Montag, 12. April 1020
Erstes Blatt
170. Jahrgang
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Eine Ausweisung aus Obcrschlcfien.
Beut'hen, 11. Olpril. (WTB.) Am 10. April abends gegen 9 Uhr hat der Erste Staatsanwalt Fipper in Bculhen ohne Angabe von Grütwen den Ausweisungsbefehl bis 11. April Mitternacht von der interalliierten Kommission in Oppeln erhallen.
10 000 Mark in (Mb.
Diese Kontribution ist mir bis zum 10. April »-n Viwr
gez. Ternetz.
Der Magistrat hat eine Belohnung n 2 0 000 M k. für die Wi^xrerlangrmg der
Tie neue kommunistische Arbeitcrpartei.
Berlin, 11. April. (WD.) In den .Hoden- stausensälen mn Zbotlbujerdarnrn fre.'t heut»; vormittag die Kommunistische Arberter- parte, Deutschlands, M sich kürzlich aus den radikalüen Elementen t>nr Rrick)s,<mtvale der Kommlmis!i'cl)en P.riei Deutsch ands >< i del hat, ihre erste Versammlung ab. Der R'see^it Altmann berichtigte die GSeroei t chastm deS offenen BerratS an dec Sache des Proletariats Nur dr-r gewählten Bctriclsorgai i atimren vrckö Porten die wahre Macht in Deutschland. Deutschland stände bereits am Anfang des Bürgerkrieg:, intb nichts tonnte den Sieg der wahrhaft revolulionLv-n Kom- mnnisii'ckien Arbeiterpartei.verhindun, w.-der die Baltikumtruppen, die käuflich seien, nod) dre N.'rchs- wehr, die man durch eine kräftige Propaganda trennen werde, noch die Orts-- und Bürgttweliren, die sich gegen eittg zerrnbcn würden. Der in den nächsien Wochen zu erwartende Ab'a'l dn sür- te. t chen Stcalen werde die Niederlage des Kapi- lalisnius und der Bourgeoisie njd) lecl^eirnigm. Tann könnte das Rä:e'y cm eingesührt und rnvt rote Armee ausgestellt w:rden.
Der $riebe zwischen Amerika und Deutschland.
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hfunvahl Vmarünhmti
Paris in Erwartung der englischen Antwort.
Paris, 11. Avril. (WTB.) Wie die Pariser Presse mittcilt, stellte Lloyd George gestern vor seiner Abreise nach San Romo noch die Antwort auf die franjoincbc Note fest. In Paris erwartet man ihre Ueberreichung im Laufe des heutigen Tages. ~ ,
Saint Brice im „Journal" muy angesichts der Tatsache, daß der englische Botsclxttter nicht mehr an den Beratungen der Botsä-aster-- konferenz teilnehmen kann, feststellen, daß es sich bei den englisch französiscl>en Zwischenfällen um mehr handelt als um eine einfache Desavouierung, umsomehr als die Engländer gestern auch der letzten Sitzung des Obersten Rates in London lern» blieben.
Ein Protest der sozialistischen Partei Frankreichs.
Parts, 10. April. (Wolff. An der Spitze der heutigen Ausgabe der „Humanste" wird ein Protest des Ständigen Verwaltungsaussämsfes der Sozialistischen Partei gegen das Vorgehen der französischen Truppen in Franks u r t a. M. vcröffentlid'.t. Außerdem tadelt die Entsdüießung die jetzt von der französischen Regierung eingesehla- gene Politik, die eine Politik des nationalen Blocks genannt wird.
Die ßranzosenherrschast in Zranlfurt
Frankfurt a. M., 10. April. (Wolff.' Dem Oberbürgermeisier ist von dem ffanzösi chrn ök«= neral Tornetz, dem Kommandant der 37. Division, folgendes Schreiben zugegangm:
Aus Anlaß, bet am 7. Llpril d. Js. gegen französische Sudeten erfolgte Angriffe, in d.'ren 23crl<ruT Waffen, Fahrräder und Ausrüstnngs- gegenständ.- in Verlust gerat m sind, habe ich Ihnen energisch. Nach'or chungen vo7ge'chri:ben. Ich hatte Ihnen für die Wiederbeschaffwtg b-r oben rnge- fülrrrcii Gegenstüde ein' Frist gefetzt, die am
Washington, 10. April, (Havas.) Repräsentantenhaus hat den Vorschlag zur Wiederherstellung des Friedens mit Deutschland mit 243 gegen 150 Stimmen angenommen. Die Mehrheit setzt sich aus Republikanern zusammen und außerdem stimmten 22 Demokraten für die Annahme des Antrages, während zwei Republikaner
auswärtige Angelegenheit m Erklärungni abgeben wird. Am Dienstag wird Millerand m der Kammer über bk* diplornatffdvi Bezi'Hungen -wr'chen England und Frankreich sprechen.
Ministerrat in London.
Paris, 11. April. (Wolff.) Havas meldet aus London: Lloyd George reiste gestern nach San Remo ab. Seine Abfahrt, die Ursprung- lich auf 11,30 Uhr vormittags angesetzt war, ver zögerte sich infolge Eintreffens der f r a n z v sich e n N o t e. Bonar La.v mtd Lord Eur^on wurden sofort zu einem M i n i st e r r a t berufen und in diesem die Antwort auf die französische Note festgesetzt. Aus dem Bahnhof erklärte Lloyd George ror seiner Abreise Journalisten, daß die Vorbereitungen zu seiner Seereise schon vor längerer Zett getroffen worden seien; es sei lächerlich, an- l zunehmen, daß er absichtlich die Fahrt über Paris vermeide.
London, 10. Wrl. (WB.) D e „Time s" meldet, daß die gestern d'rfranzöst scheu Regierung übermittelte britische 9? o t ? über den französi'chcn Vormar'ch in Teutschlwrd in energischem Tone abgefaßt ist. Ti.' Note erklärt, d.is) das Verl-alten Fcankr.ick>S etr.e ernste Streitfrage im Zusammenhang mit der Durch- üh-rung des Friedensre träges aafnt ft, di' kauin anders ge'and-habt werden kann, als durch über* ein stimmen d? Ak.ion aller AlliterdM. ES fei F.nr, daß das Problem von solcher Größe sei, daß kern-r der Alliierten in der Lage sei, nut ihm allem
lieferten Beständen, mit 50 Patronm für jede Waffe.
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9. April 6 Uhr aber ds abgelaufeu war.
Die Gegenstände sind nicht wirdw ^schafft worden. Infolgedessen leich der Stadt
Line deutsche Warnung an Frankreich wegen weiteren Vormarsches.
Berlin 11. April. (Wolff.) Amtlich Die deutsche Regierung hat die fran z ö f r, che betreuf aufmerksam gemacht, daß 'ich nach den var- liegenden Nachrichten französische Truppen un ®r» rücken in der Richtung auf Nschaffeuburg be* iänden Für den F-all, daß diese ^raclunchten sich bewahr hei! eten, halte sich die deutsche Reg«ruug ür verpflichtet, mit allem Ernst mir die Gefahren bewaffneter Zusammenstöße der p)r- rückenden französischen Truppentetle mit deutschen kruppen l inzmveisen. Auf Grund dreier Note verständigte Pal 6 ologue am 10. April den deutsch en Geschäftsträger in Paris davon, datz ^rauk- :cidi nicht daran beirfe, Aschaffenburg zu beietz- n. Auch S t o ck st a d t ''ei nicht besetzt worden. Vor- vosten hätten lediglich aus militärischen Gründen bis in die Nahe dieser Stadt vorgeschoben werden müssen.
DieUeberreickmng der ^".»schenAntwort.
Paris, 11. April. (WTB> Ter britische Botschafter begab sicl) heute vormittag nach frtnt Quai d'Orsay, wo er Millerand die Antwortnote der britischen R gffrimg übergab. Nach dem zutage getretene.! Eindruck ist die Note vo;t einem versöhnlichen Geist getragen, was auch hoffen läßt, daß tie Scliwierigketten besettigt werben und daß die Rückkelu des englischen Vertreters zu den Per Handlungen der Boffchafterkanferenz er* folgen ivird.
D e Konferenj von Son Remo.
Paris 12. April. (WTBZ Die Agentur öa oaS meldet, daß die Konferenz von Son Remo roalrricbchtlid' am 19. April beginnen verbc, um sich mit der Frage des türkiscl-m lZ-riedensvcrtrages zu beschä'trgm, becn Einzc- beite.r in London ausga.beitet rour ?n. Ginn' e vichttge Fragen, namentlich die milimri chm Klou- eln, wurden icbod) in der Schwebe gelaßen, um ie den cllistrden Regr.-rimgen vorzulelfen. Es ei nicht sehr walTr'chtinlich, daß ite 5-<tge nen stonstaittit.opel noch einmal aufgerollt wtrdc. Man iverde sich aber gewiß mit der Frage von Smyrno
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dagegen stimmten.
ioaag, 11. April. (Wolff.) Einer Meldung des ,,Nieuwe (Soinxnrt" aus Washington zufolge sagte der Abgeordnete Champ Clark im Nepräsenlantenhause vor der Annahme der Frieden senffchließung, der Friede werde noch nicht effektiv werden, da Wilwn sein Velo einlegen werde.
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Gegenständ, ausge'etzt, da für d.-ren Fall ausdrücklich zugefagt ivorben sei, daß obige .stlontri- bffmt dann in Fortfall komme.
Frankfurt a. M, 10. Llpril. (Wolff.)^ Nach einer netteren Besprechung mit dem Oberbürgermeister hat der französische General Demetz, fiom Mandant der 37. Division, mit Rücksicht auf die gute Haltung der Bevölkerung in den letzten Tagen auf die Zahlung der ursprünglich geforderten Kontribution von 10 000 Goldmark verzichtet.
Ein Protest der Eiscnbahnbcamten und Arbeiter in Frankfurt.
Die Bezirksabteiltmgen Franlffirt des Gewerk- chastsdundes d.utsrl^er Eisenbahnl.eamtett, der rocrfidxiit deutsckter Lokomotivführer, des deut- chen Eiscnbahiterverbandes, des Allgem. Eisenbahnerverbandes uitb der Gewerffchatt deutscher Eifenbahner und Staatsbed um steter erlassen folgende .stnttdsebung t
Die imlerzeichueten L-rgani attvnm der 0t .-n- bahnbeamten und Arbeiter, als die gewerffä>aft- lich/' Vertretung der organisierten Eiseubahnbe' amten unh Arbäter des Direktionsbezirks Frank- nrt a. M. erhlchen hiermit f e i e r l i ch st P r o - t e st gegen den ihnen Ijeute morgen b'farait gewordenen Befehl, nach dem sich das gesamte Per- sottal als requiriert im Dienste der franzb- isch.m Del'atzimgstruppe zu bettacksten habe.
Die Eisenbalficheamten tmd Arbeiter erklären, daß sie nur Befehlen ihrer Vorgesetzten Dienitbe- fförden enlgogenzunshmen und au»siifüI;Tin ach verpflickstet sichlcn. Z'n der Ausfüllung der von der rechtmäßigen deutschen '.Regierung gegebmen Wet- ung, Ruhe und Orbmutg zu bewahren, um das Unglück nicht noch mehr zu vergrößern, toerden die Eisenbahrtbeamten und Arbeiter ihren ^tenst als deutsckie Eisenbahner im Interesse oer Bevölkerung ohne Einschränkung weiter versel-en. Sie müssen es aber ab lehnen, hierzu mit militärischen Machtmitteln einer fremden Truppe sich zwingen zu lassen und fordern deshalb von der zustänoigeir, Besatzungsbehörde, daß sie diese als Requirierung bezeichneten Äkaßnahmett zu rücknehme und tue Eisenbalmdienstsdellen und Gebäude von militärischen Besatzungen befreie. m
In dem Aufruf an die hiesige Bevölkerung heißt es, daß sich die militärische Besetzung nicht gegen die arbeitsame Bevölkerung richte. Zn der arbei!sauren Bevölkerung rechnen sich aber auch die Eisen bahn beamten und Arbeiter, die deshalb die Requirierimg als eine besondere gegen ihr Ehrgefühl gerichtete verletzende Maßnahme empfinden.
Die Orgainsa'.ionen erachten es als i!,tre Pflicht, darauf aufmerksam zu machen, daß das Borge-ten der Requirierung des Eisenbckhnpersvnals Und leine Unterstellung unter den Militärwillen, die Besetzung der Tieirstgebäude und Dienststellen mit ben-affneten Müilärpersonen zu einer täglich sich mehrenden Unruhe und Erbittern n g m der Eisenbahrtersckiaft Veranlassung gibt. Die Erfüllung der gesellten Forderung ist oa-er unbedingt nötig, um Rulx und Ordnung, besonders um den lebenswichtigsten Eisenbahnbetrieb auffecht- zuerhalten.
Tic Franzosen in Darntstadt.
Darmstadt, 12. April. Am Mittwoch wurde ein von außerhalb kommender Soldat der Reichswehr von einem französischen Kontrollposten angehalten und verhaftet, konnte aber infolge der starken Menschenansammlung, die seine Partei ergriff, entkommen. Ter französische Kommandairl hat darüber beim Ministerium Beschwerde erhoben, besonders weil auch die Bevölkerung eine ironischeDaltung angerwmmen habe. Das Ministerium erläßt deshalb eine dringende Warnung, die Besatzungstruppen bei Ausübung ihrer Obliegenheiten nicht zu stören.
Neue Stücke deö RäuberhauptmannS Hölz.
Plauen, 11. Avril. (Wolff.) Deute nachmittag sanden hier wiederum vier Massenver^ s a m m l u n g e n statt. In der siebenten Abcitt^ stunde erschien der Kommunist Ä ö l) zur Versammlung im Sckittergarten und teilte mit, daß ec in töof gewesen sei. Von dort aus seien Reichswehrtruppen im Anmarsch, die noch heute ober morgen früh in Plauen eintresfen würden. Hölz teilte ferner mit, daß er den Gener al st reit der gesamten Arbeit rschaft prollamiert habe, und forderte die Arbeiterfcyaft auf, sich ruhig zu verhalten und nichts gegen die Reichswehrtruppen zu unternehmen. Er wolle sein (fst- schick selbst in die Hand nehmen und habe seinen Leuten den Auftrag erteilt, mehrere Großgrundbesitzer fest zunehmen und umzubringen: ferner werde er mehrere der größten Villen in Brand stecken lassen. Zum Zeichen des Beginns des Generalstteiks und des Einrückens der Truppen ließ Hölz sämtliche Glocken Plauens läuten. Die Einwohner befinden sich in begreislicher Aufregung, jedoch verhält sich alles ruhig.
Falken stein i. V., 11. April. (WTB.) Auf die stunde von dem Llnmarsch von Reichs- wehrtruppcn trat in der Nacht zum Sonntag das von Dölz gebildete Brandkommando in Tätigkeit und steckte 5Villen in Brand. Gegen 3 Uhr früh glich die Stadt einem Flammenmeer Im Los d?s Amt gerichts ließ Höl- die den Einwohnern abgenommenen Waffen verbrennen. Um 4 Uhr früh verließen Hölz und seine Anhänger, nachdem sie die Geiseln frei- gelassen batten, in 10 Autos die Stadt und rühren nach der sächsisch-böhmischen Grenze davon. Der Sonderberichterstatier der „Leipziger Neusten Nachrichten", der bereits am Samstag früh in Plauen festgenommen worden war soll mitgeschleppt worden sein. Da die Telegraphen- und Tll.phonoerbindungen unterbrochen sind, fehlt seitdem jebe Nachricht von öölz, doch nimmt man an, daß er sich in Klingenthal aufhält.
Plauen i. B., 11. April. (WTB.) Am Samstag abend kam es hier zu schweren Ausschreitungen der Dölzschen roten Garde, Plündernde Banden durchzogen bieaanir
wer ks chaften will der „Lo'a'onz^iger" nriffen, daß die Reichs wehr circ idxn.HIc Beüriffmg der Aufführer, die Lei schwevm Straftaten gefaßt iverden, für notwendig halte. Die V rtrcter der Truppen hätten erklärt, daß die 91 •idi-jnx'lyr lo lange Gewehr bei Fuß steh'n nx rbc, bis ihre Lmuptsordermig erfüllt sei. Sie fordert.m t<*mer die völlige AnS chattting der N.bcur.'giei-ung, sowie die oollßä idige Säuberung des RuhrvwierS von allen linfsrcidikttleii Elementen Ti mili- tärifdien und geivrrkick^ftlichen Berir?t«r d.S Jn- d.istncgebiets ständen in bieim Forderungen geschlossen ba. Bon gewerkschaftlicher Seit' wurde auf dis entidndK'nfie betont, daß b*n Wünschen der Reichsiveln ftattgegeben wttd.n muffe. Man i'dpilr* ter Reichswehr großen Tank. Die V rttetii der C't'iüCTfidxiit.'n verl äugten weiter He Abgabe sämtlicher Waffen durst. ii? Einwoh, er mid die Ersetzung der Einwolm'rwehren burd) ftaatlic!).* Polizei. In ten geüngen Berlandiugm mit t>n Ostwerkschasten hätten die Unabhängigm grgen die Wüiffstic der Ruhrleute Front gemacht.
Verhaftung
eine» englischen Berichterstatters?
Berlin, 10. April. (Wolff.) Nach cmer Mitteilung des Berliner Korrespondenten des an- ch e st e r Guardia n", .'iMinülton, ist der als Berichterstatter des Blattes nach dem Ruhrgebiet entsandte zweite Korrespondent des Blattes, F. A. V o i g t, nach der Besetzung Essens durch Reick)s- wehrttuppen verhaftet worden und, nachdem ihm in der Haft übel rnitgespiclt worden war, erst am Abend wieder entlassen worden. Ter englische Gesck)äftsträger Lord K i l m a n r o ck hat den Reichskanzler bereits von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Das Auswättige Amt verlangte bei dem Minister Severina telegraphisch eine strenge Untm'udning des Vorfalls und die sofortige Bcstrasung der Schuldigen.
gegen ein wieder?rst<rndenes Deutschland fertig» zuwerden. Die Note instruiert dm bri isckien Bot-- chafter in Paris, an keiner Konferenz d r Botsstaf- er tcilgimelnren, in w.'lch'r Fragen, die den bcut<= dien Friedensrertrag berühren, zur Beratung kommen, wenn Frinkciick) nicht bi. Berrch rung gibt, daß eS zukünftig mit den Alliierten gemnnsam handeln wird.
Paris, 12. Llpril. (WTB.) Marcell Hntin schreibt im „Echo de Paris": daß er Millerand uarfr seiner Meinung gefragt l)abe, die er von dem britischen und franzö-i ischenGesichtspunkt ’fjjrtte. Millerand ant- portete darauf: illligeiiblicklich Tann ich gar nichts agen. Unsere Antwort ist nun bei der britischen Regierung eingetroffen, und ich kann Jffnen nur mitt eilen, daß wir selbst erst die britische Antwort abwarten, um ein genaues Bild von der Lage entrollen zu können. Ter Präsident der Republik nnrd am Montag zurückkel-ren.. Wenn die Antwort Englands bis zu diesem Tage ebenfalls ehigetcoften ist, fo werde ich dieselbe dem Parlament zuerst vorlegen müssen. Hutrn fügt hinzu, daß er nach dieser Unterredung mit Millerand den Eindruck ’fabe, als ob der Ministerpräsident sich von den augenblicklichen Meinungsverschieden-, beit eit znnschen den beiden Regierungen stark betroffen fühle.
Die englischen Stimmen.
Amsterdam, 10. April. (Wolfs.) Laut „Nieuwe Rotterdamsdw Eourant" fdjrcibt „W e st- minder Gazette" in einem Leitartikel, der Ton der englischen Prcssestimmen gebe die öffent- lidK Meinung in England nidyt richtig wieder. Wenn Fran kreid) deutlich zu verstehen gebe, daß die Städte wieder geräumt werden, sobald eine Lösung gefunden sei, könnten die Sduvie- rigfeiten nod) behoben werden. Tas Blatt tritt für eine Lösung der mit Deutschland bestehenden Streitfragen durch den Völkerbund ein.
Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bl» zum Pachmutag vorher ohne j»de Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzkigrn v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz» Vorschrift 20 , Aufschlag. Hauptschriftleiter. Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil. H. Beck, sämtlich in Gießen.
Derbanöstnaf?Ifrei$ Groh - Hessen ?
Durch die Presse geht der Entwurf des Rcichsgesetzes über oie Neueinteilung der Wahlkreise. Danach ist H e s s e n - N a s s a u in 5 Wahlkreise eingeteilt: Frankfurt, Kassel, Hanau, Marburg und Wiesbaden, der Frev- staat Dessen in die Wahlkreise Starkenburg, Oberhessen und Rheinliessen. Starken^ bürg ist auf 5, Rheinhessen für 3, Oberhessen, ebenfalls für 3 Abgeordnete berechnet. Im ganzen würden das 11 Vertreter aus Hessen kin, gegen bisher 9. In WirNichkeit werdest diese 11 Vertreter kaum gewählt werben, da die Mindest-Stimmzahl für cinMan^ bat 60 000 betragt. Hessen hätte also 660 000 Stimmen aufzubringen, um diese 11 Sitze zu erhalten. Selbsh bei der starken Wahlbeteiligung vom Winter 1919 sind aber nur 653 000 gültige Stimmen ausgebracht worden. Hesfcw- Nassau und Hessen sollen zusammen einen ,,V e r b a nd s w a.hl kre i s Hessen" bit- den. Die einzclnen'Parteien können Listen für tiefen ganzen großen Bezirk aufstetten und damit leichter ein Mandat ansbringen. Auf je 60000 Stimmen entfällt ein Sitz. Ueber- schießcndc Zahlen fallen der „Reichsliste" zu. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als sollten wir in Hessen in ein künstlickies Geb-ilde eingefügt werden, einen Wahlkreis nüm^- Itd), der den ganzen Freistaat und dazu noch .Hessen-Nassau (einschl. Frankfurt) umfaßt, also Knrhessen und Rheinl)essen, Nassau und Oberlx'ssen, Wetzlar und Starkenburg in sich schließt, insgesamt 3 gänzlich auseinander- strebende Wahlkreise. Das scheint aber nur so. Denn keine P»artei in Hessen ist gezwungen, Listen für den ganzen Verbands- wahlkreis aufzustellen. Es können auch gemeinsame Vorschlagslisten für einige Kreise des ganzen Efebietes aufgestcllt werden, z. B. süc den Freistaat Hessen allein. Es gibt also drei Möglichkeiten: 1. Listen für einzelne Wahlkreise. Diese werden dort aufgestellt sein, wo eine Gnrpve sehr stark in einem Wahl- kreise vertreten ist, fb daß sie hoffen kann,» 60000 Stimmen und mehr zu erhalten. Nicht verbrauchte Zahlen gehen an die Reichsliste. 2. Listen für einige Wahlkreise innerhalb des ÄerbandSwahlgebietes. 3. Listen für den g a n- ;en Dcrbandswahlkreis. In den beiden letzten. Fällen fallen nichtverbrauckffe Zahlen ebcn- lalks der Rcichslistfc zu. Was die drei hcssi- chen Wahlkreise betrifft, so dürfte hier keine bürgerliche Partei die erforderlichen 60000 stimmen aufbringen, und so werden sie von dem Recht Gebraurl) machen, ihre Listen auf drei oder mehr Kreise des Vcrbandswahlkrei- ses zu erstrecken. Eine gemeinsame Liste für dengesamte n Vcrbandswahlkreis ist schon deshalb nicht empfehlenswert, weil dieser so uneinheitlich ist, daß die Wahlagitation nicht trgiebig betrieben werden kann.
Nr. 85
-Der «fftzener Hnjeiaer erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags.
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Zchriftleftung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.
beschäftigen. l------- ---------- .
Die HttxiSagentnr meldet weitw, daß Mil- folgende Sontributun aui: lerand heute ten ita.icnisd-m Bo s 'atter empan-1 10 Revolver rixr autonuirtldr Pttwlen, zu .ntt-
gat roerik und vor der Kumnerbommii jün für nehmen aus dem von den Waffeirhändl-ttu avAS-
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Mria hhtiir »g| ui Ficbmiu In, in allen kauf ml
Prlvatnnterrki :be Kura«. iri iltVerkäuferinnenabt*. lahre* am 15. K>r\ d von 9-1 u.
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Inie »ranff.'WSeriJ hmflöbelm|.b.fltl).Hi! ibinlb. Sebanbl u. ♦ !schränktrPalienteniü:!j k> tret mD
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minnt am 15. foril fli"1 ■ Anmelb. baldig, erbeten.
Prof. Dr. 1 l
Holländischer Leberismittettredit für Deutschland.
Amsterdam, 10. Aprü. (Wolff.) „Algemeen Handelsblad" meldet: Das Abkommen mit Deutschland betreffend einen Lebensmittelkredrt mit Deutschland wurde gestern unterzeichnet.
Die Befprcdjungcn über die Lage im Ruhrgebiet.
Berlin, 10 April. (Priv.-Tel.) U<fer tre Besprechungen der Bettveer der sozial- demotralischen und chrrstlrche« Ge-
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