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Ferner fragt derselbe Abgeordnete VN? welche ötettimg Trinrmt die Regierung zu der Verwirk- lickung des Grvßschiffahrtsweges Rhein Donau ein? inwieweit hat sie bis jc3i bei den vorbereitenden Sch,ritten die hessi­schen Interessen gewahrr? Ist sie bereit, den rechi-zettigeu Ausbau des Mainzer bzw. Gu­stavs bürg er Hafens zürn Umschlaghafen für den geplanten Gvoßschifsal)-rtsweg zu förb-ern und Mit­tel dazu bereit &u stellen? Ist eine geldliche Unter­stützung des Reichs hierzu zu erwarten Auch ver Abg. Hahn- Heßloch 'hat wegen der Vorlage einer Pachtschutzordnung angefragt.

Aus Stadt und Land.

Gieße n , den 10. Sept. 1920.

Radfahrverkehr.

Es sind in der letzten Zeit wiederholt Wahrnehmungen genracht worden, daß die über das Verhalten der Rabfckhrer auf der Straße be­stehenden Vorschriften überhaupt nicht oder nicht in genügender Weise beachtet werden. Das Pvli- zeiamt Gießen sieht sich dckl-er veranlaßt, bie wich­tigsten Vorschriften erneut bekanntzugeben: 1. Jedes Fahrrad muß mit einer sicher wirkenden Hemm­vorrichtung, mit einer helltönenden Glock zum Abgeben von Warnungszeichen und während der Dunkelheit sowie bei starkem Nebel mit einer hell­brennenden Laterne mit farblosen Gläsern versetzen sein, die den Lich.schein nach Horn auf die Fahrbahn wirft. 2. Jeder Radfahrer iit zur gehörigen Vor­sicht bei der Leitung seines Fahrrades verpflichtet. Tie Fahrgeschwindigkeit ist jederzeit so einzurichten, daß Unfälle und Verkehrsstörungen vermieden werden. Innerhalb geschlossener Ortsteile darf nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren werden. 3. Ter Radfahrer hat entgegenkommende, zu über- holende, in der Fahrtrichtung stehende oder die Fahrtrich-tung kreuzende Menschen, insbesondere die Führer von Fulwwerken, Reiter, Viehtreiber usw. durch deutlich hörbares Glockenzeichen i^chtzeitig auf das Nahen des Fckhrrads aufmerksam zu Machen. 4. Tas Einbiegen in eine andere Straße hat nach rechts in kurzer Wendung, nach links in weitem Bogen au geschehen. 5. Ter Radfahrer hat bei der Fahrt die rechte Seite der Fahrbahn ein­zuhalten. 6. Das Vvrbeifckhren an einaebolten Fuhrwerken, Kraf fahrzeugen, Reitern, Radfahrern, Fußgängern, Vieh.ranspvrten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen. 7. Das Radfahren ist, außer auf den für den Radfahrverkehr einge­richteten besonderen Wegen iRadfahrtoegen), nur mit den für Fuhrwerke bestimmten Wegen und Plätzen gestattet. 8. Das Umkreisen von Fuhr­werken, Menschen und Tieren und ähnliche Be­wegungen, die geeignet sind, Menschen oder Eigen­tum zu gefährden, den Vetteln: zu stören ober Tiere scheu zu machen, sind verboten. 9. Auf den Haltruf oder das Haltezeichen eines als solchen kenntlichen Pvlizeibeamten hat jeder Radfahrer so­fort cmzuhalten und die Radfährkarte, die er bei sich führen muß, auf Verlangen vvrzuzeigen.

Veranstaltungen.

Freitag: Caft Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der Medick-Meidinger. Hotel Ein­horn, 8Va Uhr, Gastspiel Buchwald. Lichtspiel­haus wie gestern. Lichtspiele, Seltersweg,Die Geheimnisse des Zirkus Barrs".

** Der Winterfahrplan. Den Be­mühungen der Frankfurter Effenbckhndire'ttwn ist es gelungen,. im kommenden Wintersahrplan un­gefähr die gleiche Anzahl von Zügen aufvechtzu- erhalten, wie im vergangenen Sommer. Nur erntge unbedeutendere Zugverbindungen, dabei aber auch ein Paar Schnellzüge, werden ausfallen. Be­stehen bleiben sämtliche Pvstzüge. Das ist von be­sonderer Bedeutung für das gesamte Wirtschafts­leben. .Auch der Güterzugsfahrplan findet kaum wesentliche Aenderungen. Hier konnte die lange schon angestrebte Vermehrung der Züge infolge der ungünstigen Kohlenversorgung und des Wag- gvnmangels noch nicht durchgeführt toeeben.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Wir wollen nicht unterlassen, darauf hinzu­weisen, daß die Erstaufführung des neuen Sudermannschen SchauspielsDie Rasch Hoffs" am Dienstag, den 14., die einzige Aufführung dieses Werkes in Gießen sein wird, da im kommenden Winter durch Ankauf vieler Neuheiten an eine Wiederholung nicht gedacht werden kann.

** Amerikanische Lebensmittel. Tas American Relief Administration Warehvuse, dessen Zentrale für Deutschland sich in Hamburg befindet, wird am Montag eine Zweigstelle in Frankfurt a. M., Paulsplatz 6, eröffnen. Diese Filiale ermöglicht der Bevölkerung Frankfurts und der weiteren Umgebung, ihre Fooddrafts, selbst wenn sie auf Hamburg lauten, hier einzulösen. Für einen Fooddraft im Werte von 10 Dollars erhält man Lebensmittel im Gewicht von 50 Pfund

*"Betriebseinschränkung der Mo­torenanschlüsse. Wegen unzureichender Stromfte,erung des staatl. Kraftwerks Wölfersheim infolge Instandsetzung einer Turbine, ist bis au, weiteres der Betrieb von Motoren jeder Art von Emtntt der Dunkelheit bis abends 10V2 Uhr ver­boten. Siehe Bekanntmachung.

** Ausgabe vo n B r ennho l z an Haus Haltungen und Einzelpersonen. Die Nummer 4 der ausgegebewn Holzbezugskarte wird mit 5 Ztr. Dvls wahlweise mit Hart- ober Weichholz bc- l^fert Der Preis ist für den Zentner Hartholz W^lhholz auf 9 ML festgesetzt. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Zucker zur Verbesserung von Rotwein 1920. Trotz des Rückgangs der laufenden Wirtschaftsjahre und üer pcotwendigkeit, die Einfuhr von Zucker aus aa^i wirtschaftspolitischen Erwägungen auf em wcmdeftmaß zu beschränken, hat das Reichs - ernährungsministerium den in Betracht kommenden Landern eme gewisse Menge Auslandszucker zur Weinverbesserung zur Verfügung gestellt. Es ge­langt zunackfft Rotwemzucker zur Ausgabe nach dem gleichen Veifahven wie in den früheren Jahren aus Grund von Anträgen, die bei der Ein kauf sgesell- . schäft für Hessen m. b. H. in Mainz zu stellen sind Tie Antragsvordrucke liegen bereits bei sämtlichen Bürgermeistereien aus. Die Anträge dürfen erst dann gestellt werden, wenn der Wein gelesen, her Most eingelegt ist und 'sich genau über sehen läßt, welche Menge Adost zuckerungsbedürftig ist. Wer sonach für Rotwein Zucker benötigt, muß sieh als­bald, wenn er den Most eingelegt hat, einen ent­sprechenden Antragsvordruck von feiner Bürger­meisterei beschaffen. Die Frist für die Stellung ber Anträge läuft am 1. Oktober ab.

** Ter diesjährige Derb st Pferde- markt muß mit Rücksicht auf die zur Zeit in Gießen herrschende Maul- und Klauenseuche ? u ö-

f allen. Die Verlosung findet wie vorgesehen am 22. September statt.

** Schafft Studentenbuden! Der allgemeine Studentenausschuß unserer Landes- uniDerfität veröffentlicht im Anzeigenteil einen Auf­ruf an die Bürgerschaft Gießens, für das demnächst beginnende Wintersemester schon jetzt genügend Studentenbuden zur Verfügung zu stellen. Für die in schwerem Ringen um Existenz und Lebensstellung stehenden Studierenden ist ein Zimmer zugleich die Arbeitsstätte, und ihnen ein solches nicht geivähren, bedeutet, sie der Arbeitsmöglichkeit berauben.

** Oeffentliche Bücher Halle. Im August wurden 1704 Bände ausgeliehen.- Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1105, Zcil- schaisten 66, Jugendschriften 155, Literatur­geschichte 10, Gedichte und Dramen 46, Länder­und Völkerkunde 49, Kulturgeschichte 38, Ge­schichte irn'o Biographien 75, Kunstgeschichte 18, Naturwissenschaft und Technologie 61, Haus- und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 8, Relegion unb Philosophie 27, Staatswisjenschaft 7, Sprachwissen­schaft 14, Fremdsprachliches 17 Bände, sttach aus­wärts kamen 18 Bände.

** Po st lagernde Sen dungen. In der Bevölkerung ist es noch toenig bekannt, daß seit der letzten Neuregelung der Postgebühren eine Zu­schlaggebühr von 10 Pf. für po st l a gernde Sendungen eingeführt ist. Die Gebühr ist bet allen Sendungen zu entrichten, die den Vermerkpost­lagernd" tragen, also auch bei Einschreibsendungen, Postanweisungen.Paketen usw., «und zwar zusammen mit der Freigebühr.

* Deutsche Volkspartei. Am Mitt­woch hielt die Jugendgruppe der Deutschen Bolks- partei nach längerer Unterbrechung durch die Ferien eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielt Oberlehrer Dr. Müller einen kurzen Vortrag überAeußere und innere Politik".

* * Eine Betriebsrätekonferenz des Baugewerbes und der Industrie der Steine und Erden findet am Sonntag den 12. September, vor­mittags 9 Uhr, im Gewerkschastshans Gießen statt.

** EineBetriebsräte-undBetriebs- obleute-Sitzung der Lebensmittelbranche findet am Sonntag den 12. September, vormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus Gießen statt.

* * E ine Holzhauerkonferenz findet am Sonntag in Gießen statt. Siehe Anzeige.

* * Kriegerverein. Die Vorbereitungen zu dem am kommenden Sonntag auf Textors Ter­rasse stattfindenden Sommerfest lassen, .u-te man uns mitteilt, recht schöne und gemütliche Stunden erwarten. Kinderreigen, Attisik, Ge­sänge, Spielen, Preisschiehen werden den Fest- iteilnehmem zeigen, daß der Kriegerverein Volks­tümliches zu bieten vermag.

* * Der Verein RudersPort Gießen 1913 veranstaltet am Mittwoch einen Familien­abend und hält am Donnerstag seine außerordent­liche Generalversammlung ab.

* * Einhorn. Es finden täglich 8l/2 Uhr Gastspiele des indischen Fakirs und Illusionisten Ben Abdul statt. In dem reichhaltigen -.abwechs­lungsreichen Spielplan tritt u. a. Paul Buchwald >als Humorist auf. Samstag und Sonntag, um 4 Uhr beginnend, werden Kindervorstellungen ver­anstaltet.

Kreis Alsfeld.

v. Aus dem Kreise Alsfeld, 8. Sept. Nicht geringes Befremden erregt bei der Kreis­bevölkerung der außergewöhnlich späte Termin, an dem die Obstversteigerungen an den Kreisstraßen abgehalten werden sollen. Die Straßenverwaltung weiß anscheinend nicht, daß das Obst in diesem Jahre, ähnlich wie das Getreide, 23 Wochen früher reif ist als in anderen Jahren und ebenso­wenig von den häufigen Obstdiebstählen, die gerabe an den Obstbäumen der Kreisstraßen im Schwange sind. Die Bevölkerung hat es begrüßt, daß endlich die Obstversteigerungen an den Bäumen ivieocr stattfinden sollen .und damit dem unzeitgemäßen Pflücken ein Ende bereitet wird. Nun soll man aber doch auch den Zeitpunkt der Versteigerungen nicht soweit hinausschieben, daß man dem Obst­diebstahl entgegenkommt. In den Gemeinden haben vielfach die Obstversteigerungen schon ftattgefunben.

Mücke, 8. Sept. Unsere kürzlich aus- gedrückte Bitte, daß das Reichspostauto nicht nur bis zur hiesigen Post, sondern z-um Bahn­hof gehen möchte, ist in Erfüllung gegangen und wird von dem reisenden Publikum aufs freudigste begrüßt. Dazu ist weiter die Ver­besserung gekommen, daß die Fahrscheine nicht am Postschalter, sondern direkt im Auto von den Wagenführern gelost werden können.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 9. Sept. Der Streik der Arbeiter in den hiesigen größeren Säge­werken ist nach nur zwertägiger Dauer be­endet worden.

© Schli tz, 9. Sept. Für den Sibirier- f o n d s wurden in unserer «Stabt über 1000 Mk. gesammelt. Fran Elise Hahn feierte in voller 'igkeit ihren 85. Geburtstag Die Frau tat lechs noch lebende Kinder, 32 Enkel, 18 Urenkel. In Hellers Hausen wurde Konrad Euttch m der Stichwahl mit 46 Stimmen zum Bürger­meister gewählt; der Gegenkandidat Johs. Becker erhielt 15 Stimmen.

Kreis Schotten.

c. Schotten, 10. Sept. Auf Beschluß des Gemeinderats erhebt die Stadt künftig von allen gegen Eintrittsgeld stattfindenden Thatervorstel- lungen aller Art, für Musik- und Gesangsaufftih i-nngert, von Kinos, Kcmuffels, SckWibuden, Mas­ken-, Kvitümsesten usw. eine Vergnügungs- ftcuer. Die Abgabe beträgt 20 Pf. von jeder Crntri tskarte zuml Preise tv Kl Mk, bet-horen Erntrrttspreisen 30 vom Hundett. Die Abgabe kann vvm Bürgermeister erlaßen wwden bei Unter= nehmen, deren Reinertrag ausschließlich für einen wohltätigen ober gemeinnützigen Zweck bestimmt ist.

Kreis Friedberg.

1Q Bad-Nauheim, 9. Sept. Zu der am 19. September beginnenden Versammlung deutscher Naturforscher unb Aerzte lueeben 2000 Teilnehmer erwartet. Dem Aufruf der Geschaflschchrung auf Bereitstellung von Vetter, ttnd bisher nur wenige Einwohner nack>geliommen Bts letzt sind erst 400 Betten zur Unterbringung der Gaste angemeldet worden.

. ^.Butzbach, 8. Sept. Als Vrahnung für ne x\ugenb, der im Krieg? gefallenen Helden nicht zu üergefien, und alle Kräfte au den Wiederaufbau unseres Dalerwndes zu setzen, hat die 'hiesige Real- ichule beschloßen, zu Goren ihrer vor dem Feinde gebliebenen Schüler ein bleibendes Denkmal «u errichten Im Hose vor dem Schulgebäude soll I etn ichlichter Denkstein Aufftellung ftnden, wemt , es, gelingt, die erforderlich-n Mittel zusammenzu- I bringen. So sehr der Ge sänke zu begrüßen ist,

er-

ändlern bezahlt werden. So werden für Wetschen heute schon 6 0 Mark, für

X Hanau, 8. Sept. Gegen den Ver­trauensmann des Viehhandelsver- bandes Kassel für den Landkreis Hanau, bn Handelsmann Strauß in Wack,en bucken, ist ein Verfahren eingeleitet worden, da er dm cinz-cknon Regieschlachtungm das Vieh öfters höher in An- redmung gebracht hat, als es ihm geliefert wor­den ist.

fd. Frankfurt a. M., 9. Sept. Nach den blutigen Demonstrationen am Rathause fand heute wieder die erste Arbeitslosen­versammlung statt, die in bemerkenswert

- - - , » ~ öuz vit ui vt-mcuciiBwcii .Birnen und Aepse i*90 Mark, sogar 100

ruhigem Tone gehalten war Verschiedene | Mark bezahlt. Eine angemessene Bezahlung

orts schon in Frage gestellt ist. Was aus dem aus unserer Gegend gehenden Obst wird, das soll hier nicht untersucht werden. Es heißt, daß die verladenen Waggons zum Teil ins besetzte Gebiet gehen. Bon dort aus gäbe es dann ja die verschiedensten Arten der V Wendung, jeglichem Preisabbau sprechen die ungewöhnlichen Preise Hohn, die von den

Dtebner beklagten die Opfer und stellten dann vor allem Forderungen nach Bereitstellung von Arbeit auf. Darunter auch Straßenreini­gen, Brückenbau u. a. in. Unter ttnberemi wurde die Frage aufgeworfen, woher es käme, daß der rationierte Zucker in Frankfurt mit 7 Mark zum Verkauf komme, während er in anderen Städten, Cöln, Elberfeld und Aachen, mit 12 Mk. verkauft werde. Die Erwerbs­losen haben eine Beschwerbekommifsiou ge­bildet, die die einzelnen Fälle, die ihnen vor­gelegt werden, prüfen soll. Um Ausschrei­tungen, wie sie vor einer Woche vorgekommen waren, schon im Keime zu ersticken, hatte die Sicherheitspolizei ein großes Aufgebot von Mannschaften in der Nähe des Versamm­lungslokales aufgestellt. Es kam nirgends zu Zwischenfällen.

mc. Frankfurt a. M., 9. Sept. Ver­stärkter Verkehr macht sich in den letzten Ta­gen bei den sog.Po lo nia-Z ü g en" be­merkbar, die bekanntlich die Ententetruppen in Oberschlesien mit Nachschub versorgen und über Frankfurt a. M.-Süd nach Hanau und weiter nach Fulda, Leipzig befördert werden. Die Züge haben sowohl an Zahl, wie an Achsen länge zuaenommen und sind schärfer bewacht. Neuerdings tragen sie auch Auf­schriften, aus denen hervorgeht, daß die deut­schen Behörden von dem Inhalt Kenntnis haben, um unliebsame Vorkommnisse wie jüngst in Eisenach zu vermeiden.

so. Frankfurt a. M., 9. Sept. Hiesige Kohlenarbeiter haben in letzter Zeit unter Aus­nutzung dec Kohlennot große Mengen Kohlen­schlacken als gute Kohlen verkauft und dadurch die Bevölkerung in empfindlicher Meise geschädigt.

s. w. Fulda, 9. Sept. Ein Kirchenraub wurde in der Nacht vorn Dienstag zum Mittwoch in Schleid ausgeführt. Die Diebe erbrachen zwei Tabernakel, raubten den Speisekelch, wrschieoene Leuchter und anderes.

Marburg, 9. Sept. Nach mehrwöchigem Ausstande haben heute die Transportarbet- t e r wieder ihre Tätigkeft auTgenommen. Ihre For­derungen sind nur teilweise bewilligt. Die Wieder­aufnahme der Arbeit wurde in der gestrigen Ver­sammlung mit nur einer Mehrhettsstimme be­schlossen.

sd. Nied, 9. Sept. Der 7jährige Sohn der Familie Arzberger aus Nied trank nach dem Ge­nuß von Obst Wasser und starb unter furcht­baren Schmerzen.

s. w. Nierstein, 9. Sept. Am Dienstag abend landete das italienische Flugzeug Salvania" mit zwei jungen französischen Ztollisten auf dem Rheine. Die Weiterfahrt in der Rich­tung Mainz erfolgte am Mittwoch.

fd. Weilmünster, 9. Sept. Trotz aller Pwteste und Versammlungen, die sich gegen die beabsichtigte Auflösung der hiesigen Landes­hei laust alt richten, macht der Landesausschuß doch Ernst damit. Dieser Tage ist der erste Trans- Pott von mehr als 30 Kranken nach Herborn über» führt Word en.

fd. Wiesbaden, 8. Sept. Der Kommunal- landtttg schließt für dos Rechnungsjahr 1920 mit einem ungedeckten Fehlbeträge von vorläufig 15 878 000 Mk. ab. In welcher Weise dieseSunnne von den einzelnen Kreisen aufgebracht werden soll, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Für 1919 betrug der Steuerbedarf ?V3 Prozent und nach dem Nachtvagsbedarf weitere 13Vr Prozent. Wetm der jetzige Bedarf aufgebracht werden soll, ist min­destens der doppelte Steuerbetrug erforderlich

s.w. Wiesbaden, 9. ©et>t. Die Er­werbslos en forderten in einer Versammlung der Zahlung der Unterstützung mit 100 Prozent Erhöhung sowie eine Entschuldsumme von 10009JH.

Die Preisgestaltung.

Steigende Lebensmittelpreise.

fd. Frankfurt a. M., 9. Sept. Auf der heutigen Warenbörse machte sich bei leb­haftem Geschäft und starker Nachfrage ein Anziehen der Preise bemerkbar. DieGeschäfts- weit beginnt mit der Eindeckung von Hülsen­früchten, in erster Linie Linsen, die seit dem Anfangsemtepreis um mehr als 100 Prvz. gestiegen sind. Auch Bohnen und Erbsen no­tierten höher als sonst im Preise. Der Mar­garinepreis ist seit einigen Ta§en um 1,25 M. per Kilogramm gestiegen. Stärker gefragt wird auch Kakao. Die Nachfrage nach Mais­mehl und Gries als Bohnenmehlersatz ist leb­haft. Das Geschäft auf dem Drogen- und Chemikalienmarkt ist leblos. Die Käufer sind infolge der schwankenden Valuta unentschlos­sen. In Textilwaren hat die seit kurzer Zeit eingetretene Geschäftsbelebung keineBer- änderung gebracht.

Die Jagd nach der Kartoffel.

mc. Aus Oberhessen, 9. Sept. Die Lmidwirte werden iin den letzten Tagen von Frankfttrter und Hanauer Einwohnern buch­stäblich überrannt, die nach einem Kartoffel- iieferanten Umschau halten. Ein Zeichen, wie groß die Not in diesen Städten ist. Bis hin­auf in den hohen Vogelsberg fahren die Leute, oft ohne das Geringste zu erreichen, denn die Landwirte sind vielfach noch nicht in der Lage, die Ernte abzuschätzen, während andere wieder die Kartofteln zum Spekulationsobjekt aus­ersehen haben. Daß die gewissenhaften Land­wirte ein solches Gebaren ablehnen, ist selbst­verständlich.

Die Obstpreise.

O Aus dem Kreise Gießen, 9. Sept. An den Stationen der oberbessischen Bahnen wird allenthalben Obst schon in s o gro­ßen Mengen verladen, daß die Ver­sorgung der heimischen Bevölkerung vieler-

unjerc Krieger allzeit m Ehren W halten, so fragt es sich doch wohl, ob diese bleibende Erinne­rung gerade immer in einem Gedenksteine Ausdruck ftnden muß. Wie wäre es, menn in unserem \o reizend am Fuße des Taunus gelegenen Wäldchen Tüt die wandernde Jugend, deren körperliche Er­tüchtigung gerade in unseren Tagen so sehr zu erftTeben ist, eine I u g e n d he r b e r g e g schassen oder die Patenschaft für eine solche übernommen würde. Eine Gedenktafel mit dem Namen der ge­fallenen Schüler würde die jugendlichen Wanderer dauernd gemahnen, den Heldentaten ber Vorfahren nachHueifern uno sich ihrer würdig, zu zeigem Ueberall in deutschen Landen werden jetzt Jugend­herbergen errichtet, unb es geht das Bestteben, das gesamte Wandergebiet, mit einem Netz von Bleiben zu überziehen wie gut ließen die beiden schönen Gedanken und Ziele sich miteinander ver­bilden. Vielleicht zieht man die Anregung vor der Ausführuirg des obengenannten Planes in wohlwollende Erwägung, nicht nur hier in Butz­bach, sondern auch in anderen Orten und Schulen, wo eine gleiche ober ähnliche Absicht besteht.

mc. Oberwöll st abt, 9. Sept. Pech hatte ein hiesiger Landwirt, der sein Papiergeld fein säuberlich zu Hause aufbewahrte. Aber d-ie Mäuse tarnen dahinter und ließen sich 7030 Matt schmecken. Zwar fand der gute Mann noch große Teile der aufgezehtten Scheine, doch fehlten die Nummern. Ms er nun nach Friedberg kam, um noch zu retten, was einigermaßen möglich war, erflärten ihm die Bankbeamten, daß leider aar nichts zu machen sei. Das Geld ist bis auf den letzten Pfennig verloren.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 9. Sept. Eine seit Wochen unter den Arbeitern und Angestellten der H e a g bestehende Lohnbewegung ist heute zum Ab­schluß getommert. Die in den beiden elekttischen Werken Beschäftigten, die mit dem Beschluß des Auffichtsrates vom Dienstag nicht einverstanden waren, begaben sich heute vormittag in geschlos­senem Aufzuge auf die Direktion ber Heag und verlangten enbgültigen Bescheid auf ihre Forde­rung bett, die Erhöhung ihrer Gehaltssätze bzw. Gleichstellung mit den städtischen Angestellten und Beamten, wie ihnen dies seinerzest zugesagt wor­den sei, andernfalls sofortige Betriebs- einstellung erfolge. Tas Fahrpersonal hatte sich zunächst nicht angeschloffen. Ter Direk­tor begab sich sofort mit einer Deputation auf die Bürgermeisterei und es fanden noch am Vor­mittag wie am Nachmittag Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister unb den hiesigen Auf- sichtsratsmitgliebern statt, bie sich bis zum Abend hinzogen. Es 'wurde bann eine Verständigung zunächst bahin erzielt, daß ben Leuten eine als- balb auszuz-ahlende Teuerungszulage znge- sagt wurde, mit ber sich die Vertreter brö Be­triebsrates einverstanden erklärten, da sie hierdurch in, ber Sage sind, ihren Winterbedarf für bie Fa- mllie zu beschaffen. Die zu befürchtenbe Still­legung bes elektttschen Lichtes und des Straßen- bahnbetnebes ist zunächst verhütet.

Hessen-Nassau.

Eine Millionenforderung.

. 5 ran Hurt a. M., 9. Sept. Im Wege der öffentlichen Zustellung klagte eine hiesige Ver­lagsfirma gegen den Kaufmann Franz Sternberg in Newyott eine Forderung aus gelieferter Ware int Betrage von 1118 000 Mark ein und hat gegen das hier befindliche Vermögen des Schuld­ners einen Arrest in Höhe von vorläufig 150 000 Matt erwirkt.

Erhöhung der Straßenbahntarife abgelehnl.

fd. Frankf urt a. M., 9. Sept. Der Hauptausschuß der Stadtverordnetenver­sammlung lehnte die Anträge des Magistrats auf eine allgemeine Erhöhung der S t r a - ßenbahntarife ab. Es wurde lediglich dem Anträge zugestimmt, einen Zuschlag von 25 Pf. für Fahrten nach V-10 Uhr zu erheben.

Die Voraussetzung zur Anrufung des Schlichtungsausschusses.

fd. Frankfurt a. M., 8. Sept. Angestellte einer Bank hatten gegen ihre Kündigung Einspruch beim Schlichtungsausschuß erhoben. Doch mußte der Schlichtungsausschuß ab'ebnen, eine Entschul­dung zu fällen, weil in der betreffenden Bank kein Betrr?bsrat besteht, sondern auf Wunsch der Betriebsleitung und in Ueberetnstimmung mit dem Personal nur Vettranensleute gewählt worden sind. Die Anrufung des Schlichtun gsausschusfes bei Kün­digungen setzt aber voraus, daß dec Betriebsrat mit dec Kündigung nicht einverstanden ist, irnb erst, wenn der Betriebsrat keine Einigung mit dem Arbeitgeber zu erzielen vermocht bat, kann der Schlichtungsausschuß angerufen wurden. Wenn also der Schllchtungsansschuß seine geletzmäßige Tätig­keit ansübeii soll, müßen die gesetzmäßigen Vor­bedingungen, in diesem Falle alfo die Wahl bes Betriebsrates, erst erfüllt sein.

Ein Telephonschwindler.

fd. Frankfurt a. M., 9. Sept. Auf ber Höhe steht der Schwindler, der seit einigen Tageii versucht, den im Gesetz über die Telegraphen- unb Fernsprechgebühren festgesetzten ein­malig en 33 ei t ra g für bie Fernsprechanschlüsse bei ben Teilnehmern schon jetzt einzuziehen ober einen Beitrag von 210 Matt zu den Kvsten einer Pwlehvettammlung gegen bie Erhebung der Feni- ft rech gebühren zu sammeln. Der geriebene Schwindler trägt eine Posttnütze. Es wird daraus hmgewiesen, daß bie Fernsprechanstalten ben Be­trag nicht von Boten einzielien lassen werden sondern baß ben Teilnehmern besondere Schreiben über die Zahlungsweise zuge'hen.

Das Limburger Gefangenenlager.

mc. Limburg, 9. Sept. Die schon oft ge­plante Niederreißung des Limburger Kriegs­gefangenenlagers findet noch nicht statt, vielmehr haben erneute Besichtigungen der Baracken statt­gefunden, da vertriebene Deutsche aus Polen dott untergebracht werden sollen. Tie Beleuchtungsein- richtunaen hat man seinerzeit aus dem Lager ent­fernt, sie müssen nunmehr mit einem Kostenauf­wand von 150000 Matt erneuert werden.