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Erstes Blatt

IZO. Jahrgang

Samstag, U. September 1920

1920.

5t. Petersburg

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Lechaatlichung ast. teniöerfi'A »geselljchait in

Die Ostens deutschen

derausbau vom bung und H in öüentlidien Bestimmungen s.

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wochenrüüb!iL unentschiedenen Fragen liegen iwch bedrückend auf Geniütern. Zwar die Gefahr

r>erden". Die deutsche Diplomatie wird keine croße Lust verspüren, am Tische Millerands cuszuwarten, und sie wird alles daranzusetzen baberr, daß Deutschland bei der Genfer Kon lerenz zu den erforderlichen Verhandlungei ^ohloorbereitet erscheint. Und dairn spricl>: boffentlich der Geist der V e r st ä n d i g u n c «as Schlußwort, wie er auch in England und Italien immer mehr Feld gewonnen hat.

Der Wiederaufbau in Deutsch land selbst macht nur sehr langsame Fort

allen Beteiligten die Lehren für die Zukunft gezogen werden! Der Streik wurde beendet mit folgenden Bestimmungen: jeder Arbeiter muß den Steuerabzug durch Unterschrift an-

Die Lage in Italien.

Paris, 10. Sept. (Wolfs.) Nach einer Matin"-Meldung aus Rom lassen die zwi­schen den Arbeitern und Arbeitge­bern eröffneten Verhandlungen einen günstigen Abschluß erhoffen. Ueber die wirt- schastlichen Fragen sei man sich schon einig.

Rom, 10. Sept. (Wolfs.) Wie dieTri­buna" erfährt, ist anscheinend über die wirt­schaftliche Frage der Metallarbeiterbe­wegung eine Einigung erzielt worden. Es handelt [sich nunmehr nur noch darum, eine Formel zu finden, die die beiden Parteien befriedigt. Das Blatt ist der Ansicht, daß es

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n Petersburg.

ft nichtig: Nord- mbahn.

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i Eisenbahn.

Die Vorgänge in Italien sind noch zu dunkel, als daß man sich ein rechtes Bild davon» machen könnte. Jedenfalls aber wünschen wir der R e i ch s r e g i e r u n g für ähnliche Fälle wie die in Württemberg ein ebensolches 'Maß von Entschlossenheit unb Energie, wie es die Stuttgarter Regierung gezeigt hat.

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'nsk) Eisenbahn, ibahn. gesellschal. MaEnienbaon. Dural.

Wort kommenden Sozialdemokvaten die U n - durchführbarkeit einer Bollsozialisie­rung, das heißt einer ohne Uebergangsstusen sich vollziehenden Aufhebung der Privatwirt­schaft und ihres radikalen Ersatzes durch die Gemeinwirtschaft anerkennen. Die sozialdemo­kratische Partei befindet sich gegenwärtig in einer kritischen und oft sehr rnteressanten Auseinandersetzung mit den weiter links von ihr stehenden Gruppen, den Unabhängigen und Kommunisten. Dank der autokratischen Maßlosigkeiten der Moskauer Internationale hat die Sozialdemokratie den genannten Linksparteien gegenüber ein leichteres Spiel. Auch der Ausgang des General- streiksinWürttemberg, den die Kom­munisten und der linke Flügel den Unabhängi­gen angezettelt hatten, hat den Mehrheits- sozialisten Wasser auf ihre Mühle der Pole­mik gegen Links geliefert. Die Arbeiterschaft sckmft Ixit hei diesem Streik nichts erreicht. Ursprünglich wollten die Arbeiter einzelner Betriebe den Steuerabzug verweigern und den Direktoren zu diesem Zweck Ge­walt androhen. In der Na ivnalversamm- lung hatten aber die sozialistischen Partei­vertreter der Einführung des Steuerabzuges ausdrücklich zugestimmt. Wer Rechte imStaate beansprucht, hat auch Pflichten zu erfüllen, und die Ablösung des Systems indirekter Steuern durch direkte (Steuern war im Inter­esse gerade der unteren Schichten immer ge­fordert worden. Es ist sehr erfreulich, daß die wurttembergische Regierung in diesem Streitfall fest und standhaft blieb. Sie schützte die Betriebe, deren Stillegung angesichts der Gewaltmethoden der beteiligten Arbeiter durchaus gerechtfertigt war und begegnete auch dem darauf einsetzenden Generalstreik mit anerkennenswerter Energie. Die Streik­bewegung war von radikalen Linkselementen gegen den Willen der Arbeitermehrheit entfacht worden, aber wenn die Or­gane der sozialdemokratischen Partei heute gegen Diekommunistischen Maulhelden" sich ereifern und den Mißerfolg und Schaden dem Treiben gewissenloser, überspannter Dema­gogen" zuschreiben, so darf darüber doch nicht vergessen werden, daß die Sozialdemokratie zwar von Anfang an dieVerantwortung" abgelehnt, dann aber doch im Interesse der Solidarität den Generalstreik mitgemacht und unterstützt hat. Sie hat also durchaus kein Verdienst daran, daß in Württemberg Ver­nunft und lRechtssinn schließlich Sieger ge­blieben sind. Einzig und allein die württem- bergische Regierung darf sich dieses Verdienst zuschreiben, indem sie keine schwächliche Ver­handlungspolitik betrieb, sondern den Schutz der Werke übernahm und, wo es nötig war, die Technische N o t h i l f e eiusetzte, die bei dieser Gelegenheit wieder einmal treffend

Er. 2H

Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags." vezngrprcife.

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poslfchc Skonto: ^.-antfnrt a. M.

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erkennen, die Streiktage werden nicht be­zahlt und es brauchen nicht alte Streiken­den von den Arbeitgebern wieder eingestellt zu werden. Der große Metallarbeiter­streik in Italien scheint auch einem glimpflichen Ende entgegenzugehen. Lier standen aber Lohnforderungen der Arbeiter in Frage, über deren Berechtigung wir uns kein Urteil bilden konnten und welche Ver-

biever?

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ibahn.

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Handlungen wohl rechtfertigten Man kann i also nicht sagen, daß die italienische Regierung in diesem Falle int Vergleich mit _ der württembergischen schwach gehandelt Hütte, trotz der Lerwickelten Lage Grund zu der

T Kirchen!! öttgen

Weishef.: Ptembu 1920.

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»bet tonn, 9 Uh, iihtt.Jijiij mit 'rerBewkb-oblevlk $tr Vorüand.

schritte. Die sozialen Probleme erfordern Opfer, bringen aber nichts ein. Erhebliche Reichszufchüsse für Erwerbslose sind nötig geworden. Zur Sozialisierung des Kohlenbergbaues hat der zustän­dige Ausschuß neue Leitsätze herausgegeben, die der bureaukratischen Verwaltung des Reichskohlenrates erhebliche Rechte znspre- chen, die Verfügungssreiheit und Gkroiitn» Möglichkeiten des Unternehmers erheblich her­absetzen. Bis zur sogenanntenVollsozialiiie- rung" der Privatbetriebe hat es noch weite Wege. In der Sozialdemokratie sieht man es selbst ein, daß das Erfurter Pro­gramm veraltet und undurchführbar ist. Auf dem kommenden Parteitag soll diese Frage erörtert werden. Es wird dabei eine bereits im Druck erschienene Sammlung von Ant­worten auf eine Umfrage des Parteivorstan­des zugrunde gelegt weroen. DieKöln. Ztg." stellt daraus fest, daß so gut wie alle hier zu

Hcichsregicrung und Gberschlesien.

Berlin, 10. Sept. (WTB.) Dir R e i ch s - regierung erhob bei bin: Friedenskonfe­renz in Paris, dem Heiligen Stuhl und den Kabinetten in London, Paris und R 0 m unter eingehender Darstellung Der gefährde­ten Lage in O b c r s ch l e s i e n erneut ernste Vor­stellungen, um durchgreifende Maßnalpnen zur Wiederh.'rstellung Vertrags- und gesetzmäßiger Zu­stände in Obcrschlesien zu erwirken.

Neue skandalöse Vovtommnisse.

Breslau, 10. Sept. (WTB.) Die Un­sicherheit in Oberschlesien nimmt immer unerträglichere Formen an. Im Kreise Rybnik ist die polnische Verhetzung soweit gediehen, daß man selbst deutsche Kinder auf den Straften mit Steinwürfen und Scl^ägen verfolgt. Selbst die Frauen werden gehindert, am Brunnen Wasser zu holen. Die deutsche Bevölkerung sucht, soweit als möglich, die Gegend zu verlas en. Für das Verhältnis zwischen den Franzosen und den Polen ist folgender Vorgang bezeichnend, den das ZentrumsorganVolksstimme" in Ryb - nik meioete: Zwei Korporale und drei Mann in französischer Uniform verlangten von der Sckuvä- gerin eines Gastwirtes, daß sie polnisch sprech und ihnen französ ische Bierspielkarten auslieferc. Dem ersteren Verlangen kam die Frau nach, fran- zösisch? Karten hatte sie nicht. Darauf drangen die Soldaten mit Messern aus sie ein. Auf der Flucht kam ihr Schwager, GastwirtOgorek, ihr entgegen. Er erhielt von Den Franzosen zwei Ohrfeigen, die er hinnahm, um sie nicht zu reizen. Ohne Ursache versetzte ihm darauf ein Franzose einen Messerstich in die Hand. Ein zweiter warf ein Glas gegen den Buffetschrank. Darauf setzte ein allgemeiner Angriff gegen den Gastwirt ein. Er wurde mit Messern und Bajonetten schwer mißhandelt, wobei eir Franzose äußerte: Meine Brüder sind Im Kampfe gegen die Deutschen gefallen, dafür müssen alle Deutschen sterben. Der Mißhandelte wurde rxrnn ans dem Fens^r auf den Hof geworfen, wo er schwerverletzt liegen blieb. Die Angreifer versuchten eine vergebliche Jagd auf die Schn-ägerin, die über die Felder flüchtete. Nachher suchten sie den ver­wundeten D göret, offenbar um -hm den Tores s zu versetzen. Er war jedoch inzwischen in Sicherheit gebracht worden. Im Kreise Pleß wurde am gleichen Mittwochabend ein Pfarrer von bewaffneten Polen im Pfarrhaus mißhandelt und seiner Wert gegen stände, darunter Silbergeschirr und ein «größerer Geldbetrag, beraubt. In Laurahütte nahm die polnische Bürgerwehr einen Beamten der blauen Polizei gefangen, der einen Polenführer wegen Urkundenfälschung ixrl>af:cte und nach Kattvwitz brachte. Sie erzwangen dadurch von der Polizeidiiektion Kattowitz die Freilassung des polnischen Verbrechers. 'Sogar im Landkreise Oppeln greift das polnische Bandenwesen derart um sich, daß die deutsche Bevölkerung ständig Angst um Leben und Besitz hat unb in den größeren Orten freiwillige Sicherheitstruppen bildete, die nachts die Dörfer abpatrouillieren. Auf Schutz durch die interalliierte Kommission rechnet niemand mehr.

zrankreichs Ligenpläne zur Genfer Konferenz.

Paris, 10. Sipt. (WB.) Wie aus dem Leitartikel desTemös" hervorgeht, hat die fran- zösisäie Regierung ge'tern Dem e.gi.\d)£n Botschaf­ter in Paris ihre Antwort aut bre Frage übermit­telt, ob der 24. September der französischen Re­gierung als Datum der Konferenz zusagen mürbe. Frankreich, das nach Gern und Brüsick dieselben Persönlichkeiten zk sckiicLn gcfcmungcn ist, ist aus praktischen Gründen da regere, baß Die beiden Kontere >zen g'ci/is,- ihg statt in' en. 9lützc'.- dem nimmt die srmizösische Regierung grundsätzlich dieselbe Haltung wie die belgische Regunamg ein. nämlich die Angebote Deutsch auds b r Re para- tions kam Mission zur Prüfung zu unterbreiten. Die frarzö'ische Regierung bofit, daß auch die englische Regierung sich Der An'icht ansch i ßen wird, der Rep.ra lanslommif- sion Die Erledigung der Aufgabe, die ihr der Ver­trag anvertraut hat, zu überlassen.

Millerands Reise.

Paris, 10. Sept. (Wolff.) Minister­präsident M i l l e r a n D kam am Donnerstag gegen 9 Uhr vormittags in Weißenburg an und reiste bald darauf nach Straßburg weiter. ---------

Hoffnung habe, daß die Schwierigkeiten bal­digst beseitigt werden können, und daß der Streik unter Umständen noch heute abend oder morgen früh beendet werde.

Tic Frage von Fiume.

Rom, 10. Sept. (Wolff.) Stefani. DieIdea .Rationale"" meldet aus Tiiefv: Noch Nachrichten! aus Fiume proklamierte d'A n n u n z i 0 Fiume a l s F r e i sta a t. Infolge des E n'.nsiens geiviffer Nachrichten aus Paris habe er die Proklamation, die erst für den 12. Dezember in Aussicht genommen ivorden war, sofort vorgcnommen.

was leistet das Reich für die Kriegs- beschädigten und Ruegshinterbliebenen?

lieber Die Leistungen des Reichs für die Krieg»- beschädig en und Kriegslnnlerb.i.benen besieht in wei en Preisen des Vcill's, insbesondere bei den Kriegsopfern selbst, vielsach Unklarheit. Täe Lei­stungen rich.en sich.ifligh.n nach Dem Reichs- ren'orgungsgesetz; aus ihm wird auszugsweise fol­gendes mi. geteilt:

Der Kriegsbeschädigte erhält eine Rente, die sich nach Der MinDerung der Erwerbsfähigl'eit, nach seinem bisherigen Beruf, der Größe ter Familie und den Teuerungsverh lrnisse» au f.-inem JS.'o'l'y sitz riästet; der frühere hwilitänscheiDicn^grad lleiot außer Be rackst. Ter Berücksickstigung des friilKren Berufs dient Die Erwerbseinbuße des Beschädigten nach ähnlick>en Grnn sjutzm ausgeglichen werden soll, tote in den Tarifverträgen Der Lohn noch Kenntnissen und Fertigkeiten, Leistimg unb Ver­antwortung obgestuft ist. Ze noch dem Beruf, den Die Beschädigen, vor tl/reut Msti ä.'biemt aus geübt haben, wer.en Drei Berufsgruppen gebildst. Zn Die erste Berufsgruppe, die teilte Ausgleichszulage erhält, fallen Die ungelernten Arbeiter, bi bte zweite Gruppe, die etwa 70 Prozent aller Kriegs­beschädigten umfaßt, gehören u. a. alle Gesellen. Fackardei er uni*- sonstigen g lernten Arbeiter uno die ihnen gleich' ehenden anglcrnten Arbcä er und Angest-ellten, sowie alle übrigen Arbeiter und An­gestellten, beten Tätigkeit erhebliche Kenntnisse und Fertigkeiten erfordert; sie erhalten eine Ausgleichs- zulage von einem Viertel der Rente. Ztn die dritte Gruppe, der eine Ausgleichszulage in der Höhe der halben Rente zu sieht, sind u. a. einzureihen: 9fn- gostellte in leitender oder sonst besonders verant­wortlicher Stellung in größeren Betrieben, sowie Werkmeister und 9Trb.it er, deren TätiMit außer­gewöhnlich 'hoch zu bewerten ist. Ist ein KriegS- bescha. igter nut infolge her BesckA i'>i1 ng>(cv hll.:d«tt, einen Beruf zu ergreifen, Der in eine höhere Be­rufsgruppe ein gereiht ist, so wirb ihm die Rente nach dieser höheren Derufsgruppe «währt.

Hat ein Kriegsbeschädigter Kinder, so erhLlt er außerdem noch für jedes Kind eine Kinder­zulage in Höhe von einem Ze'lMtel seiner Rente.

Hiernach erhält ein friifever gelernten: Arbeiter bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 50 Prozent in der Ortsklasse A (Großstiütt) jährlich 2850 Mk., mit 2 Kindern 3420 W., mit 4 Kin­dern 3990 Mk., mit 6 Kindern 4556 Mk.; in Der Ortsklasse C (Ort mit mittleren Lebenske'ingungen) 2531 Mk., mit zw i Kindern 3037 Mk.. mit 4 Kindern 3544 Mk., mit 6 Kindern 4050 AÜk und in Ortsklasse E (Ort mit billigen Lebens- bedingungm) 2111 Mk, mit 2 Kindern 2531 Mk., [mit 4 Kindern 2955 Mk., mit 6 Kindern 3375 'JJtT Ein völlig crwerbsunsäHiger Kriegsbeschädigter, früher gelernter Arbeiter, erhält in OrtSklaße A 6964 Mk., mit 2 Kindern 8355 Mk., mit 4 Km- bem 9746 Mk., mit 6 Kindern 11137 M7.: in Ortsklasse C 6187 M7., mit 2 Ttlnbenr 7425 Urt., mit 4 Bindern 8662 Mk., ml-t 6 Bindern 9900 Mk. unb in Ortöllasse E 5156 Mk., miet 2 Kindern 6187 Mark, mit 4 Kindern 7219 Mk., mit 6 Kindern 8250 Mk. Noch im März 1920 erhielt ein völlig erwerbsunfähiger Kiiegsbeschäbigtier, der heute An­spruch tun vorstehende Rente hat, ohne Rücksicht auf die Größe seiner Familie ,mit Kriegs- und Ver- stümmeluncs u age, RenteuzusclC g undTeuerimg-S- zulage insgesamt jährlich nur 2217 Mk.

Bei schwerer Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrheit erhält der Krie.?Äeschädigie nach einer Verordnung, die in diesen lagen ergeht, eine Rente auch bann, werm seine Erwerbsfähigkeit nickst beeinträchtigt ist. Der ZkriegSbeschädigle, der einen Arm verloren hat, hat Anspruch auf Ine oben genannte 50pvozemige Rente auch bann, wenn er seinem Beruf vollständig nach^hen Cann. Ist er in seinem Beruf höher, etwa 70 Prozent beeinträchtigt, so erhält er die entsprechend höhere Rente.

Bedarf der Beschädigte fremder Wartung unb Pflege, so erhält er neben der diente eine Pfleg­zulage von 750 bis 1875 Mk. Jeder Kriegs­beschädigte erhält daneben freie Heilbehandlung seines Leidens sowie die erforderlichen Körper- ersatzstücke, orthopädischen unb anderen Hilfsmittel. Ter Beschäbigte hat außerdem Anspruch auf un­entgeltliche berufliche Ausbildung zur Wieder­gewinnung ober Erhöhung ber Erwerbsfähigkeit, insoweit er burd) die Dienstbeschädigung in der Ausübung seines Berufs oder in der Fortsetzung einer begonnenen Ausbildung wslentlich beeinträch­tigt ist. Daneben tritt die soziale Fürsorge mit den erforderlichen Fürsorgemaßnahmen, im wesent­lichen ^u Lasten des Reichs, ein.

Tie Durchführung des neuen Reichsversor- aungsgesetzes wird dem Reich jährlich etwa 5l/? Milliarden Mark kosten, also fast 100 Mark auf den Kopf eines jeden Deutschen ohne Rücklicht aus Alter und Geschlecht. Um bei der ungünstigem Finanzlage des Reichs die Rente der Schwerbeschä­digten auf den vorgenannten erheblichen betrag fesllegen zu können, mußte das Gesetz für Kriegs­beschädigte, die sich durch ihr Vermögen oder Arbeitseinkommen in günstigeren Verhältnilien be- finden, Rentcnabzüge in ertrag!rwem Matze vorsehen, lieber den Umfang dreier Abzüge besteht weitgehende Unfenntni^

Ausdehnung des Krieges auf deutfck)es Ge­biet besteht nicht mehr. Der ruffische Rück­zug dauert fort, wird kaum noch einmal in eine zweite große Offensive Umschlägen, zu­mal oic polnisch-russischen Unterhandlungen soweit gediehen sind, daß die Konferenz in Riga unnrittelbar sbevorsteht. Aber der polnische Uebermut erhebt dreister denn je das Haupt. Nicht allein wird er die Friedens­verhandlungen «^schweren und die russischen Absichten, mit Deutschland unter Umstoßung einiger Versailler Z-estsetzungen nachbarlichen Verkehr aufzunehmen, nach .Kräften hinter­treiben die polnische Anmaßung wird auch in den Abstimmungsgebieten, besonders in Obersch le s ien/von Tag zu Tag uner­träglicher. Das Deutsck)e Reich muß heute schandhaftc Ermordungen, Mißhandlungen unb Beraubungen deutscher Stammesgenos- sen auf feinem eigenen Gebiete tatlos mit­ansehen. Es muß auch hier das willkürliche Treiben der französischen Politik, die den Polen festen Rückhalt gibt und nichts gegen ihr verfassungswidriges und gewaltsames Verhalten unternimmt, offen geschehen lassen. Ja, französische Soldaten selber gehen neuerdings zu Racheakten über und be­teiligen sich an Mord und Ranb. Deut­sche Proteste bei der Pariser Botschafter- lonferenz find wirkungslos verhallt, der Vor­schlag einer einwandfreien neutralen Unter­suchung und Feststellung der Tatsachen ist kalt zurückgcwicfcn worden. Desto aufmerk­samer und teilnahmsvoller müssen alle deut­schen Gaue jetzt den Blick auf Oberschlefien werfen, auf die Entwicklung, die dort heran­reift und noch die schwersten Konflikte heran- führen kann. Gehen doch die Polen darauf aus, sich das Land ohne Abstimmung, oder doch unter Zurückhaltung der auswärts woh­nenden deutschen Oberschlesier, zu eigen zu machen. Nimmermehr darf dies geschehen. Denn Dann muß doch noch etwas vom Geiste Friedrichs des Großen in Deutschland wieder auf leben, der Mut zur Tat und Abwehr! Die deutschen Oberschiefier selbst, und zwar in allen Parteischattierungen, kämpfen den tapfersten Kampf und lassen keinen Zwei­fel aufkommen, daß sie sich nicht unterdrücken lassen werden. Wir müssen sie mit allen Kräf­ten, moralisch und materiell, unterstützen, müssen in der Nichtachtung, die uns von der Entente gezeigt wird, stolz und beharrlich bleiben und dürfen nicht wankend werden in dem festen Willen, den deutsckfen Namen an ollen gefährdeten Posten zu schützen und hoch­zuhalten.

Auch die von fremden Truppen besetzten Rheingebiete bedürfen unserer Wachsamkeit unb Fürsorge. Die Rbeinreise Mille­rands und Fochs beweisen das französi­sche Bemühen, das Land zu verwelschen. Wer pbt ihnen eigentlich das Recht, dort so auf- iutreten, als ob sie die Herren wären, als ob es keine Reichsregierung mehr gäbe, der i-ck) dipl-omatischem Brauch Besuche an­drer Staatsoberhäupter vorher anzukün- Kgen sind! Diese Triumphreife der Pariser Nachthaber wird ihnen ja bei unseren Lands- Leuten links des Rheines keine Svmpathien ichaffen, im Gegenteil! Mlllerand soll in einer Begrüßungsrede gesagt haben, Frank­reich wolle Recht und Kultur in die rheini­schen Gebiete tragen. Man sehe sich darauf- i)in die Taten an! Zeitungsverbote in zu­nehmender Zahl, Knebelungen, Verurteilun­gen wegen geringfügiger Sachen, eine Tyran­nenpolitik, roie man sie sich schlimmer kaum

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GiehenerAnzeiger

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General-Anzeiger für Oberhefsen MM

Anzeigenteil: 5). Deck, vnlck und Verlag: vrühi'fche Univ.-B»ch- und Steindruckerei R. Lange. Zchristlettung, Geschäftsstelle und Sruckerei: 5chulfttaße 7. lämt'hd) in Gießen.

Dorfteden kann. Nun, die beiden Größen-,., _ . . .

je« ihre ©arnijonen und Kolonien in den - ihre Da,einsberechttgung erwres. Der Gene- .-DeiiriidKii Städten festlich zufammenirom.-ralstrerl war übrigens keineswegs lückenlos nein lassen - von den deutschen Bewohnern rn Stuttgart hatten dank der Ihy

neiden sie keine ausgehellten Gesichter sehen. W Arbeiter durchaus nicht alle Ra- Ae plumpe UebervorteilungsmethLc der Da.«ber st-»e geitanden. Dre kommunchi,cheu User Politik, die unsere Finanzvertreier zuerst Hetzer und Eber, die natürlich den Kvnstilt rach Paris locken möchte, um von ihnen-wegen des Steuerabzuges nur zu ihren be. -lngebotc zur Wiedergutmachung entgegen ; anderen politischen Zacken misnutzen woll. iunehmen, während die Straus folgend- !^1haben vor der Arberter^chatt eine volle Genfer Konferenz nur wieder das Tik-i^,ederl-ge erlitten, aus der, hosientlich b-i to ausfprechen jvll - erinnert ein wenig an n,,<>n 9tp,r,'n,ra tnr h'p

l^n Shakespearesck,en Affen mildern Bissen im Dinkel seines Kinnbackens,zuerst in den Rund gesteckt, um am Ende verschlungen zu