Sari hing zatter unb formfeiner Gedich e ,.Schmente linge (Hamburg 1889). 1903—05 erschien Hauptwerk, das Epos „Olympischer F r L t i n g", das twtz mancher Einwände als eh ter mächtigsten Werke ter modernen Literatur >» erkannt wird. Danach folgte noch eine zM' lyrische Sammlung: „Glockenlieter" (Jena 1M „Die Mädchenfeinte", eine Kintergeschickte' (3®j 1907) und „Imago" (1906). Sein letztes ist eine vollständige Umarbeitting seiner dichtung, die 1910 in Jena zweibändig neu schien. Spitteler ist als ter gedankenreichste TM ter Gegenwart bezeichnet toorten.
Der Angestelltcutarif in Gießen.
Ter Tarifvertrag für die kaufm. unb techn. Angestellten bei dec Jüdustr e in ter Stadt Gießen wurde gelte n von tec Tarisschiedck|telle durch cnbgiltigen Scl-ntessp uch dahii. geiin.e t, taß Lehttiuge unb Angeste lte in de- er;teit drei Berufsjahren ab 1. 11. 20 — 20 Pro-., bie übrigen Angestellten 3 0 Pr 0 z. Z uschla g zu ten bisherigm Ge a'tssätze.l erhalten. <e..rlv ge und Angestellte, bie nicht rm Elternhaus Wohnung und Bcrlöstigung erhalten kömreu, lekommeu anstatt 20 30 Proz. Zu Mag. Die Zulage für Verheiratete ist aus 100 Mk. monat ich festgesetzt. Für bie Lehrlinge und Anre.eilte rm Groß- und ftX- inhautel sowie im Klemgeire.te mutz nochmals in einer a sbaldigen gerne nschist- lidvn Kvmmifivons s.tzung be.o.tberS betbaute.t werden.
Ans nnd Canb«
G ic ßen, den 12. Nov. 1920.
Geistcrspnk und kein Ende.
Die Geistettvelt der „Burg" ist in Anbetracht des Raumes, den wir ihr bereits zur Verfügung, gestellt haben,
sehr anspruchsvoll. Sie hält es für
notwendig, nochmals an unser Gerechtigkeitsgefühl zu appellieren, das selbstver
ständlich geneigt ist, die Geister auch in unserem Blatte zu Worte kommen zu lassen, wenn ihre „Manifestation" zur sachlichen „Aufklärung" dient. Bei unserer Beschwörung des Geisterspuks mußten wir notgedrungen eine Einschränkung machen und uns mit Teilbeweisen begnügen. Wir können uns den Luxus eines lückenlosen Nachweises der sämtlichen Hirngespinste der regsamen Burggemeiude in unserem Blatte nicht gestatten, sonst müßten wir eine Geister-Son- bernummer des Gießener Anzeigers herausgeben.
Immerhin glauben wir, unseren Lesern unser ehrliches Bemühen dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß wir nachstehend einen Brief des Burgältesten wiedergeben, der Gründer der Burg und auf Lebenszeit mit dem Amte des Burgältesten betraut ist. Wenn er hi einem langen, allgemeinen Her- ^enserguß das Kind, das er in die Welt gesetzt hat, zu entschuldigen sucht, so ist das tote bei alten Vätern begreiflich. Ton und Inhalt des Begleitschreibens, das wir unseren Lesern zur Kenntnis geben, genügen je- ^-»ch, die Geisterbewegung bei Tageslicht zu zeigen, so daß wir uns bie gleichgeartete, nur tu dreisten, unsachlichen Ausfällen sich ergehende „Berichttgung", die überhaupt nichts positives berichtigt, ersparen können. Der vom Burgältesten angedrohten Geisterrache sehen wir mit Fassung entgegen.
Griesstätt a. Inn, 6. Nov. 1920.
In Beilage finden Sie einige Zeilen, die Sie bitte in ber nächst erreichbaren Nummer Ihres Blattes erschünen lassen wollen.
Da ivohl auch Sie als Gesamtheit den Willen eines Angegriffenen verstehen werden, seine Sache nicht in einem schlechten Lickite zu sehen, wird ter Aufnahme wohl nichts entgegen stehen?
Meine Worte sind vielleicht etwas schroff ausgefallen, können aber leitet nicht andere sein. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil.
Sie erhalten mit gleicher Post einige Probenummern unseres Buntesorgans nebst ten Satzungen. Dankbar wären wir Ihnen nun, wenn Sie dieselben objektiv besprechen würden. Sie leisten nicht nur uns, sondern manchen Ihrer Leser auch damit einen Dienst (ohne zu sprechen von der Pflicht, die verlangt, eine unklar gemachte Sache so rasch es geht, wieder zu klären), denn sehr viele Ihrer Leser dürsten auch Mitglied unseres Buntes sein.
Sollten Sie nicht geneigt sein, die Berichtigung aufzunehmen, so gäbe es für uns leider nur zwei Wege:
Das Verlangen durch einen Rechtsanwalt (Pvesi'egesetz) oder aber bie Verbreitung unserer Berichtimng burch Maueranschlüge. In letzterem Falle sähen wir uns dann leider genötigt, bie Sache noch intensiver auszutenten. — Ein Weg dürste auch noch zu beschreiten sein: die Kritik ben einschlägigen Organisationen (hritn ter Herr Kritiker in einem Bern's verbände Mitglied ist, dürfte ihm dies nicht angenehm sein) vorzulegen. Da ich, als Schriftsteller, her selbst schon hunderte Vottrage für Z i'ungen besprach, weiß, wie am besten zur Verbrei'ung dieser „Kritik" gesorgt werden kann, dürfte dieser Weg ter sein, ter vielleicht am meisten baju beitragen würde, daß in Gießen in Zukunst objektirer geurteilt wirb. Leiter würde dies aber ante auf Ihr Blatt ein nickst be'vnckers gen les Licht werfen, nachdem die Kritik nicht als „Eingesandt" angemerft ist, man daher nur ter Ansicht sein kann, daß ter von ter Ortsgruppe eingeladene Ber- treter Ihres Blattes hier sich „torirrt" hat.
Es würde mich herzlich freuen, zu erfahren, daß Sie mein Wollen, das nur dem Streben für Klarheit auch in dieser Sacke entspringt, richtig verstanden haben, unb verbleibe ich emstweilen. Sie noch bitbenb, mir 5 Belegexemplare gegen Nachnahme s. Zt. zuzusenten
mit vorzüglicher Hochachtung Marirnilian Meyer in.
furt) Gelegenheit, sich noch mehr in die Herzen ter Zuhörer einzusingen, als dies bereits bei der Oberon-Arie ter Fall war. Den Beschluß bildete eine Suite aus Brzets „Earmai", j^nfalls ein begttißenswetter Ersatz für die so beliebten Opern-„Fantasien", bie nicht besser werten, wenn man sie „angereifte Stücke" nennt und die ben wahren Musikfreunb in ihrer Stillosigkeit oft geradezu schmerzlich berühren.
. Bezüglich ter Ausführung soll nicht ter schöne Ge'amteindruck durch feine Anstäicke herabgestimmt werten Gewiß, auch „Kritik" gäbe es hier zu üben, und über den Geschmack (hier Auffassung) läßt sich bekanntlich streiten, aber — alles in allem war es ein schöner Abend. Die Sängerin, bas staatliche Bad-Nauheimer Orchester mit seinen wenigen aber braven Streichern und den sich tadellos haltenden Bläsern unb seinem Leiter Karellmeister Willi Naue an ter Spitze können mit Genugtuung auf Keses Konzert zurück- blicken. Sie werten in Gießen stets gern gesehene Gäste sein. Also: ein voller Erfolg, und dies bamit auch für ben Stifter. . . . bt.
NodklpreiKttäfler.
Berlin, 11. Nov. (WTB.) Der Nobelpreis für Literatur, ber im vorigen Jahre nicht verteilt wurde, ist von der Ichwedischen Akademie dem schweizerischen Dichter Karl Spitteler zngeterlt worden. Den Preis dieses Jahws erhielt der norwegische Schriftsteller Knut Hans um.
. Stockholm, 11. Nov. (WTB.) Die Akademie ber Wissenschaft beschloß, den dies- ährigen Nobelpreis für Physik dem Direktor des internationalen Bureaus für Maße und Gewichte in Breteuil, Charles Eduard Guillaume, hi Anerkennung seiner Verdienste durch Entdeckung der Anomalien der Nickellegierungen zu erteilen.
Knut Hamsun ist am 4. April 1860 ji Gudbrandstal geboren. Die ärmlichen Verhällk'.i feines Vatechaufes veranlaß en ihn schon W 17 Jahren die Heimat zu verlassen. Als SchM junge machte er die Reife nach Amerika. Sc wechselte er mit wenig Glück seine StelluniK Ente ter 80er Hahre kehrte er toicter in H Heimat zurück und wurde von ter Zeitung .. tensgang" abermals nach Amerika geschickt. Iti gab ter inzwischen heimgekehtte Dich er ten man junger" heraus, dem vier Jahre W die Liebesgeschichte „Pan" folgte. Neben Ffeinrrti Dichtungen verfaßte Hamsun noch die Bücher,Ml fterien", „Redakteur Lynge" „Vittocia in n.n^ Zett,,Benoni", „Rosa", „Tie letzte Freute^', ter ihrer Zeit". Als Fünfzigjühttger nmrberbt vielgewantette Hamsun Landwirt im äußere Nörten Norwegens. 1916 erschien a'5 Frucht bs[t Jahre ter Roman „Die Stadt Segelfoß", K gleichen Jahre ter Roman „Segen ter Er deck
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bet nun völlig verbittert in unerbittlichstem Tog- matismuS Halt sucht. Dies waren die Höhepuntte des Stückes, bas auch durch rücksichtslose (burch die lange Spieldauer immerhin gerechtfertigte) Striche viel verlor, daS aber letzten Endes trotz allem Schillers Don Carlos blieb.
Und noch eine Gestalt ragte hervor, bie Prinzessin Eboli (Rose Ettka von Brandek). Manchmal zu hochdramat sch. verband sie doch die Schamhaftigkeit weiblichen LiebeswerbenS mit berechnender Schläue und echter Leidenschaft.
2&dber seien tervvrgehob-n: cie Königin (Else Koop^, ter Großinguisitior (Hem'z Bochsiein), bte die Cberbofmrite in (Auguste Marcks) und ©rat Lerma (Karl Volck). zz.
Konzert der Kuft« v Bock-Mufik-Ttiftuns.
Wenn es ter Zweck ber hochherzigen Stiftung Gustav Bocks war, Musikl>ungttgen von Zeit zu Zeit einen Freitisch zu bieten, so darf man nach tem Besuch des gestrigen Konzerts im Statetheater sagen: Der Zweck ist auf das beste erfüllt worden. Mit Ehren haben dabei beide Teile bestanden: die hungrigen Gäste und der gebefreudige Witt. Tie Zuhörer verhielten sich musterhaft und wurden nicht müde, jeder neuen Nummer ber Vottragsfolge reichen Beifall zu spenten. Tie Auswahl des Gebotenen war besonders für diesen Fall recht geschickt zu nennen und auch tont rein musikalischen Standpunkt aus beurteilt, lehr anerkennenswert. Ter viel zu selten gespielte V. L a ch n e r eröffnete mit ,,Marsch aus ter 1. Suite" ten Abend. Tie ewig jungfttsche „Oberon-Ouvertüre" bildete zusammen mit ter „Ozean-Arie" einen kleinen Ausschnitt aus Webers Over. Hierauf kam Roh. V 0 l k m a n n s „Serenade in T-Moll" für Stvttckinstrume:'te mit ob:t?.<t em (5e l"So 0 zu Motte, einem übrigens entzückenden Stück nachromantischer Kleinkunst. Nach ter Pause eröffnete wiederum eine Streichmusik, diesmal Mozarts „Kleine Nachtmusik" den Reigen. Lieder am Kla' vier von Schumann und Schubert gaben Konzertsängerin Elfriede Schneider (Frauk-
Eietzencr Staöttyeater.
Ton Carlos.
Gießen, 11. Nov.
„Zu Schillers Gebuttsiag", heißt es auf dem Theaterzettel, und dies klingt beinahe wie eine Entschuldigung, daß man dies Stüa im letzten Augenblick angesetzt hat und nicht genügend vorbereiten konnte. Dabei sollte gerate auf untere Klassiker die größte Sorgfalt verwendet werden. Wir haben ausgezeichnete Wiedergaben klassischer Wette in Gießen gesehen. Dieser Abend aber war in manch m Betracht unzuläng ich. Nicht nur, bafe einige Tarsttt ec neben tem Souffleur nur eine nebengeoronete Rolle spielten, die Rollenbesetzung selbft uxrr ungenügend. Auch darauf sollte gerate bei ter Wahl k a sischer Stücke das größte Gewicht gekgt werden, daß jete Gestalt einwandfrei toiebergegeben werten kann. Tas war zum min-- teften bei Domingo nicht der Fall. Auch ter Herzog Alba, Ton Carlos, selbst ter Marquis von Posa konnten nicht befriedigen und die etee Gestalt des Marquis wird vielen lungen Menschen, die sie nur aus dem Buchdrama kannten und liev- geroonnen hat en, eine Enttäuschung gewesen sein. Es kann nicht jeder Schauspieler jede Aufgabe lösen, und so ist ter Schauspieler nicht immer für fein Versagen verantwortlich zu machen. Schiller- sche Menichen haben in der Gesamtheit und auch im Einzeltypus ihr besonderes Gepräge, das man treffen muß, es sei denn, daß ein genialer Schauspieler unse.e Vorstellung einer bestimmten Gestalt durch Neuschösifung zwingend ettetzt.
Einer war ganz so, wie es ter Vorstellung entsprach: König Philipp (Adolf Teleky). Und so kam es, daß sich das Schwergewicht des Dramas tzu Ungunsten seiner Antagonisten verschob und ter Einsame auf tem Thron im Mittelpunkte
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