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Montag, 12. Januar 1920

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Zweites Blatt

in der Schweiz.

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Fortsetzung 26.

(Nachdruck verboten.)

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scheu leben erretten. Gebt das meme bähet m

Trümmer, so ist es mein Schicksal

Bent stampfte hastig mit dein Fuß rat rmd ein breiter, roter Stteifen tuet wte ente Flamme

am 28. JomZar eigene Sriefmarten aus. Dte erste Siegesmarke gab die sU»lt der Ber­einigten Staaten am 13. Februar 1919 aus, et ne Figur der Siegesgöttin daruellend. Danach stellte» sich mit ihren critcn eigenen Ätarkai tie ^alhjdK» Staaten ein, meist in sehr primitiver Farm go* druckt. Die Marken von Lettland, die drei Storni ihren im Sonnenausgmrg zeiget», murren in 'Jag« aut die Rückseite beutidyt Generalstabskarten und in Libau aus Zigaretten vapier gedruckt. Die erftal Ausgaben der litauischen starten erschcerren aut gewöhnlichem Papier, und auch als man die Zeich­nung eines reitenden Engels Michael von Berlur erholten hatte, mut.te zeitweilig noch aut Pr- Vier geruckt werden, das ursprünglich für dve deutschen Brotmarlen bestimmt mar. T«r erste Flug über den Atlantischen Ozean wurde in der Brcefmarfenwelt dadurch berevigt, daß. SxtroTer, der aber nicht bis zum Ziele tarn, 93 Briese mitnahm, die mit englischen 3-Cenb« Marken mit dem UcberbrudErste atlantische Luftpost Avril 1919" ftmtkiert waren. Bei seinem glüdlid)en Flug verwendete Aloock für feine Postt englische 15-GenteWarfen mit dem Ueberdruck Transatlantische Luftpost". 1-Dol ar-Serien von Luftpostmarten wurden im Lause des Jahres von der Schweiz, von Tunis, Japan. (Solumfr.cn und Deutsch and ousgegel'en. Die rote Hanv des Bol­schewismus bat ihr Kennzeichen auch auf den Marken des Jahres 1919 zurückgelassen. Die rat' garifdte Sowiet-Regierung gab prächtige Marken aus mit den Bildnissen von Marx, Engels, Petoft, Doza rmd Marticwwitsch, die sie in unbeschränkteni Mengen verkaufte, um sich damit eine Eirmahme- quelle zu verschaffen. Aus Mangel an Papi« mußte sie aber bald die noch vorhandenen Marken der trüberen Regierungen mit lleberdruck verfetten. Die russische Sowjettegierung hatte zwar eine fu­turistische Zeichnung für ihre neuen Marken Her­stellen lassen; diese kam aber nickst zur Ausführung^ weil die freie Post cingesühtt mürbe. Dte erste Friedensmarke wurde am 1. Jull m Ja­pan ausgegeben. Urugnal) folgte am 17. Juli« mtb am 1. August erschienen drei Friedensmark«

farmten Forderungen hetworge treten sind und die­sen Forderungen durch die Ausgabe des Losungs­worts;Arbeit nach den Dienstvorschriften" Nach-

Aircbe und Schule.

Die Erzbischofswahl in Köln.

Köln, 10. Jan. lVriv.-Tell) Die Blättw- nachrichten über eine Kandidatur d«belgischar Prinzen von Grey für den Kölner bischofsstuhl werden hier allgemein als unrich­tig und unmöglich bezeichnet. Auch bte Kan­didatur des Abtes von Maria-Laach, v. veer- wegen, kommt nicht in Frage. Dagegen bürfte man sich im Domkapitel auf bie Wahl des Fürst­bischofs von Breslau Kardinal Bertram ge­einigt haben.

sottfrlmd dürst das nicht, Sölve, ich leide es nicht, hört Sbr?" .,

Sölve zuckte die Schultern und zog ihre Strtck- iaeße über der toßen Bosuntje zusammen.

Mit welchem Recht könntet Ihr nttr etwas dem Recht des Stärkeren, Sölve Wed­derien, berat ich ich liebe Euch'."

Einen Augenblick starrte thm das Mädchen tiefbetroffen in das Heist erreateGeftcht. Glühens Röte stieg ihr in die zarten Wangen, bann aber entgegnete sie kurz und hart:

Ihr spinnt Märchen, Käpten, kommt, es Ut spät geworden und bet Wrnd zeigt tmmer deut­licher, daß Ihr recht hattet; A gibt Sturm.

Ist das Eure einzige Antwort, <3olae?

Was sollte ich Euch darauf lagen? Kommt, wir müssen uns eilen, die ganze Küste sprudelt wie lauter Wasserfälle. Die Ernten beben, well da s Meer sid) dagegen schwingt. Seht doch, wie schon.

Bent Bonten hatte keinen Mick für dc^ schäu­mend gegen die Dünen stürzende Meer Alles in ihm war in Aufrühr, dast Sölve seine Erklärung, die er sich so schwer ibgerimgen, ganz gleichmuttg ausgenommen, und eine blinde Wut gegen Jng^ wart Ferks wuchs in seiner Seele. Sollte dieses Mädchen vielleicht wirklich den Veimgekehrten. lleb haben? Sollte aus dem Mitteid zu dem von ihrer Schwester Betrogenen diese Liebe in der inngm zarten Mädchenseele emporgesprvfst lein? Mar cs . nicht nur Opfermut, das Gefühl gut zu machen.

rMH tzoncktwgs 8 lst, »r Lmdwistschaftlichm ®e> idt,5mdstr.3i,staHMndm nmlnng irbnnng einjnlaben: itftge Lage btr Guvatschast, bie weitere Staibung da bis M 1. Januar 1920

ttibtetoe 1920, dir Sistimucg ba Ins-

aschreiduntzen \to. dir tat Stundung der aus stb- ständigenBtttägt bis

PfandlMm anstelle der d-Adtiengesellschast zu Deckut !eTeinbarungtnmäb<Tnnitr. .aftihrps-ndhalterverhM"

ie Besitzer von Schuldver- erkschch geaStz § 6 de» : 1899 bj», 14. Wal 1915

Seegespenster.

Roman von Anny Wothe.

Amerikxnfcches Copyright 1918 by Aeay Wothe-Mihn, Ltipat

8 ita a Körntr 19%, nnchnu V * k »en AuU: ZERT ndergarten-Vereins der KoMerttingerin und des tthelm tkhlttier ehölcrhnen Fräulein nther, Hanni Roth, «weben Wehrhelm. Weber, Schumann. Rat heuxtemps, Wlenlawsld 1- sind bei ephon 671) und abends an - StedentenkaHen nur Im Vorverkauf beim Jr Daivenltlt gegen eiakarte. 346D Saales ?/«Uhr.

at 1920.

ist Kar-Cöln.

et Sdüew^'iit)

tiger._______

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Sie hatten jetzt die höchste Düne erreicht. Bvr ihnen breitete sich weit das unendliche, ut schweren. Dellen gehende tiefschwarze Meer.

Die dunklen Wolken mit mächtigen meisten Schaumkämmen, die wie fagendc Roste gegen bie Dünen stürmten, hatten etwas iWunlid) Dro­hendes. Schwarze Wollenfetzen mgten am Him­mel in wilder Flucht dahrn.

TaS sieht nach Sturm auS," bemerkte der Kapitän.Ich glaube wtt niünenunsnlen. wieder unter Dach uni) Fach »u komuten, ehe dn Windsbraut losbricht."

Ihr lenkt ab, Bent Bonlen " lächelte Sölve fast ebenso spöttisch, wie es Estrid zu tun pflegte, ba3 gefällt mir nickst an Euch. Warum! seid ^hr nicht offen?"

Weil ich Euch dann sagen mutzte. Ädret schleunigst heim. Die Euren warten auf Euch. Ihr seid Ihnen notwendig. Sie stehen Euch näher als Jngewart Ferks."

Sölve schüttelte den blonden Kopf.

Nein, zu ihm muß ich halten, wo alles ihn verlassen hat Ihr, Bent Banken, müßt Peter und Estrid Hellen ich, ich kann es nickst.

So sehr liebt Ihr ben todkranken See­fahrer?" stammelte Bent Bonkcn mit erstickter Stimme. . _.

Sölve sah ihn mit erstaunten Augen an.

Ern Unglück will ich verhüten, Käpten, Men-

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" lAilker ^°,i ez7Sf

was andere verschuldet, das sie an Jngewart Ferks ,J<mbGin dumpfes Brausen stieg vmn M«r hevruf. Es war, als ob alle Dünen lebten. Der aufge­peitschte Sand wirbelte weit umher und schnttt wie mit seinen Nadeln ben beiden Einsamen in Gickst und Hände. .

Kommt," mahnte mm auch Bent und faßte des Mädchens &anb, ,cher Strand fängt an zu rasen. Hört Ihr, wie er brüllt?"

Der voll entfesselte Sturmwind schleuderte weiße Flocken wie samtnen Schnee über.du hohen Dünen hinweg den beiden, die sich plötzlich bn öer Syrnb faßten, ins Gesicht. Wie mit einer SalzMe waren sie in ganz kurzer Zeit überzogen, obwohl sie schleunigst Lehrt machten.

Wie von Meerungeheuern verststgt, stürzten die beiden landeinwärts. Sie fährlich es war in dem tollen Wabtiwrnd, der die Dünentäler bis auf den Grrmd -ushötte und den Sand in dunllen Wolken durch bie Luft warf, dem Wüten des Wetters preis gegeben zu fein.

Fest, als könnten sie sich nimmer lassen, hielten sie sich bei den Händen, ohne rin Wort zu spvechew Keuchend ging ihr Atem. B-ntt mühte sich ver­geben-, die Richtung mnezuhalten. Er meintedoch, chec jedes Dünental zu kennen. Wie oft war er als Junge vom Watt über bte Dunen rar Norti see gestreift. Aber frellich, das war inzwischen waren auch bte Dunen seEdertt Ihm fiel rin, dast es das alte List war, üb« das sie schritten. Versunken lag es, eine vergebene Welt lTt ^habest den Weg

Sölve endlich, erschöpft innehaltend und sich ver- zneifelt umblickend.

Vas vrlefmartensahr W9.

Das in so vieler Dinsickst denkwürdige Jahr 1919 ist jedenfalls für den Briefmartensammler das denkfvürdigste, das er bisher erlebt hat. Nie­mals sind vorher auch nur aralähernd so viele und so verschiedenartige Marken ausgegeben wor­den, und die Zeitgeschichte spiegelt sich sehr deut­lich in den Postn?ertzeichen der Böller. Mehr als 2500 verschiedene Marken smd wah­rend der letzten <12 Monate ausgegeben worden, und so manche dieser Marken sind von entern Typ, wie er bisher den Briefmarkensammlern unbekwint war Neben Frieden und Sieg, neben Waffen- ftillftanb und Wiederaufbau spielt besonders ine Eroberung der Lust eine Hauptrolle m dieser bun­ten Driefmarkenwett. Neufundland mac^e bei dieser Hochstut von Neuschöpfungen den Anfang, mbem re am 1. Januar 1919 die erste Marke des Jahres rin führte, eine Ermnermigsmarre an die Taten der Soldaten des Landes, cm Laust des Januar erschienen dann di- ersten Ntiirken- ausgaben der neuen Staaten .Europas; bie Tschecho-Slowatei mit oer malenschm Morgen­röte, bte über dem Prager Dradschm cmtgeht Polen mit dem gekrönten weißen Adler und dem Reiterblldnis König SobiestkiS, Jngoslawien mtt einer Mryatide des Sieges. Sogar Fiume gib

veemlschtes.

Eine sonderbare Freundschaft.

nie. Frankfurt a. M., 10. Jait. Et« sonderbare Freundschaft besteht «ms emem Guts- Hos in der Nähe Frankfurts Dori vertragen stÄ em For und eine Katze ausaeznchnet uno gehen gemeinsam auf dieM^seiagfrKmneMaus wird verschont und verfallt dem slchevrn Tode. Nur m der Wohnstube des Gutsbesitzers Ütt sich von de» Hausbewohnern geduldet eine blinde Maus auf, imb Latze sowohl wi- bund «speMerm, o^e ba6 es ihnen verboten wurde, tms rranke Tier stürzen wohl beutegierig auf dasselbe iu. foboto sie aber merken, dast es dze yti>e ~Zau3 ziehen sie sich zurück, ia bte Freundschaft geht sötfar s^ weit, dast die Maus nitzg mrs der Schüssel des Hundes wie der Katze fristt, wenn btt betben anwesend sind Man cSmtte die ganzeSache für ein Märchen halten, wenn nicht der Schreibe, dieses das sonderbare Schauspiel mit eigene» Augen mehrfach gesehen hätte.

Sorgt Euch nicht, Sölve, wir finden ih« sein Ton war hoffnungsreicher als sei» ^Fester nun umschlost er

chens, das der Sturmwind trabet Torwarts trieb. Nicht zehn Schritte wctt In

den Lüften heulte es und das Meer donnerte uno frraufte. US rode es das.

mit frinen Tälern und Äugeln m biejLiete retyn. Der hohe Strandhafer, in dem sich die Füße bet» iricßelten, hemmte ihr Borwarlskommen.

Tann nicht mehr" ödfite. Söll>^W allein, Käpten, ich lege mich.hier im Dünen in ben Sand. Vielleicht ^findet Ihr Mich wieder, wenn der Sturm vorbei/

Das ist ja nicht Euer Emst, Sölve.. Brr müssen raus aus den Dünen. Sobald nnr bte letzte «frtte hinter uns haben, sind wrr geborgen. Ich will Euch fragen."

Ehe Sölve antworten konnte, hatte er tnz leichte Last schon gehoben und versuchte, sich ttfctiÄ ben Weg zu erkämpfen.

Er hatte das Gefühl, als belebten ihn mtt einem fDiale Riesenkräfte Er,te ben »W schlag des Mädchens an dem fernen. Ihr fnidter Atem berührte ferne Wange, ec fritte he kusten können, so still lag ne. mit sriMlfrsenm Augen m seinen Armen, fest die Sande um^fernen Sals geflammeri. Aber er durfte E

Ete Aufmerksamkeit mußte er auf den^veg ri&ber

sie den Sturmwind un Rucken hatten.

(FIrietzung folgt.)

Zur Lisenbahnrrbewegung.

Wir erhalten folgende Zuschriften:

Im LeitattikelZiel und Gefahr der Listn- fahnertauegnnn" mar u zu ststn man W seviglich nach den bestehenden Borschnfteii Qt- Set, Lwitojridmft S« atbeiten. '"Ä ffrist zu -törungen und demmimgen^,,^o Hab im Uhrwerk absichtlich

>et ganze Betrieb verloren." Dazu ist zu bewerten. Nicht den Beamten und.Arbeitern, d^ vorgeben, Tuumebr nach Dienstvorschrift ist.-rdeftem kann em Vorwurf gemacht.werden, dm Stellen, sie die Ttenslvorichriiten bearfrntrien

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ftiniArrnrincnö geduldet, bis eine Betriebs- Sta öÄnfall eintrat. Tann wurde in .dm Fällen der Uebcrtreter der Vorschriften Ä^^Gnadc bestraft, und wenn er hundertmal MB btr 8<tr«b stockt«, l»ntn er M bk®«nfh»rf<6riit gettiten hätte. Wenn Staatsanwalt erst mitzureden hatte, dann wurde überhailpt mir von Ueberiretung des Para Xubcn so und so der Dienstvorschrift Nv so geredet. Man kann also nicht gut davon Sit M ein Nad falsch gestellt wird, wenn ^enau nach Tieilstvorfchrift gearbeitet wird. Wenn die Eisenbahnl'eamten und -arbctter sich nun ent­schlossen, den Tienstvorschristen gemas; zu arbeiten, um ihre Forderungen durchsetzen, so haben doch die Stellen, die die Bor!chriiten boarbeitet haben, hen Beamten und Arbeitern diese Waffe m tue banb gegeben. Eigentlich sollte man doch Freude barflber cmbfmben, wenn das Personal nner qwßen Verwaltung nach Vorschrift arbeiten will: bann sollte man meinen, müstte alles wieder

Zum Wiederaufbau unseres zusammenge­brochenen Wirtschaftslebens gehört Arbeit und. rest­loses Aufgehen jedes Einzelnen in seinen^ Drenst- r^lichten. Vorbedingung hierzu ist die Schaffung einer Arbeitsfreudigkrit. Dieses mutz he vornehmste Aufgabe der jetzigen Regierung sein. Ob die Regie­rung dieser Pflicht in genügendem Matze nachge- ßommen ist, mag die Oefftmtlichkrit entschridem Für den Gewerkschaftsbund Deutscher EtsLnbahn-- heamten, Ortsgruppe Gießen.

Otto Wittkopp, Schriftführer.

Lev Fortschritt der Berhandluugen.

Berlin, 10. Jan (WTD.) Was den Eisenbahn streik betrifft, so nehmen he Tarifverhandlungen einen guten und recht schnellen Fortgang. Volles Ern- veriiehmen mit allen Gtetoetffdfaften ist erzielt. Tte durchs,nitlliche Erhöhung des Lohnes bettägt pro Stunde 1 Mark, das bedeutet für den Arbeits­tag eine Besserung um 8 Mark. Wenn der Streit, bevnders in Elberfeld und Essen ttvtzdem noch nicht beendet ist, so liegt daS davon, dast fammu- nisttsche Elemente die Führung an sich genifcn haben, die nicht einmal Lebensnnttefr und Mllch- zöge duvchlassen wollen.

druck veriiehen haben

Sck)on vor Ei-stritt der Bewegung wutz'.eic wrr, fast die wirtschafstickie Fraye nicht anertonnt, son­dern von oer Presse, ob mit oder ohne Bestellung, zu einer politischen gemacht würde. Dieses kann uns aber nicht abhalien, unsere Fvrderungrn nack)- drücklich yi ncrtreten. Tenn es ftrndelt sich zu nächst um einen Ausgleich der Vorteile im so daß von Politik im Sinne der Gegenseite kune Rede sein kann. Versichern können wir hierbei nur immer wieder, daß nrir nach rote vor Ix laupten, laß unsere Forderungen rein wutichast sicher fRarur sind. Die politischen folgen unseres Danbllns sind uns völlig klar, können dazu aber nur banerten, daß wir ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorziehen. Dte Presst ohne Unterschteo der politischen sstichtung spricht nur immer von einerpassiven Rejislenz". Ganz allein tiefer Ausdruck zeigt, rote wenig vertraui tie Presse mit den Tienstporschriften der Eilen- bähnverioaltung ist. Die Bediensteten der Eisen- Lal?m>envaliimg I-aben nicht nötig, tieses icdc be­jahende flirr verneinenden Erzeugung verwandelnde Mittel anzuwenien. Dte von der Verwaltung l^rcrusgegrbenen Ttenstvvrschristen, deren genaue Einhaltung jetzt von den Bedicnsteten txrlaitgt roiritg übt diesen rin genüycmdes Mittel m bte (Qairb, ihren bercch ig en Forderungen Nacyoruck zu verleihen. Wenn tiests Verfallen in lllrze'ler Zeit zu Hcmrmtmg.m und Störungen des Betriebs führen, sv liegt ti- Schuld doch an den Tienst- vorschristen und nicht an den audfüfrenben Be- bienfteien. Wälzend der langen Frtedens obre tst ntemarü», auch die Genchtsbarteit nicht, mtt dem Vorschlag der Abänderung dieser Vorschriften bet* uurgetreten, trotzdem^ es wkn infolge chrer Amts-, tätig'teit oder nahen Berülstung mtt der Eistnbahn bekannt sein mußte, daß sich ein gvoßer Tm der Vorschriften bei bet Kürze der zur Verfügung febeittin Beit ober itmulänglicher Derionenzaht gar nicht ausfuhren, lassen. Da dbec dte llritetts- ietstung beiArbeit nach cen Trenstvottchrrften im Qtegenfahk zu ter frr einer,pafftven Rrir- stentz" nur bis zu entern gereuten Grcwe sinken tonn, so wird es die ^Oeffenllichkett verstehen, roenn sitt) bie Eisenbahner gegen den Ausdruckpasstve Resistenz" wetten. Gänz'.ich mweritandlrch ist. wie bei tiefem Verfahren ein Rav un Uhrtverk ab- sichtlich Wto Ä «rim!ium- teil scheint hierbei eine bedeutend größere Bettn-ed^t sicherbrit qrreährtriftet Wenn angenommen ronb, daß der Minister mist seinem Er.laß an bie Frank­furter Arbeiterschaft das Sdstrnnnste verhmderl habe, fv ist bas cine.Hrmafymt?, tie in kciner Weist jUtrifft Wir sind int Gegenteil der «uht ba6 hiermit, wie auch mit der Besetzung des Dtrefr tionsgebaudes durch Reichswehr, nur Del ms Feuer gegossen warben ist

Wenn der Kamps mit (ribriteiung ge Wt wird und die Beamten durch ihre rerrtschaftliche Notlagr gezwungen chid, sich °n. diesem!Kampf ju teiligen, sv ist daS ein Umil-md, den auch wir flum Vorteil der Allgemeinftnt bedauern. Brifaucrn schon deshalb, weil wir letzten Endes selbst ctot gutes Teil der Allgemeinllrit sind und anderfeits, weil sich dieser Kampf auch sogen uns selbst a.s Werkzeug der Eisenbahnverwal^ung richtet.

Der Vvnmrrs, daß die Beamten des Bezirks Fnmlluri nachdrücklich 309 Prozent Auftch.ag auf bte Teuerungszulage gefordert hätten, tst berech­tigt. Anderfeüs müßte aber auch betaratt [ein, daß es sich hier nur um Vorschläge der einzelnen Bezirke handelt, die vom Beamtenbunde bei der Regierung auf 150 Prozent >emull^n»rden

Wenn nun behauptet wird, daß nach Zahlung der ab 1. Januar gewährten Vorschüsse der Lohn der ©fenbabnarbeiter durchweg hofrn sei, wie ber- jenige der Industriearbeiter, so muß, da Absicht doch nicht angenommen werden kann, eine bebaucr- lich« lln st nntnis vor liegen.

Der für Gießen erreichbare ööchstlohn von 12^0 Mk. für einen ungt'Lmten und 15,20 DU. für einen &anbroerfer rinsdstüßlich aller Zulagen

dürste dieses genügend beweisen.

Die Sage ber Beamten ist noch bedeutend schlechter. Ein Beamter mit einem Iahrcsgehalt bis i zu 1800 Mk. erhält für Gießen eine Teuerungs- : zulage von monatlich 180 Mk. Mit einem Gehalt Jjn 18004800 Mk. eine solche von 170 Mk. und einem Gehalt von über 4800 Mk. eure Teue­rungszulage von monatlich 160 Mk.

Ledige Beamte erhalten 80 Proz. .der Teue­rungszulage. Eine nwnatljche Entschädigung von 50 Mk. für jedes Kind bis znm 15. Lebcnsiahre kann als Anreiz zum Ausgleich des drohenden Ge­burtenrückgangs nicht angesehen werden.

Wenn man sich hierbei vor Augen hält, daß die übergroße Mehrzad der Beamten nur einen Friedensgehalt von 12002100 Mk. bereist, w müssen die Forderungen der Gifenbalynbrinaifteten auch der Wlgemeiirhrit bevchtigt erscheinen. Es mag für manchen schwierig sein, nach der früheren Be­zahlung und Mißachtung der Eisenbahner juh an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen. Mtt den ge­gebenen Tatsachen muß aber gerechnet werden. Deslfalb ist das Mindeste, was rotr verlangen können, Verständnis für unsere Lage ohne jebe Vor- ringenom mentzrit. Wenn sich heute bte Sund«: der Zeit vor dem Kriege rächen, so l.'hnen rott Ei>en- bcrhner jede Verantwortung hierfür ab. Auch, daß wir freute gezwungen sind, an die Oeffenlltchkett zu appellieren, ist eine Notwendigkeit, dte uns durch bestellte oder nichtbestettte Deröffentltchungeit in der Presse aufaczwungen werden.

Wenn in dem eingangs ang führten Schriftsatz des Gießener Anzeigers zum Schluß die Regierung aufgefordert wird, endlich dafür zu sorgen, daß Ein­freit und Reinheit in das Eisenbahnpersonal komme, so schließen wir uns dieser Aufforderung um,o lieber an, als wir annehmen, daß der Ausdruck Personal" die höheren Beamten rinschlteßt.

Gevrchirsaal.

Ein Hochverratsprozeh.

München, 10. Jan. (Wolff.) Bor d«N Vollsgericht begann freute vormittag derProzetz gegen^den Militärmmister der Raterewbftk, Stellt ner Wilhelm Reid-Hart, wegen Dochver» r a t s Er ermöglichte es, daß tie rote Arm« ausgestellt rmd gegen die Fegte^Ssttup^n fai Bewegung gesetzt wurde. Rerchhart ist Mitg.reo der kommunistischen Partei. ~

ToS Urteil lautete auf 4 Ja^re Fe­stung. Bei guter Führung »mAbem Ange­klagten nach Verbüßung von 2 Jahren bte Be­währungsfrist in Aussicht gestellt.

liche'n Miodus richtet sich tie angeführte Berliner Zuschrift in berKöln. Ztg." von selbst.

Welche Wirkung derartige Fortirungerc bei restloser Bewilligung auf das Budget des Staates haben muß, ist den Arbeiter- und Beamtenfuhrern bekannt. Wenn aber in den jetzt erneut anSge- »änetm »erlxplarat dm B-dimst«rn der Slck-r. heitsroehr e n Tagegeld zwtich n 8 und 13 Mk. nebst freier Kleidung, Verpflegung, ärztltche Belfand- lung und Zuschuß an die Verfreirateten verspcocl)en wird, so muß snh der Staatsangestellte uramlU kürlich fragen, weshalb derartige Bezahlung für diese nicht möglich sein soll.

Daß eine Erhöhung der Löhne und Gehälter der Eisenbahnbediensteten ohne ernt bedeutende Er- frötima der Tarife nicht möglich tst, rotsfan -rotr als Staatsangestellte stchr genau. Ebenso genau wissen wir aber auch, daß diese Tarife schm vor dem Kriege schr reformbedürftig warm. Vtele, m Form von Sondertarifen bestchendcn Sonderrechte einzelner Klassen müßten tobet abgrid)afft wer­dest Mit Rücksicht hierauf ist der Widerstand, ganz abgesehen von der allgemeinen Erhöhung, ver­ständlich. _________

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Ter m Nr. 6 desGießener Anzeigers" oorn & Januar 1920 gebrachte Schriftsatz enthält Un- richtigkeitett, ran deren Richtigstellung rotr nicht nur zum Vorteil der Eisenbahner, sondern auch ber der Mgemeinheit, ersuchen.

Daß die große Eisenbahnbewegung vom Di- veftäonsbeflirk Frankfurt (Main) ausgegangen fem fall, ist ein£ Ueberschätzung der Bediensteten tieseö Bezirkes, die uns unsere Bescheidenheit verbietet, in Anspruch flu nechnen. Jedermann, auch der Nichtfachmann, weiß, daß andere Tirettfansbezrrke vor dem Bezrrk Frankfurt (Main) nnt den be-

klappen.

Zu ber Forderung der Eisenbahner ist zu ' wagen, ist diese ungeüttfrt ? Es ist wohl bekannt, daß die Deutsche VolKpattri!die Regrercmg durch ihren Sprecher Sxrrn Dr. Becker un März 1919 mn Auskunft bat, wann das Beamtcnbesoldungs- gesetz oorpriegt würde. Anttvori wurde 'm Auguft erteilt, sie lautete: Wenn bte Deckung des Betrags gesichert fei. Ganz so ängstlich war bie Regvrung nicht, wenn cs sich um neue Mmtstenen und Ministergehäller nebstAbgeordnttendtätcn handelte.

veutc sind sich alle Organifationen der Ersen- dahnarbeiter darüber einig also nicht nur bte Vertreter ber radikalen Richtung, daß bte ge­forderte Lohnerhöhung unbedingt veroultgt werden muß Man kann der Arbeiterschajt rncht zumuten, daß " sie sich Gedanken über tie Herkunft der Gelder macht, und zwar well es an anderen Stetten in überreichem Maße ausgegebcn wird Im tzcrbst 1918 großes Erstaunen über bte Erhöhung ber Eisenbahnarbeiterlöhne. Erstaunte aber jemanb darüber, roie gering bie Löhne vorher waren? Jeder, ob mit ober ohne Famllte, nnrb es am eigenen Leibe spüren, daß freute ntemanb mit 12 80 Mk Lohn auskommen kann. Daß dte Lage der Beamten genau so, ja zum Teil noch trtel schlimmer ist, ist nachzulesen in einem ausgezetch- arten Artikel in der Tägl. Rundschau Nr. 9: ,L»llfe für die Beamtenschaft" von Dr. £>ugo, M d. N Die Deutsche Volkspariet hatte auf Ber- aniassunq des Beamtenausschusses der Partei auch schon im Manat Dezember erneut eine Teimmgs- ^ulage von 150 Pvoz. in der pveuß. Landestter- iammlmtg beantragt. Die Regierung hatte, ohne die Organisationen der Beamten zu fragen, 50 Pwz. bewilligt. Gewiß, für Beamte, dte dar­über entscheiden, genügen 50 Proz.

Man könnte aus den Gebauten fommen, für die Eisenbahnbeamten und «arbeitet wird von der Berwaltimg in anberer Weise gesorgt. Stimmt. Die Eisenbahner konnten vom -sommer bts Derbst 1919 i< a. wollene Halstücher zu 4 Mk., Puls­wärmer zu 1,50 Mk. vom Retche käuslich enrorben; dieselben Gegenstände sind vom Reich am 1. De­zember 1919 nach Holland zum Pretse von 2,50 Mk bzw. 0,80 Mk. verkauft worden

R a h l m e i e r, Bahnmeister 1. All

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