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ZwiMilgrrrmddruck u.Verlag: vrühl'fche Univ.»Such- u. Steindruckerei «.Lange. Schriftleitung. Sefchaftsstelle u.Druckerei: 5chnlftt.7.

I scheu (delegierten, das Rotiftkatvonspwtvfloll, das sich auf einem eigens zu diesem Zweck hergerichteten I Tisch de sand, zu unterzeichnen. Als erster un-

ist am 8. November ver-

Jan. (WTB.) Die Der-

Berlin, 10.

itevricbt

39c

, neuen

tt

unterzeichnet wurde, öffentlicht worden.

Handlungen betreffend Danzig und Me­mel, die gestern zum Abschluß gekommen sind, haben u. a. das Ergebnis gehabt, daß unsere Beamten dort einstweilen in Tätigkeit bleiben.

Wilsons Erklarnnse».

Rotterdam, 10. Jan. (WTB.) Laut Nieuwe Rotrerdamsche Courant" heißt es in der Botschaft Wilsons an den demo kratisch-nationalen Kongreß weiter: Die Welt ist frei für die Demokratie. Die Demokrarre hat jedoch noch nicht gesiegt. Deutschland ist geschlagen. Aber Deutschland tft bereit, seine Politik der Angriffs- und Verteidi­gungsbündnisse, die einen dauernden Frir> den unmöglich machen, wieder au^unehmen Wilson erklärte weiter, er fasse die Handlungs­weise deS Senats nicht als die Entscheidung des Landes auf und er sei immer noch davon überzeugt, daß die überwältigende Mehrhcn des Landes die Ratifikation des Friedensver träges verlange.

Nr. 9

Ter «ittzentr Ihneigtr erscheint täglich, ander Bonn- und Feiertags.

Bejnospreis:

Monatlich Mt. 2.30, viertel jährlich ®K. 6 90 einschlieblichdesBestell- flelbe; durch die Poft medeljährlict) 'Bit 6. ausßistießlich Bestellgeld. Fernsprech - Anschlüsse: für die Lchris>leitungl12 Verlag,Weschäs.ssteUeSL AnschristsürTraiNnach- richieu: Anzeiger Kietzen.

poftschecttonts:

Frankfurt a. M. 11686

Ter Text des Protokolls, das der deutschen i recht Lugesprochen werden wird. Dar- Delegation am 2. November übergeben wurde und um wollen wir uns trotz allen Schmerzes voll das heute nachmittag von Lersner und Simfon I Hoffnung und Zuversicht in dieser Abschiedsstunde

terricht s für Anfänger, ag den 13. Jan. 1910. nehme ich ron heule r Wohnung entgegen, idt, Tanzlehrer aguse 31. 76

huuagme von Anzeige» f. die Lagesnikmmer vis zum Nachmittag vorder ohne jed. Bervinblichkeit. Dreis für \ mm höhe für Anzeigen v.34mm Preu- örtlich 25 tzi, au-wärtS 30 Pl.; Int Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 90 Ps. Bei Platz- vorlchrifi2O'/Ausschlag. Hauvtschri'tleiten Aug. tdoeg. Verantwortlich Wir Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Tcw Dr Remhols Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Dietzen.

Die Veamtenbesoldung.

Berlin, 10. Jan. (WTB.) In der y-mlrseLi Besprechung mit den Vertretern der Beamtcnor- ganisalionen wegen der-ErhöhungderTeue- rungszulagen erklärte srch der RerchsMtmste. der Fdranzen b-reit, alsbald tne Zustmrmung^i gesetzgebenden Faktoren des Reiches hcrbcrzuful^ Den, daß für die Beamten des Reu^s tee laufen- den Teuerungen lagen (emschlteßlrch K^.nderzul^ am} mit Wirkung vom 1. Januar am loO Prvz. erhöht werdm bis 1. April 1920 als dem für das Inkrafttreten der Besvldungsrewrm in AusNck: genommenen Zeitpunkt. Tie Kindevzulag<m Mctber. untxrän ert bc' ehm. Au »len «hiernach am 1. Fevr. Migen Gesamt betva-g werden die bereits bcwill:. - - den Teuerungszulagen angerechnet.

Die Vertreter des Deutschen Beamtenbmtde^, der Gewerkschaft deutsch. Eisenbahner und d s Deut­schen Eisenbcchnerv.rbandes übernehme bie Ver­pflichtung. mit allem Nachdruck darauf hinzttwirken. daß die bedauerlich-nveise auch hmcrlyalb der Be­amtenschaft b.merkbar gnvordenL Korrup wn aus­gemerzt wird. Die Organisationen werden nch dafür einsetzen, daß im £>mMtcf auf die gest rgerten Aut- wendungen für die Barmten von biefat die Not­wendigkeit vollster Anspannung dcr Kräfte aner­kannt wird und daß dort, wo es bisher nicht der Fall war, Arbeitswille und Arbeitsleistung sich m er^lwhtem Maße einstell.m. Sie erklären, daß du- Beamtenschaft angesichts des Eingehsis aut rijr-. Wüw'che bis 1. 4. 1920 von wnteren Forderungen abgesehen wird, es sei denn, daß die wirtschaft.',chen Verhältnisse eine unvorhergesehene Venchäcftmg er­fahren.

lühle iroWiBEii Wi im aller Lelsaaien liegen j] Flotte Bedienung. WA VN'

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iterricht!

! Uhr, beginnt ein neuer Kursus. au n in meiner Wohnung, /str, entgegengenomm. za jeder Tageszeit

, Tanzlehrer

Tanzlehrer (Sitz Berlin)

Reichsverbande ausscheidenden Landesteile leise ausgesprochen. Dem Aufruf blieb, so unumwunden er von dem geknechteten Recht spricht, der friedliche Charakter gewahrt. Deutschland will kämpfen, aber nur mit fried­licher Waffe für sein inneres Erstarken. Die Zusammengehörigkeit aller Deutschen soll über die politischen Grenzen des Reichs hin­aus gewahrt und gefestigt werden.

Wir betrachten den 10. Januar nicht als den endgültigen Abschluß des deutschen Schick­sals, sondern als eine Zwischenstufe, die wie­der zur Höhe führt. Es werden noch weitere Jahre der Sorge und des Elends über uns hereinbrechen und der Wille zum Durchhalten muß uns wie im Kriege geleiten. Wenn wir aber die Kraft haben, besonnen und würdig zu handeln, die Hände zu regen zu eifriger Arbeit, wenn wir es vermeiden, in die Gassen der Verzweiflung iu rennen, dann werden das Ansehen und der Kredit des deutschen Volkes wieder wachsen, und das Ausland wird aus den ungeheuren Leistungen Deutsch­lands während der letzten Jahre die rechten Folgerungen ziehen.

Paris, 10. Jan. (Wolff.) Havas v. Sim- son und v. Lersner haben heute 4.03 Uhr nachmittags im Kabinett des Ministers das Aus­wärtigen Pichon das Protokoll des Wafsenstill- stmides unterzeichnet. Tie Zeremonie war 4.15 Uhr beendet.

Bern, 10. Jan. (WTB.) Neber bie Zere Moni e der Unterzeichnung des Pro­tokolls vom 11. November und den Aus­tausch der Ratifikation, die heute nach­mittag im Ministerium des Aeußern stattsarwen, meldet die Agentur Havas:

Um 4 Uhr versammelten sich Clemenceau, Lloyd George, Nitti und Matsui im Kabinett von Pichon. Gleich darauf wurden von Lersner und von Simfon durch den Protokollführer William Martin eingeführt. Nachdem Clcmenceau die Er­klärung abgegeben hatte, daß der ihnen zur Unter - 'schrift vvrgelegte Text des Protokolls der nämliche sei wie der ihnen am 11. November übergebene, ersuchte er sie, zu Unterzeichner. Nacheinander traten von Lersner und von Simfon an den Tisch, auf welchem das diplomatische Aktenstück lag, und fetzten ihre Unterschrift darunter. Cle­menceau übergab sodann den beutfd>cn Delegier­ten -as bereits veröffentlichte Schreiben über die Herabsctzlmg des schwimmenden Materials Diese erste Sitzung hat kaum drei Minuten gedauert. Die deutschen Bevollmächtigten wurde:! hcer- tnif in den Uhrensaal geführt, wo die Delegierten der alliierten »Mächte bereits Platz genommen Hütten. Clemenceau nahm vor dem großen Kamin auf dem Präi'identenßu.5 feinen Platz ein. William Marlin ersuchte die beuU

Die Heimsendung der Gefangene«.

V e r l i n, 10. Jan. (WTB.) Der Minister Loucheur und der Generalsekretär Du- t a st a erklärten dem Freiberrn von Lersner auf Anfrage, daß alle Vorbereitungen für die Heimschaffung der deutschen Kriegs­gefangenen in eingehender Weise getrof­fen seien, und daß der Abtransport am Tage der Inkraftsetzung des Friedensvertrages so­fort beginnen werde. Der gesamte Heimtrans­port aller Gefangenen dürfte ohne Unter­brechung aufs schnellste durchgeführt werden.

Der Reich-präfidcnt und die Reichs- regieruug an die Bevölkerung der au- dem Reichsverband ausfcheidenden

LandcSteile.

Berlin, 10. Jan. (WTB.) Ter Reichs­präsident und die Regierung haben folgende Kundgebung erlassen:

An die deutsche Bevölkerung der aus dem Reichsverband aus scheide nden Landes­teile.

Ter unglückliche Ausgang des Krieges hat uns wehrlos der Willckrc der Gegner prcisgegeben und legt uns unter dem Titel des Friedens die schwer­sten Opfer auf. Tas schwerste aber, das man uns aufzwinsft, ist derVerzichtauf deutsche Ge­biet s te ile im O st en, Westen und Nor­den. Unter Nichtachtung ihres Rechtes auf natio­nale Selbstbestimmung werden Hunderttausende deutt'cher Volksgenossen fremder Staatsgewalt un­terstellt. Deutsche Brüder und Schwestern: Nicht mir in der Stunde des Abschieds, sondern rnttner- dar wird die Trauer über diesen Verlust unsere Herzen erfüllen, und wir geloben Euch im> Namen

gesamten deutschen Volkes, daß wir Euch nimmer vergessen werden. Auch Ihr werdet das gemeinsame deutsche Mutterland nutzt vergessen: dessen sind wir gewiß. Heber die zer­rissene Staatsgemeinschaft hinaus werden Eure Herzen Treue halben der deutschen S'.ammes- und Kulturgcmernschast, die der Nährquell Eures aeifti» gen Lebens war und jederzeit bl.'iben ivirb. Seien wir uns in dieser schweren Stunde des Verlustes des Köstlichen bewußt, was uns als gemeinsames Gut bleibt und was leine fremde Macht uns rauben kann Gemeinsam bleibt uns die Sprache, die uns die Mutter gelehrt hat, gemeinsam die Welt der Ofedanken, der Worte, der Töne und der Bilder, in denen die großen Geister unseres Voltes nach dem höchsten und edelsten Ausdruck deutscher Kultur gerungen haben. Mit allen Fasern unseres Den­kens, unseres Liebens und ganzen Seins bleiben wir verbunden. Was von unserer Seite geschehm kann, um Euch die Muttersprache, die deutsche Eigenart und den innigen geistigen Zusammenhang mit dem Heimattande zu erhalten, das wird ge- toefren. Wie es schon, soweit Verliandlungen mög­lich waren, unsere vornelMste Sorge war. Euch trotz dxr Trennung Eure nationalen Lebensrechte zu bewahren, so werden wir nicht aushören, dafür einz t eten, daß die vertrag ich gegebenen Zusagen gehalten werden. Unsere Schatten aber und alle untere Einrichtungen für die Bildung des Geistes und für die Pflege der Wissenschaften und Künste sollen auch fernerhin wie tisber offen stellen. Herüber und hinüber soll jeglicher Austausch gepflegt und jedes seelische Band geschützt und gestärkt werden. Ter unermeß­liche und unversiegbare Schatz an geistigen Gütern, den das deutsche Volk besitzt, gehört Euch mit. Seine nationale Bindekraft wird sich bewähren Seit Jahrhunderten schon war es das Schicksal unseres Kolkes, daß zahlreiche Teutsche außer­halb des deutschen Staatsverbandes unter fremder Herrschaft gestanden haben. Wo auch immer in­mitten fremden Volkstums ihre Siedlungen stan­den, sie haben die deutsche Eigenart und den geistigen Zusammenhang mit dem Mutter lande in den schwersten Zeiten bewahrt und die Kraft ihrer nationalen Kultur über weite Gebiete ausgestrahlt. Ihre Arbeit wird Euch vorbildlich fein Tür bie schwere Ausgabe, die ein herbes Geschick Euch auf- erlegt Deutsche Herzen verzagen Nicht, und deut­scher Wille findet den Weg, sich zu behaupten. Seid gewiß, daß unsere Teilnahme, unsere Sorge und unsere heiße Liebe Euch unverbrüchlich erhalten bleiben. In diesem gegenseitigen Vertrauen wollen wir in der schwersten Stunk der äußeren Tren­nung uns unserer unlösbaren inneren Ge­meinschaft in erhöhtem Maße bewußt werden Ueber alle Grenzpfähle hinaus bleibt der deutsche Volksstamm ein einziges Ganzes. Seid stark mit uns in dem Glauben: Das deutsche Volk wird nicht rntergefcn- Aus der tiefen Trübsal dieser Tage wird es sich emporarbeitm. Von der schw.'rerrungc- nen freiheitlichen Grundlage aus wird es durch die Cntfaltung aller guten Kräfte dm Aufstieg gewin­nen zu höchster polittschcr, wirtschaftlicher und so­zialer Kultur. Volksgenossen! Mit d.r gewaltsamen Trennung ist Euch und uns hartes Unrecht ge­schehen. Das Recht der Selbstbestimmung ist bet deutschen Bevölkerung versagt worden. Wir werden die Hoffnung nicht aufgeben, daß auch Euch eines Tages dieses nationale Grund­

zurufen: Treue um Treue! Für das Recht unseres Volkstums wollen wir miteinander einstehen alle Zeit und mit ganzer Kraft.

Der Reichspräsident: Ebert.

Die Reichsregierung:

Bauer, Schiffer, Koch, Dr. Dell. Dr. Mayer, Dr. David, Müller, Erz­berger, Noske, Dr. Geßler, Schlicke, Gicsberts, Schmidt.

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Damen.

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terschrieb von Simsvn. worauf v. Lers­ner seine Unterschrift unter das Pnotvlloll setzte. Es unterzeichneten dann der Reihe nach Lloyd Goorge, GLmepceau, Nitti und Matsui. Nach diesen vier Vertretern der Gvoßmäckste, die den Friedensvertrag von Bersallles ratifiziert haben, folgten mit ihrer Unterschrift die Bevollmächtigten von Belgien, Bvlwrem Brasilien, Giwtemala, Ka- nabi, Peru, Polen, Siam, der Tschecho-Slovakei und von Uruguay.

Nachdem alle unterzeichnet hatten, erhob sich Clemenceau und sagte: Tas Rallftflationspvo- toflott, das zwischen den Mächten der Entente und Deutschland abgeschlossen wurden ist, ist unterschrie­ben. In diesem Augenblick tritt al jo der Friedens­vertrag in Kraft, und es müssen alle seine Klauseln durchgesührt werden. Tie Sitzung ist aufgehoben.

Es war genau um 4 Uhr 13 Minuten. Tie deutschen Delegierten zogen sich als erste zurück, worauf ihnen die Telegierten der Alliierten folg­ten. Clemenceau, Lloyd George und Nitti ver­ließen jedoch das Mirristerium nicht, sondern hielten eine geheime Sitzung ab. Dor dem Ge­bäude hatten sich während des Zeremoniells der Unterzeichnung einige Hundert Personen ringe» fimbcn.

Paris, 10. Jan. (Wolff.) Havas. Der Tert des Schreibens, das Clemenceau heute nach­mittag nach dem Austausch der Ratifikations- urkunden dem Freiherrn v. Lersner übergab, hat folgenden Wortlaut:

Friedenskonferenz, Paris, 10. Jan. 1920.

Herr Präsident!

Nachdem das in der Note vom 2. November vorgesehene Protokoll von den bevollmächtigten Vertretern der deutschen Regierung unterzeichnet tft und demgemäß die Ratlsikationen des Friedens- Vertrages von Versailles niedergelegt sind, er­greifen die alliierten und assoziierten Mächte die Gelegenheit, der deutschen Regierung zu wieder­holen, daß sie, obgleich sie die Wiedergutmachung für die versenkten Schiffe von Scapa Flow aufrechterhalten, nicht die Absicht haben, die wirtschaftlichen Le be ns in te r e ff e n Deutschlands z u beeinträchtigen. Sie bestätigen diesbezüglich durch gegenwärtiges Schreiben die Erklärungen, die der Generalsekretär der Friedenskonferenz am 23. Dezember dem Prä­sidenten der deutschen Delegation mündlich abge­geben hat.

Diese Erllarvngen sind folgende:

1. Ter General, ekretär ist durch den Obersten Rat ermächtigt worden, der deutschen Delegation zu versich.ru, daß die interalliierte Kontrollkom­mission und die Wiedergutmack>ungsCommislwn sich mit größter Sorgfalt an bie in der Note vom 8. Dezember bezüglich der Wahrung der wirt- sch f liehen Le eiisintereften Deut.chlands enthalte­nen Zusicherungen halten werden.

2. Die Sachverständigen der alliierten und aff opferten Mächte sind m der Erwärnmg, daß ein TÄl der Erhebungen, auf die fk ihve For­derung von 400 000 Tonnen Schwimmdocks, schwimmenlen Kräl/nen, Schleppern und Baggern gestützt ta'jcn, in genrf en Einzelheiten ungenau sein könnten, der Ansicht, daß ihnen bezüglich der in Hamburg befindlichen 80000 TonnenSchwimm- docks ein Irrtum unterlaufen fein könnte. Wenn die Untersuchungen, zu denen die interalliierte Kontrollkommission schreiten wird, erwei'en wer­den, daß Wittlich ein Irrtum vorge.!ommen ist, so sind die alliierten und assoznerten Mächte be­reit, die Forderung entspreck-end he-.-aözusetzen, der­art, daß sie auf 300 000 Tonnen in runder Zoll! oder sog-ir darunter gehen Ivetten, w itn die Notwendigkeit der Herab e^ung durch zrontgenb: Gründe erwiesen wird. Den bevollmäckstigten Ber- ttetern der al.netten und assoziierten Mächte müs­sen dabei alle Erleichterungen gewährt werden, um ihnen zu gestatten, die erfotterlichon Erche- bungen zur Nachprüfung ter beut dien Angaben zu machen, bevor irgeichwelche Horabsetzirng bei der allgemeinen Forderung durch bie alliierten und assozi erten Mächte gestattet w wen kann.

3. Die alliierten und assozii'rten Regrerungen find, indem sie sich auf den letzten Paragraphen des Schreibens, das ihre Antwort enthält, beziehen, nicht der Meinung, daß die B.-rsenkung der deut­schen Schiffe mScapaFlowan sich ein Krtegs- verbrechen sei, für das Artikel 228 des Friedens­vertrages persönlich- Strafen vorsieht, andererseits bewerten die alliierten und assoziierten Mächte, daß sie, bie wirtschaftlichen Lebensinteresfen Dentsch- lanbs nicht außer Acht lassend, eine Forderrmg auf 400 000 Tonnen gestellt hobm, eine Forderung, die auf einem von ihnen aufg-stellten Inventar beruht. Die deutsck<n Sachverständigen habm ein Verzeich­nis abgeliefert, das eine kleinere Ziffer enthält und das noch nachgeprüft wetten wird.

Demgemäß werden von den 400 000 Tonnen schwimmenden Tocks, schwimmender Kräne, Schlep­per und Bagger, deren Ablieferung die Alliierten verlangen, alle Schwimmdocks abgezogen, die nach der lieberDrüfimg als ein Irrtum in den Verzeichnissen der Alliierten stehend anerkannt werden, imb die daher nicht bestehen. Immerhin wird diese Herabsetzung 125 000 Tonnen nicht überschreiten. Tie alliierten und assoziierten Mächte fügen bei, daß die 192 000 Tonnen, deren Ablieferung von. der deutschen Regierung vor­geschlagen mürbe, und bereit Verzeichnis anläßlich der Sachverständigenkommifsion abgeliefert wurde, sofort abzuliefern sind. Für die zuerst abzulie­fernde Tonnenzahl, wie sie von der Wiedergtft- machungskommission bestimmt werden wird, wird der deutschen Regierung eine Frist gewährt. Tie Ablieferung der Gesamttomtenzahl darf aber 30 Monate nicht überfteigen. «

Genehmigen Sie . . .

(gez.) Georges Clemenceau

Hi*$e -SSÄS , Januar

tod.dieSch»i*

ver Zriede.

Arn tnrrgtftrigen Samstag ist in Paris ber Austausch der Ratifikationsurkunden er­folgt und der Friede damit in Kraft getreten. Sang- und klanglos, ohne Fest und Feier, ohne Freude uitb Brüderlichkeit. Er schien fast nur eine bureaukratische Maßnahme zu fern, dieser letzte Austausch der Urkunden, bei welchem kein irgendwie erhebendes oder auch mir bedeutungsvolles Wort mehr gesprochen worden ist. Herr Clemenceau war der einzige Redner, und wie bei der Ueberreichung des Friedensvertrages war auch feine diesmalige Ansprache kurz und barsch. Dre deutschen Ver­treter entfernten sich nach der Leistung ihrer Unterschrift stillschweigend.

Und doch bedeutet der 10. Januar im Leben der zivilisierten Völker einen Tag von unermeßlicher Bedeutung und weitreichender Denkwürdigkeit. Langsam wächst die Ahnung und Ueberzeugung, daß mit dieser Art von Friedensschließung der Fortschritt mensch­licher Gesittung gestört und zurückgeworfen worden ist, während doch nach dem fünfjähri­gen Streiten und Bluten das allgemeine Sehnen der Menschen etwas ganz anderes er­hofft hat. Das führende Amerika, das mit so diel Emphase Gebote der Menschlichkeit ver­bündet hatte, steht gesenkten Hauptes abseits und hat für das mißhandelte Deutschland in seiner Verlegenheit nur die rauhe Mitteilung übrig, daß für die Beziehungen beider Länder und Völker zueinander nach wie vor die Be- stinimungen des Waffenstillstandsvertrages Geltung haben sollen. Wie die amerikanische Politik im Laufe der nächsten Jahre sich ge­stalten wird, hängt von den neuen Wahlen, der Persönlichkeit des neuzuwählenden Präsi­denten ab.

Was aber bleibt dem besiegten und ge- demütigten deutschen Volke zu tun? Von kei­ner Seite, auch von unserer heutigen Reichs­regierung nicht, sind aus Anlaß des end­gültigen Friedensschlusses irgendwelcheWorte der Ermunterung und Aufrichtung an uns gerichtet worden. Schweigend wie die deut­schen Unterzeichner in Paris legen auch wir das furchtbare Friedensdokument zur Seite, hoffend, daß eine neue bessere Zeit und die bessere Ueberzeugung der Völker dieses Werk des Hasses noch einmal revidieren werde. Diese Hoffnung haben denn auch der Reichs­präsident und die Reichsregierung in einem wehen Aufruf an die Bewohner der aus dem

Die poHtit Amerika;.

Ro tterdam, 10. Jan. (Wolsf.) Wie bef Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus London meldet, erHärte Hoover in seiner Botschaft über bie finanjietten und wirtschaft ichen Verhältnisse Europas, Europa müße an bie Arbeit gehen, statt auf bie Bereinigten Staaten zu rechnen. Die Bebürfttisfe Italiens ivären geringer, wenn es sein Heer und seine Flotte demobilisiere W« er wisse, bedrohe niemand Italien. Oesterreich fei der mitgenommenste Staat Europas. Die Alli­ierten müßten zur Einsicht gebracht werden, daß Oesterreich frei sein müsse, politische Bund nisse einzugeben, durch bie es aus dem Armen­haus erlöst wird.

Wie derNieuw^ Rotterdamsche Courackl" mel­det, wird diese Erllärung Hoovers wahrscheinlich so­wohl dem Kongreß, als auch der amerikanischen Geschäftswelt als Richtschnur für ihre finanziellen Beziehungen mit Europa während der Wv'derher- stellungszeit dienen. Die Bedeutung der Erllärung Hoovers kann daher nicht überschätzt werden, vor allem, weil Hoover von feinen Anhängern als ein Präsidentschaftskandidat, der sowool für die Republikaner, als auch für die Demokraten annehmbar ist, bezeichnet wird.

Portland, 10. Jan. (Wolff.) Havas. Ter frühere Lräfident Taft äußerte in einer gestern gehaltenen Rede, daß ferne Meinung von der­jenigen des Präsidenten Wilson abweiche. Wenn dieser erflärt habe, man solle den Völker­bund zur Hauptfrage der demnächstigen Watz! kampagne machen, so fei er der Ansicht, baß diesem Verfahren sicherlich eine Verzögerung mit sich bringen würde. Taft erklärte, das Notwenbrgste sei retzt die Ratifikation des Friedens, der herbeigeführt werden könnte durch die Annahme des Kompromisses des Senats.

Amsterdam, 10. Jan. (WTB.) LautTete- graaf' meldet dieTimes" aus Washington ,daß augenblicklich! s ogut wie gar feine Aussicht besteht, daß die Vereinigten Staaten den Ga- ran tieoertrag mit Frankreich ratifv zieren.

Wie das Blatt weiter meldet, ist die amerif? nische Regierung noch immer für Abhaltung ein-.r Volksabstimmung über die Frage der Ratisi- zierung des Friedensvertrages.

Erstes Blatt 170. Jahrgang Montag, 12. Zannar 1920

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhefsen