nur ihre Speisen zuverciten zu könne«, lz ist nur an die Ortsbürger (SdpttenS
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Die Hauptgewinne rer Spar-PrLimrn- An leihe.
Berlin, 10. April. (Wolff.) Die vier Hauptgewinne von je 1 Million Mark der Deutschen Spar-Prä in ien-An- leihe fielen in der Ziehung vom 27. Märzl auf die Gruppe 1415 Nr. 250 Reihe a—d, und die vier Hauptgewinne von je 500000 Mark auf die Gruppe 1605 Nr. 67 Reihe a—d. Die Millionengewinne wurden an das Publikum durch die Preußische Staatsbank, Diskontogesellschast, Dresdner Bank und Delbrück, Schickler u. Co. abgesetzt. Ein Treffer blieb in Berlin, während die drei anderen nackl den verschiedensten Gegenden Deutschlands fielen. Mit den vier Hauptgewinnen von je 500 000 Mark ist hauptsächlich Süddeutsch- land bedacht worden.
** Nidda, 10. April. In einem Alteisen« lager in Nidda sanden sich 2 schwere Meter- malzen im Gewicht von mehreren Zmtnern, di« von einer Frhr. v. Rickesel'schrn Besitzung im Vogelsberg gestohlen worden warm. Durch den Zufall konnte ein in dem Betrieb beschäftigter Arbeiter den einen dw Verkäufer noch namhaft machen, woraus er und seine Helfer m Wingers-- Hausen und Rudingshain fest genommen iverdm konnten.
Kreis Schotten. Protestversammlung gegen ungenügeiHe Holz- belicferung.
Schotten, 9. April. Gefterti od.ich fasid hier in der „Krone" eine tehr stark besuchte Pro- testversammlung gegen die von dw Regiermrg fest- gefthte, für den Vogelsbwg ganz ungenügende Holzrativrrierung statt. Bon derschi<denen Snten wurde festgestellt, daß kein: Haushaltung mü d m zugedachten Quantum (Vs Rm pro Kops der Haus- l>altung und Vs Rm für ein Stück Großvieh sRmo- vieh und Schweines) auskommen kann. Uucnt kann noch nicht einmal seine Mahlzeiten damit zubereiten, die Belieferungen für das Vieh reichen ebmsowenig aus. Die Vogelsberger Temperatur ist auch eine ganz andere wie in d:r Wetterau oder sogar Bergstraße. Wie Bonn man den Bogelsb.rg in Bezug auf Belieferung von Holz geradeso behandeln wie bevorzugte Gegmden. Das ist ein Urrding, wie das ganze Rattonierungsgesetz. Kohlen sind in sehr geringen Mengen im vorrgm Winter geliefert worden, die Holzvorräte sind daher im vergangenen Winter vvllnä .dig ausgebraucht wor- den. Viele Familien stehm ratlos da, sie haben nichts zu brennen, triefe, darunter vermögende l'e.itc, haben sich Leseholzschnne ausstellen lasen müssen und suchen dürvcs Holz, Spähne usw. im
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Wald, um nur ihre Speisen xuberciten zu könne«. Das Losholz ist nur an die Ortsbürger Schottens geliefert worden, wer nicht Ortsbürgw ist, bekommt dies Losholz nicht; auch die Beamten, die mehr als 1000 Mk. Einkommen haben, erhalten kein Losholz. Tic Rationierung ist noch uch durchgeführt, daher hat ein großer Teil Schott«; kein Brenn^ilz und auch feine Kohlen, und wann er es bekommen wird, darüber wußt: selbst Bürgermeister Menget, der die hiesigen Verhältnisse schilderte und auch die Auslobung der Rationierung beim Ministerium beantragt' hat, Beute Auskunft
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g, 12. April: Stadttheater, 7 Uhr: Hermelin. — Zirkus Rudolso, 8 Iutt, e Sportvorstellung. — Lichtspielthoater wie
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** Das Fest der stlbernen Hochzert eiern am 13. April die Eheleute Wilhelm Decher »mb Frau Katharina geb. Rau, Braugasse 2.
** Fe st genommen wurde ein hier zu- geveister Mann, welcher im Besitz von einer größeren Anzahl Vorhänge (Stores) und Tischdecken war, über berat Erwerb er sich nicht ausweisen konnte; sie rühren jedenfalls von einem Diebstahl her. Eigentümer können sich bei der Krim.-Polizei melden. — In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde in einem hiesigen C a f e ein gebrochen und Zigaretten, Marfe „Helmzier", englische Zigaretten, Zigarren Marke „Majestät", 2 Flaschen Sekt „Kaiserblume", mehrere Flaschen Wein, Schwedenpunsch, Kognak Mark „Goldstück", 3 bis 4 Pfund „Reichard Cacao", eine Torte, Schoko- ladepralinees und Mandeln entwendet.
** Der Verein für Luftfahrt m Gießen hält morgen abend 8V2 Uhr int großen Hörsaal des Phy ife si chen Instituts 5um ersten Male seit den Kriegs,ahren wieder eine Hauptversammlung ab. Sie soll über das Weiser b»sfehen des Veveins evt'cheidm auf Grund cingeyenLer Erörte.u gen d r gegenwärt'grn Lage der Lnft- sahrervereti e, k'/rer Aufgab m in d r Zukunst, der Frage der Ausgestaltung des Lnftverk.chrs und ixs Anschlusses der Städte an ihn. In Anbrtrackft der Wichtigkeit der Ber'ammlung wird um zallonckes Erscheinen der Mit^le^er ersuck-t. Auch Gäste sind willkommen.
** Tie Kaufmännische Fachschule beginnt ihr neues Sckmljahc Montag den 19. April, nachmittags 2 Uhr im kaufmännischen Vereinshause, Nord-Anlage 15.
** T i e Unterstützungssätze aus b2T Erwerbslv'ensür orge der Stadt Gießm ab 1. Februar d. Js sind abgeändert woroen. Näheres siehe Auzcigenteil.
** Eine Versteigerung trächtiger Kühe und Rinder, die vom Feinvbund nicht abgenommeu w!rdcn, findet Mittwoch, 14. April, zu Lauterbach im Schlachthose statt.
Landkreis Gießen.
—0— Großen-Linden, 12. April. Unser Volkshochschulverein beginnt nächsten Mittwoch, abends 8 Uhr, im Schulhaus seinen zweiten Ele- m-entarkurfus. An dem ersten (Januar-April) hatten sich über 20 Hörer beteiligt.
w. W i eseck, 11. April. Der hiesige Landwirtschaftliche Konsumverein hielt gestern abmd im Saale des Gastwirts Daniel Erb seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, der in Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung eine zahlreichere Beteiligung zu wünschen gewesen wäre. Der von dem Direktor Hildebrand tror getragenen Jahresrechnung und Bilanz für 1919 entnehmen wir folgende Zahlen: Die Einnahme betrug Mk. 212 8^6.61, die Ausgabe Mar 206 342.98, der Jahresumsatz Mk. 150 429.59, der Reingewinn Mk. 11545.83. Die Rechnung wurde von der Versammlung anstandslos genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Ferner erklärte man sich mit dem Vorschlag des Aufsichtsrats einverstanden, wonach sechs Prozent Rückvergütung verteilt werden sollen. Der Antrag, den Verein aus einer Genossenschaft mit unbeschränkter Hastpflickst in eine solche mit beschränkter Haftpflicht umzuwandeln, wurde einstimmig abgelehnt, den Genossen alber nicht gestattet, sich an entern gleichen oder ähnlichen Unternehmen zu beteiligen. Nach sehr angeregt verlaufener Aussprache, in der besonders auch die Schwierigkeit der Warenbeschaffung und die üble Lage des Warenmarktes hervorgehoben tuturbe, konnte der Vorsitzende die angeregt verlaufene Versammlung kurz vor 11 Uhr schließen.
Kreis Büdingen.
e. B üdingen, 12. April. Tie diesjährige Haupt-Versammlung des Vogelsberger H öhen kl u b s (B. H. C.) Poll nun endgültig am 28. und 29. Mai hier in Büdingen abgehalten werden. Freitag findet ein BegrüßungSabend statt, während die Vertreter der einzelnen Zwrtgveveinr am folgenden Tage ui den Beratungen zusammen - fonrmen. Für Wohnung und Verpslsgtmg wird
** Amtliche Personalnachrichten. Den durch die Dekanatsshnoden für den Rest der laufenden Wahlperiode vollzogenen Wahlen der evangelischen Pfarrer Gustav Weißgerber zu Messel zum Dekan und Georg Zimmer m a n n zu Darmstadt zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Darmstadt, Dr. Karl Unverzagt zu Kirtorf zum Dekan des Dekanats Alsfeld, Wfthelm Volp zu Laubach zum Dekan und Rudolf Widmann zu Gedern zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Schotten wurde am 26. März l. Js. die Bestätigung erteilt. — Mit Wirkung vom 12. April 1920 sind versetzt ivorden die Oberlehrer: Keller von Büdingen (Wvlsgang-Ernst-Gymna- ium) nach Damstadt (Realgymnasium), Professor Dr. Mvlz von Gießen (Landgraf-Ludwigs-Gym- nasium) nach Friedberg (Angustiuerschule), R o d- rian von Dieburg (Roalschule und Progymna- ium) nach Friedberg (Augustinerschule), S ch 0 n e- >ohm von Mainz (Neues Gymnasium) nach Giesen (Realgymnasium), Professor Schulze von Mainz (Realgymnasium) nach Gießen (Landgraf- Ludwigs-Gymnasium), Schwör er von Offenbach (Oberrealschule am Friedrichsplatz) nach Alsfeld (Oberrealschule).
** Aus dem Stadttheaterbureau. Die kommende Woche der bis zum 25. April verlängerten Spielzeit bringt der Kinderwelt am Mitt- woch nachmittag 3Vs Uhr zu kleinen Preisen Wilhelm Buschs unverwüstliches böses Bubenspicl „Max und Moritz". — Am Freitag tritt die junge, vielversprechende Ewe Marren in einem orgfältig aufgestellten Tanzabend, dem ein Spiel tn zwet Teilen von Reinhold >Zenz „Lob b’r Narrheit" beigegeben ist, zum ersten Male in Gießen auf. — Samstag findet eine geschlosserte Vorstellung statt, zu der an der Kasse fein Kartenverkauf stattfindet. — Sonntag nachmittag 3 Uhr ist die letzte Aufführung von „Die Frau im Hermelin", abends 7 Uhr, ebenfalls zum letzten Mabe „Eine Ballnacht". — Am Montag findet als 20. Vorstellung im Montag-Abonnement die Erstaufführung der Komödie „Der Arzt am Scheidewege" von Bernhard Shaw statt. Wir weisen besonders auf das Inserat im heutigen Blatte hin.
** Jubiläum. Provinzial-Rabbiner Dr. Leo H i r s ch f e l d hier begeht am Mittwoch, den 14. April sein 25jübriges Amts- und Ortsjubiläum. Die israel. Religionsgesellschaft hier hält an diesem Tage in ihrer Synagoge Steinstraße 8, mittags 1 Uhr, einen Festgottesdienst und nachmittags 5 Uhr im Hotel Einhorn eine akademische
Gesetz über Abgabe vom vaulosten- aurgleich.
Berlrn, 11. April. (Wolffy Dem Reichsrat ging der Entwurf eines Gesetzes über die Erhebung einer Abgabe zum Bauko stena us- yleich zu. Durch diese Abgabe sollen die Mfttel aufgebracht werden, die für Baükoslenbei'hilfsdar^ le'hen notwendig werden. Tie Abgabe soll ver- ftüten, daß die in der heutigen Preisentwicklung liegenbe Möglichfeit zur Steigerung der Mieten und der Grundstückspreise vom privaten Grundbesitz Über seine Selbsttosten hinaus aus- genutzt wird Ter Abgabe sollen alle vor dem 1. Juli 1918 pltne Zuschüsse aus öffentliche Mitteln erbauten Gebäude unterworfen werden. Tie Abgabe stießt den Gemeinden zu und darf nur für die Förderung der Bautätigfeit benutzt werden. Ein bestimmter Altteil, dessen Höhe jährlich festgesetzt wird, ist einem vorn Reich zu verwaltenden Ausgleichsfonds zuzusührcn. Der Abgabe soll der Nutzungswert der einzelnen Wohnung oder der sonstigen Räume zu Grunde gelegt werden. Sie ist tarnt Mierer oder dem sonstigen Nutzungsberechtigten zu entrichten. Für 1920 tft eine Erhebung von mindestens 15 Prozent des Nichungswertes vorgeschlagen worden. Um einer weiteren Belastung der Mieter durch übermäßige private Mietssteigerungen vvrzubcugen, wird daneben der Erlaß eines Reichsgesetzes vorbereitet, das die Mietspveissteigerungen begrenz >sen soll.
zu geben. Das scheint aber ziemlich sicher zu fein, doß, wenn man noch lange mit der Rattonienmg wartet, man tm Wald kein Holz mehr finden wird, beim dann wird es gestohlen sein. Auch darübtt konnte feine Aus?unft gegebm wrdm, wie die gewerblichen Betrieb; beliefert w.-rden so"en. Naä) der Aussprach.' wurde eine Protestresolution ge- aßt und bestimmt, daß eine Teputatwn nach Darmstadt geschickt werden soll, um dort die Uw durchführbarkeit der geplanten Rattonierung für den Kreis Schotten darzufegen.
Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Mainz, 10. April. Tas hessische Ge- samtministerinm hat der Stadt Mainz die Airs- gabe von vierpvozenttgen Schuldverschrei^ bungen bis zum Betrage von Fünfund^ zwanzig Millionen Mark erteilt zur Beschaffung der Mittel für die erste Rate des Kauf-> pirijeS für den Erwerb der Vvrort'a'onen Mainz- Hechlsheim und Mainz-Fdtthen, für Erwtttermtg des Netzes der Elektt. Straßenbahn, für Ausbau des Gaswerkes, Elektr^itätswerfes und Wasier- werks, der Hafenanlagen, Erbauung von Sttatzeic und Kanälen, Ausbau des Rlxinufers in Main» unZ> Kastel, Herstellung von Jndus.rtegelände, Errichtung und Erweiterung von GemcindegicbM«, Erwerbung von Gelände imt> Betrieben
rm Roßdorf b. Darmsloot, 10. April, Seit Friedenssckstuß wurden in der hiesigen Gemeinde über 80 junge Paare getraut, wahrens seit etwa sieben Jahren hier kein neues Wohn- l>aus fertig gestellt wurde. Auf Ostern schlosfar wieder sechs Paare den neuen Ehebund.
Hessen-Nas'au. . _
ntc. Frankfurt a. M„ 10. April. De Leitung der Frankfurter Jrrenanstall- übernahm an Stelle des zurü'getvttcnen Gc^rw- rats Pros. Siolt Prof. Dr. Kleist, seither 'Lrv'_ an der ilniversität in Rostock und Leiter der: psychiatrischen Knnik zu Gelärm bet Rostock.
mc. Frankfurt a: M., 10. Aprtl. Ter frühere lang ckhrig. Ve ttetztt Franku ts un R<tbS- tag, der jetzige svziali .i^che Unterftaa s.-kretm: D.. Max Quarck, feierte am heutigen Tage sein«: GO. Geburtstag.
cm. Frankfurt a. M., 10. Aprtl. T«. Fran kfurter internationale Melst: wird trotz der Besetzung in der Zeit vom 2. W1 11. Mai d. Js. abgehalten nrrten. Für die (rw und Ausreile werden — falls die Franzosm üb» Haupt noch in Frankfurt sind — weitg^nde leichtermtgcn gewährt. — Ab Montag kostet W Liter Dünnbter in Frankfurt 1,20 Mk
ra. Rodheim, a. d. Bteber, 9..Aprll. der Nacht zum ersten Ostertag war im „Gmv graben" ein Rind abgeschlachtet n®tan Es sicl der Pvltzei nicht schwer, bte bnden SchE1 schlächter, wovon der eine in Gießen wohnt,. zustellen. Das Fleisch ist »um großen Leüv Greßen abgesetzt worden, das Rind soll tu gekauft worden fein.
Faust.
Der Tragödie 1. Teil. . . I
Daß die meisten KVäste der vorjlihrr^en Fmr.°^ I aufführung iroch vorhanden waren,, ließ eine Wv" I dereinstudierung gerechtfertigt eridjetnen. Wt 1 hatte aber anschnnend nicht damit gerechnet, w«. i| sehr sich das Theaterpublikum noch, weiteren M li seinen Ungunsten verschobt hat. Die ckufMrm^ am Ostersonntag nxrr zwar noch aut besucht, ai^r 1 die gestrige z,veite und letzte Aufsühcimg nm beschämend schwach. Der größte Teil der Besuck^ I setzte sich aus Schülerinnen zusammen, dte 1^ 1 Literaturstundenkenntnisse erweitern wollten, 0« « aber ihre Unaufmerksamkeit und ihre Unreife W 11 genug zu deutlich bewiesen. Störend wirkte ferrrt. « ein ständiges Kommen und Gehen u. u. wahrend r« i ausgezeichneten Kerkerstzene. Auch die UJ .
bauten Hutter der Szene gingen viel zu gcrauiaywui vor sich. r , . _ Xk M4,1
Das alles war umso bedauerlicher, als । schauspielerischen Leistungen tn vielem stärker 10 reifer waren, als im Vorjahre. Vor allem wur Faust durch Hans E i s 0 l t ganz anders öertretm, als im Vorickhre durch Walter Hauser, von dm man feststellcn mußte, daß er das Werk iveto geistig, noch textlich genügend durchdrungen Ham. Bei Eisolt hatte inan gleich vom ersten Monol^ an das beruhigende Gefühl, daß er vom Ge« recht erleuchtet war und daß rm Anfang letit-’S
Eine Konferenz 6er süddeutschen Regierungen.
Stuttgart, 10. April. (WTB.) Unter dem Borsitz des Staatspräsidenten Blos fand heute in Stuttgart eine Besprechung der Re- gierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden und Hessen statt. Bei dieser Besprechung nahmen die versanrmelteri Regierungen einmittig gegen die fran z ös r) che Note Stellung, welche die Auflösung der Ern- wohnerwechren verlangt. Dicfe sind als Schutz gegen Ausschreitungen und Verbrechen aller Art aufgestellt worden. Die versammelten Regre- rungen erklären es für unmöglich, die Ein- toobnettoelTrcn auszulösen, da die Auflösung für erhebliche Teile Deutschlands gleichbedeutend mit dem Zusarnmenbru ch der Sta atsord- nung sei. Die ©taatdregierungen verlangen von der Reichsregierung, daß diese erneut mit dem Obersten Rate in Verhandlung eintritt, um den Fortbestand der Einwohnerwehr zu sichern.
München, 10. April. (Wolff.) Zur Auflösung der Einwohnerwehren hört dec „Bayerische Kurier" zuverlässig, die bayerische Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß die Einwohnerwehren in Bayern nicht aufgelöst werden können. Das Gesamtmini- sterium dürfte sich bereits dahin schlüssig gemacht haben, daß die Einwohnerwehren für Bayern eine unberührbare Sache sei.
Stuttgart, 10. April. (Wolff.) Die heute vormittag hier abgehaltene Konferenz, der Regierungen von Bayern, Sachsen, Württemberg,Baden und Hessen kamen nach eingehender Aussprache über die gegenwärtige politische Lage zu folgendem Ev- gebnis:
Die in Stuttgart vertretenen Regierungen protestieren gegen die neuerdings erfolgte feindliche Besetzung der Bezirke Frankfurt am Main und Darmstadt, die weder durch das Rheinlandabkommen noch durch den Friedensoer- trag «rechtfertigt ist. Die Regierungen erklären, daß sie allen Maßnahmen der Reichsregierung zur Wahrung der Reichsintevessen zustimmen uno i jeben Versuch, Süddeutschland vom ^Reiche zu trennen, mit aller Entschiedenheit zurückweisen.
, Bänglich bet allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Lage verlangen die Vertretenen Regierungen, daß streng der Reichsverfassung gemäß tar'ahren wird, berat nur so ist die Zukunft des Reiä)s und der deutschen Nation zu sickiern. Jede Zentralisation, die iitar ein vernünftiges Maß hinausgM, sei eine Gefahr, vor dar die vertretenen Regierungen aufs attschiedensbe warnen.
Uns dem beichten Gebiet.
Der Zustand, der sich Frieden nennt.
Wir erhalten folgenden Brief aus Wiesbaden:
Unser schönes Wiesbaden wird immer mehr Klein-Paris. Immer mehr drängen franzöftiche ZivÜisven nach, offenbar in der Absicht, aus den Aquis-Mattiacis eine französische Geschäfts- und Kurstadt zu machen. Wollte man doch sogar das Kurhaus mit dem ganzen Kunstbettieb kaufen oder doch pachten, und unser Oberbürgermeister, sagt man, ist in Wirklichkeit nur wegen seines „Niemals" aus Wiesbaden tat bannt worden. Städtische Behörden geben sich letder dazu her, Hausbesitzer und Benwhmw schlankweg auf bie Straße zu setzen, ohne daß sie das geringste von ihrem Viobiliar und ihrem Hausrat mtttiehmen dürfen, und das alles nicht etwa, um die sckwn über den Besatzungszweck hinausgehende Zahl der Offiziere, sondern schließlich den Strom der uns aussaugenden französischen Schieber unterzubringen. In Mainz lautete jetzt eine..Setannfe machung dahin, „daß außer den städtischen Beamten nur diejenigen Angehörigen der Besatzungsarmee zur Besichtigung von Wohnungen befugt sind, die entweder in Uniform sind oder sich durch Bescheinigung als Angehörige der Be- atzungsarmee ausweisen." Das ist an sich schon ein haarsträubender Zustand, bedeutet aber natürlich, daß mir jeder Mensch nut einer geliehenen Uniform oder Bescheinigung in der Wohnung herumschnüffeln kann.
Es ist ja auch zu schön im beseiten Gebiet und in Wiesbaden, wv die cantines und popotes noch gefüllt sind, während man in Frankreich auch zu darben ‘’it Hier in Wiesbaden hat sich der Ausbund der Gesinnungslosigfett und Schlechtigkeit des weiblichen Geschlechtes gesammelt und die Sieger trinken mit den Schiebern zusammen nufere Weine und essen unser Fleisch und Geflügel weg. 400 Gramm erhalten die lieget einschließlich ElsahiLothringer pro Kopf und Tag, und da aud) de deutschen ,Hauswirte oit noch mitessen, so bfeiben für die Benwhuer ab und zu einmal 100 Gramm pro Woche. Eier kann nur der Franzose mrd bet Schieber eßen, Butter und Milch fallen ganz aus. Dabei das tarbeerenbe Umsichgreifen der Tuberkulose. Dauernd werden Kartoffeln, unser letzter Rückhalt, requiriert, einmal hier, einmal da, so daß kein einhettlicher Widerstand möglich ist. Gleich nach der Ernte nmrden lie schon zu evlwhden Itelerpvei <m, 30 Mk. P.o Zentner, von den Franzosen aufgekanst und leider von unseren Bauern abgegeben, und in Lastautos abtransportiert, so daß wir gerade noch 3 Pfund pw Kopf und Woche erhalten. „C'est la moniere alfemanbe", eittschu.digt man sich bisweilen, vergißt aber, daß damals Krieg und wir ein blockiertes halbvechungert s Volk waven.
Auch in allen anderen Sachen geht der tolle Ausverlauf 'nmter. „'s ist doch gut für Wiesbaiden wie die Geschäfte gehen, 's kommt doch Geld unter die Leute", hörte ich nrulich einen satten französischchi Biedermann zu einem Schieber sagen, „feilen Sie, wie unsere Frauen kaufen, aus (auter Freude an ber Billigkeit."
Stobt Eine Abteilung drang in das Caftz Trv- mel und nahm den a n w e senden G a st e n das Geld ab. Der Wirt eines Weinrestaurants, der sich weigerte, 10 000 Mark auszu- liefern, wurde fortgeschleppt, konnte aber, spater vom Publikum auf der Sttaße wieder befreit werben Auch in Privathäuser drangen die Plünderer ein. Noch in der Nacht räumten die Rotgardisten die von ihnen besetzte Kaserne, das Rathaus und den Bahnhof und fuhren sodann unter Mitnahme von Geiseln nach Falkenstein ab. Eines ihrer Automobile verunglückte unterwegch wobei es mehrere Verwundete gab. In der Stadt Plauen ist nach dem Abzug der Roten Gardisten Rübe eingetreten. Reichswehrtrupp n find bis heute nachmittag hier noch nicht cingetroifen.
Militärischer Einmarsch ins Vogtland?
Chemn itz, 11. April. (WTB.) Bei öer Abstimmung, ob für den Fall, daß dte Reichswehr in das Vogtland gesandt wird, der Generalstreik eintreten solle, stimmten 26 000 für und 44 000 gegen den Generalstreik. Dessenungeachtet erließ die Kommunistische Partei ein Extrablatt, das zum Generalstreik auffordert.
Art» StaM und Cattfc.
Gießen, den 12. April 1920.
Verkehr mit den ne« besetzten Gebieten.
Der Delegierte der Hohen Kommission in Darmstadt hat folgende Bestimmungen über den Verkehr in dem neu besetzten Gebiet mitgeteilt:
I. Jede Person muß ihre Identität nachweisen und ihre Anwesenheit in dem Gebiet des Belagerungszustmides auf Verlangen rechtfertigen.
II. Vecfehr innerhalb des im Belagerungszustände befindlichen Gebiets: a) In dem Gebiet, das im Belagerungszustand befindlich ist — neuer Brückenkopf von Mainz —:
In diesem Gebiet ist der Verkehr frei zwischen 5 Uhr vormittags und 11 Uhr nachts.
b) Um sich aus diesem Gttnet nach dem unbesetzten Deutschland zu begeb.n. ist ein deutscher Reiseausweis, d. h. deutscher Reisepaß oder gelber Personalausweis, beide mit Lichtbild — nötig, der von der örtlichen Militärbehörde visiert ist, d. h.
durch das französ.sche Verkchrsbureau in Frankfurt a. M. für diese Stadt und Umgebung,
durch das französische Verfehrsbureau von Darmstadt für diese Stadt und Umgebung,
durch die französischen Ortskommandanten oder deren Beauftragte für die anderen Ortschaften.
III. Um aus dem unbesetzten DeutscAand in das vorgenannte Gebiet zu gelangen, i ein Reiseausweis — d. h. deutscher Ifensepaß ober gelber Personalausweis, beib? mit Liclst- bild — erforderlich, vorzugsweise ein Reisepaß, mit der vorgängigen Genehmigung der Militärbehörde, ausgestellt durch die ftan- zösischen Verkehrsbureaus in Mainz, Frankfurt a. M. und Darmstadt, wohin die Einträge zu richten sind.
IV. Ausnahmsfälle, Grenzverfehrskorten.
Die örtlichen Militärbehörden — Ortskommandanten oder deren Beauftragte — stellen Land- und Jndusttiearbeftern, deren Wohn- und Arbeitsort durch die neue Besetzungsgrenze getrennt merben, Passierscheine aus, damit die Arbeit nicht beeinträchtigt wirb. Diese Passierscheine smb erneuerbar und haben eine Dauer von längstens einen Monat.
Bemerkung: Das Verkchrsbureau in Darmstadt steht unter Leitung des Capitaine Tarride, Riedeselstraße 61 — Rote-Dragoner Kaserne. Daselbst werden auch Nachtausweise für die Stadt Darmstadt erteilt.
Zum Nachweise der Identität genügt bis auf weiteres jedes amtliche, die Person!ichkint des Inhabers legitimierende Papier — Reisepaß, Per- tenalanöweis, Heimatschein, Steuerzettel u. dgl. Wenn solche nicht vorhanden, empfiehlt es sich, bei dem zuständigen Polizeirevier oder in Landgemeinden bei der Bürgermeisterei, sich einen gelben Personalausweis mit Photographie ausstellen zu lassen.
Veranstaltungen.
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Salat Früh?
B- in gesund Ware tnwl Rudolf Gärt kchtffeob.Ä
durch die hiesige Sektion gesorgt. Ob am bar auf» folgenden Sonntag die geplanten Wanderungen sich ausftlhren lassen, hängt von ber Gestaltung der Zugverbindungen und Eisenbahnverhältnisse ab.
# Echzell, 12. April. Der seit zwei Jckluen
i hier stationiert gewesene GenLawnrrie-Wachtmcister recyi erieuunYi ivui uiw vuy
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