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Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 8.
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legenden Wort sich rin, nach einer weiteren Zeugenaussage zwri, mit Karabiner versehene Soldaten ohne jeden ersichtlichen Grund aufhiel- s ben ersten Schuß des Korporals hin
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Ah. Strauß Ehopin ! ®otns
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■ v. Äalnwn a9 dm 14. Oktebtr Gnadend. ,
OieKalkner aufLinöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
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W« s«si .ktivwesenii b“ Todesverachten
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Die hessische Regierung negen öle Untal sranzösischer Soldaten inGbei-Zngelheim
Darmstadt, 9. Ott.
Wegen der Vorgänge bei dem Kirchweihfest in Ober-Jngclhrim am 26. September 192J hat das Staatsministerium nachstehende N o t e an ras Lberiommando der fvanzöuschm Rheinarmee n Mainz gerichtet:
Ter Bericht über die beklagenswerten Ereig- mist aui d:m itirrlav ihßest m Ober-Inarlheim am 26. September d. gibt dem unterzeichneten Mi- xiftttmm Bcranlaisung, bi: be andere Aufmerksamkeit des Odrrlommandos aus folgende Punkte |u lenken:
Ter Umstand, daß die zierst für den Festtag -uaesagte Räumung des herkömmlichen Tcm;- lomlS, M5 zur Zeil mit Truppen belegt ist, schlftß- lch w.edcr rückgängig gemacht worden war, was ii letzter Stunde kosftpielige Dau arbeiten erforderte, Satte bte Stimmung der Bevölkerung in Ober- Ingelheim b.reits vor dem Feste so erregt, daß das eveisamt 'Sengen den delegierten der Rhrinlands- dmmissivn bei dem Kreise Singen gegenüber die Lerantwurtung Tür einen ruhigen Verlauf des .Utes nicht übernehmen konnte. Gleichwohl hat es jte Beoö.k rung, wie die Delegierten selbst eurer» ’ennten, keinen Augenblick an Ruhe und Besonnen- xü fehlen lassen. Insbesondere bewahrten die ^estteilnehmer eine höfliche Haltung, als sich an xm Abend des 26. September gegen 9 Uhr fron« ösische Soldaten in dem Tanzsaale einfanden, um nitzutanzen. Die Soldaten fügten sich korrekt rtn von Der Tan-leitung gegebenen üblichrn Weisungen und verließen nach einigen Tänzen den :lcuim. Rach etwa einer Stunde kamen sie wieder, und nun ereigneten sich folgende auffallende Tat» jachen:
Tiefeiben Soldaten, die vor einer Stunde !ich willig der Tmizleituna füaten, legten jetzt eine, jede höfliche 9Bci ung schroff ablehnende Hal- hmg an den Tag. Den von dem Zeugen Kahn unternommenen Versuch, den Bürgermeister zur ?termittelung herbeizuholen, beantwortete der fron« lösischc Korporal mit dem Absouern seines Revolvers. Auffallend ist weiter, daß auf einmal an •em nicht weit von dem Tanzsaalausgang entfernt
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hJLnab&anl »g des großen il-Filme ratenl Vielgesuchten Ä io wie das V
Programm lieft. Deueri'M gleiche Liebling j Harry Piel.
Derr Cafetan Taus lächelte nachsichtig. „Sagte i^s nicht, daß Sie kern Tbeaterblut haben, Kind? tli Sie mir vom Theateragenten Block empfohlen :, tttben, gaben neben Ihrer Photographie und -'hrem Revertrive seine Mitteilung, daß Sie aus tnen sehr guten und wohlhabenden Dause ieim, kl Ausschlag für meinen Errtschluß. Ich sagte Diese junge Dame wird Hne Schwierigkeiten überwinden haben, um sich so zu kleiden, wie $ das Publikum meines Theaters von einer ju** südlichen Darstellerin nun einmal verlangt. Aber ’Nöurtk’ bitter enttäuscht."
„Ich ging gegen den Willen meines Vaters zur duhr« und war deshalb darauT angewesen, olle Ausgaben, auch dis für meine Kleidung, von 5J®ner Gage zu bestreiten."
. ..Wun^rschön, Mer wenn Sie Tlwaterblut Sätzen, würden Sie sich von vornherein darüber gewesen fern, daß das nicht auf dir Dauer Warum nahmen Sie sich Dem Beispiel an jmlcin Ties kau ? Die bez tehr nicht einen Sten* , 5ee. und ihre Toiletten särd ton-
öficbenh für die Mode der ganzen Stabt . . ." .. Falk erhob sich: „Genug der freunb- 2^t'6Timg. öerr Direldor! Sckücken S« mu, zf' l^ri'^stück, das ich unterzrichcen soll, icm Vormittag in meine Wvhnung.
jß <"k mit einverstanden."
erhob sich auch Derr Eajetan Daus. Er
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das Feuer auf bat Tanzsaal und die Festteilnehmer eröffneten Ein ober zwei aus der Rich ung der Turnhalle kommende Soldaten schis'en ebenfalls, io daß sich bald eine sinnlose Schießerei entwickelte, die zu der tödlichm Verletzung der Ifyäbrigen Elisabtthe Kaiser, die aus Frankfurt a M. zu dem Fest gekommen war, führte, den Zeugen Sch rfius leicht verletzte und dem Zeugen stvng die Kleider teffchüdigte.
Mle dies' Einzelhriten sind in Ober-Ingelheim bekannt und haben bort b*n Eindruck erweckt, als iei der Zwisch ufall von bat Soldaten beabsichtigt morben. Die strengste Untersuchung des Vorfalles nr daher unabw.'isbar. Wi bas unter,tfidynete Ministerium aus dem aufrichtig Teilnahme be- hinbenben Schv iben des Delegierten der Rhrin- ndkommission bei der Provinz Rhnnhe'sen an n Hcssi ch n Landeskommissar für die besetzten ssischen G l'ietsteile mit Genugtuung entnimmt, in die Un ersuchung bereits in vollem Gange. Er verfehlt jedoch nicht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß du» abschriftlich anliegende ErHäru.ng des Zntgen Kahn, die er mit dem Eid bcFräftigcn feilt, Umstände ergibt, bi? in ber Bevölkerung als k ne Beeiuf ussung der Zeugenaus agen durch den xmebmenben (Äendarmen angesehen werden löwtten.
Das unterzeichnete M misteri um beehrt sich aher, erg benst zu ersuchen, ihm sobald rote ir^cnb möglich das Ergebnis der Untersuchung mttzu- teüfli, damit es die Bevölkerung davon überzeugen lernt, daß von dem ObrrDomnumiro alles geschehen it, um die Schreckenstat restlos aufzukläven, und Mfi die Sckmldtgm zu der gebührenden Verant- ■xyrtuitg gezogen worden sind.
Da aber die Tat und ihre Einzelheiten die Ssröiferung in begreiflicher Weis? bis zum äußeren empört, da ferner, wie berichtet wird, mc6 ere m den Vorfällen stark bttriligt? Soldaten, in5 rfcmb r bet Korporal, der den ersten Schuf t^egeben hat, sich noch in Jngelhrim befinden ' .no rmt derjenige, ber den tödlichen Schuß aus die Kaiser abgegeben hat. verhaftet fern soll, furchtet >e Sxifiidr Regierung, baß es in Zukunst in ibei Ingelheim zu Konflikten zwi'chen dem Mi- iitir und ber Bewohn.rschast kommen könnte, gleich sie die Bevöllerung crufgeforbert hat, auch tethin Ruhe und Besonnenbeit zu wahren.
r chtet habet ergeben)! das dringende Ersuchen das Oberkommando, die Garnison aus dem hin stark belasttten Ingelheim zu verlegen ter wnigstens g-gen eine andere Trnvpe auszu-
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen)
Montag, V, Gttober 1920
tauschen, die nicht ständig bte Bewohner an die Schveckenstat erinnern muß.
Im übrigen wird die Hessische Regierung die Reichsregierung bitten, bei bet rraniö,liefen Regierung m Paris für bat Vorgang dro Sühne zu erwirken, w?lch.' bet Schwere des Falles und den sranzösischerseits in ähnlichen Fallen gestellten Forderungen ang?messen ist.
Sxfliiwä Staatsmansleraun. (gez.) Mtich.
Kirche und Schule.
Di« Auslese der Begabten.
Die von Direktor Dr. Z oller in Gießen herausgegebene Zeitschrift „Das Bildungswesen" brinat en chv?m 3. Seite „Gedan ken zur Auslese von Begabten in Schule und Leben" von Rudol) Block, Ministerialrat im hessischen Landesamt für das Bildungswesen. Die hinsichtlich ihrer Anregungen wie ihrer Warnungen gfcidj lesenswerte Schrift zeigt allenthalben den erfahrenen Schulmann, der die berechtigten und unabweislichen Forderungen der Geaen- roart klar erkennt und ihnen in beionnener Weise gerecht zu werden wünscht. Auslese und Aufstieg aus den unteren Schichten nach oben Hot es schon immer gegeben; das sehen wir in unserem engeren Vaterlande, wo die kleineren Verhältnisse leichter einen Ueberblick gestatten: das zeigt auch mit besonderer Deuttichkeit die Herkunft der Schüler, die heute unsere höheren Schulen besuchen. Aber trotzdem müssen neue Mittel und Wege gefunden werden, um den Umfang dieser Auslese über alle Schichten des Volkes auszudehnen und sie möglichst einwandfrei zu gestalten. Nach der Hoffnung weiter Kreise soll diesen Zweck die Einheitsschule erfüllen, die gegen wattig wohl weniger pädagogische als vielmehr soziale und politische Forderung ist, so daß man sogar glaubt, um ihrer sozialpolitischen Wirkungen willen die pädagogisch-psochologischen Gesichtspunkte zurückdrängen zu dürfen. Eingehend werden sodann die Grundschule und die sich au) ihr aufbauenden Schulatten besprochen: zunächst die auch schon mit bestimmten Berechtigungen aus- zustattende Volksschule mit Pflichtfottbildungsschuke und Fachschule, sodann die Mittelichale und schließlich die höheren Schulen. Jede dieser Schulgattun- ?en muß ihre Eigeuatt rein und treu erhalten: sie übet ein selbständiges, in sich geschlossenes Ganzes, nicht etwa eine Vorbereitung für die nächsthöhere Schulart. Ob es ein glücklicher Gedanke ist, neben den drei Atten der höheren Vollanstalten (Gvm- nafium, Reolgymnas um, Ol errealschule) noch einen „vietten Weg zur Uninerfität" („deutsches Gymnasiums zu eröffnen, mag dahingestellt bleiben: uns jedenfalls erscheint eine höhere Schulbildung ohne jede Fremdsprache ein Unding Sehr zu begrüßen ist die Forderung des Verfassers, daß durch die geplanten Aenderungen keinesfalls der Bildungsstand derer gefährdet werden dürfe, die einmal die geistige Führung unseres Volkes übernehmen sollen: sowie ferner die Anschauung, daß die Auslese nicht allein auf den Intellekt abzustellen sei, sondern auch die ethischen Wette des jungen Menschen berücksichtigen müs e, denn geistreiche Streber ohne sittlichen Wert könnten uns als Führer nur zum Verderben gereichen: endlich auch die Mahnung, daß Schule und Elternhaus zusammenwitten möchten, um bei der Jugend wieder Zucht. Gehorjam und Autorität aufzurich- ten, ohne die nicht das kleinste Gemeinwesen, geschweige beim ein großer Staat bestehen kann. Des weiteren tritt ber Verfasser mit erfreulicher Entschiedenheit für eine höhere Bewertung ber Volls- unb Mittelschulbildung ein und spricht ausführlich über die Grundsätze bei der Versetzung in den höheren Schulen. Denn der positiven Auslese der Tüchtigen in Volks- und Mittelschule, die den Er- wäh.ten heu W-g zu ben höheren Schulen ebnet, kann die höhere Schule selbst nur eine negative Auslese, d. h. die Entfernung ungeeigneter Elemente, gegenüberstellen
Alles aber, was die Schule in dieser Beziehung leisten tarnt, bleibt nur Hoffnung aut die Zukunft: die endgültige Auslese muß das Leben bringen; erst die Tätigkeit in Amt und Berus 'arm entscheiden, ob Intellekt, Charakter und Wille 'ich so entwickelt habm, wie es bte erlesene Menschenblüte im jugendlichen Alter einst veriprach. Handel und Gewerbe. Technik und Jndkustrie müssen ebenso roie der Staatsdienst den roirfiiaj Tüchtigen weiter in die Höhe führen: den wirklich Tüchtigen, nicht den Gesinnungstüchtigen, denn kein größeres Unglück formte uns begegnen, als wenn — abgesehen von den oberften politischenStaatsämterid — die Auswahl für den staatlichen oder städtischen Dienst unter dem Gesichtspunkt ber Pattei' zugehörigkeit erfolgen würde.
Zwei sehr ernste und sehr berechtigte Mahnungen des Verfassers mögen zum Schlüsse hier Platz finden. Erstens: nicht alle tüchtigen Meu idjenfinber ihrem Kreise, ihrer Umwelt entziehen und sie nur auf dem Weg durch die höhere Schule
in die Höhe führen wollen: denn Intelligenz, >lnmhti)'ie und Charakterstärke brauchen nxr in allen Ständen, in allen Berufen und in allen Schichten. Und daran anschließend zwettens: nicht immer über den Stand des Vaters hinauswollen, statt das Erbe des Vaters aufzunehmen, fottzufuh- ren und auSzubauen, zu bleiben, wo das Vaterhaus gestanden, in der kleinen Stadt oder aus dem platten Lande!
Möchten recht viele unserer Leser Anlaß nehmen, sich mit der anregenden Schrift eingehender zu beschäftigen, die in ihr aufgeworfenen Probleme durchzudenlen und mit uhelfen. f.e einer glücklichen Lösung entgegenzuführen. B.
Der SchlichtungSau4sÄutz der Provinz Oberhesscn.
Sitzung vom 6. Oktober 1920.
1. Ter Einspruch des Schreiners Jakob Schnitzer in Lauterbach gegen bte von Schrerner- merster Hermann Kramer in Lauterbach ausgesprochene Kündigung wird für nicht gerechtfertigt erklärt.
2. Die zum 30. September ausgesprochene Kündigung des beim Versorgungsla-arett hier als Krantenwärler tätig gnvrieueu Nikolaus Simon wird für unwirksam erllärt: derselbe ist lociter- ttibeschästigen ober eine Entschädigung in Höhe eines Monotsg Halts zu zahlen.
Fünf roeitcik- Sachen fanden durch Derstündi- gung ober Vertagung ihre Erledigung.
*
Sitzung vom 7. Oktober 1920.
1. Der Einspruch der Frau Kalbllnsch gegen die von ber Firma Langh inrich in Schlitz aus- gesproch 'ne SLmbiginig ist nicht gerecht ettigt.
2. Ent'aJung des Zimmermanns Hein
rich Sivil in Wallen rod ist nicht gettchtfertigt: die Firma Krömmelb in in Lauterbach bat den Arbeltnchm.r weiter zu beschäftiaen.
3. Ter Antrag des Jabrikardnterverbandes auf eine Lohnerhöhung von 20 Proz für die Arbeiter der Zahnfabrik Germania in Bad-Nauheim wird abgelehut, bag^en ber Finna empfohlen, eine W.ttschatsb ihilfe freiwillig, wie in Aussicht gestellt wurde, zu oewilligen.
4. Das Baugeschat Otto Schevv & Ec in Burkhards leiden ist vr pflichtet, von der nächsten Lohnveriode an, den für das Tiesbaugewerbe maßgebenden Lohn zu zahlen.
Drei weitere Fälle fanden durch Bettagung usw. ihre Erledigung.
Landwirtschaft.
O AuS tem Schlitzerland, 8. Oft. Bei dem guten Wetter der letzten Woche ging die Kartoffelernte rasch ihrem Ende zu. ( Nur noch vereinzelt stehen Kartoffeläcker, lieberaU sieht man die Landwirte schon an ben Bestel- I lungSarbeiten. Die Kartoffelernte ist wie im Vvr- ■ iah re wieder aut ausgefallen, besonders in den Gemarkungen oes fttichtbaren Fuldagrundes, wo nach Menge und Beschaffenheit sogar zum Teil sehr gute Erträge zu verzeichnen waren. Waren die Kartoffeln im vergangenen Jahre am besten in mticcvn Buntsandstei. höben geia en, so 8cig.it in diesem Jahre die schweren tonigen und lehmig n Boden der Talgrbänge die besser erttwickelten Knollen. Diese Böden haben in der Twckenperiode die Feuchtigkeit besser oe- 6alten. Die Verschiedenattigkeit deS Dol'ens bedingt es, daß wir neben Ernten von 50—60 Ztr auf den Morgen solche von 80—100 Atr aufzuweisen haben, so baß ein Durchschinttsettrag von rund 70 Ztt. pro Morgen zu verzeichnen ist. Von der aus anderen Qtegenben gemeldeten Schwierigkeit in der Veriorgung ber Bevölkerung ist hier nichts zu bemerten. Dre nicht bäuerliche Bevölkerung hat ihren Bedarf zum größten Teil gedeckt und dies durchweg zu angemessenen Preisen, lieber 25 Mk. pro Zentner sind hier bis jetzt kaum Kartoffeln verkauft worden. Auch ihren Vettragsverpflichtungen sind die Sauern, schon weitgehend nachgekommen. Außerdem haben die Schlitzerländer auch ihre außerhalb wohnenden Landsleute nicht vergessen. So gingen an die „Schlitzerländer Vereinigung" in Frankfurt a M. fünf Waggons Kartoffeln ab, die teilwei e zu 20, teilnxrie zu 25 Mk. geliefert worden sffld
* Aus der nördl ichen Wetterau 10. Oft. Tie Ka rtoffelernte ist dank der 'etzten schönen Tage soweit beendigt und die Erträge sind mi unter bei gerijneten Sotten nne „Blaue Cberrmälber" und „Industrie" recht zu- iriedenstellend. Es Tru: b.-n raroCen bi? 2 Pfund Schwere geborgen. Jetz ist man mit Einbringung der Tickwurzernte beschöf igt Innige der Tv ck n- tieit in diesem Sommer tentzögrite sich der Beginn d?r Entwickelung der Knollen e^vas, so bali sie ter Größe in vorderen Jahren e was rächten: I immerhin ist der Er rag zufriedenstellettd Die ' Aepf el sind von den Bäume?r. Schade, daß
war trotz seiner früheren Eigenschaft als Heldendarsteller um reichlich einen halben Äopf flriner als die junge Schauspielerin, die in unnahbarer V^r- nehnrheit vor ihm stand. In vollkommenster Dös- lichteit sagte er: „Ganz wie Sie befehlen, ment Fräutein! Auch den Verzicht auf bte letzte Mc>- nat^gage darf ich aufnebmen — nicht wahr?"
.Mann es Ihnen angemessen scheint — ja. Aber ich bitte nochmals: keine Verzögerung! Denn um die Mitmgszett schon werde ich reisen. Guten Morgen V*
Sie sagte dem Uteattrbiener im Vorzimmer ein freundliches Avschiedswott, schritt über die enge, steile Wendeltreppe hinab und trar tiei out» atmend in bat dunstig verschleierten Frühlings rag hinaus. Schwer Tag ihr das Hem in der Brust, 'rnd Tränen waren ihr nahe. Tie Demütigung, die ne eben erlitten, lastete auf ihr wie das Benmtz> srin einer nicht zu tilgenden Schmack. Und der @ti)an!e an den Vater drückte sie volleut» nieder . Aber während sie rasch durch die winlligm ©alten des alten Städtchens ging, wiriterholte sie in der Stille ihres Herzens immer aufs neue, daß sie sich jetzt ihrem Kummer nicht brigeben,_ daß sie sich nicht am ihm bezwingen lasten bürfe. Es war ja bte erste Prüfung nicht, die sie hier erlebte. Und wenn sie bi: andren taöfer bestanden hatte, mußte sie auch mit dieser letzten und schwerftmt fertig werden. Als sie das unanfelm- (idx Haus crretd)fc, in dessen dritten Stockwett jte seit dem Antritt ihrer Stellung am Theater em bosckLidenes Stübck»r bm>?bn e. war sie völlig gefaßt und äußerlich ruhig. Frau Beiersdorf, ihre gutmürigr., berührte Wirtin, merkte rbr nichts mevr von der überstandenen Aufregung an
„Ich hole Ihnen den kleinen Koffer vorn 5itei<±>er herunter, Fräul.rn Falk," sagte sie. ,^Fst es denn nun bestimmt, daß Sie reifen?"
„Ja. Aber Sie werden die Fvemrvlichteit haben müsien, mir auch den grogen zu bringen Tenn ich werde nicht mehr hierher kommen."
Ersckwocten schlug die alte Frau die Hände zusammen. „Nein! — Ist das Ihr Ernst? eie wollen sott aus Frankental — ganz sott? Das ist aber traurig. So rin braves jimmrcfräulem fneg ich nie wieder "
„Auch ich trenne mich sehr ungern txnt Ihnen, riebe Frau Briersdori: aber es geht nicht anders. Ich habe meinen Vertrag mit dem Stadtrheater »'löst mld mutz mich für den nächsten Winter nach etwas anderem umsehen."
„Daß Sic überhaupt beim Theater sein mWen, Fräulrin! Ta gehören Sic doch rigmLlich gar nicht hin."
Gerda löchrite bitter. „Finden Sie das auch? Es ist ungefähr dasselbe, waS mein Direktor mir heute fogre."
„Ich meine nicht, well Sir Ihre Sache etwa wicht könnten. Ich habe im Theater noch nie so Wei geweint, als wenn ich Sie habe spulen sehen. Aber vor Ihnen wohnten doch auch andere Damen Don der Bühne bei mir. Und die waren alle ganz and?rs: den K,M immer voll Dummheiten, und nichts als Putzen undKlatschen und LieLesgrschich- ten. Wissen Sie. daß die Leute im Haute Sie heute noch für eine Lehrerin halten?"
„Vielleicht ist das gar nicht febr schmeichelhaft für mich: denn eine Schauspielerin soll Theaterblut!
das schöne Obst bei diesem schönen öcrbfawttec ber letzten Tape nicht recht mterrifen to.tnte.
sach fault jetzt das Lagerobst rndcn Kellern. Ji.ft'lge ter hohen Preise für den ,Hvhcna:hrimer" in den Wintchaf en wird das Sclvsckelt.rn tt. es reich- lchen Haus.runkeS dieses Jahr art betrieben.
die Faßpreise ste s im Pr i c strigen, sucht man nt ten Dinkeln ver aub:e Ärü<y? und Flaschen und füllt diese mi t^Nlo i t. Hocker ft und Kmdlo u s^n ic.ert man bri Selvsty kcl.ettem unb rauckü fflbst- 'jejogenen „Kanasoer" im Pf ffck.en — Di.' Bienen können vor der Winterruhe bei schönem Wetter rrxb einige 5tunben fli?gm, auch etwas Tracht bietet ihlken raxb ber „Hederich". Der R.ipsh^ft HE» die Bienenzucht in den letzten Jahren sehr gefördert. ViJe natc Jm^-r sind zu den alten gewinnt en. Leider scheint die Su^rr frage wieder ein arees Hemmnis in der freudigen En:nnrMung
BumenKucht >u werden. Manchem junge Volk nnw bis zron Frühjahre tnfolge Nahrungsmangel verhungert sein.
Fermilcffteb.
*DasEndederschweren Artillerie und der Luft schiffet. Die schwere Artillerie und die Luftschisfcttvuppe hoben mit dem 30. September ztt bestehen aufgehört. Der Chef ber Heeres lei fting widmet ihnen einen Nachruf, in dem als schwacher Trost die Forderung der Auflösung als letzte Anertennung bezeichnet wird, die ihnen der Feind widerwillig zollt. Die Fußariillerie war Mitte der achtziger Jahre zur schveren Attillerie umgebildet worden. Ihre Leistungen sind unver- gäimlich in der tzteschichle mit ehernem Griffel verzeichnet. Die Welt hielt den Atem an. als der 42-em-Mörser die feindlichen Werke in Trümmerhaufen verwandelte und Paris beschossen wurde. Erhobenen Hauptes und stolz auf ihre Leistungen scheidet sie von ihnen lampferprobten Gnchutzen. Dic Luflschifserwoffe hört nach 33 J>ihren schverer segensreicher Tätigkeit auf. 9teben Ba lon und Luft- k.enzer wurde der Grundstein für Funtentelegraphie und Flugwesen aetegt. „Dicrinvevge^lichen Leistungen beider Waffen festigen die Hoffnung, sie noch einmal zu neuem Leben erweckt, wiedererstehen zu sehen."
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Attikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zur Mi'chbkllkse ustg.
„Die Milcktenrr^.ng.r, beren Karlen auf % riier lau'.en, können in dieser Woche nicht beliefert werden", so lauten seit mehreren Wochen die Dckbrnn.mackmngen des LebmSmr ü lamtcS Es mag rich ig sein, daß zur Zeft Knapph.i: an Mllch vorhanden ist: dies nachyuprüftt, soll nicht ber Zweck dieses Gingei'anb s teilt, aber die Verteilung der zur Verfügung stehenden Milch muß etimal einer Kri fT unt<Ty>gen werden. Wer sind beim tie Mllchempi'Ringer, deren Karten auf V, Liter lauten, das iinb doch zum weitaus größten Teil unsere Kinder, für bte in erster Litte für Milch zum SIuf.au ihreS Körpers ä« orgt werden müßte, Tvertn wir unser durch ben Krieg und die Hurtger- bkocknde auSgemcrgcM Volk wieder auf seinen alten Gesurrs Hefts- und Kräftezu a ib bringen wollen. Ich )tnl: ben Kranken und M ers'chnuichen die ibiten ärz lich verordnete Mllch nicht grundsätzlich en-y;<ten mifiTi, aber birr müß e einmal eine grünbiist>e Nockwrüftmg der ärz lickten Atteste vor genommen weichen. Es gibt crie große Anzahl ,,Knorker", die bte gu e Betzrnn sck>of! mft ihrem Vettvauensar»! ausnutzen, um ich ihre „Kasß-v- milch" verchäeiben zu las'en. Auch sind Einsenderin Fälle bekannt, in denen diese „Kranken" ihre auf einen '/, Lier Lau Laiben Atteste tri ber jetzt engetTtenen Mllchk.lopvhri auf 3A Siter hoben erroei em la fat, damit ste nicht unter diejenigen fallen, bte jetzt fdjon ftxxijcnlaiig ben ihnen zu stehenden V, Lier Milch nicht erhalten k. unten. Als Er'atz bie et man den Stiiberi Büchsmmilch, teren Verkaufspreis nach der letzen Briannt- mazfnmg deS Lebensmitlclamtes von 5,50 Mk. auf 9.75 Mk ges.isgen ist, ein Pv is, der in gar keinem Verhältnis zu dem Wett dteser Milch seht. Es gibt doch jetzt rm frci.m Handel fräf igenbe Nahrungsmittel genug und ich bitte die Herrn Aerztc, einmal energisch für unsere Ki tbrr ciu-u retcn und te an üe gesell en An 'ucheu um Aus el ung t>:n Mllchattesten gründlich zu prüfen. Mllch ist kein Nahrungsmittä für Ettock-sene, sie gehört den Kfttdern, ite \v. zum Auflau ihres Körp-as dringend nö ig haben. Es flammt nvch hinzu, daß geuLe die mrnbrrErmi telte Betvölk.'rung mit ihren zum größt eittcll ftnbmxtefr'ten Ferm ll.en am sckwerslen getroffen iiirf), für sie ist ber letzige Preis ber ihnen als Eriatz angebo enen Büch-ßm- mllch unerscktvmglich. Die Les^nsm Ltt.- ll-er'ttu tt?n bitte ich dringend im Int.resse un'ere: tinber, ich der F are der MrllOeltefn^mg einmal giürb- lichst ampinehrnen. Eine Mutter.
in sich haben, grau Beiersbors, und bis vffenbatt sich vermutlich schon in ihrem Aussen "
Die Alte betrachtete sie öon oben bis unten. „Nein, wie eine wn der Bühne sehen Sie freilrch nicht ans- eher wie eine vornehme Tarne Einen schönen und guten Mann sollten Ste heiraten Ta» märe für Sie i ebenfalls richtiger als das 5Vomödre- sptelen. Aber ich glaube b.rinahe, Ste machen sich gar nichts aus den Männern."
„Aus denen, die mir bisher Begegnet srnd, mache ich mir allerdings nicht vrri. Aber es tft höchste Zeit, daß ich ans Einpacken gehe. Soll rch Ihnen helfen, bte Koffer her unter; itt ragen ?"
„Was denken Sie?! Tas wäre noch schöner', dazu ist bte Pauline ba."
Tic Alte hastete geschäftig hinaus Gerda aber, während sie den .Tlribericknank öffnete, die Schubladen aurzog unb ihren Inhalt um sich her ordnete, veriiel aufs neue in wehmütige und schmerzliche Gedanketr. All der bunte Tbeaterflitter, mft tem sie sich hatte schmücken müssen, ohne doch den Erwartungen der schaulustigen Menge Genüge zu tun, schien ihr mit einem Male erbärmlich und widerwärtig. Erbärmlich und widerwärtig nr.e drs ganze Leben, das sie ackft Monate lang bi:r griühtt. Mttotel war denn Wirk.'ichteit geworden von '-en herrlichen Illusionen, mit denen fte ihre Äü fJe in- nenlaurbahn begonnen ? Nichts — so gui ipte nickt-. Aber Enttäuscknngen und Bitternis e, Kämpfe und Sorgen waren so viele, ach, fo viele gewesen, die sie erleben mußte ä>ie erinnerte sich kaum eines Tages, der ihr nickt etwas davon ge- boadjL
(Fortsetzung folgt.)


