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Ans Statt itttb

Gießen, den 10. Noo. 1920.

<ynr ZwauaScnteiqnung der Kartoffeln.

Der Krei^vorftand des Heffischen Bauern­bundes de« Kreises Gießen hat folgende Er­klärung abgegeben:

Das Kreisanrt hat verfügt, daß von je­dem angebauten Morgen Kartoffeln 10 Zent­ner zum Preise von 20 Mark enteignet werden sollen. Nachdem durch Vereinbarung der Sftitzenorganisation der Erzeuger und Verbraucher in Berlin der Preis von 25 Mk. pro Zentner angemessen erklärt worden ist, entfällt für die hessische Regierung jede Mög­lichkeit, Kartoffeln zum Preise von 20 Mark gewaltsam zu enteignen.

Wir stellen weiter fest, daß der hessischen Regierung und dem Kreisamt jede gesetzliche Handhabe zur zwangsweisen Enteignung von Kartoffeln frhlt.

Der Hessische Bauernbund hat sich bei sei­nen Mitgliedern für die Versorgung der min­derbemittelten Bevölkerung zum Preise von 20 Mk. mit Entschiedenheit eingesetzt.

Nachdem aber die hessische Regierung imd in ihrem Auftrag das Kreisamt unser Ent­gegenkommen mit Zwangsmaßnahmen beant­wortet, sehen wir uns genötigt, zu erklären, daß dieses Vorgehen ungesetzlich ist und den Tatbestand des Mißbrauchs der Amtsgewalt darstellt.

Der Hessische Bauernbund beabsichtigt, gegen das Vorgehen der Regierung und des Kreisamts die Hilfe der Gerichte in An­spruch zu nehmen.

Lautenlieder-Abend.

Ein Wandervogelsänger stand gestern abend auf der Bühne des großen Einhorn-Saales: Hermann Engel. Ein feiner, noch junger Mensch, mit lieben Kinderaugen, den man sich mit seiner Wunderlaute gar nicht ander? hätte denken können al? in der Wanderkluft. Hermann Engel sang alte und neue Lieder. Neben SoLatenliedern und Volksweisen war Löns am stärksten vertreten mcift in entzückenden Vertonungen v>nn (Swgi.'I selbst. Aber auch Möricke, Eichendorfs, Baumbach standen auf dem Prvaramm. Hermann Engel besitzt eine wohllautende Stimme und schönen, klaren Vortrag, der durch einiges mimisches Talent bestens unterstützt wird. Ein Sonderlob verdient die Laube, deren AkkmHe nicht bloße B- qleitung blieben, sondern sich mählig mit den Tönen des Sängers zu eins verwoben und in den entzückenden Zwischensvielchen selbständige Gel­tung erlangten. Aeußerlich war der Abend durch eine Pause in einen ernsteren und heiterem Teil gegliedert. Tie oft leise-schelmisch, oft derb-humor­vollen Weiten des zweiten Teiles wirkten ent­schieden mebr und wurden fast ausnahmslos stür­misch beklatscht. Es muß aber auch gesagt werden, daß Hermann Engel die schalkhafte Weise beste« liegt als die ernstere und schwärmerische. AuS dem ersten Teil seien hernorgehoben das schöne Eichen- dorfffckv. yrbEs scheuen so qo'ben dve 54'mt" und die rez'-ölten Schmmmarsted'«Maras Wiegenlied",Schlaf' in guter Ruh'" undLeise, Peterle, leise" (von Engel komponiert), sowie die etwas derberenDrei Schlüstel". Der zweite Teil wurde sehr verändert. Löns mußte auf Wunsch der Zuhörer zwei Soldatenlieder ersetzen. Aus dem zweiten Teil seien besonders hervorgehvbenEin Mädel zog dem Kriege nach",Ich bin Soldat Ma^l. heirat' mi'"Bruder, laß das Sorgen", Tas Schosterlied" undDas Dutzend alte Weiber". Das Lied von den Hutzenleut" in erzqebirgischem Dialekt beschloß den genußvosten Abend, der durch mehrere Zugaben ausgebaut werden mußte.

Beeeistcrt-r und echter Beifall ließ den Wider­hall ahnen, den des Wandervogelsängers Sang und Lcwten-re'ön in den Syrien der Zuhörer fanh. Manch blendender Konz-rtsänger wäre überrascht gewesen, hätte er hi* Wftffmg gesehen, die von diesen schichten Bolkswsisen ausging. Hermann Engel ist Wandervogelsänget, und es sind daher bei dieser G'legenheit ein vaar Worte aus einer Zuschnitt über den Wmckervogel <nt sich an- g^racht.

Des W-ern^ervogets We'en ist nicht damit erschöpft, des Morgens iit die taufrische Gottes­welt hinauszuwandern, auf Wiesen und Berg- kuvv-n alte Volksreig-m zu tanzen, nach des M'rkeltags Muh und Hatz in der Natur au?zu­ruhen imb Kraft zu neuem Schaffen zu schöpfen. Der Wandervogel will mnyt. Er will mit seinen besch'ibenm Kräften mith*lfen, unser Voft mis der Zerristmh-it. der Mammondienerei, der Ueter« kuftnr oh-r vielmehr Unfffftur d-r Ge-enwart zurückznfüh'vn -u Wahrchfft. Echtheit. Schicht- b'it und Natürlichksit. Dieses Ziel erstrebt h<-r Wand-rvn-^l a>r nicht durch Niedrrvn'hen, Kriti- sierm. reicht indem er Rrcheme und Prn-rrammr in die W-lt '-'ht imb zuschn-tt. wie sie sich turnch- setzen. D-r Wgndm-m,^l wist dem dem in'^'chtbg'-en "Nf-nr-tisi'-m-n ber Zeit die Tat, d-rn Sch'in d"s L'bmrs wahres S-in entgegen- st-st^n Maa man auch gns«rngs lächln, wenn der 9Prmh»Thn~er ssin- ^at-m b'g'Nnt indem er zu­nächst mtr die «itt m Sang irnh Ton«

der GW<t -eiat bi* inn-m k'it ^'4*'*$ ffit?

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mit ssimn- , Rnf-n Schar"" dn-ck- St"^t inh Dyr-f irnh Vn^^tan'e tanzt N'ch Vafk.?tm-e lecht. Es syst -iaenrn-tig schZ- sein, wmn Muck ;n nn kommt .aus iraend einem Bratze mit s-iner Schm ", tenr-n besinnt wi"^ dann, m-an die erste Schgch--,b-st ahn' ftr-i't ist. die ^inrg-n und Mad-l d^ Darh^r m-t tarym. tote dann ein-r aus der Schr beraub ,pmn-'t. aus dm nmhehmd-n und zuschairnnd-n Alt-n"" i-nmd i^end, ni-stnch ein und w ndsch'-iies Mütterchm in den Kreis herein holt und mit ihr tanzt, unb wie diele? Irauchn noch mniaer 8ier*rei dann gerne und beaeistm- nnttM-ft u"d mich tanz-n kann man brrnt* di-s" Valk't-n'e eiamtstch nich ,n lebr-en sst stacken im Baske drin. Und wenn man dann steht Wie der Kommunist, der eben noch mit dem D*u'scbnationa"en eifrigst di?kutiert, diesem irr nächsten Augenblick die Hand zum Volkstanz reicht, wrun man alt und jung, Männlein und Weiblein zusammen tanzen und singen und Mär- chm erzählen sieht, dann wird man zugehen müssen, daß Muck mit fernem Wollen auf eurem dm- rechten Wege ist, die zu wahrer Volksgemeinschaft an Stelle des Hasses und Zersplitterung führen, wenn er zeigt, wie sich der Deutsch gegenseitig verstehen lernt, wenn er zeigt, wieviel besser und

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nächster Nähe dieser Stadt befinden muß.

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sämtlich ärztlich untersucht. Dabsi wurden ifOO t nur icbi bis 1200 unterernälj'rte ausgesmtee t und ton be , r.,.,,

sen wieder 450 bedürftige Kinder herausg'sucht, b«

außer 6080 vorschulpflichligen Kindern Dorerfl JLrJz J für die Speisung in Bedacht kommen. Es stehl

irdoch in Aussicht, daß später noch die erstmalig

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Serivhu des bisherigen KlubwirtS Stein, verpachtet. | den hier angel Dte Pcrcl):,umme werd von Jahr »;i Jahr festgesetzt I Up-to-date, Vai

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zurückgestellten Kinder und Mütter bedacht rocrbtn können. Für Marburg wird zunächst ein Waggon mit Lebensmitteln, zirka 100 Zentner im Werl von 80 000 Mk., aus Hamburg eint reffen.

gesehenen Speisung der unterwnährten Dchulkn- der durch die Quäkermisfion wurden die Kinder

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schöner es ist, miteinander alte Volkstänze zu tanzen statt in rauchigen Versammlungslokalen auseinander zu schiinvien.

Veranstaltungen.

Mittwock: Stahttbeater, 7 Uhr,Don Carlvs". Eofz Leib 8 Uhr, Konzert und Vor­stellung der Medick iMeidinger. Gewmb'haus, 8V? Uhr, Vo'ksun'erbal!ungl'ml>''nh des Evan^- lischen ArbviierVereins. Luhtsöleltheatn: wrc gestern.

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** Ein thevretischer Kurs über Turnen. Spiel und Svvrt. Dre ,m Win­ter 1919/30 und im verg-angmen Sommer-Se­mester halten and) in diesem Winter eine Anzahl Dozenten der Unvversität, die sich in den -^sealt des Jnstimts- für KSipertultur gesellt Halen,Zeinen thooresi'-chcu Kurs über Turnen. Spiel und <stx>rt ab. Der Kurs findet unenZ»'ltlickr statt und z>a-ar als cinstündsige Vorleämg Mi! v-.m 89 Uhr abends im Anatvmi'chen Jmssi ut B ginn 10. Nv- vemberü Er ist bccebnet für S w'-ierende aller ^akul'äteu, d-ie Mitglieder der Gießemer Turn-, Spiel- und Sporpereine, ?ln 'ehörig" de- Reichs­wehr solvie für jeden, der sich für die Pflege ter Leibes Übungen interessiert. §>wr Pros. Brü­ning 'irntd einige Fragen aus der Orthopädie erörtern. Herr Prof. Henneberg wird das Muskelshstem und die Tätigkeit der Muskeln an Lebenden vvrfübren. Herr Prof. I e s i o n e k nnrb über HauipIege, Herr Pros. Weber über die Krankheiten spreckZen, die durch die Leibesübungen günstig beeinflusst werden vd?r anderersei s letztere verbieten. Herr Prof. H u n t o m ü l l e r wird meh­rere Kapitel aus der Hygiene, die in Beziehung! zur KörperTnlür stehen, abhair^ln. Endlich wird Herr Prof. Nvdenwal^t über die Gymnastik bei den Alten sprechen. Die Her'-en Prof. Bür- k e r,^ H e n n e b e rg, Roller. Sommer holen derer'2 im Ivsipm Semester Brxrnräge aus ihren Gebieten gehalten.

* * Gestohlen wurde in der Naelsi zum 8. Nov. aus einer Gartenlauke vum zum Trocknen aufgehängter Wasckie: 3 Handtüel>er, gez. M. S., 2 Normal Hemden, ci :e Norma', im terl)o'e, 4 >vv'- lene Jäckchen, 2 bunte und 1 weide Taurin ho sc.

* * Fe st genommen wurde am Montag ein fremder Mensch bei dem Anbieten und Ver'wrf von gesalzenen Häuten und Fellen, wobn sich herausstellte, daß dieselben m Münckcholj- hausen durch Einbruchs enttvendet watden lva.ert. Am Dienstag rvurde ein junger Mensch oon hier sestgenommen, wÄck-er in Bad-Nauhnm ent Rad entwandet hatte.

* * Bei dem B rand der Eulerschen

Aus dem AmtsverkundrgungSvlatt.

** Das ArntsverkündigunsSblaist vom 9. November enthält: Gesetz, betr. die Vn» längerung der KüMgungsbe^chränkung zugunsta» Schwerbeschädigter. Die Aufnahme der taut« stummen Kinder in die Taubstummen-AnstalM be? Landes. Viehseuchen. Dienstnachrichtm. Feldbereinigung.

Die Maul- und Klauenseuche ist cm Harbach amtlich fest-gestellt morgen. In Laubac.i Wetterfeld und Gonterskirchen (Kreis Schotten) M die Maul- und Klauenseuche ausgebwchen.

Infolge Erlöschens der Maul- und .(Hauer seuche int Stadtbezirk Homberg (Kreis Alsfeld) : Ort und Gemarkung Homberg mit Ausnahme be Gemarkunbsteils Neuhaus bis zur Straße Obers! mühle^-N,eder-Gemlinden, der bis auf weiteten Sperrbezirk bleibt, zum Beobachtungsgebiet er­klärt worden.

Unter dem Viehbestände zu Wittelsberg (Streik Marburg) ist die MLul- und Klauenseuche au! gebrochen.

Tienstnachrichten des Kreis amt st Otto Zimmer wurde als Kommandant und Kmst Paul als Stellvertreter des Kommandanten bn Pflichtfeuerwehr zu Villingen verpflichtet.

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teevimg der Demokrat tschen Partei mti) des D eu t scheu Ba nernbundes stat. -Ltc Tagung enthÄt ein reiches Programm: Direktu'r U r st a d t - G>ieften wird über bie Arbeiten des Landtages, 91I#g der Hess. Volke VrNrmer R i 6_c r über ixe? Lcmdessteuergeetz, (Veitemli'e/rc iär Mül­ler- Berlin, Mi glied des Reick^ioirtschastsratos, über die>)kcit der MA-orditeten des Deutschen Dauernbnn, 'cs int Ncül-Zta-it und den 9lbban der Zwang!'^wirtschaft sp-estien. Nach bm ^ürm° ldun«n yu urteilen, versp-ü-lit dte Dagung zLhlveich bo- lucht zu toeobert Näheres fielx1 Arrzeige.

Eine Vertreterragungder Deut- scheu Demokrat. Partei und des Deut- s cheuBauernbirndes inOberhenen fin­det am Samstag, 13., und Sonntag, 14. Noo., inNiddatmGambrmus"" statt.

* * D e r V. D. H. veranstaltet am Donnerstag, 8 Uhr, eine Versammlung, in der Gewerkschafts- jefretär Geßner an? Frankfurt den Abschluß des Tarifvertrages bekanntgeben wird.

* * Ein S t rei chkonzcrt veranstaltet am Donnerstag ab^nd im Saa^e des Hotel Einhorn Die Kapelle des 3. B»rl. Reickswehr-S-chüHion-Regt- ments Nr. 22. Anschließend Tanzvergnügen. Siehe Anzeige.

* * Wartburg-Verein Gie ße n. Für den am Donnerstag den 25. November, abends 8 Uhr, in der Au!a stattsiudendcn Musiöalischen Abeird zum Besten der Jngetrdfürsvrge hat auch Herr Zimmer-Gießen (Cello) seine Mitwir­kung zugesagt. Näheres siehe Anzeige.

Landkreis Gießen.

0 * Beueru, 8. Nrtv. Der hiesige Volks- bilduttgsverein unter dec bewährten Leitung des Lehrers und S ubenten Henß hat seine Tätig­keit mit einem Storirag des Professors Kinkel aus Gießen überDie Idee des Staates" für die Wintermonate wieder ausgenommen.

a. Hungen, 9. Nov. Die Einbrüche hier und in der Umgegend mehren sich und die Bevölke­rung befindet sich in begreiflicher Aufregung. Letzte Nacht wurde hier in einer Möbel schreineret erngeb rochen und die Treibriemen gestohlen, mit zugeschisittenem Holz d-iztrn sich die Eiubrechw die Werkstätte ein, da es empfindlich kalt war. Mau sieht, es wird mit großer Seelenruhe gearbeitet. Ern bekannter Trick, durch scheinbar verloreuge- gangeues, jedoch absiclstlich zerstreutes Diebesgut die Spur nach der eirtgegengefefcten Seite vorzu- täuschen, wird ebenfalls angewendet. In manchen Orten werden bevits aus Einwohnern bestehende Nachtwachen unterha. tat, und man wird, sofern man der ÄMtde nicht bald habhaft wird, auch hier in Hungen eine Bürger-Nachtivache orguniiiercn, zumal dve beiden Nachtwäck)ter ältere Männer sind. Man kann annehut-en, daß das Nest der Diebes­

Ziga rr enki stenfabr t'k überraschte cs, daß ine Nebengebäude ebatfalls g etch Fetter gefangen , , .......- - - -

hatten und onrit den Löschangrfff auf das Haupt- b<wde stch tn enter benachLarten größeren Stadt gebcmdc erschwert lwurde. Wie wir cr?alyreii, be- besindet, dte von mchvevenSeiten mit der Bahn fanden sich in der Maner nach dem rechten üu erreichen ist, ober daß sich ein Hehleruest in

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Sckmppen Schlitze, durch die friU)er eine Trans- mi:fürnt lief. Znm Kesselhaus hin, das ebenfalls fofort in Flammen stand, war die eiserne Tür halb offen geblieben. Die Feuerwehr hat auf die Brand­stätte mit 684 Meter großen und deinen Echlanchs 335 ShiMäiteter Wasser geschaudert. Berichtig', sei noch, daß die erwähnten Horns ignale nicht von der Reichswehr, sondern timt einem freibvilligen Feuerwehrmann groben wurden.

* * Die Direktion her Elektr. Hebe» land-Anlage der Provinz Oberhessen teilt uns mit, daß die häusigen Unterbrechungen in der Strombelieferung (wie auch schon im August und September- nicht durch Abschaltungen der Ueber- land-Anlagc, sondern durch ungenügende Str o m lie fern n g des staatlich n Kraftwerkes Wölfersheim mangels genügender Re.lerven in Kesseln und Maschinen und durch Kohlen­mangel (unzureichende Kohlenförderung) hervor­gerufen worden sino.

* * Städtischer Seefischmarkt. Mv"- gen, Donnerstag, früh trifft wiedec lebeadfrtsche Nordieeware, wie Calelsau, Sck-elsisch, SckZollen und Rotbarsch ein unb kommen von 8V2 Uhr an in den MarT'suben zum Berkauß

* * Das Fe st der silbernen Hochzeit begehen heute SckLo'serm ister Hecmw m P öfchild und seine Mefran M^riechen geb. Jmdt, Damm­straße 19.

* * Vom schönen Schwabenl and er­zählte am Montag abend in der N uen Aula Fräu­lein Emma Kott mann. Bei vi'len Lichtbilder­vorträgen ist man gewähnt, daß das Wort, die so­genannte Einleitung, zur Hauptsach> wird imb die Bilder als mehr ober wmiger unwichtiges An-' hängsel betrachtet werden. Fräulein Äottmann trat aber bescheiden hinter ihre Bilder zurück, d« von Anfang an stumm, aber eindringlich auf den Be­schauer einsprachen. Die Bortrazende beschränkte sich in der Hauvtsach; auf eine feinsinnige Aus­deutung ihrer Bilder, verstand es aber auch aus­gezeichnet, durch wenige, meist wie beiläufig hin­geworfene Worte, ein seines Charakterbild irgend einer Stadt, eins Bauwerkes, einer Landschaft oder einer Persönl ichk.it in sprühendster Lebendigkeit zu zeichnen. Manch schalkhastes Wort verriet die echte Schwäbin, die auch gleich in der Sprache zum Durchbruch kam, al? die Vortragende den Kontaft mit den Zuhörern gefunden hatte iuti> ins Tempe­rament gerä t. Die Namen Stuttgart, Schwäbisch- Gemünd, Schwäbisch-Hall, Kloüer Scl-öntaL Neu­stadt bei dec großen Lüche, Jagstfeld, Hellbromr, Louffen, Marbach, Ludwissbuvg, Wildbad, Ulm, Urach, Lichbmsie n mögen einen kurzen Ueberblick über den Vortrag yeben, der aber nicht bloß die landschast ich oder historisch trtenbitneb rühmten" Punkte vorführte. An ganz schichten Bili>:rn, etwa einer alten unsch'inbaren Steinbrücke oder eine, verwunschenen Waldwiesenecke oder einem Stück Landstraße mit einem einsigen blühenden Obst- bäum wußte Fräu'ein Kottmcmn oft sehr fein die liekenswürdigeSonderart der schwäbischen Land­schaft au^uteben. Die zahlr'ichen Zuhörer oder kesser Zu.chauer dankten Fräulein Kottmaun für die kurze, aler ergiebige Fahrt msSchwobelandt"" mit lebhaftem Beifall.

* * Deut sch not ivnaleV olkspartei. Man schv ibt uns: Am M i t t w 0 ch d e n 1 7. wird Rc icl'sta gsa l ebnete c Wal er Lambach, Be -

bandsgesclä tslühver des Teut'ch .aüona e i lungsgehil eiverlan'ies, int HotelErnl'mm"" free einen öffentlichen Vortrag t<t tei. Herr Lambach ist einer der besten aus ter christlich- national, n Getverkscl»"tsbemegu^g le. ci en u«> erbit Itd'en Kampf g gen den vo ks e s- tzenden und volksformden Marrismus führt u.ib neue We t trnft, die geeignet sind, Versöhnung znsischm Ka­pital und Arbeit zu schäften, ohne die ein anfbau der deutschen A'i^ckiasi "nicht möglich ist. Bei der allgemeinen Be"x-u!ung des Vortrags nnrb der Besuch wann emplohlen. NL^ees wird nod) im Anzeigenteil begannt gegeben.

* * Aus derDenrolratischenPartei. Am Samstag den 13. und SonnlaH den 14. RovemLer fantjei:in Nidda die erste Vertreter-

Die Katt.iffctoerforoung.

# Lich, 8. Nov. Unsere Gemarkung immer gute Kartoffelernten grli fert. 311 diesem Jahre war der Ertrag i-t einigen Lagen unseres Felles vorzüglich, Mal er und mct' '. auf den Morgen waren in die en Sagen ßeü"" Seltenheit. In cnllevm Teil n der Otemarfur t. wuchern diese Ertväge jedoch nicht erricht. Den 'bauten Sorten sind es vor atm

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und beträgt für das erste Jahr bont 1 1920 bis dahin 1921 2OJ0 Mark Ti nachlungs- und Verpfleg 'ngsprei c ,üc des V.H. C. und für 9cich mitgsicher werden '&-* bem Vvril^tde int Einvcmehm n mit dem Wi « festgesetzt. Durch eine betontere Lausorbnung wer« den Rechte und Pflichten der Kluot-aus c uchn de» stimmt. Einem dringenden Be.mcfniise' cmt- sprechend, werden beide Klubhäuser mv. einer DliL- ablcrier-Anlage veruhen.

Kreis Friedberg.

O Pohl-Göns, 9. Nov. In der letzt« Gemeinderatssitzung nmrde le onnt g> geben, daß die (Sternei: tbe.ä'c sür erhaltenes (3< lande und Obstwert 47 537 Mk. und sür invortcrt» Baugelände 27 820 Mk. an die fr cremtgung^ kasft M zahlen l>at. Trete Kosten fönnet mit vor­handenen Mitteln bestritten werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 8. Nov. Ter franzo. s l sch e Verbindungsoffizier bei der Hess Regierung Major de Bvyssvn hol Darmstadt am 6. November verlassest, nachrem b-ucch Inkraft­treten des Friedensvertrag s und die Auchebuns der Besetzung Darmstadts <iite toetere Bcsetzmg der Stelle nickst gebe) en erfdiieit/-

Kreis Wetzlar.

ra. Wetzlar, 8. Nov. Der Kreistag hri den einstimmigen Beschluß gefaxt, die Reichste- hövden zu ersust-en, die Zwan g s bew ir t s chaf- tun fl der Baustoffe balligst auizaih ben. N.c- mentlich totri> dte Belästigung in der Be^dmsfung ber Fr ergäbe scheine für geringe Mengen sehr uit? anaenehm empfunden, abg sehen tiun den Kvstc» und persönlichen Ausgaben, die damit verbundn, sind. Sollte die allgemeine Freigabe noch nicht tunlich erscheinen, so wäre eine Befreiung ter FicigabebeschemiAungen bei beschränk ec Mcnzk dringend erwünscht. ©teixfo itig Itmrbe eine Erhöhung der Hundesteuer von 5 aus 10 Mt vom Kreistag mit 14 S immen obg:lehnt. Di, Enmahme aus der Kreishundesteuer ergab bisher 8162 Mk.

Watzenbvrn, 10. Nov. Heute feiern die Eheleute Balth. Sommer, Gastwirt, und Marie geb. Philipp bei bester Gesundheit das Fest der silbernen Hochzeit.

x Wieseck, 8. Nov. T>ivch das Fehlen des Ma'senandvrnges vom ersten M le tmqe ürt btach» ten die beiden gestrigen WiÄ)erhvtungen des Erntefest sviels vv-n Eli^i-eth Malo bett vorn sicheren Spiel der jugendlichenSchmtspvelev- frubbe" hingerissenen Zuschauern viel Freud« und führten dem guten Zweck (bcr Kinderkirche und Kleinkinderschule weitere saft 250 Mavk zu. In der Begrüßungsansprache des Abends ließ der Ortsgeislliche den alten hessischen Bmiersmann Heinrich Naumann seine frommen Gedanken über Saat und Ernte fm unfe ermahnte die Gemeinde, im Sinne des Spiels die Aufgaben, die der 9. Nvivember den Anhängern und Geg'.tern bet Nevolu ioii gestellt mft bent Glauben Luthers und dem Idealismus Schillers, der Männer des 10. November, anzufassen.

xWieseck, 8. Nov. Int Saale der Volks­hochschule findet diesen Mittwoch abend im Anschluß an Beratungen des Vorstandes und des erweiterten Vv'-standes ifnf 9 Uhr eine Versamm­lung des SHksbvchVm^ver:ins statt: auch andere Interessenten haben Zu'ritt bei den Verhandlungen über die Arbeit des neuen, ant 15. ds. Mts. fite» ginnenden Semvsters

KrciS Büdingen.

x Oppelshausen, 8 Nop. Die B l u t- t a t, der am 29. August abends der Sohn des bie'igen Ob-erctnttmanns, Otto Güngerich wnt Opfer fiel, bat roch immer feine Aufklärung aefunoen. Die Belohnung l-on 6000 Mark, die Steatsanwallschäft nich Fckmllie NackSveis der Täter «usgeseht, wunde auf 10 000 Mark erhöht.

Kreis Alsfeld.

** Hopfgarten, 8. Nov. Am vergan­genen Sonntag nxtebe hier ein Denkmal für du- 15 gefallenen Helfen des Weltkrieges aus den Ge­meinden Hopfgarten und Unter-Sorg einrew iht. Unter Glockenge aute bewegte sich der Feizug aus die Holte, von wo unser Kirchcem in das Schwalm­tal hinunterb"'ckt. Hrer, vce dem Fterstuf, hat da? Denkmal seinen Platz betomwen. Lelrv.'r Wal­ter hielt die Weffe eV. Ein Schulmädchen trug ein eindrucksvolles Gedicht vor.' Umrahmt war die Feier hon stimmungsvol en Vorträgen des Schüler- und Mäntuncbors. Tas Denknml ist gelteferf van Stxin.bruchbesitzer Kreis in (Mnbauet. Es besteht ans roten Sandstein und ist ein fad) und schlicht gchasien. Durch fiinen wudttigen, masstgeu Eindruck wirkt es auch aus der Feme. ES ist ente Zierde der Gemeinde und des oberen Schwalm­tals.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 8. Nov. Ein hiesiger Bahv- arbeiler fiertet in Ausübung seines Berufes in Msseld unter eine Lokomo t ive und trug schwere Berletzunyen txVbon. Der Verunglückte kehrte erst Ente ur igen Jahres au- Gesangrnschast in die Heimat yirikt

rt. Schlitz, 8. Note. Einen 'irvhlgelungenen Bergauf nahm der vom hiesigen Stenvg.-aphen- Berein GaoelSbeva-r veranstal eteK örner- Aben d"". Im Mi telpunll der Veranstaltung stand der inhal^r-csiche Vvsirag von Lehrankt-assesfoc Dr. Rolvff über:We'en und Werken Theodor Körners"", der mit lebhaf'ern Beifall anst^nvmmeri wurde. Solxvm fand die Aufführung der Lust­spiele:Der Be ter von Bremen"" undDer Nacht- vÄchter"", die srohkveft«nte AnerHe:mung der Jest- gäste, die den gvoßon Guntruw'schen Saalbau füllten.

Kreis Schatten.

müssen bis Weihiachten 1921 beendet rtn. kommenden Winter soll zu gleichem Z ecke ein sich daran schließendes Wa dstück ab'et-ie et mr- den. Dadurch echält infe-.e Fed na k ci:ten t> he blichen Zuwad)S an Fache. Sci/a' e nur, t>3i nicht auf gleiche Weite Wie en, an denen die markung sehr arm ist, gewonnen werden fönnat

Hessen-Nassau.

c Ulrichstein, 8. N-v Die beiden Klub- bänser arff dem Hc>hewdSÄ>pf, die Eünnttum des VvgelsberD»er Höhen kl ubs sind, wurden zunächst auf bte Dauer u»n fünf Jahren an ben Gastwirt Hernrich Roth^von Herbstein, Schwie-

* Hochelheim, 8. Nov. Hier sind btt von der Gemeinde schon vor Ausbruch des Krie­ges bcschiosleneit Zusammenlegung s arbei­te n der Grundstücke im Gange. Mit Ee emirgung der F-orstbehörde ist im vecgange e.t Wn ter an der Kreisstraße WetzlarButzbach ein Stück Wa'r, dieHohen Birkett"", abgettteben worden. Ta dte Vermessung vor einiger Zeit lendet w-.'t^eit ist, konnten etwa 100 Parzellen von ei em halben ' Morgen Größe verlost werden. Do steht man bettn vom frühen M orgen bis zum späten Abend vicL fleißigen Hände mit dem Roden beschäftigt, und da die Witterung dazu sehr günstta ist, fdyreüat diese Arbeiten rüstig fort. Für die Mübe erhallst die Landwirte die ausgerodete.t Stöcke und autzer- dem die Grundstücke 21 Jahre lang unentge tlich >uc Bebauung, von da ab weitere 9 Jahre gtytt enten entsprechenden Pachtsatz. Tie Rodacbeisi

mc. F r a n k f u r t a. M., 9 Nov. Dte städti­schen Pachten werden um ICO Prozent, bi Wohnungsmieten tum 20 Prozent erW Auch die Mieten für die städtischen Wictschasteil wurden teilweise bedeutend g-schraubt. So jatl! u. a. der Ratskeller jetzt 33 000 Mk., das Ober» forsthaus 30 000 Mk. und die Hauptwache gta 41000 Mk. Miete. Man darf sich a so nicht wun­dern, wenn die Bewirtung in diesen Lokalen r:H teuer ist.

mc. Frankfurt a. M., 9 Noch. Nachdem der Hvmlmrger Wunderschwindel nun rlw& lich abgetan ist, tbnrmcn -aus anderen Tetla» Odassaus u. a. von der Idsteiner Gegend Nachrich­ten, daß dort sich nranbembcWunderdok­toren"" gez ig>t haben, ti: trotz aller Aufllärmi^ in der Preise Zulauf fanden und wvhl aus ihre Kosten gekommen sind. Dtese Herren sino na:ür-> lich von den Behörden recht schwer zu fassen, ata es wäre doch bald einmal an der Zeit, daß *nure ganz gründlich mit ihnen aufräumte.